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Sonntag, 6. September 2015

Aktienkurse stürzen, was mache ich?

“I never attempt to make money on the stock market. I buy on the assumption that they could close the market the next day and not reopen it for five years.” - Warren Buffett
Aufgrund einer langen Geschäftsreise und der Gründung meiner Firma Wealthgrow Finanzberatung musste ich meinen Blog ein bisschen vernachlässigen. Mehrere Themen, über die ich schreiben wollte, haben sich in der Zwischenzeit angesammelt. Ich fange mit dem aktuellsten an:

Im August dieses Jahres sind innerhalb von 4 Wochen alle Aktienkurse der wichtigsten Börsen auf der Welt abgestürzt. Hier sehen Sie die Veränderung der wichtigsten Aktienindizen:
  • S&P 500 -10%
  • EURO STOXX 50 -11,5%
  • Nikkei 225 -11,2%
  • DAX -11,5%
  • FTSE 250 -8%
  • MSCI Emerging Markets -13,6%
  • China CSI 300 -21%

Der Absturz ist so hoch, dass einige meiner Arbeitskollegen, die normalerweise kein Interesse an Finanzen oder der Börse haben, angefangen haben darüber zu reden. Ein Kumpel von mir, der oft kurzzeitige Trades macht, fragte mich, ob ich meine Aktien schon verkauft habe oder sie noch behalte. Ein alter Schulfreund von mir, der in der Finanzbranche arbeitet, fragte mich, ob ich seine Tweets gelesen habe und mit einem Leerverkauf einen großen Gewinn erzielt habe. Er hatte anscheinend diesen Sturz vorhergesehen.

Meine Antwort ist folgende: Ich habe nichts gemacht. Ich muss zugeben, dass ich nachts alleine im Hotelzimmer die Nachrichten und Kommentare auf Bloomberg und CNBC geschaut habe. Ich habe auch mein Portfolio mehrmals gecheckt, obwohl ich mir vorgenommen hatte, dies nur einmal im Monat zu tun. Es ist normal und menschlich, in solchen Situationen kurz in Panik zu geraten. Bei einem Aktiensturz verliert ja jeder Anleger einen Teil seines Vermögens (auf dem Papier).

Ängste um das Wirtschaftswachstum in China und um Chinas Aktienmarkt, langsames Wachstum in Schwellenländern, Kriegsgebieten, sinkende Commodity-Preisen und noch mehrere weitere Gründe kann man nennen, warum die Lage plötzlich so schlecht aussieht. Der Chef-Ökonom der Allianz hatte  im Fernsehen über die struktuellen Probleme der Weltwirschaft gesprochen. Ein anderer hat dem Währungskrieg die Schuld gegeben. Laut einem weiteren Experten ist die Kommunistische Partei Chinas verantwortlich. Zum Glück hat dieses Mal keiner die Griechen für schuldig befunden.

Die wichtige Frage ist für mich folgende: Wie werden die Aktienkurse in 5 oder 10 Jahren aussehen? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie niedriger stehen als heute? Was wird mit meinem Geld auf dem Tagesgeldkonto passieren? Wie hoch wird mein Vermögen sein, wenn ich nichts spare und mein ganzes Gehalt ausgebe?

Hier in der Abbildung sehen Sie die Performance des S&P 500-Index während und nach der Krisenzeiten. Ein Aktiensturz ist eigentlich eine gute Gelegenheit, mehr Aktien zu kaufen.


Ein paar andere Fragen, die ich zur Anregung gerne stellen und beantworten möchte.
  • Machen die Firmen weiterhin Gewinne? Ja.
  • Zahlen die Firmen weiterhin Dividende? Ja.
  • Werden die Firmen ihre Gewinne erhöhen? Ja, aber ich weiss nicht, wie weit. Die Weltwirschaft wird höchstwahrscheinlich weiter wachsen.
  • Soll ich meine Anlagestrategie nach einer Krise ändern? Nein, nur wenn Ihre Lebenssituation sich ändert.
  • Soll ich den Experten im Fernsehen glauben? Nein. Denn welcher von ihnen hat den Aktienkurs tatsächlich vorhergesehen?
  • Wie oft soll ich mein Portfolio kontrollieren? Alle 6 Monate oder einmal im Jahr. Am besten nur, wenn Sie Ihr regelmäßiges Rebalancing machen oder neue Aktien kaufen. Einmal im Monat, wenn Sie ein Finanzblogger sind J
  • Die Aktienkurse können noch weiter fallen. Soll ich meine Aktien verkaufen? Ich kann es nicht sagen. Sie können weiter fallen oder wieder steigen. Am besten abwarten. Wenn Sie wollen, können Sie Ihr Portfolio laut Ihrer Asset-Allocation anpassen. Das heißt wahrscheinlich: neue (und günstige) Aktien kaufen.
  • Was wirst du machen? Ich werde mein Portfolio laut meiner Asset-Allocation (90% Aktien-ETFs, 10% Anleihen-ETFs) anpassen.
  • Die Kursstürze bei Aktien machen mich nervös. Ich kann nicht in Ruhe schlafen. Soll ich alle meine Aktien verkaufen und in sichere Geldanlagen investieren? Sie haben vielleicht eine viel niedrigere Risikobereitschaft als Sie denken. Ein hoher Aktienanteil in Ihrem Portfolio ist für Sie nicht geeignet. Alternativ können Sie von Ihrem unabhängigen Finanzberater eine Analyse Ihrer Risikobereitschaft vornehmen lassem.

