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Dienstag, 9. September 2014

Norwegen, Verwendung der Öleinnahmen und Vermögensaufbau

"The most important measure to reduce the state's oil and gas price risk" is to put its petroleum revenues into the oil fund and thus into "diversified financial investments globally".- Siv Jensen, Norway's finance minister
Norwegen ist ein Land, das sehr reich an Naturschätzen ist. Die Öl- und Gasreserven in der Nordsee machen 50% der Exporte und mehr als 20% des Bruttoinlandsproduktes des Landes aus. Norwegen ist der neuntgrößter Ölexporteur und drittgrößte Gasexporteur der Welt. Solche Rohstoffquellen zu haben ist zugleich ein großes Glück und Pech für ein Land. Es gibt viele Länder auf der Welt, die trotz reichlicher Öleinnahmen ein geringes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf haben. Bekannte Beispiele sind der Iran, der Irak, Nigeria,  Angola, Venezuela und Kazachstan.

Es gibt mehrere Gründe für diesen wirtschaftlichen Zustand. Einer davon ist natürlich die Korruption in diesen Ländern und der Fakt, dass die Öleinnahmen an kleine Interessengruppen wie Königsfamilie oder Oligarchen fließen. Das führt dazu, dass diese Einnahmen einfach verschwendet werden. Ein anderes Risiko für Länder mit hohen Rohstoffexporten ist die sogenannte holländische Krankheit.

Die holländische Krankheit wurde zuerst in den Sechziger Jahren in den Niederlanden beobachtet, nachdem dort Erdgasvorkommen entdeckt worden waren. Die hohen Exporte haben zu Außenhandelsüberschüssen geführt, was eine Aufwertung der Währung des Landes verursacht hatte. Dadurch wurden die anderen Güter des Landes teurer, was die Exporte dieser Güter vermindert hat. Das hatte schwere Folgen für die betroffenen Industrien, was der Grund für grundsätzliche ökonomische Probleme wie z. B. Arbeitslosigkeit war. Das war der Fluch der Rohstoffe.

Norwegen macht es ganz anders. Der größte Teil der Öl- und Gasindustrie wurde von den Staatskonzernen betrieben. Was der norwegische Staat mit den Einnahmen macht, ist das eigentlich Interessante. Diese Einnahmen gehen in den staatlichen Pensionsfonds und in der Regel werden nicht mehr als 4% der Einnahmen ausgegeben. Die Norweger geben ihr Geld nicht verschwenderisch aus, sondern sparen es für den Vermögensaufbau. 

Das verwaltete Vermögen des norwegische Staatsfonds bemisst sich auf circa 880 Mrd. Dollar, damit ist es der weltgrößte Staatsfonds. Sehr bemerkenswert ist auch, was die Norweger mit diesem Vermögen machen. Sie kaufen hauptsächlich Aktien. Das Portfolio enthält mehr als 60% Aktien und circa 40% Anleihen und Immobilien (Quelle: Norwegisches Finanzministerium). Nach der Finanzkrise 2008 wurde sogar der Aktienanteil von 40% auf 60% erhöht. Die fallenden Zinsen und günstigen Aktienpreise waren der Hauptgrund dafür. Dieses Konzept war sehr erfolgreich und die Norweger haben vom Bullenmarkt der letzten Jahren stark profitiert.


Ich denke, wir können von den Norweger lernen, wie man mit seinen Einnahmen und seinem Vermögen umgehen kann. Ich sehe den norwegischen Staat als eine junge, bewusste Person mit einem guten Einkommen. Diese Person lebt sparsam und baut ihr Vermögen auf. Sie ist auch risikobereit und erwartet eine hohe Rendite von ihrem Vermögen. Die Norweger wissen, dass die Öl- und Gaseinnahmen nicht unendlich sind. Sie bereiten sich auf die Wintertage vor, wie in der Fabel „Die Grille und die Ameise“. Sie denken langfristig und möchten ihren zukünftigen Generationen eine finanziell sichere Zukunft bieten.

Wir können  von den Norwegern noch etwas lernen, und zwar, wie man sein Vermögen genau anlegt. Erstens ist das Vermögen diversifiziert angelegt. Die Aktien und Anleihen sind verteilt auf Europa, Vereinigte Staaten, Asien-Pazifik und Schwellenländer („Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen“). Zweitens wird das Geld an mit minimalen Kosten angelegt. Die jährliche Kosten belaufen sich auf zwischen 0,07% und 0,09%.

Die Norweger sind risikobereit, weil sie ihr Geld langfristig angelegt haben („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“). Das ist der Grund, warum sie sich einen hohen Aktienanteil leisten können. Sie haben noch Ölreserven und brauchen das Vermögen noch nicht. Voraussichtlich wird das Gesamtvermögen im Jahr 2020 mehr als ein Billion Dollar betragen.

Als Privatanleger können Sie dasselbe machen, was die Norweger mit ihrem Staatsfonds machen. Sparen Sie einen Teil Ihres Nettoeinkommens ("Bezahle Dich selbst zuerst") und legen Sie das Geld an. Bauen Sie Ihr Portfolio mit Aktien-ETFs aus verschiedenen Regionen auf („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Seien Sie vorsichtig mit den Fondsgebühren und Beraterkosten („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“).

