Montag, 9. Februar 2015

Warum fällt der Ölpreis?

“Oil creates the illusion of a completely changed life, life without work, life for free. Oil is a resource that anaesthetizes thought, blurs vision, corrupts.” ― Ryszard Kapuściński

Jeder Autofahrer hat es sicherlich bemerkt, dass Tanken in den letzten Monaten viel günstiger geworden ist. Aktuell liegt der Benzinpreis (Super) bei circa 1,35/l. Ich kann mich gut erinnern, dass ich vor zwei Jahren 1,65 € für einen Liter Benzin bezahlt habe. Damals hatte ich mich beschwert und angefangen mit der Bahn zur Arbeit zu fahren („Analysieren Sie Ihre Ausgaben“).


Der Grund für das günstigere Benzin ist der fallende Ölpreis. Der Brent-Öl-Preis schwankte von 2011 bis 2013 zwischen 100 und 120 $. Seit Mitte 2014 ist ein starker Abstieg von 100 $ bis zur 50-Dollar-Marke zu beobachten. 50% weniger innerhalb von sechs Monaten!

Keiner hatte es vorhergesehen. Das war sehr überraschend für viele Ökonomen und Anleger.


Der Ölpreis beeinflusst vieles in der Wirtschaft. Die Auswirkungen eines niedrigen Ölpreises bringen viele Gelegenheiten für Anleger mit sich ("Gelegenheiten Geld zu schaffen"). Wie bei jedem wirtschaftlichen Ereignis wird es in diesem Fall auch Gewinner und Verlierer geben: Volkswirtschaften, Firmen, Aktienmärkte und natürlich Anleger.

Ich möchte ersteinmal verstehen, warum der Ölpreis gefallen ist. Danach möchte ich mir Gedanken darüber machen, wer die Verlierer und Gewinner des niedrigen Ölpreises sein können. Es gibt sicherlich genügend Studien darüber, die man im Internet nachlesen kann. Mit den entsprechenden Informationen kann ich dann entscheiden, ob ich meine langfristige Anlagestrategie ändern bzw. anpassen muss („Portfolio-Aktionsplanfür 2015“).

Warum fällt der Ölpreis plötzlich?


Viele wissen, dass die Produktion von Schieferöl in den USA in den letzten Jahren ziemlich gewachsen ist. Wobei Fracking in Deutschland noch in der Debatte steht, investieren amerikanische Firmen in den USA weiterhin in Schieferölproduktion und neue Technologien. Wie es aussieht, werden die USA demnächst wieder der größte Ölhersteller der Welt.


Das heißt, dass wir ein wachsendes Ölangebot auf dem Markt haben. Normalerweise haben die OPEC-Länder das Gesamtangebot immer angepasst und leicht knapp gehalten, weil sie von einem hohen Ölpreis profitieren. Die Produktion von Schieferöl wächst seit 2012. Dieses Wachstum wurde durch die zurückgehenden Ölproduktionen im Iran und in Libyen ausgeglichen. 2014 war dies aber anders. Während die Produktion in den USA weiter gewachsen ist, haben auch die OPEC-Länder die Produktion erhöht. Daraus hat sich ein Überangebot ergeben.

Ein anderer Faktor ist das schwache Wirtschaftswachstum in Europa und den Schwellenländern. Die Nachfrage nach Öl ist nicht genauso schnell gewachsen wie das Ölangebot auf dem Markt. Effizientere Motoren für Autos, besonders in den USA, haben diesen Faktor weiter unterstützt.
Öl wird auf der Weltmarkt in Dollar gehandelt. Der starke Dollar im Vergleich zu anderen Währungen hat die Situation für den Ölpreis verschlechtert.

Dazu gibt es ein paar Verschwörungstheorien. Eine davon ist, dass die USA und ihre Allierten in den Golfstaaten Russland und Putin bestrafen möchten. Die Politik Russlands in der Ukraine und in Syrien hat den USA und Saudi-Arabien sicherlich nicht gut gefallen. Eine andere Theorie ist, dass die OPEC-Länder den Ölpreis niedrig halten möchten, damit das Schieferölgeschäft nicht mehr profitabel ist. Unter 70-80 $ lohnt sich die Schieferölförderung in vielen Ölfeldern nicht mehr. Die Saudis können einen niedrigen Ölpreis verkraften. Die Schieferöl-Unternehmen aber, die für das Geschäft Kredite aufgenommen haben, haben mit niedrigen Preisen eventuell Schwierigkeiten.

