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Dienstag, 17. November 2015

Die Beziehung zwischen Risiko und Rendite

"How many millionaires do you know who have become wealthy by investing in savings accounts? I rest my case." - Robert G. Allen
Wenn ein Anleger die richtigen Entscheidungen für seine Geldanlage treffen möchte, muss er unbedingt verstehen, wie die Beziehung zwischen Risiko und Rendite funktioniert. Ich habe den Eindruck, dass viele unerfahrene Anleger und Sparer nicht wissen, warum es höhere Renditen (Überrendite) überhaupt gibt.

Folgender Grundsatz gilt in der Finanzwelt: Ohne Risiko gibt es keine hohe Renditen. Das sogennante „Magische Dreick der Vermögensanlage“ wird oft in der Finanzberatung eingesetzt. Eine Überrendite ist einfach die Belohnung für die Bereitschaft, höhere Risiken einzugehen.
Ich möchte ein Beispiel aus dem alltäglichen Leben geben.

Fall #1: Sie haben zwei Schulfreunde, Paul und Olaf, die sich von Ihnen Geld ausleihen möchten. Paul ist Arzt und Familienvater, er wohnt fünf Minuten entfernt von Ihnen. Sie kennen seine Eltern auch, die auch in Ihrer Gemeinde wohnen. Paul braucht 10.000 € für die dringende Reparatur seines Dienstwagens und verspricht, das Geld innerhalb von einem Jahr zurückzuzahlen.

Olaf ist Junggeselle und zur Zeit arbeitslos. Sie sind mit ihm nicht mehr eng befreundet, weil er sein Studium abgebrochen und viele Jahre die Welt bereist hat. Olaf braucht 10.000 € für seine Unternehmensgründung und verspricht, das Geld innerhalb von einem Jahr zurückzuzahlen.

Beide haben sich bereit erklärt, Ihnen den Tageszinssatz von 1% als Entschädigung zu zahlen. Würden Sie lieber Paul oder Olaf Ihr Geld ausleihen?  


Jeder rationale Mensch mit Verstand würde in diesem Fall Paul bevorzugen. Der Grund ist einfach das Ausfallrisiko. Wenn man Olaf mit Paul vergleicht, fällt die Entscheidung leicht. Das Risiko, dass man sein Geld nicht zurückbekommt, ist bei Olaf viel höher als bei Paul. Für die gleiche Rendite von 1% wählt der Anleger die Variante mit dem niedrigeren Risiko.

Fall #2: In diesem Beispiel gehe ich bei Olaf ins Detail. Olaf war immer ein bisschen abenteuerlustig. Er war aber ein sehr schlauer Junge und macht heutzutage einen sehr soliden Eindruck. Er hat Ihnen von seinen Plänen von der Unternehmensgründung erzählt. Es klingt immer noch riskant, es gibt es aber eine gute Chance, dass er erfolgreich sein wird. Dazu hat er Ihnen versprochen, 10% Zinsen als Entschädigung zu zahlen.


Es wird interessanter. Beide Optionen (Paul oder Olaf) sind akzeptabel, jedoch mit unterschiedlichen Risiken und erwartete Renditen verbunden. Der Fall #2 stellt die Hauptbotschaft dieses Artikels dar. Rendite ist mit Risiko verbunden. Wo es Risiko gibt, verlangt ein Anleger hohe Renditen. Wo es Sicherheit gibt, bietet der Schuldner oder die Finanzindustrie niedrige Renditen an. Risikofreie hohe Renditen gibt es aus einem einfachen logischen Grund nicht. Das möchte ich kurz erklären.

Wenn Paul (niedriges Ausfallrisiko) 10% Zinsen anbieten würde, würden alle seine Freunde in der Schlange warten, um ihm Geld auszuleihen. Deshalb hat er die Möglichkeit, niedrigere Zinsen anzubieten. Das tut er, wenn er nicht dumm ist.

Wenn Olaf (hohes Ausfallrisiko) 1% Zinsen anbieten würde, würde keiner ihm Geld ausleihen. 1% Zinsen bekommt man schon bei Paul mit niedrigerem Risiko. Deshalb muss Olaf die Zinsen bei seinem Angebot solange erhöhen, bis jemand bereit ist, das Risiko einzugehen und ihm das Geld zu leihen.

Für den Anleger ist die hohe Rendite eine Belohnung („risk premium“), weil er bestimmte Risiken eingeht. Es kann natürlich schief gehen und der Anleger kann Verluste machen. Die erwartete Rendite bei einer riskanten Geldanlage muss aber im Prinzip höher sein als bei einer sicheren Geldanlage. Der risikoscheue Anleger soll dagegen den Preis für Sicherheit bezahlen und sich mit niedrigeren Renditen zufriedenstellen.

Es ist sehr wichtig für jeden Anleger, diese Beziehung zwischen Risiko und Rendite zu verstehen.
Lasst uns zurückgehen zu Fall #2. Würden Sie jetzt Paul oder Olaf das Geld ausleihen? Oder gleichzeitig beiden? Oder Paul 7.000 € und Olaf nur 3.000 €? Ähnliche Fragen werden Sie sich bei der Gestaltung Ihres Portfolios stellen müssen. Wie risikobereit sind Sie? Können Sie Verluste gut aussetzen? Können Sie mit einem riskanten Portfolio gut schlafen? Wie wichtig ist hohe Rendite für Sie?


Montag, 12. Januar 2015

Mein ETF-Portfolio: Performance Details im Jahr 2014

“I never attempt to make money on the stock market. I buy on the assumption that they could close the market the next day and not reopen it for five years.” – Warren Buffett
Wie ich in meinem letzten Artikel „Ein Rückblick auf die Performance meines Portfolios im Jahr 2014” angekündigt habe, möchte ich meinen Lesern ein Snapshop meines Portfolios zeigen. 2014 hat dieses Portfolio 18,7% Rendite gebracht.  Zusätzlich möchte ich zeigen, welchen Beitrag die einzelnen Positionen auf diese Gesamtrendite geleistet haben.

In diesem Bild sehen Sie eine Darstellung von allen ETFs, die ich besitze („Sparbuch und Tagesgeldkonto vs. Aktien-ETFs“)

ETF-Portfolio Rendite in 2014
Diese Darstellung zeigt nur die Kursgewinne der einzelnen ETFs in meinem Portfolio. Einige von meinen ETFs sind ausschüttend, erbringen also regelmäßig Dividenden („Eine Liste der Dividenden-ETFs für Ihr Portfolio“). Die Dividendeneinnahmen tracke ich separat auf einem Excel-Sheet. Sie werden zusätzlich in meiner monatlichen Buchhaltung als passives Einkommen eingetragen („Net Cashflow maximieren“).

Im oberen Bild sehen Sie die wöchentliche, monatliche, quartalsmäßige, jährliche und 3-5-10-jährige Performance von meinen ETFs. Für diesen Artikel und für meine jährliche Analyse ist natürlich nur die jährliche Performance relevant. Diese könnte ich aber nur ermitteln, wenn ich alle ETFs vor Anfang 2014 gekauft hätte. Einige habe ich aber während des Jahres mit meinen Ersparnissen gekauft („Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“). Die Rendite dieser ETFs muss ich separat berechnen, um eine realistische Darstellung der persönlichen Rendite zu gewährleisten.

Mein Gesamtvermögen besteht aus einem Portfolio aus Aktien- und Anleihen-ETFs, Aktien von meinem Arbeitgeber, je einem Tagesgeldkonto und Girokonto sowie Bargeld. Ich besitze keine Immobilien und habe nicht vor, eine Immobilie zu kaufen. Die Gründe habe ich in meinem Artikel „5 Gründe eine Immobilie zu kaufen und Gegenargumente“ ausdrücklich geschildert.