Montag, 8. Juni 2015

Ein Blick auf die letzten 5 Monate - Portfolio Rebalancing benötigt

“The Chinese use two brush strokes to write the word 'crisis.' One brush stroke stands for danger; the other for opportunity. In a crisis, be aware of the danger--but recognize the opportunity.”  ― John F. Kennedy

2015 war bis jetzt ein gutes Jahr für Aktienanleger. Die Rendite für die Aktienindizen im laufenden Jahr sind wie folgt (Stand 07.Juni, Rendite meiner ETFs):
  • DAX – 14,0%
  • S&P 500 – 10,6%
  • Nikkei 225 – 24,5%
  • FTSE 250 – 21,5%
  • EU STOXX – 13,9%
  • MSCI Emerging Markets – 11,9%
  • CSI 300 (China) – 54,5%

Mein Portfolio besteht aus einer Mischung von vielen ETFs, die hauptsächlich in globale Aktienindizen investieren („Mein ETF-Portfolio: Performance Details im Jahr 2014“). Meine persönliche Rendite im laufenden Jahr liegt bei 15,6%, was ich sehr positiv finde. Der größte Anstieg hat bei „x-trackers CSI 300 ETF“ stattgefunden, nämlich um 54,5%.

In meinem Artikel „Portfolio-Aktionsplan für 2015“ habe ich angekündigt, dass ich mein Portfolio mit Zukäufen von Schwellenländeraktien erweitern wollte. Das habe ich getan und die folgenden ETFs zugekauft:
  • iShares Core MSCI Emerging Markets (Kaufdatum 06.01.2015, Kaufkurs 19,19€)- heutiger Kurs 21,77€ (+13,4%).
  • db x-trackers MSCI Russia Capped 1C EUR (Kaufdatum 21.01.2015, Kaufkurs 14,30€) - heutiger Kurs 17,92 € (+25,3%).

Die Russland-ETF hatte ich bereits („Krimkrise, Ukraine-Konflikt und russische Aktien“). Ich habe nun die Gewichtung von Russland in meinem Portfolio erhöht. Dazu habe ich mir erlaubt ein Risiko einzugehen. Aber nein, ich habe mir keine einzelne Aktie gekauft („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“), sondern ich habe im April einen Aktien-ETF gekauft, der in Aktien aus Griechenland investiert.
  • Lyxor ETF FTSE Athex Large Cap A/I EUR (Kaufdatum 15.04.2015, Kaufkurs 1,11€) - heutiger Kurs 1,126 € (+1,4%).

Bei Griechenland-Aktien ist das Chancen-Risiko-Verhältnis meiner Meinung nach ziemlich gut. Das Risiko, dass Griechenland die Eurozone verlässt, ist weiterhin vorhanden. Ein Schuldenschnitt oder Zahlungsunfähigkeit bei den Staatsanleihen droht vielen Anlegern. Die neue griechische Regierung hat die Situation noch verschlechtert. Es sind sehr schlechte Zeiten für Griechenland und die Aktienkurse reflektieren die miese Stimmung. Der Markt hat das Risiko von Grexit schon eingepreist. Für mutige Anleger ist es jedoch die beste Zeit einzusteigen.

Wie ist der neue Aktionsplan?

Jetzt ist die Zeit, meine Asset-Allocation noch mal zu betrachten und einen Aktionsplan für die kommenden Monate zu erstellen. 

Die steigende Aktienkurse haben die Gewichtung meines Portfolios zugunsten von Aktien geändert. Die Aktien machen heute 90,4% meines Portfolios aus, wobei ich die restlichen 9,6 % in Anleihen habe. Meine Portfoliostrategie gibt 90% Aktien und 10% Anleihen vor.

Die logische Konsequenz ist, die Balance mit Anleihen-Zukäufen  wieder herzustellen. Ich weiß, dass es einen steigenden Aktientrend gibt und viele Leute überlegen, Aktien zu kaufen. Ich darf mich aber nicht in Versuchung führen lassen  und muss meinem Plan treu bleiben (Halte Dich an den Plan!).

Welche Anleihe soll ich kaufen?

Ich besitze bereits einen Anleihen-ETF, der in Schwellenländer investiert.
  • iShares JP Morgan $ Emerging Mkts Bd EUR

Dieser ETF hat seit dem Kauf eine sehr gute Performance hingelegt. Ich bekomme dazu monatliche Auszahlungen („Was ist Dividendenrendite?“) und habe ein Gefühl dafür, wie passives Einkommen sein sollte („Dividenden für langfristigen Vermögensaufbau“). Der gesunkene Euro/Dollar-Kurs hat dabei geholfen, dass man mit Dollar-basierten Anleihen Wertsteigerungen erreicht. Ich möchte aber mein Risiko etwas streuen. Daher kommt eine Euro-basierte Anleihe besser in Frage.