Eigentlich erklären Angebot und Nachfrage alleine nicht, weshalb der Preis plötzlich um 50% gefallen ist. Dabei spielen sicherlich auch Spekulatoren eine Rolle, die den Preis noch weiter runter treiben, als er eigentlich sein sollte.

All diese Gründe resultieren in dem heute günstigsten Ölpreis seit 2009. Ich sehe die Sitaution persönlich ziemlich positiv für die Weltwirtschaft. Die Ölproduktion ist eigentlich fast ein Monopol. Die OPEC-Länder sitzen auf 81% der Ölreserven und 45% der Ölproduktion der Welt. Sie haben in den letzten Jahrzehnten quasi bestimmt, wie hoch der Ölpreis sein soll. Billionen wurden von den Industrieländern, die keine Ölreserven haben, an die OPEC-Länder gezahlt. Der Ölpreis hat Einfluss auf das Leben von jedem Mensch auf der Welt. Die Produktionskosten von vielen Lebensmitteln, Transportkosten, Heizkosten, Herstellungskosten von vielen Waren korrelieren direkt mit dem Ölpreis.

Besonders die armen Menschen in den Schwellenländern und in Afrika leiden unter dem hohen Ölpreis. Das Essen wird teurer und die Lebensstandards sinken. Das Geld, das viele OPEC-Länder am Öl verdienen, wird leider nicht immer für Verbesserung der Lebensstandards der Bürger in diesen Ländern eingesetzt. Viele Diktaturen werden dadurch stärker. Während eine kleine Anzahl von Menschen ein Superluxusleben führen, haben viele Menschen ein Leben in Armut und Schwierigkeiten.

Dank der Technologie ist die Welt bald nicht mehr abhängig von Öl aus den OPEC-Länder. Die Schieferöltechnologie wird immer besser. Neue und günstigere Fördermethoden werden das Ölangebot weiterhin erhöhen. Effizientere Autos, energiesparende Heizungen, alternative Energiequellen wie Sonne, Wind, Biogas und Atomkraft werden helfen, dass die Ölnachfrage nicht so schnell steigen wird wie das Angebot.

Endlich sehen wir die Macht der freien Wirtschaft und des freien Wettbewerbs. Billige Energie hat dem Wachstum des Wohls der Menschheit in der Geschichte immens geholfen.

Wie kann man nun als Anleger von billigem Ölpreis profitieren? Einige Optionen sind folgende:
  • Investieren in Öl (mit der Annahme, dass der Ölpreis in der Zukunft weiter steigen wird)
  • Investieren gegen die Länder, die unter dem niedrigem Ölpreis leiden (mit Hebelprodukten)
  • Investieren gegen die Ölkonzerne (mit Hebelprodukten)
  • Investieren in Firmen, die von billigem Öl profitieren
  • Investieren in Länder, die von billigem Öl profitieren

In meinem nächsten Artikel werde ich die Optionen analysieren und schauen, ob ich meine Anlagestrategie für 2015 dementsprechend anpassen muss.

Montag, 2. Februar 2015

Portfoliomanager auf Morningstar - Rendite berechnen

“War is ninety percent information.” - Napoleon Bonaparte
Nachdem ich dieses Jahr einen Artikel über die Performance meines Portfolios veröffentlicht habe, haben mir meine Leser sowie meine Freunde die folgende Frage gestellt: Welches Tool nutzt du zur Übersicht deines Gesamtvermögens und zur Berechnung der Rendite?

Ich habe hauptsächlich Aktien- und Anleihen-ETFs in meinem Portfolio. Mein Portfolio ist aber nicht vollständig bei einer Bank oder einem Broker, sondern verteilt auf mehrere Depots (Targobank, Ing-Diba und Comdirect). Deshalb ist es nicht einfach, alle Positionen meines Gesamtportfolios auf einen Blick zu sehen. In den USA gibt es mehrere Webseiten, die diesen Service anbieten. „Mint.com“ ist eine der Firmen, die das Leben der Amerikaner für das Tracking von Ausgaben („Buchhaltung für Anfänger“) und Portfoliomanagement sehr vereinfachen.

