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Montag, 9. Februar 2015

Warum fällt der Ölpreis?

“Oil creates the illusion of a completely changed life, life without work, life for free. Oil is a resource that anaesthetizes thought, blurs vision, corrupts.” ― Ryszard Kapuściński

Jeder Autofahrer hat es sicherlich bemerkt, dass Tanken in den letzten Monaten viel günstiger geworden ist. Aktuell liegt der Benzinpreis (Super) bei circa 1,35/l. Ich kann mich gut erinnern, dass ich vor zwei Jahren 1,65 € für einen Liter Benzin bezahlt habe. Damals hatte ich mich beschwert und angefangen mit der Bahn zur Arbeit zu fahren („Analysieren Sie Ihre Ausgaben“).


Der Grund für das günstigere Benzin ist der fallende Ölpreis. Der Brent-Öl-Preis schwankte von 2011 bis 2013 zwischen 100 und 120 $. Seit Mitte 2014 ist ein starker Abstieg von 100 $ bis zur 50-Dollar-Marke zu beobachten. 50% weniger innerhalb von sechs Monaten!

Keiner hatte es vorhergesehen. Das war sehr überraschend für viele Ökonomen und Anleger.


Der Ölpreis beeinflusst vieles in der Wirtschaft. Die Auswirkungen eines niedrigen Ölpreises bringen viele Gelegenheiten für Anleger mit sich ("Gelegenheiten Geld zu schaffen"). Wie bei jedem wirtschaftlichen Ereignis wird es in diesem Fall auch Gewinner und Verlierer geben: Volkswirtschaften, Firmen, Aktienmärkte und natürlich Anleger.

Ich möchte ersteinmal verstehen, warum der Ölpreis gefallen ist. Danach möchte ich mir Gedanken darüber machen, wer die Verlierer und Gewinner des niedrigen Ölpreises sein können. Es gibt sicherlich genügend Studien darüber, die man im Internet nachlesen kann. Mit den entsprechenden Informationen kann ich dann entscheiden, ob ich meine langfristige Anlagestrategie ändern bzw. anpassen muss („Portfolio-Aktionsplanfür 2015“).

Warum fällt der Ölpreis plötzlich?


Viele wissen, dass die Produktion von Schieferöl in den USA in den letzten Jahren ziemlich gewachsen ist. Wobei Fracking in Deutschland noch in der Debatte steht, investieren amerikanische Firmen in den USA weiterhin in Schieferölproduktion und neue Technologien. Wie es aussieht, werden die USA demnächst wieder der größte Ölhersteller der Welt.


Das heißt, dass wir ein wachsendes Ölangebot auf dem Markt haben. Normalerweise haben die OPEC-Länder das Gesamtangebot immer angepasst und leicht knapp gehalten, weil sie von einem hohen Ölpreis profitieren. Die Produktion von Schieferöl wächst seit 2012. Dieses Wachstum wurde durch die zurückgehenden Ölproduktionen im Iran und in Libyen ausgeglichen. 2014 war dies aber anders. Während die Produktion in den USA weiter gewachsen ist, haben auch die OPEC-Länder die Produktion erhöht. Daraus hat sich ein Überangebot ergeben.

Ein anderer Faktor ist das schwache Wirtschaftswachstum in Europa und den Schwellenländern. Die Nachfrage nach Öl ist nicht genauso schnell gewachsen wie das Ölangebot auf dem Markt. Effizientere Motoren für Autos, besonders in den USA, haben diesen Faktor weiter unterstützt.
Öl wird auf der Weltmarkt in Dollar gehandelt. Der starke Dollar im Vergleich zu anderen Währungen hat die Situation für den Ölpreis verschlechtert.

