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Dienstag, 30. Juni 2015

Wie funktioniert die Wirtschaftmaschine?

„Our greatest power is that we know that we don’t know and we are open to being wrong and learning.” – Ray Dalio
Für jeden Privatanleger ist es sehr wichtig zu verstehen, wie die Finanzmärkte und Finanzinstrumente funktionieren. Ansonsten ist das Geldanlegen wie ein blinder Impulskauf - ohne zu wissen, was man bekommt und ob es sich überhaupt lohnt Geld auszugeben. Das fehlende Finanzwissen ist einer der Gründe, warum die deutschen Sparer kaum Rendite auf ihr Geld bekommen. Sie vermeiden es zu Recht, ihr Geld in Aktien oder Aktienfonds zu investieren, weil sie von diesen Finanzinstrumenten nicht viel verstehen („Wie funktioniert ein Unternehmen?“). In meinem Blog versuche ich durch meine Erfahrungen und mein Wissen zur finanziellen Bildung der deutschsprachigen Anleger beizutragen.  


Was ich auch für sehr wichtig halte, ist, dass man von der Wirtschaft etwas versteht. In den Zeitungen und Zeitschriften lese ich oft viel Quatsch über die Wirtschaft. Viele veröffentlichte Artikel sind eher politischer Natur als wissenschaftlicher. Die Medien in Deutschland sind meiner Meinung nach sehr links. Unternehmer, Firmen, Industrie, Banken, Reiche und Anleger sind Sündenböcke dafür, dass auf dieser Welt Armut und Ungleichheit herrschen. Es ist schwierig für die Menschen, wertvolle Informationen zu finden, mit denen sie ihr finanzielles Wissen erhöhen können.

Wie die Wirtschaft funktioniert, wird in den Schulen nicht richtig gelehrt. Man muss nicht unbedingt BWL studieren, damit man verstehen kann, warum Verbraucherpreise steigen oder was passiert, wenn die EZB die Zinsen erhöht. Anstatt zu verstehen, warum die Mieten in den Großstädten steigen, versucht man, die Mietpreise zu bremsen. Auf lange Sicht ein nutzloser Versuch.

Ich denke, dass jeder Bürger die Verantwortung selbst übernehmen und sich selbst das fehlende Wissen über Wirtschaft und Finanzmärkte aneignen sollte. Zum Glück hat jeder ein Gerät bei der Hand, mit dem er auf eine große Menge von Informationen aus der ganzen Welt zugreifen kann („Mindestlohn und Verantwortung für das Leben selber übernehmen“).

Was oft nicht verstanden wird, ist der Konjunkturzyklus und warum wirtschaftliche Kreisläufe enstehen.

Ich habe ein sehr nützliches Video entdeckt, das ich mit meinen Lesern teilen möchte. Ray Dalio ist ein US-amerikanischer Unternehmer und der Gründer von Bridgewater Associates, dem größten Hedgefonds-Unternehmen der Welt. 2014 war laut Forbes an Stelle 69  der reichsten Menschen der Welt. In seinem Video versucht er ziemlich verständlich die wirtschaftlichen Grundlagen zu erklären. „Wie die Wirtschaftmaschine funktioniert“ ist ein 30-minütiges-Video, dass ich jedem Normalbürger empfehle. Die Animation ist auch in Deutsch zu hören.


Montag, 9. Februar 2015

Warum fällt der Ölpreis?

“Oil creates the illusion of a completely changed life, life without work, life for free. Oil is a resource that anaesthetizes thought, blurs vision, corrupts.” ― Ryszard Kapuściński

Jeder Autofahrer hat es sicherlich bemerkt, dass Tanken in den letzten Monaten viel günstiger geworden ist. Aktuell liegt der Benzinpreis (Super) bei circa 1,35/l. Ich kann mich gut erinnern, dass ich vor zwei Jahren 1,65 € für einen Liter Benzin bezahlt habe. Damals hatte ich mich beschwert und angefangen mit der Bahn zur Arbeit zu fahren („Analysieren Sie Ihre Ausgaben“).


Der Grund für das günstigere Benzin ist der fallende Ölpreis. Der Brent-Öl-Preis schwankte von 2011 bis 2013 zwischen 100 und 120 $. Seit Mitte 2014 ist ein starker Abstieg von 100 $ bis zur 50-Dollar-Marke zu beobachten. 50% weniger innerhalb von sechs Monaten!

