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Dienstag, 9. September 2014

Norwegen, Verwendung der Öleinnahmen und Vermögensaufbau

"The most important measure to reduce the state's oil and gas price risk" is to put its petroleum revenues into the oil fund and thus into "diversified financial investments globally".- Siv Jensen, Norway's finance minister
Norwegen ist ein Land, das sehr reich an Naturschätzen ist. Die Öl- und Gasreserven in der Nordsee machen 50% der Exporte und mehr als 20% des Bruttoinlandsproduktes des Landes aus. Norwegen ist der neuntgrößter Ölexporteur und drittgrößte Gasexporteur der Welt. Solche Rohstoffquellen zu haben ist zugleich ein großes Glück und Pech für ein Land. Es gibt viele Länder auf der Welt, die trotz reichlicher Öleinnahmen ein geringes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf haben. Bekannte Beispiele sind der Iran, der Irak, Nigeria,  Angola, Venezuela und Kazachstan.

Es gibt mehrere Gründe für diesen wirtschaftlichen Zustand. Einer davon ist natürlich die Korruption in diesen Ländern und der Fakt, dass die Öleinnahmen an kleine Interessengruppen wie Königsfamilie oder Oligarchen fließen. Das führt dazu, dass diese Einnahmen einfach verschwendet werden. Ein anderes Risiko für Länder mit hohen Rohstoffexporten ist die sogenannte holländische Krankheit.

Die holländische Krankheit wurde zuerst in den Sechziger Jahren in den Niederlanden beobachtet, nachdem dort Erdgasvorkommen entdeckt worden waren. Die hohen Exporte haben zu Außenhandelsüberschüssen geführt, was eine Aufwertung der Währung des Landes verursacht hatte. Dadurch wurden die anderen Güter des Landes teurer, was die Exporte dieser Güter vermindert hat. Das hatte schwere Folgen für die betroffenen Industrien, was der Grund für grundsätzliche ökonomische Probleme wie z. B. Arbeitslosigkeit war. Das war der Fluch der Rohstoffe.

Norwegen macht es ganz anders. Der größte Teil der Öl- und Gasindustrie wurde von den Staatskonzernen betrieben. Was der norwegische Staat mit den Einnahmen macht, ist das eigentlich Interessante. Diese Einnahmen gehen in den staatlichen Pensionsfonds und in der Regel werden nicht mehr als 4% der Einnahmen ausgegeben. Die Norweger geben ihr Geld nicht verschwenderisch aus, sondern sparen es für den Vermögensaufbau. 

Das verwaltete Vermögen des norwegische Staatsfonds bemisst sich auf circa 880 Mrd. Dollar, damit ist es der weltgrößte Staatsfonds. Sehr bemerkenswert ist auch, was die Norweger mit diesem Vermögen machen. Sie kaufen hauptsächlich Aktien. Das Portfolio enthält mehr als 60% Aktien und circa 40% Anleihen und Immobilien (Quelle: Norwegisches Finanzministerium). Nach der Finanzkrise 2008 wurde sogar der Aktienanteil von 40% auf 60% erhöht. Die fallenden Zinsen und günstigen Aktienpreise waren der Hauptgrund dafür. Dieses Konzept war sehr erfolgreich und die Norweger haben vom Bullenmarkt der letzten Jahren stark profitiert.


Ich denke, wir können von den Norweger lernen, wie man mit seinen Einnahmen und seinem Vermögen umgehen kann. Ich sehe den norwegischen Staat als eine junge, bewusste Person mit einem guten Einkommen. Diese Person lebt sparsam und baut ihr Vermögen auf. Sie ist auch risikobereit und erwartet eine hohe Rendite von ihrem Vermögen. Die Norweger wissen, dass die Öl- und Gaseinnahmen nicht unendlich sind. Sie bereiten sich auf die Wintertage vor, wie in der Fabel „Die Grille und die Ameise“. Sie denken langfristig und möchten ihren zukünftigen Generationen eine finanziell sichere Zukunft bieten.

Wir können  von den Norwegern noch etwas lernen, und zwar, wie man sein Vermögen genau anlegt. Erstens ist das Vermögen diversifiziert angelegt. Die Aktien und Anleihen sind verteilt auf Europa, Vereinigte Staaten, Asien-Pazifik und Schwellenländer („Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen“). Zweitens wird das Geld an mit minimalen Kosten angelegt. Die jährliche Kosten belaufen sich auf zwischen 0,07% und 0,09%.

Die Norweger sind risikobereit, weil sie ihr Geld langfristig angelegt haben („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“). Das ist der Grund, warum sie sich einen hohen Aktienanteil leisten können. Sie haben noch Ölreserven und brauchen das Vermögen noch nicht. Voraussichtlich wird das Gesamtvermögen im Jahr 2020 mehr als ein Billion Dollar betragen.

Als Privatanleger können Sie dasselbe machen, was die Norweger mit ihrem Staatsfonds machen. Sparen Sie einen Teil Ihres Nettoeinkommens ("Bezahle Dich selbst zuerst") und legen Sie das Geld an. Bauen Sie Ihr Portfolio mit Aktien-ETFs aus verschiedenen Regionen auf („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Seien Sie vorsichtig mit den Fondsgebühren und Beraterkosten („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“).

Montag, 1. September 2014

Eine Liste der Dividenden-ETFs für Ihr Portfolio

“I don't like stock buybacks. I think if a company has the money to buy their stock back, then they should take that and increase the dividends. Send it back to the stockholder. Let them invest their money again from the dividends.” - T. Boone Pickens

Wenn Sie finanzielle Freiheit schnell erreichen möchten, sollten Sie eine höhere Rendite von Ihrem Portfolio erwarten und erzielen. Historische Zahlen zeigen, dass Aktien langfristig gesehen die beste Geldanlage sind („Warum sind Aktien die beste Geldanlage?“). Wachsende Dividenden sind ein großer Faktor für diese hohe Rendite. Sie können in jeder Wirtschaftszeitung finden, wie hoch die Dividendenrendite (Ausschüttungsrendite) einzelner Aktien ist („Was ist Dividendenrendite?“).


Ich empfehle aber meinem Leser und jedem Privatanleger, sich von einzelnen Aktien fern zu halten ("Der Kauf von individuelle Aktien für unerfahrene Anleger"). Der klügere Weg mit einem geringeren Risiko ist es, ein Portfolio mit diversen Aktien zu haben. Das können Sie normalerweise einfach mit Aktienfonds erreichen („Aktienfonds als Geldanlage“). Der Nachteil an Aktienfonds ist aber, dass diese hohe Kosten und einen Ausgabeaufschlag haben, was die Rendite reduziert („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“). Daher lautet meine klare Empfehlung, ein diversifiziertes Portfolio mit ETFs selbst zusammenzustellen („Lege nicht alle Eier in einen Korb“).

