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Dienstag, 6. Januar 2015

Ein Rückblick auf die Performance meines Portfolios im Jahr 2014

“Always invest for the long term.” – Warren Buffett
2014 ist zu Ende und diese Woche ist die beste Zeit, die Performance meines Portfolios im Jahr 2014 zu begutachten. Es wird ein kurzer Beitrag sein, weil ich meine Analyse noch nicht völlig abgeschlossen und noch keine weiteren Schritte daraus abgeleitet habe.

2014 war ein wichtiges Jahr für meine Geldanlage. In den Jahren davor hatte ich keine richtige Anlagestrategie. Ich besaß mehrere unterschiedliche individuelle Aktien („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Mein Portfolio hat eine positive reale Rendite gebracht („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Ich war jedoch nicht völlig zufrieden mit der Performance meines Portfolios. Dies war die Zeit, in denen die Aktienmärkte global gestiegen sind. Die Renditen von S&P 500 oder den DAX-Indexen waren ein paar Prozentpunkte höher als meine Geldanlage, die ich aktiv geführt habe.

Das war eine Enttäuschung für mich, weil ich viel Zeit mit der Analyse der Aktien verbracht hatte. Ich hatte auch jeden Tag die Aktienkurse beobachtet. Ich hatte sogar eine App auf meinem Smartphone, damit ich die Aktienkurse „live“ beobachten konnte.

Während dieser Zeit habe ich viele Bücher über Investieren, Aktien und Finanzmärkte geIesen. Die zwei Bücher, die mich ziemlich beeinflusst haben, waren „A Random Walk Down Wall Street“ von Burton Malkiel und „Common Sense on Mutual Funds“ von John C.Bogle.

Deshalb habe ich mich entschieden, meine Anlagestrategie von aktiv auf passiv umzustellen. Ich habe meine Aktien verkauft und mir ein diversifiziertes Portfolio gestaltet („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Ich habe alle Aktienfonds vermieden, weil sie einfach sehr hohe Kosten haben („Aktienfonds als Geldanlage“). Die Wahrscheinlichkeit, dass sie langfristig eine bessere Rendite als S&P 500 oder DAX bringen werden, ist laut Burton Malkiel ziemlich gering.

Mit meinem ersparten Geld habe ich 2014 nur ETFs gekauft („Aktien-ETFs als Geldanlage“). Diese ETFs werde ich in den nächsten Jahren behalten und gar nicht berühren.

2014 war ein positives Jahr für die Aktienmärkte. Das kann man in der Performance meines Portfolios auch sehen. Hier ist meine Renditehistorie der letzten Jahre.
  • 2009 : 3,9%
  • 2010 : 9,9%
  • 2011 : -3,0%
  • 2012 : 10,7%
  • 2013 : 8,7%
  • 2014 : 18,7%

Ich lege mein Geld seit circa fünf Jahren an. 2014 ist das Jahr gewesen, in dem ich am wenigsten Käufe und Verkäufe gemacht habe. Es war auch das Jahr, in dem ich die höchste Rendite erzielt und die wenigsten Steuern bezahlt habe. Wenn Sie Ihre Aktien oder ETFs nicht verkaufen, haben Sie aus Sicht des Finanzamts keinen Gewinn, müssen also keine Steuern zahlen („Steuererklärung, Steuerrückzahlungen und Vermögensaufbau“). Wenn Sie Ihre Gewinne nicht realisieren und die Kapitalertragsteuer hinauszögern, erreichen Sie ein paar Renditepunkte mehr durch Zinzeszins („DerZinseszinseffekt“).

18,7% Rendite mit einem ETF-Portfolio mag hoch klingen. Vielleicht glauben einige von meinen Lesern nicht, dass ich das geschafft habe. Deshalb werde ich meine Portfoliodetails zum ersten Mal auf meinem Blog veröffentlichen. Sie sollen aber dafür auf meinen nächsten Artikel warten. Bis zum nächsten Artikel!

Montag, 29. September 2014

Rentensteigerung im Vergleich zur Inflation

“Inflation is the one form of taxation that can be imposed without legislation.” - Milton Friedman
In meinem letzten Artikel habe ich versucht, die Rentenformel einfach zu erklären. Diese Formel ermittelt unsere Rente unter Berücksichtigung der Annahme, dass wir heute Rentner werden. Wie hoch die Rente in der Zukunft sein wird, ist ungewiss. Dies ist auch abhängig von der Politik und demografischen Entwicklung in Deutschland („Der demografische Wandel in Deutschland und Ihre finanzielle Zukunft“). Trotzdem werde ich versuchen, Ihre künftige Rente mit historischen Zahlen vorauszuberechnen.

Lassen Sie uns meine vereinfachte Rentenformel noch mal anschauen.
Rente (monatlich) = Entgeltpunkte x (aktueller Rentenwert)
Der aktuelle Rentenwert bestimmt die Höhe Ihrer Rente zusammen mit den gesammelten Entgeltpunkten. Dieser Wert ist in den letzten Jahren gestiegen und man geht davon aus, dass er in der Zukunft weitersteigen wird. Hier sehen wir die historischen Zahlen der letzten 50 Jahre. Die Rente ist zum Beispiel seit 2002, der Einführung des Euro, in Westdeutschland um 13,0% gestiegen.

Diese nominale Steigerung alleine sagt uns nicht viel. Entscheidend ist, ob die Rente ihre Kaufkraft behalten hat. Dafür müssen wir die Steigerung der Rente mit Inflationsrate vergleichen. Hier sehen Sie die Inflationsrate in Deutschland in den letzten Jahren. Ihre persönliche Inflationsrate mag allerdings anders sein. Diese Rate können Sie auf der Webseite von destatis berechnen lassen.

Ich habe die Steigerung der Rente im Vergleich zur Inflation in der folgenden Abbildung veranschaulicht.


Wie in der Abbildung zu sehen ist, sind aus 1000 € Rente im Jahr 2001 im Jahr 2013 1112 € geworden. Das entspricht eine Steigerung von 11,2%. In dieser Zeit sind die Verbraucherpreise durch Inflation um 20,9% gestiegen. Für 1000 € Rente gibt es also einen Kaufkraftverlust von 81 €, weil die Rente nicht so stark angestiegen ist wie die Preise. Die reale Veränderung der Rente ist daher eigentlich minus 9,2%!!

Das ist keine politische Propaganda, sondern ein Fakt. Die Rentner haben tatsächlich weniger Geld in der Tasche. In Ostdeutschland ist die Rente im selben Zeitraum um 16,7% gestiegen. Auch hier gibt es einen Kaufkraftverlust der Rente durch Inflation.

Um diese Situation für die Zukunft darzustellen, werde ich eine Prognose der Inflationsrate machen. Dazu werde ich von der Annahme ausgehen, dass die Rente eine ähnliche Steigerung erfahren wird wie in den letzten 12 Jahren. Meiner Meinung nach ist das weder optimistisch noch pessimistisch.

Die Inflationsrate zu prognosieren, ist ziemlich schwierig. Die Europäische Zentralbank erzielt in der Eurozone eine Inflationsrate von 2,0 Prozent. Die Bundesbank erwartet für 2015 eine Inflationsrate von 1,5% und 2016 1,9%. Auf tradingeconomics.com ist eine Inflationsrate von 1,45% bis 2020 und 1,0% bis 2030 vorgesehen. Für meine Berechnung werde ich eine Inflationsrate von 1,5% annehmen. Im Vergleich dazu werde ich die Steigerung der Rente mit 1,0% ansetzen. Als nächstes bilde ich ab, wie die Rente im Vergleich zur Inflation in den nächsten 35 Jahren steigen wird. 2049 bin ich nämlich Rentner.


