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Donnerstag, 26. November 2015

Risikobereitschaft und Erfolg

“Pearls don’t lie on the seashore. If you want one, you must dive for it.” - Chinese proverb

Warum sind manche Leute erfolgreicher als andere? Es gibt tausende von Bücher und Studien über die Faktoren, die zum Erfolg führen. In meinem letzten Artikel habe ich über die Beziehung zwischen Risiko und Rendite geschrieben. Der Sache „Risiken eingehen“ oder „Risikobereitschaft“ möchte ich in diesem Artikel nachgehen.

Bei den Geldanlagen sagt man oft, dass hohe Rendite mit hoher Risikobereitschaft verbunden ist. Gilt dieser Spruch nur für Geldanlagen? Gibt es eine Beziehung zwischen Risikobereitschaft und Erfolg?

Erfolg ist für mich nicht nur hohe Rendite mit meiner Geldanlage, sondern auch das Erreichen der Ziele und Resultate in meinem Leben. Oft ist Erfolg für die Menschen das Streben nach etwas, das man noch nicht hat. Risikobereitschaft ist für mich nicht nur Investieren in Aktien-ETFs, sondern auch Handeln, die eigene Komfortzone verlassen, die Bereitschaft, etwas zu tun, vor dem andere sich scheuen.

Zwei Junggesellen auf einer Party

David und Marco sind zwei Junggesellen, die an einem Freitag Abend zu einer Party gehen. Die beiden möchten an diesem Abend ein Mädchen kennenlernen, mit dem sie gerne eine Beziehung anfangen würden (Erfolg = Mädchen kennenlernen). Sie kennen noch niemanden auf dieser Party. Was ist der beste Weg, damit David und Marco ihr Ziel erreichen? Klar, Mädchen ansprechen.

Es ist einfacher gesagt als getan. David ist eigentlich sehr introvertiert und redet ungern mit Unbekannten. Er wird sehr nervös, wenn er sich einem hübschen Mädchen annähert. Wenn ein Mädchen ihn ablehnen würde (Risiko), würde er sich sehr wertlos fühlen. Das Gefühl möchte er nicht haben. Deshalb bleibt er lieber ruhig in seiner Ecke, hört die Musik, guckt die Leute an, aber spricht mit keinem unbekannten Mädel. Am Ende des Abends ist er kein Risiko eingegangen, hat dafür auch kein Mädchen kennengelernt. 

Marco ist auch schüchtern, möchte aber unbedingt eine Freundin haben. Er weiß, dass er eventuell abgelehnt wird, wenn er ein Mädchen anspricht. Er hat aber keine andere Möglichkeit. Also trinkt er ein paar Kölsch und spricht während des Abends mehrere Mädels an. Nach einem erfolglosen Start wird er lockerer und selbstbewusster. Es war doch nicht so schlimm, wie er gedacht hat. Die unbekannten Leute beißen nicht. Das Verlassen seiner Komfortzone lohnt sich, als er in der Mitte des Abends die nette Julia kennenlernt. Ein paar Wochen später sind Marco und Julia ein Paar.


Was ist der Unterschied zwischen David und Marco? Wer ist erfolgreicher? Wer von ihnen wird mit seiner Einstellung seine Ziele im Leben einfacher erreichen?

Warum sind Unternehmer reicher?

Der Erfolg liegt am Ende des wenig befahrenen Wegs. Die meisten Menschen nehmen aber normalerweise den sicheren Weg. Angst von Ablehnung, Angst von Versagen und Angst von Erfolg sind einige Gründe, warum die meisten Menschen ihren sicheren Weg nicht verlassen möchten.


Die Beziehung zwischen Risiko und Rendite zeigt sich auch, wenn die Menschen den sicheren Weg nehmen. Warum verdient ein Unternehmer mehr als ein Angestellter? Warum muss ein Arbeitnehmer zwischen einen sicheren Job und einem hohen Gehalt wählen? Warum verdient man in provisionsbasierten Berufen mehr als in Berufen mit festem Lohn?

Eine Antwort auf diese Fragen ist die Risikobereitschaft und die Anzahl der Leute, die das Risiko eingehen. Es ist genauso bei Geldanlagen: wer die Risikobereitschaft mitbringt, muss im Durchschnitt mehr verdienen als derjenige, der den sicheren Weg nimmt. Wer Risiken eingeht, kann natürlich möglicherweise scheitern. Die Risikobereitschaft muss aber irgendwie belohnt werden. Sonst würde es keiner machen.

Andersherum wird die Belohnung für den sicheren Weg (sichere Arbeit) niedriger sein. Sonst würden alle Menschen sichere und lukrative Berufe ausüben wollen. In einer funktionierenden Marktwirtschaft herrschen diese Regeln. Wenn diese gestört wird, endet es meist unglücklich für die Menschen (ein Beispiel: alle Beamten in Griechenland verdienen sehr viel und haben sehr hohe Pensionsansprüche. Beamte werden war der beste Karriereweg).

Circa 90% der Gründungen in den USA scheitern innerhalb von fünf Jahren. Die überlebenden Firmen aber schaffen Wertschöpfung und bringen den Gründern Reichtum. Schauen Sie sich mal die reichsten Menschen der Welt und von Deutschland an. Welche von denen sind Arbeitnehmer und haben eine Festanstellung?

Risikobereitschaft bei Geldanlagen

Es ist mir sehr wichtig, dass meine Leser die Beziehung zwischen Risiko und Rendite bei Geldanlagen verstehen. Mit diesem Wissen sind Sie im Leben einen Schritt weiter. Sie werden keinem Verkäufer glauben, wenn er Ihnen eine sichere Geldanlage mit hoher Rendite verspricht (Hallo, sogenannte Bankberater!). Sie werden auch in Ihrem Leben einige Risiken eingehen müssen, wenn Sie erfolgreicher sein möchten.

Also sprechen Sie das Mädchen an, schreiben Sie die Bewerbung, gründen Sie nebenberuflich Ihre Firma, probieren Sie das neue Hobby, legen Sie einen Teil Ihres Geldes in Aktien-ETFs an und verlassen Sie Ihre Komfortzone.

Dienstag, 17. November 2015

Die Beziehung zwischen Risiko und Rendite

"How many millionaires do you know who have become wealthy by investing in savings accounts? I rest my case." - Robert G. Allen
Wenn ein Anleger die richtigen Entscheidungen für seine Geldanlage treffen möchte, muss er unbedingt verstehen, wie die Beziehung zwischen Risiko und Rendite funktioniert. Ich habe den Eindruck, dass viele unerfahrene Anleger und Sparer nicht wissen, warum es höhere Renditen (Überrendite) überhaupt gibt.

Folgender Grundsatz gilt in der Finanzwelt: Ohne Risiko gibt es keine hohe Renditen. Das sogennante „Magische Dreick der Vermögensanlage“ wird oft in der Finanzberatung eingesetzt. Eine Überrendite ist einfach die Belohnung für die Bereitschaft, höhere Risiken einzugehen.
Ich möchte ein Beispiel aus dem alltäglichen Leben geben.

Fall #1: Sie haben zwei Schulfreunde, Paul und Olaf, die sich von Ihnen Geld ausleihen möchten. Paul ist Arzt und Familienvater, er wohnt fünf Minuten entfernt von Ihnen. Sie kennen seine Eltern auch, die auch in Ihrer Gemeinde wohnen. Paul braucht 10.000 € für die dringende Reparatur seines Dienstwagens und verspricht, das Geld innerhalb von einem Jahr zurückzuzahlen.