Wie kann man denn nun in ETFs investieren und Dividendeneinnahmen bekommen? Die erste Strategie ist es, einfach ETFs zu kaufen, die globale Indexen folgen. Hier sind die Dividendenrenditen von den wichtigsten globalen Indexen (Stand Ende August 2014):
  • S&P 500 (USA): 1,80%
  • MSCI Germany (Deutschland): 2,20%
  • Euro STOXX 50 (Europa): 3,23%
  • FTSE 250 (Großbritannien) : 2,92%
  • MSCI World (Welt) : 1,98%
  • MSCI Emerging Markets (Schwellenländer): 1,57%

 Es gibt andere ETFs, die eher Aktien mit hoher Dividende enthalten. Ich möchte einige ausgewählte ETFs mit deren jeweiliger Dividendenrendite auflisten. Diese ETFs habe ich teilweise in meinem eigenen Portfolio.
  • db x-trackers Stoxx® Global Select Dividend 100 UCITS ETF 1D: 5,01%
  • iShares Dow Jones U.S. Select Dividend UCITS ETF (DE) EUR: 3,01%
  • iShares EURO STOXX Select Dividend 30 UCITS ETF (DE): 4,20%
  • iShares Emerging Markets Dividend UCITS ETF EUR: 5,38%

Hier ist eine Liste der dividendenorientierten ETFs, die Sie in Deutschland erwerben können. Ich habe die ETFs nach Regionen gruppiert, weil ich hauptsächlich eine Diversifikation nach Regionen empfehle („Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen“).

Globale Aktien
  • db x-trackers Stoxx® Global Select Dividend 100 UCITS ETF 1D
  • ETFS Dow Jones Global Select Dividend UCITS ETF EUR
  • iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE)
  • SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF EUR

 Europäische Aktien
  • Amundi ETF MSCI EMU High Dividend UCITS ETF EUR
  • Amundi ETF MSCI Europe High Dividend UCITS ETF EUR
  • ComStage EURO STOXX ® Select Dividend 30 NR UCITS ETF
  • Deka DAXplus® Maximum Dividend UCITS ETF
  • Deka EURO STOXX® Select Dividend 30 UCITS ETF
  • db x-trackers Euro Stoxx® Select Dividend 30 UCITS ETF (DR) 1D
  • iShares EURO Dividend UCITS ETF EUR
  • iShares EURO STOXX Select Dividend 30 UCITS ETF (DE)
  • iShares STOXX Europe Select Dividend 30 UCITS ETF (DE)
  • iShares UK Dividend UCITS ETF EUR
  • Lyxor UCITS ETF Eurostoxx50 Dividends EUR
  • Lyxor UCITS ETF STOXX Europe Select Dividend 30 EUR
  • SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats ETF
  • SPDR S&P UK Dividend Aristocrats ETF EUR

Amerikanische Aktien
  • db x-trackers MSCI North America High Dividend Yield Index UCITS ETF (DR) 1C EUR
  • iShares Dow Jones U.S. Select Dividend UCITS ETF (DE) EUR
  • iShares MSCI USA Dividend IQ UCITS ETF EUR
  • SPDR S&P US Dividend Aristocrats ETF EUR

Schwellenländer-Aktien
  • iShares Emerging Markets Dividend UCITS ETF EUR
  • SPDR S&P Emerging Markets Dividend ETF EUR

 Asien-Pazifische Aktien
  • iShares Asia Pacific Dividend UCITS ETF EUR
  • iShares Dow Jones Asia Pacific Select Dividend 30 UCITS ETF (DE)
  • SPDR S&P Pan Asia Dividend Aristocrats UCITS ETF EUR

Als letztes Wort möchte ich sagen, dass die Höhe der Dividenrendite nicht unbedingt ein Auswahlkriterium für ETFs ist. Manche Firmen wie die Deutsche Telekom oder RWE schütten gerne Dividenden aus, wobei andere Firmen wie Google oder Apple ihren Gewinn behalten. Dividenden machen ungefähr die Hälfte der Aktienrendite aus. Die andere Hälfte kommt von Kursanstiegen und Gewinnwachstum. Wichtig bei der Auswahl der ETFs ist meiner Meinung nach zum einen die Strategie der Assetallokierung.  Zum zweiten sind die ETF-Kosten ein wichtiges Auswahlkriterium.

Bitte lesen Sie die Verkaufsprospekte und die Factsheets der ETFs und vergewissern Sie sich, dass Sie die Dokumente verstanden haben, bevor Sie einen der oben gelisteten ETFs kaufen.

Montag, 25. August 2014

Was ist Dividendenrendite?

“A stock dividend is something tangible — it’s not an earnings projection; it’s something solid, in hand. A stock dividend is a true return on the investment. Everything else is hope and speculation.” –Richard Russell

In meinem letzten Artikel “Dividenden für langfristigen Vermögensaufbau” habe ich geschrieben, dass  Dividenden im letzten Jahrhundert 47% der Aktienrendite ausgemacht haben. Langfristig gesehen machen Dividenden fast die Hälfte Ihrer Gesamtrendite aus. Das ist eine sehr wichtige Tatsache, die jeder Anleger im Kopf behalten sollte. Selbst wenn die Aktienkurse hoch und runter gehen, bekommen Sie weiterhin Dividenden.

Die Rendite durch die Ausschüttungen nennt man Dividendenrendite. Diese Kennziffer ist also das Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum aktuellen Kurswert einer Aktie. Für den Anleger ist es natürlich das Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum Kaufwert einer Aktie.

Wie ich in mehreren Aktikeln in diesem Blog geschrieben habe, bin ich ein langfristiger Anleger und empfehle meinen Lesern diese Strategie. Mein Portfolio besteht zu einem Großteil aus Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“), die ich mindestens noch 10 Jahre behalten werde. Damit wird das Risiko minimiert, dass die schwankenden Aktienkurse meine Rendite negativ beeinflussen („Risiko bei Geldanlagen“).

Diese langfristige Strategie hat folgenden Vorteil: Die Unternehmen machen Gewinn und schütten einen Teil dieses Gewinns an die Aktionäre als Dividende aus („Wie funktioniert ein Unternehmen?“). In einer kapitalistischen Welt versuchen die Unternehmen, Ihre Gewinne ständig zu erhöhen. Das reflektiert sich in den ausgeschütteten Dividenden. Hier finden Sie eine Liste der Unternehmen, die ihre Dividende seit mindestens 25 Jahren jedes Jahr erhöht haben. Unternehmen wie Coca-Cola, Procter & Gamble, Colgate-Palmolive und 3M erhöhen sogar seit mehr als 50 Jahren Ihre Dividende jährlich.

Wenn Sie in diese Unternehmen langfristig investieren, erhöht sich Ihre persönliche Dividendenrendite jedes Jahr! 

Ein sehr gutes Beispiel hierzu ist Coca-Cola. Wenn Sie oder Ihre Eltern Anfang der 90er Jahre 10.000 USD in Coca-Cola-Aktien investiert hätten, hätten Sie heute 2071 Aktien von Coca-Cola. Coca-Cola hat im Jahr 2014 1,12 USD an Dividenden pro Aktie ausgeschüttet. Das ergibt eine Dividendenrendite von 2,71%. Wie viel Dividenden würden Sie folglich für Ihre 2071 Aktien dieses Unternehmens bekommen? Für 2014 circa 2.320 USD! Bitte erinnern Sie sich, dass die Dividendenrendite für den Anleger das Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum Kaufwert einer Aktie ist. Hiermit bringt Ihr 10.000 USD-Investment in Coca-Cola Ihnen eine persönliche Dividendenrendite von 23,2%! Nicht zu vergessen, dass Ihre Aktien auch noch heute 85.160 USD wert sind. (Kurswert 24.08.2014 - 41,12 USD). 