Dazu gibt es ein paar Verschwörungstheorien. Eine davon ist, dass die USA und ihre Allierten in den Golfstaaten Russland und Putin bestrafen möchten. Die Politik Russlands in der Ukraine und in Syrien hat den USA und Saudi-Arabien sicherlich nicht gut gefallen. Eine andere Theorie ist, dass die OPEC-Länder den Ölpreis niedrig halten möchten, damit das Schieferölgeschäft nicht mehr profitabel ist. Unter 70-80 $ lohnt sich die Schieferölförderung in vielen Ölfeldern nicht mehr. Die Saudis können einen niedrigen Ölpreis verkraften. Die Schieferöl-Unternehmen aber, die für das Geschäft Kredite aufgenommen haben, haben mit niedrigen Preisen eventuell Schwierigkeiten.

Eigentlich erklären Angebot und Nachfrage alleine nicht, weshalb der Preis plötzlich um 50% gefallen ist. Dabei spielen sicherlich auch Spekulatoren eine Rolle, die den Preis noch weiter runter treiben, als er eigentlich sein sollte.

All diese Gründe resultieren in dem heute günstigsten Ölpreis seit 2009. Ich sehe die Sitaution persönlich ziemlich positiv für die Weltwirtschaft. Die Ölproduktion ist eigentlich fast ein Monopol. Die OPEC-Länder sitzen auf 81% der Ölreserven und 45% der Ölproduktion der Welt. Sie haben in den letzten Jahrzehnten quasi bestimmt, wie hoch der Ölpreis sein soll. Billionen wurden von den Industrieländern, die keine Ölreserven haben, an die OPEC-Länder gezahlt. Der Ölpreis hat Einfluss auf das Leben von jedem Mensch auf der Welt. Die Produktionskosten von vielen Lebensmitteln, Transportkosten, Heizkosten, Herstellungskosten von vielen Waren korrelieren direkt mit dem Ölpreis.

Besonders die armen Menschen in den Schwellenländern und in Afrika leiden unter dem hohen Ölpreis. Das Essen wird teurer und die Lebensstandards sinken. Das Geld, das viele OPEC-Länder am Öl verdienen, wird leider nicht immer für Verbesserung der Lebensstandards der Bürger in diesen Ländern eingesetzt. Viele Diktaturen werden dadurch stärker. Während eine kleine Anzahl von Menschen ein Superluxusleben führen, haben viele Menschen ein Leben in Armut und Schwierigkeiten.

Dank der Technologie ist die Welt bald nicht mehr abhängig von Öl aus den OPEC-Länder. Die Schieferöltechnologie wird immer besser. Neue und günstigere Fördermethoden werden das Ölangebot weiterhin erhöhen. Effizientere Autos, energiesparende Heizungen, alternative Energiequellen wie Sonne, Wind, Biogas und Atomkraft werden helfen, dass die Ölnachfrage nicht so schnell steigen wird wie das Angebot.

Endlich sehen wir die Macht der freien Wirtschaft und des freien Wettbewerbs. Billige Energie hat dem Wachstum des Wohls der Menschheit in der Geschichte immens geholfen.

Wie kann man nun als Anleger von billigem Ölpreis profitieren? Einige Optionen sind folgende:
  • Investieren in Öl (mit der Annahme, dass der Ölpreis in der Zukunft weiter steigen wird)
  • Investieren gegen die Länder, die unter dem niedrigem Ölpreis leiden (mit Hebelprodukten)
  • Investieren gegen die Ölkonzerne (mit Hebelprodukten)
  • Investieren in Firmen, die von billigem Öl profitieren
  • Investieren in Länder, die von billigem Öl profitieren

In meinem nächsten Artikel werde ich die Optionen analysieren und schauen, ob ich meine Anlagestrategie für 2015 dementsprechend anpassen muss.

Dienstag, 14. Januar 2014

Ein finanzieller Rückblick auf 2013 - Ausgaben

“I have learned to seek my happiness by limiting my desires, rather than in attempting to satisfy them.” ― John Stuart Mill

Ich möchte meinen Artikel “Ein finanzieller Rückblick auf 2013 – Einnahmen” fortsetzen und über meine Erfahrungen, wie ich meine Ausgaben im letzten Jahr reduziert habe, berichten. Ich hoffe, dass diese Tipps von meinen Lesern angewandt werden können. Das Ziel “Ausgaben reduzieren” ist genauso wichtig wie “Einnahmen erhöhen”. Es ist sogar viel einfacher und liegt mehr im eigenen Einflussbereich.