Hier sind meine Optionen:
  • Bundesobligationen
  • Staatsanleihen aus Länder mit guter Bonität (Frankreich, Niederlande, Belgien, usw..)
  • Staatsanleihen aus Länder mit schlechter Bonität (Portugal, Griechenland, Zypern, usw..)
  • Unternehmensanleihen mit guter Bonität
  • Unternehmensanleihen mit schlechter Bonität

Wie bei Aktien-ETFs möchte ich auch hier mein Risiko streuen, indem ich keine bestimmte Anleihe kaufe. Aus diesem Grund kommen deutsche Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen von Volkswagen nicht direkt in Frage. Es gibt die Möglichkeit Renten-ETFs zu kaufen, die in Anleihen aus verschiedenen Ländern oder Unternehmen investieren. Die Laufzeiten der Anleihen sind auch unterschiedlich.

In meinem nächsten Artikel werde ich versuchen, einen Renten-ETF zu finden, der meinen Erwartungen entspricht.

Montag, 26. Januar 2015

Portfolio-Aktionsplan für 2015

“A man who does not think and plan long ahead will find trouble right at his door.” - Confucius

In meinem letzten Artikel „Mein ETF-Portfolio: Performance Details im Jahr 2014“ habe ich sehr detailliert über mein Portfolio und dessen Analyse berichtet. 

Was fange ich nun mit dieser Information an? In meinem Fall entscheidet meine heutige Anlageaufteilung über meine ETF-Käufe für 2015. Was ich dieses Jahr vor habe, wird das Thema dieses Artikels sein.

Meine optimale Gasamtanlageaufteilung ist folgende:
  • Aktien: 90%
  • Anleihen: 10%

Der Aktienanteil besteht aus diversen Aktien aus verschiedenen Regionen und Sektoren („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Meine Zielanlageaufteilung für meine Aktien sieht wie folgt aus:
  • Aktien aus den USA: 30%
  • Aktien aus Europa: 30%
  • Aktien aus Schwellenländern: 30%
  • Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland: 10%

Ende 2014 waren meine Anlagen folgendermaßen aufgeteilt:
  • Aktien: 89,3%
  • Anleihen: 10,7%

Der Aktienanteil im Detail:
  • Aktien aus den USA: 30,2%
  • Aktien aus Europa: 31,1%
  • Aktien aus Schwellenländern: 26,2%
  • Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland: 12,4%

Wenn ich diese Zahlen analysiere, wird mein Aktionplan für 2015 ziemlich klar.

Erstens gibt es keinen Bedarf etwas zu verkaufen, um die gewünschte Anlageaufteilung zu erreichen. Das würde ich machen, wenn zum Beispiel mein Aktienanteil 95% und der Anleihenanteil 5% wären. Mein nächster Kauf wird auf jeden Fall ein Aktien-ETF sein („Aktien-ETFs als Geldanlage“).

Zweitens gibt es auch keine Notwendigkeit meine Aktien-ETFs neu zu struktrieren. Das würde ich tun, wenn einer der Anteile 5%-Punkte vom Sollwert abweichen würde. Die Anzahl der Aktien aus Schwellenländern liegt 3,8% unter dem Sollwert. Meine Ersparnisse aus 2015 werde daher ich dafür nutzen, den Anteil  meiner  Aktien aus Schwellenländern näher an 30% zu bringen.

Ich habe vor, meinem Portfolio zuerst die folgenden zwei ETFs hinzu zu fügen:
  • iShares Core MSCI Emerging Markets IMI
  • db x-trackers MSCI Russia Capped Index

“iShares Core MSCI Emerging Markets” ist ein ETF von Blackrock. Dieser ETF hat eine Gesamtkostenquote (TER) von 0,25%, was ich sehr vorteilhaft finde („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“). Für meine langfristige Anlagestrategie erwarte ich eine hohe Rendite von diesem ETF („Wirtschaftswachstum, Technologie und Aktien“).

„db x-trackers MSCI Russia Capped Index“ habe ich bereits in meinem Portfolio („Krimkrise, Ukraine-Konflikt und russische Aktien“). Dieser ETF hatte 2014 einen Verlust von 22,9%. Nun könnte man denken, dass ich diesen ETF eigentlich verkaufen sollte. Das ist aber meiner Meinung nach das falsche Vorgehen. Meine Strategie hier ist „Buy-and-Hold“. Die wirtschaftliche Situation Russlands ist zur Zeit tatsächlich sehr schlecht. Das heißt aber nicht, dass diese Situation die nächsten 10 Jahre schlecht bleibt. Die Aktienmärkte haben gute und schlechte Zeiten. Die schlechten Zeiten sind eine Gelegenheit für Anleger, günstig zu kaufen.

Sobald der Anteil der Schwellenländeraktien 30% beträgt, werde ich die Aktien aus den USA, Europa und Asien-Pazifik langsam aufstocken, damit die 30%-30%-30%-10% Aufteilung erhalten bleibt.