Coca-Cola ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen. Es mag sein, dass es rein Zufall wäre, 10.000 USD in diese Aktie zu investieren. Für die Skeptiker unter Ihnen möchte ich den Dividendenwachstum des S&P 500-Index seit 1871 abbilden.

Quelle: Eigener Chart. Zahlen aus http://www.multpl.com/s-p-500-dividend/table
Hier sehen Sie noch dazu die Dividendenwachstumsrate des S&P 500-Index seit 1990. Wir sehen einen durschnittlichen Wachstum von 5,50% mit einem Maximalwert von 18,25% für 2012 und einem Minimumwert von -21,07% für 2009 (Wirtschaftskrise).

Kurz zusammengefasst sind die Ausschüttungen von Unternehmen an die Aktionäre in Form von  Dividenden und das stetige Wachstum dieser Dividendenrendite die Hauptgründe, warum ich Aktien für die beste Geldanlage für langfristige Anleger halte.

Montag, 4. August 2014

Dividenden für langfristigen Vermögensaufbau

“Do you know the only thing that gives me pleasure? It's to see my dividends coming in.” - John D. Rockefeller

Dividenden sind einer der zwei Hauptgründe, warum Aktien dem Anleger langfristig eine hohe Rendite bringen. Eine Studie von John Bogle zeigt, dass amerikanische Aktien zwischen 1900 und 2011 jährlich 9,5% Rendite gebracht haben. 4,5% davon waren Dividenden und 5% Kursanstiege. Das heißt, Dividenden haben im letzten Jahrhundert 47% der Aktienrendite ausgemacht. Was sind denn eigentlich Dividenden? Eine sehr schöne Definition aus hanisauland.de lautet wie folgt: 

„Wer eine oder viele Aktien eines Unternehmens besitzt, hat das Recht, am Gewinn des Unternehmens beteiligt zu werden. Diesen Gewinn, der an die Aktionäre verteilt wird, nennt man "Dividende". Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und heißt genau übersetzt "das zu Verteilende". Wie hoch die Dividende ist, wird von den Aktionären und der Leitung eines Unternehmens festgelegt. Dieser Gewinn kann in Geld ausbezahlt werden. Es ist auch möglich, dass die Aktionäre kostenlos weitere Aktien erhalten. Wenn ein Unternehmen (eine Aktiengesellschaft) keinen Gewinn gemacht hat, gibt es auch keine Dividende.“

Dividenden sind passives Einkommen („Wie erreiche ich finanzielle Freiheit“) und eine der Hauptmöglichkeiten, Einkommen zu erzielen, wenn man finanzielle Freiheit erreicht hat und kein aktives Einkommen (Gehalt) mehr hat. Theoretisch kann man nur von den Dividendeneinnahmen leben, wenn man genug Aktien hat. Die Familie Quandt besitzt 46,7% der BMW-Aktien und hat 2014 dementsprechend 797 Millionen € an Dividenden erhalten (46,7% von 1.707 Mio. €  Ausschüttungssumme).

Die Dividendenrendite ist das Verhältnis der vom Unternehmen ausgeschütteten Dividende zum aktuellen Kurswert einer Aktie. Zum Beispiel: Der aktuelle Kurs der BMW-Aktie beträgt heute 87,50 € (Stand Anfang August 2014), die Dividende 2,60 € pro Aktie, die Dividendenrendite beträgt circa 2,97%. Ein Aktionär hat 100 Aktien zu einem Kurs von 70 €  für 7000 € erworben. Für ihn ergibt sich im Jahr 2014 eine Dividendenauszahlung von 260 € und eine persönliche Dividendenrendite von 3,7 %. Seine Aktien haben noch einen Wert von 8750 €.

Die Aktien der 30 DAX-Unternehmen haben eine Dividendenrendite zwischen 0% (ThyssenKrupp AG) und 4,36% (Muenchener Rueck AG). Eine Strategie vieler Anleger ist es, ein Portfolio von einzelnen Aktien aufzubauen, die eine hohe Dividendenrendite haben. Diese Anleger jagen weltweit Aktien, die kontinuierlich Dividenden ausschütten und diese jedes Jahr erhöhen. Die Firma Procter & Gamble zum Beispiel zahlt seit 122 Jahren Dividenden und erhöht diese kontinuierlich seit 56 Jahren. Heute (Anfang August 2014) hat die Aktie der Firma eine Dividendenrendite von 3,13%.

Einige Partnerblogs von mir wie Finanzielle Freiheit mit Dividenden verfolgen diese Strategie. Ich finde es eigentlich nicht schlecht, besonders in Deutschland, überhaupt in Aktien zu investieren. In einer risikoscheuen Gesellschaft, in der  nur 13,7% Aktien, Aktienfonds oder ETFs besitzen, ist Aktienbesitz an sich ein mutiger Akt. Ich muss aber sagen, dass ich persönlich kein Freund vom Besitz einzelner Aktien bin. Meine Begründung für diese Einstellung können Sie in meinem Artikel „Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“ finden. Ich bevorzuge eher die Strategie des Investments in ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“). Diversifikation ist extrem wichtig für mich, wenn ich das Risiko von einzelnen Aktien vermeiden möchte.

In meinem nächsten Artikel werde ich darüber schreiben, wie man in ETFs investieren und Dividendeneinnahmen bekommen kann und welche ETFs dafür in Deutschland zur Verfügung stehen.

Montag, 14. Juli 2014

Warum sind Aktien die beste Geldanlage?

"The American economy is going to do fine. But it won't do fine every year and every week and every month. I mean, if you don't believe that, forget about buying stocks anyway... It's a positive-sum game, long term. And the only way an investor can get killed is by high fees or by trying to outsmart the market." – Warren Buffett

Ich bin der Überzeugung, dass Aktien die beste Geldanlage für langfristig orientierte Anleger sind („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“). Dieses Argument basiert natürlich nicht nur auf meinem persönlichen Glauben und meiner Hoffnung, sondern auf historischen Daten. Historisch gesehen haben Aktien im Vergleich zu ihren Anlagealternativen die beste Rendite für die Anleger gebracht.

Historische Zahlen sind keine Garantie für die Rendite der Zukunft, oder für das, was wir in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren von unserem Aktienportfolio erwarten können („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Die Zahlen sind aber die einzige verlässliche Information, die wir haben, um eine geschätzte Rendite mit statistischen Tools berechnen zu können. Hier kommen statistische Konzepte wie „Mittelwert“ und „Standardabweichung“ ins Spiel. Bei der Verwendung der historischen Zahlen in einer Simulation unterschiedlicher Szenarien können wir zum Beispiel mit 95%iger Wahrscheinlichkeit berechnen, was für eine Spanne unsere in der Zukunft zu erwartende Rendite haben wird.