Wie in der Abbildung zu sehen ist, werden  1000 € Rente im Jahr 2001 2049 voraussichtlich 1601 € entsprechen. Dies bedeutet eine Steigerung von 60,1%. In dieser Zeit werden  die Verbraucherpreise durch Inflation voraussichtlich um 106,6% steigen. Der entsprechende Kaufkraftverlust von 465 € bedeutet eine reale Veränderung der Rente um minus 22,5%!!

Vielleicht werden einige meiner Leser Folgendes denken: Deutschland ist ein Sozialstaat, die Regierung wird nie erlauben, dass die Rentner ihre Kaufkraft verlieren. Die Regierung hat es aber doch in den letzten zwölf Jahren erlaubt! Was wird denn den Geringverdienern passieren? Sie werden ja in diesem Fall unter die Armutsgrenze fallen. Ich glaube, dies wird die Regierung nicht geschehen lassen. Diese Menschen werden weiterhin durch Transferleistungen von Steuereinnahmen unterstützt. Eine ähnliche Diskussion gab es dazu schon beim Mindestlohn („Mindestlohn und Verantwortung für das Leben selber übernehmen“).

Eins muss jedem klar sein. Das umlagefinanzierte Rentensystem ist kein faires System. Ich bezweifele auch, dass es überhaupt sozial gerecht ist, wie es beworben wird. Der durchschnittliche Bürger bekommt von dem System nicht zurück, was er einbezahlt hat. Es ist eine Art Steuer, die eine Vermögensverteilung zwischen den Bürgern durch Transferleistungen erzielt. Die Mittelklasse und die ober Mittelklasse werden von diesem System am härtesten getroffen werden.

Die demografische Entwicklung in Deutschland und der Kaufkraftverlust durch Inflation sind harte Fakten. Ich bin der Meinung, dass jeder Arbeitnehmer sich mit dieser Situation auseinandersetzen und die nötigen Gegenmaßnahmen treffen muss.

Diese Gegenmaßnahmen sind hauptsächlich folgende:

Dienstag, 9. September 2014

Norwegen, Verwendung der Öleinnahmen und Vermögensaufbau

"The most important measure to reduce the state's oil and gas price risk" is to put its petroleum revenues into the oil fund and thus into "diversified financial investments globally".- Siv Jensen, Norway's finance minister
Norwegen ist ein Land, das sehr reich an Naturschätzen ist. Die Öl- und Gasreserven in der Nordsee machen 50% der Exporte und mehr als 20% des Bruttoinlandsproduktes des Landes aus. Norwegen ist der neuntgrößter Ölexporteur und drittgrößte Gasexporteur der Welt. Solche Rohstoffquellen zu haben ist zugleich ein großes Glück und Pech für ein Land. Es gibt viele Länder auf der Welt, die trotz reichlicher Öleinnahmen ein geringes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf haben. Bekannte Beispiele sind der Iran, der Irak, Nigeria,  Angola, Venezuela und Kazachstan.

Es gibt mehrere Gründe für diesen wirtschaftlichen Zustand. Einer davon ist natürlich die Korruption in diesen Ländern und der Fakt, dass die Öleinnahmen an kleine Interessengruppen wie Königsfamilie oder Oligarchen fließen. Das führt dazu, dass diese Einnahmen einfach verschwendet werden. Ein anderes Risiko für Länder mit hohen Rohstoffexporten ist die sogenannte holländische Krankheit.

Die holländische Krankheit wurde zuerst in den Sechziger Jahren in den Niederlanden beobachtet, nachdem dort Erdgasvorkommen entdeckt worden waren. Die hohen Exporte haben zu Außenhandelsüberschüssen geführt, was eine Aufwertung der Währung des Landes verursacht hatte. Dadurch wurden die anderen Güter des Landes teurer, was die Exporte dieser Güter vermindert hat. Das hatte schwere Folgen für die betroffenen Industrien, was der Grund für grundsätzliche ökonomische Probleme wie z. B. Arbeitslosigkeit war. Das war der Fluch der Rohstoffe.

Norwegen macht es ganz anders. Der größte Teil der Öl- und Gasindustrie wurde von den Staatskonzernen betrieben. Was der norwegische Staat mit den Einnahmen macht, ist das eigentlich Interessante. Diese Einnahmen gehen in den staatlichen Pensionsfonds und in der Regel werden nicht mehr als 4% der Einnahmen ausgegeben. Die Norweger geben ihr Geld nicht verschwenderisch aus, sondern sparen es für den Vermögensaufbau. 

Das verwaltete Vermögen des norwegische Staatsfonds bemisst sich auf circa 880 Mrd. Dollar, damit ist es der weltgrößte Staatsfonds. Sehr bemerkenswert ist auch, was die Norweger mit diesem Vermögen machen. Sie kaufen hauptsächlich Aktien. Das Portfolio enthält mehr als 60% Aktien und circa 40% Anleihen und Immobilien (Quelle: Norwegisches Finanzministerium). Nach der Finanzkrise 2008 wurde sogar der Aktienanteil von 40% auf 60% erhöht. Die fallenden Zinsen und günstigen Aktienpreise waren der Hauptgrund dafür. Dieses Konzept war sehr erfolgreich und die Norweger haben vom Bullenmarkt der letzten Jahren stark profitiert.


Ich denke, wir können von den Norweger lernen, wie man mit seinen Einnahmen und seinem Vermögen umgehen kann. Ich sehe den norwegischen Staat als eine junge, bewusste Person mit einem guten Einkommen. Diese Person lebt sparsam und baut ihr Vermögen auf. Sie ist auch risikobereit und erwartet eine hohe Rendite von ihrem Vermögen. Die Norweger wissen, dass die Öl- und Gaseinnahmen nicht unendlich sind. Sie bereiten sich auf die Wintertage vor, wie in der Fabel „Die Grille und die Ameise“. Sie denken langfristig und möchten ihren zukünftigen Generationen eine finanziell sichere Zukunft bieten.

Wir können  von den Norwegern noch etwas lernen, und zwar, wie man sein Vermögen genau anlegt. Erstens ist das Vermögen diversifiziert angelegt. Die Aktien und Anleihen sind verteilt auf Europa, Vereinigte Staaten, Asien-Pazifik und Schwellenländer („Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen“). Zweitens wird das Geld an mit minimalen Kosten angelegt. Die jährliche Kosten belaufen sich auf zwischen 0,07% und 0,09%.

Die Norweger sind risikobereit, weil sie ihr Geld langfristig angelegt haben („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“). Das ist der Grund, warum sie sich einen hohen Aktienanteil leisten können. Sie haben noch Ölreserven und brauchen das Vermögen noch nicht. Voraussichtlich wird das Gesamtvermögen im Jahr 2020 mehr als ein Billion Dollar betragen.

Als Privatanleger können Sie dasselbe machen, was die Norweger mit ihrem Staatsfonds machen. Sparen Sie einen Teil Ihres Nettoeinkommens ("Bezahle Dich selbst zuerst") und legen Sie das Geld an. Bauen Sie Ihr Portfolio mit Aktien-ETFs aus verschiedenen Regionen auf („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Seien Sie vorsichtig mit den Fondsgebühren und Beraterkosten („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“).

Mittwoch, 28. Mai 2014

Investieren Sie in Ihre Bildung für finanzielle Freiheit

"Formal education will make you a living; self-education will make you a fortune." - Jim Rohn
Finanzielle Freiheit erfordert Vermögen. Wenn Sie nicht der glücklichen Minderheit angehören, die ein solches Vermögen von ihrer Familie geerbt hat, haben Sie am Anfang des Berufslebens praktisch „Null Vermögen“. Ihre finanzielle Freiheit ist erstmal nicht in Sicht. Daher müssen Sie Ihr Vermögen selber aufbauen.