Mein Portofolio verteilt sich auf 90% Aktien- und 10% Anleihen-ETFs. Das Risikoprofil ist ziemlich hoch. Ich bin aber bereit dieses Risiko zu tragen, weil ich erst 32 Jahre alt bin und das Geld in den nächsten 10 Jahren nicht brauche. Dieses kalkulierte Risiko ermöglicht mir langfristig eine wesentlich höhere Rendite als eine konservative Geldanlage („Warum sind Aktien die beste Geldanlage“). Eine höhere Rendite wird mir helfen, finanzielle Freiheit schneller zu erreichen („Finanzielle Freiheit ist ein realisierbarer Plan“).

Der Aktienanteil besteht aus diversen Aktien aus verschiedenen Regionen und Sektoren („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Es erfolgt eine globale Anlageaufteilung (Asset-Allocation) wie folgt:
  • 30% Aktien aus den USA
  • 30% Aktien aus Europa
  • 30% Aktien aus Schwellenländern
  • 10% Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland

Lassen Sie uns meine ETFs und meine persönliche Rendite 2014 detaillierter betrachten:

Aktien-ETFs aus den USA
  • db x-trackers Russell MidCap –> 30,3%
  • iShares Dow Jones U.S. Select Dividend –> 28,8% + 2,5% Dividenden = 31,3%
  • iShares Core S&P 500 (Kauf im März 2014) –> 29,0%
  • db x-trackers MSCI World Health Care (65% Aktien aus USA) –> 35,3%

Aktien-ETFs aus Europa
  • iShares EURO STOXX 50 –> 5,6% + 4,2% Dividenden = 9,8%
  • iShares EURO Total Market Value Large –> 1,9% + 4,1% Dividenden = 6,0%
  • iShares Core DAX –> 2,5% + 0,8% Dividenden = 3,3%
  • db x-trackers FTSE 250 (Kauf im Mai 2014) –> 1,7% + 2,2% Dividenden = 3,9%
  • iShares MSCI EMU Small Cap (Kauf im Juli 2014) –> 2,9%

Aktien-ETFs aus Schwellenländern
  • db x-trackers MSCI Emerging Markets –> 10,1%
  • iShares Emerging Markets Dividend -> -1,7% + 5,5% Dividenden = 3,8%
  • db x-trackers CSI 300 China -> 66,0%
  • db x-trackers MSCI Russia Capped (Kauf im März 2014) -> -22,9%
  • Lyxor ETF Turkey (DJ Turkey Tit 20) -> 30,0%

Aktien-ETFs aus Japan/Australien/Neuseeland
  • iShares DJ Asia Pasific Select Dividend 30 -> 10,5% + 5,3 Dividenden = 15,8%
  • iShares Nikkei 225 -> 5,9% + 1,0% Dividenden = 6,9%

Anleihen-ETFs
  • iShares JP Morgan Emerging Markets Bonds -> 15,4% + 3,5% Dividenden = 18,9%

Zusätzlich habe ich einige Aktien von Procter & Gamble. Ich bin eigentlich kein Freund von einzelnen Aktien („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Die P&G-Aktien habe ich aufgrund des Aktienprogramms von meinem Arbeitgeber. Diese Aktien muss man 7 Jahre lang behalten und darf sie nicht verkaufen. Damit werden die Anleger verpflichtet, langfristig zu investieren. 2014 war ein gutes Jahr für die P&G-Aktie. Der Wertverlust des Euros gegenüber dem Dollar hat meine reale Rendite in Euro weiter erhöht. 2014 betrug meine persönliche Rendite durch die P&G-Aktie inklusiv Dividenden 31,9%.

P&G Aktie in 2014
Natürlich habe ich noch Geld, das nicht investiert war. Dieses Geld ist da für Notsituationen („Geld für Notfälle“) und liegt auf einem Tagesgeldkonto („Tagesgeldkonto eröffnen“). Die Tagesgeldzinsen sind heutzutage weniger als 0,5%. Ich kann also die Rendite von diesem Konto ignorieren. Dazu noch behalte ich ein bisschen Geld auf dem Girokonto für meine monatliche Ausgaben und ein sauberes Cashflow. Die Rendite von dieser Konto ist „NULL“ („Populäre und sichere Geldanlagen“).

Alle Konten und Geldanlagen zusammenaddiert erreiche ich zu einer Rendite von meinem Gesamtvermögen in 2014 zu 18,7%. Es war ein sehr erfolgreiches Jahr, was sich wahrscheinlich nicht oft wiederholen wird. Ich werde aber meine Anlageaufteilung und langfristige Anlagestrategie treu bleiben. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ich langfristig eine hohe reale Rendite habe („Was ist Rendite und wie kann man Rendite rechnen?“).

Meine Portfolio-Analyse ist schön und sehr informativ. Was macht man aber mit dieser Information? In meinem Fall entscheidet meine heutige Anlageaufteilung über meine zukünftige ETF-Käufe in 2015. Was ich dieses Jahr vor habe, wird das Thema von meinem nächsten Artikel sein.

Dienstag, 6. Januar 2015

Ein Rückblick auf die Performance meines Portfolios im Jahr 2014

“Always invest for the long term.” – Warren Buffett
2014 ist zu Ende und diese Woche ist die beste Zeit, die Performance meines Portfolios im Jahr 2014 zu begutachten. Es wird ein kurzer Beitrag sein, weil ich meine Analyse noch nicht völlig abgeschlossen und noch keine weiteren Schritte daraus abgeleitet habe.

2014 war ein wichtiges Jahr für meine Geldanlage. In den Jahren davor hatte ich keine richtige Anlagestrategie. Ich besaß mehrere unterschiedliche individuelle Aktien („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Mein Portfolio hat eine positive reale Rendite gebracht („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Ich war jedoch nicht völlig zufrieden mit der Performance meines Portfolios. Dies war die Zeit, in denen die Aktienmärkte global gestiegen sind. Die Renditen von S&P 500 oder den DAX-Indexen waren ein paar Prozentpunkte höher als meine Geldanlage, die ich aktiv geführt habe.

Das war eine Enttäuschung für mich, weil ich viel Zeit mit der Analyse der Aktien verbracht hatte. Ich hatte auch jeden Tag die Aktienkurse beobachtet. Ich hatte sogar eine App auf meinem Smartphone, damit ich die Aktienkurse „live“ beobachten konnte.

Während dieser Zeit habe ich viele Bücher über Investieren, Aktien und Finanzmärkte geIesen. Die zwei Bücher, die mich ziemlich beeinflusst haben, waren „A Random Walk Down Wall Street“ von Burton Malkiel und „Common Sense on Mutual Funds“ von John C.Bogle.

Deshalb habe ich mich entschieden, meine Anlagestrategie von aktiv auf passiv umzustellen. Ich habe meine Aktien verkauft und mir ein diversifiziertes Portfolio gestaltet („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Ich habe alle Aktienfonds vermieden, weil sie einfach sehr hohe Kosten haben („Aktienfonds als Geldanlage“). Die Wahrscheinlichkeit, dass sie langfristig eine bessere Rendite als S&P 500 oder DAX bringen werden, ist laut Burton Malkiel ziemlich gering.

Mit meinem ersparten Geld habe ich 2014 nur ETFs gekauft („Aktien-ETFs als Geldanlage“). Diese ETFs werde ich in den nächsten Jahren behalten und gar nicht berühren.