Wenn ich Aktien zur besten Geldanlage kröne, meine ich eigentlich „im Vergleich zu anderen Geldanlagen“. Was sind denn die Alternativen?

Ich möchte auch betonen, dass ich, wenn ich „Aktien“ schreibe, nicht das bestimmte Unternehmen „X“ meine, sondern eine Mischung verschiedener Aktien. Die USA haben den größten Aktienmarkt mit einem Anteil von circa 34% der weltweiten Aktien. Für den amerikanischen Aktienmarkt stehen auch weit zurückgehende historische Zahlen zur Verfügung. Deswegen nehme ich den S&P 500 Index als Basis für meinen Vergleich. Dieser Index umfasst die Aktien von Fünfhundert der größten börsennotierten amerikanischen Unternehmen. 

Unten sehen Sie die Performance des S&P 500 Index im Vergleich zu alternativen Geldanlagen seit 1926.

Quelle: bogleheads

„Corporate Bonds“ sind Unternehmensanleihen, „Government Bonds“ sind Staatsanleihen und die Inflation entspricht generell dem Preiswachstum von Immobilien.

Die jährliche Rendite von S&P 500 und amerikanischen Staatsanleihen im Einzelnen finden Sie hier.
Trotz der Jahren, in den Aktien eine negative Rendite gebracht haben, zeigen uns die historischen Zahlen, dass man mit Aktien im Vergleich zu anderen Geldanlagen langfristig eine wesentlich höhere Rendite erzielen kann.

Warum Rendite für den Vermögensaufbau sehr wichtig ist, können Sie in meinem Artikel „Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnisse und Rendite“ nachlesen. 1% mehr Rendite kann in 20 Jahren einige Hunderttausend Euro Unterschied im Vermögen ausmachen.

Mittwoch, 30. April 2014

Krimkrise, Ukraine-Konflikt und russische Aktien

"The best thing that happens to us is when a great company gets into temporary trouble...We want to buy them when they're on the operating table." – Warren Buffett

Seit Februar 2014 läuft ein bewaffneter Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Dieser ist wohl vielen meiner Leser schon bekannt, weil in Deutschland in den Nachrichten täglich darüber berichtet wird. Die Krimkrise hat politische Gründe und wird uns höchst wahrscheinlich noch eine Weile beschäftigen. Ob Russland oder die Ukraine Recht hat und was für ein Diktator der russische Präsident Wladimir Putin sein mag, ist nicht Thema dieses Artikels und ist mir persönlich erstmal gleich. Was mich interessiert, sind die wirtschaftlichen Folgen der Krimkrise.

Die Reaktion der Aktienmärkte auf die Ereignisse war zunächst sehr negativ. Innerhalb von zwei Wochen fiel der DAX-Index um circa 700 Punkte, also ungefähr 7,2%. Einen sehr hohen Verlust hat der russische Aktienindex RTS erlitten, nämlich ungefähr 20% innerhalb von zwei Wochen ab Beginn der Krimkrise. Dies ist der niedrigste Stand seit 2010, und zwar 45% niedriger als der höchste Stand von 2123 Punkten im April 2011. In den Abbildungen unten können Sie die Chartvergleiche von DAX, Dow Jones und RTS in unterschiedlichen Zeiträumen sehen.

RTS, DAX, Dow Jones Aktienmärkte seit der Krimkrise
RTS, DAX, Dow Jones Aktienmärkte Historische Werter

Es gibt natürlich eine Erklärung für die Verluste im russischen Aktienmarkt: Ein möglicher Krieg, wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland, ein Stopp der Fremdinvestitionen, fallender Ölpreis, usw.. Eine Lösung der Krise ist noch nicht in Sicht. Die Anleger haben ihr Vertrauen verloren und große Angst vor Putin und schlimmeren Ereignissen.

Während andere Menschen Krisen und Kriegsschiffe sehen, sehe ich eher eine Gelegenheit („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Wie ich in meinem Artikel „Querdenker: Contrarian-Strategie, gegen den Markttrend investieren“ geschrieben habe, sind die Anleger manchmal sehr pessimistisch und reagieren übertrieben, wenn politische Unruhen entstehen. Politische Unruhen hat es vor ein paar Monaten auch in der Türkei gegeben und der türkische Aktienindex ISE 100 fiel um 20% innerhalb von ein paar Wochen. Nachdem die Unruhen vorbei waren, stieg der Index wieder auf das alte Niveau. Eine Menge Leute einschließlich der Pessimisten hat dadurch eine Menge Geld verloren. Und einige Querdenker haben Gewinne erzielt.

türkischer Aktienmarkt

Meiner Meinung nach befinden wir uns heute noch (Stand Ende April 2014) in einer Situation, in der russische Aktien überverkauft sind. Mit einem durschnittlichem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von knapp über 5 stehen die russiche Aktien sehr günstig. Ich denke, dass geduldige und mutige Anleger innerhalb von 3 bis 5 Jahren mit russischen Aktien eine gute Rendite erzielen können ("Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage"). Die Krise wird früher oder später enden und alles wird wieder gut. Die großen Wirtschafstmächte haben keine Interesse an einem Krieg wegen der Ost-Ukraine; nicht zuletzt, weil die europäischen Länder inklusive Deutschland abhängig vom russischen Erdgas sind.

Meine Leser wissen schon, dass ich in meinem Blog keine Kaufempfehlungen abgebe. Vielmehr rate ich eher davon ab, einzelne Aktien zu kaufen ("Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger"), wenn man kein Profi-Anleger ist. Ich bin der Meinung, dass ein Portfolio, das aus diversen ETFs besteht ("Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen"), langfristig bessere Rendite bringt als aktives Trading und als teure Aktien-Fonds ("Lege nicht alle Eier in einen Korb"). Dasselbe gilt für russische Aktien. Jeder muss sich selbst informieren, bevor er irgendeine Aktie oder einen ETF kauft ("Finanzielle Bildung"). Auf morningstar.de können Sie eine detaillierte Analyse des ETFs "db x-trackers MSCI Russia Capped Index" aus russischen Aktien lesen. Ich habe letzte Woche diesen ETF in mein Portfolio aufgenommen.

Russland ist ein Schwellenland und der Aktienmarkt ist dort noch nicht so verbreitet wie in den entwickelten Länder. Deshalb sind die Aktienpreise sehr volatil. Man kann in kurzer Zeit viel Geld verlieren oder gewinnen. Deshalb sehe ich meinen russischen ETF als eine Erweiterung meines Portfolios. Der Hauptbestandteil meines Portfolios sind immer noch amerikanische und europäische ETFs ("In europäische Aktien investieren, EURO STOXX 50").

Mittwoch, 23. April 2014

Querdenker: Contrarian-Strategie, gegen den Markttrend investieren

"It takes a strong fish to swim against the current. Even a dead one can float with it." - John Crowe

In meinem Artikel „Gelegenheiten Geld zu schaffen“ habe ich meinen Lesern empfohlen, in ihrem Leben finanzielle Gelegenheiten zu suchen, um schneller Vermögen aufzubauen. Diese Gelegenheit mag als ein Immobilienangebot kommen oder als eine Geschäftsidee von einem Freund. In den meisten Fällen kommt sie über die Finanzmärkte. Eine Gelegenheit an der Börse ist für mich, wenn ich eine Aktie oder einen ETF viel günstiger als zum tatsächlichen Wert kaufen kann ("Aktien als Geldanlage").