Leider konnte ich eine ähnliche Dienstleistung in Deutschland bis jetzt nicht finden. Deswegen benutze ich seit mehreren Jahren - sehr „old school“ - ein Notizbuch, um meine Ausgaben und Portfolioentwicklung monatlich zu tracken. Dazu habe ich noch, auch „old school“, ein selbstgebasteltes Excel-Sheet, in dem ich manuell die Werte eintrage. Das Excel-Sheet funktioniert für meine Zwecke ziemlich gut, weil man die Berechnungen mit ein paar Formeln vereinfachen kann. 

Bei einer Internetsuche habe ich ein paar kostenlose Excel-Sheets gefunden, die die Aktienkurse automatisch aus dem Internet aktualisieren. Sie waren aber entweder sehr kompliziert oder nicht flexibel genug. Wenn man die Dividendeneinnahmen und Steuern berücksichtigt, wird die genaue Renditeberechnung sehr schwierig.


Endlich habe ich etwas auf „morningstar.de“ gefunden, mit dem ich vernünftig arbeiten kann. Morningstar ist eine zuverlässige Quelle für unabhängige Investmentanalysen. Die dort zur Verfügung stehenden Informationen sind sehr hilfreich für alles Fonds- und Aktienanleger, vom unerfahrenen Anfänger bis hin zum anspruchsvollen Experten. Die Website beinhaltet kostenlose Informationen über die einzelnen Fonds und Aktien.

Das Tool heißt „Portfoliomanager“, es ist nach einer Anmeldung kostenlos. Man kann mehrere Portfolios erstellen, sich die Anteilpreise und Marktwerte auf einem Snapshot ansehen und mit einem Click detaillierte Informationen über die Fonds bekommen wie die Entwicklung des Fonds im Vergleich zu Benchmark-Indexen, Fondsvolumen, Gebühren, Rendite,  Zahlen für fundamentale Analyse, regionale Aufteilung, Sektorengewichtung, Top-Positionen, Anlagestil, usw.

Die Information, die ich auf morningstar. de bekomme, haben mir sehr geholfen, die richtigen ETFs für mein Portfolio auszuwählen. Für bestimmte ETFs und Fonds bietet Morningstar auch Analysen, damit unerfahrene Anleger die Fonds besser verstehen. Besonders die Kommentare über die Risiken und Kosten („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“) sind für mich sehr hilfreich.

Das „Portfoliomanager“-Tool zeigt die Performance des Portfolios auf einem Chart, auf dem man sein Portfolio mit mehreren Benchmarks vergleichen kann. Man kann seine Gewinne und Verluste seit dem Kauf sehen und über die fundamentale Analyse einzelne Positionen auf einen Blick erfassen. Dazu gibt es noch ein X-Ray Tool, das den eigenen Anlagestil detailliert aufzeichnet. Wenn Sie mehrere Positionen in Ihrem Portfolio haben, können Sie den Überblick ziemlich schnell verlieren. Das „Portfoliomanager“- und „X-Ray“-Tool helfen Ihnen, diesen Überblick zurückzubekommen.

Ein Nachteil dieses Tools ist, dass das Tracking von Dividenden nicht einfach ist. Sie müssen die Dividenden manuell eintragen. Das ist für mich sehr viel Aufwand, weil ich jeden Monat vier bis sechs unterschiedliche Dividendeneinnahmen habe. Wenn ich sie nicht eintrage, zeigt das Tool meine Rendite geringer als sie tatsächlich ist. In diesem Fall greife ich zurück auf meine alte Excel-Tabelle.

Nichtsdestotrotz finde ich das Portfoliomanager-Tool auf morningstar.de extrem nützlich. Ich würde es meinen Lesern auf jeden Fall empfehlen.

P.S: Dieser Artikel ist nicht von morningstar.de gesponsort. Das Tool und die Anmeldung sind kostenlos.

Montag, 26. Januar 2015

Portfolio-Aktionsplan für 2015

“A man who does not think and plan long ahead will find trouble right at his door.” - Confucius

In meinem letzten Artikel „Mein ETF-Portfolio: Performance Details im Jahr 2014“ habe ich sehr detailliert über mein Portfolio und dessen Analyse berichtet. 

