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Sonntag, 6. September 2015

Aktienkurse stürzen, was mache ich?

“I never attempt to make money on the stock market. I buy on the assumption that they could close the market the next day and not reopen it for five years.” - Warren Buffett
Aufgrund einer langen Geschäftsreise und der Gründung meiner Firma Wealthgrow Finanzberatung musste ich meinen Blog ein bisschen vernachlässigen. Mehrere Themen, über die ich schreiben wollte, haben sich in der Zwischenzeit angesammelt. Ich fange mit dem aktuellsten an:

Im August dieses Jahres sind innerhalb von 4 Wochen alle Aktienkurse der wichtigsten Börsen auf der Welt abgestürzt. Hier sehen Sie die Veränderung der wichtigsten Aktienindizen:
  • S&P 500 -10%
  • EURO STOXX 50 -11,5%
  • Nikkei 225 -11,2%
  • DAX -11,5%
  • FTSE 250 -8%
  • MSCI Emerging Markets -13,6%
  • China CSI 300 -21%

Der Absturz ist so hoch, dass einige meiner Arbeitskollegen, die normalerweise kein Interesse an Finanzen oder der Börse haben, angefangen haben darüber zu reden. Ein Kumpel von mir, der oft kurzzeitige Trades macht, fragte mich, ob ich meine Aktien schon verkauft habe oder sie noch behalte. Ein alter Schulfreund von mir, der in der Finanzbranche arbeitet, fragte mich, ob ich seine Tweets gelesen habe und mit einem Leerverkauf einen großen Gewinn erzielt habe. Er hatte anscheinend diesen Sturz vorhergesehen.

Meine Antwort ist folgende: Ich habe nichts gemacht. Ich muss zugeben, dass ich nachts alleine im Hotelzimmer die Nachrichten und Kommentare auf Bloomberg und CNBC geschaut habe. Ich habe auch mein Portfolio mehrmals gecheckt, obwohl ich mir vorgenommen hatte, dies nur einmal im Monat zu tun. Es ist normal und menschlich, in solchen Situationen kurz in Panik zu geraten. Bei einem Aktiensturz verliert ja jeder Anleger einen Teil seines Vermögens (auf dem Papier).

Ängste um das Wirtschaftswachstum in China und um Chinas Aktienmarkt, langsames Wachstum in Schwellenländern, Kriegsgebieten, sinkende Commodity-Preisen und noch mehrere weitere Gründe kann man nennen, warum die Lage plötzlich so schlecht aussieht. Der Chef-Ökonom der Allianz hatte  im Fernsehen über die struktuellen Probleme der Weltwirschaft gesprochen. Ein anderer hat dem Währungskrieg die Schuld gegeben. Laut einem weiteren Experten ist die Kommunistische Partei Chinas verantwortlich. Zum Glück hat dieses Mal keiner die Griechen für schuldig befunden.

Die wichtige Frage ist für mich folgende: Wie werden die Aktienkurse in 5 oder 10 Jahren aussehen? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie niedriger stehen als heute? Was wird mit meinem Geld auf dem Tagesgeldkonto passieren? Wie hoch wird mein Vermögen sein, wenn ich nichts spare und mein ganzes Gehalt ausgebe?

Hier in der Abbildung sehen Sie die Performance des S&P 500-Index während und nach der Krisenzeiten. Ein Aktiensturz ist eigentlich eine gute Gelegenheit, mehr Aktien zu kaufen.


Ein paar andere Fragen, die ich zur Anregung gerne stellen und beantworten möchte.
  • Machen die Firmen weiterhin Gewinne? Ja.
  • Zahlen die Firmen weiterhin Dividende? Ja.
  • Werden die Firmen ihre Gewinne erhöhen? Ja, aber ich weiss nicht, wie weit. Die Weltwirschaft wird höchstwahrscheinlich weiter wachsen.
  • Soll ich meine Anlagestrategie nach einer Krise ändern? Nein, nur wenn Ihre Lebenssituation sich ändert.
  • Soll ich den Experten im Fernsehen glauben? Nein. Denn welcher von ihnen hat den Aktienkurs tatsächlich vorhergesehen?
  • Wie oft soll ich mein Portfolio kontrollieren? Alle 6 Monate oder einmal im Jahr. Am besten nur, wenn Sie Ihr regelmäßiges Rebalancing machen oder neue Aktien kaufen. Einmal im Monat, wenn Sie ein Finanzblogger sind J
  • Die Aktienkurse können noch weiter fallen. Soll ich meine Aktien verkaufen? Ich kann es nicht sagen. Sie können weiter fallen oder wieder steigen. Am besten abwarten. Wenn Sie wollen, können Sie Ihr Portfolio laut Ihrer Asset-Allocation anpassen. Das heißt wahrscheinlich: neue (und günstige) Aktien kaufen.
  • Was wirst du machen? Ich werde mein Portfolio laut meiner Asset-Allocation (90% Aktien-ETFs, 10% Anleihen-ETFs) anpassen.
  • Die Kursstürze bei Aktien machen mich nervös. Ich kann nicht in Ruhe schlafen. Soll ich alle meine Aktien verkaufen und in sichere Geldanlagen investieren? Sie haben vielleicht eine viel niedrigere Risikobereitschaft als Sie denken. Ein hoher Aktienanteil in Ihrem Portfolio ist für Sie nicht geeignet. Alternativ können Sie von Ihrem unabhängigen Finanzberater eine Analyse Ihrer Risikobereitschaft vornehmen lassem.

