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Montag, 2. Februar 2015

Portfoliomanager auf Morningstar - Rendite berechnen

“War is ninety percent information.” - Napoleon Bonaparte
Nachdem ich dieses Jahr einen Artikel über die Performance meines Portfolios veröffentlicht habe, haben mir meine Leser sowie meine Freunde die folgende Frage gestellt: Welches Tool nutzt du zur Übersicht deines Gesamtvermögens und zur Berechnung der Rendite?

Ich habe hauptsächlich Aktien- und Anleihen-ETFs in meinem Portfolio. Mein Portfolio ist aber nicht vollständig bei einer Bank oder einem Broker, sondern verteilt auf mehrere Depots (Targobank, Ing-Diba und Comdirect). Deshalb ist es nicht einfach, alle Positionen meines Gesamtportfolios auf einen Blick zu sehen. In den USA gibt es mehrere Webseiten, die diesen Service anbieten. „Mint.com“ ist eine der Firmen, die das Leben der Amerikaner für das Tracking von Ausgaben („Buchhaltung für Anfänger“) und Portfoliomanagement sehr vereinfachen.

Leider konnte ich eine ähnliche Dienstleistung in Deutschland bis jetzt nicht finden. Deswegen benutze ich seit mehreren Jahren - sehr „old school“ - ein Notizbuch, um meine Ausgaben und Portfolioentwicklung monatlich zu tracken. Dazu habe ich noch, auch „old school“, ein selbstgebasteltes Excel-Sheet, in dem ich manuell die Werte eintrage. Das Excel-Sheet funktioniert für meine Zwecke ziemlich gut, weil man die Berechnungen mit ein paar Formeln vereinfachen kann. 

Bei einer Internetsuche habe ich ein paar kostenlose Excel-Sheets gefunden, die die Aktienkurse automatisch aus dem Internet aktualisieren. Sie waren aber entweder sehr kompliziert oder nicht flexibel genug. Wenn man die Dividendeneinnahmen und Steuern berücksichtigt, wird die genaue Renditeberechnung sehr schwierig.


Endlich habe ich etwas auf „morningstar.de“ gefunden, mit dem ich vernünftig arbeiten kann. Morningstar ist eine zuverlässige Quelle für unabhängige Investmentanalysen. Die dort zur Verfügung stehenden Informationen sind sehr hilfreich für alles Fonds- und Aktienanleger, vom unerfahrenen Anfänger bis hin zum anspruchsvollen Experten. Die Website beinhaltet kostenlose Informationen über die einzelnen Fonds und Aktien.

Das Tool heißt „Portfoliomanager“, es ist nach einer Anmeldung kostenlos. Man kann mehrere Portfolios erstellen, sich die Anteilpreise und Marktwerte auf einem Snapshot ansehen und mit einem Click detaillierte Informationen über die Fonds bekommen wie die Entwicklung des Fonds im Vergleich zu Benchmark-Indexen, Fondsvolumen, Gebühren, Rendite,  Zahlen für fundamentale Analyse, regionale Aufteilung, Sektorengewichtung, Top-Positionen, Anlagestil, usw.

Die Information, die ich auf morningstar. de bekomme, haben mir sehr geholfen, die richtigen ETFs für mein Portfolio auszuwählen. Für bestimmte ETFs und Fonds bietet Morningstar auch Analysen, damit unerfahrene Anleger die Fonds besser verstehen. Besonders die Kommentare über die Risiken und Kosten („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“) sind für mich sehr hilfreich.

Das „Portfoliomanager“-Tool zeigt die Performance des Portfolios auf einem Chart, auf dem man sein Portfolio mit mehreren Benchmarks vergleichen kann. Man kann seine Gewinne und Verluste seit dem Kauf sehen und über die fundamentale Analyse einzelne Positionen auf einen Blick erfassen. Dazu gibt es noch ein X-Ray Tool, das den eigenen Anlagestil detailliert aufzeichnet. Wenn Sie mehrere Positionen in Ihrem Portfolio haben, können Sie den Überblick ziemlich schnell verlieren. Das „Portfoliomanager“- und „X-Ray“-Tool helfen Ihnen, diesen Überblick zurückzubekommen.