Montag, 1. September 2014

Eine Liste der Dividenden-ETFs für Ihr Portfolio

“I don't like stock buybacks. I think if a company has the money to buy their stock back, then they should take that and increase the dividends. Send it back to the stockholder. Let them invest their money again from the dividends.” - T. Boone Pickens

Wenn Sie finanzielle Freiheit schnell erreichen möchten, sollten Sie eine höhere Rendite von Ihrem Portfolio erwarten und erzielen. Historische Zahlen zeigen, dass Aktien langfristig gesehen die beste Geldanlage sind („Warum sind Aktien die beste Geldanlage?“). Wachsende Dividenden sind ein großer Faktor für diese hohe Rendite. Sie können in jeder Wirtschaftszeitung finden, wie hoch die Dividendenrendite (Ausschüttungsrendite) einzelner Aktien ist („Was ist Dividendenrendite?“).


Ich empfehle aber meinem Leser und jedem Privatanleger, sich von einzelnen Aktien fern zu halten ("Der Kauf von individuelle Aktien für unerfahrene Anleger"). Der klügere Weg mit einem geringeren Risiko ist es, ein Portfolio mit diversen Aktien zu haben. Das können Sie normalerweise einfach mit Aktienfonds erreichen („Aktienfonds als Geldanlage“). Der Nachteil an Aktienfonds ist aber, dass diese hohe Kosten und einen Ausgabeaufschlag haben, was die Rendite reduziert („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“). Daher lautet meine klare Empfehlung, ein diversifiziertes Portfolio mit ETFs selbst zusammenzustellen („Lege nicht alle Eier in einen Korb“).

Wie kann man denn nun in ETFs investieren und Dividendeneinnahmen bekommen? Die erste Strategie ist es, einfach ETFs zu kaufen, die globale Indexen folgen. Hier sind die Dividendenrenditen von den wichtigsten globalen Indexen (Stand Ende August 2014):
  • S&P 500 (USA): 1,80%
  • MSCI Germany (Deutschland): 2,20%
  • Euro STOXX 50 (Europa): 3,23%
  • FTSE 250 (Großbritannien) : 2,92%
  • MSCI World (Welt) : 1,98%
  • MSCI Emerging Markets (Schwellenländer): 1,57%

 Es gibt andere ETFs, die eher Aktien mit hoher Dividende enthalten. Ich möchte einige ausgewählte ETFs mit deren jeweiliger Dividendenrendite auflisten. Diese ETFs habe ich teilweise in meinem eigenen Portfolio.
  • db x-trackers Stoxx® Global Select Dividend 100 UCITS ETF 1D: 5,01%
  • iShares Dow Jones U.S. Select Dividend UCITS ETF (DE) EUR: 3,01%
  • iShares EURO STOXX Select Dividend 30 UCITS ETF (DE): 4,20%
  • iShares Emerging Markets Dividend UCITS ETF EUR: 5,38%

Hier ist eine Liste der dividendenorientierten ETFs, die Sie in Deutschland erwerben können. Ich habe die ETFs nach Regionen gruppiert, weil ich hauptsächlich eine Diversifikation nach Regionen empfehle („Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen“).

Globale Aktien
  • db x-trackers Stoxx® Global Select Dividend 100 UCITS ETF 1D
  • ETFS Dow Jones Global Select Dividend UCITS ETF EUR
  • iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE)
  • SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF EUR

 Europäische Aktien
  • Amundi ETF MSCI EMU High Dividend UCITS ETF EUR
  • Amundi ETF MSCI Europe High Dividend UCITS ETF EUR
  • ComStage EURO STOXX ® Select Dividend 30 NR UCITS ETF
  • Deka DAXplus® Maximum Dividend UCITS ETF
  • Deka EURO STOXX® Select Dividend 30 UCITS ETF
  • db x-trackers Euro Stoxx® Select Dividend 30 UCITS ETF (DR) 1D
  • iShares EURO Dividend UCITS ETF EUR
  • iShares EURO STOXX Select Dividend 30 UCITS ETF (DE)
  • iShares STOXX Europe Select Dividend 30 UCITS ETF (DE)
  • iShares UK Dividend UCITS ETF EUR
  • Lyxor UCITS ETF Eurostoxx50 Dividends EUR
  • Lyxor UCITS ETF STOXX Europe Select Dividend 30 EUR
  • SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats ETF
  • SPDR S&P UK Dividend Aristocrats ETF EUR

Amerikanische Aktien
  • db x-trackers MSCI North America High Dividend Yield Index UCITS ETF (DR) 1C EUR
  • iShares Dow Jones U.S. Select Dividend UCITS ETF (DE) EUR
  • iShares MSCI USA Dividend IQ UCITS ETF EUR
  • SPDR S&P US Dividend Aristocrats ETF EUR

Schwellenländer-Aktien
  • iShares Emerging Markets Dividend UCITS ETF EUR
  • SPDR S&P Emerging Markets Dividend ETF EUR

 Asien-Pazifische Aktien
  • iShares Asia Pacific Dividend UCITS ETF EUR
  • iShares Dow Jones Asia Pacific Select Dividend 30 UCITS ETF (DE)
  • SPDR S&P Pan Asia Dividend Aristocrats UCITS ETF EUR

Als letztes Wort möchte ich sagen, dass die Höhe der Dividenrendite nicht unbedingt ein Auswahlkriterium für ETFs ist. Manche Firmen wie die Deutsche Telekom oder RWE schütten gerne Dividenden aus, wobei andere Firmen wie Google oder Apple ihren Gewinn behalten. Dividenden machen ungefähr die Hälfte der Aktienrendite aus. Die andere Hälfte kommt von Kursanstiegen und Gewinnwachstum. Wichtig bei der Auswahl der ETFs ist meiner Meinung nach zum einen die Strategie der Assetallokierung.  Zum zweiten sind die ETF-Kosten ein wichtiges Auswahlkriterium.