Keiner hatte es vorhergesehen. Das war sehr überraschend für viele Ökonomen und Anleger.


Der Ölpreis beeinflusst vieles in der Wirtschaft. Die Auswirkungen eines niedrigen Ölpreises bringen viele Gelegenheiten für Anleger mit sich ("Gelegenheiten Geld zu schaffen"). Wie bei jedem wirtschaftlichen Ereignis wird es in diesem Fall auch Gewinner und Verlierer geben: Volkswirtschaften, Firmen, Aktienmärkte und natürlich Anleger.

Ich möchte ersteinmal verstehen, warum der Ölpreis gefallen ist. Danach möchte ich mir Gedanken darüber machen, wer die Verlierer und Gewinner des niedrigen Ölpreises sein können. Es gibt sicherlich genügend Studien darüber, die man im Internet nachlesen kann. Mit den entsprechenden Informationen kann ich dann entscheiden, ob ich meine langfristige Anlagestrategie ändern bzw. anpassen muss („Portfolio-Aktionsplanfür 2015“).

Warum fällt der Ölpreis plötzlich?


Viele wissen, dass die Produktion von Schieferöl in den USA in den letzten Jahren ziemlich gewachsen ist. Wobei Fracking in Deutschland noch in der Debatte steht, investieren amerikanische Firmen in den USA weiterhin in Schieferölproduktion und neue Technologien. Wie es aussieht, werden die USA demnächst wieder der größte Ölhersteller der Welt.


Das heißt, dass wir ein wachsendes Ölangebot auf dem Markt haben. Normalerweise haben die OPEC-Länder das Gesamtangebot immer angepasst und leicht knapp gehalten, weil sie von einem hohen Ölpreis profitieren. Die Produktion von Schieferöl wächst seit 2012. Dieses Wachstum wurde durch die zurückgehenden Ölproduktionen im Iran und in Libyen ausgeglichen. 2014 war dies aber anders. Während die Produktion in den USA weiter gewachsen ist, haben auch die OPEC-Länder die Produktion erhöht. Daraus hat sich ein Überangebot ergeben.

Ein anderer Faktor ist das schwache Wirtschaftswachstum in Europa und den Schwellenländern. Die Nachfrage nach Öl ist nicht genauso schnell gewachsen wie das Ölangebot auf dem Markt. Effizientere Motoren für Autos, besonders in den USA, haben diesen Faktor weiter unterstützt.
Öl wird auf der Weltmarkt in Dollar gehandelt. Der starke Dollar im Vergleich zu anderen Währungen hat die Situation für den Ölpreis verschlechtert.

Dazu gibt es ein paar Verschwörungstheorien. Eine davon ist, dass die USA und ihre Allierten in den Golfstaaten Russland und Putin bestrafen möchten. Die Politik Russlands in der Ukraine und in Syrien hat den USA und Saudi-Arabien sicherlich nicht gut gefallen. Eine andere Theorie ist, dass die OPEC-Länder den Ölpreis niedrig halten möchten, damit das Schieferölgeschäft nicht mehr profitabel ist. Unter 70-80 $ lohnt sich die Schieferölförderung in vielen Ölfeldern nicht mehr. Die Saudis können einen niedrigen Ölpreis verkraften. Die Schieferöl-Unternehmen aber, die für das Geschäft Kredite aufgenommen haben, haben mit niedrigen Preisen eventuell Schwierigkeiten.

Eigentlich erklären Angebot und Nachfrage alleine nicht, weshalb der Preis plötzlich um 50% gefallen ist. Dabei spielen sicherlich auch Spekulatoren eine Rolle, die den Preis noch weiter runter treiben, als er eigentlich sein sollte.

All diese Gründe resultieren in dem heute günstigsten Ölpreis seit 2009. Ich sehe die Sitaution persönlich ziemlich positiv für die Weltwirtschaft. Die Ölproduktion ist eigentlich fast ein Monopol. Die OPEC-Länder sitzen auf 81% der Ölreserven und 45% der Ölproduktion der Welt. Sie haben in den letzten Jahrzehnten quasi bestimmt, wie hoch der Ölpreis sein soll. Billionen wurden von den Industrieländern, die keine Ölreserven haben, an die OPEC-Länder gezahlt. Der Ölpreis hat Einfluss auf das Leben von jedem Mensch auf der Welt. Die Produktionskosten von vielen Lebensmitteln, Transportkosten, Heizkosten, Herstellungskosten von vielen Waren korrelieren direkt mit dem Ölpreis.