2014 war ein positives Jahr für die Aktienmärkte. Das kann man in der Performance meines Portfolios auch sehen. Hier ist meine Renditehistorie der letzten Jahre.
  • 2009 : 3,9%
  • 2010 : 9,9%
  • 2011 : -3,0%
  • 2012 : 10,7%
  • 2013 : 8,7%
  • 2014 : 18,7%

Ich lege mein Geld seit circa fünf Jahren an. 2014 ist das Jahr gewesen, in dem ich am wenigsten Käufe und Verkäufe gemacht habe. Es war auch das Jahr, in dem ich die höchste Rendite erzielt und die wenigsten Steuern bezahlt habe. Wenn Sie Ihre Aktien oder ETFs nicht verkaufen, haben Sie aus Sicht des Finanzamts keinen Gewinn, müssen also keine Steuern zahlen („Steuererklärung, Steuerrückzahlungen und Vermögensaufbau“). Wenn Sie Ihre Gewinne nicht realisieren und die Kapitalertragsteuer hinauszögern, erreichen Sie ein paar Renditepunkte mehr durch Zinzeszins („DerZinseszinseffekt“).

18,7% Rendite mit einem ETF-Portfolio mag hoch klingen. Vielleicht glauben einige von meinen Lesern nicht, dass ich das geschafft habe. Deshalb werde ich meine Portfoliodetails zum ersten Mal auf meinem Blog veröffentlichen. Sie sollen aber dafür auf meinen nächsten Artikel warten. Bis zum nächsten Artikel!

Montag, 29. September 2014

Rentensteigerung im Vergleich zur Inflation

“Inflation is the one form of taxation that can be imposed without legislation.” - Milton Friedman
In meinem letzten Artikel habe ich versucht, die Rentenformel einfach zu erklären. Diese Formel ermittelt unsere Rente unter Berücksichtigung der Annahme, dass wir heute Rentner werden. Wie hoch die Rente in der Zukunft sein wird, ist ungewiss. Dies ist auch abhängig von der Politik und demografischen Entwicklung in Deutschland („Der demografische Wandel in Deutschland und Ihre finanzielle Zukunft“). Trotzdem werde ich versuchen, Ihre künftige Rente mit historischen Zahlen vorauszuberechnen.

Lassen Sie uns meine vereinfachte Rentenformel noch mal anschauen.
Rente (monatlich) = Entgeltpunkte x (aktueller Rentenwert)
Der aktuelle Rentenwert bestimmt die Höhe Ihrer Rente zusammen mit den gesammelten Entgeltpunkten. Dieser Wert ist in den letzten Jahren gestiegen und man geht davon aus, dass er in der Zukunft weitersteigen wird. Hier sehen wir die historischen Zahlen der letzten 50 Jahre. Die Rente ist zum Beispiel seit 2002, der Einführung des Euro, in Westdeutschland um 13,0% gestiegen.

Diese nominale Steigerung alleine sagt uns nicht viel. Entscheidend ist, ob die Rente ihre Kaufkraft behalten hat. Dafür müssen wir die Steigerung der Rente mit Inflationsrate vergleichen. Hier sehen Sie die Inflationsrate in Deutschland in den letzten Jahren. Ihre persönliche Inflationsrate mag allerdings anders sein. Diese Rate können Sie auf der Webseite von destatis berechnen lassen.

Ich habe die Steigerung der Rente im Vergleich zur Inflation in der folgenden Abbildung veranschaulicht.


Wie in der Abbildung zu sehen ist, sind aus 1000 € Rente im Jahr 2001 im Jahr 2013 1112 € geworden. Das entspricht eine Steigerung von 11,2%. In dieser Zeit sind die Verbraucherpreise durch Inflation um 20,9% gestiegen. Für 1000 € Rente gibt es also einen Kaufkraftverlust von 81 €, weil die Rente nicht so stark angestiegen ist wie die Preise. Die reale Veränderung der Rente ist daher eigentlich minus 9,2%!!

Das ist keine politische Propaganda, sondern ein Fakt. Die Rentner haben tatsächlich weniger Geld in der Tasche. In Ostdeutschland ist die Rente im selben Zeitraum um 16,7% gestiegen. Auch hier gibt es einen Kaufkraftverlust der Rente durch Inflation.

Um diese Situation für die Zukunft darzustellen, werde ich eine Prognose der Inflationsrate machen. Dazu werde ich von der Annahme ausgehen, dass die Rente eine ähnliche Steigerung erfahren wird wie in den letzten 12 Jahren. Meiner Meinung nach ist das weder optimistisch noch pessimistisch.

Die Inflationsrate zu prognosieren, ist ziemlich schwierig. Die Europäische Zentralbank erzielt in der Eurozone eine Inflationsrate von 2,0 Prozent. Die Bundesbank erwartet für 2015 eine Inflationsrate von 1,5% und 2016 1,9%. Auf tradingeconomics.com ist eine Inflationsrate von 1,45% bis 2020 und 1,0% bis 2030 vorgesehen. Für meine Berechnung werde ich eine Inflationsrate von 1,5% annehmen. Im Vergleich dazu werde ich die Steigerung der Rente mit 1,0% ansetzen. Als nächstes bilde ich ab, wie die Rente im Vergleich zur Inflation in den nächsten 35 Jahren steigen wird. 2049 bin ich nämlich Rentner.


Wie in der Abbildung zu sehen ist, werden  1000 € Rente im Jahr 2001 2049 voraussichtlich 1601 € entsprechen. Dies bedeutet eine Steigerung von 60,1%. In dieser Zeit werden  die Verbraucherpreise durch Inflation voraussichtlich um 106,6% steigen. Der entsprechende Kaufkraftverlust von 465 € bedeutet eine reale Veränderung der Rente um minus 22,5%!!

Vielleicht werden einige meiner Leser Folgendes denken: Deutschland ist ein Sozialstaat, die Regierung wird nie erlauben, dass die Rentner ihre Kaufkraft verlieren. Die Regierung hat es aber doch in den letzten zwölf Jahren erlaubt! Was wird denn den Geringverdienern passieren? Sie werden ja in diesem Fall unter die Armutsgrenze fallen. Ich glaube, dies wird die Regierung nicht geschehen lassen. Diese Menschen werden weiterhin durch Transferleistungen von Steuereinnahmen unterstützt. Eine ähnliche Diskussion gab es dazu schon beim Mindestlohn („Mindestlohn und Verantwortung für das Leben selber übernehmen“).

Eins muss jedem klar sein. Das umlagefinanzierte Rentensystem ist kein faires System. Ich bezweifele auch, dass es überhaupt sozial gerecht ist, wie es beworben wird. Der durchschnittliche Bürger bekommt von dem System nicht zurück, was er einbezahlt hat. Es ist eine Art Steuer, die eine Vermögensverteilung zwischen den Bürgern durch Transferleistungen erzielt. Die Mittelklasse und die ober Mittelklasse werden von diesem System am härtesten getroffen werden.

Die demografische Entwicklung in Deutschland und der Kaufkraftverlust durch Inflation sind harte Fakten. Ich bin der Meinung, dass jeder Arbeitnehmer sich mit dieser Situation auseinandersetzen und die nötigen Gegenmaßnahmen treffen muss.

Diese Gegenmaßnahmen sind hauptsächlich folgende:

Montag, 28. Juli 2014

Wirtschaftswachstum, Technologie und Aktien

“In its broadest ecological context, economic development is the development of more intensive ways of exploiting the natural environment.” – Richard Wilkinson

Ein Grund, warum wir von Aktien eine hohe Rendite erwarten können, ist Risiko. Eine allgemeine Regel bei Geldanlagen lautet: Hohes Risiko bringt hohe Rendite. Das Risiko kommt durch die schwankenden Aktienkurse, die es bei sicheren Geldanlagen wie Tagesgeldkonten oder Staatsanleihen nicht gibt („Staatsanleihen als sichere Geldanlage“). Die Anleger erwarten eine Art Risikoprämie, nämlich eine höhere Rendite, wenn sie ihr Geld in Aktien anstatt in sichere Geldanlagen anlegen. Die historischen Zahlen zeigen, dass diese Risikobereitschaft sich langfristig lohnt („Historische Performance von DAX und Dow Jones“).