Meine restlichen ETFs werde ich bis Ende 2015 behalten. Mein Plan ist sogar, diese Aktien- und Anleihen-ETFs mindestens bis 2025 zu behalten. Diese langfristige Anlagestrategie wird der entscheidende Faktor sein, meine finanzielle Freiheit schneller zu erreichen („Finanzielle Freiheit ist ein realisierbarer Plan“).

Mittwoch, 30. April 2014

Krimkrise, Ukraine-Konflikt und russische Aktien

"The best thing that happens to us is when a great company gets into temporary trouble...We want to buy them when they're on the operating table." – Warren Buffett

Seit Februar 2014 läuft ein bewaffneter Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Dieser ist wohl vielen meiner Leser schon bekannt, weil in Deutschland in den Nachrichten täglich darüber berichtet wird. Die Krimkrise hat politische Gründe und wird uns höchst wahrscheinlich noch eine Weile beschäftigen. Ob Russland oder die Ukraine Recht hat und was für ein Diktator der russische Präsident Wladimir Putin sein mag, ist nicht Thema dieses Artikels und ist mir persönlich erstmal gleich. Was mich interessiert, sind die wirtschaftlichen Folgen der Krimkrise.

Die Reaktion der Aktienmärkte auf die Ereignisse war zunächst sehr negativ. Innerhalb von zwei Wochen fiel der DAX-Index um circa 700 Punkte, also ungefähr 7,2%. Einen sehr hohen Verlust hat der russische Aktienindex RTS erlitten, nämlich ungefähr 20% innerhalb von zwei Wochen ab Beginn der Krimkrise. Dies ist der niedrigste Stand seit 2010, und zwar 45% niedriger als der höchste Stand von 2123 Punkten im April 2011. In den Abbildungen unten können Sie die Chartvergleiche von DAX, Dow Jones und RTS in unterschiedlichen Zeiträumen sehen.

RTS, DAX, Dow Jones Aktienmärkte seit der Krimkrise
RTS, DAX, Dow Jones Aktienmärkte Historische Werter

Es gibt natürlich eine Erklärung für die Verluste im russischen Aktienmarkt: Ein möglicher Krieg, wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland, ein Stopp der Fremdinvestitionen, fallender Ölpreis, usw.. Eine Lösung der Krise ist noch nicht in Sicht. Die Anleger haben ihr Vertrauen verloren und große Angst vor Putin und schlimmeren Ereignissen.

Während andere Menschen Krisen und Kriegsschiffe sehen, sehe ich eher eine Gelegenheit („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Wie ich in meinem Artikel „Querdenker: Contrarian-Strategie, gegen den Markttrend investieren“ geschrieben habe, sind die Anleger manchmal sehr pessimistisch und reagieren übertrieben, wenn politische Unruhen entstehen. Politische Unruhen hat es vor ein paar Monaten auch in der Türkei gegeben und der türkische Aktienindex ISE 100 fiel um 20% innerhalb von ein paar Wochen. Nachdem die Unruhen vorbei waren, stieg der Index wieder auf das alte Niveau. Eine Menge Leute einschließlich der Pessimisten hat dadurch eine Menge Geld verloren. Und einige Querdenker haben Gewinne erzielt.

türkischer Aktienmarkt

Meiner Meinung nach befinden wir uns heute noch (Stand Ende April 2014) in einer Situation, in der russische Aktien überverkauft sind. Mit einem durschnittlichem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von knapp über 5 stehen die russiche Aktien sehr günstig. Ich denke, dass geduldige und mutige Anleger innerhalb von 3 bis 5 Jahren mit russischen Aktien eine gute Rendite erzielen können ("Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage"). Die Krise wird früher oder später enden und alles wird wieder gut. Die großen Wirtschafstmächte haben keine Interesse an einem Krieg wegen der Ost-Ukraine; nicht zuletzt, weil die europäischen Länder inklusive Deutschland abhängig vom russischen Erdgas sind.

Meine Leser wissen schon, dass ich in meinem Blog keine Kaufempfehlungen abgebe. Vielmehr rate ich eher davon ab, einzelne Aktien zu kaufen ("Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger"), wenn man kein Profi-Anleger ist. Ich bin der Meinung, dass ein Portfolio, das aus diversen ETFs besteht ("Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen"), langfristig bessere Rendite bringt als aktives Trading und als teure Aktien-Fonds ("Lege nicht alle Eier in einen Korb"). Dasselbe gilt für russische Aktien. Jeder muss sich selbst informieren, bevor er irgendeine Aktie oder einen ETF kauft ("Finanzielle Bildung"). Auf morningstar.de können Sie eine detaillierte Analyse des ETFs "db x-trackers MSCI Russia Capped Index" aus russischen Aktien lesen. Ich habe letzte Woche diesen ETF in mein Portfolio aufgenommen.