Ein Nachteil dieses Tools ist, dass das Tracking von Dividenden nicht einfach ist. Sie müssen die Dividenden manuell eintragen. Das ist für mich sehr viel Aufwand, weil ich jeden Monat vier bis sechs unterschiedliche Dividendeneinnahmen habe. Wenn ich sie nicht eintrage, zeigt das Tool meine Rendite geringer als sie tatsächlich ist. In diesem Fall greife ich zurück auf meine alte Excel-Tabelle.

Nichtsdestotrotz finde ich das Portfoliomanager-Tool auf morningstar.de extrem nützlich. Ich würde es meinen Lesern auf jeden Fall empfehlen.

P.S: Dieser Artikel ist nicht von morningstar.de gesponsort. Das Tool und die Anmeldung sind kostenlos.

Montag, 14. Juli 2014

Warum sind Aktien die beste Geldanlage?

"The American economy is going to do fine. But it won't do fine every year and every week and every month. I mean, if you don't believe that, forget about buying stocks anyway... It's a positive-sum game, long term. And the only way an investor can get killed is by high fees or by trying to outsmart the market." – Warren Buffett

Ich bin der Überzeugung, dass Aktien die beste Geldanlage für langfristig orientierte Anleger sind („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“). Dieses Argument basiert natürlich nicht nur auf meinem persönlichen Glauben und meiner Hoffnung, sondern auf historischen Daten. Historisch gesehen haben Aktien im Vergleich zu ihren Anlagealternativen die beste Rendite für die Anleger gebracht.

Historische Zahlen sind keine Garantie für die Rendite der Zukunft, oder für das, was wir in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren von unserem Aktienportfolio erwarten können („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Die Zahlen sind aber die einzige verlässliche Information, die wir haben, um eine geschätzte Rendite mit statistischen Tools berechnen zu können. Hier kommen statistische Konzepte wie „Mittelwert“ und „Standardabweichung“ ins Spiel. Bei der Verwendung der historischen Zahlen in einer Simulation unterschiedlicher Szenarien können wir zum Beispiel mit 95%iger Wahrscheinlichkeit berechnen, was für eine Spanne unsere in der Zukunft zu erwartende Rendite haben wird.

Wenn ich Aktien zur besten Geldanlage kröne, meine ich eigentlich „im Vergleich zu anderen Geldanlagen“. Was sind denn die Alternativen?

Ich möchte auch betonen, dass ich, wenn ich „Aktien“ schreibe, nicht das bestimmte Unternehmen „X“ meine, sondern eine Mischung verschiedener Aktien. Die USA haben den größten Aktienmarkt mit einem Anteil von circa 34% der weltweiten Aktien. Für den amerikanischen Aktienmarkt stehen auch weit zurückgehende historische Zahlen zur Verfügung. Deswegen nehme ich den S&P 500 Index als Basis für meinen Vergleich. Dieser Index umfasst die Aktien von Fünfhundert der größten börsennotierten amerikanischen Unternehmen. 

Unten sehen Sie die Performance des S&P 500 Index im Vergleich zu alternativen Geldanlagen seit 1926.

Quelle: bogleheads

„Corporate Bonds“ sind Unternehmensanleihen, „Government Bonds“ sind Staatsanleihen und die Inflation entspricht generell dem Preiswachstum von Immobilien.

Die jährliche Rendite von S&P 500 und amerikanischen Staatsanleihen im Einzelnen finden Sie hier.
Trotz der Jahren, in den Aktien eine negative Rendite gebracht haben, zeigen uns die historischen Zahlen, dass man mit Aktien im Vergleich zu anderen Geldanlagen langfristig eine wesentlich höhere Rendite erzielen kann.