Diese Gelegenheiten sind selten, ermöglichen aber dem risikobereiten Anleger hohe Renditen und Gewinne ("Was ist Rendite und wie kann man Rendite rechnen"). In Zeiten von hoher Euphorie oder übertriebenem Pessimismus begegnet man solchen Gelegenheiten am häufigsten. Es gibt eine Börsenstrategie, bei der man versucht, diese Gelegenheiten zu finden. Diese Strategie heißt „Contrarian Investing“.


„Contrarian Investing“ ist eine der führenden Anlagestrategien. Die Contrarian-Anleger folgen dem allgemeinen Markttrend und der Masse der Kapitalanleger nicht. Sie machen genau das Gegenteil von dem, was die anderen Anleger machen. Ein Contrarian-Anleger versucht, unterbewertete Aktien zu erkennen und zu identifizieren. Er kauft sie und hält sie, bis die richtige Zeit kommt und die Aktie ihren richtigen Wert erreicht. Damit erzielt der Contrarian-Anleger Kapitalgewinne. In dieser Hinsicht ist die Strategie ähnlich wie „Value Investing“ („Value Investing und Ihre Anlagestrategie“).

Ein Contrarian-Anleger ist jemand, der an Gewinne glaubt, nicht an die öffentliche Meinung ("Wie funktioniert ein Unternehmen?"). Er denkt, dass die Mehrheit der Investoren in der Regel falsch liegt. Man muss dabei sehr mutig sein, weil es sehr schwierig ist, antizyklisch, also entgegen dem Markttrend, zu handeln.

Ein Contrarian-Anleger kauft Aktien, wenn die meisten Anleger pessimistisch sind und ihre Aktien verkaufen. Er kauft Aktien, die keiner haben will. Genauso verkauft er Aktien, wenn die meisten Anleger euphorisch sind und Aktien kaufen.

Die bekanntesten Anleger, die die Contrarian-Strategie verfolgt haben, sind Jim Rogers, Marc Faber, John Templeton, Sam Zell, Eduardo Elsztain, John Neff und der wohl bekannteste - George Soros.

Ich bin persönlich nicht der Meinung, dass ein Anleger seine komplette Strategie auf diese Aktien ausrichten sollte ("Lege nicht alle Eier in einen Korb"). Denn diese Strategie ist ziemlich riskant, wenn man nicht genau weiß, was man tut. Es besteht das Risiko, in ein fallendes Messer zu greifen oder einen positiven Trend zu verpassen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man zugreifen muss, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Haben Sie jemals solche Gelegenheiten gehabt? Was haben Sie getan oder was haben Sie nicht getan? Bereuen Sie Ihre Entscheidung?

Zum weiterlesen -> Risiko bei Geldanlagen
Zum weiterlesen -> Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite
Zum weiterlesen -> Ausreden um weiterhin kontinuierlich geringe Rendite zu erzielen

Montag, 21. Oktober 2013

Sparbuch und Tagesgeldkonto vs. Aktien-ETFs

"Take risks: if you win, you will be happy; if you lose, you will be wise." – Anonymous

Ich bekomme von meiner Bank Ing-Diba ab und zu interessante Artikel über Geldanlagen. Im letzten Artikel ging es um einen Zinsvergleich zwischen Sparbuch und Tagesgeldkonto. Laut diesem Artikel verschenkt ein Sparbuch-inhaber über den Zeitraum von zehn Jahren mehr als 1000 € an Zinsen und Zinseszinzen für ein Vermögen von 10.000 € („Populäre und sichere Geldanlagen“).


Ich würde normalerweise denken, dass rationale Menschen alle Sparbücher schließen würden, weil sie mittlerweile keinen Sinn mehr machen. Vielleicht bleibt höchstens noch die Mietkautionen oder Ähnliches. Was denken Sie, wie viel Geld in Deutschland auf Sparkonten geparkt ist? Einstellige, zweistellige oder dreistellige Milliardenbeträge?

Kaum zu glauben, aber aktuell (September 2013) gibt es 115 Milliarden Euro auf Sparkonten („Festgeldkonten als sichere Anlage“). Es wundert mich tatsächlich, wer die Inhaber dieser Konten sind? Die Oma aus dem Supermarkt oder der junge Arbeitskollege von nebenan? Ich habe Freunde, die sogar eine Menge Geld auf dem Girokonto haben.

Es wird noch krasser, wenn man Sparbuch und Tagesgeldkonto mit Aktien vergleicht („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Der Sparbuch-Liebhaber mit seinen 10.000 € verschenkt in 10 Jahren eigentlich nicht nur 1000 €, sondern mehr als 7000 € (gerechnet mit einer konservativen Nettorendite von 6%). Die Angst vor Risiken („Risiko bei Geldanlagen“) macht viele Menschen in der Realität ärmer als vorher! Sparbücher und Tagesgeldkonten bringen mittlerweile eine negative reale Rendite („Lebensmittelpreise und Inflation in Deutschland“).

Meine Empfehlung für das Anlegen von Geld ist daher folgende:
  1. Tagesgeldkonto eröffnen („Tagesgeldkonto eröffnen“) 
  2. Jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag auf dieses Konto überweisen („Bezahle Dich selbst zuerst“) 
  3. Nutzen Sie das Tagesgeldkonto als Depot für Geld für Notfälle und als Zwischenstopp, bevor Sie Ihr Geld in renditebringende Geldanlagen investieren 
  4. Eröffnen Sie ein Depot, um Aktien und ETFs zu kaufen 
  5. Gestalten Sie sich ein diversifiziertes Portfolio („Lege nicht alle Eier in einen Korb“) 
  6. Legen Sie Ihr Geld regelmäßig in Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“) und Anleihen-ETFs an („Staatsanleihen aus Schwellenländern“)
Detaillerte Informationen über Geldanlagen und ETFs können Sie in anderen Artikel in diesem Blog „Der goldene Adler“ unter „Geld Anlegen“ lesen.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Value Investing und Ihre Anlagestrategie

"All intelligent investing is value investing -- acquiring more that you are paying for. You must value the business in order to value the stock." - Charlie Munger

Value Investing ist eine der Lieblingsanlagestrategien vieler Anleger auf der ganzen Welt. Diese Strategie ist besonders durch den Erfolg von Warren Buffett berühmt geworden. Warren Buffett, auch das „Orakel von Omaha“ genannt, ist der erfolgreichste Anleger der 20. Jahrhunderts und der viertreichste Mensch der Welt (Stand 2013).


Ich habe mich vor einem Jahr mit dem Thema „Value Investing“ sehr intensiv beschäftigt. Kurz zusammengefasst: Value Investing ist, langfristig in Aktien zu investieren, die sehr gute fundamentale Kennzahlen (Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buchwertverhältnis, Cashflow, usw) haben und „unterbewertet“ sind. Es ist wie „Schnäppchenjagd“ bei Aktien. Es gibt strenge Kriterien dafür, ob eine Aktie ein „Kauf“ ist oder nicht. Ich würde jedem Anleger, der sich für Value Investing und Aktienanalyse interessiert, das Buch „Intelligent Investieren“ von Benjamin Graham empfehlen.