Olaf ist Junggeselle und zur Zeit arbeitslos. Sie sind mit ihm nicht mehr eng befreundet, weil er sein Studium abgebrochen und viele Jahre die Welt bereist hat. Olaf braucht 10.000 € für seine Unternehmensgründung und verspricht, das Geld innerhalb von einem Jahr zurückzuzahlen.

Beide haben sich bereit erklärt, Ihnen den Tageszinssatz von 1% als Entschädigung zu zahlen. Würden Sie lieber Paul oder Olaf Ihr Geld ausleihen?  


Jeder rationale Mensch mit Verstand würde in diesem Fall Paul bevorzugen. Der Grund ist einfach das Ausfallrisiko. Wenn man Olaf mit Paul vergleicht, fällt die Entscheidung leicht. Das Risiko, dass man sein Geld nicht zurückbekommt, ist bei Olaf viel höher als bei Paul. Für die gleiche Rendite von 1% wählt der Anleger die Variante mit dem niedrigeren Risiko.

Fall #2: In diesem Beispiel gehe ich bei Olaf ins Detail. Olaf war immer ein bisschen abenteuerlustig. Er war aber ein sehr schlauer Junge und macht heutzutage einen sehr soliden Eindruck. Er hat Ihnen von seinen Plänen von der Unternehmensgründung erzählt. Es klingt immer noch riskant, es gibt es aber eine gute Chance, dass er erfolgreich sein wird. Dazu hat er Ihnen versprochen, 10% Zinsen als Entschädigung zu zahlen.


Es wird interessanter. Beide Optionen (Paul oder Olaf) sind akzeptabel, jedoch mit unterschiedlichen Risiken und erwartete Renditen verbunden. Der Fall #2 stellt die Hauptbotschaft dieses Artikels dar. Rendite ist mit Risiko verbunden. Wo es Risiko gibt, verlangt ein Anleger hohe Renditen. Wo es Sicherheit gibt, bietet der Schuldner oder die Finanzindustrie niedrige Renditen an. Risikofreie hohe Renditen gibt es aus einem einfachen logischen Grund nicht. Das möchte ich kurz erklären.

Wenn Paul (niedriges Ausfallrisiko) 10% Zinsen anbieten würde, würden alle seine Freunde in der Schlange warten, um ihm Geld auszuleihen. Deshalb hat er die Möglichkeit, niedrigere Zinsen anzubieten. Das tut er, wenn er nicht dumm ist.

Wenn Olaf (hohes Ausfallrisiko) 1% Zinsen anbieten würde, würde keiner ihm Geld ausleihen. 1% Zinsen bekommt man schon bei Paul mit niedrigerem Risiko. Deshalb muss Olaf die Zinsen bei seinem Angebot solange erhöhen, bis jemand bereit ist, das Risiko einzugehen und ihm das Geld zu leihen.

Für den Anleger ist die hohe Rendite eine Belohnung („risk premium“), weil er bestimmte Risiken eingeht. Es kann natürlich schief gehen und der Anleger kann Verluste machen. Die erwartete Rendite bei einer riskanten Geldanlage muss aber im Prinzip höher sein als bei einer sicheren Geldanlage. Der risikoscheue Anleger soll dagegen den Preis für Sicherheit bezahlen und sich mit niedrigeren Renditen zufriedenstellen.

Es ist sehr wichtig für jeden Anleger, diese Beziehung zwischen Risiko und Rendite zu verstehen.
Lasst uns zurückgehen zu Fall #2. Würden Sie jetzt Paul oder Olaf das Geld ausleihen? Oder gleichzeitig beiden? Oder Paul 7.000 € und Olaf nur 3.000 €? Ähnliche Fragen werden Sie sich bei der Gestaltung Ihres Portfolios stellen müssen. Wie risikobereit sind Sie? Können Sie Verluste gut aussetzen? Können Sie mit einem riskanten Portfolio gut schlafen? Wie wichtig ist hohe Rendite für Sie?


Dienstag, 5. Mai 2015

Geld auf dem Tagesgeldkonto für unerwartete Ausgaben

“Neither a borrower nor a lender be. For loan oft loses both itself and friend. And borrowing dulls the edge of husbandry.” Shakespeare, Hamlet Act 1
In meinem letzten Artikel habe ich über meine Erfahrungen mit dem Umzug berichtet. Aus finanzieller Sicht haben wir im Endeffekt circa 6.000 € mehr gebraucht als wir als Rücklagen gespart hatten.

Jeder Mensch kann in seinem Leben in so eine Situation geraten. Man braucht plötzlich eine Summe, die man nicht auf seinem Girokonto zur Verfügung hat. In so einem Fall gibt es zwei Möglichkeiten:
  • Geld leihen
  • Auf Ersparnisse oder Geldanlagen zugreifen

Geld leihen:

Sie können Geld von einer Bank als Dispokredit oder Verbraucherkredit bekommen. Sie müssen aber mit hohen Zinsen rechnen. Die Banken, die für Girokonten und Festgelder kaum Zinsen anbieten, verlangen für Dispokredite 7,5%  bis 12% Zinsen. Die Verbraucherkreditzinsen liegen heute je nach Laufzeit und Kredithöhe zwischen 4,5% und 11%. Ich würde auf jeden Fall versuchen, solche hohe Zinszahlungen zu vermeiden. Wenn Sie bereits Schulden haben, würde ich Ihnen stark empfehlen, diese zuerst zurückzuzahlen, bevor Sie Ihr Geld in Aktien oder Anleihen investieren („Die bösen Schulden“). 

Als Alternative können Sie sich aus Ihrem Verwandten-, Freundes- oder Bekanntenkreis Geld leihen. Das wird bei kleineren Summen oft praktiziert. Wenn Sie zu 100% sicher sind, dass Sie das Geld innerhalb von ein paar Monaten zurückzahlen können, ist es in Ordnung, diesen Weg zu gehen. Für große Summen und lange Rückzahlungsphasen würde ich es aber auf jeden Fall vermeiden. Wenn Sie Schulden bei einem Freund oder Familienmitglied haben, ändert sich Ihre persönliche Beziehung zu dieser Person. Sie werden Schuldner und Ihr Bruder oder Kumpel wird Gläubiger.  Es lohnt sich nicht, Ihre Beziehung zu dieser Person wegen Geld zu gefährden.


Auf Geldanlagen zurückgreifen:

Wenn Sie plötzlich eine große Summe Geld benötigen und kein Bargeld oder Geld auf dem Girokonto haben, hilft Ihnen Ihre Immobilie nicht („5 Gründe eine Immobilie zu kaufen und Gegenargumente“). Ein reines Immobilienvermögen ist deshalb keine gute Idee, weil Immobilien keine Liquidität ermöglichen. Sie haben aber die Möglichkeit, auf Ihre vorhandenen Geldanlagen für das benötigte Geld zurückgreifen. Die möglichen Arten von Geldanlagen für diesen Zweck sind folgende:
  • Tagesgeldkonto
  • Festgeldkonto
  • Wertpapiere (Anleihen, Aktien, Fonds, Zertifikate)

Auf das Geld auf dem Festgeldkonto zurückzugreifen ist keine gute Idee, weil Sie Ihr Geld für eine bestimmte Laufzeit dort angelegt haben. Eine vorzeitige Kündigung ist bei Termingeldern normalerweise nicht vorgesehen. Es ist im Notfall möglich. Sie müssen aber die Ertragsverluste ggf. akzeptieren.