Besonders die armen Menschen in den Schwellenländern und in Afrika leiden unter dem hohen Ölpreis. Das Essen wird teurer und die Lebensstandards sinken. Das Geld, das viele OPEC-Länder am Öl verdienen, wird leider nicht immer für Verbesserung der Lebensstandards der Bürger in diesen Ländern eingesetzt. Viele Diktaturen werden dadurch stärker. Während eine kleine Anzahl von Menschen ein Superluxusleben führen, haben viele Menschen ein Leben in Armut und Schwierigkeiten.

Dank der Technologie ist die Welt bald nicht mehr abhängig von Öl aus den OPEC-Länder. Die Schieferöltechnologie wird immer besser. Neue und günstigere Fördermethoden werden das Ölangebot weiterhin erhöhen. Effizientere Autos, energiesparende Heizungen, alternative Energiequellen wie Sonne, Wind, Biogas und Atomkraft werden helfen, dass die Ölnachfrage nicht so schnell steigen wird wie das Angebot.

Endlich sehen wir die Macht der freien Wirtschaft und des freien Wettbewerbs. Billige Energie hat dem Wachstum des Wohls der Menschheit in der Geschichte immens geholfen.

Wie kann man nun als Anleger von billigem Ölpreis profitieren? Einige Optionen sind folgende:
  • Investieren in Öl (mit der Annahme, dass der Ölpreis in der Zukunft weiter steigen wird)
  • Investieren gegen die Länder, die unter dem niedrigem Ölpreis leiden (mit Hebelprodukten)
  • Investieren gegen die Ölkonzerne (mit Hebelprodukten)
  • Investieren in Firmen, die von billigem Öl profitieren
  • Investieren in Länder, die von billigem Öl profitieren

In meinem nächsten Artikel werde ich die Optionen analysieren und schauen, ob ich meine Anlagestrategie für 2015 dementsprechend anpassen muss.

Montag, 25. August 2014

Was ist Dividendenrendite?

“A stock dividend is something tangible — it’s not an earnings projection; it’s something solid, in hand. A stock dividend is a true return on the investment. Everything else is hope and speculation.” –Richard Russell

In meinem letzten Artikel “Dividenden für langfristigen Vermögensaufbau” habe ich geschrieben, dass  Dividenden im letzten Jahrhundert 47% der Aktienrendite ausgemacht haben. Langfristig gesehen machen Dividenden fast die Hälfte Ihrer Gesamtrendite aus. Das ist eine sehr wichtige Tatsache, die jeder Anleger im Kopf behalten sollte. Selbst wenn die Aktienkurse hoch und runter gehen, bekommen Sie weiterhin Dividenden.

Die Rendite durch die Ausschüttungen nennt man Dividendenrendite. Diese Kennziffer ist also das Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum aktuellen Kurswert einer Aktie. Für den Anleger ist es natürlich das Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum Kaufwert einer Aktie.

Wie ich in mehreren Aktikeln in diesem Blog geschrieben habe, bin ich ein langfristiger Anleger und empfehle meinen Lesern diese Strategie. Mein Portfolio besteht zu einem Großteil aus Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“), die ich mindestens noch 10 Jahre behalten werde. Damit wird das Risiko minimiert, dass die schwankenden Aktienkurse meine Rendite negativ beeinflussen („Risiko bei Geldanlagen“).

Diese langfristige Strategie hat folgenden Vorteil: Die Unternehmen machen Gewinn und schütten einen Teil dieses Gewinns an die Aktionäre als Dividende aus („Wie funktioniert ein Unternehmen?“). In einer kapitalistischen Welt versuchen die Unternehmen, Ihre Gewinne ständig zu erhöhen. Das reflektiert sich in den ausgeschütteten Dividenden. Hier finden Sie eine Liste der Unternehmen, die ihre Dividende seit mindestens 25 Jahren jedes Jahr erhöht haben. Unternehmen wie Coca-Cola, Procter & Gamble, Colgate-Palmolive und 3M erhöhen sogar seit mehr als 50 Jahren Ihre Dividende jährlich.

Wenn Sie in diese Unternehmen langfristig investieren, erhöht sich Ihre persönliche Dividendenrendite jedes Jahr! 

