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Mittwoch, 7. Mai 2014

Eine Wirtschaftliche Analyse vom Kaffeekonsum im Haushalt

“If this is coffee, please bring me some tea; but if this is tea, please bring me some coffee.” - Abraham Lincoln

Kaffee ist in Deutschland noch vor Bier das beliebteste Getränk. Pro Kopf werden durchschnittlich jedes Jahr 6,9 kg Kaffee konsumiert. Dies entspricht pro Kopf circa 2,6 Tassen täglich. Rund um Kaffee gibt es ein großes Geschäft, bei dem Produzenten, Importeure, Händler, Supermärkte, Gastronomie und natürlich der Staat eine Menge Geld verdienen. 2315 Tassen Kaffee werden in Deutschland pro Sekunde getrunken (Quelle: Tchibo Kaffeereport 2013)

84,6% des Kaffeekonsums in Deutschland finden zu Hause statt. In unserem Haushalt werden auch circa 4 Tassen Kaffee pro Tag getrunken. Da unsere Kaffeepadmaschine nach acht Jahren Betrieb nicht mehr so toll funktioniert, haben wir uns entschieden, eine neue Maschine zu kaufen. Auf dem Markt gibt es mittlerweile verschiedenste Modelle: Von simplen Filtermaschinen,  Espressokochern, Pad- und Kapselmaschinen bis zu Kaffeevollautomaten mit integriertem Milchaufschäumer. Unser Kaffeekonsum ist nicht gering, deshalb wollte ich mich darüber schlau machen, wie viel Kosten beim Kauf der Kaffeemaschine und während unseres Kaffeegenusses in den nächsten Jahren enstehen werden.

Weil ich keinen Filterkaffee mag und genug löslichen Kaffee auf der Arbeit trinke, bleiben uns drei Optionen für unsere neue Kaffeemaschine. Ich habe diejenigen ausgesucht, die unseren Erwartungen entsprechen und auf Amazon in der Bestsellerliste sind.
  1. Philips HD 7810/60 Kaffeepadmaschine Senseo für 54 €
  2. Krups KP 1006 Nescafé Dolce Gusto Kaffeekapselmaschine für 58 €
  3. DeLonghi ECAM 22110B Kaffee-Vollautomat für 279 €

Wenn man sich nur die Kaufpreise anschaut, erscheinen die Padmaschine und die Kapselmaschine als gute Alternativen. Es macht aber keinen Sinn, nur die Anschaffungskosten zu betrachten. Es kommen noch die Wartungskosten, hauptsächlich für Entkalkung, und natürlich die dauerhaften Kosten für den Kaffee dazu. Diese beiden Faktoren sind die sich wiederholenden Kosten, die mich besonders interessieren ("Analysieren Sie Ihre Ausgaben").

Es gibt sicherlich auch andere Gründe als Preis und Kaffeekosten, die die Kaufentscheidung beinflussen. Der Geschmack, die Praktikabilität, Zusatzoptionen wie Milchaufschäumer, was für eine Maschine der Nachbar hat, usw.. Der Kaffee aus dem Vollautomat schmeckt wahrscheinlich am besten, aber Nespresso-Maschinen sind sehr praktisch. Lasst uns aber die finanzielle Seite betrachten ("Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden").

Ein Kilogramm Rohkaffee zu produzieren, kostet den Kleinbauern in Kenia 1,60 € und in Brasilien circa 2 € für die Sorte Arabica. Die kenianischen Produzenten verkaufen dann diesen Kaffee an den Händler für minimum 2,40 €, die Brasilianer für 3,60 €. Die Kaffeebauern bekommen also so viel Geld für ein Kilogramm Kaffee, wie wir in Deutschland für eine Tasse in einem Café zahlen. Eine Tasse wird übrigens aus 7 Gramm Kaffeebohnen gemacht.