Sie können Ihre Wertpapiere über die Börse verkaufen, wenn Sie Ihr Geld brauchen. Das ist der Vorteil bei Wertpapieren. Das Geld ist sehr liquide. Ein möglicher Nachteil ist natürlich, dass Sie eventuell Verluste bei Ihrer Aktie oder Ihrem Fonds haben. Diese Wertpapiere gehören in die Gruppe der langfristigen Geldanlage. Anleger sollten den vorzeitigen Verkauf möglichst vermeiden.

Die Lösung lautet daher: Tagesgeldkonto. Tagesgeldkonten bringen heutzutage kaum Rendite mehr. Sie haben aber zwei wichtige Eigenschaften: Liquidität und Sicherheit. Ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto können Sie innerhalb eines Tages abheben. Ihr Geld ist dank der Einlagesicherung bis 100.000 € gesichert. Es gibt dazu kein Verlustrisiko. Die niedrige Rendite ist der Preis für diese Sicherheit und Liquidität.

Es wird jedem empfohlen, drei bis sechs Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto zu parken. Dieses Geld ist für Notfallsituationen gedacht. Denken Sie bitte nicht, dass Ihnen nichts passieren kann. „Shit happens!“. Die Welt ist voll unerwarteter Ausgaben: Ein teurer Umzug wie in meinem Fall, Autoreparaturen, Zahnarztkosten, Geldbedarf in der Familie, Verlobungsring, usw..

Tagesgeldkonten bringen keine hohe Rendite. Das heißt aber nicht, dass Sie bei der Wahl Ihrer Bank gleichgültig handeln sollten. Bei MoneYou bekommen Sie heute 1,05% Zinsen auf dem Tagesgeldkonto. Bei Comdirect sind es 0,25%. 0,8% Prozent mehr auf 10.000 € machen 80 € im Jahr. Also, besser als nichts.

Mein Geld auf dem Tagesgeldkonto für unerwartete Ausgaben hat mir dabei geholfen, dass ich keinen Kredit bei einer Bank aufnehmen musste. Ich musste auch kein Geld von meinen Freunden ausleihen. Darauf bin ich stolz und sehr glücklich. Ein bisschen Sicherheit auf eigene Verantwortung muss jeder haben.

Montag, 9. Februar 2015

Warum fällt der Ölpreis?

“Oil creates the illusion of a completely changed life, life without work, life for free. Oil is a resource that anaesthetizes thought, blurs vision, corrupts.” ― Ryszard Kapuściński

Jeder Autofahrer hat es sicherlich bemerkt, dass Tanken in den letzten Monaten viel günstiger geworden ist. Aktuell liegt der Benzinpreis (Super) bei circa 1,35/l. Ich kann mich gut erinnern, dass ich vor zwei Jahren 1,65 € für einen Liter Benzin bezahlt habe. Damals hatte ich mich beschwert und angefangen mit der Bahn zur Arbeit zu fahren („Analysieren Sie Ihre Ausgaben“).


Der Grund für das günstigere Benzin ist der fallende Ölpreis. Der Brent-Öl-Preis schwankte von 2011 bis 2013 zwischen 100 und 120 $. Seit Mitte 2014 ist ein starker Abstieg von 100 $ bis zur 50-Dollar-Marke zu beobachten. 50% weniger innerhalb von sechs Monaten!

Keiner hatte es vorhergesehen. Das war sehr überraschend für viele Ökonomen und Anleger.


Der Ölpreis beeinflusst vieles in der Wirtschaft. Die Auswirkungen eines niedrigen Ölpreises bringen viele Gelegenheiten für Anleger mit sich ("Gelegenheiten Geld zu schaffen"). Wie bei jedem wirtschaftlichen Ereignis wird es in diesem Fall auch Gewinner und Verlierer geben: Volkswirtschaften, Firmen, Aktienmärkte und natürlich Anleger.

Ich möchte ersteinmal verstehen, warum der Ölpreis gefallen ist. Danach möchte ich mir Gedanken darüber machen, wer die Verlierer und Gewinner des niedrigen Ölpreises sein können. Es gibt sicherlich genügend Studien darüber, die man im Internet nachlesen kann. Mit den entsprechenden Informationen kann ich dann entscheiden, ob ich meine langfristige Anlagestrategie ändern bzw. anpassen muss („Portfolio-Aktionsplanfür 2015“).

Warum fällt der Ölpreis plötzlich?


Viele wissen, dass die Produktion von Schieferöl in den USA in den letzten Jahren ziemlich gewachsen ist. Wobei Fracking in Deutschland noch in der Debatte steht, investieren amerikanische Firmen in den USA weiterhin in Schieferölproduktion und neue Technologien. Wie es aussieht, werden die USA demnächst wieder der größte Ölhersteller der Welt.


Das heißt, dass wir ein wachsendes Ölangebot auf dem Markt haben. Normalerweise haben die OPEC-Länder das Gesamtangebot immer angepasst und leicht knapp gehalten, weil sie von einem hohen Ölpreis profitieren. Die Produktion von Schieferöl wächst seit 2012. Dieses Wachstum wurde durch die zurückgehenden Ölproduktionen im Iran und in Libyen ausgeglichen. 2014 war dies aber anders. Während die Produktion in den USA weiter gewachsen ist, haben auch die OPEC-Länder die Produktion erhöht. Daraus hat sich ein Überangebot ergeben.

Ein anderer Faktor ist das schwache Wirtschaftswachstum in Europa und den Schwellenländern. Die Nachfrage nach Öl ist nicht genauso schnell gewachsen wie das Ölangebot auf dem Markt. Effizientere Motoren für Autos, besonders in den USA, haben diesen Faktor weiter unterstützt.
Öl wird auf der Weltmarkt in Dollar gehandelt. Der starke Dollar im Vergleich zu anderen Währungen hat die Situation für den Ölpreis verschlechtert.

Dazu gibt es ein paar Verschwörungstheorien. Eine davon ist, dass die USA und ihre Allierten in den Golfstaaten Russland und Putin bestrafen möchten. Die Politik Russlands in der Ukraine und in Syrien hat den USA und Saudi-Arabien sicherlich nicht gut gefallen. Eine andere Theorie ist, dass die OPEC-Länder den Ölpreis niedrig halten möchten, damit das Schieferölgeschäft nicht mehr profitabel ist. Unter 70-80 $ lohnt sich die Schieferölförderung in vielen Ölfeldern nicht mehr. Die Saudis können einen niedrigen Ölpreis verkraften. Die Schieferöl-Unternehmen aber, die für das Geschäft Kredite aufgenommen haben, haben mit niedrigen Preisen eventuell Schwierigkeiten.

Eigentlich erklären Angebot und Nachfrage alleine nicht, weshalb der Preis plötzlich um 50% gefallen ist. Dabei spielen sicherlich auch Spekulatoren eine Rolle, die den Preis noch weiter runter treiben, als er eigentlich sein sollte.

All diese Gründe resultieren in dem heute günstigsten Ölpreis seit 2009. Ich sehe die Sitaution persönlich ziemlich positiv für die Weltwirtschaft. Die Ölproduktion ist eigentlich fast ein Monopol. Die OPEC-Länder sitzen auf 81% der Ölreserven und 45% der Ölproduktion der Welt. Sie haben in den letzten Jahrzehnten quasi bestimmt, wie hoch der Ölpreis sein soll. Billionen wurden von den Industrieländern, die keine Ölreserven haben, an die OPEC-Länder gezahlt. Der Ölpreis hat Einfluss auf das Leben von jedem Mensch auf der Welt. Die Produktionskosten von vielen Lebensmitteln, Transportkosten, Heizkosten, Herstellungskosten von vielen Waren korrelieren direkt mit dem Ölpreis.