Ausgaben reduzieren


Wie gesagt liegen Ihre Ausgaben in Ihren Händen. Sie können Ihre Ausgaben in einigen Schritten reduzieren. Ich habe meinen Aktionsplan für 2013 durchgesetzt und konnte meine Ausgaben um 13,4% reduzieren. Dieses Geld wird direkt für meinen Vermögensaufbau verwendet.

Der Hauptfaktor für diese Reduzierung waren nämlich meine Barausgaben. Ich muss ehrlich sagen, dass ich früher meine Bargeldausgaben nicht richtig mit Disziplin nachverfolgt habe. Deswegen hatte ich eine Menge Ausgaben, die ich nicht zuordnen konnte. Vermutlich habe ich das Geld für Ausgehen (“Kosten von Getränken beim Feiern und Ausgehen”) oder Essen im Restaurant ausgegeben. Mittlerweile versuche ich, vieles mit EC-Karte zu bezahlen und trage meine Bargeldausgaben in einer Smartphone-App (Cashtrails) ein. Ob bewusst oder unbewusst, man gibt so weniger Geld aus.

Der zweitgrößte Beitrag kommt durch geringere Kosten für Urlaub (“Versuchungen Geld auszugeben, Eindrücke aus einem Sommerurlaub”). Rechtzeitige Planung und bewussteres Reisen haben mir sehr geholfen (“Flugpreise als Bestandteil von Reisekosten”). Die Reiseziele spielen auch eine wichtige Rolle.

Die drittgrößte Reduzierung meiner Ausgaben ergab sich aus meiner Kündigung der Mitgliedschaft im Fitnessstudio (“Fitnessstudio, Konten abbauen um Muskeln aufzubauen”). 588 € sind in meiner Tasche geblieben!!

Außerdem gibt es die folgenden kleineren Posten, die sich zusammen addieren:


Die jährliche Analyse der Ausgaben ist eine sehr interessante Übung. Mit dieser Übung können Sie Ihre Gewohnheiten erkennen und sehen, wo das ganze Geld hingeht. Diese Übung würde ich jedem definitiv empfehlen. Man sieht Ausgaben, die man normalerweise einfach ignorieren würde. Ein Vergleich mit Freunden und Bekannten kann sehr interessante Einblicke erwecken.

Montag, 9. Dezember 2013

LED-Lampen statt Glühbirnen, Test und Vergleich

“We now know a thousand ways not to build a light bulb” – Thomas Alva Edison

Mein Projekt „Stromverbrauch reduzieren” läuft weiter ("4 Wege Stromkosten im Haushalt zu reduzieren"). In diesem Artikel möchte ich meine Erfahrungen über den Austausch von Glühbirnen gegen LED-Lampen mitteilen.

Die Kosten für die Beleuchtung machen in einem Haushalt 9% der Stromkosten aus. Auf vielen Webseiten wird der Austausch von Glühbirnen gegen Energiesparlampen empfohlen. Die Glühbirne ist aus technologischer Sicht nicht anders als diejenige, die Edison im Jahr 1880 hat patentieren lassen. Nur 5% der aufgenommenen elektrischen Leistung werden im Bereich des sichtbaren Lichtes abgestrahlt. Der Rest strahlt als Wärme im Infrarotbereich ab.

Die Regierung hat sogar den Verkauf von Glühbirnen mit mehr als 60 W verboten. Für mein Pilotprojekt habe ich ein Excel-Sheet erstellt, mit dem ich den Stromverbrauch durch Eingabe von Leistung und Laufzeit berechnen kann. Dazu habe ich mein ELV-Strommessgerät für genaue Verbrauchsmessungen eingesetzt.

Als ersten Schritt habe ich drei „verdächtige“ Dauerbrennglühbirnen für mein Pilotprojekt ausgewählt
  • 60 W Glühbirne im Wohnzimmer, die circa 4 Stunden am Tag brennt 
  • 40 W Glühbirne im Wohnzimmer, die circa 4 Stunden am Tag brennt 
  • 40 W Glühbirne im Schlafzimmer, die circa 2 Stunden am Tag brennt 

Wir sind ungefähr 300 Tage im Jahr zu Hause, an denen wir Beleuchtung brauchen.