Montag, 26. Januar 2015

Portfolio-Aktionsplan für 2015

“A man who does not think and plan long ahead will find trouble right at his door.” - Confucius

In meinem letzten Artikel „Mein ETF-Portfolio: Performance Details im Jahr 2014“ habe ich sehr detailliert über mein Portfolio und dessen Analyse berichtet. 

Was fange ich nun mit dieser Information an? In meinem Fall entscheidet meine heutige Anlageaufteilung über meine ETF-Käufe für 2015. Was ich dieses Jahr vor habe, wird das Thema dieses Artikels sein.

Meine optimale Gasamtanlageaufteilung ist folgende:
  • Aktien: 90%
  • Anleihen: 10%

Der Aktienanteil besteht aus diversen Aktien aus verschiedenen Regionen und Sektoren („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Meine Zielanlageaufteilung für meine Aktien sieht wie folgt aus:
  • Aktien aus den USA: 30%
  • Aktien aus Europa: 30%
  • Aktien aus Schwellenländern: 30%
  • Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland: 10%

Ende 2014 waren meine Anlagen folgendermaßen aufgeteilt:
  • Aktien: 89,3%
  • Anleihen: 10,7%

Der Aktienanteil im Detail:
  • Aktien aus den USA: 30,2%
  • Aktien aus Europa: 31,1%
  • Aktien aus Schwellenländern: 26,2%
  • Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland: 12,4%

Wenn ich diese Zahlen analysiere, wird mein Aktionplan für 2015 ziemlich klar.

Erstens gibt es keinen Bedarf etwas zu verkaufen, um die gewünschte Anlageaufteilung zu erreichen. Das würde ich machen, wenn zum Beispiel mein Aktienanteil 95% und der Anleihenanteil 5% wären. Mein nächster Kauf wird auf jeden Fall ein Aktien-ETF sein („Aktien-ETFs als Geldanlage“).

Zweitens gibt es auch keine Notwendigkeit meine Aktien-ETFs neu zu struktrieren. Das würde ich tun, wenn einer der Anteile 5%-Punkte vom Sollwert abweichen würde. Die Anzahl der Aktien aus Schwellenländern liegt 3,8% unter dem Sollwert. Meine Ersparnisse aus 2015 werde daher ich dafür nutzen, den Anteil  meiner  Aktien aus Schwellenländern näher an 30% zu bringen.

Ich habe vor, meinem Portfolio zuerst die folgenden zwei ETFs hinzu zu fügen:
  • iShares Core MSCI Emerging Markets IMI
  • db x-trackers MSCI Russia Capped Index

“iShares Core MSCI Emerging Markets” ist ein ETF von Blackrock. Dieser ETF hat eine Gesamtkostenquote (TER) von 0,25%, was ich sehr vorteilhaft finde („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“). Für meine langfristige Anlagestrategie erwarte ich eine hohe Rendite von diesem ETF („Wirtschaftswachstum, Technologie und Aktien“).

„db x-trackers MSCI Russia Capped Index“ habe ich bereits in meinem Portfolio („Krimkrise, Ukraine-Konflikt und russische Aktien“). Dieser ETF hatte 2014 einen Verlust von 22,9%. Nun könnte man denken, dass ich diesen ETF eigentlich verkaufen sollte. Das ist aber meiner Meinung nach das falsche Vorgehen. Meine Strategie hier ist „Buy-and-Hold“. Die wirtschaftliche Situation Russlands ist zur Zeit tatsächlich sehr schlecht. Das heißt aber nicht, dass diese Situation die nächsten 10 Jahre schlecht bleibt. Die Aktienmärkte haben gute und schlechte Zeiten. Die schlechten Zeiten sind eine Gelegenheit für Anleger, günstig zu kaufen.

Sobald der Anteil der Schwellenländeraktien 30% beträgt, werde ich die Aktien aus den USA, Europa und Asien-Pazifik langsam aufstocken, damit die 30%-30%-30%-10% Aufteilung erhalten bleibt.