Besonders die armen Menschen in den Schwellenländern und in Afrika leiden unter dem hohen Ölpreis. Das Essen wird teurer und die Lebensstandards sinken. Das Geld, das viele OPEC-Länder am Öl verdienen, wird leider nicht immer für Verbesserung der Lebensstandards der Bürger in diesen Ländern eingesetzt. Viele Diktaturen werden dadurch stärker. Während eine kleine Anzahl von Menschen ein Superluxusleben führen, haben viele Menschen ein Leben in Armut und Schwierigkeiten.

Dank der Technologie ist die Welt bald nicht mehr abhängig von Öl aus den OPEC-Länder. Die Schieferöltechnologie wird immer besser. Neue und günstigere Fördermethoden werden das Ölangebot weiterhin erhöhen. Effizientere Autos, energiesparende Heizungen, alternative Energiequellen wie Sonne, Wind, Biogas und Atomkraft werden helfen, dass die Ölnachfrage nicht so schnell steigen wird wie das Angebot.

Endlich sehen wir die Macht der freien Wirtschaft und des freien Wettbewerbs. Billige Energie hat dem Wachstum des Wohls der Menschheit in der Geschichte immens geholfen.

Wie kann man nun als Anleger von billigem Ölpreis profitieren? Einige Optionen sind folgende:
  • Investieren in Öl (mit der Annahme, dass der Ölpreis in der Zukunft weiter steigen wird)
  • Investieren gegen die Länder, die unter dem niedrigem Ölpreis leiden (mit Hebelprodukten)
  • Investieren gegen die Ölkonzerne (mit Hebelprodukten)
  • Investieren in Firmen, die von billigem Öl profitieren
  • Investieren in Länder, die von billigem Öl profitieren

In meinem nächsten Artikel werde ich die Optionen analysieren und schauen, ob ich meine Anlagestrategie für 2015 dementsprechend anpassen muss.

Dienstag, 9. September 2014

Norwegen, Verwendung der Öleinnahmen und Vermögensaufbau

"The most important measure to reduce the state's oil and gas price risk" is to put its petroleum revenues into the oil fund and thus into "diversified financial investments globally".- Siv Jensen, Norway's finance minister
Norwegen ist ein Land, das sehr reich an Naturschätzen ist. Die Öl- und Gasreserven in der Nordsee machen 50% der Exporte und mehr als 20% des Bruttoinlandsproduktes des Landes aus. Norwegen ist der neuntgrößter Ölexporteur und drittgrößte Gasexporteur der Welt. Solche Rohstoffquellen zu haben ist zugleich ein großes Glück und Pech für ein Land. Es gibt viele Länder auf der Welt, die trotz reichlicher Öleinnahmen ein geringes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf haben. Bekannte Beispiele sind der Iran, der Irak, Nigeria,  Angola, Venezuela und Kazachstan.

Es gibt mehrere Gründe für diesen wirtschaftlichen Zustand. Einer davon ist natürlich die Korruption in diesen Ländern und der Fakt, dass die Öleinnahmen an kleine Interessengruppen wie Königsfamilie oder Oligarchen fließen. Das führt dazu, dass diese Einnahmen einfach verschwendet werden. Ein anderes Risiko für Länder mit hohen Rohstoffexporten ist die sogenannte holländische Krankheit.

Die holländische Krankheit wurde zuerst in den Sechziger Jahren in den Niederlanden beobachtet, nachdem dort Erdgasvorkommen entdeckt worden waren. Die hohen Exporte haben zu Außenhandelsüberschüssen geführt, was eine Aufwertung der Währung des Landes verursacht hatte. Dadurch wurden die anderen Güter des Landes teurer, was die Exporte dieser Güter vermindert hat. Das hatte schwere Folgen für die betroffenen Industrien, was der Grund für grundsätzliche ökonomische Probleme wie z. B. Arbeitslosigkeit war. Das war der Fluch der Rohstoffe.

Norwegen macht es ganz anders. Der größte Teil der Öl- und Gasindustrie wurde von den Staatskonzernen betrieben. Was der norwegische Staat mit den Einnahmen macht, ist das eigentlich Interessante. Diese Einnahmen gehen in den staatlichen Pensionsfonds und in der Regel werden nicht mehr als 4% der Einnahmen ausgegeben. Die Norweger geben ihr Geld nicht verschwenderisch aus, sondern sparen es für den Vermögensaufbau. 

Das verwaltete Vermögen des norwegische Staatsfonds bemisst sich auf circa 880 Mrd. Dollar, damit ist es der weltgrößte Staatsfonds. Sehr bemerkenswert ist auch, was die Norweger mit diesem Vermögen machen. Sie kaufen hauptsächlich Aktien. Das Portfolio enthält mehr als 60% Aktien und circa 40% Anleihen und Immobilien (Quelle: Norwegisches Finanzministerium). Nach der Finanzkrise 2008 wurde sogar der Aktienanteil von 40% auf 60% erhöht. Die fallenden Zinsen und günstigen Aktienpreise waren der Hauptgrund dafür. Dieses Konzept war sehr erfolgreich und die Norweger haben vom Bullenmarkt der letzten Jahren stark profitiert.


Ich denke, wir können von den Norweger lernen, wie man mit seinen Einnahmen und seinem Vermögen umgehen kann. Ich sehe den norwegischen Staat als eine junge, bewusste Person mit einem guten Einkommen. Diese Person lebt sparsam und baut ihr Vermögen auf. Sie ist auch risikobereit und erwartet eine hohe Rendite von ihrem Vermögen. Die Norweger wissen, dass die Öl- und Gaseinnahmen nicht unendlich sind. Sie bereiten sich auf die Wintertage vor, wie in der Fabel „Die Grille und die Ameise“. Sie denken langfristig und möchten ihren zukünftigen Generationen eine finanziell sichere Zukunft bieten.

Wir können  von den Norwegern noch etwas lernen, und zwar, wie man sein Vermögen genau anlegt. Erstens ist das Vermögen diversifiziert angelegt. Die Aktien und Anleihen sind verteilt auf Europa, Vereinigte Staaten, Asien-Pazifik und Schwellenländer („Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen“). Zweitens wird das Geld an mit minimalen Kosten angelegt. Die jährliche Kosten belaufen sich auf zwischen 0,07% und 0,09%.

Die Norweger sind risikobereit, weil sie ihr Geld langfristig angelegt haben („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“). Das ist der Grund, warum sie sich einen hohen Aktienanteil leisten können. Sie haben noch Ölreserven und brauchen das Vermögen noch nicht. Voraussichtlich wird das Gesamtvermögen im Jahr 2020 mehr als ein Billion Dollar betragen.

Als Privatanleger können Sie dasselbe machen, was die Norweger mit ihrem Staatsfonds machen. Sparen Sie einen Teil Ihres Nettoeinkommens ("Bezahle Dich selbst zuerst") und legen Sie das Geld an. Bauen Sie Ihr Portfolio mit Aktien-ETFs aus verschiedenen Regionen auf („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Seien Sie vorsichtig mit den Fondsgebühren und Beraterkosten („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“).

Montag, 14. Juli 2014

Warum sind Aktien die beste Geldanlage?

"The American economy is going to do fine. But it won't do fine every year and every week and every month. I mean, if you don't believe that, forget about buying stocks anyway... It's a positive-sum game, long term. And the only way an investor can get killed is by high fees or by trying to outsmart the market." – Warren Buffett

Ich bin der Überzeugung, dass Aktien die beste Geldanlage für langfristig orientierte Anleger sind („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“). Dieses Argument basiert natürlich nicht nur auf meinem persönlichen Glauben und meiner Hoffnung, sondern auf historischen Daten. Historisch gesehen haben Aktien im Vergleich zu ihren Anlagealternativen die beste Rendite für die Anleger gebracht.