Für eine einfache Berechnung im Kopf:
1 Watt Leistung pro Stunde macht in 330 Tagen 0,3 kWh pro Jahr aus, was 0,094 € an Kosten bedeutet. Man kann auf 10 Cent aufrunden, weil der Strompreis noch steigen wird und weil es einfacher zu kalkulieren ist: Einfach die täglichen Laufzeiten mit Stromleistung multiplizieren und dann mal 10 Cent nehmen.

Folglich kostet die 60 W Glühbirne #1 im Wohnzimmer, die 4 Stunden am Tag in Betrieb ist, jährlich :

10 (Cent) x 60 (Watt) x 4 (Stunden) = 2400 Cent, also 24 €. Die Glühbirne #2 im Wohnzimmer kostet 16 € und die Glühbirne #3 im Schlafzimmer kostet 8 €. Alle drei kosten insgesamt 48 €.

Alternativen zu Glühbirnen

Als zweiten Schritt habe ich die Alternativen zu Glühbirnen recherchiert. Es gibt zwei Möglichkeiten: Energiesparlampen (Kompaktleuchstofflampen) und LED-Lampen.

Ich habe mit Energiesparlampen schlechte Erfahrungen. Die volle Leuchtkraft wird nicht sofort erreicht, sondern erst nach einigen Minuten. Sie sind nicht geeignet für schnelles Ein- und Ausschalten. Außerdem enthalten sie Quecksilber, das gesundheitsschädlich ist. Aus diesen Gründen habe ich mich für LED-Lampen entschieden.

Die LED-Technologie hat in den letzten Jahren eine große Entwicklung durchgemacht. Der Hauptkritikpunkt, dass das Licht nicht natürlich sei, ist überholt. Niedriger Stromverbrauch, hohe Lebensdauer (~ 10.000 Stunden; Glühbirnen haben circa 1000 Stunden Lebensdauer), schnelle Reaktionszeit beim Einschalten und Umweltverträglichkeit (kein Quecksilber) sind die Vorteile der LED-Lampen. LED-Lampen sind die Zukunft.


Ich habe viele Kundenrezessionen gelesen und habe ich mich für diese 3 LED-Lampen von Philips entschieden. Ich würde meinen Lesern von billigen LED-Lampen abraten. Die Kunden haben meist schlechte Erfahrungen. Entweder ist die Farbqualität ist nicht gut, das Licht nämlich künstlich, oder der Stromverbrauch ist höher als angegeben. Markenprodukte sind mittlerweile auch günstig zu haben, was vor einem Jahr nicht der Fall war.

Über Amazon bestellt, nach Hause kostenlos geliefert und installiert. Fertig! Man muss nur aufpassen, dass man die richtige Fassung bestellt (E14 oder E27). Ich war von der Lichtqualität positiv überrascht. Man kann den Unterschied kaum merken. Den tatsächlichen Verbrauch habe ich noch gemessen. Er ist noch niedriger als vom Hersteller angegeben.

Die Gesamtleistung der 3 Lampen ist mit dem Austausch von 140 W auf 17 W gesunken. Hier ist der Vergleich der Lampen bei unserem jährlichen Verbrauch.

Strompreis: 27,25 cent/kWh, 457g/kWh CO2 Ausstoss bei Rheinenerhie

37 € Ersparnis in einem Jahr!! Für die Lampen habe ich insgesamt 30 € bezahlt. Ein Austausch zahlt sich schon im ersten Jahr aus!! Der Austausch hat nicht nur finanzielle Vorteile, sondern bedeutet auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Dazu reduziert sich der Kohlendioxid-Ausstoss um 63 kg pro Jahr.

Ich habe mit meinem Pilotprojekt empirisch bewiesen, dass ein Austausch von Glühbirnen gegen LED-Lampen sich lohnt. Ich würde jedem empfehlen, LED-Lampen zu Hause einzusetzen.