Neben dem Produzenten verdienen die lokalen Händler, die Importeure und die Verpacker in Deutschland Einiges. Die Kaffeeindustrie in Deutschland ist ein Oligopol: sechs Anbieter, darunter Tchibo und Aldi, teilen sich 85 Prozent des Marktes (Quelle: Wikipedia). Am Ende kommen noch die Supermärkte und die Läden dazu. Nicht zu vergessen ist der Staat mit einer Mehrwertsteuer von 19% und der Kaffeesteuer. Wussten Sie, dass in Deutschland auf Röstkaffee eine Steuer von 2,19 €/kg, auf löslichen Kaffee eine Steuer von 4,78 €/kg erhoben wird? Sie geht zurück auf ein Gesetz noch aus Preussen im  Jahre 1781, das immer noch gültig ist. Der Betrag wurde seitdem natürlich mehrmals angepasst. Diese Steuer gibt es in Europa sonst nur noch in Belgien und Dänemark. So viel zu Steuersenkungen.. ("Steuererklärung, Steuerrückzahlungen und Vermögensaufbau")

Ich wollte mal ausrechnen, wie viel ich in meinen drei Maschinenoptionen für den Kaffee zahlen würde, der vom armen Bauern aus Indien für circa 3,50 € pro Kilogram gekauft wurde. Hier sind die aktuellen Preise, die ich ausgesucht habe: 
  • Pads: 0,08 € pro Pad im Discounter bis 0,16 € pro Pad von Senseo
  • Kapseln: 0,19 € pro Kapsel im Discounter bis 0,40 € pro Kapsel von Nespresso (einige Sorten noch teurer)
  • Bohnen: 7 € pro Kilogramm im Discounter bis 12 € pro Kilogram bei Tchibo (kann im Fachgeschäft noch viel teurer werden)

Man muss natürlich Äpfel mit Äpfeln vergleichen. Man hat circa 7 Gramm Kaffee in einem Pad oder einer Kapsel. Die Preise pro Kilogramm sind folgende:
  • Pads:  zwischen 11 € - 22 €
  • Kapseln: zwischen 27 € - 57 €
  • Bohnen: zwischen 7 € - 12 €

Wenn ich diese Preise sehe, denke ich: „So wird Geld gemacht“. Einige Schlaue von Nestlé haben es geschafft, den Kaffee in Alukapseln zu packen, mit George Clooney zu werben und ihn uns 16-mal teurer zu verkaufen. Respekt!


In meinem nächsten Artikel werde ich weiter auf meine Kalkulation eingehen, wie ich entschieden habe, welche Kaffeemaschine gekauft wird.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Depotkosten und Tipps beim Eröffnen eines Depots

“Everyone has the brainpower to follow the stock market. If you made it through fifth-grade math, you can do it.” -Peter Lynch

Für die Gestaltung Ihres Portfolios mit Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs brauchen Sie ein Depot (“Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Ihr Depot können Sie bei der Bank eröffnen, bei der Sie Ihr Girokonto haben. Meine Empfehlung ist allerdings, das Depot nicht bei der gleichen Bank wie Ihr Girokonto zu eröffnen. Es ist viel besser, Tagesgeldkonto und Depot bei einer anderen Bank als das Girokonto zu halten. Sie können monatlich Ihre Ersparnisse („Zwei Methoden, die Ihnen Sparen garantieren“) auf diese Konten überweisen und während Ihrer Investment-Periode („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“) dort behalten.

Es gibt viele Banken und Brokerage-Firmen, die Ihnen ein Depot anbieten. Hier sind einige Tipps, was Sie vor der Eröffnung Ihres Depots beachten sollten.

Depotgebühren

Manche Banken erheben monatliche oder jährliche Kosten in Form von Depotführungsgebühren. Mittlerweile bieten aber viele Banken kostenlose Depots an. Vermeiden Sie diese Gebühren. Die Banken verdienen sowieso genug an Provisionen.

Online-Brokerage

Aktien oder ETFs per Telefon oder bei einer Filiale zu kaufen ist Geschichte. Wählen Sie einen Anbieter, bei dem Sie die Wertpapiere einfach Online via Internet-Brokerage mit niedrigen Gebühren handeln können.