Der Vermögensaufbau dauert in diesem Fall mehrere Jahre, ist aber nicht unmöglich. Mit einem soliden Plan, Willenskraft und Durchhaltevermögen können Sie Ihr Vermögen aufbauen, damit Sie von Ihrem passiven Einkommen leben können. Der Plan für den Vermögensaufbau hat zwei Faktoren: Geld sparen und Rendite erzielen. Beide müssen Sie besser beherrschen als die anderen. Sonst wären viele Leute schon wohlhabend, sind sie aber nicht; die meisten leben sogar in Abhängigkeit vom Staat.

Ein wichtiger Unterschied zwischen erfolgreichen Menschen und erfolglosen ist das „Können“. Das Können braucht „Wissen“ und die „Umsetzung“ dieses Wissens. Sie müssen in Ihre Bildung investieren, damit Sie mehr wissen und mehr können. 

Um Geld zu sparen, müssen Sie erstmal Geld verdienen. Wenn Sie ein Arbeitnehmer sind, ist Ihr Verdienst einfach Ihr Gehalt. Um mehr und einfacher Geld zu sparen, sollten Sie nun mehr verdienen, also Ihr Gehalt steigern. Der herkömmliche Weg zu mehr Gehalt sind Ausbildung und Studium. Dadurch schaffen Sie sich einen Einstieg in qualifizierte Berufe, die Sie ohne Ihre Ausbildung nicht ausüben könnten. Die Zeit und das Geld, die Sie in Ihre Ausbildung investieren, lohnen sich auf jeden Fall. Zum Beispiel ist der Verdienstunterschied zwischen Akademikern und Nicht-Akademikern bei den technischen Berufe ziemlich groß.


Ein alternativer Weg zum mehr Verdienst sind Weiterbildung und Selbstbildung. Damit können Sie auf Ihrer Arbeit mehr leisten und Ihr Mehrwert wird von Ihrem Arbeitgeber mit Gehaltserhöhung, Beförderung und breiterem Verantwortungsbereich belohnt. Zur Weiterbildung können Sie Kurse und Seminare besuchen. Abendschulen und Fernuniversitäten sind für Arbeitnehmer sehr gute Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten zu erweitern.

Zur Selbstbildung kommt zunächst Fachliteratur in Frage. Bücher sind der einfachste und günstigste Weg zu lernen und mehr zu können. Zu Hause auf dem Sofa, unterwegs im Zug zur Arbeit oder am Schreibtisch können Sie Fachbücher bequem und ohne Zeitdruck lesen. Alles ist eine Frage des Willens, Sie müssen einfach damit anfangen. Auf Haufe.de finden Sie eine große Auswahl von Fachliteratur für Ihren Arbeitsbereich.

Ähnlich wichtig ist es, in finanzielle Bildung zu investieren („Finanzielle Bildung“), um eine höhere Rendite von Ihrem Vermögen zu bekommen.

Montag, 19. Mai 2014

Grundschulmathematik hilft beim Sparen und Vermögensaufbau

"Mathematics takes us still further from what is human, into the region of absolute necessity, to which not only the actual world, but every possible world, must conform." - Bertrand Russell
Mathematik ist ein Fach, das nur wenige Schüler mögen. Nur jeder Dritte nennt Mathe als eins der Fächer, die am meisten Spaß machen. Viele Schüler tun sich sehr schwer, die einfachsten Aufgaben zu lösen. Bei mir war es ganz das Gegenteil. Mathe war mein Lieblingsfach.

Vielleicht bin ich deshalb Ingenieur geworden und beschäftige mich auch heutzutage mit mathematischen Konzepten. Obwohl ich während des Studiums ziemlich komplizierte Sachen gelernt habe, verwende ich heutzutage die Formeln vom Differenzial- und Integralrechnen kaum. Was ich aber täglich auf der Arbeit nutze, ist einfache „Grundschulmathematik“. 

Diese Grundschulmathematik hilft mir auch beim Sparen und Vermögensaufbau sehr. Ich habe verschiedene Berechnungen in meinen Artikeln auf diesem Blog angestellt, bei denen ich auf meine Grundschulmathematikkentnisse zurückgegriffen habe. Ich brauche dafür die Grundrechenarten, nämlich die vier mathematischen Operationen Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Dazu verwende ich noch die Zinseszinsformel („Der Zinseszinseffekt“), die eine Kombination von Addition und Multiplikation ist.

Mathematik hilft mir bei 

Mathematik erhöht mein Bewusstsein beim Einkaufen. Ich weiß jetzt, wie viele Stunden Arbeit ich für den neuen 55-Zoll-LED-Fernsehen leisten muss („Geld bedeutet eigentlich Lebensstunden“). Ich sehe jetzt die Tricks der Hersteller im Supermarkt, die Preiserhöhungen versteckt in Mengenreduzierungen ohne Preisänderung durchziehen. Ich finde heraus, wie ein Kapselkaffeehersteller mir den Kaffee 16-mal teurer verkaufen möchte („Eine wirtschaftliche Analyse von Kaffeekonsum im Haushalt“).

Mit Mathematik weiß ich, welche finanziellen Auswirkungen das Rauchen hat ("Finanzielle Schaden vom Rauchen“). Der tägliche Coffee-To-Go scheint mir doch nicht so günstig, wenn ich die jährlichen Kosten kalkuliere („Wie Starbucks Ihren Reichtum verhindern kann“).

Mathematik bringt die Lügen der Politiker und Medien ans Licht. Ich weiß jetzt, was meine persönliche Inflationsrate ist („Lebensmittelpreise und Inflation in Deutschland“). Ich weiß, wie die Mittelklasse durch Kalte Progression bei der Einkommensteuer erdrosselt wird („Steuererklärung, Steuerrückzahlungen und Vermögensaufbau“). Ich weiß, wie viel und ob überhaupt ich Rente in 36 Jahren bekommen werde („Rentner mit 67 Jahren“). Ich kann kalkulieren, wie viele Einnahmen der öffentlich-rechtliche Rundfunk jährlich erzielt uns sehe die Qualität der Sendungen, die mit diesen Einnahmen produziert werden.

Einfach ausgedrückt macht Mathematik „wach, bewusst und schlau“.

Liebe Leser, Mathematik ist sehr wichtig, vielleicht das wichtigste Schulfach. Erhöhen Sie Ihr Interesse an Zahlen hin zu mehr als Sudoku und dem 2048-Spiel. Was Sie brauchen, ist einfache Grundschulmathematik. Die Grundrechenarten kombiniert mit langfristigem Denken sind die Basis meines Vermögensaufbaus.

Bringen Sie Ihren Kinder bei, die Grundschulmathematik im alltäglichem Leben zu nutzen. Das wird ein großes Geschenk für Ihre Kinder, die sich sehr wahtscheinlich um ihre Altersvorsorge selber kümmern müssen („Der demografische Wandel in Deutschland und Ihre finanzielle Zukunft“).

Montag, 27. Januar 2014

Prokon und Investments als Beteiligungen

“Never invest in a business you cannot understand.” –Warren Buffett


In den letzten Wochen gab es mehrere Meldungen in den Medien über die Insolvenz des Windparkbetreibers Prokon. Viele Firmen gehen jedes Jahr pleite. Beim Fall Prokon gibt es aber eine Besonderheit: 75000 Anleger haben in Prokon circa 1,4 Milliarden Euro investiert.

Prokon verkauft seit mehreren Jahren Beteiligungen and Windkraftanlagen. Ich denke, dass viele Leute die Werbeprospekte von Prokon in ihrem Briefkasten gefunden haben. Prokon hat bis zu 8% sichere (!) Rendite versprochen und gleichzeitig mit “Grüner Energie” das Gewissen der Anleger verschönert. Ich hatte auch überlegt, Geld in diese Beteiligung zu inverstieren. Weil ich das Geschäftsmodell von Prokon nicht verstanden habe, habe ich mich dagegen entschieden.

Beteiligungen an Windanlagen von Prokon sind kein Sonderfall. Es gibt viele Unternehmen, die Beteiligungen und Genussrechte an Wäldern, Schiffen, Schiff-Containern, Weingütern oder kleinen Internet-Start-ups verkaufen.