Ein sehr gutes Beispiel hierzu ist Coca-Cola. Wenn Sie oder Ihre Eltern Anfang der 90er Jahre 10.000 USD in Coca-Cola-Aktien investiert hätten, hätten Sie heute 2071 Aktien von Coca-Cola. Coca-Cola hat im Jahr 2014 1,12 USD an Dividenden pro Aktie ausgeschüttet. Das ergibt eine Dividendenrendite von 2,71%. Wie viel Dividenden würden Sie folglich für Ihre 2071 Aktien dieses Unternehmens bekommen? Für 2014 circa 2.320 USD! Bitte erinnern Sie sich, dass die Dividendenrendite für den Anleger das Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum Kaufwert einer Aktie ist. Hiermit bringt Ihr 10.000 USD-Investment in Coca-Cola Ihnen eine persönliche Dividendenrendite von 23,2%! Nicht zu vergessen, dass Ihre Aktien auch noch heute 85.160 USD wert sind. (Kurswert 24.08.2014 - 41,12 USD). 

Coca-Cola ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen. Es mag sein, dass es rein Zufall wäre, 10.000 USD in diese Aktie zu investieren. Für die Skeptiker unter Ihnen möchte ich den Dividendenwachstum des S&P 500-Index seit 1871 abbilden.

Quelle: Eigener Chart. Zahlen aus http://www.multpl.com/s-p-500-dividend/table
Hier sehen Sie noch dazu die Dividendenwachstumsrate des S&P 500-Index seit 1990. Wir sehen einen durschnittlichen Wachstum von 5,50% mit einem Maximalwert von 18,25% für 2012 und einem Minimumwert von -21,07% für 2009 (Wirtschaftskrise).

Kurz zusammengefasst sind die Ausschüttungen von Unternehmen an die Aktionäre in Form von  Dividenden und das stetige Wachstum dieser Dividendenrendite die Hauptgründe, warum ich Aktien für die beste Geldanlage für langfristige Anleger halte.

Montag, 4. August 2014

Dividenden für langfristigen Vermögensaufbau

“Do you know the only thing that gives me pleasure? It's to see my dividends coming in.” - John D. Rockefeller

Dividenden sind einer der zwei Hauptgründe, warum Aktien dem Anleger langfristig eine hohe Rendite bringen. Eine Studie von John Bogle zeigt, dass amerikanische Aktien zwischen 1900 und 2011 jährlich 9,5% Rendite gebracht haben. 4,5% davon waren Dividenden und 5% Kursanstiege. Das heißt, Dividenden haben im letzten Jahrhundert 47% der Aktienrendite ausgemacht. Was sind denn eigentlich Dividenden? Eine sehr schöne Definition aus hanisauland.de lautet wie folgt: 

„Wer eine oder viele Aktien eines Unternehmens besitzt, hat das Recht, am Gewinn des Unternehmens beteiligt zu werden. Diesen Gewinn, der an die Aktionäre verteilt wird, nennt man "Dividende". Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und heißt genau übersetzt "das zu Verteilende". Wie hoch die Dividende ist, wird von den Aktionären und der Leitung eines Unternehmens festgelegt. Dieser Gewinn kann in Geld ausbezahlt werden. Es ist auch möglich, dass die Aktionäre kostenlos weitere Aktien erhalten. Wenn ein Unternehmen (eine Aktiengesellschaft) keinen Gewinn gemacht hat, gibt es auch keine Dividende.“

Dividenden sind passives Einkommen („Wie erreiche ich finanzielle Freiheit“) und eine der Hauptmöglichkeiten, Einkommen zu erzielen, wenn man finanzielle Freiheit erreicht hat und kein aktives Einkommen (Gehalt) mehr hat. Theoretisch kann man nur von den Dividendeneinnahmen leben, wenn man genug Aktien hat. Die Familie Quandt besitzt 46,7% der BMW-Aktien und hat 2014 dementsprechend 797 Millionen € an Dividenden erhalten (46,7% von 1.707 Mio. €  Ausschüttungssumme).

Die Dividendenrendite ist das Verhältnis der vom Unternehmen ausgeschütteten Dividende zum aktuellen Kurswert einer Aktie. Zum Beispiel: Der aktuelle Kurs der BMW-Aktie beträgt heute 87,50 € (Stand Anfang August 2014), die Dividende 2,60 € pro Aktie, die Dividendenrendite beträgt circa 2,97%. Ein Aktionär hat 100 Aktien zu einem Kurs von 70 €  für 7000 € erworben. Für ihn ergibt sich im Jahr 2014 eine Dividendenauszahlung von 260 € und eine persönliche Dividendenrendite von 3,7 %. Seine Aktien haben noch einen Wert von 8750 €.