Kapitalertragsteuer

Wählen Sie einen Anbieter, bei dem die Kapitalertragsteuer automatisch abgezogen wird, sobald sie anfällt. Bei machen Brokerage-Firmen wie Interactive Brokers, die ihren Sitz im Ausland haben, ist dies nicht der Fall. Sparen Sie sich die zusätzliche Arbeit bei der Steuererklärung. Vergessen Sie bitte nicht, Ihrer Bank den Freistellungauftrag einzureichen („Freistellungsauftrag von der Kapitalertragsteuer“), damit Sie für Ihre Kapitaleinkünfte bis 801 € keine Steuern zahlen.


Handelbare Börsen

Sie können über alle Depotanbieter in Deutschland bei den großen deutschen Börsen wie XETRA, Franfurt, Berlin, Stuttgart und München handeln. Eigentlich brauchen Sie nicht bei den ausländischen Börsen zu handeln. Erstens werden bei diesen Börsen zusätzliche Gebühren erhoben. Zweitens sind die meisten Aktien und ETFs, in die Sie Ihr Geld anlegen können, an den deutschen Börsen verfügbar. Wenn Sie Ihr Geld unbedingt in exotischen Märkten anlegen möchten („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“), achten Sie darauf, welche Börsen bei Ihrem Anbieter handelbar sind.  

Provisionen

Dies ist der wichtigste Faktor bei der Wahl Ihres Depotsanbieters. Diese Gebühren vermindern Ihre Rendite drastisch. Daher Vorsicht! Die Provision wird von den meisten Anbietern wie folgt berechnet:
  • Prozentual: Zum Beispiel 0,25% des Transaktionsvolumens
  • Mindestgebühr pro Transaktion: 7,90 €, 10 € , 15 € oder höher

Beispiel: Die Provision bei der Ing-Diba beträgt 0,25% des Kurswerts, mindestens jedoch 9,90 €
Bei einem ETF-Kauf im Wert von 2000 € wird die Bank 9,90 € an Provision erheben.  Bei einem Wert von 5000 € steigt die Provision auf 12,50 €.

Direkthandel

Außer Provision zahlen Sie bei jeder Transaktion Börsengebühren. Sie sind zwar nicht so hoch wie die Provision, stellen aber schon einen Kostenfaktor dar. Zum Beispiel fallen folgende Börsengebühren für ein Ordervolumen von 2500 € an:
  • XETRA 1,75 €
  • Frankfurt 5,25 €
  • Düsseldorf 2,69 €
  • Berlin und München 3,05 €
  • Stuttgart 7 €

Sie können bei manchen Banken über den Direkthandel (z.B Tradegate) ohne Börsengebühren handeln. Sie müssen aber daraf achten, dass Sie wegen eines ggf. hohen Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Wertpapiers) nicht mehr zahlen als bei den oben genannten Börsen! Nichtsdestotrotz sind Anbieter, die Direkthandel anbieten, attraktiver für die Anleger.

Sparpläne

Sparpläne klingen gut, sind aber meiner Meinung nach eine Abzocke durch höhere Provisionen. Außerdem werden oft teure Aktienfonds in den Sparplänen angeboten („Aktienfonds als Geldanlage“). Ich werde mich mit Sparplänen in einem separaten Artikel befassen.

Neukundenbonus

Wenn Sie noch kein Depot haben oder Ihr Depot wechseln möchten, bekommen Sie bei manchen Anbietern einen Neukundenbonus in Form einer Gutschrift oder kostenloser Orders (Free Trades). Free Trades sind eine sehr gute Möglichkeit für Neuanleger, die noch keine Aktien oder ETFs haben und ein Portfolio getalten möchten. Damit zahlen Sie für Ihre Orders eine Weile keine Provision.

Freunde werben Freunde

Genau wie bei der Eröffnung eines Girokontos („Kontogebühren, Tipps für Ihr Girokonto“) können Sie in Ihrem Freundeskreis nachfragen, ob jemand schon ein Depot beim dem Anbieter hat, an dem Sie interessiert sind. Ihr Bekannter kann Sie bei der Bank werben und bekommt entsprechend eine Prämie.