Russland ist ein Schwellenland und der Aktienmarkt ist dort noch nicht so verbreitet wie in den entwickelten Länder. Deshalb sind die Aktienpreise sehr volatil. Man kann in kurzer Zeit viel Geld verlieren oder gewinnen. Deshalb sehe ich meinen russischen ETF als eine Erweiterung meines Portfolios. Der Hauptbestandteil meines Portfolios sind immer noch amerikanische und europäische ETFs ("In europäische Aktien investieren, EURO STOXX 50").

Montag, 21. Oktober 2013

Sparbuch und Tagesgeldkonto vs. Aktien-ETFs

"Take risks: if you win, you will be happy; if you lose, you will be wise." – Anonymous

Ich bekomme von meiner Bank Ing-Diba ab und zu interessante Artikel über Geldanlagen. Im letzten Artikel ging es um einen Zinsvergleich zwischen Sparbuch und Tagesgeldkonto. Laut diesem Artikel verschenkt ein Sparbuch-inhaber über den Zeitraum von zehn Jahren mehr als 1000 € an Zinsen und Zinseszinzen für ein Vermögen von 10.000 € („Populäre und sichere Geldanlagen“).


Ich würde normalerweise denken, dass rationale Menschen alle Sparbücher schließen würden, weil sie mittlerweile keinen Sinn mehr machen. Vielleicht bleibt höchstens noch die Mietkautionen oder Ähnliches. Was denken Sie, wie viel Geld in Deutschland auf Sparkonten geparkt ist? Einstellige, zweistellige oder dreistellige Milliardenbeträge?

Kaum zu glauben, aber aktuell (September 2013) gibt es 115 Milliarden Euro auf Sparkonten („Festgeldkonten als sichere Anlage“). Es wundert mich tatsächlich, wer die Inhaber dieser Konten sind? Die Oma aus dem Supermarkt oder der junge Arbeitskollege von nebenan? Ich habe Freunde, die sogar eine Menge Geld auf dem Girokonto haben.

Es wird noch krasser, wenn man Sparbuch und Tagesgeldkonto mit Aktien vergleicht („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Der Sparbuch-Liebhaber mit seinen 10.000 € verschenkt in 10 Jahren eigentlich nicht nur 1000 €, sondern mehr als 7000 € (gerechnet mit einer konservativen Nettorendite von 6%). Die Angst vor Risiken („Risiko bei Geldanlagen“) macht viele Menschen in der Realität ärmer als vorher! Sparbücher und Tagesgeldkonten bringen mittlerweile eine negative reale Rendite („Lebensmittelpreise und Inflation in Deutschland“).

Meine Empfehlung für das Anlegen von Geld ist daher folgende:
  1. Tagesgeldkonto eröffnen („Tagesgeldkonto eröffnen“) 
  2. Jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag auf dieses Konto überweisen („Bezahle Dich selbst zuerst“) 
  3. Nutzen Sie das Tagesgeldkonto als Depot für Geld für Notfälle und als Zwischenstopp, bevor Sie Ihr Geld in renditebringende Geldanlagen investieren 
  4. Eröffnen Sie ein Depot, um Aktien und ETFs zu kaufen 
  5. Gestalten Sie sich ein diversifiziertes Portfolio („Lege nicht alle Eier in einen Korb“) 
  6. Legen Sie Ihr Geld regelmäßig in Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“) und Anleihen-ETFs an („Staatsanleihen aus Schwellenländern“)
Detaillerte Informationen über Geldanlagen und ETFs können Sie in anderen Artikel in diesem Blog „Der goldene Adler“ unter „Geld Anlegen“ lesen.

Sonntag, 11. August 2013

In europäische Aktien investieren, Value Stocks

“Price is what you pay; value is what you get.” – Ben Graham
In meinem Artikel “Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen“ habe ich als Beispiel die Verteilung eines Portfolios vorgestellt, in dem europäischen Aktien einen Anteil von 30% haben. Für den Anfang habe ich in dem Artikel „In europäische Aktien investieren - EUROSTOXX 50“ einen einfachen Weg geschildert, wie man in europäische Aktien investieren kann.

Es gibt Anleger, die nicht einen ETF kaufen wollen, der den gesamten Markt abbildet. Sie verfolgen oft eine bestimmte Anlagestrategie. Value Investing („Value Investing und Ihre Anlagestrategie“) ist eine dieser populären Anlagestrategien. In diesem Artikel möchte ich nun einige ETFs vorstellen, die ausschließlich „Value Aktien“ aus Europa im Fondsbestand haben.

Hier sind die passenden ETF’s, die den EURO STOXX 50 Index abbilden:
  • iShares EURO Total Market Value Large
  • ETFlab STOXX Europe Strong Value 20
  • db x-trackers MSCI Europe Value TRN Index UCITS ETF 1C EUR
  • UBS-ETF MSCI EMU Value A (EUR)

Wenn Sie die Positionen in diesen ETFs betrachten, werden Sie die folgende Gemeinsamkeiten sehen:
  • Die Aktien haben ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • Die Aktien haben ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis
  • Die Aktien sind meist aus dem Finanz- und Energiesektor.