Warum Rendite für den Vermögensaufbau sehr wichtig ist, können Sie in meinem Artikel „Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnisse und Rendite“ nachlesen. 1% mehr Rendite kann in 20 Jahren einige Hunderttausend Euro Unterschied im Vermögen ausmachen.

Montag, 19. Mai 2014

Grundschulmathematik hilft beim Sparen und Vermögensaufbau

"Mathematics takes us still further from what is human, into the region of absolute necessity, to which not only the actual world, but every possible world, must conform." - Bertrand Russell
Mathematik ist ein Fach, das nur wenige Schüler mögen. Nur jeder Dritte nennt Mathe als eins der Fächer, die am meisten Spaß machen. Viele Schüler tun sich sehr schwer, die einfachsten Aufgaben zu lösen. Bei mir war es ganz das Gegenteil. Mathe war mein Lieblingsfach.

Vielleicht bin ich deshalb Ingenieur geworden und beschäftige mich auch heutzutage mit mathematischen Konzepten. Obwohl ich während des Studiums ziemlich komplizierte Sachen gelernt habe, verwende ich heutzutage die Formeln vom Differenzial- und Integralrechnen kaum. Was ich aber täglich auf der Arbeit nutze, ist einfache „Grundschulmathematik“. 

Diese Grundschulmathematik hilft mir auch beim Sparen und Vermögensaufbau sehr. Ich habe verschiedene Berechnungen in meinen Artikeln auf diesem Blog angestellt, bei denen ich auf meine Grundschulmathematikkentnisse zurückgegriffen habe. Ich brauche dafür die Grundrechenarten, nämlich die vier mathematischen Operationen Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Dazu verwende ich noch die Zinseszinsformel („Der Zinseszinseffekt“), die eine Kombination von Addition und Multiplikation ist.

Mathematik hilft mir bei 

Mathematik erhöht mein Bewusstsein beim Einkaufen. Ich weiß jetzt, wie viele Stunden Arbeit ich für den neuen 55-Zoll-LED-Fernsehen leisten muss („Geld bedeutet eigentlich Lebensstunden“). Ich sehe jetzt die Tricks der Hersteller im Supermarkt, die Preiserhöhungen versteckt in Mengenreduzierungen ohne Preisänderung durchziehen. Ich finde heraus, wie ein Kapselkaffeehersteller mir den Kaffee 16-mal teurer verkaufen möchte („Eine wirtschaftliche Analyse von Kaffeekonsum im Haushalt“).

Mit Mathematik weiß ich, welche finanziellen Auswirkungen das Rauchen hat ("Finanzielle Schaden vom Rauchen“). Der tägliche Coffee-To-Go scheint mir doch nicht so günstig, wenn ich die jährlichen Kosten kalkuliere („Wie Starbucks Ihren Reichtum verhindern kann“).

Mathematik bringt die Lügen der Politiker und Medien ans Licht. Ich weiß jetzt, was meine persönliche Inflationsrate ist („Lebensmittelpreise und Inflation in Deutschland“). Ich weiß, wie die Mittelklasse durch Kalte Progression bei der Einkommensteuer erdrosselt wird („Steuererklärung, Steuerrückzahlungen und Vermögensaufbau“). Ich weiß, wie viel und ob überhaupt ich Rente in 36 Jahren bekommen werde („Rentner mit 67 Jahren“). Ich kann kalkulieren, wie viele Einnahmen der öffentlich-rechtliche Rundfunk jährlich erzielt uns sehe die Qualität der Sendungen, die mit diesen Einnahmen produziert werden.

Einfach ausgedrückt macht Mathematik „wach, bewusst und schlau“.