Die Aktien der 30 DAX-Unternehmen haben eine Dividendenrendite zwischen 0% (ThyssenKrupp AG) und 4,36% (Muenchener Rueck AG). Eine Strategie vieler Anleger ist es, ein Portfolio von einzelnen Aktien aufzubauen, die eine hohe Dividendenrendite haben. Diese Anleger jagen weltweit Aktien, die kontinuierlich Dividenden ausschütten und diese jedes Jahr erhöhen. Die Firma Procter & Gamble zum Beispiel zahlt seit 122 Jahren Dividenden und erhöht diese kontinuierlich seit 56 Jahren. Heute (Anfang August 2014) hat die Aktie der Firma eine Dividendenrendite von 3,13%.

Einige Partnerblogs von mir wie Finanzielle Freiheit mit Dividenden verfolgen diese Strategie. Ich finde es eigentlich nicht schlecht, besonders in Deutschland, überhaupt in Aktien zu investieren. In einer risikoscheuen Gesellschaft, in der  nur 13,7% Aktien, Aktienfonds oder ETFs besitzen, ist Aktienbesitz an sich ein mutiger Akt. Ich muss aber sagen, dass ich persönlich kein Freund vom Besitz einzelner Aktien bin. Meine Begründung für diese Einstellung können Sie in meinem Artikel „Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“ finden. Ich bevorzuge eher die Strategie des Investments in ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“). Diversifikation ist extrem wichtig für mich, wenn ich das Risiko von einzelnen Aktien vermeiden möchte.

In meinem nächsten Artikel werde ich darüber schreiben, wie man in ETFs investieren und Dividendeneinnahmen bekommen kann und welche ETFs dafür in Deutschland zur Verfügung stehen.

Montag, 28. Juli 2014

Wirtschaftswachstum, Technologie und Aktien

“In its broadest ecological context, economic development is the development of more intensive ways of exploiting the natural environment.” – Richard Wilkinson

Ein Grund, warum wir von Aktien eine hohe Rendite erwarten können, ist Risiko. Eine allgemeine Regel bei Geldanlagen lautet: Hohes Risiko bringt hohe Rendite. Das Risiko kommt durch die schwankenden Aktienkurse, die es bei sicheren Geldanlagen wie Tagesgeldkonten oder Staatsanleihen nicht gibt („Staatsanleihen als sichere Geldanlage“). Die Anleger erwarten eine Art Risikoprämie, nämlich eine höhere Rendite, wenn sie ihr Geld in Aktien anstatt in sichere Geldanlagen anlegen. Die historischen Zahlen zeigen, dass diese Risikobereitschaft sich langfristig lohnt („Historische Performance von DAX und Dow Jones“).

Es gibt einen fundementalen Grund für den langfristigen Erfolg der Aktien. Aktienbesitz ist gleichzusetzen mit Teilbesitz an einem Unternehmens („Wie kann ich ein Unternehmen besitzen?“). In einem Unternehmen wird Geld erwirtschaftet. Aus dem bestehenden Geld wird noch mehr Geld gemacht. Technologische Entwicklungen, Produktivitätserhöhungen und Wirtschaftswachstum erlauben es Unternehmen, diesen Gelderschaffungsprozess zu beschleunigen. Andere Geldanlagen wie Zinspapiere und Immobilien haben diesen Vorteil nicht. 

Wir leben in einer sehr günstigen Zeit  und an einem sehr günstigem Ort der menschlichen Weltschichte. Seit der industriellen Revolution gibt es ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum. Nach dem zweiten Weltkrieg ist die Wachstumsrate noch mal angestiegen.

Weltwirtschaftswachstum seit der industriellen Revolution
Dasselbe gilt für die technologische Entwicklungen. Die Anzahl der Patente steigt seit 1790 stetig.

Anzahl der Patente

Ein großer Treiber und Gewinnmacher des Wirtschaftswachstums und der technologischen Entwicklung sind die Unternehmen. Die Unternehmen können so ihren Umsatz und ihre Produktivität erhöhen. Das hat höheren Gewinn und höhere Rendite zur Folge („Wie funktioniert ein Unternehmen“). Die Aktionäre können von dieser Situation profitieren.