Die Value-Aktien sind diejenigen, die aus irgendeinem Grund vom Markt „bestraft“ worden sind. Sie sind generell unpopulär und überverkauft, und deshalb günstiger als die restlichen Aktien. Die Finanzwerte in Europa sind zum Beispiel von der Eurokrise stark betroffen. Die Energiewerte haben ebenfalls durch die niedrigen Wachstumsraten und die Energiewende viel eingebüßt. Das heißt aber nicht, dass sie schlechte Aktien sind. Value Investors glauben, dass diese Aktien auf lange Sicht aufholen und den Markt schlagen werden. Diese Aktien sind tatsächlich meist solide Werte mit einer guten Dividendenhistorie. Es ist zu beachten, dass diese ETFs keine Wachstumsaktien im Bestand haben. Das nächste „Google“ oder „Apple“ werden Sie hier nicht finden.

Die jährlichen Kosten (TER) von diesen ETFs liegen bei 0,40%. Das ist mehr als bei den EUROSTOXX 50 ETFs, aber immer noch viel günstiger als bei Aktienfonds („Aktienfonds als Geldanlage“).


Wenn Sie den Preistrend von diesen ETFs betrachten, werden Sie meiner Meinung nach festellen, dass die ETFs noch günstig sind und Potenzial nach oben haben. 

iShares EURO STOXX Total Market Value Large (DE) – Quelle: ing-diba.de

In meinem Portfolio habe ich den ETF „iShares EURO STOXX Total Market Value Large (DE)“. Für die Anleger, die ihr Geld in europäische Aktien anlegen und eine „Value Investing“ Strategie verfolgen möchten, bieten diese ETFs eine gute Möglichkeit.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Value Investing und Ihre Anlagestrategie

"All intelligent investing is value investing -- acquiring more that you are paying for. You must value the business in order to value the stock." - Charlie Munger

Value Investing ist eine der Lieblingsanlagestrategien vieler Anleger auf der ganzen Welt. Diese Strategie ist besonders durch den Erfolg von Warren Buffett berühmt geworden. Warren Buffett, auch das „Orakel von Omaha“ genannt, ist der erfolgreichste Anleger der 20. Jahrhunderts und der viertreichste Mensch der Welt (Stand 2013).


Ich habe mich vor einem Jahr mit dem Thema „Value Investing“ sehr intensiv beschäftigt. Kurz zusammengefasst: Value Investing ist, langfristig in Aktien zu investieren, die sehr gute fundamentale Kennzahlen (Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buchwertverhältnis, Cashflow, usw) haben und „unterbewertet“ sind. Es ist wie „Schnäppchenjagd“ bei Aktien. Es gibt strenge Kriterien dafür, ob eine Aktie ein „Kauf“ ist oder nicht. Ich würde jedem Anleger, der sich für Value Investing und Aktienanalyse interessiert, das Buch „Intelligent Investieren“ von Benjamin Graham empfehlen.


Es gibt viele Kleinanleger, dis sich „Value Investors“ nennen und selber ein Aktienportfolio mit ausgesuchten Aktien gestalten. Das ist eine sehr spannende Aufgabe, die ich auch selber einige Zeit lang praktiziert habe. Die Hauptaufgaben sind folgende: Die fundamentalen Kennzahlen der Aktien analysieren, Jahresend- und Quartalsberichte lesen und die geheimen Botschaften herausfiltern, Sektoren analysieren und Aktien miteinander vergleichen usw. Es ist eine analytische Herausforderung und die Befriedigung ist enorm, wenn die ausgewählte Aktie den Markt schlägt und eine hohe Rendite bringt.

Ich sehe aber einen Nachteil: Die obengenannten Aufgaben nehmen verdammt viel Zeit in Anspruch. Ein normaler Arbeitnehmer hat kaum die Zeit, diese Aufgaben vernünftig und mit Qualität durchzuführen. Bei der Aktienauswahl darf der Anleger keinen Fehler machen, weil mit Value Investing nur in ein paar Aktien investiert werden („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Damit ist das Risiko relativ hoch.

Die Freizeit, die man zur Verfügung hat (abends und an Wochenenden), mit ausführlichen Aktienanalysen zu verbringen, ist meiner Meinung nach ein schlechter Weg für ein ausgeglichenes Leben. Das Leben besteht durchaus nicht nur aus Arbeit und Geld. Eine Balance zwischen Arbeit, Familie, Freunden, Unterhaltung, Sport, Spaß und Ausruhen istd für das Glück eines Menschens extrem wichtig. Wenn man „Value Investing“ halbherzig macht, sollte man das lieber ganz lassen. Die guten „Value Aktien“ sind selten zu finden und es braucht tatsächlich viel Zeit und Mühe.

Also, wie kann ein durchschnittlicher Anleger in „Value Aktien“ investieren?

Es gibt Aktienfonds, die diese Aufgabe für Sie übernehmen. Die Fondsmanager suchen diese Aktien für Sie aus und kaufen diejenigen, die vom Manager als unterbewertet empfunden werden. Meiner Meinung nach ist der Erfolg dieser Fondsmanager fraglich („Aktienfonds als Geldanlage“). Die zusätzlichen Kosten reduzieren Ihre Rendite und verlangsamen Ihren Vermögensaufbau („Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“).