Ich habe mein Depot bei der Ing-Diba, was ich auch normalen Anlegern empfehlen würde. Diese Bank erfüllt meine Erwartungen, hat relativ niedrige Transaktionsgebühren und bietet Direkthandel an. Nehmen Sie als Neukundenbonus „Free Trades“ und sparen Sie eine Menge Geld, nämlich in Höhe der Provisionen für die ersten 20 Orders in den ersten 6 Monaten.

Dienstag, 19. November 2013

Energiewende, Strompreis und die Auswirkungen auf die Verbraucher

“I shall make electricity so cheap that only the rich can afford to burn candles”- Thomas Alva Edison

Der Strompreis in Deutschland kennt nur eine Richtung: Nach oben. Ökoforderungen wie die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und Offshore-Umlage haben den Strompreis in den letzten Jahren für den Normalverbraucher auf 28,73 Cent getrieben. Die EEG-Umlage macht 5,28 Cent davon aus. 2014 wird sich die Umlage auf 6,24 Cent erhöhen, auf bis zu 7 Cent in 2015. Die Sonne scheint und Hauseigentümer mit Solaranlagen auf dem Dach freuen sich besonders. Der Wind weht und die Bauern mit ihren Windrädern auf dem Grundstück geniessen das Drehen der Räder.

Die Verlierer der Energiewende sind verschiedene Gruppen: Es ist eine der größten Vermögensumverteilungen in der Geschichte der Bundesrepublik. Die großen Stromkonzerne RWE und E.ON schalten ihre Kernkraftwerke ab. Ihre effizienten Gaskraftwerke sind nicht mehr rentabel, da der tatsächliche Strompreis auf dem Energiemarkt eigentlich sehr niedrig ist. Das ist der Grund, warum die Aktienkurse von diesen Unternehmen im Keller liegen.

Mittelständische Unternehmen, besonders diejenigen in der energieintensiven Industrie (Chemie, Stahl, Papier, Baustoff, usw.), sind von Energiewende und Strompreisanstieg stark betroffen. In diesen Industrien machen die Stromkosten nämlich einen großen Teil der Gesamtkosten aus. Große energieintensive Konzerne kommen aber irgendwie klar, weil sie staatlich gefördert werden. Sonst sind die Arbeitsplätze weg. Und natürlich sind die Normalverbraucher ein großer Verlierer der Energiewende.

Ein durchschnittler 2-Personen-Haushalt verbraucht jährlich 3500 kWh Strom, größere Familien mit 2 Kindern sogar 5000 kWh. Eine Preiserhöhung von 1 Cent pro kWh verursacht in diesen Familien zwischen 35 € und 50 € mehr Kosten pro Jahr. Seit 2010 ist der Preis schon um circa 5 Cent gestiegen, was 175 € bis 250 € mehr Kosten entspricht!!


Sie sehen oben eine Prognose des Strompreises bis 2020. Wenn der Trend sich fortsetzt, wird der Strom 2020 über 33 Cent kosten. Das bedeutet weitere 250 € Mehrkosten für unsere 4-köpfige Familie. Man kann natürlich hoffen, dass die Politik etwas dagegen unternimmt. Ich glaube persönlich, dass eine Trendwende unmöglich ist. Die neue Regierung muss erstmal ihre Wahlgeschenke verteilen, bevor sie sich mit diesem Thema beschäftigt. Die hohen Strompreise verursachen Armut bei Geringverdienern und vielen Rentnern. Naja, vielleicht kann man die Steuern erhöhen und diesen Menschen 20 € mehr Rente oder Staatshilfe geben. 

Meine Philosophie ist ganz klar: Erwarten Sie nichts von anderen, besonders vom Staat, und übernehmen Sie die Verantwortung selber („Mindestlohn und Verantwortung für das Leben selber übernehmen“). Es ist möglich den Stromverbrauch und die Stromkosten zu reduzieren.