Liebe Leser, Mathematik ist sehr wichtig, vielleicht das wichtigste Schulfach. Erhöhen Sie Ihr Interesse an Zahlen hin zu mehr als Sudoku und dem 2048-Spiel. Was Sie brauchen, ist einfache Grundschulmathematik. Die Grundrechenarten kombiniert mit langfristigem Denken sind die Basis meines Vermögensaufbaus.

Bringen Sie Ihren Kinder bei, die Grundschulmathematik im alltäglichem Leben zu nutzen. Das wird ein großes Geschenk für Ihre Kinder, die sich sehr wahtscheinlich um ihre Altersvorsorge selber kümmern müssen („Der demografische Wandel in Deutschland und Ihre finanzielle Zukunft“).

Montag, 24. März 2014

Erfolgreiche Unternehmen, Geschäftszahlen und Fundamentalanalyse

"To achieve satisfactory investment results is easier than most people realize; to achieve superior results is harder than it looks." – Benjamin Graham

In meinen letzten drei Artikeln habe ich darüber geschrieben, wie Unternehmen funktionieren („Wie funktioniert ein Unternehmen“) und wie man als Kleinanleger Unternehmen besitzen kann. Die Antwort auf die zweite Frage ist „Aktien“.

Ich bin der Meinung, dass Aktien langfristig gesehen die beste Geldanlage sind („Aktien als Geldanlage“). Historische Daten („Historische Performance von DAX und Dow Jones“) zeigen, dass die Aktienmärkte langfristig betrachtet eine hohe Rendite bringen („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“).

Es gibt aber einen wichtigen Punkt. Nicht alle Aktien oder Unternehmen sind gleich. Es gibt erfolgreiche Unternehmen, die hohe Gewinne erzielen . Diese Unternehmen können auch ihren Umsatz und Gewinn jedes Jahr erhöhen. Aber nicht alle Unternehmen sind erfolgreich und viele schaffen es nicht, überhaupt Gewinne zu erzielen. Wenn Sie sich überlegen, wie viele Geschäfte in ihrer Wohngegend in den letzten Jahren zugemacht haben, wissen Sie, was ich meine. 

Wie kann man herausfinden, ob ein Unternehmen erfolgreich ist oder nicht? Wie kann man sagen, ob der Preis für eine Aktie günstig oder teuer ist? Die Antwort liegt in der „Fundamentalanalyse“.


Das Ziel bei der Fundamentalanalyse ist, einen fairen Preis für eine Aktie zu ermitteln. Dieser Preis wird auch „innerer Wert“ genannt. Dafür werden die Fundamentaldaten analysiert. Diese Daten bestehen aus den betriebswirtschaftlichen Daten und dem ökonomischen Umfeld eines Unternehmens.

Die Unternehmen, deren Aktien in den Börsen gehandelt werden, müssen ihre Geschäftszahlen veröffentlichen. Geschäftsberichte, die quartalsweise und jährlich veröffentlich werden, enthalten zahlreiche wichtige Informationen über ein Unternehmen. Diese Berichte sind voll mit betriebswirtschaftlichen Daten, die für ein unerfahrenes Auge kaum zu verstehen sind. Sie sind nämlich vom Buchhalter aufbereitet.

Aber wer zwischen den Zahlen lesen kann, findet hier sehr nützliche Daten über ein Unternehmen. Außerdem wird in dem Geschäftsbericht einen Brief von dem Geschäftsführer veröffentlicht und die Prognose bezüglich der Zukunft des Unternehmens mitgeteilt.

Die wichtigsten Zahlen für die fundamentale Analyse sind folgende:
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis
  • Kurs-Umsatz-Verhältnis
  • Kurs-Cashflow-Verhältnis
  • Gesamtkapitalrendite
  • Eigenkapitalquote

Wenn Sie an fundamentaler Analyse interessiert sind und Ihr Geld in individuelle Aktien anlegen möchten („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“), würde ich das Buch „Intelligent Investieren: Der Bestseller über die richtige Anlagstrategie“ von Benjamin Graham empfehlen.