Es gibt einen fundementalen Grund für den langfristigen Erfolg der Aktien. Aktienbesitz ist gleichzusetzen mit Teilbesitz an einem Unternehmens („Wie kann ich ein Unternehmen besitzen?“). In einem Unternehmen wird Geld erwirtschaftet. Aus dem bestehenden Geld wird noch mehr Geld gemacht. Technologische Entwicklungen, Produktivitätserhöhungen und Wirtschaftswachstum erlauben es Unternehmen, diesen Gelderschaffungsprozess zu beschleunigen. Andere Geldanlagen wie Zinspapiere und Immobilien haben diesen Vorteil nicht. 

Wir leben in einer sehr günstigen Zeit  und an einem sehr günstigem Ort der menschlichen Weltschichte. Seit der industriellen Revolution gibt es ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum. Nach dem zweiten Weltkrieg ist die Wachstumsrate noch mal angestiegen.

Weltwirtschaftswachstum seit der industriellen Revolution
Dasselbe gilt für die technologische Entwicklungen. Die Anzahl der Patente steigt seit 1790 stetig.

Anzahl der Patente

Ein großer Treiber und Gewinnmacher des Wirtschaftswachstums und der technologischen Entwicklung sind die Unternehmen. Die Unternehmen können so ihren Umsatz und ihre Produktivität erhöhen. Das hat höheren Gewinn und höhere Rendite zur Folge („Wie funktioniert ein Unternehmen“). Die Aktionäre können von dieser Situation profitieren.

Die gute Nachricht ist, dass das Wirtschaftswachstum und die technologische Entwicklung nicht zu stoppen zu sein scheinen. Sie können sich in einem Bericht von HSBC die Prognose zum Wirtschaftswaschstum bis 2050 ansehen.

Es kann sein, dass die Aktienkurse schwanken und dadurch besteht ein kurzfristiges Verlustrisiko bei Aktienanlagen. Das Wirtschaftswachstum wird sich aber früher oder später in den Aktienkursen und Aktienrenditen reflektieren.

Was treibt die Rendite bei Aktien? Es gibt zwei Hauptgründe, warum Aktien dem Anleger Rendite bringen:
  • Dividenden
  • Kursanstiege

Die beiden Konzepte werde ich in den nächsten Artikeln im Detail analysieren.

Samstag, 15. März 2014

Was ist eine Aktie?

"It's not how much money you make, but how much money you keep, how hard it works for you, and how many generations you keep it for." - Robert Kiyosaki

In meinen letzten zwei Artikeln ging es um Unternehmen und wie man ein Unternehmen besitzen kann. Die Antwort für Geldanleger hier ist natürlich „Aktien“. Was ist aber eine Aktie?

Aktien sind Wertpapiere, die Anteile an einem Unternehmen darstellen. Im Englischen heißen sie „equity, share, stock“.

Aktien sind Anteilscheine an einem Unternehmen. Eine Aktie ist wie eine Urkunde, die Ihnen schriftlich bestätigt, daß Sie Anteile an einem bestimmten Unternehmen besitzen, und zwar in der bezeichneten Höhe. Aktien existieren tatsächlich in Papierform. In der Vergangenheit haben die Aktionäre ihre Aktien als Papier bekommen und behalten. Mittlerweile sind Aktien meistens in elektronischer Form erhältlich.


Ich nehme als Beispiel das Unternehmen „Coca-Cola“. Diese Firma hat 4,41 Milliarden Aktien im Umlauf und hat einen Unternehmenswert von 168,17 Milliarden US-Dollar. Eine Aktie von Coca-Cola kostet circa 38$, also 27 € (Stand März 2014). Wenn Sie 4,41 Aktien von Coca-Cola für 120 € kaufen, gehört Ihnen folglich ein „Milliardstel“ dieses Unternehmens. Sie haben auch Anspruch  auf einen Teil der künftigen Gewinne. Sie dürfen in der Aktionärsversammlung über die Zukunft des Unternehmens mitentscheiden. Coca-Cola zahlt Ihnen jährlich oder jedes Quartal einen Teil Ihrer Gewinne als Dividenden aus. Das ist für Sie passives Einkommen („Wie erreiche ich finanzielle Freiheit?“). Sie können Ihre Aktien jederzeit an der Börse verkaufen. Das heißt, Aktien sind eine sehr liquide Form der Geldanlage. Eine Immobilie können Sie normalerweise nicht so schnell losbekommen („Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen?“).

Aktien werden an den Börsen gehandelt. Die Aktienmärkte sind mittlerweile in den entwickelten Ländern sehr gewachsen und  weit verbreitet. Nicht nur Aktien von sehr großen Unternehmen, sondern auch Aktien von Mittelständlern und kleinen Firmen werden an den Börsen gehandelt. Heutzutage haben Sie in Deutschland über die Banken und Brokerage-Unternehmen einfachen Zugriff auf die weltweiten Börsen. Online-Banking hat den Aktienhandel sehr vereinfacht und vergünstigt.

Diese Vereinfachung hat aber auch Nachteile. Der Aktienhandel wird manchmal leider nicht für den Zweck des Vermögensaufbaus gebraucht. Die Gier der Menschen verwandelt einen Geldanleger in einen Zocker. Dieses Thema bietet allerdings Stoff für einen separaten Artikel.

Außerdem müssen Sie die Aktien der ausländischen und kleinen Unternehmen mit Vorsicht genießen. Die fallenden Handelsgebühren und Spreads können hohe Kosten verursachen. Auch diese beiden Themen werde ich in einem separaten Artikel erfassen.

Man legt sein Geld in einem Wertpapier an, weil man Rendite erzielen möchte ("Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen?"). Die Rendite z.B. einer Immobilie,  eines Festgeldkontos oder einer Anleihe ist relativ einfach zu berechnen („Populäre und sichere Geldanlagen“). Der Verhältnis von Miete zu Kaufpreis ergibt die Bruttorendite bei Immobilien. Der Zins ist bei Bankanlagen gleichbedeutend mit der Rendite. Bei Anleihen gibt es eine ähnliche Berechnungsmethode („Wie funktionieren Anleihen?“).

Man kauft auch Aktien, weil man Rendite erzielen möchte. Rendite wird bei Aktien durch Dividenden und Kursanstiege erreicht. Rendite existiert bei Aktien, weil Unternehmen Gewinne machen. Dadurch wird der Aktienkurs langfristig steigen und Dividenden werden ausgeschüttet. Die offene Frage für mich ist daher: „Woher kann ich wissen, on ein Unternehmen viel Gewinn macht?“. Die zweite Frage lautet: „Ist der Gewinn hoch genug bzw. die Aktie günstig genug, so dass ich diese Aktie erwerben möchte?“ Beides sind sehr gute Fragen, die jeder Anleger beantworten muss, bevor er sein Geld in irgendetwas investiert.  Das wird das Hauptthema von meinem nächsten Artikel sein.

Montag, 24. Februar 2014

Wie kann ich ein Unternehmen besitzen?

I think you have to learn that there's a company behind every stock, and that there's only one real reason why stocks go up. Companies go from doing poorly to doing well or small companies grow to large companies. - Peter Lynch

In meinem letzten Artikel “Wie funktioniert ein Unternehmen” habe ich erklärt, warum Unternehmen existieren und was sie tun, um Gewinne zu erzielen. Was hat das mit Ihrem Geld und Ihren Ersparnissen zu tun? Was hat man als einzelne Person davon, dass irgendwelche Firmen Gewinne erzielen und Ihre Gewinne kontinuierlich erhöhen? Die Antwort ist, dass man sich als einzelne Person an diesen Unternehmen als Aktionär beteiligen und von dem Erfolg der Unternehmen profitieren kann.