Bitte lesen Sie die Verkaufsprospekte und die Factsheets der ETFs und vergewissern Sie sich, dass Sie die Dokumente verstanden haben, bevor Sie einen der oben gelisteten ETFs kaufen.

Montag, 25. August 2014

Was ist Dividendenrendite?

“A stock dividend is something tangible — it’s not an earnings projection; it’s something solid, in hand. A stock dividend is a true return on the investment. Everything else is hope and speculation.” –Richard Russell

In meinem letzten Artikel “Dividenden für langfristigen Vermögensaufbau” habe ich geschrieben, dass  Dividenden im letzten Jahrhundert 47% der Aktienrendite ausgemacht haben. Langfristig gesehen machen Dividenden fast die Hälfte Ihrer Gesamtrendite aus. Das ist eine sehr wichtige Tatsache, die jeder Anleger im Kopf behalten sollte. Selbst wenn die Aktienkurse hoch und runter gehen, bekommen Sie weiterhin Dividenden.

Die Rendite durch die Ausschüttungen nennt man Dividendenrendite. Diese Kennziffer ist also das Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum aktuellen Kurswert einer Aktie. Für den Anleger ist es natürlich das Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum Kaufwert einer Aktie.

Wie ich in mehreren Aktikeln in diesem Blog geschrieben habe, bin ich ein langfristiger Anleger und empfehle meinen Lesern diese Strategie. Mein Portfolio besteht zu einem Großteil aus Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“), die ich mindestens noch 10 Jahre behalten werde. Damit wird das Risiko minimiert, dass die schwankenden Aktienkurse meine Rendite negativ beeinflussen („Risiko bei Geldanlagen“).

Diese langfristige Strategie hat folgenden Vorteil: Die Unternehmen machen Gewinn und schütten einen Teil dieses Gewinns an die Aktionäre als Dividende aus („Wie funktioniert ein Unternehmen?“). In einer kapitalistischen Welt versuchen die Unternehmen, Ihre Gewinne ständig zu erhöhen. Das reflektiert sich in den ausgeschütteten Dividenden. Hier finden Sie eine Liste der Unternehmen, die ihre Dividende seit mindestens 25 Jahren jedes Jahr erhöht haben. Unternehmen wie Coca-Cola, Procter & Gamble, Colgate-Palmolive und 3M erhöhen sogar seit mehr als 50 Jahren Ihre Dividende jährlich.

Wenn Sie in diese Unternehmen langfristig investieren, erhöht sich Ihre persönliche Dividendenrendite jedes Jahr! 

Ein sehr gutes Beispiel hierzu ist Coca-Cola. Wenn Sie oder Ihre Eltern Anfang der 90er Jahre 10.000 USD in Coca-Cola-Aktien investiert hätten, hätten Sie heute 2071 Aktien von Coca-Cola. Coca-Cola hat im Jahr 2014 1,12 USD an Dividenden pro Aktie ausgeschüttet. Das ergibt eine Dividendenrendite von 2,71%. Wie viel Dividenden würden Sie folglich für Ihre 2071 Aktien dieses Unternehmens bekommen? Für 2014 circa 2.320 USD! Bitte erinnern Sie sich, dass die Dividendenrendite für den Anleger das Verhältnis der ausgeschütteten Dividende zum Kaufwert einer Aktie ist. Hiermit bringt Ihr 10.000 USD-Investment in Coca-Cola Ihnen eine persönliche Dividendenrendite von 23,2%! Nicht zu vergessen, dass Ihre Aktien auch noch heute 85.160 USD wert sind. (Kurswert 24.08.2014 - 41,12 USD). 

Coca-Cola ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen. Es mag sein, dass es rein Zufall wäre, 10.000 USD in diese Aktie zu investieren. Für die Skeptiker unter Ihnen möchte ich den Dividendenwachstum des S&P 500-Index seit 1871 abbilden.

Quelle: Eigener Chart. Zahlen aus http://www.multpl.com/s-p-500-dividend/table
Hier sehen Sie noch dazu die Dividendenwachstumsrate des S&P 500-Index seit 1990. Wir sehen einen durschnittlichen Wachstum von 5,50% mit einem Maximalwert von 18,25% für 2012 und einem Minimumwert von -21,07% für 2009 (Wirtschaftskrise).

Kurz zusammengefasst sind die Ausschüttungen von Unternehmen an die Aktionäre in Form von  Dividenden und das stetige Wachstum dieser Dividendenrendite die Hauptgründe, warum ich Aktien für die beste Geldanlage für langfristige Anleger halte.