Historische Zahlen sind keine Garantie für die Rendite der Zukunft, oder für das, was wir in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren von unserem Aktienportfolio erwarten können („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Die Zahlen sind aber die einzige verlässliche Information, die wir haben, um eine geschätzte Rendite mit statistischen Tools berechnen zu können. Hier kommen statistische Konzepte wie „Mittelwert“ und „Standardabweichung“ ins Spiel. Bei der Verwendung der historischen Zahlen in einer Simulation unterschiedlicher Szenarien können wir zum Beispiel mit 95%iger Wahrscheinlichkeit berechnen, was für eine Spanne unsere in der Zukunft zu erwartende Rendite haben wird.

Wenn ich Aktien zur besten Geldanlage kröne, meine ich eigentlich „im Vergleich zu anderen Geldanlagen“. Was sind denn die Alternativen?

Ich möchte auch betonen, dass ich, wenn ich „Aktien“ schreibe, nicht das bestimmte Unternehmen „X“ meine, sondern eine Mischung verschiedener Aktien. Die USA haben den größten Aktienmarkt mit einem Anteil von circa 34% der weltweiten Aktien. Für den amerikanischen Aktienmarkt stehen auch weit zurückgehende historische Zahlen zur Verfügung. Deswegen nehme ich den S&P 500 Index als Basis für meinen Vergleich. Dieser Index umfasst die Aktien von Fünfhundert der größten börsennotierten amerikanischen Unternehmen. 

Unten sehen Sie die Performance des S&P 500 Index im Vergleich zu alternativen Geldanlagen seit 1926.

Quelle: bogleheads

„Corporate Bonds“ sind Unternehmensanleihen, „Government Bonds“ sind Staatsanleihen und die Inflation entspricht generell dem Preiswachstum von Immobilien.

Die jährliche Rendite von S&P 500 und amerikanischen Staatsanleihen im Einzelnen finden Sie hier.
Trotz der Jahren, in den Aktien eine negative Rendite gebracht haben, zeigen uns die historischen Zahlen, dass man mit Aktien im Vergleich zu anderen Geldanlagen langfristig eine wesentlich höhere Rendite erzielen kann.

Warum Rendite für den Vermögensaufbau sehr wichtig ist, können Sie in meinem Artikel „Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnisse und Rendite“ nachlesen. 1% mehr Rendite kann in 20 Jahren einige Hunderttausend Euro Unterschied im Vermögen ausmachen.

Mittwoch, 30. April 2014

Krimkrise, Ukraine-Konflikt und russische Aktien

"The best thing that happens to us is when a great company gets into temporary trouble...We want to buy them when they're on the operating table." – Warren Buffett

Seit Februar 2014 läuft ein bewaffneter Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Dieser ist wohl vielen meiner Leser schon bekannt, weil in Deutschland in den Nachrichten täglich darüber berichtet wird. Die Krimkrise hat politische Gründe und wird uns höchst wahrscheinlich noch eine Weile beschäftigen. Ob Russland oder die Ukraine Recht hat und was für ein Diktator der russische Präsident Wladimir Putin sein mag, ist nicht Thema dieses Artikels und ist mir persönlich erstmal gleich. Was mich interessiert, sind die wirtschaftlichen Folgen der Krimkrise.

Die Reaktion der Aktienmärkte auf die Ereignisse war zunächst sehr negativ. Innerhalb von zwei Wochen fiel der DAX-Index um circa 700 Punkte, also ungefähr 7,2%. Einen sehr hohen Verlust hat der russische Aktienindex RTS erlitten, nämlich ungefähr 20% innerhalb von zwei Wochen ab Beginn der Krimkrise. Dies ist der niedrigste Stand seit 2010, und zwar 45% niedriger als der höchste Stand von 2123 Punkten im April 2011. In den Abbildungen unten können Sie die Chartvergleiche von DAX, Dow Jones und RTS in unterschiedlichen Zeiträumen sehen.

RTS, DAX, Dow Jones Aktienmärkte seit der Krimkrise
RTS, DAX, Dow Jones Aktienmärkte Historische Werter

Es gibt natürlich eine Erklärung für die Verluste im russischen Aktienmarkt: Ein möglicher Krieg, wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland, ein Stopp der Fremdinvestitionen, fallender Ölpreis, usw.. Eine Lösung der Krise ist noch nicht in Sicht. Die Anleger haben ihr Vertrauen verloren und große Angst vor Putin und schlimmeren Ereignissen.

Während andere Menschen Krisen und Kriegsschiffe sehen, sehe ich eher eine Gelegenheit („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Wie ich in meinem Artikel „Querdenker: Contrarian-Strategie, gegen den Markttrend investieren“ geschrieben habe, sind die Anleger manchmal sehr pessimistisch und reagieren übertrieben, wenn politische Unruhen entstehen. Politische Unruhen hat es vor ein paar Monaten auch in der Türkei gegeben und der türkische Aktienindex ISE 100 fiel um 20% innerhalb von ein paar Wochen. Nachdem die Unruhen vorbei waren, stieg der Index wieder auf das alte Niveau. Eine Menge Leute einschließlich der Pessimisten hat dadurch eine Menge Geld verloren. Und einige Querdenker haben Gewinne erzielt.

türkischer Aktienmarkt

Meiner Meinung nach befinden wir uns heute noch (Stand Ende April 2014) in einer Situation, in der russische Aktien überverkauft sind. Mit einem durschnittlichem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von knapp über 5 stehen die russiche Aktien sehr günstig. Ich denke, dass geduldige und mutige Anleger innerhalb von 3 bis 5 Jahren mit russischen Aktien eine gute Rendite erzielen können ("Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage"). Die Krise wird früher oder später enden und alles wird wieder gut. Die großen Wirtschafstmächte haben keine Interesse an einem Krieg wegen der Ost-Ukraine; nicht zuletzt, weil die europäischen Länder inklusive Deutschland abhängig vom russischen Erdgas sind.

Meine Leser wissen schon, dass ich in meinem Blog keine Kaufempfehlungen abgebe. Vielmehr rate ich eher davon ab, einzelne Aktien zu kaufen ("Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger"), wenn man kein Profi-Anleger ist. Ich bin der Meinung, dass ein Portfolio, das aus diversen ETFs besteht ("Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen"), langfristig bessere Rendite bringt als aktives Trading und als teure Aktien-Fonds ("Lege nicht alle Eier in einen Korb"). Dasselbe gilt für russische Aktien. Jeder muss sich selbst informieren, bevor er irgendeine Aktie oder einen ETF kauft ("Finanzielle Bildung"). Auf morningstar.de können Sie eine detaillierte Analyse des ETFs "db x-trackers MSCI Russia Capped Index" aus russischen Aktien lesen. Ich habe letzte Woche diesen ETF in mein Portfolio aufgenommen.

Russland ist ein Schwellenland und der Aktienmarkt ist dort noch nicht so verbreitet wie in den entwickelten Länder. Deshalb sind die Aktienpreise sehr volatil. Man kann in kurzer Zeit viel Geld verlieren oder gewinnen. Deshalb sehe ich meinen russischen ETF als eine Erweiterung meines Portfolios. Der Hauptbestandteil meines Portfolios sind immer noch amerikanische und europäische ETFs ("In europäische Aktien investieren, EURO STOXX 50").

Montag, 24. Februar 2014

Wie kann ich ein Unternehmen besitzen?