Was fange ich nun mit dieser Information an? In meinem Fall entscheidet meine heutige Anlageaufteilung über meine ETF-Käufe für 2015. Was ich dieses Jahr vor habe, wird das Thema dieses Artikels sein.

Meine optimale Gasamtanlageaufteilung ist folgende:
  • Aktien: 90%
  • Anleihen: 10%

Der Aktienanteil besteht aus diversen Aktien aus verschiedenen Regionen und Sektoren („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Meine Zielanlageaufteilung für meine Aktien sieht wie folgt aus:
  • Aktien aus den USA: 30%
  • Aktien aus Europa: 30%
  • Aktien aus Schwellenländern: 30%
  • Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland: 10%

Ende 2014 waren meine Anlagen folgendermaßen aufgeteilt:
  • Aktien: 89,3%
  • Anleihen: 10,7%

Der Aktienanteil im Detail:
  • Aktien aus den USA: 30,2%
  • Aktien aus Europa: 31,1%
  • Aktien aus Schwellenländern: 26,2%
  • Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland: 12,4%

Wenn ich diese Zahlen analysiere, wird mein Aktionplan für 2015 ziemlich klar.

Erstens gibt es keinen Bedarf etwas zu verkaufen, um die gewünschte Anlageaufteilung zu erreichen. Das würde ich machen, wenn zum Beispiel mein Aktienanteil 95% und der Anleihenanteil 5% wären. Mein nächster Kauf wird auf jeden Fall ein Aktien-ETF sein („Aktien-ETFs als Geldanlage“).

Zweitens gibt es auch keine Notwendigkeit meine Aktien-ETFs neu zu struktrieren. Das würde ich tun, wenn einer der Anteile 5%-Punkte vom Sollwert abweichen würde. Die Anzahl der Aktien aus Schwellenländern liegt 3,8% unter dem Sollwert. Meine Ersparnisse aus 2015 werde daher ich dafür nutzen, den Anteil  meiner  Aktien aus Schwellenländern näher an 30% zu bringen.

Ich habe vor, meinem Portfolio zuerst die folgenden zwei ETFs hinzu zu fügen:
  • iShares Core MSCI Emerging Markets IMI
  • db x-trackers MSCI Russia Capped Index

“iShares Core MSCI Emerging Markets” ist ein ETF von Blackrock. Dieser ETF hat eine Gesamtkostenquote (TER) von 0,25%, was ich sehr vorteilhaft finde („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“). Für meine langfristige Anlagestrategie erwarte ich eine hohe Rendite von diesem ETF („Wirtschaftswachstum, Technologie und Aktien“).

„db x-trackers MSCI Russia Capped Index“ habe ich bereits in meinem Portfolio („Krimkrise, Ukraine-Konflikt und russische Aktien“). Dieser ETF hatte 2014 einen Verlust von 22,9%. Nun könnte man denken, dass ich diesen ETF eigentlich verkaufen sollte. Das ist aber meiner Meinung nach das falsche Vorgehen. Meine Strategie hier ist „Buy-and-Hold“. Die wirtschaftliche Situation Russlands ist zur Zeit tatsächlich sehr schlecht. Das heißt aber nicht, dass diese Situation die nächsten 10 Jahre schlecht bleibt. Die Aktienmärkte haben gute und schlechte Zeiten. Die schlechten Zeiten sind eine Gelegenheit für Anleger, günstig zu kaufen.

Sobald der Anteil der Schwellenländeraktien 30% beträgt, werde ich die Aktien aus den USA, Europa und Asien-Pazifik langsam aufstocken, damit die 30%-30%-30%-10% Aufteilung erhalten bleibt.

Meine restlichen ETFs werde ich bis Ende 2015 behalten. Mein Plan ist sogar, diese Aktien- und Anleihen-ETFs mindestens bis 2025 zu behalten. Diese langfristige Anlagestrategie wird der entscheidende Faktor sein, meine finanzielle Freiheit schneller zu erreichen („Finanzielle Freiheit ist ein realisierbarer Plan“).