Nächter Schritt: Die restlichen Glühbirnen und Halogenlampen gegen LED-Lampen austauschen.

Montag, 25. November 2013

4 Wege Stromkosten im Haushalt zu reduzieren

“We can create a more sustainable, cleaner and safer world by making wiser energy choices.” - Robert Alan Silverstein

Wie ich in meinem letzten Artikel “Energiewende, Strompreis und die Auswirkungen auf dieVerbraucher“ verkündet habe, werde ich ein paar Artikel dem Strompreis und Stromverbrauch widmen. 

Als persönliche Reaktion zu Energiewende und steigenden Strompreisen habe ich mich in den letzten Wochen mit dem Thema Strom beschäftigt. Die Kosten sind für mich nicht der einzige Grund für diese Bemühung. Die Energiewende ist nicht nur eine Wende von Kernenergie zu Ökostrom, sondern auch zu Braun- und Steinkohle. Ich möchte auch meinen persönlichen Beitrag zu klimaschädlichem Kohlen- und Schwefeldioxid damit reduzieren.


Hier sind 4 Tipps, Stromverbrauch und Stromkosten in Ihrer Haushalt zu reduzieren:


1) Stromanbieter wechseln

Das ist die schnellste Methode, Ihre Stromkosten zu reduzieren. Viele Verbraucher sind noch beim Grundversorger in ihrem Gebiet, der den teuersten Strom anbietet. Die Qualität des Stroms ändert sich jedoch von Anbieter zu Anbieter nicht. Man hat eigentlich mit dem Versorger nichts zu tun außer den jährlichen Abrechnungen und Benachrichtigungen über Preiserhöhungen.

Genau wie bei der Kfz-Versicherung („Kfz-Versicherung, Vergleich und Wechsel“) können Sie Stromanbieter in Vergleichsportalen wie www.verivox.de vergleichen, und Ihren Anbieter relativ einfach wechseln. Bitte lesen Sie die Angebote und Konditionen sorgfältig durch. Sie müssen vermeiden, das erste Jahr günstigen Strom zu bekommen und ab dem zweitem Jahr über den Tisch gezogen zu werden. Ein jährlicher Wechsel des Anbieters lohnt sich am meisten!

2) Große Haushaltsgeräte austauschen

Große Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine sind die Hauptursachen für hohen Stromverbrauch im Haushalt. Sie machen circa 29% des Stromverbrauchs in einem durchschnittlichem Haushalt aus. Bei diesem Artikel auf focus.de können Sie den Verbrauch von einzelnen Geräten in Erfahrung bringen. Wenn Sie alte Geräte haben, zum Beispiel über 10 Jahre alt, ist ein Austausch gegen ein neues Gerät empfehlenswert. Ein neuer Kühlschrank oder eine neue Waschmaschine mit Energieeffizienzklasse A++ oder A+++ lohnen sich nach ein paar Jahren. 

Messen Sie den Verbrauch vor Ihren Geräten mit einem Strommessgerät. Viele Anbieter leihen diese kostenlos aus. Ich habe mir für meine Studie ein Messgerät von ELV gekauft. Vergleichen Sie den tatsächlichen Verbrauch Ihrer Geräte mit Vergleichswerten der energieeffizienten Geräten. Als Beispiel hat ein 346 L Kühlschrank von Siemens mit Energieeffizienzklasse A+++ einen Stromverbrauch von 75 kWh/Jahr. Ein 300 L Kühlschrank Baujahr 2000 hat dagegen einen Verbrauch von 367 kWh/Jahr, was jedes Jahr zusätzliche Stromkosten in Höhe von circa 81 € verursacht.

Wenn Sie ein neues Gerät kaufen, seien Sie vorsichtig mit Preis und Energieeffizienz. Billig ist nicht immer billig. Vielleicht kostet ein Gerät mit Energieeffizienzklasse A+ 140 € weniger als ein A+++-Gerät. Es kostet aber pro Jahr 20 € mehr. Bei einer Lebenszeit von 15 Jahren lohnt es sich, das teurere Gerät zu kaufen.  