Montag, 4. August 2014

Dividenden für langfristigen Vermögensaufbau

“Do you know the only thing that gives me pleasure? It's to see my dividends coming in.” - John D. Rockefeller

Dividenden sind einer der zwei Hauptgründe, warum Aktien dem Anleger langfristig eine hohe Rendite bringen. Eine Studie von John Bogle zeigt, dass amerikanische Aktien zwischen 1900 und 2011 jährlich 9,5% Rendite gebracht haben. 4,5% davon waren Dividenden und 5% Kursanstiege. Das heißt, Dividenden haben im letzten Jahrhundert 47% der Aktienrendite ausgemacht. Was sind denn eigentlich Dividenden? Eine sehr schöne Definition aus hanisauland.de lautet wie folgt: 

„Wer eine oder viele Aktien eines Unternehmens besitzt, hat das Recht, am Gewinn des Unternehmens beteiligt zu werden. Diesen Gewinn, der an die Aktionäre verteilt wird, nennt man "Dividende". Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und heißt genau übersetzt "das zu Verteilende". Wie hoch die Dividende ist, wird von den Aktionären und der Leitung eines Unternehmens festgelegt. Dieser Gewinn kann in Geld ausbezahlt werden. Es ist auch möglich, dass die Aktionäre kostenlos weitere Aktien erhalten. Wenn ein Unternehmen (eine Aktiengesellschaft) keinen Gewinn gemacht hat, gibt es auch keine Dividende.“

Dividenden sind passives Einkommen („Wie erreiche ich finanzielle Freiheit“) und eine der Hauptmöglichkeiten, Einkommen zu erzielen, wenn man finanzielle Freiheit erreicht hat und kein aktives Einkommen (Gehalt) mehr hat. Theoretisch kann man nur von den Dividendeneinnahmen leben, wenn man genug Aktien hat. Die Familie Quandt besitzt 46,7% der BMW-Aktien und hat 2014 dementsprechend 797 Millionen € an Dividenden erhalten (46,7% von 1.707 Mio. €  Ausschüttungssumme).

Die Dividendenrendite ist das Verhältnis der vom Unternehmen ausgeschütteten Dividende zum aktuellen Kurswert einer Aktie. Zum Beispiel: Der aktuelle Kurs der BMW-Aktie beträgt heute 87,50 € (Stand Anfang August 2014), die Dividende 2,60 € pro Aktie, die Dividendenrendite beträgt circa 2,97%. Ein Aktionär hat 100 Aktien zu einem Kurs von 70 €  für 7000 € erworben. Für ihn ergibt sich im Jahr 2014 eine Dividendenauszahlung von 260 € und eine persönliche Dividendenrendite von 3,7 %. Seine Aktien haben noch einen Wert von 8750 €.

Die Aktien der 30 DAX-Unternehmen haben eine Dividendenrendite zwischen 0% (ThyssenKrupp AG) und 4,36% (Muenchener Rueck AG). Eine Strategie vieler Anleger ist es, ein Portfolio von einzelnen Aktien aufzubauen, die eine hohe Dividendenrendite haben. Diese Anleger jagen weltweit Aktien, die kontinuierlich Dividenden ausschütten und diese jedes Jahr erhöhen. Die Firma Procter & Gamble zum Beispiel zahlt seit 122 Jahren Dividenden und erhöht diese kontinuierlich seit 56 Jahren. Heute (Anfang August 2014) hat die Aktie der Firma eine Dividendenrendite von 3,13%.

Einige Partnerblogs von mir wie Finanzielle Freiheit mit Dividenden verfolgen diese Strategie. Ich finde es eigentlich nicht schlecht, besonders in Deutschland, überhaupt in Aktien zu investieren. In einer risikoscheuen Gesellschaft, in der  nur 13,7% Aktien, Aktienfonds oder ETFs besitzen, ist Aktienbesitz an sich ein mutiger Akt. Ich muss aber sagen, dass ich persönlich kein Freund vom Besitz einzelner Aktien bin. Meine Begründung für diese Einstellung können Sie in meinem Artikel „Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“ finden. Ich bevorzuge eher die Strategie des Investments in ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“). Diversifikation ist extrem wichtig für mich, wenn ich das Risiko von einzelnen Aktien vermeiden möchte.

In meinem nächsten Artikel werde ich darüber schreiben, wie man in ETFs investieren und Dividendeneinnahmen bekommen kann und welche ETFs dafür in Deutschland zur Verfügung stehen.

Montag, 21. Oktober 2013

Sparbuch und Tagesgeldkonto vs. Aktien-ETFs

"Take risks: if you win, you will be happy; if you lose, you will be wise." – Anonymous

Ich bekomme von meiner Bank Ing-Diba ab und zu interessante Artikel über Geldanlagen. Im letzten Artikel ging es um einen Zinsvergleich zwischen Sparbuch und Tagesgeldkonto. Laut diesem Artikel verschenkt ein Sparbuch-inhaber über den Zeitraum von zehn Jahren mehr als 1000 € an Zinsen und Zinseszinzen für ein Vermögen von 10.000 € („Populäre und sichere Geldanlagen“).


Ich würde normalerweise denken, dass rationale Menschen alle Sparbücher schließen würden, weil sie mittlerweile keinen Sinn mehr machen. Vielleicht bleibt höchstens noch die Mietkautionen oder Ähnliches. Was denken Sie, wie viel Geld in Deutschland auf Sparkonten geparkt ist? Einstellige, zweistellige oder dreistellige Milliardenbeträge?

Kaum zu glauben, aber aktuell (September 2013) gibt es 115 Milliarden Euro auf Sparkonten („Festgeldkonten als sichere Anlage“). Es wundert mich tatsächlich, wer die Inhaber dieser Konten sind? Die Oma aus dem Supermarkt oder der junge Arbeitskollege von nebenan? Ich habe Freunde, die sogar eine Menge Geld auf dem Girokonto haben.