Obwohl unsere Stromkosten nicht sehr hoch sind (circa 1200 kWh in einen 2-Personen Haushalt ohne elektrische Warmwasserbereitung), habe ich mich in letzter Zeit mit dem Thema Stromverbrauch und Stromkosten beschäftigt. Ich werde meine Tipps und Erkentnisse in den nächsten Artikeln meinen Lesern mitteilen.

Montag, 4. November 2013

Bischof Tebartz-van Elst, Kirche und Kirchensteuer

"For the big churches, transparency is very damaging to their business plan. Nobody wants to donate to a rich organization" – Carsten Frerk

Die Affäre um Prunk-Bischof Tebartz-van Elst und seinen 40-Millionen-Euro-Sitz in Limburg hat in Deutschland eine heftige Diskussion ausgelöst. Die Einnahmen und das Vermögen der Kirche in Deutschland waren bis jetzt ein Tabuthema, das weder in den Medien noch in der Politik offen diskutiert wurde. Die katholischen Bistümer haben laut „Welt“ und „Spiegel“ falsche Angaben zu ihrem Vermögen gemacht.


Die Kirchen sind scheinbar viel reicher als gedacht: Verschiedene Kassen, Vermögenswerte wie Immobilien, Rücklagen, Aktien, Teilhabe an Unternehmen, Klosterbetriebe, Wälder, Ackerland, usw.. 345 Milliarden Euro besitzen katholische und evangelische Kirche in Deutschland laut „Wirtschaftswoche“.

Zu den Einnahmen durch diese Vermögenswerte dazu kommen natürlich Einnahmen durch Kirchensteuer, Fördermittel und Zuschüsse, Staatsleistungen und Entgelte für kirchliche Leistungen. Trotz der sinkenden Zahl von Kirchenmitgliedern sind die Steuereinnahmen für die beiden Kirchen im Jahr 2013 auf einen Rekordwert von circa 10 Milliarden Euro gestiegen. Die hohen Steuereinnahmen des Staates aufgrund von Mehrbeschäftigung, höheren Lohnen und Kaltprogression wirken sich sofort auf die Kirchensteuer aus, weil diese an die Einkommensteuer gekoppelt ist.

Das Interessante ist, dass die Ausgaben der Kirchen nicht geprüft werden wie bei einem Unternehmen. Die Wirtschaftlichkeit der Ausgaben ist egal. Ich befürchte, dass der Prunk-Bischof Tebartz-van Elst nur der Spitze des Eisberges ist. 10 Billiarden Euro sind eine Menge Geld.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich den Einfluss der Kirchensteuer auf das Net Cashflow wieder erwähnen („Net Cashflow ist König“). 9% zusätzliche Steuer auf die normale Einkommensteuer ist meiner Meinung nach sehr viel. Die Einkommensteuer mit der Kaltprogression selbst ist schlimm genug. Mit einem jährlichen Einkommen von 50000 € zahlt ein Arbeitnehmer circa 840 € Kirchensteuer an die bereits reiche Kirche. Dieses Ersparnis kann die Sparquote stark erhöhen („Mehr Netto vom Brutto und die Sparquote“).

Wie ich in meinem Artikel „Kirchensteuer, großes Potenzial für Ersparnis“ geschrieben habe, möchte ich meinen Lesern nicht sagen, dass sie aus der Kirche austreten sollen. Es ist eine persönliche Entscheidung, die jeder für sich selber treffen muss.

Wie trete ich aus der Kirche aus?

Viele Menschen denken, dass ein Kirchenaustritt schwierig ist. Eigentlich ist er das nicht. In NRW zum Beispiel muss man einfach persönlich beim Amtsgericht vorbei gehen, Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung und 30 € mitbringen. Falls verheiratet, geschieden oder verwitwet, die Heiratsurkunde oder das Scheidungsurteil dazu mitbringen.