I think you have to learn that there's a company behind every stock, and that there's only one real reason why stocks go up. Companies go from doing poorly to doing well or small companies grow to large companies. - Peter Lynch

In meinem letzten Artikel “Wie funktioniert ein Unternehmen” habe ich erklärt, warum Unternehmen existieren und was sie tun, um Gewinne zu erzielen. Was hat das mit Ihrem Geld und Ihren Ersparnissen zu tun? Was hat man als einzelne Person davon, dass irgendwelche Firmen Gewinne erzielen und Ihre Gewinne kontinuierlich erhöhen? Die Antwort ist, dass man sich als einzelne Person an diesen Unternehmen als Aktionär beteiligen und von dem Erfolg der Unternehmen profitieren kann.

Eine Firma, die kontinuierlich einen guten Gewinn macht, ist wie eine Gelddruckmaschine, die immer schnell läuft. Wenn Sie eine Wohnung besitzen und diese Wohnung vermietet haben, macht Ihre Immobilie Geld für Sie („Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen?“). Die Miete, die Sie bekommen, ist passives Einkommen („Wieerreiche ich finanzielle Freiheit?“). Wenn Sie Geld in einem Festgeldkonto („Festgeldkonten als sichere Geldanlage“) oder Anleihen („Staatsanleihen als sichere Geldanlage“) angelegt haben, zahlt die Bank oder der Anleihenermittler Ihnen Zinsen als Miete für Ihr Geld („Wie funktionieren Anleihen?“). Das ist auch passives Einkommen.

Aktionäre - Courtyard of the Amsterdam Stock Exchange by Emanuel de Witte

Wenn Sie Inhaber einer Firma sind, macht Ihre Firma Geld für Sie. Das ist auch passives Einkommen. Ein Unterschied ist, dass die Firmen nicht alle Gewinne direkt an die Inhaber verteilen. Ein Teil der Gewinne wird als Dividenden ausgeschüttet („finanzielle Freiheit-Beispiele“). Der Rest wird in der Firma behalten. Dieses Geld erhöht den Buchwert des Unternehmens. Und es wird benutzt, um künftig noch mehr Gewinne zu erzielen, wie eine Gelddruckmaschine, deren Geschwindigkeit stetig steigt. Das ist einer der Gründe, warum Reiche immer reicher werden.

Vielleicht denken Sie gerade: ich möchte auch eine Firmen besitzen, aber ich habe weder Eltern, die schon eine Firma besitzen, noch genug Geld, um eine Firma zu kaufen oder gründen. Die gute Nachricht ist: Unser Wirtschaftssystem ermöglicht Ihnen, über die Börse Firmenanteile zu besitzen. Sie müssen nicht das Kind von Ferdinand Porsche sein, um Anteile von Porsche zu erwerben. Sie können die Anteile über die Frankfurter Börse in bezahlbaren Mengen kaufen. Diese Einheiten nennt man Aktien.

In meinem nächsten Artikel geht es darum, was eine Aktie ist und wie Sie passives Einkommen durch Aktienbesitz schaffen können.

Montag, 17. Februar 2014

Wie funktioniert ein Unternehmen?

“Some people regard private enterprise as a predatory tiger to be shot. Others look on it as a cow they can milk. Not enough people see it as a healthy horse, pulling a sturdy wagon.” -Winston Churchill

Die Aktienkurse fallen und steigen. Die langfristige Richtung der Aktienkurse ist aus einer historischen Sicht allerdings stets positiv gewesen ("Historische Performance von DAX und Dow Jones"). Die Hauptgründe für den Kursanstieg sind die Gewinne der Unternehmen und das Wirtschaftswachstum.

Der Existenzgrund jedes Unternehmens ist “Gewinnerzielung”. Vom Kiosk-Besitzer bis zum weltweiten Smartphone-Hersteller - alle Unternehmer wollen im Prinzip “Geld verdienen”. Dieser Beweggrund ist der Hauptmotor des Kapitalismus. Was Ihre politische Einstellung auch sein mag, Kapitalismus war seit hunderten von Jahren die Realität unserer Wirtschaftswelt. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Die staatlichen Unternehmen, Stadtwerke,  nichtstaatliche Organisationen und Stiftungen sind Ausnahmen und gelten nicht als klassiches Unternehmen. 


Unternehmen wollen Gewinne erzielen. Sie wollen auch ihre Gewinne kontinuierlich erhöhen. Dafür gibt es zwei Wege: den Umsatz erhöhen und die Kosten senken. Am besten ist es für die Unternehmen, an beidem gleichzeitig zu arbeiten. Ich denke, viele Arbeitnehmer im nichtöffentlichen Bereich erleben das alltäglich. Es werden neue Produkte entwickelt, Marketing- und Vertriebsorganisationen gegründet, neue Fabriken und Gebäuden gebaut, andere Firmen gekauft, neue Mitarbeiter eingestellt, Maschinen erneuert, usw. Dies geschieht nicht zum Spaß, sondern mit dem Ziel, “mehr Umsatz” und “mehr Gewinne” zu erzielen.

Außerdem wird versucht, Kosten zu reduzieren: Maschinenproduktivität wird erhöht, die Anzahl der Mitarbeiter reduziert, die verbleibenden Arbeitnehmer werden weitergebildet, Arbeitsprozesse werden vereinfacht,  Sparprogramme werden gestartet, in Technik wird investiert, günstigere Rohstoffe und Lieferanten werden gesucht, usw.

Technologie und Innovationen leisten den Unternehmen dabei eine große Hilfe. Denken Sie daran, wie der Rechner das Arbeitsleben vereinfacht und die Produktivität erhöht hat. Neue Fördermethoden für Öl und Rohstoffe senken die Materialkosten. Mit schnelleren, fähigeren und präziseren Maschinen erzielen Unternehmen bessere Qualität bei geringeren Herstellungskosten. Ich persönlich sehe die Zukunft noch besser als heute.

Entgegen dem verbreiteten Glauben machen die Unternehmen ihre Aufgaben sehr gut. Sie machen unser Leben jeden Tag besser und erzielen gleichzeitig Gewinne. Die unsichtbare Hand von Adam Smith ist längst im Betrieb. Millionen von kleinen und großen Unternehmen schaffen es, dass das Wirtschaftssystem läuft. Die Rolle des Staats ist es, dieses System zu regulieren. In manchen Ländern mischt sich der Staat in die Wirtschaft mehr ein und übernimmt zusätzliche Rollen.

Leider läuft das ganze Geschäft nicht immer rund, was wir als Wirtschaftskrise oder Rezession kennen. Krise in Kürze: weniger Umsatz, weniger Geschäfte, weniger Gewinne, negatives Wachstum, Arbeitslosigkeit, miese Laune der Bürger, usw.

Das Wirtschaftswachstum ist die Veränderung im Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes. Positives Wachstum bedeutet mehr Umsatz der Summe der Unternehmen in diesem Land. Mehr Umsatz heißt, mehr Produkte werden hergestellt (z.B. mehr Autos) und mehr Dienstleistungen werden genutzt (z.B. mehr Friseurbesuche). Hohes Wirtschaftswachstum schafft Arbeitsplätze und höhere Gewinne. Dadurch verdienen Meschen mehr Geld und geben mehr Geld aus. Die Gewinne der Unternehmen werden in Maschinen, Gebäuden und Technik reinvestiert. Das wiederum schafft weiteres Wirtschaftswachtum.  Es ist wie ein perpetuum mobile.

Sie fragen wahrscheinlich :“Was hat das alles denn mit Aktienkursen und meinem Geld zu tun?“. Diese Fragen werde ich im nächsten Artikel beantworten.