Es wird noch krasser, wenn man Sparbuch und Tagesgeldkonto mit Aktien vergleicht („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Der Sparbuch-Liebhaber mit seinen 10.000 € verschenkt in 10 Jahren eigentlich nicht nur 1000 €, sondern mehr als 7000 € (gerechnet mit einer konservativen Nettorendite von 6%). Die Angst vor Risiken („Risiko bei Geldanlagen“) macht viele Menschen in der Realität ärmer als vorher! Sparbücher und Tagesgeldkonten bringen mittlerweile eine negative reale Rendite („Lebensmittelpreise und Inflation in Deutschland“).

Meine Empfehlung für das Anlegen von Geld ist daher folgende:
  1. Tagesgeldkonto eröffnen („Tagesgeldkonto eröffnen“) 
  2. Jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag auf dieses Konto überweisen („Bezahle Dich selbst zuerst“) 
  3. Nutzen Sie das Tagesgeldkonto als Depot für Geld für Notfälle und als Zwischenstopp, bevor Sie Ihr Geld in renditebringende Geldanlagen investieren 
  4. Eröffnen Sie ein Depot, um Aktien und ETFs zu kaufen 
  5. Gestalten Sie sich ein diversifiziertes Portfolio („Lege nicht alle Eier in einen Korb“) 
  6. Legen Sie Ihr Geld regelmäßig in Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“) und Anleihen-ETFs an („Staatsanleihen aus Schwellenländern“)
Detaillerte Informationen über Geldanlagen und ETFs können Sie in anderen Artikel in diesem Blog „Der goldene Adler“ unter „Geld Anlegen“ lesen.

Sonntag, 11. August 2013

In europäische Aktien investieren, Value Stocks

“Price is what you pay; value is what you get.” – Ben Graham
In meinem Artikel “Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen“ habe ich als Beispiel die Verteilung eines Portfolios vorgestellt, in dem europäischen Aktien einen Anteil von 30% haben. Für den Anfang habe ich in dem Artikel „In europäische Aktien investieren - EUROSTOXX 50“ einen einfachen Weg geschildert, wie man in europäische Aktien investieren kann.

Es gibt Anleger, die nicht einen ETF kaufen wollen, der den gesamten Markt abbildet. Sie verfolgen oft eine bestimmte Anlagestrategie. Value Investing („Value Investing und Ihre Anlagestrategie“) ist eine dieser populären Anlagestrategien. In diesem Artikel möchte ich nun einige ETFs vorstellen, die ausschließlich „Value Aktien“ aus Europa im Fondsbestand haben.

Hier sind die passenden ETF’s, die den EURO STOXX 50 Index abbilden:
  • iShares EURO Total Market Value Large
  • ETFlab STOXX Europe Strong Value 20
  • db x-trackers MSCI Europe Value TRN Index UCITS ETF 1C EUR
  • UBS-ETF MSCI EMU Value A (EUR)

Wenn Sie die Positionen in diesen ETFs betrachten, werden Sie die folgende Gemeinsamkeiten sehen:
  • Die Aktien haben ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • Die Aktien haben ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis
  • Die Aktien sind meist aus dem Finanz- und Energiesektor.


Die Value-Aktien sind diejenigen, die aus irgendeinem Grund vom Markt „bestraft“ worden sind. Sie sind generell unpopulär und überverkauft, und deshalb günstiger als die restlichen Aktien. Die Finanzwerte in Europa sind zum Beispiel von der Eurokrise stark betroffen. Die Energiewerte haben ebenfalls durch die niedrigen Wachstumsraten und die Energiewende viel eingebüßt. Das heißt aber nicht, dass sie schlechte Aktien sind. Value Investors glauben, dass diese Aktien auf lange Sicht aufholen und den Markt schlagen werden. Diese Aktien sind tatsächlich meist solide Werte mit einer guten Dividendenhistorie. Es ist zu beachten, dass diese ETFs keine Wachstumsaktien im Bestand haben. Das nächste „Google“ oder „Apple“ werden Sie hier nicht finden.

Die jährlichen Kosten (TER) von diesen ETFs liegen bei 0,40%. Das ist mehr als bei den EUROSTOXX 50 ETFs, aber immer noch viel günstiger als bei Aktienfonds („Aktienfonds als Geldanlage“).


Wenn Sie den Preistrend von diesen ETFs betrachten, werden Sie meiner Meinung nach festellen, dass die ETFs noch günstig sind und Potenzial nach oben haben. 

iShares EURO STOXX Total Market Value Large (DE) – Quelle: ing-diba.de

In meinem Portfolio habe ich den ETF „iShares EURO STOXX Total Market Value Large (DE)“. Für die Anleger, die ihr Geld in europäische Aktien anlegen und eine „Value Investing“ Strategie verfolgen möchten, bieten diese ETFs eine gute Möglichkeit.

Montag, 3. Juni 2013

In europäische Aktien investieren, EURO STOXX 50

"The Chinese use two brush strokes to write the word 'crisis.' One brush stroke stands for danger; the other for opportunity. In a crisis, be aware of the danger - but recognize the opportunity." - John F. Kennedy

In meinem Artikel „Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen“ habe ich den Anlegern vorgeschlagen, dass sie ihr Portfolio auf verschiedene Regionen verteilen sollen. In einem vereinfachten Musterportfolio ist eine balancierte Verteilung wie folgt:
  • 30% Aktien aus den USA
  • 30% Aktien aus Europa
  • 30% Aktien aus Schwellenländern
  • 10% Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland
In diesem Artikel möchte ich mich auf die europäischen Aktien konzentrieren. Erstens möchte ich nochmal betonen, dass ich den unerfahrenen und passiven Anlegern vom Erwerb einzelner Aktien abrate („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Stattdessen bevorzuge ich den Kauf von ETF’s, die meiner Meinung nach für langfristige Anleger das beste Rendite-Risiko-Verhältnis bieten („Aktien-ETFs als Geldanlage“).