Montag, 12. Januar 2015

Mein ETF-Portfolio: Performance Details im Jahr 2014

“I never attempt to make money on the stock market. I buy on the assumption that they could close the market the next day and not reopen it for five years.” – Warren Buffett
Wie ich in meinem letzten Artikel „Ein Rückblick auf die Performance meines Portfolios im Jahr 2014” angekündigt habe, möchte ich meinen Lesern ein Snapshop meines Portfolios zeigen. 2014 hat dieses Portfolio 18,7% Rendite gebracht.  Zusätzlich möchte ich zeigen, welchen Beitrag die einzelnen Positionen auf diese Gesamtrendite geleistet haben.

In diesem Bild sehen Sie eine Darstellung von allen ETFs, die ich besitze („Sparbuch und Tagesgeldkonto vs. Aktien-ETFs“)

ETF-Portfolio Rendite in 2014
Diese Darstellung zeigt nur die Kursgewinne der einzelnen ETFs in meinem Portfolio. Einige von meinen ETFs sind ausschüttend, erbringen also regelmäßig Dividenden („Eine Liste der Dividenden-ETFs für Ihr Portfolio“). Die Dividendeneinnahmen tracke ich separat auf einem Excel-Sheet. Sie werden zusätzlich in meiner monatlichen Buchhaltung als passives Einkommen eingetragen („Net Cashflow maximieren“).

Im oberen Bild sehen Sie die wöchentliche, monatliche, quartalsmäßige, jährliche und 3-5-10-jährige Performance von meinen ETFs. Für diesen Artikel und für meine jährliche Analyse ist natürlich nur die jährliche Performance relevant. Diese könnte ich aber nur ermitteln, wenn ich alle ETFs vor Anfang 2014 gekauft hätte. Einige habe ich aber während des Jahres mit meinen Ersparnissen gekauft („Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“). Die Rendite dieser ETFs muss ich separat berechnen, um eine realistische Darstellung der persönlichen Rendite zu gewährleisten.

Mein Gesamtvermögen besteht aus einem Portfolio aus Aktien- und Anleihen-ETFs, Aktien von meinem Arbeitgeber, je einem Tagesgeldkonto und Girokonto sowie Bargeld. Ich besitze keine Immobilien und habe nicht vor, eine Immobilie zu kaufen. Die Gründe habe ich in meinem Artikel „5 Gründe eine Immobilie zu kaufen und Gegenargumente“ ausdrücklich geschildert.

Mein Portofolio verteilt sich auf 90% Aktien- und 10% Anleihen-ETFs. Das Risikoprofil ist ziemlich hoch. Ich bin aber bereit dieses Risiko zu tragen, weil ich erst 32 Jahre alt bin und das Geld in den nächsten 10 Jahren nicht brauche. Dieses kalkulierte Risiko ermöglicht mir langfristig eine wesentlich höhere Rendite als eine konservative Geldanlage („Warum sind Aktien die beste Geldanlage“). Eine höhere Rendite wird mir helfen, finanzielle Freiheit schneller zu erreichen („Finanzielle Freiheit ist ein realisierbarer Plan“).

Der Aktienanteil besteht aus diversen Aktien aus verschiedenen Regionen und Sektoren („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Es erfolgt eine globale Anlageaufteilung (Asset-Allocation) wie folgt:
  • 30% Aktien aus den USA
  • 30% Aktien aus Europa
  • 30% Aktien aus Schwellenländern
  • 10% Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland

Lassen Sie uns meine ETFs und meine persönliche Rendite 2014 detaillierter betrachten:

Aktien-ETFs aus den USA
  • db x-trackers Russell MidCap –> 30,3%
  • iShares Dow Jones U.S. Select Dividend –> 28,8% + 2,5% Dividenden = 31,3%
  • iShares Core S&P 500 (Kauf im März 2014) –> 29,0%
  • db x-trackers MSCI World Health Care (65% Aktien aus USA) –> 35,3%

Aktien-ETFs aus Europa
  • iShares EURO STOXX 50 –> 5,6% + 4,2% Dividenden = 9,8%
  • iShares EURO Total Market Value Large –> 1,9% + 4,1% Dividenden = 6,0%
  • iShares Core DAX –> 2,5% + 0,8% Dividenden = 3,3%
  • db x-trackers FTSE 250 (Kauf im Mai 2014) –> 1,7% + 2,2% Dividenden = 3,9%
  • iShares MSCI EMU Small Cap (Kauf im Juli 2014) –> 2,9%