Die gute Nachricht ist, dass das Wirtschaftswachstum und die technologische Entwicklung nicht zu stoppen zu sein scheinen. Sie können sich in einem Bericht von HSBC die Prognose zum Wirtschaftswaschstum bis 2050 ansehen.

Es kann sein, dass die Aktienkurse schwanken und dadurch besteht ein kurzfristiges Verlustrisiko bei Aktienanlagen. Das Wirtschaftswachstum wird sich aber früher oder später in den Aktienkursen und Aktienrenditen reflektieren.

Was treibt die Rendite bei Aktien? Es gibt zwei Hauptgründe, warum Aktien dem Anleger Rendite bringen:
  • Dividenden
  • Kursanstiege

Die beiden Konzepte werde ich in den nächsten Artikeln im Detail analysieren.

Montag, 24. Februar 2014

Wie kann ich ein Unternehmen besitzen?

I think you have to learn that there's a company behind every stock, and that there's only one real reason why stocks go up. Companies go from doing poorly to doing well or small companies grow to large companies. - Peter Lynch

In meinem letzten Artikel “Wie funktioniert ein Unternehmen” habe ich erklärt, warum Unternehmen existieren und was sie tun, um Gewinne zu erzielen. Was hat das mit Ihrem Geld und Ihren Ersparnissen zu tun? Was hat man als einzelne Person davon, dass irgendwelche Firmen Gewinne erzielen und Ihre Gewinne kontinuierlich erhöhen? Die Antwort ist, dass man sich als einzelne Person an diesen Unternehmen als Aktionär beteiligen und von dem Erfolg der Unternehmen profitieren kann.

Eine Firma, die kontinuierlich einen guten Gewinn macht, ist wie eine Gelddruckmaschine, die immer schnell läuft. Wenn Sie eine Wohnung besitzen und diese Wohnung vermietet haben, macht Ihre Immobilie Geld für Sie („Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen?“). Die Miete, die Sie bekommen, ist passives Einkommen („Wieerreiche ich finanzielle Freiheit?“). Wenn Sie Geld in einem Festgeldkonto („Festgeldkonten als sichere Geldanlage“) oder Anleihen („Staatsanleihen als sichere Geldanlage“) angelegt haben, zahlt die Bank oder der Anleihenermittler Ihnen Zinsen als Miete für Ihr Geld („Wie funktionieren Anleihen?“). Das ist auch passives Einkommen.

Aktionäre - Courtyard of the Amsterdam Stock Exchange by Emanuel de Witte

Wenn Sie Inhaber einer Firma sind, macht Ihre Firma Geld für Sie. Das ist auch passives Einkommen. Ein Unterschied ist, dass die Firmen nicht alle Gewinne direkt an die Inhaber verteilen. Ein Teil der Gewinne wird als Dividenden ausgeschüttet („finanzielle Freiheit-Beispiele“). Der Rest wird in der Firma behalten. Dieses Geld erhöht den Buchwert des Unternehmens. Und es wird benutzt, um künftig noch mehr Gewinne zu erzielen, wie eine Gelddruckmaschine, deren Geschwindigkeit stetig steigt. Das ist einer der Gründe, warum Reiche immer reicher werden.

Vielleicht denken Sie gerade: ich möchte auch eine Firmen besitzen, aber ich habe weder Eltern, die schon eine Firma besitzen, noch genug Geld, um eine Firma zu kaufen oder gründen. Die gute Nachricht ist: Unser Wirtschaftssystem ermöglicht Ihnen, über die Börse Firmenanteile zu besitzen. Sie müssen nicht das Kind von Ferdinand Porsche sein, um Anteile von Porsche zu erwerben. Sie können die Anteile über die Frankfurter Börse in bezahlbaren Mengen kaufen. Diese Einheiten nennt man Aktien.

In meinem nächsten Artikel geht es darum, was eine Aktie ist und wie Sie passives Einkommen durch Aktienbesitz schaffen können.

Montag, 17. Februar 2014

Wie funktioniert ein Unternehmen?