Was ist denn nun der beste Weg, mit ETF’s in europäische Aktien zu investieren? Welche ETF’s sind im Börsenhandel erhältlich? Welche ETF’s haben die niedrigsten Kosten? Die einfachste Lösung ist es, einen ETF zu finden, der den EURO STOXX 50 Index abbildet.


Dieser Index besteht aus den Aktein von 50 Unternehmen aus der Eurozone, die eine große Marktkapitalisierung haben. 13 davon sind deutsche Firmen, z.B. BASF, Siemens, Bayer, Volkswagen, usw. Die anderen Firmen stammen hauptsächlich aus Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden.

Hier sind die passenden ETF’s, die den EURO STOXX 50 Index abbilden:
  • Amundi ETF EURO STOXX 50
  • ComStage ETF EURO STOXX 50
  • db x-trackers EURO STOXX 50 UCITS ETF
  • EasyETF Euro Stoxx 50
  • iShares EURO STOXX 50
  • Lyxor ETF EURO STOXX 50
  • UBS-ETF EURO STOXX 50

Diese ETF’s unterscheiden sich bei den Fondspositionen kaum. Die Kosten (TER) liegen zwischen 0,00% und 0,25%, was ich sehr kostengünstig finde. Wenn Sie einen von diesen ETF’s kaufen möchten, würde ich Ihnen definitiv empfehlen, dass Sie auf der Webseite der Fondsanbieter den Verkaufsprospekt lesen. Sie müssen verstehen, worum es bei der Geldanlage geht, bevor Sie Ihr Geld dort anlegen. Zusätzlich können Sie bei www.morningstar.de einen Report für die oben gelisteten ETF’s lesen. Meistens gibt es eine Analyse für diese Produkte. Mit einer Anmeldung haben Sie Zugriff auf eine Analyse und können ein Musterportfolio erstellen. Ich finde es sehr hilfreich.

Ich denke, dieser ETF ist ein guter Start für Anleger, die in europäische Aktien investieren wollen. Einige Leute werden sicherlich denken: EURO STOXX 50 Index enthält viele Firmen aus Ländern wie Spanien und Italien. Die sind doch in der Krise. Warum sollte ich diese Aktien kaufen?

Ich sehe es eher als Chance („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Ich denke, dass europäische Aktien historisch gesehen günstig sind. Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) liegt bei 12,1 (Stand Ende Mai 2013). Auf der Onvista-Seite können Sie sich eine Liste der Aktien im EURO STOXX 50 Index und deren KGV’s anschauen.

Die europäischen Staaten sind wegen ihrer hohen Verschuldung in der Krise. Die meisten Firmen, die global wirtschaften, sind eigentlich in einer besseren Lage. Sie machen Gewinn und zahlen weiterhin Dividenden. Außerdem bin ich der Meinung, dass die Eurokrise mittelfristig enden wird. Es ist nicht die erste Wirtschaftskrise in der Geschichte und es wird nicht die letzte sein. Das Aufholen der Börsen und hohe Renditen sind kurz vor dem Ende der Krise zu erwarten.

Quelle: onvista.de

Wie Sie in diesem Chart sehen, hat der EURO STOXX 50 Index noch viel Luft nach oben. Es ist wichtig zu beachten, dass Euro Stoxx 50 ein Kursindex ist. Das heißt, die Dividenden werden ausbezahlt und nicht reinvestiert. Der DAX Index ist im Gegensatz dazu ein Performanceindex. Deshalb müssen Sie aufpassen, wenn Sie die Charts miteinander vergleichen.

In meinem eigenen Aktienportfolio habe ich bereits iShares EURO STOXX 50 (WKN: 593395). Ich würde anderen Anlegern empfehlen, sich schlau über diese ETFs zu machen, wenn sie in europäischen Aktien investieren wollen. Natürlich müssen Sie vorher entscheiden, ob Sie ein langfristiger Anleger sind („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“) und ob Sie verstanden haben, wie Ihr Wunsch-ETF funktioniert („finanzielle Bildung“).

Ich den nächsten Artikeln werde ich einige alternative ETFs vorstellen.

Donnerstag, 25. April 2013

Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage?


"Over the long term, the stock market news will be good. In the 20th century, the United States endured two world wars and other traumatic and expensive military conflicts; the Depression; a dozen or so recessions and financial panics; oil shocks; a flu epidemic; and the resignation of a disgraced president. Yet the Dow rose from 66 to 11,497.” –Warren Buffett

Die historische Performance von Aktien zeigen, dass Aktien langfristig gesehen die beste Geldanlage sind („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Was bedeutet aber langfristig? Ab welchem Zeitraum kann man von langfristig sprechen? Wie viele Jahre sind das? Wann ist es also sinnvoll in Aktien zu investieren?