Eine Firma, die kontinuierlich einen guten Gewinn macht, ist wie eine Gelddruckmaschine, die immer schnell läuft. Wenn Sie eine Wohnung besitzen und diese Wohnung vermietet haben, macht Ihre Immobilie Geld für Sie („Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen?“). Die Miete, die Sie bekommen, ist passives Einkommen („Wieerreiche ich finanzielle Freiheit?“). Wenn Sie Geld in einem Festgeldkonto („Festgeldkonten als sichere Geldanlage“) oder Anleihen („Staatsanleihen als sichere Geldanlage“) angelegt haben, zahlt die Bank oder der Anleihenermittler Ihnen Zinsen als Miete für Ihr Geld („Wie funktionieren Anleihen?“). Das ist auch passives Einkommen.

Aktionäre - Courtyard of the Amsterdam Stock Exchange by Emanuel de Witte

Wenn Sie Inhaber einer Firma sind, macht Ihre Firma Geld für Sie. Das ist auch passives Einkommen. Ein Unterschied ist, dass die Firmen nicht alle Gewinne direkt an die Inhaber verteilen. Ein Teil der Gewinne wird als Dividenden ausgeschüttet („finanzielle Freiheit-Beispiele“). Der Rest wird in der Firma behalten. Dieses Geld erhöht den Buchwert des Unternehmens. Und es wird benutzt, um künftig noch mehr Gewinne zu erzielen, wie eine Gelddruckmaschine, deren Geschwindigkeit stetig steigt. Das ist einer der Gründe, warum Reiche immer reicher werden.

Vielleicht denken Sie gerade: ich möchte auch eine Firmen besitzen, aber ich habe weder Eltern, die schon eine Firma besitzen, noch genug Geld, um eine Firma zu kaufen oder gründen. Die gute Nachricht ist: Unser Wirtschaftssystem ermöglicht Ihnen, über die Börse Firmenanteile zu besitzen. Sie müssen nicht das Kind von Ferdinand Porsche sein, um Anteile von Porsche zu erwerben. Sie können die Anteile über die Frankfurter Börse in bezahlbaren Mengen kaufen. Diese Einheiten nennt man Aktien.

In meinem nächsten Artikel geht es darum, was eine Aktie ist und wie Sie passives Einkommen durch Aktienbesitz schaffen können.

Montag, 17. Februar 2014

Wie funktioniert ein Unternehmen?

“Some people regard private enterprise as a predatory tiger to be shot. Others look on it as a cow they can milk. Not enough people see it as a healthy horse, pulling a sturdy wagon.” -Winston Churchill

Die Aktienkurse fallen und steigen. Die langfristige Richtung der Aktienkurse ist aus einer historischen Sicht allerdings stets positiv gewesen ("Historische Performance von DAX und Dow Jones"). Die Hauptgründe für den Kursanstieg sind die Gewinne der Unternehmen und das Wirtschaftswachstum.

Der Existenzgrund jedes Unternehmens ist “Gewinnerzielung”. Vom Kiosk-Besitzer bis zum weltweiten Smartphone-Hersteller - alle Unternehmer wollen im Prinzip “Geld verdienen”. Dieser Beweggrund ist der Hauptmotor des Kapitalismus. Was Ihre politische Einstellung auch sein mag, Kapitalismus war seit hunderten von Jahren die Realität unserer Wirtschaftswelt. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Die staatlichen Unternehmen, Stadtwerke,  nichtstaatliche Organisationen und Stiftungen sind Ausnahmen und gelten nicht als klassiches Unternehmen. 


Unternehmen wollen Gewinne erzielen. Sie wollen auch ihre Gewinne kontinuierlich erhöhen. Dafür gibt es zwei Wege: den Umsatz erhöhen und die Kosten senken. Am besten ist es für die Unternehmen, an beidem gleichzeitig zu arbeiten. Ich denke, viele Arbeitnehmer im nichtöffentlichen Bereich erleben das alltäglich. Es werden neue Produkte entwickelt, Marketing- und Vertriebsorganisationen gegründet, neue Fabriken und Gebäuden gebaut, andere Firmen gekauft, neue Mitarbeiter eingestellt, Maschinen erneuert, usw. Dies geschieht nicht zum Spaß, sondern mit dem Ziel, “mehr Umsatz” und “mehr Gewinne” zu erzielen.

Außerdem wird versucht, Kosten zu reduzieren: Maschinenproduktivität wird erhöht, die Anzahl der Mitarbeiter reduziert, die verbleibenden Arbeitnehmer werden weitergebildet, Arbeitsprozesse werden vereinfacht,  Sparprogramme werden gestartet, in Technik wird investiert, günstigere Rohstoffe und Lieferanten werden gesucht, usw.

Technologie und Innovationen leisten den Unternehmen dabei eine große Hilfe. Denken Sie daran, wie der Rechner das Arbeitsleben vereinfacht und die Produktivität erhöht hat. Neue Fördermethoden für Öl und Rohstoffe senken die Materialkosten. Mit schnelleren, fähigeren und präziseren Maschinen erzielen Unternehmen bessere Qualität bei geringeren Herstellungskosten. Ich persönlich sehe die Zukunft noch besser als heute.

Entgegen dem verbreiteten Glauben machen die Unternehmen ihre Aufgaben sehr gut. Sie machen unser Leben jeden Tag besser und erzielen gleichzeitig Gewinne. Die unsichtbare Hand von Adam Smith ist längst im Betrieb. Millionen von kleinen und großen Unternehmen schaffen es, dass das Wirtschaftssystem läuft. Die Rolle des Staats ist es, dieses System zu regulieren. In manchen Ländern mischt sich der Staat in die Wirtschaft mehr ein und übernimmt zusätzliche Rollen.

Leider läuft das ganze Geschäft nicht immer rund, was wir als Wirtschaftskrise oder Rezession kennen. Krise in Kürze: weniger Umsatz, weniger Geschäfte, weniger Gewinne, negatives Wachstum, Arbeitslosigkeit, miese Laune der Bürger, usw.

Das Wirtschaftswachstum ist die Veränderung im Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes. Positives Wachstum bedeutet mehr Umsatz der Summe der Unternehmen in diesem Land. Mehr Umsatz heißt, mehr Produkte werden hergestellt (z.B. mehr Autos) und mehr Dienstleistungen werden genutzt (z.B. mehr Friseurbesuche). Hohes Wirtschaftswachstum schafft Arbeitsplätze und höhere Gewinne. Dadurch verdienen Meschen mehr Geld und geben mehr Geld aus. Die Gewinne der Unternehmen werden in Maschinen, Gebäuden und Technik reinvestiert. Das wiederum schafft weiteres Wirtschaftswachtum.  Es ist wie ein perpetuum mobile.

Sie fragen wahrscheinlich :“Was hat das alles denn mit Aktienkursen und meinem Geld zu tun?“. Diese Fragen werde ich im nächsten Artikel beantworten.

Montag, 27. Januar 2014

Prokon und Investments als Beteiligungen

“Never invest in a business you cannot understand.” –Warren Buffett


In den letzten Wochen gab es mehrere Meldungen in den Medien über die Insolvenz des Windparkbetreibers Prokon. Viele Firmen gehen jedes Jahr pleite. Beim Fall Prokon gibt es aber eine Besonderheit: 75000 Anleger haben in Prokon circa 1,4 Milliarden Euro investiert.