In solche Firmen Geld anzulegen, finde ich extrem riskant! Es wird eine hohe Renditen versprochen und Kunden werden mit “Sicherheit” gelockt. Ich muss diese Kunden enttäuschen: “Es gibt keine hohe Rendite ohne Risiko” (“Risiko bei Geldanlagen”).

In solchen Beteiligungen Geld anzulegen, ist vergelichbar mit dem Kauf von Aktien dieser Firmen (“Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger”). Es gibt ein großes Verlustrisiko, sogar ein Totalverlust ist möglich. Jetzt wird natürlich erwartet, dass die Prokon-Anleger vom Staat gerettet werden und ihre Verluste erstattet bekommen. Diese “armen” Anleger sind meiner Meinung nach selber Schuld. Man darf nicht einfach sein hartverdientes Geld in etwas so Spekulatives anlegen. Gier ist eine sehr gefährliche Eigenschaft.

Deshalb rate ich kleinen Anlegern von solchen Investments ab. Finger weg! Wertpapiere wie Aktien und Anleihen sind eine bessere und wesentlich sicherere Alternative (“Staatsanleihen als sichere Anlage”) - aber nicht in Form von Spekulationen, bei denen man sein ganzes Geld in ein Wertpapier steckt. Das ist eher “zocken”, eine Art Versuch, auf das beste Pferd in einem Rennen zu setzen. Der klügere Weg ist die Investition in ETFs, bei dem man sein Geld in einem diverzifizierten Portfolio verteilt (“Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen”).

Wenn Sie risikobereit sind, dann versuchen Sie Ihr Risiko zu streuen und so zu minimieren. Staatsanleihen aus Schwellenländern (“Staatsanleihen aus Schwellenländern”), Unternehmensanleihen oder Aktien aus Schwellenländern bieten langfristig gute Renditen mit überschaubarem Risiko. In einem ETF verringert die Insolvenz einer individuellen Firma oder eines Landes Ihre gesamte Rendite nur minimal.

Ein Aktienportfolio, das langfristig und diversifiziert angelegt ist, hat das Potential, eine Rendite zu bringen, wie sie Prokon versprochen hat (“Historische Performance von DAX und Dow Jones”). Sie können sich den möglichen Ärger sparen, wenn Sie Ihr Geld klug anlegen, anstatt impulsiv auf Briefwerbungen zu reagieren.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Ein finanzieller Rückblick auf 2013 - Einnahmen

“People never learn anything by being told, they have to find out for themselves.” -  Paulo Coelho

Ich habe vor ein paar Tagen meine regelmäßige Ausgabenanalyse für 2013 erledigt (“Analysieren Sie Ihre Ausgaben”). Diese Analyse ist ein bedeutender Teil meines Vermögensaufbaus. Für meinen Weg zur finanziellen Freiheit ist das Nachverfolgen der Ausgaben mit anschließender Analyse extrem wichtig. Da die Ausgaben einen direkten Einfluss auf die Sparquote (“Net Cashflow ist König”) und auf das nötige Geld für die finanzielle Freiheit (“Wie viel Geld braucht man um finanziell frei zu werden?”) haben, möchte ich die Ausgaben immer unter Kontrolle haben.

Das Jahr 2013 war für mich aus finanzieller Sicht ein erfolgreiches Jahr. Ich konnte meine aktiven und passiven Einnahmen erhöhen und meine Ausgaben reduzieren. Die Maßnahmen (“Ihr Wissen für finanzielle Freiheit umsetzen”), die ich mir vorgenommen hatte, habe ich durchgesetzt. Dies hat mir ermöglicht meine jährlichen Ersparnisse um 38% zu erhöhen. Hier ist der erste Teil der Zusammenfassung, wie ich es geschafft habe:


Einnahmen erhöhen


Das aktive Einkommen spielt eine sehr wichtige Rolle für den Vermögensaufbau in der Zeit, in der Ihr Vermögen und das passive Einkommen allein noch nicht hoch genug sind. Lohn und Gehalt sind für die meisten Arbeitnehmer die Haupteinnahmequelle. Deshalb bin ich der Meinung, dass jeder Arbietnehmer aktiv Wege suchen sollte, sein Gehalt zu erhöhen, solange er nicht finanziell frei ist (“Hört auf Euch zu beschweren - werdet aktiv”).

Ich bin zur Zeit zufrieden mit meiner Lebensqualität. Das ist der Grund, warum ich mir vorgenommen habe, nicht mehr Geld auszugeben - selbst wenn ich mehr verdienen würde. Meine Gehaltserhöhung im Jahr 2013 wurde also gespart, was meine Sparquote wesentlich erhöht hat. Die Gehälter vieler deutschen Arbeitnehmer wurden 2013 erhöht. Das ist eine sehr gute Gelegenheit für viele Menschen, mehr Geld zu sparen (“Mehr Netto vom Brutto und die Sparquote”).

Außerdem habe ich meine gesamten Einnahmen durch Steuererklärung (“Steuererklärung, Steuerrückzahlungen und Vermögensaufbau”), Beitragrückzahlung meiner Krankenversicherung (“Sparpotenzial beim Wechsel zur privaten Krankenversicherung”) und die Blogeinnahmen (“Geld verdienen mit meinem Blog“) erhöht.

In meinem nächsten Artikel werde ich zusammenfassen, worin meine Ausgaben 2013 bestanden und wie ich sie in diesem Jahr reduziert habe.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Depotkosten und Tipps beim Eröffnen eines Depots

“Everyone has the brainpower to follow the stock market. If you made it through fifth-grade math, you can do it.” -Peter Lynch

Für die Gestaltung Ihres Portfolios mit Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs brauchen Sie ein Depot (“Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Ihr Depot können Sie bei der Bank eröffnen, bei der Sie Ihr Girokonto haben. Meine Empfehlung ist allerdings, das Depot nicht bei der gleichen Bank wie Ihr Girokonto zu eröffnen. Es ist viel besser, Tagesgeldkonto und Depot bei einer anderen Bank als das Girokonto zu halten. Sie können monatlich Ihre Ersparnisse („Zwei Methoden, die Ihnen Sparen garantieren“) auf diese Konten überweisen und während Ihrer Investment-Periode („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“) dort behalten.

Es gibt viele Banken und Brokerage-Firmen, die Ihnen ein Depot anbieten. Hier sind einige Tipps, was Sie vor der Eröffnung Ihres Depots beachten sollten.

Depotgebühren

Manche Banken erheben monatliche oder jährliche Kosten in Form von Depotführungsgebühren. Mittlerweile bieten aber viele Banken kostenlose Depots an. Vermeiden Sie diese Gebühren. Die Banken verdienen sowieso genug an Provisionen.

Online-Brokerage

Aktien oder ETFs per Telefon oder bei einer Filiale zu kaufen ist Geschichte. Wählen Sie einen Anbieter, bei dem Sie die Wertpapiere einfach Online via Internet-Brokerage mit niedrigen Gebühren handeln können.

Kapitalertragsteuer

Wählen Sie einen Anbieter, bei dem die Kapitalertragsteuer automatisch abgezogen wird, sobald sie anfällt. Bei machen Brokerage-Firmen wie Interactive Brokers, die ihren Sitz im Ausland haben, ist dies nicht der Fall. Sparen Sie sich die zusätzliche Arbeit bei der Steuererklärung. Vergessen Sie bitte nicht, Ihrer Bank den Freistellungauftrag einzureichen („Freistellungsauftrag von der Kapitalertragsteuer“), damit Sie für Ihre Kapitaleinkünfte bis 801 € keine Steuern zahlen.