Ein Grund, warum Aktien die beste Rendite bringen, ist, dass sie eine Risikoprämie haben. Hohe Rendite und hohes Risiko gehen Hand im Hand („Risiko bei Geldanlagen“). Das heißt, es ist möglich, dass die Aktienkurse fallen und Wertverluste entstehen. Statistisch gesehen steigen die Aktienkurse circa in zwei Dritteln der Jahre und sinken in einem Drittel. Es gibt also eine 33%ige Wahrscheinlichkeit, dass die Aktienindexe (DAX, Dow Jones, usw..) im kommenden Jahr eine negative Performance haben werden. Weiter gerechnet gibt es eine 11%ige (1/3 x 1/3) Wahrscheinlichkeit, dass die Aktienkurse in den nächsten zwei Jahren in Folge sinken werden. 

Die Risikobereitschaft, in Aktien zu investieren wird belohnt: Hohe Rendite („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Die Jahre, in denen Aktienkurse steigen (Bull-Jahre) kompensieren den Verlust der Jahre, in denen die Aktienkurse sinken (Bär-Jahre). Weil Bull-Jahre langfristig häufiger vorkommen als Bärjahren, nämlich ungefähr doppelt so oft, hat man über einen langfristigen Zeitraum eine positive Performance.

Aus diesem Grund macht es völligen Sinn in Aktien zu investieren, wenn Sie Ihr Geld langfristig anlegen möchten. Der Zeitraum sollte mindestens fünf Jahre betragen, um die Verlustwahrscheinlichkeit zu minimieren. Es gibt einen Unterschied zwischen einen Anleger und einem Spekulanten. Der Anleger denkt langfristig und legt sein Geld für die nächsten 5-10-15 Jahren an. Er kennt und vertraut auf die langfristige Performance von Aktien und bastelt dementsprechend seine Anlagestrategie. Der Spekulant kauft eine Anlage und hofft, dass die Kurse in den nächsten Monaten steigen („Gold als alternative Geldanlage“). Wenn Sie die erfolgreichen Investoren der Geschichte betrachten, werden Sie feststellen, dass fast alle langfristige Anleger und keine Spekulanten sind.

Wie gesagt, wenn Sie Ihr Geld in Aktien investieren möchten, sollten Sie über die nächten fünf Jahre  oder länger planen. Wenn Sie gerade für ein Auto, eine Anzahlung für eine Immobilie oder für Ihre Hochzeit sparen und das Geld in den nächsten fünf Jahren brauchen werden, sind Aktien für Sie nicht die passende Geldanlage. Mein Vorschlag ist, für kurzfristiges Sparen die folgenden Geldanlagen in Betracht zu ziehen: 

0-1 Jahr – Tagesgeldkonto („Tagesgeldkonto eröffnen“)
1-2 Jahre – Festgeldkonto („Festgeldkonten als sichere Anlage“)
2-5 Jahren – Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen mit passender Laufzeit („Wie funktionieren Anleihen“)

Ein Investment in Aktien machen erst Sinn, wenn Sie dieses Geld in den nächsten 5-10 Jahren nicht brauchen. Es ist meistens das Geld für Ihre private Altersvorsorge oder für Ihre finanzielle Freiheit. Kaufen und abwarten ist die bevorzugte Strategie für unerfahrene Anleger. Wenn Sie langfristig denken und geduldig sind, werden Sie hohe Renditen mit Ihren Aktiengeldanlagen erleben.



Mittwoch, 27. März 2013

Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger


”I’m only rich because I know when I’m wrong…I basically have survived by recognizing my mistakes.” - George Soros
In dem Artikel “Aktien als Geldanlage” habe ich unerfahrenen Anlegern vom direkten Kauf von individuellen Aktien abgeraten. Ich möchte meine Gründe in diesem Artikel zusammenfassen.

Volatilität:

Aktien werden als riskante Geldanlage eingestuft. Der Grund dafür ist, dass der Preis einer Aktie in kurzer Zeit stark steigen und sinken kann. Es ist damit möglich, schnell Geld zu verlieren. Als Volatilität einer Aktie bezeichnet man das Maß der Schwankung von Aktienkursen während einem bestimmten Zeitraum. Diejenigen Aktien mit einer hohen Marktkapitalisierung (Firmen wie Bayer, Siemens, General Electric, usw)  haben relativ gesehen eine niedrige Volatilität. Sie ist aber trotzdem vorhanden. Der Aktienanleger muss sich darüber bewusst sein, dass eine Aktie innerhalb eines Jahres einen großen Kursrutsch erleben kann. Viele neue Anleger sind psychologisch nicht bereit, dieses Risiko auf sich zu nehmen. Wenn sie Geld verlieren, werden Sie nervös und demotiviert. Sie verlieren ihr Vertrauen in den langfristigen Erfolg von Aktien und legen ihr Geld wieder auf Tagesgeldkonten an.


Aktienauswahl:

Es ist nicht einfach zu entscheiden, welche Aktie man kaufen soll. Das Ziel eines Aktienanlegers, der individuelle Aktien kauft, ist eigentlich, den Markt zu überlisten. Das heißt, dass die gekaufte Aktie eine höhere Rendite bringt als der Gesamtmarkt (der Kurs von Bayer zum Beispiel ist 2012 um 46% gestiegen, während der DAX um 29% gestiegen ist. Die Bayer-Aktie hat den DAX um 17% überragt und war damit ein erfolgreiches Investment für 2012).