Bei unserem nächten Umzug werden wir die ganze Küche neu kaufen müssen, dazu eventuell eine Waschmaschine. Laut meiner Recherche macht es am meisten Sinn, den Kühlschrank und die Waschmaschine mit Energieeffizienzklasse A+++ zu kaufen. Bei der Spülmaschine reichen jedoch A++-Geräte.

3) Normale Lampen gegen LED Lampen austauschen

Die Beleuchtung macht in einem durschnittlichen Haushalt 9% des Stromverbrauchs aus. Hier gibt es auch ein großes Sparpotenzial, welches ich in einem separaten Artikel detalliert erklären werde. Kurz gesagt: Ersetzen Sie alle Lampen, die länger als eine Stunde am Tag brennen, durch LED-Leuchten.

4) Stand-by-Geräte abschalten

Es ist vielen Menschen nicht bekannt, dass die Geräte auch Strom verbrauchen, wenn sie ausgeschaltet sind. Meine Messungen hierzu mit einem Strommessgerät und das Sparpotenzial werde ich auch in einem anderen Artikel behandeln. Kurz gesagt: Schalten Sie Fernseher, Spielekonsolen und Audiogeräte komplett aus, wenn Sie das Haus verlassen oder schlafen.

Weitere Optimierungen

Es gibt weitere Optimierungsmöglichkeiten, die man auf anderen Webseiten nachlesen kann. Wasser mit dem Wasserkocher statt auf dem Herd kochen, mit Deckel kochen, schneller duschen, gefrorene Sachen erst auftauen, Eierkocher verwenden, alle Kleider auf einmal bügeln usw. Viele machen natürlich Sinn. Ich finde sie aber teilweise ein bisschen übertrieben und kleinkariert. Man muss sich ja nicht über alles Gedanken machen und ein Stromspar-Freak werden. Die Ersparnisse in diesen Tipps sind nicht hoch genug, sich dafür so viel Mühe zu machen.

Wenn Sie die obengenannten vier Tipps beherzigen, ist die Ersparnis gut genug, um Ihre Sparquote zu erhöhen und Ihren Beitrag zu Klimaschutz zu leisten ("Net Cashflow ist König").

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Umweltbewusstes Sparen


Heute möchte ich einen neuen Gastbeitrag veröffentlichen. Meriem analysiert das Sparen von einem anderen Blickwinkel aus, nämlich dem umweltbewussten Sparen. Ich bin froh einen weiteren Gastautor auf meinem Blog begrüßen zu dürfen und ich freue mich auf neue Gastbeiträge.

Sparen zu Gunsten der Umwelt 

Der Mensch spart Geld für sich, und vor allem für den Nachwuchs.  Aber was nutzen denn Schätze auf einem gefährdeten Planeten? Die gute Nachricht ist, dass es Wege gibt, wie man sparen und gleichzeitig die Umwelt schützen kann.

Der deutsche Haushalt ist leider mit sehr viel Bürokratie verbunden. Die Bewerbungen auf die Ausbildungsstelle oder das Studium, dann das Stipendium, später der Job und der Krippenplatz für den Nachwuchs sind ausreichende Beispiele. Dass elektronische Kommunikationswege nur zum Erhalt sozialer Kontakte  geschaffen sind, ist ein Klischee. Man glaubt in Deutschland, dass die Schneckenpost der sicherste und beste Weg für die Kommunikation mit Behörden, Privatfirmen und Serviceanbietern ist. Man irrt sich da ganz schön. Ein Brief kostet einen nicht nur die ausgedruckten Formulare, die Briefmarke und den Briefumschlag, sondern auch den Umweltschaden des Postvehikels und die Recyclingkosten der Sendung.