Montag, 27. Januar 2014

Prokon und Investments als Beteiligungen

“Never invest in a business you cannot understand.” –Warren Buffett


In den letzten Wochen gab es mehrere Meldungen in den Medien über die Insolvenz des Windparkbetreibers Prokon. Viele Firmen gehen jedes Jahr pleite. Beim Fall Prokon gibt es aber eine Besonderheit: 75000 Anleger haben in Prokon circa 1,4 Milliarden Euro investiert.

Prokon verkauft seit mehreren Jahren Beteiligungen and Windkraftanlagen. Ich denke, dass viele Leute die Werbeprospekte von Prokon in ihrem Briefkasten gefunden haben. Prokon hat bis zu 8% sichere (!) Rendite versprochen und gleichzeitig mit “Grüner Energie” das Gewissen der Anleger verschönert. Ich hatte auch überlegt, Geld in diese Beteiligung zu inverstieren. Weil ich das Geschäftsmodell von Prokon nicht verstanden habe, habe ich mich dagegen entschieden.

Beteiligungen an Windanlagen von Prokon sind kein Sonderfall. Es gibt viele Unternehmen, die Beteiligungen und Genussrechte an Wäldern, Schiffen, Schiff-Containern, Weingütern oder kleinen Internet-Start-ups verkaufen.


In solche Firmen Geld anzulegen, finde ich extrem riskant! Es wird eine hohe Renditen versprochen und Kunden werden mit “Sicherheit” gelockt. Ich muss diese Kunden enttäuschen: “Es gibt keine hohe Rendite ohne Risiko” (“Risiko bei Geldanlagen”).

In solchen Beteiligungen Geld anzulegen, ist vergelichbar mit dem Kauf von Aktien dieser Firmen (“Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger”). Es gibt ein großes Verlustrisiko, sogar ein Totalverlust ist möglich. Jetzt wird natürlich erwartet, dass die Prokon-Anleger vom Staat gerettet werden und ihre Verluste erstattet bekommen. Diese “armen” Anleger sind meiner Meinung nach selber Schuld. Man darf nicht einfach sein hartverdientes Geld in etwas so Spekulatives anlegen. Gier ist eine sehr gefährliche Eigenschaft.

Deshalb rate ich kleinen Anlegern von solchen Investments ab. Finger weg! Wertpapiere wie Aktien und Anleihen sind eine bessere und wesentlich sicherere Alternative (“Staatsanleihen als sichere Anlage”) - aber nicht in Form von Spekulationen, bei denen man sein ganzes Geld in ein Wertpapier steckt. Das ist eher “zocken”, eine Art Versuch, auf das beste Pferd in einem Rennen zu setzen. Der klügere Weg ist die Investition in ETFs, bei dem man sein Geld in einem diverzifizierten Portfolio verteilt (“Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen”).

Wenn Sie risikobereit sind, dann versuchen Sie Ihr Risiko zu streuen und so zu minimieren. Staatsanleihen aus Schwellenländern (“Staatsanleihen aus Schwellenländern”), Unternehmensanleihen oder Aktien aus Schwellenländern bieten langfristig gute Renditen mit überschaubarem Risiko. In einem ETF verringert die Insolvenz einer individuellen Firma oder eines Landes Ihre gesamte Rendite nur minimal.

Ein Aktienportfolio, das langfristig und diversifiziert angelegt ist, hat das Potential, eine Rendite zu bringen, wie sie Prokon versprochen hat (“Historische Performance von DAX und Dow Jones”). Sie können sich den möglichen Ärger sparen, wenn Sie Ihr Geld klug anlegen, anstatt impulsiv auf Briefwerbungen zu reagieren.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Depotkosten und Tipps beim Eröffnen eines Depots

“Everyone has the brainpower to follow the stock market. If you made it through fifth-grade math, you can do it.” -Peter Lynch

Für die Gestaltung Ihres Portfolios mit Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs brauchen Sie ein Depot (“Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Ihr Depot können Sie bei der Bank eröffnen, bei der Sie Ihr Girokonto haben. Meine Empfehlung ist allerdings, das Depot nicht bei der gleichen Bank wie Ihr Girokonto zu eröffnen. Es ist viel besser, Tagesgeldkonto und Depot bei einer anderen Bank als das Girokonto zu halten. Sie können monatlich Ihre Ersparnisse („Zwei Methoden, die Ihnen Sparen garantieren“) auf diese Konten überweisen und während Ihrer Investment-Periode („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“) dort behalten.

Es gibt viele Banken und Brokerage-Firmen, die Ihnen ein Depot anbieten. Hier sind einige Tipps, was Sie vor der Eröffnung Ihres Depots beachten sollten.

Depotgebühren

Manche Banken erheben monatliche oder jährliche Kosten in Form von Depotführungsgebühren. Mittlerweile bieten aber viele Banken kostenlose Depots an. Vermeiden Sie diese Gebühren. Die Banken verdienen sowieso genug an Provisionen.

Online-Brokerage

Aktien oder ETFs per Telefon oder bei einer Filiale zu kaufen ist Geschichte. Wählen Sie einen Anbieter, bei dem Sie die Wertpapiere einfach Online via Internet-Brokerage mit niedrigen Gebühren handeln können.

Kapitalertragsteuer

Wählen Sie einen Anbieter, bei dem die Kapitalertragsteuer automatisch abgezogen wird, sobald sie anfällt. Bei machen Brokerage-Firmen wie Interactive Brokers, die ihren Sitz im Ausland haben, ist dies nicht der Fall. Sparen Sie sich die zusätzliche Arbeit bei der Steuererklärung. Vergessen Sie bitte nicht, Ihrer Bank den Freistellungauftrag einzureichen („Freistellungsauftrag von der Kapitalertragsteuer“), damit Sie für Ihre Kapitaleinkünfte bis 801 € keine Steuern zahlen.


Handelbare Börsen

Sie können über alle Depotanbieter in Deutschland bei den großen deutschen Börsen wie XETRA, Franfurt, Berlin, Stuttgart und München handeln. Eigentlich brauchen Sie nicht bei den ausländischen Börsen zu handeln. Erstens werden bei diesen Börsen zusätzliche Gebühren erhoben. Zweitens sind die meisten Aktien und ETFs, in die Sie Ihr Geld anlegen können, an den deutschen Börsen verfügbar. Wenn Sie Ihr Geld unbedingt in exotischen Märkten anlegen möchten („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“), achten Sie darauf, welche Börsen bei Ihrem Anbieter handelbar sind.  

Provisionen

Dies ist der wichtigste Faktor bei der Wahl Ihres Depotsanbieters. Diese Gebühren vermindern Ihre Rendite drastisch. Daher Vorsicht! Die Provision wird von den meisten Anbietern wie folgt berechnet:
  • Prozentual: Zum Beispiel 0,25% des Transaktionsvolumens
  • Mindestgebühr pro Transaktion: 7,90 €, 10 € , 15 € oder höher

Beispiel: Die Provision bei der Ing-Diba beträgt 0,25% des Kurswerts, mindestens jedoch 9,90 €
Bei einem ETF-Kauf im Wert von 2000 € wird die Bank 9,90 € an Provision erheben.  Bei einem Wert von 5000 € steigt die Provision auf 12,50 €.