Glücklicherweise können Sie eine günstigere Alternative finden. Es gibt einige ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“), die auf „Value Stocks“ fokussiert sind. Oft gemischt mit einem regionalen Fokus („Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen“), ermöglichen diese ETFs den Erwerb von „Value Stocks“ in Ihrem Portfolio.

In den nächsten Artikeln, in denen ich ETFs für Regionen vorstellen möchte, werde ich auch die ETF’s als Option darstellen, die „Value Investing“ als Anlagestrategie nutzen.

Montag, 3. Juni 2013

In europäische Aktien investieren, EURO STOXX 50

"The Chinese use two brush strokes to write the word 'crisis.' One brush stroke stands for danger; the other for opportunity. In a crisis, be aware of the danger - but recognize the opportunity." - John F. Kennedy

In meinem Artikel „Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen“ habe ich den Anlegern vorgeschlagen, dass sie ihr Portfolio auf verschiedene Regionen verteilen sollen. In einem vereinfachten Musterportfolio ist eine balancierte Verteilung wie folgt:
  • 30% Aktien aus den USA
  • 30% Aktien aus Europa
  • 30% Aktien aus Schwellenländern
  • 10% Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland
In diesem Artikel möchte ich mich auf die europäischen Aktien konzentrieren. Erstens möchte ich nochmal betonen, dass ich den unerfahrenen und passiven Anlegern vom Erwerb einzelner Aktien abrate („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Stattdessen bevorzuge ich den Kauf von ETF’s, die meiner Meinung nach für langfristige Anleger das beste Rendite-Risiko-Verhältnis bieten („Aktien-ETFs als Geldanlage“).

Was ist denn nun der beste Weg, mit ETF’s in europäische Aktien zu investieren? Welche ETF’s sind im Börsenhandel erhältlich? Welche ETF’s haben die niedrigsten Kosten? Die einfachste Lösung ist es, einen ETF zu finden, der den EURO STOXX 50 Index abbildet.


Dieser Index besteht aus den Aktein von 50 Unternehmen aus der Eurozone, die eine große Marktkapitalisierung haben. 13 davon sind deutsche Firmen, z.B. BASF, Siemens, Bayer, Volkswagen, usw. Die anderen Firmen stammen hauptsächlich aus Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden.

Hier sind die passenden ETF’s, die den EURO STOXX 50 Index abbilden:
  • Amundi ETF EURO STOXX 50
  • ComStage ETF EURO STOXX 50
  • db x-trackers EURO STOXX 50 UCITS ETF
  • EasyETF Euro Stoxx 50
  • iShares EURO STOXX 50
  • Lyxor ETF EURO STOXX 50
  • UBS-ETF EURO STOXX 50

Diese ETF’s unterscheiden sich bei den Fondspositionen kaum. Die Kosten (TER) liegen zwischen 0,00% und 0,25%, was ich sehr kostengünstig finde. Wenn Sie einen von diesen ETF’s kaufen möchten, würde ich Ihnen definitiv empfehlen, dass Sie auf der Webseite der Fondsanbieter den Verkaufsprospekt lesen. Sie müssen verstehen, worum es bei der Geldanlage geht, bevor Sie Ihr Geld dort anlegen. Zusätzlich können Sie bei www.morningstar.de einen Report für die oben gelisteten ETF’s lesen. Meistens gibt es eine Analyse für diese Produkte. Mit einer Anmeldung haben Sie Zugriff auf eine Analyse und können ein Musterportfolio erstellen. Ich finde es sehr hilfreich.

Ich denke, dieser ETF ist ein guter Start für Anleger, die in europäische Aktien investieren wollen. Einige Leute werden sicherlich denken: EURO STOXX 50 Index enthält viele Firmen aus Ländern wie Spanien und Italien. Die sind doch in der Krise. Warum sollte ich diese Aktien kaufen?

Ich sehe es eher als Chance („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Ich denke, dass europäische Aktien historisch gesehen günstig sind. Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) liegt bei 12,1 (Stand Ende Mai 2013). Auf der Onvista-Seite können Sie sich eine Liste der Aktien im EURO STOXX 50 Index und deren KGV’s anschauen.

Die europäischen Staaten sind wegen ihrer hohen Verschuldung in der Krise. Die meisten Firmen, die global wirtschaften, sind eigentlich in einer besseren Lage. Sie machen Gewinn und zahlen weiterhin Dividenden. Außerdem bin ich der Meinung, dass die Eurokrise mittelfristig enden wird. Es ist nicht die erste Wirtschaftskrise in der Geschichte und es wird nicht die letzte sein. Das Aufholen der Börsen und hohe Renditen sind kurz vor dem Ende der Krise zu erwarten.

Quelle: onvista.de

Wie Sie in diesem Chart sehen, hat der EURO STOXX 50 Index noch viel Luft nach oben. Es ist wichtig zu beachten, dass Euro Stoxx 50 ein Kursindex ist. Das heißt, die Dividenden werden ausbezahlt und nicht reinvestiert. Der DAX Index ist im Gegensatz dazu ein Performanceindex. Deshalb müssen Sie aufpassen, wenn Sie die Charts miteinander vergleichen.