Es gibt viele Kleinanleger, dis sich „Value Investors“ nennen und selber ein Aktienportfolio mit ausgesuchten Aktien gestalten. Das ist eine sehr spannende Aufgabe, die ich auch selber einige Zeit lang praktiziert habe. Die Hauptaufgaben sind folgende: Die fundamentalen Kennzahlen der Aktien analysieren, Jahresend- und Quartalsberichte lesen und die geheimen Botschaften herausfiltern, Sektoren analysieren und Aktien miteinander vergleichen usw. Es ist eine analytische Herausforderung und die Befriedigung ist enorm, wenn die ausgewählte Aktie den Markt schlägt und eine hohe Rendite bringt.

Ich sehe aber einen Nachteil: Die obengenannten Aufgaben nehmen verdammt viel Zeit in Anspruch. Ein normaler Arbeitnehmer hat kaum die Zeit, diese Aufgaben vernünftig und mit Qualität durchzuführen. Bei der Aktienauswahl darf der Anleger keinen Fehler machen, weil mit Value Investing nur in ein paar Aktien investiert werden („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Damit ist das Risiko relativ hoch.

Die Freizeit, die man zur Verfügung hat (abends und an Wochenenden), mit ausführlichen Aktienanalysen zu verbringen, ist meiner Meinung nach ein schlechter Weg für ein ausgeglichenes Leben. Das Leben besteht durchaus nicht nur aus Arbeit und Geld. Eine Balance zwischen Arbeit, Familie, Freunden, Unterhaltung, Sport, Spaß und Ausruhen istd für das Glück eines Menschens extrem wichtig. Wenn man „Value Investing“ halbherzig macht, sollte man das lieber ganz lassen. Die guten „Value Aktien“ sind selten zu finden und es braucht tatsächlich viel Zeit und Mühe.

Also, wie kann ein durchschnittlicher Anleger in „Value Aktien“ investieren?

Es gibt Aktienfonds, die diese Aufgabe für Sie übernehmen. Die Fondsmanager suchen diese Aktien für Sie aus und kaufen diejenigen, die vom Manager als unterbewertet empfunden werden. Meiner Meinung nach ist der Erfolg dieser Fondsmanager fraglich („Aktienfonds als Geldanlage“). Die zusätzlichen Kosten reduzieren Ihre Rendite und verlangsamen Ihren Vermögensaufbau („Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“).

Glücklicherweise können Sie eine günstigere Alternative finden. Es gibt einige ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“), die auf „Value Stocks“ fokussiert sind. Oft gemischt mit einem regionalen Fokus („Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen“), ermöglichen diese ETFs den Erwerb von „Value Stocks“ in Ihrem Portfolio.

In den nächsten Artikeln, in denen ich ETFs für Regionen vorstellen möchte, werde ich auch die ETF’s als Option darstellen, die „Value Investing“ als Anlagestrategie nutzen.

Montag, 3. Juni 2013

In europäische Aktien investieren, EURO STOXX 50

"The Chinese use two brush strokes to write the word 'crisis.' One brush stroke stands for danger; the other for opportunity. In a crisis, be aware of the danger - but recognize the opportunity." - John F. Kennedy

In meinem Artikel „Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen“ habe ich den Anlegern vorgeschlagen, dass sie ihr Portfolio auf verschiedene Regionen verteilen sollen. In einem vereinfachten Musterportfolio ist eine balancierte Verteilung wie folgt:
  • 30% Aktien aus den USA
  • 30% Aktien aus Europa
  • 30% Aktien aus Schwellenländern
  • 10% Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland
In diesem Artikel möchte ich mich auf die europäischen Aktien konzentrieren. Erstens möchte ich nochmal betonen, dass ich den unerfahrenen und passiven Anlegern vom Erwerb einzelner Aktien abrate („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Stattdessen bevorzuge ich den Kauf von ETF’s, die meiner Meinung nach für langfristige Anleger das beste Rendite-Risiko-Verhältnis bieten („Aktien-ETFs als Geldanlage“).

Was ist denn nun der beste Weg, mit ETF’s in europäische Aktien zu investieren? Welche ETF’s sind im Börsenhandel erhältlich? Welche ETF’s haben die niedrigsten Kosten? Die einfachste Lösung ist es, einen ETF zu finden, der den EURO STOXX 50 Index abbildet.


Dieser Index besteht aus den Aktein von 50 Unternehmen aus der Eurozone, die eine große Marktkapitalisierung haben. 13 davon sind deutsche Firmen, z.B. BASF, Siemens, Bayer, Volkswagen, usw. Die anderen Firmen stammen hauptsächlich aus Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden.

Hier sind die passenden ETF’s, die den EURO STOXX 50 Index abbilden:
  • Amundi ETF EURO STOXX 50
  • ComStage ETF EURO STOXX 50
  • db x-trackers EURO STOXX 50 UCITS ETF
  • EasyETF Euro Stoxx 50
  • iShares EURO STOXX 50
  • Lyxor ETF EURO STOXX 50
  • UBS-ETF EURO STOXX 50

Diese ETF’s unterscheiden sich bei den Fondspositionen kaum. Die Kosten (TER) liegen zwischen 0,00% und 0,25%, was ich sehr kostengünstig finde. Wenn Sie einen von diesen ETF’s kaufen möchten, würde ich Ihnen definitiv empfehlen, dass Sie auf der Webseite der Fondsanbieter den Verkaufsprospekt lesen. Sie müssen verstehen, worum es bei der Geldanlage geht, bevor Sie Ihr Geld dort anlegen. Zusätzlich können Sie bei www.morningstar.de einen Report für die oben gelisteten ETF’s lesen. Meistens gibt es eine Analyse für diese Produkte. Mit einer Anmeldung haben Sie Zugriff auf eine Analyse und können ein Musterportfolio erstellen. Ich finde es sehr hilfreich.

Ich denke, dieser ETF ist ein guter Start für Anleger, die in europäische Aktien investieren wollen. Einige Leute werden sicherlich denken: EURO STOXX 50 Index enthält viele Firmen aus Ländern wie Spanien und Italien. Die sind doch in der Krise. Warum sollte ich diese Aktien kaufen?

Ich sehe es eher als Chance („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Ich denke, dass europäische Aktien historisch gesehen günstig sind. Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) liegt bei 12,1 (Stand Ende Mai 2013). Auf der Onvista-Seite können Sie sich eine Liste der Aktien im EURO STOXX 50 Index und deren KGV’s anschauen.

Die europäischen Staaten sind wegen ihrer hohen Verschuldung in der Krise. Die meisten Firmen, die global wirtschaften, sind eigentlich in einer besseren Lage. Sie machen Gewinn und zahlen weiterhin Dividenden. Außerdem bin ich der Meinung, dass die Eurokrise mittelfristig enden wird. Es ist nicht die erste Wirtschaftskrise in der Geschichte und es wird nicht die letzte sein. Das Aufholen der Börsen und hohe Renditen sind kurz vor dem Ende der Krise zu erwarten.