Direkthandel

Außer Provision zahlen Sie bei jeder Transaktion Börsengebühren. Sie sind zwar nicht so hoch wie die Provision, stellen aber schon einen Kostenfaktor dar. Zum Beispiel fallen folgende Börsengebühren für ein Ordervolumen von 2500 € an:
  • XETRA 1,75 €
  • Frankfurt 5,25 €
  • Düsseldorf 2,69 €
  • Berlin und München 3,05 €
  • Stuttgart 7 €

Sie können bei manchen Banken über den Direkthandel (z.B Tradegate) ohne Börsengebühren handeln. Sie müssen aber daraf achten, dass Sie wegen eines ggf. hohen Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Wertpapiers) nicht mehr zahlen als bei den oben genannten Börsen! Nichtsdestotrotz sind Anbieter, die Direkthandel anbieten, attraktiver für die Anleger.

Sparpläne

Sparpläne klingen gut, sind aber meiner Meinung nach eine Abzocke durch höhere Provisionen. Außerdem werden oft teure Aktienfonds in den Sparplänen angeboten („Aktienfonds als Geldanlage“). Ich werde mich mit Sparplänen in einem separaten Artikel befassen.

Neukundenbonus

Wenn Sie noch kein Depot haben oder Ihr Depot wechseln möchten, bekommen Sie bei manchen Anbietern einen Neukundenbonus in Form einer Gutschrift oder kostenloser Orders (Free Trades). Free Trades sind eine sehr gute Möglichkeit für Neuanleger, die noch keine Aktien oder ETFs haben und ein Portfolio getalten möchten. Damit zahlen Sie für Ihre Orders eine Weile keine Provision.

Freunde werben Freunde

Genau wie bei der Eröffnung eines Girokontos („Kontogebühren, Tipps für Ihr Girokonto“) können Sie in Ihrem Freundeskreis nachfragen, ob jemand schon ein Depot beim dem Anbieter hat, an dem Sie interessiert sind. Ihr Bekannter kann Sie bei der Bank werben und bekommt entsprechend eine Prämie.

Ich habe mein Depot bei der Ing-Diba, was ich auch normalen Anlegern empfehlen würde. Diese Bank erfüllt meine Erwartungen, hat relativ niedrige Transaktionsgebühren und bietet Direkthandel an. Nehmen Sie als Neukundenbonus „Free Trades“ und sparen Sie eine Menge Geld, nämlich in Höhe der Provisionen für die ersten 20 Orders in den ersten 6 Monaten.

Samstag, 16. November 2013

250 € Bonus für Depotwechsel zu comdirect

Dieser Post ist zwar kein Artikel, wie ich normalerweise einen schreiben würde. Ich habe aber ein Superangebot gefunden und wollte es kurzfristig meinen Lesern mitteilen. Das Angebot ist so gut, dass ich den Drang hatte, es weiterzuempfehlen. Nach dem Ablauf des Angebots wird dieser Post gelöscht. Ich werde einen „Freunde werben Freunde“-Bonus bekommen, falls Sie ein Depot über den Link unten eröffnen.


Comdirect bietet bis Ende November 2013 bis zu 250 € Prämie, wenn Sie Ihre Wertpapiere von anderen Banken auf ein comdirect-Depot übertragen. Wenn Sie Fonds oder ETFs besitzen, ist es ein Superangebot für Sie. Das Angebot gilt für alte und neue Kunden!

Die Höhe der Prämie beträgt 1 % des übertragenen Fondsvolumens inkl. ETFs von mindestens 1.000 Euro, maximal jedoch 250 Euro.

Ich habe heute mein Depotübertragsformular abgeschickt und freue mich auf die Prämie. Ein Freund von mir hat sein Depot auch bereits übertragen.

Montag, 11. November 2013

Kontogebühren, Tipps für Ihr Girokonto

“A bank is a place that will lend you money if you can prove that you don't need it.” - Bob Hope

Zahlen Sie noch Kontogebühren für Ihr Girokonto? Ich nicht. Seit meiner Studienzeit habe ich für die Kontoführung meines Girokontos keinen Cent bezahlt. Ich habe erstaunlicherweise festgestellt, dass viele Menschen monatlich Geld als Kontogebühren zahlen. Sogar jahrelang..

Diese Situation ist historisch gewachsen und bei den traditionellen Filialbanken immer noch gegeben. Das ist der Grund, warum mein Arbeitgeber mir zusätzlich zum Gehalt noch 1,28€ Kontoführungsgebühr überweist. Wenn man sich an diese Gebühren einmal gewöhnt hat, wird es selbstverständlich und wird nicht mehr in Frage gestellt.

Hier sind die monatlichen Kontoführungsgebühren der gewöhnlichen Filialbanken (Stand November 2013 für Girokonten)
  • Deutsche Bank: Aktivkonto 4,99 €
  • Commerzbank: 9,90 €
  • Sparkasse : 4 €


Wenn Sie ihr Girokonto in einer der obengenannten oder ähnlichen Filialbanken haben, zahlen Sie jährlich zwischen 48 € und 120 € nur für die Kontoführung! Das ist verschenktes Geld! Wenn Sie das Konto als Gehaltseingangskonto nutzen, verfallen die Gebühren je nach Bank. Dazu bleibt Ihr Geld aber zinsfrei auf dem Girokonto, und die Banken verleihen das Geld als Raten-, Auto- oder Immobilienkredit an andere Kunden - gegen 3% bis 15% Zinsen. Manche Banken (z.B. Deutsche Bank) spekulieren sogar über ihre „Investment Banking“- Tochtergesellschaften über Lebensmittelpreise und verursachen Armut und Hunger in den Dritte-Welt-Ländern.

Was ist die Alternative?

Die Alternative ist, einfach Ihre Bank zu wechseln. Heutzutage sind die Kontoführungsgebühren überflüssig. Sie sollten ein Girokonto haben, das null Euro kostet. Keinen Cent mehr! Hier sind einige Tipps, worauf Sie bei der Wahl Ihrer Bank achten sollten:

- Kostenlose Geldabhebungen

Sie müssen eine Bank wählen, bei der Sie kostenlos Geld abheben können. Dazu bitte schauen, ob Sie einen Bankautomat in Ihrer Nähe haben.

- Online-Banking

Online-Banking ist sehr empfehlenswert, um Zeit zu sparen und einen besseren Überblick über Ihre Ausgaben zu erhalten („Analysieren Sie Ihre Ausgaben“). Manche Banken erheben zusätzliche Gebühren für das Porto der Abrechnungen.  Nutzen Sie deshalb nur Online-Postfach.

- Neukunden-Bonus

Einige Banken wie Ing-Diba, Postbank, Comdirect und Cortal Consors haben einen Neukundenbonus zwischen 50 € und 75 €. Das ist ein super Angebot, wenn Sie sowieso Ihre Bank wechseln möchten.

- Freunde werben Freunde

Wenn Sie sich für eine neue Bank entschieden haben, fragen Sie in Ihrem Freundeskreis, ob jemand schon sein Konto bei dieser Bank hat. Viele Banken haben „Freunde werben Freunde“-Aktionen, bei denen der Werbende eine Prämie oder einfach „Bargeld“ bekommt. Dieses Geld können Sie Ihrem Freund schenken, 50%-50% teilen oder für ein gemeinsames Essen nutzen.

Ich habe zwei Girokonten. Eins bei der Targobank (auch eine Filialbank), welches ich als Gehaltskonto nutze. Daher zahle ich keine Kontoführungsgebühren. Dazu habe ich ein Konto bei der Ing-Diba, welches ich wegen des praktischen Online-Bankings und dem Neukundenbonus von EUR 75 empfehlen würde. Meine Freundin und ich („Die Rolle des Partners in finanzieller Freiheit“) haben ein gemeinsames Konto für unseren Haushalt bei Comdirect. Dieses bietet kostenlose Kontoführung, zwei EC-Karten und einen Neukundenbonus von 50 €.