“Some people regard private enterprise as a predatory tiger to be shot. Others look on it as a cow they can milk. Not enough people see it as a healthy horse, pulling a sturdy wagon.” -Winston Churchill

Die Aktienkurse fallen und steigen. Die langfristige Richtung der Aktienkurse ist aus einer historischen Sicht allerdings stets positiv gewesen ("Historische Performance von DAX und Dow Jones"). Die Hauptgründe für den Kursanstieg sind die Gewinne der Unternehmen und das Wirtschaftswachstum.

Der Existenzgrund jedes Unternehmens ist “Gewinnerzielung”. Vom Kiosk-Besitzer bis zum weltweiten Smartphone-Hersteller - alle Unternehmer wollen im Prinzip “Geld verdienen”. Dieser Beweggrund ist der Hauptmotor des Kapitalismus. Was Ihre politische Einstellung auch sein mag, Kapitalismus war seit hunderten von Jahren die Realität unserer Wirtschaftswelt. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Die staatlichen Unternehmen, Stadtwerke,  nichtstaatliche Organisationen und Stiftungen sind Ausnahmen und gelten nicht als klassiches Unternehmen. 


Unternehmen wollen Gewinne erzielen. Sie wollen auch ihre Gewinne kontinuierlich erhöhen. Dafür gibt es zwei Wege: den Umsatz erhöhen und die Kosten senken. Am besten ist es für die Unternehmen, an beidem gleichzeitig zu arbeiten. Ich denke, viele Arbeitnehmer im nichtöffentlichen Bereich erleben das alltäglich. Es werden neue Produkte entwickelt, Marketing- und Vertriebsorganisationen gegründet, neue Fabriken und Gebäuden gebaut, andere Firmen gekauft, neue Mitarbeiter eingestellt, Maschinen erneuert, usw. Dies geschieht nicht zum Spaß, sondern mit dem Ziel, “mehr Umsatz” und “mehr Gewinne” zu erzielen.

Außerdem wird versucht, Kosten zu reduzieren: Maschinenproduktivität wird erhöht, die Anzahl der Mitarbeiter reduziert, die verbleibenden Arbeitnehmer werden weitergebildet, Arbeitsprozesse werden vereinfacht,  Sparprogramme werden gestartet, in Technik wird investiert, günstigere Rohstoffe und Lieferanten werden gesucht, usw.

Technologie und Innovationen leisten den Unternehmen dabei eine große Hilfe. Denken Sie daran, wie der Rechner das Arbeitsleben vereinfacht und die Produktivität erhöht hat. Neue Fördermethoden für Öl und Rohstoffe senken die Materialkosten. Mit schnelleren, fähigeren und präziseren Maschinen erzielen Unternehmen bessere Qualität bei geringeren Herstellungskosten. Ich persönlich sehe die Zukunft noch besser als heute.

Entgegen dem verbreiteten Glauben machen die Unternehmen ihre Aufgaben sehr gut. Sie machen unser Leben jeden Tag besser und erzielen gleichzeitig Gewinne. Die unsichtbare Hand von Adam Smith ist längst im Betrieb. Millionen von kleinen und großen Unternehmen schaffen es, dass das Wirtschaftssystem läuft. Die Rolle des Staats ist es, dieses System zu regulieren. In manchen Ländern mischt sich der Staat in die Wirtschaft mehr ein und übernimmt zusätzliche Rollen.

Leider läuft das ganze Geschäft nicht immer rund, was wir als Wirtschaftskrise oder Rezession kennen. Krise in Kürze: weniger Umsatz, weniger Geschäfte, weniger Gewinne, negatives Wachstum, Arbeitslosigkeit, miese Laune der Bürger, usw.

Das Wirtschaftswachstum ist die Veränderung im Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes. Positives Wachstum bedeutet mehr Umsatz der Summe der Unternehmen in diesem Land. Mehr Umsatz heißt, mehr Produkte werden hergestellt (z.B. mehr Autos) und mehr Dienstleistungen werden genutzt (z.B. mehr Friseurbesuche). Hohes Wirtschaftswachstum schafft Arbeitsplätze und höhere Gewinne. Dadurch verdienen Meschen mehr Geld und geben mehr Geld aus. Die Gewinne der Unternehmen werden in Maschinen, Gebäuden und Technik reinvestiert. Das wiederum schafft weiteres Wirtschaftswachtum.  Es ist wie ein perpetuum mobile.

Sie fragen wahrscheinlich :“Was hat das alles denn mit Aktienkursen und meinem Geld zu tun?“. Diese Fragen werde ich im nächsten Artikel beantworten.