Quelle: onvista.de

Wie Sie in diesem Chart sehen, hat der EURO STOXX 50 Index noch viel Luft nach oben. Es ist wichtig zu beachten, dass Euro Stoxx 50 ein Kursindex ist. Das heißt, die Dividenden werden ausbezahlt und nicht reinvestiert. Der DAX Index ist im Gegensatz dazu ein Performanceindex. Deshalb müssen Sie aufpassen, wenn Sie die Charts miteinander vergleichen.

In meinem eigenen Aktienportfolio habe ich bereits iShares EURO STOXX 50 (WKN: 593395). Ich würde anderen Anlegern empfehlen, sich schlau über diese ETFs zu machen, wenn sie in europäischen Aktien investieren wollen. Natürlich müssen Sie vorher entscheiden, ob Sie ein langfristiger Anleger sind („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“) und ob Sie verstanden haben, wie Ihr Wunsch-ETF funktioniert („finanzielle Bildung“).

Ich den nächsten Artikeln werde ich einige alternative ETFs vorstellen.

Montag, 1. April 2013

Aktienfonds als Geldanlage


“The best financial advisors do not have to work as a financial advisor.” - Anonymous
Sie möchten in Aktien investieren, aber haben wenig Erfahrung damit. Sie haben wenig Zeit und Motivation, in Ihre finanzielle Bildung zu investieren. Sie haben auch nicht die psychologische Bereitschaft, in individuelle Aktien zu investieren. Was sollen Sie tun?

Die Antwort Ihres Bankberaters auf diese Frage wird sein: „Kaufen Sie Aktienfonds von unserer Bank! (oder von einem großen Investmenthaus)“. Dieser Fonds hat ein niedriges Risiko und einen Star-Fondsmanager. Die historische Performance (meistens bis zu maximal 3 Jahren in die Vergangenheit) ist phänomenal. Und Bla-Bla.. Weitere Verkaufsargumente.

Es ist eigentlich dem Bankberater egal in was Sie investieren, solange er seine Verkaufsprovision bekommt und seine Verkaufsquoten erfüllt. Hiermit werden Bankberater zu Verkäufern gemacht. Sie werden versuchen die Produkte zu verkaufen, bei denen sie die höchste Provision bekommen. Das liegt in der Natur des Menschens.


Es gibt viele Aktienfonds, die gute Rendite gebracht haben. Viele sind langfristig gesehen auf jeden Fall eine bessere Geldanlage als Tagesgeldkonten. Morningstar (www.morningstar.de) ist ein Finanzanalyseunternehmen und bietet sehr ausführliche Informationen über Aktienfonds, wenn Sie interessiert sind und mehr über einzelne Fonds erfahren möchten. Trotzdem bin ich nicht der beste Freund von Aktienfonds, und zwar aus folgenden Gründen:

Kosten:

Der Bankmanager und die Bank investieren Ihr Geld für Sie nicht als Gefallen, sondern gegen eine Gebühr. Ich finde diese Gebühren extrem hoch. 1% bis 4% jährliche Kosten fallen für solche Fonds an. Diese Kosten fressen Ihre Rendite auf wie eine Steuer. Über Jahren summieren sich diese Gebühren zu hohen Summen und reduzieren den Zinseszinseffekt Ihrer Geldanlage („Der Zinseszinseffekt“). Eine Rendite von 10% sinkt mit einer Gebühr von 3% auf 7%. Diese 3% können Ihre finanzielle Freiheit um mehrere Jahre verzögern („Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“).

Auswahl:

Wie können Sie sicher sein, dass Ihr Fondsmanager eine bessere Rendite erzielt als andere Fondsmanager und der Marktdurchschnitt? Ist er klüger und hat geheime Tipps oder Insiderinformationen? Die Fondsbetreiber müssen die Inhalte ihres Fondsbestands veröffentlichen. Das heißt, jeder weiß was sie tun. Die Handlungen von sogenannten Starmanagern werden nachverfolgt und von anderen wiederholt, so dass die Rendite letztendlich sinkt. Viele Investmentfonds sind so groß, dass es mittlerweile fast unmöglich ist, dass sie eine überdurchschnittliche Marktperformance haben, weil sie den Markt selber bestimmen.

Historische Performance:

Wie können Sie sicher sein, dass die historische Performance von einem Fonds weiter fortgeht? Es gibt keine Garantie, dass ein Fonds, der drei Jahre in Folge eine überdurchschnittliche Marktperformance hatte, diese auch im vierten Jahr haben wird. Die historische Performance könnte reiner Zufall sein (eigentlich sind die Chancen hoch. In 1/8 der Fälle klappt das). Die Banken und die Investmenthäuser vermarkten nur ihre erfolgreichen Produkte. Die „Low-Performer“ werden geschlossen und in einen „High-Performer“ integriert, damit die Bilanzen sauber bleiben.

Aus diesen Gründen unterstütze ich den Kauf von Aktienfonds ungern. Trotzdem möchte ich sagen, dass es besser ist, in Aktienfonds zu investieren als gar nichts oder in Tagesgeldkonten. Einige von diesen Fonds mit niedrigeren Gebühren sind gute Alternativen zu direktem Kauf von individuellen Aktien, wenn Sie sich mit dem Thema nicht gut auskennen.


Freitag, 22. März 2013

Aktien als Geldanlage


“Although it’s easy to forget sometimes, a share is not a lottery ticket… it’s part-ownership of a business.” – Peter Lynch

Um finanzielle Freiheit schneller zu erreichen, ist es wichtig die Rendite von Ihren Geldanlagen zu erhöhen (“Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen?“). Sichere Geldanlagen („Populäre und sichere Geldanlagen“) bieten generell keine hohe Renditen an. Besonders in den letzten Jahren ist die Rendite von früher guten Anlagenarten wie Staatsanleihen („Staatsanleihen als sichere Geldanlage“) stark gesunken.

Ein Weg, mehr Rendite auf Ihre Geldanlage zu bekommen, ist, die Risikobereitschaft zu erhöhen („Risiko bei Geldanlagen“). In diesem Artikel möchte ich über eine der populärsten Geldanlagen schreiben: Aktien.