Viele, wenn nicht alle, Behörden, Privatfirmen und Serviceanbieter akzeptieren elektronische Formulare und Emailanfragen. Manche geben das nicht als den bevorzugten Kommunikationsweg an, aber sie würden trotzdem auf Emails antworten und elektronische Dokumente akzeptieren. Wenn man eine Emailadresse und eine elektronische Signatur (ein Scan oder Foto der Unterschrift)  parat hat und weiß wie man Passwortschutz zu einem Dokument hinzufügt, hat man den Weg zum umweltfreundlichen Sparen gefunden. Manche Formulare stehen in einem nicht-editierbaren PDF-Format zur Verfügung. Es gibt allerdings mehrere Freewares,  mit denen man diese PDFs ausfüllen kann.

Und übrigens ist eine Hardcopy genauso gefährdet wie eine Softcopy. Man sollte die vielen Hände, die den gesendeten Brief anfassen, nicht unterschätzen!

Also, wie wäre es auch mit einem privaten Facebook-Event anstatt von Hochzeitseinladungen aus schwerem Papier? Wie wäre es mit einem elektronischen Gruß zu Geburtstagen und den Feiertagen? Wie wäre es mit einem elektronischen Notizzettel auf dem Smartphone anstatt eines  Handnotizzettels?

Die meisten Zeitschriften geben freien Online-Zugang zu den aktuellsten Headlines und dem Anzeigemarkt. Auf den Erwerb der täglichen Zeitschrift vom Kiosk zu verzichten ist günstiger. Dies wäre sogar noch besser, wenn die Datenzentren der Zeitschriften grüne Energien verwenden würden.

In großen Städten wie San Francisco, bekommt man den Kaffee-to-go preisgünstiger, wenn man seine eigene Tasse oder Thermosflasche mithat, und auf dem Pappbecher verzichten möchte. Vielleicht bietet das ja auch das Kaffeehaus um die Ecke an? Dann kann man auch die Plastik- oder Papiertüte an der Supermarktkasse weglassen, und Briefumschläge, Tüten und Behälter wiederverwenden, oder?

Darüber hinaus sind Küchenrollen eine Gefahr für das umweltbewusste Sparen. Man bemerkt nicht, wie oft man sie benutzt. Wenn die Küchenrolle da steht, ruft sie einen allzu oft zum Abtrocknen der Arbeitsplatte, Händetrocknen, Mundputzen, und sogar auch Naseschnäuzen. Die Rolle ist dann ganz schnell alle, und man verbraucht eine Rolle nach der Anderen. Demzufolge sollte man ein wieder verwendbares Tuch oder einen Schwamm benutzen. Dabei erzielt man bessere Resultate für einen Bruchteil der Küchenrollenkosten.

Das Auto und die deutschen öffentlichen Verkehrsmittel sind einige der Bequemlichkeiten des modernen Lebens. Aber wenn man die Möglichkeit dazu hat, kann man gerne auf das Autofahren verzichten, und zum Supermarkt zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren.

Elektrik und Wasser sollte man umweltbewusst verbrauchen. Man sollte daran denken, das Wasser während des Körperabseifens unter der Dusche, des Zähneputzens und des Rasierens abzudrehen. Das Wasser, mit dem man das Gemüse gewaschen hat, kann beispielsweise sorglos zum Giessen der Pflanzen benutzt werden.

Es fällt einem am Anfang schwer, sich diese Alltagsroutine abzugewöhnen. Aber wenn man es geschafft hat und sie aus den Augen ist, dann ist sie auch fort aus dem Herzen. Zu Beginn des umweltbewussten Sparens ist es notwendig, eine gewisse Zeit zu investieren, aber schnell werden die neuen Angewohnheiten auch zur Routine.

Gucken Sie sich also bitte in Ihrem Alltag um. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf, um Ihr Sparen umweltbewusst zu gestalten!
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Meriem Ben-Salah Akin, multidisziplinäre Ingenieurin, Hobbykünstlerin und freiberufliche Kolumnistin. Sie ist momentan Doktorandin im Maschinenbau an der University of California Berkeley.

Samstag, 1. Dezember 2012

Jeden Tag ein wenig Geld sparen

Heute möchte ich einen neuen Gastbeitrag veröffentlichen. Olga ist eine freie Texterin und schreibt Artikel über Geld und Finanzen. Ich bin froh einen weiteren Gastautor auf meinem Blog begrüßen zu dürfen und ich freue mich auf neue Gastbeiträge.