Aktien-ETFs aus Schwellenländern
  • db x-trackers MSCI Emerging Markets –> 10,1%
  • iShares Emerging Markets Dividend -> -1,7% + 5,5% Dividenden = 3,8%
  • db x-trackers CSI 300 China -> 66,0%
  • db x-trackers MSCI Russia Capped (Kauf im März 2014) -> -22,9%
  • Lyxor ETF Turkey (DJ Turkey Tit 20) -> 30,0%

Aktien-ETFs aus Japan/Australien/Neuseeland
  • iShares DJ Asia Pasific Select Dividend 30 -> 10,5% + 5,3 Dividenden = 15,8%
  • iShares Nikkei 225 -> 5,9% + 1,0% Dividenden = 6,9%

Anleihen-ETFs
  • iShares JP Morgan Emerging Markets Bonds -> 15,4% + 3,5% Dividenden = 18,9%

Zusätzlich habe ich einige Aktien von Procter & Gamble. Ich bin eigentlich kein Freund von einzelnen Aktien („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Die P&G-Aktien habe ich aufgrund des Aktienprogramms von meinem Arbeitgeber. Diese Aktien muss man 7 Jahre lang behalten und darf sie nicht verkaufen. Damit werden die Anleger verpflichtet, langfristig zu investieren. 2014 war ein gutes Jahr für die P&G-Aktie. Der Wertverlust des Euros gegenüber dem Dollar hat meine reale Rendite in Euro weiter erhöht. 2014 betrug meine persönliche Rendite durch die P&G-Aktie inklusiv Dividenden 31,9%.

P&G Aktie in 2014
Natürlich habe ich noch Geld, das nicht investiert war. Dieses Geld ist da für Notsituationen („Geld für Notfälle“) und liegt auf einem Tagesgeldkonto („Tagesgeldkonto eröffnen“). Die Tagesgeldzinsen sind heutzutage weniger als 0,5%. Ich kann also die Rendite von diesem Konto ignorieren. Dazu noch behalte ich ein bisschen Geld auf dem Girokonto für meine monatliche Ausgaben und ein sauberes Cashflow. Die Rendite von dieser Konto ist „NULL“ („Populäre und sichere Geldanlagen“).

Alle Konten und Geldanlagen zusammenaddiert erreiche ich zu einer Rendite von meinem Gesamtvermögen in 2014 zu 18,7%. Es war ein sehr erfolgreiches Jahr, was sich wahrscheinlich nicht oft wiederholen wird. Ich werde aber meine Anlageaufteilung und langfristige Anlagestrategie treu bleiben. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ich langfristig eine hohe reale Rendite habe („Was ist Rendite und wie kann man Rendite rechnen?“).

Meine Portfolio-Analyse ist schön und sehr informativ. Was macht man aber mit dieser Information? In meinem Fall entscheidet meine heutige Anlageaufteilung über meine zukünftige ETF-Käufe in 2015. Was ich dieses Jahr vor habe, wird das Thema von meinem nächsten Artikel sein.

Dienstag, 6. Januar 2015

Ein Rückblick auf die Performance meines Portfolios im Jahr 2014

“Always invest for the long term.” – Warren Buffett
2014 ist zu Ende und diese Woche ist die beste Zeit, die Performance meines Portfolios im Jahr 2014 zu begutachten. Es wird ein kurzer Beitrag sein, weil ich meine Analyse noch nicht völlig abgeschlossen und noch keine weiteren Schritte daraus abgeleitet habe.

2014 war ein wichtiges Jahr für meine Geldanlage. In den Jahren davor hatte ich keine richtige Anlagestrategie. Ich besaß mehrere unterschiedliche individuelle Aktien („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Mein Portfolio hat eine positive reale Rendite gebracht („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Ich war jedoch nicht völlig zufrieden mit der Performance meines Portfolios. Dies war die Zeit, in denen die Aktienmärkte global gestiegen sind. Die Renditen von S&P 500 oder den DAX-Indexen waren ein paar Prozentpunkte höher als meine Geldanlage, die ich aktiv geführt habe.