Handelbare Börsen

Sie können über alle Depotanbieter in Deutschland bei den großen deutschen Börsen wie XETRA, Franfurt, Berlin, Stuttgart und München handeln. Eigentlich brauchen Sie nicht bei den ausländischen Börsen zu handeln. Erstens werden bei diesen Börsen zusätzliche Gebühren erhoben. Zweitens sind die meisten Aktien und ETFs, in die Sie Ihr Geld anlegen können, an den deutschen Börsen verfügbar. Wenn Sie Ihr Geld unbedingt in exotischen Märkten anlegen möchten („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“), achten Sie darauf, welche Börsen bei Ihrem Anbieter handelbar sind.  

Provisionen

Dies ist der wichtigste Faktor bei der Wahl Ihres Depotsanbieters. Diese Gebühren vermindern Ihre Rendite drastisch. Daher Vorsicht! Die Provision wird von den meisten Anbietern wie folgt berechnet:
  • Prozentual: Zum Beispiel 0,25% des Transaktionsvolumens
  • Mindestgebühr pro Transaktion: 7,90 €, 10 € , 15 € oder höher

Beispiel: Die Provision bei der Ing-Diba beträgt 0,25% des Kurswerts, mindestens jedoch 9,90 €
Bei einem ETF-Kauf im Wert von 2000 € wird die Bank 9,90 € an Provision erheben.  Bei einem Wert von 5000 € steigt die Provision auf 12,50 €.

Direkthandel

Außer Provision zahlen Sie bei jeder Transaktion Börsengebühren. Sie sind zwar nicht so hoch wie die Provision, stellen aber schon einen Kostenfaktor dar. Zum Beispiel fallen folgende Börsengebühren für ein Ordervolumen von 2500 € an:
  • XETRA 1,75 €
  • Frankfurt 5,25 €
  • Düsseldorf 2,69 €
  • Berlin und München 3,05 €
  • Stuttgart 7 €

Sie können bei manchen Banken über den Direkthandel (z.B Tradegate) ohne Börsengebühren handeln. Sie müssen aber daraf achten, dass Sie wegen eines ggf. hohen Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Wertpapiers) nicht mehr zahlen als bei den oben genannten Börsen! Nichtsdestotrotz sind Anbieter, die Direkthandel anbieten, attraktiver für die Anleger.

Sparpläne

Sparpläne klingen gut, sind aber meiner Meinung nach eine Abzocke durch höhere Provisionen. Außerdem werden oft teure Aktienfonds in den Sparplänen angeboten („Aktienfonds als Geldanlage“). Ich werde mich mit Sparplänen in einem separaten Artikel befassen.

Neukundenbonus

Wenn Sie noch kein Depot haben oder Ihr Depot wechseln möchten, bekommen Sie bei manchen Anbietern einen Neukundenbonus in Form einer Gutschrift oder kostenloser Orders (Free Trades). Free Trades sind eine sehr gute Möglichkeit für Neuanleger, die noch keine Aktien oder ETFs haben und ein Portfolio getalten möchten. Damit zahlen Sie für Ihre Orders eine Weile keine Provision.

Freunde werben Freunde

Genau wie bei der Eröffnung eines Girokontos („Kontogebühren, Tipps für Ihr Girokonto“) können Sie in Ihrem Freundeskreis nachfragen, ob jemand schon ein Depot beim dem Anbieter hat, an dem Sie interessiert sind. Ihr Bekannter kann Sie bei der Bank werben und bekommt entsprechend eine Prämie.

Ich habe mein Depot bei der Ing-Diba, was ich auch normalen Anlegern empfehlen würde. Diese Bank erfüllt meine Erwartungen, hat relativ niedrige Transaktionsgebühren und bietet Direkthandel an. Nehmen Sie als Neukundenbonus „Free Trades“ und sparen Sie eine Menge Geld, nämlich in Höhe der Provisionen für die ersten 20 Orders in den ersten 6 Monaten.

Montag, 21. Oktober 2013

Sparbuch und Tagesgeldkonto vs. Aktien-ETFs

"Take risks: if you win, you will be happy; if you lose, you will be wise." – Anonymous

Ich bekomme von meiner Bank Ing-Diba ab und zu interessante Artikel über Geldanlagen. Im letzten Artikel ging es um einen Zinsvergleich zwischen Sparbuch und Tagesgeldkonto. Laut diesem Artikel verschenkt ein Sparbuch-inhaber über den Zeitraum von zehn Jahren mehr als 1000 € an Zinsen und Zinseszinzen für ein Vermögen von 10.000 € („Populäre und sichere Geldanlagen“).


Ich würde normalerweise denken, dass rationale Menschen alle Sparbücher schließen würden, weil sie mittlerweile keinen Sinn mehr machen. Vielleicht bleibt höchstens noch die Mietkautionen oder Ähnliches. Was denken Sie, wie viel Geld in Deutschland auf Sparkonten geparkt ist? Einstellige, zweistellige oder dreistellige Milliardenbeträge?

Kaum zu glauben, aber aktuell (September 2013) gibt es 115 Milliarden Euro auf Sparkonten („Festgeldkonten als sichere Anlage“). Es wundert mich tatsächlich, wer die Inhaber dieser Konten sind? Die Oma aus dem Supermarkt oder der junge Arbeitskollege von nebenan? Ich habe Freunde, die sogar eine Menge Geld auf dem Girokonto haben.

Es wird noch krasser, wenn man Sparbuch und Tagesgeldkonto mit Aktien vergleicht („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Der Sparbuch-Liebhaber mit seinen 10.000 € verschenkt in 10 Jahren eigentlich nicht nur 1000 €, sondern mehr als 7000 € (gerechnet mit einer konservativen Nettorendite von 6%). Die Angst vor Risiken („Risiko bei Geldanlagen“) macht viele Menschen in der Realität ärmer als vorher! Sparbücher und Tagesgeldkonten bringen mittlerweile eine negative reale Rendite („Lebensmittelpreise und Inflation in Deutschland“).

Meine Empfehlung für das Anlegen von Geld ist daher folgende:
  1. Tagesgeldkonto eröffnen („Tagesgeldkonto eröffnen“) 
  2. Jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag auf dieses Konto überweisen („Bezahle Dich selbst zuerst“) 
  3. Nutzen Sie das Tagesgeldkonto als Depot für Geld für Notfälle und als Zwischenstopp, bevor Sie Ihr Geld in renditebringende Geldanlagen investieren 
  4. Eröffnen Sie ein Depot, um Aktien und ETFs zu kaufen 
  5. Gestalten Sie sich ein diversifiziertes Portfolio („Lege nicht alle Eier in einen Korb“) 
  6. Legen Sie Ihr Geld regelmäßig in Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“) und Anleihen-ETFs an („Staatsanleihen aus Schwellenländern“)
Detaillerte Informationen über Geldanlagen und ETFs können Sie in anderen Artikel in diesem Blog „Der goldene Adler“ unter „Geld Anlegen“ lesen.

Montag, 1. Juli 2013

5 Gründe eine Immobilie zu kaufen und die Gegenargumente

"It is a comfortable feeling to know that you stand on your own ground. Land is about the only thing that can't fly away."- Anthony Trollope

In meinem Artikel “Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen?“ habe ich über den Kauf von Immobilien als Kapitalanlage geschrieben. Kurz zusammengefasst finde ich die meisten Immobilien in Deutschland mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 25 bereits zu teuer. Meiner Meinung nach lohnt es sich nicht, für eine Bruttorendite von 4% eine große Summe Geld in Immobilien anzulegen.

Es gibt aber viele Befürworter von Immobilien als Geldanlage. In diesem Artikel werde ich ihre Argumente darstellen und meine Gegenargumente nennen.

Immobilienpreise steigen und werden weiterhin steigen:

Es ist richtig, dass die Immobilienpreise in den letztem Jahren stark gestiegen sind. Das ist der Hauptgrund, warum ich Immobilien sehr teuer finde. Das heißt aber nicht, dass die Preise weiterhin steigen werden. Erstens ist es eine Prophezeiung und ein Verkaufsargument der Makler und Banken. Historisch gesehen ist der Anstieg der Immobilienpreise nicht höher gewesen als die Inflationsrate ("Inflation und die Effekte auf Rendite"). Zweitens sollten Immobilienbesitzer langfristig denken und auch über die versteckten Kosten nachdenken. Sie können nicht von einem kurzfristigen Preisanstieg profitieren, weil durch den Kauf und Verkauf zusätzliche Kosten entstehen.