Der DAX-Index wird laut Marktkapitalisierung aus 30 wichtigen Deutschen Aktien berechnet. Deswegen haben einige Aktien eine größere Gewichtung als andere. Nichtsdestotrotz möchte ich eine vereinfachte Theorie vorstellen. Theoretisch wird die Hälfte der Aktien im DAX-Index eine höhere Rendite erzielen als der Gesamtmarkt, indem sie eine bessere Performance haben als der Index selbst. Und die andere Hälfte der Aktien werden eine schlechtere Performance haben. Wie kann man also in der oberen Hälfte investieren? Vielleicht mit purem Glück? Einige Studien zeigen, dass es reiner Zufall ist, welche die Aktien mit der besseren Performance sind. Viele unerfahrene Anleger investieren  in die untere Hälfte, weil sie von den Medien und Marktmanipulationen fehlgeleitet werden.

Psychologie:

Die Psychologie eines Anlegers ist ein entscheidender Faktor für seinen Erfolg. Manche sagen, dass der größte Feind eines Anlegers er selbst ist. Die Volatilitäten bei den Aktienkursen können die Stimmung und Laune eines Anlegers ändern. Man wird mit Kursanstiegen glücklich, mit Kursrutschen nervös und unglücklich. Der Anleger wird ein Trader und Spekulant, handelt sehr oft und studiert die Kurse mehrmals täglich. Durch dieses aktives Handeln fallen höhere Transaktionskosten an, was die Rendite senkt. Für den direkten Kauf von individuellen Aktien sind starke Nerven bezüglich Kursschwankungen ein Muss, die viele unerfahrene Anleger noch nicht besitzen.

Meiner Meinung nach sprechen die obengenannten Gründe dafür, dass unerfahrene Anleger den direkten Kauf von individuellen Aktion vermeiden sollten. Investieren in Aktien ist kein Zocken. Es wird aber dazu, wenn man nicht weiß, was man tut. Das heißt aber nicht, dass Sie nie direkt individuelle Aktien kaufen sollen.

Wenn Sie Ihr finanzielles Wissen erhöht haben („Finanzielle Bildung“), können Sie Ihre Fähigkeiten anhand eines Musterdepots prüfen. Erst dann, wenn Sie überzeugt sind, dass Sie in einem absehbaren Zeitraum im Vergleich zu den Indexen Dow Jones und DAX bei Ihrer Aktienauswahl eine bessere Performance erreichen, fangen Sie klein an, mit echtem Geld Aktien zu kaufen.


Freitag, 25. Januar 2013

Historische Performance von DAX und Dow Jones


"Only buy something that you'd be perfectly happy to hold if the market shut down for 10 years." -  Warren Buffett

Ich höre immer wieder von Leuten, dass hohe Renditen unmöglich seien und man alleine von dem passiven Einkommen durch Rendite nicht leben kann. Ich möchte in diesem Artikel darstellen, dass durchschnittlich hohe Renditen in den Finanzmärkten über längere Zeit möglich sind.

Dafür nutze ich die historischen Werte von zwei wichtigen Aktienindexen, dem DAX (Deutschland) und dem Dow Jones (USA). Unten in der Tabelle sehen Sie die Performance von DAX und Dow Jones in den letzten 25 Jahren kalkuliert mit Dividenden.

Quelle: Wikipedia

Ein Tagesgeldanleger sagt immer, dass Aktien hoch und runter gehen und am Ende des Tages nichts bringen. Deswegen ist er glücklich mit unter 2% jährliche Rendite, was weniger als die Inflationsrate ist.

Wie Sie in der Tabelle sehen, ist die durchschnittliche Rendite in den letzten 25 Jahren über 11%. Das Schlüsselwort in diesem Satz ist die „durchschnittliche Rendite“. Es gibt Jahren, in denen die Aktien bis zu 44% ihres Wertes verloren haben. Aber im Durchschnitt zeigen die Aktienindexe einen steigenden Trend. Das ist nicht nur in den letzten 25 Jahren so, sondern auch seit der Gründung der Börse  - trotz  Weltfinanzkrise 1929, Ölkrise 1973 und zwei Weltkriegen.

Sie können ohne tieferes Wissen über Aktien diese durchschnittliche Rendite erzielen. Was Sie dafür tun müssen, ist nicht eine individuelle Aktie suchen und Ihr gesamtes Vermögen in diese anlegen. Abhängig von Ihrem Alter und Ihrer Risikobereitschaft können Sie Ihr Vermögen zwischen sicheren Geldanlagen („Populäre und sichere Geldanlagen“) und Aktien verteilen. Für den Aktienanteil können Sie einfach einen ETF (Exchange-traded Fund) kaufen, der DAX, Dow Jones oder andere Weltindexe widerspiegelt. Mehr brauchen Sie nicht. Der Rest ist abwarten. Ich werde in den nächsten Artikeln mehr über Aktien und Aktien-ETF’s schreiben.

Wenn also der Aktienindex, der den Durchschnitt einer Anzahl von Aktien bildet, in 25 Jahren über 11% Rendite bringt, kann man theoretisch mit individueller Aktienauswahl noch höhere Renditen bekommen, richtig?

Das ist theoretisch richtig, aber in der Praxis viel schwieriger als es klingt. Es gibt unzählige Bücher und Theorien, wie man den Markt überlisten kann. Dazu ist aber ein sehr fundiertes Wissen über Aktienmärkte und Handelstrategien nötig. Möglich ist es schon. Ambitionierte Anleger können Ihre Zeit in die Bildung ihres finanziellen Wissens investieren. Wie ich in dem Artikel „Vermögenswachstum,Darstellung der Effekte von Ersparnis und Rendite“ gezeigt habe, erhöhen 1-2% zusätzliche jährliche Rendite Ihr Vermögen auf lange Sicht drastisch durch den Zinseszinseffekt.