Montag, 2. September 2013

Geld bedeutet eigentlich Lebensstunden

“Remember that time is money”. – Benjamin Franklin

Es klingt wie eine dumme Feststellung, ist dennoch traurig und wahr. Wir kaufen Dinge nicht mit Geld, sondern mit Stunden von unserem Leben.


Dieser Satz gilt natürlich nur für die meisten Menschen, nämlich für die, die ihr Leben mit aktivem Einkommen, also mit Gehalt oder Lohn, finanzieren. Für die bereits finanziell Freien, die Reichen durch Erbschaft, die meisten Studenten und Sozialhilfeempfänger ist es eine andere Sache.


Früher erhielten Arbeitnehmer wöchentlich oder täglich ihren Lohn als Bargeld sofort nach Feierabend. Es war wie eine Besoldung für die geleistete Arbeit, zum Beispiel 10 Taler für 10 Stunden Arbeit. Damals wussten die Menschen sehr genau, was eine Stunde Arbeit ihnen gebracht hat. Eine Stunde Arbeit ist ein Taler. Ein Brot kostete zwei Taler, was zwei Stunden Arbeit entspricht (Lohn und Brotpreis sind erfunden). Man wusste genau, wie viele Stunden man für sein Essen, seinen Wein oder seine Unterkunft arbeiten musste. Wer nicht arbeitete, bekam halt kein Geld.

Für die Handwerker und Künstler ist das mit dem Geldverdienen heutzutage immer noch so. Aber für die Mehrheit, die als Arbeitnehmer irgendwo angestellt ist, ist das Konzept Gehalt etwas anders. Das Gehalt wird fast immer monatlich bezahlt und auf das Konto überwiesen. Den Verdienst bekommen die Menschen nicht mehr unverzüglich nach der Arbeit als Schein oder Münze in die Hand. Sie fassen das Geld nicht an und haben meiner Meinung nach die Einstellung „Eine Stunde Arbeit gleich ein Stundenlohn“ verloren. Das Geld ist einfach am Ende des Monats in elektronischer Form auf dem Girokonto.

Deshalb stören viele Menschen Steuer und Sozialabgaben nicht sehr. Das wäre anders, wenn wir das Bruttogehalt erstmal komplett als Bargeld bekommen und danach alle Abzüge buchstäblich abgeben würden.
Was ich hier zu denken geben möchte, ist, dass Geld nicht gleich einem Blatt Papier ist, wie die Generation Y denkt ("Generation Y und Geld"). Geld entspricht eigentlich Stunden unseres Lebens. Ein zweistündiges Abendessen im Restaurant kostet nicht 35 €, sondern circa drei Arbeitsstunden (angenommen 2.000 € monatliches Nettogehalt, 40-Stunden-Woche). 

Einige ähnliche Beispiele:
  • Das neue Elektroauto BMW i3 -> 2.800 Arbeitsstunden (350 Arbeitstage)
  • 55-Zoll LED-Fernseher -> 160 Arbeitsstunden
  • Warmmiete für 60 qm Wohnung in der Köln Innenstadt -> 64 Arbeitsstunden
  • Pauschalurlaub auf Mallorca -> 40 Arbeitsstunden
  • 2 Cocktails am Freitagabend -> 1,5 Arbeitsstunden
  • 30 km Autofahrt zur Arbeit -> 43 Arbeitsminuten
  • Eine Packung Zigaretten -> 24 Arbeitsminuten
  • Ein Espresso -> 10 Arbeitsminuten

Die Arbeitsstunden variieren natürlich je nachdem, was für einen Beruf Sie haben. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass Sie Dinge nicht mit Geld, sondern mit Stunden Ihres Lebens kaufen. Das ist eine ganz andere Denkweise als die, die viele Menschen haben. Diese Denkweise verändert sicherlich die Gewohnheiten von Menschen, wenn es um ihr Geld geht.

