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Montag, 6. April 2015

unerwartete Kosten beim Umzug

“Beware of the little expenses; a small leak will sink a great ship.” – Benjamin Franklin
Wir sind vor zwei Wochen umgezogen. Mit unserer wachsenden Familie ist der Umzug dringend notwendig gewesen. Meine Mieteinsparungen durch Wohngemeinschaften („Leben ineiner Wohngemeinschaft“) und Zusammenleben in einer kleinen Wohnung haben damit ihr Ende gefunden („Zusammenziehen  - macht es Sinn?“).

Ich bin für die Zeit in meiner alten WG und in der kleinen 54-qm-Pärchenwohnung sehr dankbar. Durch mein WG-Leben habe ich in 5 Jahren mindestens 18.000 € gespart und angelegt. Das Zusammenleben in einer relativ kleinen Wohnung hatte auch große finanzielle Vorteile. Meine Freundin konnte nach meinem Einzug jährlich 4.800 € sparen, weil sie vorher alleine in der gleichen Wohnung gewohnt hatte. Meine Mietersparnisse gingen natürlich weiter, so dass ich letztendlich in den letzten 3 Jahren weitere 14.500 € durch unsere geringe Miete sparen konnte. Diese Ersparnisse waren ein großer Beitrag zum Vermögensaufbau unserer Familie („monatlich Geld sparen und automatisch Vermögen aufbauen“). 

Ein Umzug erfordert eine Menge Vorbereitung und ist sehr zeitintensiv. Es gibt viele Details, die man sich überlegen muss. Einige Beispiele sind die folgenden: alte Sachen wegwerfen, Sperrmüll bestellen, Keller aufräumen, Umzugsunternehmen organisieren, Malerarbeiten organisieren, neue Küche kaufen, neue Elektrogeräte für die Küche, neue Möbel, Gardinen, Teppiche, Schränke für die größere Wohnung, Kündigung des alten Mietvertrages usw. Unser Umzug war längst geplant. Deswegen hatten wir bereits vorher auf unserem gemeinsamen Konto für die Finanzierung des Umzugs mit monatlichen Einzahlungen eine Rücklage geschaffen.


Ich habe versucht alles vernünftig zu planen. Dafür habe ich eine Excel-Tabelle erstellt und die erwarteten Kosten in die Tabelle eingetragen. Ich habe für die neuen Haushaltsgeräte die Preise verglichen („Sparen beim Kauf von Unterhaltungselektronik“) und sie in der Einkaufsliste als nötig oder wünschswert eingestuft. Dazu habe ich eine Prognose für die Dienstleistungen und die Küche gemacht, die leider fehlerhaft war.

Unsere Rücklage war im Endeffekt nicht ausreichend. Meine Prognose für einige Kosten war viel zu niedrig. Einbauküchen sind, wie sich herausgestellt hat, ein sehr großer Kostenfaktor. Dazu kam eine Menge unerwarteter Ausgaben. Die Malerarbeiten in unserer neuen Wohnung mussten wir beim Einzug selber übernehmen. Ich habe mich kurz vor dem Kauf für einen Induktionsherd entschieden. Ich habe auch nicht beachtet, dass wir damit neue Töpfe brauchen würden. Unsere kostengünstige IKEA-Küche brauchte eine besondere XL-Spülmaschine, die einige hundert Euro mehr kostet. Der neue Badschrank und neue Lampen waren auch nicht in meiner fehlerhaften Prognose enthalten. Umzugskartons,  Parkverbotsschilder und Trinkgelder für einige Dienstleistungen hatte ich völlig vergessen.

Wegen vorzeitigen Umzugs müssen wir jedenfalls eine Monatsmiete noch für die alte Wohnung zahlen. Unser netter alter Vermieter wollte den neuen Mieter selber suchen und angeblich persönlich kennenlernen. Jedoch hat er sich nicht darum gekümmert, rechtzeitig eine Anzeige zu schalten. Er hat auch eine üppige Kaltmiete (13 €/qm) verlangt, die in Köln niemand für eine normale Wohnung zahlen würde. Er hat immer noch keinen neuen Mieter gefunden. Mal schauen, ob wir die alte Miete noch einen weiteren Monat zahlen müssen.

Eine Kautionsbürgschaft ist eine Alternative zur Mietkaution. Mein Plan, eine solche zu leisten, damit unser Geld nicht jahrelang auf einem Sparkonto liegt, wurde von unserem neuen Vermieter abgelehnt.

Alles in allem haben wir circa 6.000 € mehr gebraucht als wir als Rücklage gespart haben. Das ist eine Menge Geld, die wir von unserem normalen Gehalt nicht einfach finanzieren können.

In meinem nächsten Artikel werde ich darüber schreiben, wie man mit so einer Situation umgehen kann.