Prokon verkauft seit mehreren Jahren Beteiligungen and Windkraftanlagen. Ich denke, dass viele Leute die Werbeprospekte von Prokon in ihrem Briefkasten gefunden haben. Prokon hat bis zu 8% sichere (!) Rendite versprochen und gleichzeitig mit “Grüner Energie” das Gewissen der Anleger verschönert. Ich hatte auch überlegt, Geld in diese Beteiligung zu inverstieren. Weil ich das Geschäftsmodell von Prokon nicht verstanden habe, habe ich mich dagegen entschieden.

Beteiligungen an Windanlagen von Prokon sind kein Sonderfall. Es gibt viele Unternehmen, die Beteiligungen und Genussrechte an Wäldern, Schiffen, Schiff-Containern, Weingütern oder kleinen Internet-Start-ups verkaufen.


In solche Firmen Geld anzulegen, finde ich extrem riskant! Es wird eine hohe Renditen versprochen und Kunden werden mit “Sicherheit” gelockt. Ich muss diese Kunden enttäuschen: “Es gibt keine hohe Rendite ohne Risiko” (“Risiko bei Geldanlagen”).

In solchen Beteiligungen Geld anzulegen, ist vergelichbar mit dem Kauf von Aktien dieser Firmen (“Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger”). Es gibt ein großes Verlustrisiko, sogar ein Totalverlust ist möglich. Jetzt wird natürlich erwartet, dass die Prokon-Anleger vom Staat gerettet werden und ihre Verluste erstattet bekommen. Diese “armen” Anleger sind meiner Meinung nach selber Schuld. Man darf nicht einfach sein hartverdientes Geld in etwas so Spekulatives anlegen. Gier ist eine sehr gefährliche Eigenschaft.

Deshalb rate ich kleinen Anlegern von solchen Investments ab. Finger weg! Wertpapiere wie Aktien und Anleihen sind eine bessere und wesentlich sicherere Alternative (“Staatsanleihen als sichere Anlage”) - aber nicht in Form von Spekulationen, bei denen man sein ganzes Geld in ein Wertpapier steckt. Das ist eher “zocken”, eine Art Versuch, auf das beste Pferd in einem Rennen zu setzen. Der klügere Weg ist die Investition in ETFs, bei dem man sein Geld in einem diverzifizierten Portfolio verteilt (“Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen”).

Wenn Sie risikobereit sind, dann versuchen Sie Ihr Risiko zu streuen und so zu minimieren. Staatsanleihen aus Schwellenländern (“Staatsanleihen aus Schwellenländern”), Unternehmensanleihen oder Aktien aus Schwellenländern bieten langfristig gute Renditen mit überschaubarem Risiko. In einem ETF verringert die Insolvenz einer individuellen Firma oder eines Landes Ihre gesamte Rendite nur minimal.

Ein Aktienportfolio, das langfristig und diversifiziert angelegt ist, hat das Potential, eine Rendite zu bringen, wie sie Prokon versprochen hat (“Historische Performance von DAX und Dow Jones”). Sie können sich den möglichen Ärger sparen, wenn Sie Ihr Geld klug anlegen, anstatt impulsiv auf Briefwerbungen zu reagieren.

Montag, 11. November 2013

Kontogebühren, Tipps für Ihr Girokonto

“A bank is a place that will lend you money if you can prove that you don't need it.” - Bob Hope

Zahlen Sie noch Kontogebühren für Ihr Girokonto? Ich nicht. Seit meiner Studienzeit habe ich für die Kontoführung meines Girokontos keinen Cent bezahlt. Ich habe erstaunlicherweise festgestellt, dass viele Menschen monatlich Geld als Kontogebühren zahlen. Sogar jahrelang..

Diese Situation ist historisch gewachsen und bei den traditionellen Filialbanken immer noch gegeben. Das ist der Grund, warum mein Arbeitgeber mir zusätzlich zum Gehalt noch 1,28€ Kontoführungsgebühr überweist. Wenn man sich an diese Gebühren einmal gewöhnt hat, wird es selbstverständlich und wird nicht mehr in Frage gestellt.

Hier sind die monatlichen Kontoführungsgebühren der gewöhnlichen Filialbanken (Stand November 2013 für Girokonten)
  • Deutsche Bank: Aktivkonto 4,99 €
  • Commerzbank: 9,90 €
  • Sparkasse : 4 €


Wenn Sie ihr Girokonto in einer der obengenannten oder ähnlichen Filialbanken haben, zahlen Sie jährlich zwischen 48 € und 120 € nur für die Kontoführung! Das ist verschenktes Geld! Wenn Sie das Konto als Gehaltseingangskonto nutzen, verfallen die Gebühren je nach Bank. Dazu bleibt Ihr Geld aber zinsfrei auf dem Girokonto, und die Banken verleihen das Geld als Raten-, Auto- oder Immobilienkredit an andere Kunden - gegen 3% bis 15% Zinsen. Manche Banken (z.B. Deutsche Bank) spekulieren sogar über ihre „Investment Banking“- Tochtergesellschaften über Lebensmittelpreise und verursachen Armut und Hunger in den Dritte-Welt-Ländern.

Was ist die Alternative?

Die Alternative ist, einfach Ihre Bank zu wechseln. Heutzutage sind die Kontoführungsgebühren überflüssig. Sie sollten ein Girokonto haben, das null Euro kostet. Keinen Cent mehr! Hier sind einige Tipps, worauf Sie bei der Wahl Ihrer Bank achten sollten:

- Kostenlose Geldabhebungen

Sie müssen eine Bank wählen, bei der Sie kostenlos Geld abheben können. Dazu bitte schauen, ob Sie einen Bankautomat in Ihrer Nähe haben.

- Online-Banking

Online-Banking ist sehr empfehlenswert, um Zeit zu sparen und einen besseren Überblick über Ihre Ausgaben zu erhalten („Analysieren Sie Ihre Ausgaben“). Manche Banken erheben zusätzliche Gebühren für das Porto der Abrechnungen.  Nutzen Sie deshalb nur Online-Postfach.

- Neukunden-Bonus

Einige Banken wie Ing-Diba, Postbank, Comdirect und Cortal Consors haben einen Neukundenbonus zwischen 50 € und 75 €. Das ist ein super Angebot, wenn Sie sowieso Ihre Bank wechseln möchten.

- Freunde werben Freunde

Wenn Sie sich für eine neue Bank entschieden haben, fragen Sie in Ihrem Freundeskreis, ob jemand schon sein Konto bei dieser Bank hat. Viele Banken haben „Freunde werben Freunde“-Aktionen, bei denen der Werbende eine Prämie oder einfach „Bargeld“ bekommt. Dieses Geld können Sie Ihrem Freund schenken, 50%-50% teilen oder für ein gemeinsames Essen nutzen.

Ich habe zwei Girokonten. Eins bei der Targobank (auch eine Filialbank), welches ich als Gehaltskonto nutze. Daher zahle ich keine Kontoführungsgebühren. Dazu habe ich ein Konto bei der Ing-Diba, welches ich wegen des praktischen Online-Bankings und dem Neukundenbonus von EUR 75 empfehlen würde. Meine Freundin und ich („Die Rolle des Partners in finanzieller Freiheit“) haben ein gemeinsames Konto für unseren Haushalt bei Comdirect. Dieses bietet kostenlose Kontoführung, zwei EC-Karten und einen Neukundenbonus von 50 €.