Das war eine Enttäuschung für mich, weil ich viel Zeit mit der Analyse der Aktien verbracht hatte. Ich hatte auch jeden Tag die Aktienkurse beobachtet. Ich hatte sogar eine App auf meinem Smartphone, damit ich die Aktienkurse „live“ beobachten konnte.

Während dieser Zeit habe ich viele Bücher über Investieren, Aktien und Finanzmärkte geIesen. Die zwei Bücher, die mich ziemlich beeinflusst haben, waren „A Random Walk Down Wall Street“ von Burton Malkiel und „Common Sense on Mutual Funds“ von John C.Bogle.

Deshalb habe ich mich entschieden, meine Anlagestrategie von aktiv auf passiv umzustellen. Ich habe meine Aktien verkauft und mir ein diversifiziertes Portfolio gestaltet („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Ich habe alle Aktienfonds vermieden, weil sie einfach sehr hohe Kosten haben („Aktienfonds als Geldanlage“). Die Wahrscheinlichkeit, dass sie langfristig eine bessere Rendite als S&P 500 oder DAX bringen werden, ist laut Burton Malkiel ziemlich gering.

Mit meinem ersparten Geld habe ich 2014 nur ETFs gekauft („Aktien-ETFs als Geldanlage“). Diese ETFs werde ich in den nächsten Jahren behalten und gar nicht berühren.

2014 war ein positives Jahr für die Aktienmärkte. Das kann man in der Performance meines Portfolios auch sehen. Hier ist meine Renditehistorie der letzten Jahre.
  • 2009 : 3,9%
  • 2010 : 9,9%
  • 2011 : -3,0%
  • 2012 : 10,7%
  • 2013 : 8,7%
  • 2014 : 18,7%

Ich lege mein Geld seit circa fünf Jahren an. 2014 ist das Jahr gewesen, in dem ich am wenigsten Käufe und Verkäufe gemacht habe. Es war auch das Jahr, in dem ich die höchste Rendite erzielt und die wenigsten Steuern bezahlt habe. Wenn Sie Ihre Aktien oder ETFs nicht verkaufen, haben Sie aus Sicht des Finanzamts keinen Gewinn, müssen also keine Steuern zahlen („Steuererklärung, Steuerrückzahlungen und Vermögensaufbau“). Wenn Sie Ihre Gewinne nicht realisieren und die Kapitalertragsteuer hinauszögern, erreichen Sie ein paar Renditepunkte mehr durch Zinzeszins („DerZinseszinseffekt“).

18,7% Rendite mit einem ETF-Portfolio mag hoch klingen. Vielleicht glauben einige von meinen Lesern nicht, dass ich das geschafft habe. Deshalb werde ich meine Portfoliodetails zum ersten Mal auf meinem Blog veröffentlichen. Sie sollen aber dafür auf meinen nächsten Artikel warten. Bis zum nächsten Artikel!

Montag, 29. Dezember 2014

Best of Der goldene Adler 2014

“Study the past if you would define the future.” ― Confucius

2014 ist bald zu Ende und der Blog “Der goldene Adler” ist mehr als 2 Jahre alt. September 2012 war das Geburtsjahr von diesem Blog.

Im letzten Jahr wurden 38 Artikel (7 davon Gastbeiträge) auf „Der goldene Adler“ Blog veröffentlicht. Während dieser Zeit sind die Besucherzahlen durch regelmäßige Besucher, Backlinks in anderen Finanzblogs und Google-Suchergebnisse kontinuierlich gestiegen. Ich denke, „Der goldene Adler“ hat sich weiterhin einen guten Platz bei den deutschsprachigen Finanzblogs geschaffen.


Ich möchte diesen Post zum Anlass nehmen, das „Best of der goldene Adler 2014“ aufzulisten. Es besteht aus den meistgelesenen Posts seit Anfang 2014.

Zusätzlich möchte ich die wenig gelesenen Artikel und meine persönlichen Favoriten auflisten, weil einige gute Artikel von den Anfangszeiten aufgrund der damaligen Unbekanntheit des Blogs weniger gelesen wurden.

Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes neues Jahr!