Man kann einen Kredit aufnehmen und die Immobilie wie eine Mietzahlung abbezahlen:

Die Immobilienkredite liegen zur Zeit bei circa 2,4-2,7% (10 Jahre Sollzinsverbindung mit 2% Tilgung).  Für 2,5% Geld ausleihen und 4% Rendite bekommen klingt super. Mit Vollfinanzierung kann man sogar ohne Eigenkapital eine Immobilie kaufen. Wenn die Immobilienpreise steigen, kann man mit dieser Methode ohne großen Aufwand ein passives Einkommen generieren, sogar Kapitalgewinne erzielen. Diese Methode ist in Robert Kiyosaki’s bekanntem Buch „Rich Dad, Poor Dad“ als eine mögliche Vorgehensweise beschrieben, um reich zu werden. Und genau diese Methode hat die Immobilienblase in den USA verursacht. Wenn die Blase platzt, sitzt man auf einem Schuldenberg, den man nicht zurückzahlen kann. Viele Menschen überschätzen ihre eigene Verdienstkraft und ignorieren die möglichen Risiken wie Jobverlust oder Finanzkrise.

Außerdem ist es sehr schwierig, ohne Eigenkapital einen Kredit zu bekommen. Die Banken erwarten einen Eigenkapitaleinsatz von 20% bis 40%. Lesen Sie bitte das Kleingedruckte bei den Werbungen. Dieses Kapital wird nur dann die Rendite der Immobilie (4%) bringen, wobei man woanders eine höhere Rendite erzielen kann. Das nennt man Opportunitätskosten, was viele Leute nicht wissen und nicht berücksichtigen.

Die bezahlten Zinsen für Immobilienkredite sind steuerlich absetzbar:

Ja, wenn Sie Ihre Immobilie vermieten, sind die Zinsen steuerlich absetzbar. Genauso müssen aber die Mieteinnahmen besteuert werden. Sogar mit dem Einkommensteuersatz. Für Vielverdiener bedeutet dies eine große zusätzliche Steuerlast.

Wenn Sie in Ihrer eigenen Immobilie wohnen, dürfen Sie die Zinsen gar nicht von der Steuer absetzen. Der einzige Vorteil ist, dass Sie keine Miete zahlen (abgesehen davon, dass Sie Zinsen zahlen).

Eine Immobilie hat eine sehr sichere Rendite:

Das ist auch ein Punkt, bei dem viele Leute sehr optimistisch sind. Wenn Sie Ihre Immobilie vermieten, sind Ihre Mieteinnahmen abhängig von Ihrem Mieter. Es gibt ein gewisses Risiko, dass der Mieter die Miete nicht regelmäßig zahlt oder zahlungsunfähig wird. Die Gesetze in Deutschland sind sehr mieterfreundlich. Man darf den Mieter nicht einfach ohne Weiteres wie in anderen Ländern kündigen.

Bei den Wohnungen gibt es ein weiteres Risiko: Unerwartete Wartungskosten. Wenn die Eigentümerversammlung die Entscheidung trifft, das Dach neu zu decken oder den Keller zu renovieren, müssen alle Eigentümer mitzahlen. Falls Sie sich mit Bauarbeiten beschäftigt haben, wissen Sie, über welche Summen ich spreche: einige Tausende können sich schnell aufaddieren. Es gibt noch andere unerwartete Kosten wie Wasserrohrbruch, kaputte Heizung oder Fenster, usw. Alle diese Kosten reduzieren die erwartete Rendite und müssen berücksichtigt werden.

Mein Kapital ist mit einer Immobilie gesichert:

Im Vergleich zu Aktien ist das Kapital bei Immobilien sicherer. Es ist übrigens genauso sicher bei Bankeinlagen und Staatsanleihen. Der Immobilienmarkt ist nicht liquide und die Preise steigen und sinken nicht kurzfristig wie Aktienkurse. Weil der Immobilienwert nicht jederzeit vorhanden ist, geht man davon aus, dass die Immobilie einen bestimmten Wert hat. Kann man aber seine Immobilie für dieser Preis sofort verkaufen? Nein. Der Immobilieneigentümer braucht einen Käufer, mehrere Interessierten und ggf. einen Makler.

Immobilieneigentümer glauben, dass ihr Kapital zumindest sicher ist, selbst wenn die Rendite durch Mieteinnahmen gering ist. Das ist nicht immer der Fall, wenn man den Immobilien-crash in den USA, Spanien oder Irland betrachtet. Viele Menschen haben Privatinsolvenz angemeldet, weil die Immobilienblase plötzlich geplatzt ist.

Fazit: 

Eine Immobilie ist sicherlich eine gute Geldanlage, wenn die Rendite hoch ist und die Immobilienpreise steigen. Die Voraussetzungen dafür sind, dass die Immobilie billig gekauft wird und hohe und sichere Mieteinnahmen hat. Solche Angebote sind aber schwer zu finden („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Ich würde den Anlegern empfehlen, sich richtig über Immobilien zu informieren und die obengenannten fünf Argumente für den Kauf einer Immobilie kritischer zu betrachten.

Es ist vielleicht der größte Kauf eines Anlegers in seinem Leben und eine wichtige Entscheidung. Man darf nicht auf die sogenannten Bankberater, die nur an ihre Provisionen denken, hören und beim ersten Immobilienangebot zugreifen. Ich würde persönlich heute keine Immobilie kaufen, weil ich die Preise zu hoch finde und weil ich mein Kapital nicht in einer einzigen großen Geldanlage verbinden möchte.

Montag, 20. Mai 2013

Der demografische Wandel in Deutschland und Ihre finanzielle Zukunft


„Der demografische Wandel verändert unser Leben stärker als Energiewende, Globalisierung oder die digitale Revolution.“ - Jürgen Rüttgers 

Am 14. Mai hat ein Demografiegipfel in Berlin stattgefunden. Die Hauptthemen dieses Gipfels waren Alterung der Bevölkerung, Rente und Zuwanderung.

Ich bin ein bisschen skeptisch, dass die Politiker die richtigen Entscheidungen treffen, wenn es um diese Probleme geht. Die mutigen Entscheidungen, die von der Politik getroffen werden müssen, haben langfristig positive Effekte. Sie sind gut für das Land und die Wirtschaft. Aber kurzfristig sind sie ein Beißen in den sauren Apfel. Sie können dazu führen, dass die Parteien Stimmen verlieren. Also wird bei solchen Gipfeln viel geredet und wenig getan.

In den Medien zu lesen und interessant ist, dass der demografische Wandel ein unabänderlicher Fakt geworden ist. Im Jahr 2060 werden wir vermutlich ein Fünftel weniger Bevölkerung haben und jeder Dritte wird 65 Jahre alt sein. Es ist eine erschreckende Prognose, die anscheinend keinen wirklich interessiert. Dazu wird es noch Kinder, Studenten, Arbeitslose, Sozialbedürftigte und Kranke geben. Wer wird das Leben all dieser Leute finanzieren?



In meinem Artikel „Rentner mit 67 Jahren“ habe ich meine Meinung über das heutige Rentenversicherungssystem zusammengefasst. Laut Wolfgang Steiger, dem Generalsekretär des Wirtschaftsrates, werden wir definitiv mehr arbeiten müssen. Er sagte: "An einer längeren Lebensarbeitszeit und einer Entlastung der umlagefinanzierten sozialen Sicherungssysteme führt kein Weg vorbei. Nur so können wir unseren Sozialstaat zukunftsfest machen und eine Überlastung der jungen Generation vermeiden" (Quelle: rtl.de). Vielleicht muss ich meinen Artikel in „Rentner mit 72 Jahren“ umbenennen.