Montag, 29. April 2013

Steuererklärung, Steuerrückzahlungen und Vermögensaufbau


“The best measure of a man’s honesty isn’t his income tax return. It’s the zero adjust on his bathroom scale.” — Arthur C. Clarke

Ich gehe davon aus, dass viele meiner Leser ihre Steuererklärung schon gemacht haben. Wenn Sie sie noch nicht gemacht haben, fangen Sie so schnell wie möglich damit an! Es gibt genug Webseiten über Steuererklärung und Steuertipps, wie man Steuern sparen kann. Wenn es für Sie zu kompliziert ist, gehen Sie  zu einem Steuerberater. Im Gegensatz zum Bankberater, lohnt sich der Besuch bei einem Steuerberater in den meisten Fällen. Er wird einiges Kosten, aber das ist viel besser als gar keine Steuererklärung zu machen.

In den meisten Fällen bekommen die Arbeitnehmer Steuerrückzahlungen. Die Zahlungen sind die perfekte Gelegenheit für den Vermögensaufbau. Ich würde mit diesem Geld, das zusätzlich zum Gehalt auf das Konto überwiesen wird, genauso umgehen, wie ich mit Weihnachtsgeld umgehe („Weihnachtsgeld ruft zum Vermögensaufbau“).



 Einen Teil Ihrer Steuerrückzahlungen können Sie gerne für etwas ausgeben, das Sie sich wünschen („Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden“). Ich denke, bis zu 50% des Geldes für Ihre Wünsche auszugeben ist in Ordnung. Für den Vermögensaufbau gilt natürlich „je weniger, desto besser“. Der Rest des Geldes darf nicht auf dem Girokonto bleiben und muss sofort auf das Tagesgeldkonto überwiesen werden („Zwei Methoden, die Ihnen Sparen garantieren“).

Ich hoffe, dass Sie schon einen Sparplan erstellt haben und jeden Monat einen Teil Ihres Gehalts regelmäßig sparen („Bezahle Dich selbst zuerst“). Bis heute muss sich eine gewisse Summe auf dem Tagesgeldkonto angesammelt haben. Ihre Ersparnis von der Steuerrückzahlung ist eine Chance, diese Summe noch aufzustocken. Was sollen Sie jetzt tun?

Mein Vorschlag ist, dass Sie einen Teil Ihrer Ersparnisse auf das Tagesgeldkonto für unerwartete Ausgaben legen („Geld für Notfälle“). Der Rest muss in einer Geldanlage angelegt werden, bei der Sie höhere Rendite bekommen („Was ist Rendite und wie kann man Rendite rechnen“). Machen Sie sich zuerst schlau über die Geldanlagen, die Ihnen solche hohen Rendite bringen können („Finanzielle Bildung“). In vielen Artikeln auf diesem Blog werden Sie relevante Informationen finden, die Ihnen hierbei helfen können.

Meine Hauptempfehlung für unerfahrene Anleger ist der Kauf von Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“). Alternativ können Sie individuelle Aktien kaufen. Ich empfehle es aber für Anfänger lieber nicht, was ich in dem Artikel „Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“ begründet habe. Für Investitionen über einen kürzeren Zeitraum als fünf Jahren („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage?“) kommen natürlich Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder Festgeldkonten in Frage.

Steuern sind ein wichtiges Thema für den Anleger. Ich würde jedem empfehlen sich über Steuern, besonders über die Kapitalertragssteuer („Freistellungsauftrag von der Kapitalertragsteuer“) zu informieren. Wenn Sie Ihre Steuererklärung machen und Rückzahlungen bekommen, wird das Ihrem Vermögensaufbau sehr helfen. Dieser zusätzlicher Beitrag wird Ihren Weg zur finanziellen Freiheit beschleunigen.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Mehr Netto vom Brutto und die Sparquote


“The surest way to ruin a man who doesn’t know how to handle money is to give him some.” - George Bernard Shaw

Ich hatte es nicht geglaubt, aber die Schwarz-Gelbe Regierung hat es geschafft. Ab Januar 2013 bekommen die Arbeitnehmer tatsächlich mehr Netto vom Brutto. Die Hauptgründe dafür sind die Senkung des Rentenversicherungsbeitrags und die Erhöhung des steuerlichen Freibetrags.