In meinem eigenen Aktienportfolio habe ich bereits iShares EURO STOXX 50 (WKN: 593395). Ich würde anderen Anlegern empfehlen, sich schlau über diese ETFs zu machen, wenn sie in europäischen Aktien investieren wollen. Natürlich müssen Sie vorher entscheiden, ob Sie ein langfristiger Anleger sind („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“) und ob Sie verstanden haben, wie Ihr Wunsch-ETF funktioniert („finanzielle Bildung“).

Ich den nächsten Artikeln werde ich einige alternative ETFs vorstellen.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen

“Research shows that a stock portfolio with investments around the world is likely to yield, in the long run, higher return at a lower level of volatility than a simple, diversified, single nation portfolio. This is what we have always done, as the results of the Templeton Growth Fund, Ltd. have shown.” – John Templeton 

Diversifikation Ihres Aktienportfolios ist eine entscheidende Handlung, um langfristig hohe Renditen zu erzielen. Sie müssen diverse Aktien aus verschiedenen Regionen und Sektoren besitzen („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Welcher ist der optimale Weg, das Portfolio so zu gestalten, damit Sie mehrere Regionen und Sektoren in Ihrem Aktienportfolio abdecken können?

Auf der Welt gibt es zahlreiche Börsen. Fast in jeder Volkswirtschaft gibt es mindestens eine Börse, in der die Anleger investieren können. Die wichtigsten Börsen, die eine sehr große Marktkapitalisierung haben, bilden jedoch die große Mehrheit der Weltwirtschaft ab. Diese Börsen werden in geographischen Regionen gebündelt und meistens unter dem Namen der Regions zusammengefasst.

Für meine Anlagestrategie verteile ich mein Portfolio auf drei Regionen aus entwickelten Ländern: USA, Europa und Japan/Pazifik.

Dazu gibt es die Börsen, die über Jahre stark wachsen und immer wichtiger werden. Diese Börsen werden unter dem Begriff „Emerging Markets“ gebündelt. Diese Börsen haben geographisch nicht viel miteinander zu tun, haben aber gemeinsam, dass sie von Schwellenländern sind, deren Wirtschaft jeweils stärker wächst als die der entwickelten Länder.

Für eine bessere Vorstellung können Sie bei Wikipedia eine Liste der Wertpapierbörsen und der Top 20 Börsen mit der besten Marktkapitalisierung abrufen (http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_stock_exchanges).

Die Börsen in dieser Liste werden in den nächsten zehn Jahren eine ganz unterschiedliche Performance haben. Einige werden vielleicht über 200% Rendite bringen. Ein großer Teil wird zwischen 50% und 150%, einige zwischen 0%-50%, einige sogar eine negative Rendite haben. Es ist unmöglich zu prophezeien, welche Börse die beste Rendite bringen wird. Es wäre ein Zufall, den Bestperformer kontinuierlich auswählen zu können („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Wenn jemand Ihnen dies verspricht, glauben Sie ihm nicht. Er ist ein Lügner und Betrüger („Aktienfonds als Geldanlage“).


Diversifikation nach Regionen erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Bestperformer zu erwischen. Aktienkurse generell haben seit langer Zeit einen Trend nach oben („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Die Unternehmen machen Gewinn, erhöhen ihren Umsatz und geben Dividenden an die Aktionäre ab. Aktienkurse sind aber volatil, weil sie von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Mit dem Besitz diverser Aktien aus verschiedenen Regionen werden die Gesamtvolatilität und das Risiko Ihres Portfolios reduziert. Das läuft auf ein gesundes Portfoliowachstum hinaus.

Wenn Sie in Ihrem Portfolio nur Aktien aus einer bestimmten Region oder einem bestimmten Land besitzen (z.B. nur aus Europa oder Deutschland), ist die Performance Ihres Portfolios abhängig von der Performance dieser Wirtschaftsregion. Politische Faktoren, geringes Wirtschaftswachstum oder regionale Krisen können diese Performance stark beeinflussen. Meiner Meinung nach ist es dann kein gesundes Portfolio und es gefährdet die Rendite (hohes Risiko).

Wie Sie Ihr Geld am besten zwischen Regionen diversifizieren können, ist ein sehr umstrittenes Thema. Jeder Experte hat eine andere Meinung. Es ist Ihre Verantwortung, sich ein paar Gedanken darüber zu machen und Ihr Portfolio zu gestalten.

Die folgende Verteilung ist ganz simpel und kann als Beispiel dienen, wie Sie Ihr Portfolio zwischen verschiedenen Regionen verteilen können.
  • 30% Aktien aus den USA 
  • 30% Aktien aus Europa 
  • 30% Aktien aus Schwellenländern 
  • 10% Aktien aus Japan/Pazifik
Im nächsten Artikel werde ich die verschiedenen Regionen näher beleuchten und die passenden ETFs für diese Regionen vorstellen.