2060 mag eine ferne Zukunft sein. Mein Punkt ist aber, dass sich die Menschen dieser Situation bewusst sein und ihre finanziellen Pläne dementsprechend anpassen sollten. Ich möchte persönlich nicht arbeiten, bis ich 67 Jahre alt oder älter bin. Selbst wenn ich so lange arbeiten würde, glaube ich nicht, dass Vater Staat mir genug Geld geben oder in der Lage sein wird, dies zu tun. Die Jahre der Wirtschaftswunder sind vorbei. Jedes zweite neugeborene Mädchen kann damit rechnen, dass es 85 Jahre alt wird. Und in dieser Statistik sind die Sterbefälle durch Unfälle schon enthalten. Wer es heute bis 65 geschafft hat, kann damit rechnen, dass er noch 17,5 Jahren lebt. Bei Frauen sind es circa 3 Jahre mehr (Quelle: zeit.de).

Zwanzig Jahre lang Rente in einer Gesellschaft kassieren, die zu einem Drittel aus Rentnern besteht, scheint mir etwas träumerisch. Man wird mehr Arbeitnehmer als heute brauchen, um das zu finanzieren. Mehr Arbeitnehmer gibt es nicht und wird es mit der heutigen Politik auch nicht geben.

Mit diesem Bewusstsein ist es zum Glück für viele Menschen noch nicht zu spät, ihre Zukunft selber zu gestalten. Sie müssen die Verantwortung selber übernehmen und mit dem Vermögensaufbau anfangen. Mit einem guten passiven Einkommen können Sie Ihre Altersvorsorge selber übernehmen.

In diesem Blog auf der Seite „Artikelübersicht“ finden Sie die Liste aller Artikel, die ich seit September 2012 veröffentlicht habe. Ich hoffe, dass meine Tipps und Vorschläge Ihnen bei den Themen Geld sparen, Geld anlegen, Vermögensaufbau und finanzielle Freiheit helfen werden.

Zum weiterlesen -> Setzen Sie sich langfristige finanzielle Ziele
Zum weiterlesen -> Finanzielle Freiheit ist die beste Altersvorsorge
Zum weiterlesen -> Mindestlohn und Verantwortung für das Leben selber übernehmen

Montag, 13. Mai 2013

Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen


“You ought to be able to explain why you’re taking the job you’re taking, why you’re making the investment you’re making, or whatever it may be. And if it can’t stand applying pencil to paper, you’d better think it through some more. And if you can’t write an intelligent answer to those questions, don’t do it.” – Warren Buffett

Die EZB hat am 2.Mai den Leitzins nochmals gesenkt - auf das niedrige Niveau von 0,5%. Die niedrigen Zinsen machen Immobilien als Geldanlage immer attraktiver, weil die Kosten von Immobilienkrediten dementsprechend geringer werden. Ich höre in meinem Bekanntenkreis immer öfter, dass junge Leute sich überlegen, eine Immobilie als Geldanlage zu kaufen. Ich möchte aus dem Blick eines Anlegers analysieren, ob es jetzt sinnvoll und die richtige Zeit ist, eine Immobilie zu kaufen.

Viele Menschen haben romantische Gefühle, wenn es um eine Immobilie geht. „Ich möchte in meinem eigenen Haus wohnen“ oder „Ich möchte mein Geld in etwas Konkretes investieren“ (Betongold statt Wertpapiere) sind die bekannten Aussagen. Wenn es um eine Geldanlage geht, müssen Sie alle Gefühle beiseite legen und rational denken. Eine Immobilie kostet eine Menge Geld, welches Sie eventuell jahrelang gespart haben und für das Sie ggf. ein Kredit aufnehmen müssten, den Sie jahrelang abbezahlen. Sie haben den Luxus nicht, Ihr Geld wie bei einem Klamottenkauf laut Ihrer Wünsche und Gefühle anzulegen. Es ist dann keine Investition, sondern ein Einkauf.

Es gibt einen sehr wichtigen Faktor, den ein Anleger für seine Entscheidungen im Betracht ziehen sollte: Rendite („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Genauso wie Aktien und Anleihen hat auch eine Immobilie eine Rendite. Die Mieteinnahmen und der Kaufpreis bestimmen die Rendite einer Immobilie. Dazu kommen die Kosten wie Instandhaltung, Versicherungen, usw., die von Mieteinnahmen abgezogen werden müssen, um die Nettorendite zu berechnen.

Ich persönlich würde erstens das Verhältnis von Kaufpreis zu jährlichen Nettomieteinnahmen berechnen, um beurteilen zu können, ob ich eine Immobilie überhaupt kaufen will. Dieses Verhältnis ist Vergleichbar zum KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) bei Aktien.

Als Beispiel nehme ich eine 60-qm Wohnung in der Kölner Innenstadt und kalkuliere das KGV für diese Investition. Der durchschnittliche Kaufpreis bei Wohnungen in Köln liegt bei 3000 €/qm. Daraus ergibt sich einen Marktpreis von 180.000 € für unsere Beispielwohnung. Die durchschnittliche Kaltmiete liegt derzeit monatlich bei circa 10 €/qm. Das ergibt Jahresmieteinnahmen von 7200 €. Fürs Erste möchte ich die eventuell anfallende Instandhaltungskosten und die Finanzierung für Vereinfachungszwecke ignorieren. Das KGV für diese Wohnung ist -> Kaufpreis/Mieteinnahmen = 180.000 / 7200 = 25. Die jährliche Rendite beträgt also 4%.

Ein erfahrener Anleger würde sofort merken, dass ein KGV von 25 eine sehr hohe Zahl ist. Die Wohnung amortisiert sich in 25 Jahren! Zum Vergleich sind hier die KGV’s von einigen bekannten Unternehmen (Stand Mai 2013):
  • Coca-Cola -> 22,22
  • Shell -> 8,42
  • Deutsche Bank -> 5,65
  • Siemens -> 10,27
  • Volkswagen -> 5,47
  • Apple -> 11,07

Ich würde direkt sagen, dass Immobilien in Köln heute überpreist sind. Die niedrigen Zinsen nach der Eurokrise haben die Immobilienpreis in den Großstädten in Deutschland hochgeschoben. Die Mieteinnahmen sind aber noch nicht angepasst worden. In diesem Zustand würde ich keine Immobilie zum Marktpreis kaufen. Weiterhin mieten und das Geld in Aktien anlegen ist für mich eine bessere und sinnvolle Alternative.

Natürlich ist es eine andere Geschichte, wenn Sie die Immobilie viel günstiger über Zwangsversteigerung oder ein ähnliches Angebot bekommen („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Jeder Preisnachlass auf den Marktpreis senkt das KGV und macht die Immobilie attraktiver.

Die Befürworter von Immobilien als Geldanlage haben andere Argumente wie Fremdfinanzierung, den künftigen Preisanstieg und Tilgung statt Miete. Diese werde ich in einem anderen Artikel analysieren.


Donnerstag, 11. April 2013

Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen


“In this business, if you’re good, you’re right six times out of ten. You’re never going to be right nine times out of ten.” – Peter Lynch 

In dem Artikel “Aktienfonds als Geldanlage” habe ich meine Meinung über Aktienfonds geäußert. Einer der Hauptgründe, warum ich diese Fonds nicht empfehle, sind die jährlichen Managementgebühren von diesen Finanzprodukten. In diesem Artikel möchte ich die Effekte von Gebühren auf die Rendite darstellen.