Montag, 26. Mai 2014

Leben in einer Wohngemeinschaft

We must learn to live together as brothers or perish together as fools. - Martin Luther King, Jr.

Manchmal haben unsere in einem Moment getroffenen Entscheidungen große Auswirkungen auf unser gesamtes Leben. Vor 6,5 Jahren habe ich mein Berufsleben in Köln angefangen. Davor hatte ich in Dortmund studiert und im Studentenwohnheim mit einer 200 € alles-inklusive Monatsmiete gewohnt.

Das Studentenleben in Dortmund war ziemlich günstig: Ein Semesterticket für die Bahn, niedrige Studiengebühren, die Mensa, Studentenkneipen mit leckerem Dortmunder-Bier für nur einen Euro, usw.. Alle Kosten zusammengenommen beliefen sich inklusive Krankenversicherung auf circa 550 € im Monat. Mit meinem Leben war ich auch ziemlich glücklich, obwohl das Geld oft knapp war („Wie viel Geld ist genug?“) und ich weder Luxus in meinem Leben wie z.B. teure Urlaube („Versuchungen Geld auszugeben, Eindrücke aus einem Sommerurlaub“) noch extravagante Hobbies hatte („Teure Hobbies und Vermögensaufbau“). 

Wie jeder Berufsanfänger wollte ich eigentlich in meiner eigenen Single-Wohnung wohnen. Dafür war es langsam Zeit, nachdem ich sieben Jahre lang in Studentenwohnheimen und Wohngemeinschaften gewohnt hatte. Ich hatte aber keine Zeit und keine große Lust, von Dortmund aus in Köln eine Wohnung zu suchen. Außerdem musste ich noch eine sechsmonatige Probezeit bei der Arbeit bestehen. Aus diesen Gründen habe ich temporär für zwei Monate in einem WG-Zimmer in zentraler Lage (Zülpicher Platz) gewohnt. Mein Plan war, dass ich während dieser Zeit meine Traum-Single-Mietwohnung suchen würde.


Die Entscheidung, die große Auswirkungen auf meine Finanzen hatte, war jedoch Folgende. Ein anderes Zimmer in unserer 3er-WG wurde frei und ich entschied mich spontan dazu, dieses Zimmer zu nehmen. Ich kannte die Mitbewohner schon und war eigentlich zu faul für die mühsame Wohnungssuche in Köln. Der Umzug war der schnellste und einfachste in meinem Leben, ich habe meine Sachen einfach ein Zimmer rübergetragen. 

In dieser WG habe ich fünf Jahre lang gewohnt! Mit den wechselnden Mitbewohnern gab es glücklicherweise keine Probleme. Ich habe allerdings zu Hause nicht so viel Zeit verbracht, weil ich viel gearbeitet habe und dazu einige Zeit pendeln musste. Es gab immer einen Grund, weiter in dieser WG zu wohnen.

Mein Zimmer war 25 qm groß und die Gesamtmiete inklusive Telefon und Strom betrug 400 €. Die Wohnung hatte auch eine große Küche, die man als Gemeinschaftszimmer nutzen konnte. Der Wohnungsmarkt in Köln ist heute extrem teuer. Vor ein paar Jahren war es jedoch in einer zentralen Lage nicht sehr anders.

Mir sind die finanziellen Vorteile unserer Wohngemeinschaft erst bewusst geworden, nachdem ich meine Sparquote mit der meiner Kollegen verglichen habe („Net Cashflow ist König“). Meine Sparquote war deutlich höher als die der anderen, obwohl wir ähnliche Ausgaben und und einen vergleichbaren Lifestyle hatten. Der Hauptgrund dafür war einfach meine WG! Die anderen haben alleine gewohnt und zwischen 700 € und 800 € fürs Wohnen ausgegeben.

Die Einstiegsgehälter bei Ingenieuren sind eigentlich nicht schlecht. Trotzdem müsste man eine Woche lang für den Vermieter arbeiten, nachdem man zwei Wochen lang für den Staat und Sozialabgaben gearbeitet hat. Toll! („Bezahle Dich selbst zuerst“)

Das WG-Leben hat seine Vor- und Nachteile. Dank meines WG-Lebens habe ich in 5 Jahren mindestens 18.000 € gespart und angelegt. Das ist eine Menge Geld!

Ich würde jedem Berufsanfänger empfehlen sich zu überlegen, zunächst in einer Wohngemeinschaft zu wohnen. Wohngemeinschaften sind die beste Art, günstig zu wohnen. Außerdem hat man andere soziale Kontakte als die Kollegen auf der Arbeit. Die Entscheidung, in einer WG zu wohnen, ist wie ein Turbostart für den Vermögensaufbau.

Ich wohne mittlerweile mit meiner Freundin und werde darüber in meinem nächsten Artikel berichten.