Montag, 21. Oktober 2013

Sparbuch und Tagesgeldkonto vs. Aktien-ETFs

"Take risks: if you win, you will be happy; if you lose, you will be wise." – Anonymous

Ich bekomme von meiner Bank Ing-Diba ab und zu interessante Artikel über Geldanlagen. Im letzten Artikel ging es um einen Zinsvergleich zwischen Sparbuch und Tagesgeldkonto. Laut diesem Artikel verschenkt ein Sparbuch-inhaber über den Zeitraum von zehn Jahren mehr als 1000 € an Zinsen und Zinseszinzen für ein Vermögen von 10.000 € („Populäre und sichere Geldanlagen“).


Ich würde normalerweise denken, dass rationale Menschen alle Sparbücher schließen würden, weil sie mittlerweile keinen Sinn mehr machen. Vielleicht bleibt höchstens noch die Mietkautionen oder Ähnliches. Was denken Sie, wie viel Geld in Deutschland auf Sparkonten geparkt ist? Einstellige, zweistellige oder dreistellige Milliardenbeträge?

Kaum zu glauben, aber aktuell (September 2013) gibt es 115 Milliarden Euro auf Sparkonten („Festgeldkonten als sichere Anlage“). Es wundert mich tatsächlich, wer die Inhaber dieser Konten sind? Die Oma aus dem Supermarkt oder der junge Arbeitskollege von nebenan? Ich habe Freunde, die sogar eine Menge Geld auf dem Girokonto haben.

Es wird noch krasser, wenn man Sparbuch und Tagesgeldkonto mit Aktien vergleicht („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Der Sparbuch-Liebhaber mit seinen 10.000 € verschenkt in 10 Jahren eigentlich nicht nur 1000 €, sondern mehr als 7000 € (gerechnet mit einer konservativen Nettorendite von 6%). Die Angst vor Risiken („Risiko bei Geldanlagen“) macht viele Menschen in der Realität ärmer als vorher! Sparbücher und Tagesgeldkonten bringen mittlerweile eine negative reale Rendite („Lebensmittelpreise und Inflation in Deutschland“).

Meine Empfehlung für das Anlegen von Geld ist daher folgende:
  1. Tagesgeldkonto eröffnen („Tagesgeldkonto eröffnen“) 
  2. Jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag auf dieses Konto überweisen („Bezahle Dich selbst zuerst“) 
  3. Nutzen Sie das Tagesgeldkonto als Depot für Geld für Notfälle und als Zwischenstopp, bevor Sie Ihr Geld in renditebringende Geldanlagen investieren 
  4. Eröffnen Sie ein Depot, um Aktien und ETFs zu kaufen 
  5. Gestalten Sie sich ein diversifiziertes Portfolio („Lege nicht alle Eier in einen Korb“) 
  6. Legen Sie Ihr Geld regelmäßig in Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“) und Anleihen-ETFs an („Staatsanleihen aus Schwellenländern“)
Detaillerte Informationen über Geldanlagen und ETFs können Sie in anderen Artikel in diesem Blog „Der goldene Adler“ unter „Geld Anlegen“ lesen.

Montag, 30. September 2013

Staatsanleihen aus Schwellenländern

„ Open markets offer the only realistic hope of pulling billions of people in developing countries out of abject poverty, while sustaining prosperity in the industrialized world.” – Kofi Annan
Staatsanleihen werden normalerweise als sichere Geldanlagen betrachtet („Staatsanleihen als sichere Geldanlage“). Natürlich hat diese Sicherheit ihren Preis: Niedrige Rendite („Risiko bei Geldanlagen“).

Es gibt aber Staatsanleihen aus Schwellenländern, die mit mehr Risiko höhere Rendite bieten. Staatsanleihen aus der Türkei, Brasilien, Russland, Indonesien oder Peru bringen circa 3% bis 5% mehr Rendite als Bundesanleihen.


Was ist also der beste Weg, in Staatsanleihen aus Schwellenländern mit möglichst geringem Risiko zu investieren?

Genau wie Aktien bieten ETFs eine gute Antwort auf diese Frage („Aktien-ETFs als Geldanlage“). Bei Aktien-ETFs werden mehrere Aktien aus verschiedenen Aktienmärkten und Sektoren in einem Fond zusammengestellt. Bei Staatsanleihen-ETFs werden mehrere Anleihen aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Laufzeiten zusammengestellt.

Staatsanleihen-ETFs, die ausschließlich Schwellenländeranleihen im Bestand haben, decken die folgenden Länder ab: Türkei, Brasilien, Mexiko, Russland, Polen, Ukraine, Ungarn, Südafrika, Kroatien, Chile, Indonesien, Peru, usw..

Ich sehe zwei große Vorteile bei diesen ETFs:
  1. Risiko wird verteilt: Die Diversifikation („Lege nicht alle Eier in einen Korb“)  erlaubt dem Anleger das Risiko zu verteilen. Damit wird eine Staatspleite oder ein Schuldenschnitt nicht im Totalverlust enden.
  2. Passives Einkommen: Die Kupons („Wie funktionieren Anleihen“) werden wie Dividenden monatlich oder vierteljährlich ausgeschüttet. Das Konzept von passivem Einkommen („Wie erreiche ich finanzielle Freiheit“) ist für viele Menschen nicht sofort begreiflich. Monatliche Dividenden sind wunderbare Mittel, dem Anleger das Gespür dafür zu geben, wie passives Einkommen funktioniert.

Hier sind ein paar passende ETFs, wenn Sie in Staatsanleihen aus Schwellenländern investieren möchten:
  • iShares J.P. Morgan $ Emerging Markets Bond UCITS ETF (IUS7) 
  • db x-trackers II EM Liquid EuroBond ETF 
  • Amundi Global Emerging Bond Markit iBoxx ETF 
  • SPDR Barclays Capital EM Local Bond ETF

Die Kosten von diesen ETFs sind relativ niedrig, zwischen 0,30%-0,55%  („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“). Die Renditen betragen zwischen 5 und 6%, was in Anbetracht des geringen Risikos sehr viel finde. Die regelmäßigen Ausschüttungen machen sie für mich sehr attraktiv. Ich habe in meinem Portfolio den „iShares J.P. Morgan $ Emerging Markets Bond UCITS ETF (IUS7)“.

Diese Art von ETFs würde ich denjenigen Anlegern empfehlen, die in Staatsanleihen aus Schwellenländern investieren und ihr Risiko streuen möchten. Natürlich müssen Sie die Fondsprospekte selbst lesen und die Geldanlage verstehen, bevor Sie in irgendetwas Ihr Geld anlegen.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen

“Research shows that a stock portfolio with investments around the world is likely to yield, in the long run, higher return at a lower level of volatility than a simple, diversified, single nation portfolio. This is what we have always done, as the results of the Templeton Growth Fund, Ltd. have shown.” – John Templeton 

Diversifikation Ihres Aktienportfolios ist eine entscheidende Handlung, um langfristig hohe Renditen zu erzielen. Sie müssen diverse Aktien aus verschiedenen Regionen und Sektoren besitzen („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Welcher ist der optimale Weg, das Portfolio so zu gestalten, damit Sie mehrere Regionen und Sektoren in Ihrem Aktienportfolio abdecken können?

Auf der Welt gibt es zahlreiche Börsen. Fast in jeder Volkswirtschaft gibt es mindestens eine Börse, in der die Anleger investieren können. Die wichtigsten Börsen, die eine sehr große Marktkapitalisierung haben, bilden jedoch die große Mehrheit der Weltwirtschaft ab. Diese Börsen werden in geographischen Regionen gebündelt und meistens unter dem Namen der Regions zusammengefasst.

Für meine Anlagestrategie verteile ich mein Portfolio auf drei Regionen aus entwickelten Ländern: USA, Europa und Japan/Pazifik.