Sparen Sie Stromkosten

Es wäre wirklich schön, jeden Tag ein wenig Geld zu sparen, und der Weg dahin geht über etwas ganz Alltägliches: Sparen Sie Stromkosten.

Es wird viel über Heizungskosten geredet, die ständig steigen, wo Brennstoffe bald ausgehen und neue Energiequellen gefunden werden müssen. Stromkosten nehmen sich dagegen wie der kleine Stiefbruder in der Debatte aus, obwohl Experten sich einig sind, gerade durch die kleinen Ersparnisse kann hier viel bewegt werden: zum einen direkt in den eigenen Geldbeutel, aber langfristig profitieren Allgemeinheit und Umwelt ebenso. Denn weniger Stromverbrauch heißt weniger Energiebedarf.

Das voll ausgestattete Haus, in dem Geld verpufft

Niemand will mehr ohne Waschmaschine, Kühlschrank oder Fernseher leben, wenn es nicht sein muss. Ebenso verhält es sich mit Telefon, Radio, DVD-Player und den hundert anderen Dingen, die man mit dem Saft aus der Steckdose betreibt.

Sie können schon Strom sparen, indem Sie Geräte wie Fernseher, Radio, DVD-Player, die bislang immer in den Standby-Modus geschaltet waren, wenn sie nicht benutzt wurden, ganz ausschalten. Das geht am einfachsten durch die Schaltung über eine Stromleiste mit Schalter, wo man dann gleich mehrere Geräte auf einmal abschaltet. Dafür muss man nicht einmal hinter das Buchregal greifen oder hinter den Fernsehschrank kriechen, denn es gibt Funksteckdosen, die man ganz simpel per Fernbedienung an- und ausschaltet. Sie können hier täglich zwischen 10 und 50 Watt Strom einsparen.

Schafft man sich neue Geräte an, so sollte man unbedingt bei den technischen Angaben auf den Stromverbrauch achten. Mittlerweile sollten alle Geräte automatisch diese Angaben auf der Verpackung enthalten, aber sonst bittet man den Verkäufer um das technische Datenblatt oder sucht im Internet diese Informationen. Speziell bei Druckern kann man darauf achten, wie schnell das Gerät in den Standby-Modus geht, wenn man es nicht braucht. Eventuell sollte man lieber eine längere Warmlaufzeit in Kauf nehmen, wenn dafür der Standby-Modus eben signifikant mehr Strom spart.

In der Küche sind Herd, Ofen und Kühlschrank die Elektrogroßgeräte. Der Kühlschrank sollte je nach Füllzustand optimiert gekühlt werden. Wo möglich, sollten auch für Gemüsefach und andere Kühlzonen unterschiedliche Kältegrade festgelegt werden. Ja, sogar mit dem aufgeräumten Kühlschrank lässt sich Strom sparen: denn wer nicht so lange suchen muss, bei dem steht die Kühlschranktür auch nicht so lange offen.
Beim Herd sollte man immer mit der Restwärme der Herdplatten kalkulieren und diese entsprechend herunterdrehen oder auch ganz ausschalten, wenn genügend Wärme vorhanden ist, um das Essen fertig zu garen. Beim Ofen sollte man langes Vorheizen meiden und auch hier den Ofen so früh wie möglich abschalten und einfach die gestaute Restwärme zum Fertigbacken nutzen. Man geht davon aus, dass bei Back- oder Garzeiten im Ofen, die länger als 40 Minuten dauern, der Ofen dann so gut aufgeheizt ist, dass er die benötigte Temperatur noch zehn Minuten oder gar länger beibehalten wird.

Daneben ist natürlich auch eine regelmäßige Prüfung der Preisliste des Stromanbieters unerlässlich und gegebenenfalls ein Anbieterwechsel.

Wenn Sie den günstigsten Stromanbieter gefunden und dann auch noch all diese kleinen Maßnahmen ergriffen haben, dann wird zum Monatsende ein feines Sümmchen zusammen gekommen sein.