Die meisten Fonds haben Gebühren von 1,5% bis 4% p.a. Das mag wenig aussehen, verursacht aber tatsächlich einen großen Wertverlust über die Jahre. Stellen Sie sich vor, dass sich innerhalb von zehn Jahren 2% jährlich Kosten auf satte 20% des gesamten Portfolios summieren! Wie ich in dem Artikel „Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“ erklärt habe, hat die Rendite eine äußerst wichtige Rolle beim Vermögensaufbau. Ihre möglichen 8% Rendite werden mit 2% Kosten auf 6% reduziert. Wenn Sie mit 10.000 € anfangen und jährlich 10.000 € sparen, wird Ihr Vermögen mit 8% Rendite in einem Zeitraum von zwanzig Jahren auf 504.229 € wachsen. Mit 6% Rendite aufgrund Fondsgebühren werden Sie stattdessen nur 399.927 € haben. Der Unterschied beträgt 104.302 €!!!

Leider sehen viele Anleger den kumulativen Effekt von diesen Kosten auf den ersten Blick nicht.

Ich persönlich würde ungern mein Vermögen dafür spenden, dass die Fondsmanager übertriebene Gehälter bekommen und die Investmenthäuser mit meinem Geld werben, um mehr unwissende Kunden zu locken. Die Finanzzeitschriften sind voll mit Werbungen für Investmentfonds. Die Kosten müssen ja irgendwoher kommen.

Quelle: www.justetf.com

Viele von meinen Lesern werden vielleicht denken: „Sie investieren aber mein Geld für mich, das hat natürlich seinen Preis“. Das ist richtig. Ich bin aber der Meinung, dass es sehr schwierig ist, diese Kosten  zu rechtfertigen. Was die Fondsmanager machen, ist meistens nichts anders als in Aktien, Staatsanleihen und Unternehmensanleihen zu investieren. Wenn Sie interessiert sind, schauen Sie einfach die Bestände an und vergleichen Sie sie mit den Aktienindexen. Sie sind identisch, nur mit jeweils unterschiedlichen Gewichtungen von Aktien. Sie werden sogar öfters mit einem Benchmark-Index verglichen.

Wozu muss ich denn die 2% jährliche Kosten übernehmen? Damit die Fondsmanager die Aktien von DAX, Dow Jones oder Euro STOXX ständig kaufen, verkaufen und Transaktionskosten verursachen? Wenn ich einen ähnlichen Fonds wie einen Aktienindex kaufen möchte, dann kaufe ich lieber einen Aktien-ETF („Aktien-ETFs als Geldanlage“). Langfristig gesehen hat ein Aktien-ETF mit seinen niedrigeren Kosten einen riesigen Vorteil gegenüber den klassischen Aktienfonds.

Die Höhe Ihrer Rendite ist ein wichtiger Faktor für den Vermögensaufbau („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Deswegen dürfen Sie die Fondsgebühren nicht ignorieren, weil Sie nämlich die Rendite fressen. Wenn Sie die Inflation betrachten, liegt Ihre reale Rendite mit Aktien langfristig bei circa 7% („Inflation und die Effekte auf Rendite“). Es gibt keine Garantie und eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass der Fondsmanager über mehrere Jahre eine bessere Marktperformance als die Aktienindexe haben wird. In vielen Fallen werden sie die Performance von Indexfonds sogar unterschreiten. Eine jährliche Gebühr wird Ihre Rendite noch weiter reduzieren und Ihren Vermögensaufbau verlangsamen.

Als bewusster und intelligenter Anleger ist es wichtig für Sie, Ihr finanzielles Wissen aufzubauen und keine Finanzprodukte zu kaufen, die mit hohen Kosten verbunden sind und keine zusätzliche reale Rendite bringen.

Mittwoch, 27. März 2013

Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger


”I’m only rich because I know when I’m wrong…I basically have survived by recognizing my mistakes.” - George Soros
In dem Artikel “Aktien als Geldanlage” habe ich unerfahrenen Anlegern vom direkten Kauf von individuellen Aktien abgeraten. Ich möchte meine Gründe in diesem Artikel zusammenfassen.

Volatilität:

Aktien werden als riskante Geldanlage eingestuft. Der Grund dafür ist, dass der Preis einer Aktie in kurzer Zeit stark steigen und sinken kann. Es ist damit möglich, schnell Geld zu verlieren. Als Volatilität einer Aktie bezeichnet man das Maß der Schwankung von Aktienkursen während einem bestimmten Zeitraum. Diejenigen Aktien mit einer hohen Marktkapitalisierung (Firmen wie Bayer, Siemens, General Electric, usw)  haben relativ gesehen eine niedrige Volatilität. Sie ist aber trotzdem vorhanden. Der Aktienanleger muss sich darüber bewusst sein, dass eine Aktie innerhalb eines Jahres einen großen Kursrutsch erleben kann. Viele neue Anleger sind psychologisch nicht bereit, dieses Risiko auf sich zu nehmen. Wenn sie Geld verlieren, werden Sie nervös und demotiviert. Sie verlieren ihr Vertrauen in den langfristigen Erfolg von Aktien und legen ihr Geld wieder auf Tagesgeldkonten an.


Aktienauswahl:

Es ist nicht einfach zu entscheiden, welche Aktie man kaufen soll. Das Ziel eines Aktienanlegers, der individuelle Aktien kauft, ist eigentlich, den Markt zu überlisten. Das heißt, dass die gekaufte Aktie eine höhere Rendite bringt als der Gesamtmarkt (der Kurs von Bayer zum Beispiel ist 2012 um 46% gestiegen, während der DAX um 29% gestiegen ist. Die Bayer-Aktie hat den DAX um 17% überragt und war damit ein erfolgreiches Investment für 2012).

Der DAX-Index wird laut Marktkapitalisierung aus 30 wichtigen Deutschen Aktien berechnet. Deswegen haben einige Aktien eine größere Gewichtung als andere. Nichtsdestotrotz möchte ich eine vereinfachte Theorie vorstellen. Theoretisch wird die Hälfte der Aktien im DAX-Index eine höhere Rendite erzielen als der Gesamtmarkt, indem sie eine bessere Performance haben als der Index selbst. Und die andere Hälfte der Aktien werden eine schlechtere Performance haben. Wie kann man also in der oberen Hälfte investieren? Vielleicht mit purem Glück? Einige Studien zeigen, dass es reiner Zufall ist, welche die Aktien mit der besseren Performance sind. Viele unerfahrene Anleger investieren  in die untere Hälfte, weil sie von den Medien und Marktmanipulationen fehlgeleitet werden.

Psychologie:

Die Psychologie eines Anlegers ist ein entscheidender Faktor für seinen Erfolg. Manche sagen, dass der größte Feind eines Anlegers er selbst ist. Die Volatilitäten bei den Aktienkursen können die Stimmung und Laune eines Anlegers ändern. Man wird mit Kursanstiegen glücklich, mit Kursrutschen nervös und unglücklich. Der Anleger wird ein Trader und Spekulant, handelt sehr oft und studiert die Kurse mehrmals täglich. Durch dieses aktives Handeln fallen höhere Transaktionskosten an, was die Rendite senkt. Für den direkten Kauf von individuellen Aktien sind starke Nerven bezüglich Kursschwankungen ein Muss, die viele unerfahrene Anleger noch nicht besitzen.

Meiner Meinung nach sprechen die obengenannten Gründe dafür, dass unerfahrene Anleger den direkten Kauf von individuellen Aktion vermeiden sollten. Investieren in Aktien ist kein Zocken. Es wird aber dazu, wenn man nicht weiß, was man tut. Das heißt aber nicht, dass Sie nie direkt individuelle Aktien kaufen sollen.

Wenn Sie Ihr finanzielles Wissen erhöht haben („Finanzielle Bildung“), können Sie Ihre Fähigkeiten anhand eines Musterdepots prüfen. Erst dann, wenn Sie überzeugt sind, dass Sie in einem absehbaren Zeitraum im Vergleich zu den Indexen Dow Jones und DAX bei Ihrer Aktienauswahl eine bessere Performance erreichen, fangen Sie klein an, mit echtem Geld Aktien zu kaufen.