Dazu gibt es die Börsen, die über Jahre stark wachsen und immer wichtiger werden. Diese Börsen werden unter dem Begriff „Emerging Markets“ gebündelt. Diese Börsen haben geographisch nicht viel miteinander zu tun, haben aber gemeinsam, dass sie von Schwellenländern sind, deren Wirtschaft jeweils stärker wächst als die der entwickelten Länder.

Für eine bessere Vorstellung können Sie bei Wikipedia eine Liste der Wertpapierbörsen und der Top 20 Börsen mit der besten Marktkapitalisierung abrufen (http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_stock_exchanges).

Die Börsen in dieser Liste werden in den nächsten zehn Jahren eine ganz unterschiedliche Performance haben. Einige werden vielleicht über 200% Rendite bringen. Ein großer Teil wird zwischen 50% und 150%, einige zwischen 0%-50%, einige sogar eine negative Rendite haben. Es ist unmöglich zu prophezeien, welche Börse die beste Rendite bringen wird. Es wäre ein Zufall, den Bestperformer kontinuierlich auswählen zu können („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Wenn jemand Ihnen dies verspricht, glauben Sie ihm nicht. Er ist ein Lügner und Betrüger („Aktienfonds als Geldanlage“).


Diversifikation nach Regionen erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Bestperformer zu erwischen. Aktienkurse generell haben seit langer Zeit einen Trend nach oben („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Die Unternehmen machen Gewinn, erhöhen ihren Umsatz und geben Dividenden an die Aktionäre ab. Aktienkurse sind aber volatil, weil sie von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Mit dem Besitz diverser Aktien aus verschiedenen Regionen werden die Gesamtvolatilität und das Risiko Ihres Portfolios reduziert. Das läuft auf ein gesundes Portfoliowachstum hinaus.

Wenn Sie in Ihrem Portfolio nur Aktien aus einer bestimmten Region oder einem bestimmten Land besitzen (z.B. nur aus Europa oder Deutschland), ist die Performance Ihres Portfolios abhängig von der Performance dieser Wirtschaftsregion. Politische Faktoren, geringes Wirtschaftswachstum oder regionale Krisen können diese Performance stark beeinflussen. Meiner Meinung nach ist es dann kein gesundes Portfolio und es gefährdet die Rendite (hohes Risiko).

Wie Sie Ihr Geld am besten zwischen Regionen diversifizieren können, ist ein sehr umstrittenes Thema. Jeder Experte hat eine andere Meinung. Es ist Ihre Verantwortung, sich ein paar Gedanken darüber zu machen und Ihr Portfolio zu gestalten.

Die folgende Verteilung ist ganz simpel und kann als Beispiel dienen, wie Sie Ihr Portfolio zwischen verschiedenen Regionen verteilen können.
  • 30% Aktien aus den USA 
  • 30% Aktien aus Europa 
  • 30% Aktien aus Schwellenländern 
  • 10% Aktien aus Japan/Pazifik
Im nächsten Artikel werde ich die verschiedenen Regionen näher beleuchten und die passenden ETFs für diese Regionen vorstellen.

Montag, 13. Mai 2013

Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen


“You ought to be able to explain why you’re taking the job you’re taking, why you’re making the investment you’re making, or whatever it may be. And if it can’t stand applying pencil to paper, you’d better think it through some more. And if you can’t write an intelligent answer to those questions, don’t do it.” – Warren Buffett

Die EZB hat am 2.Mai den Leitzins nochmals gesenkt - auf das niedrige Niveau von 0,5%. Die niedrigen Zinsen machen Immobilien als Geldanlage immer attraktiver, weil die Kosten von Immobilienkrediten dementsprechend geringer werden. Ich höre in meinem Bekanntenkreis immer öfter, dass junge Leute sich überlegen, eine Immobilie als Geldanlage zu kaufen. Ich möchte aus dem Blick eines Anlegers analysieren, ob es jetzt sinnvoll und die richtige Zeit ist, eine Immobilie zu kaufen.

Viele Menschen haben romantische Gefühle, wenn es um eine Immobilie geht. „Ich möchte in meinem eigenen Haus wohnen“ oder „Ich möchte mein Geld in etwas Konkretes investieren“ (Betongold statt Wertpapiere) sind die bekannten Aussagen. Wenn es um eine Geldanlage geht, müssen Sie alle Gefühle beiseite legen und rational denken. Eine Immobilie kostet eine Menge Geld, welches Sie eventuell jahrelang gespart haben und für das Sie ggf. ein Kredit aufnehmen müssten, den Sie jahrelang abbezahlen. Sie haben den Luxus nicht, Ihr Geld wie bei einem Klamottenkauf laut Ihrer Wünsche und Gefühle anzulegen. Es ist dann keine Investition, sondern ein Einkauf.

Es gibt einen sehr wichtigen Faktor, den ein Anleger für seine Entscheidungen im Betracht ziehen sollte: Rendite („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Genauso wie Aktien und Anleihen hat auch eine Immobilie eine Rendite. Die Mieteinnahmen und der Kaufpreis bestimmen die Rendite einer Immobilie. Dazu kommen die Kosten wie Instandhaltung, Versicherungen, usw., die von Mieteinnahmen abgezogen werden müssen, um die Nettorendite zu berechnen.

Ich persönlich würde erstens das Verhältnis von Kaufpreis zu jährlichen Nettomieteinnahmen berechnen, um beurteilen zu können, ob ich eine Immobilie überhaupt kaufen will. Dieses Verhältnis ist Vergleichbar zum KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) bei Aktien.

Als Beispiel nehme ich eine 60-qm Wohnung in der Kölner Innenstadt und kalkuliere das KGV für diese Investition. Der durchschnittliche Kaufpreis bei Wohnungen in Köln liegt bei 3000 €/qm. Daraus ergibt sich einen Marktpreis von 180.000 € für unsere Beispielwohnung. Die durchschnittliche Kaltmiete liegt derzeit monatlich bei circa 10 €/qm. Das ergibt Jahresmieteinnahmen von 7200 €. Fürs Erste möchte ich die eventuell anfallende Instandhaltungskosten und die Finanzierung für Vereinfachungszwecke ignorieren. Das KGV für diese Wohnung ist -> Kaufpreis/Mieteinnahmen = 180.000 / 7200 = 25. Die jährliche Rendite beträgt also 4%.

Ein erfahrener Anleger würde sofort merken, dass ein KGV von 25 eine sehr hohe Zahl ist. Die Wohnung amortisiert sich in 25 Jahren! Zum Vergleich sind hier die KGV’s von einigen bekannten Unternehmen (Stand Mai 2013):
  • Coca-Cola -> 22,22
  • Shell -> 8,42
  • Deutsche Bank -> 5,65
  • Siemens -> 10,27
  • Volkswagen -> 5,47
  • Apple -> 11,07

Ich würde direkt sagen, dass Immobilien in Köln heute überpreist sind. Die niedrigen Zinsen nach der Eurokrise haben die Immobilienpreis in den Großstädten in Deutschland hochgeschoben. Die Mieteinnahmen sind aber noch nicht angepasst worden. In diesem Zustand würde ich keine Immobilie zum Marktpreis kaufen. Weiterhin mieten und das Geld in Aktien anlegen ist für mich eine bessere und sinnvolle Alternative.

Natürlich ist es eine andere Geschichte, wenn Sie die Immobilie viel günstiger über Zwangsversteigerung oder ein ähnliches Angebot bekommen („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Jeder Preisnachlass auf den Marktpreis senkt das KGV und macht die Immobilie attraktiver.

Die Befürworter von Immobilien als Geldanlage haben andere Argumente wie Fremdfinanzierung, den künftigen Preisanstieg und Tilgung statt Miete. Diese werde ich in einem anderen Artikel analysieren.