Meine restlichen ETFs werde ich bis Ende 2015 behalten. Mein Plan ist sogar, diese Aktien- und Anleihen-ETFs mindestens bis 2025 zu behalten. Diese langfristige Anlagestrategie wird der entscheidende Faktor sein, meine finanzielle Freiheit schneller zu erreichen („Finanzielle Freiheit ist ein realisierbarer Plan“).

Sonntag, 30. November 2014

Auswandern in die USA

“Give me your tired, your poor, your huddled masses yearning to breathe free, The wretched refuse of your teeming shore. Send these, the homeless, tempest-tossed, to me: I lift my lamp beside the golden door.” – Emma Lazarus
Ich war im Oktober und November für eine lange Geschäftsreise und anschließenden Urlaub für circa sechs Wochen in den USA. Deshalb konnte ich mich in dieser Zeit nicht sehr um meinen Blog kümmern. Ich entschuldige mich bei meinen regelmäßigen Lesern für diese lange Abwesenheit. Während dieser Zeit habe ich die Gelegenheit gehabt, das Leben in den USA aus kultureller und finanzieller Sicht besser zu verstehen. 

Die USA sind mit einer Fläche von 9.826.675 km² das drittgrößte Land der Erde und circa 27,5 mal so groß wie Deutschland. Natürlich haben die Menschen unterschiedliche Lifestyles je nach Wohnort. Deswegen ist es schwierig, nach sechs Wochen eine allgemeine Aussage zu treffen, wie das Leben in den USA aussieht. Nichtsdestotrotz werde ich ein paar generelle Punkte auflisten, die ich während meines Aufenthalts beobachten konnte.


Leben in den USA aus finanzieller Sicht


In meinem Artikel „Auswandern, woanders wohnen um Ausgaben zu senken“ habe ich mich mit der Möglichkeit „Auswandern“ zur Reduktion von Ausgaben – ohne dabei Einfluss auf den Lifestyle zu nehmen – befasst. Die USA sind ein reiches, entwickeltes Land, das vergleichbare Dienstleistungen und Lebensqualität wie Deutschland anbieten kann. Lasst uns schauen, ob das Auswandern in die USA finanziell Sinn macht.

Ich habe während meiner Zeit in den USA in West Chester gewohnt. Das ist eine kleine Stadt in der Nähe von Cincinnati, Ohio, im mittleren Westen. Chicago ist fünf Stunden entfernt, was in amerikanischen Verhältnissen nicht so weit ist. Die Preise in dieser Region habe ich persönlich als ziemlich günstig empfunden. Das ist natürlich meine persönliche Einschätzung. Deswegen habe ich ein bisschen in Internet recherchiert, wie viel Geld man in den USA monatlich zum Leben braucht.

Wenn die Lebensunterhaltskosten in einer Stadt niedriger sind als in derjenigen, in der Sie jetzt wohnen, werden Sie im Falle eines Umzugs weniger monatliche Ausgaben haben. Für dasselbe Einkommen bedeutet das eine höhere Sparquote („Mehr Netto vom Brutto und die Sparquote“) und mehr Ersparnisse. Für die finanzielle Freiheit bedeutet das, dass Sie weniger Gesamtvermögen brauchen, um Ihre finanzielle Freiheit zu erreichen („Wie viel Geld braucht man um finanziell frei zu werden“).

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland betrugen im Jahr 2012 durchschnittlich 2310 € im Monat (Quelle: destatis.de). Um diese Kosten mit denjenigen in anderen Ländern der Welt und den dortigen Städten zu vergleichen, ist die Webseite Numbeo.com eine sehr nützliche Quelle. Diese stützt ihren Vergleich auf Preisindexe und nutzt New York City als Basis mit einem Index von 100 für den Ausgabentopf.

Der Konsumentenpreisindex in den gesamten USA ist laut Numbeo.com 77, verglichen mit einem Index von circa 86,8 in Deutschland. Die Konsumentenpreise liegen also in den USA um 9% unter denen in Deutschland. Den Index einiger deutscher Städte habe ich hier aufgelistet:
  • München 86,4
  • Stuttgart 84,8
  • Düsseldorf 81,4
  •  Berlin 76,5
  • Dresden 70,5

Einige amerikanische Städte haben die folgenden Indexe:
  • Boston 89,8
  • Miami 82,3
  • San Diego 78,3
  • New Orleans 73,5
  • Memphis 69,7

Wenn ich diese Zahlen betrachte, kann ich nicht unbedingt pauschal sagen, dass das Leben in den USA günstiger ist als in Deutschland. Es gibt auf jeden Fall Preisunterschiede in bestimmten Kategorien. Für Interessierte werde ich diese in meinem nächsten Artikel detailliert analysieren und ein paar meiner sonstigen Beobachtungen zusammenfassen.