Kurz gesagt ist eine Aktie ein Teil einer Aktiengesellschaft. Wenn Sie eine Aktie kaufen, werden Sie Aktionär und erwerben einen Teil des Unternehmens. Hier können Sie sich eine schöne Infografik über Aktien anschauen:

Folgende sind die drei meistbenutzten Wege, um in Aktien zu investieren:
  1. Direkter Kauf von individuellen Aktien
  2. Kauf von Aktienfonds
  3. Kauf von Aktien-ETFs

Direkter Kauf von individuellen Aktien

Der direkte Kauf von individuellen Aktien ist die ultimative Art des Aktieninvestments. Sie besitzen dann einen Anteil des Unternehmens direkt und werden Aktionär. Das klingt gut, aber solche Investments bringen hohe Verlustrisiken mit sich. Sie müssen sich mit dem Thema gut auskennen, die Unternehmensberichte lesen und analysieren können. Das Verständnis fundamentaler technischer Analyse wäre von Vorteil. Deshalb würde ich den unerfahrenen Anlegern vom direkten Kauf von Aktien abraten. Sie müssen erst Ihr finanzielles Wissen („Finanzielle Bildung“) aufbauen, bevor Sie sich mit Aktien beschäftigen. Es ich auch empfehlenswert, ein Musterdepot zu eröffnen und mit virtuellem Geld in Aktien zu investieren, um besser zu verstehen, wie es funktioniert. Nach einer erfolgreichen Probephase und mit erworbenem Wissen können Sie mit echtem Geld direkt in Aktien investieren. Klein anfangen und diversifizieren ist auch wichtig, um mögliche Verluste in der Anfängerphase begrenzt zu halten.

Aktienfonds

Aktienfonds sind eine Art von Geldanlage, die von Banken und Investmenthäusern angeboten und intensiv beworben wird. Wenn Sie einen Aktienfond kaufen, investiert jemand Ihr Geld für Sie überwiegend in Aktien. Sie sparen damit den Aufwand, einzelne Aktien zu analysieren und ständig die Kurse zu beobachten. Das hat aber seinen Preis: Ausgabeaufschlag und Managementgebühren. 3% bis 5% einmalig für Ausgabeaufschlag und 1% bis 3% jährliche Managementgebühren können möglicherweise anfallen. Diese Gebühren können Ihre Rendite stark reduzieren. Ich bin persönlich kein Freund von Aktienfonds. Es spricht vieles gegen diese, was ich in einem separatem Artikel noch zusammenfassen werde.

Aktien-ETFs

ETF’s (Exchange-traded fund) sind eine Art von Investmentfonds. Davon sind Aktien-ETFs eine ähnliche Anlagenart wie Aktienfonds - mit einem großen Unterschied. Sie werden nicht von einem teuren Fondmanager aktiv verwaltet, sondern passiv über ein Computeralgorithmus, der bekannte Aktienindexe repliziert. Sie werden auch nicht mit viel Werbung vermarktet. Aus diesen Gründen sind die jährliche Managementgebühren viel niedriger, meist unter 1%, bei einigen ETF’s sogar unter 0,5%. Aktien-ETF’s sind meine erste Empfehlung an die Anleger, die Ihr Geld in Aktien investieren möchten und wenig Erfahrung mit Aktien haben. Das Angebot von weltweiten ETF’s, die eine Risikostreuung ermöglichen, mit ihren niedrigen Kosten macht ETF’s zu einer attraktiven Anlagenart. Außerdem gibt es viele Theorien, dass solche ETF’s, die die Weltindexe abbilden, langfristig die beste Aktienanlage für Otto Normalanleger sind. Ich werde mich  auch mit diesem Thema in einem separaten Artikel befassen.

Ich wollte in diesem Artikel eine Einführung in das Thema Aktien machen. Es gibt viele Webseiten und Blogs, die sich ausschließlich mit Aktien beschäftigen. Das Thema ist sehr umfangreich und manchmal schwer zu überblicken. Gleichzeitig sind Aktien eine perfekte Gelegenheit, Ihre Rendite zu erhöhen. Historisch gesehen haben Aktien langfristig trotz mehrerer Finanzkrisen die anderen Geldanlagen wie Anleihen, Gold, Immobilien oder Rohstoffe in ihren Gewinnspannen übertroffen („Historische Performance von DAX und Dow Jones“).

Wenn Sie finanzielle Freiheit durch Finanzmittel erreichen möchten, müssen Sie sich mit Aktien gut auskennen. Aktien sind die beste finanzielle Methode, um hohe Renditen mit kalkulierbarem Risiko zu erzielen.


Freitag, 25. Januar 2013

Historische Performance von DAX und Dow Jones


"Only buy something that you'd be perfectly happy to hold if the market shut down for 10 years." -  Warren Buffett

Ich höre immer wieder von Leuten, dass hohe Renditen unmöglich seien und man alleine von dem passiven Einkommen durch Rendite nicht leben kann. Ich möchte in diesem Artikel darstellen, dass durchschnittlich hohe Renditen in den Finanzmärkten über längere Zeit möglich sind.

Dafür nutze ich die historischen Werte von zwei wichtigen Aktienindexen, dem DAX (Deutschland) und dem Dow Jones (USA). Unten in der Tabelle sehen Sie die Performance von DAX und Dow Jones in den letzten 25 Jahren kalkuliert mit Dividenden.

Quelle: Wikipedia

Ein Tagesgeldanleger sagt immer, dass Aktien hoch und runter gehen und am Ende des Tages nichts bringen. Deswegen ist er glücklich mit unter 2% jährliche Rendite, was weniger als die Inflationsrate ist.

Wie Sie in der Tabelle sehen, ist die durchschnittliche Rendite in den letzten 25 Jahren über 11%. Das Schlüsselwort in diesem Satz ist die „durchschnittliche Rendite“. Es gibt Jahren, in denen die Aktien bis zu 44% ihres Wertes verloren haben. Aber im Durchschnitt zeigen die Aktienindexe einen steigenden Trend. Das ist nicht nur in den letzten 25 Jahren so, sondern auch seit der Gründung der Börse  - trotz  Weltfinanzkrise 1929, Ölkrise 1973 und zwei Weltkriegen.

Sie können ohne tieferes Wissen über Aktien diese durchschnittliche Rendite erzielen. Was Sie dafür tun müssen, ist nicht eine individuelle Aktie suchen und Ihr gesamtes Vermögen in diese anlegen. Abhängig von Ihrem Alter und Ihrer Risikobereitschaft können Sie Ihr Vermögen zwischen sicheren Geldanlagen („Populäre und sichere Geldanlagen“) und Aktien verteilen. Für den Aktienanteil können Sie einfach einen ETF (Exchange-traded Fund) kaufen, der DAX, Dow Jones oder andere Weltindexe widerspiegelt. Mehr brauchen Sie nicht. Der Rest ist abwarten. Ich werde in den nächsten Artikeln mehr über Aktien und Aktien-ETF’s schreiben.

Wenn also der Aktienindex, der den Durchschnitt einer Anzahl von Aktien bildet, in 25 Jahren über 11% Rendite bringt, kann man theoretisch mit individueller Aktienauswahl noch höhere Renditen bekommen, richtig?

Das ist theoretisch richtig, aber in der Praxis viel schwieriger als es klingt. Es gibt unzählige Bücher und Theorien, wie man den Markt überlisten kann. Dazu ist aber ein sehr fundiertes Wissen über Aktienmärkte und Handelstrategien nötig. Möglich ist es schon. Ambitionierte Anleger können Ihre Zeit in die Bildung ihres finanziellen Wissens investieren. Wie ich in dem Artikel „Vermögenswachstum,Darstellung der Effekte von Ersparnis und Rendite“ gezeigt habe, erhöhen 1-2% zusätzliche jährliche Rendite Ihr Vermögen auf lange Sicht drastisch durch den Zinseszinseffekt.