Ich hoffe, Sie werden meinen Blog weiterhin verfolgen, mit Anregungen den Inhalt bereichern und meinen Blog weiterempfehlen.

Viel Erfolg für 2015 und viel Spaß beim Lesen des goldenen Adlers!

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Mittwoch, 10. Dezember 2014

Mit Gold- und Silbermünzen nachhaltig anlegen

"Heute möchte ich einen Artikel von einer meinen Lesern Sopio veröffentlichen."

Manche sammeln Gold- und Silbermünzen ähnlich wie Briefmarken, sie erfreuen sich an dem Anblick der vielfältigen Münzprägungen. Münzen eignen sich aber auch als gezielte Geldanlage: Sie zeichnen sich durch ein hohes Maß an Wertstabilität aus, zudem sichern sich Anleger gute Chancen auf Wertsteigerungen.

Was für Münzen als Geldanlage spricht

Die Beliebtheit von
Gold- und Silbermünzen als Geldanlage lässt sich leicht erklären, sie gründet in den Vorzügen dieser Edelmetalle. Gold und Silber gibt es auf der Erde nur in begrenztem Maß, Papiergeld können Notenbanken dagegen unbegrenzt drucken. Das führt dazu, dass Besitzer von Tagesgeld oder Anleihen oft massiv unter der Geldentwertung leiden. Eine hohe Inflation verringert die Kaufkraft, das Vermögen verliert an Wert. Investoren in Gold und Silber entgehen diesem Schicksal: Dank der überschaubaren Vorkommen behalten diese Edelmetalle immer einen gewissen Wert. Das zahlt sich in Krisenzeiten aus. In solchen wirtschaftlich schwierigen Phasen gewinnen Gold und Silber sogar massiv an Wert, weil viele Anleger in diese inflationssicheren Anlageformen flüchten. Experten raten deshalb, ein Teil des Vermögens zur Absicherung in diese Edelmetalle zu investieren. Dafür eignen sich Münzen, die Sie zu Hause leicht verwahren können.

Zwei Typen an Münzen: Anlage- und Sammlermünzen

Bevor Sie in Gold- und Silbermünzen investieren, sollten Sie sich aber mit den zwei Grundtypen befassen. Zum einen finden sich am Markt Anlagemünzen wie Wiener Philharmoniker, American Eagle und Krugerrand. Diese Münzen stellen die Produzenten in einer hohen Anzahl her. Der Wert ergibt sich vornehmlich aus dem aktuellen Wert des Edelmetalls, aus dem die Münze besteht. Zum anderen können Sie Sammlermünzen erwerben. Diese zeichnen sich durch niedrige Auflagenzahlen aus. Neben dem Edelmetallwert besitzen sie einen Sammlerwert. Der kommt dadurch zustande, dass leidenschaftliche Sammler diese Münzen unbedingt erwerben wollen und deshalb mehr als den eigentlichen Edelmetallpreis zahlen. Welche Form kommt für die Geldanlage infrage? Grundsätzlich eignen sich beide Münztypen, Sie sollten die Vor- und Nachteile abwägen:

Anlagemünzen: Diese erwerben Sie aufgrund der hohen Stückzahlen und damit niedriger Produktionskosten günstig. Zudem können Sie diese jederzeit denkbar einfach veräußern, zum Beispiel in Onlineshops.
Sammlermünzen: Sie profitieren nicht nur von gestiegenen Edemetallkursen, sondern auch von einem steigenden Sammlerwert. Dafür kosten diese Münzen aber auch mehr und der Verkauf gestaltet sich etwas umständlicher.

Bei Käufen und Verkäufen Kursniveau beachten

Bei Anlagemünzen hängt der Wert wesentlich von dem aktuellen Gold- und Silberkurs ab, deswegen sollten Sie diese Kursentwicklungen beobachten. Kaufen Sie bestenfalls zu attraktiven Einstiegskursen und verkaufen Sie später zu einem Zeitpunkt, an dem die Kurse hoch liegen. Denken Sie zudem daran: Bei Gold- und Silbermünzen handelt es sich um langfristige Geldanlagen zur nachhaltigen Vermögensabsicherung. Sie sollten nicht auf kurzfristige Spekulationsgewinne setzen.