Im Endeffekt haben Sie von Ihrem Bruttogehalt mehr zur Verfügung als letztes Jahr. Jetzt liegt die Entscheidung bei Ihnen. Sie können entweder Ihre Ausgaben erhöhen und das Geld ausgeben, oder dieses Geld sparen und anlegen.


Wenn Sie in Zukunft finanziell frei sein möchten, würde ich vorschlagen, dass Sie dieses Geld nutzen, um Ihre Sparquote zu erhöhen. Es ist wie ein Geldgeschenk. Es ist viel einfacher dieses Geld direkt zu sparen, als Ihre bestehende Kosten zu senken. Vor einem Monat haben Sie dieses Geld nicht gehabt. Also können Sie die Tatsache ignorieren, dass Sie jetzt mehr Geld haben.

Der einfachste Weg hier ist, einen Dauerauftrag einzurichten, damit das Geld monatlich auf Ihr Tagesgeldkonto überwiesen wird („Bezahle Dich selbst zuerst!“). Wenn Sie bereits einen Dauerauftrag haben, können Sie den Betrag erhöhen. Ihre Ersparnisse werden auf Ihrem Tagesgeldkonto gesammelt, damit Sie das Geld in verschiedene Geldanlagen investieren und von Ihrem Vermögen passives Einkommen bekommen.

Sie sind verantwortlich für Ihre Finanzen und Ihre Altersvorsorge („Rentner mit 67 Jahren“). Die Entscheidung liegt bei Ihnen, was Sie mit Ihrem Einkommen machen. Wenn Sie plötzlich dank der Politik (nicht alles was die machen ist schlecht für die Bürger) mehr Netto von Brutto bekommen, liegt die Entscheidung bei Ihnen, dieses Geld für Schnick-schnacks auszugeben oder stattdessen anzulegen.


Montag, 21. Januar 2013

Inflation und die Effekte auf Rendite


“Inflation is when you pay fifteen dollars for the ten-dollar haircut you used to get for five dollars when you had hair.” - Sam Ewing

Inflation ist ein Faktor, auf den ich meine Leser aufmerksam machen möchte. Das Ignorieren der Inflation kann bei der Berechnung künftige Ausgaben und Vermögen falsche Ergebnisse ergeben.

Inflation, die auch Teuerung genannt wird, ist der Anstieg der allgemeinen Güterpreise. Dieser Anstieg verursacht eine Abwertung des Geldes und das Absinken der Kaufkraft von Privatpersonen.
Das heißt also, dass Ihr Geld in der Zukunft nicht so viel Wert sein wird wie heute. Zusätzlich werden Ihre Ausgaben höher sein als heute. Ihr Vermögen nimmt ab und Ihre Ausgaben nehmen zu.

Quelle: IMF Prognose & eigene Rechnung

In dieser Tabelle sehen Sie, wie hoch der Wert von 1000 € in 20 Jahren sein wird. Die Zahlen für die Inflationsrate in Deutschland sind die Prognosen des IMF. Diese Raten können natürlich variieren und zwar wahrscheinlich nach oben, wenn man die Geldpolitik der Notenbanken heutzutage in Betracht nimmt. Selbst in den entwickelten Länder sind hohe Inflationen nicht unüblich (z.B. in den USA von 1973 bis 1982).

Die Inflationsrate ist nötig, um die reale Rendite Ihrer Geldanlagen zu kalkulieren. Die reale Rendite ist die Nettorendite, die bereinigt von Inflationseffekten ist. Zum Beispiel: Sie haben von Ihren BMW-Aktien in 2012 3,4% Dividenden bekommen. Nach Kapitalertragsteuer ist Ihre Nettorendite 2,55%. Bereinigt um die Inflation in 2012 (1,15%) ergibt sich eine reale Rendite von 1,40%. Traurig, aber wahr.

In der heutigen Niedrigzinssituation ist die reale Rendite von einigen sicheren Geldanlagen („Populäre und sichere Geldanlagen“) wie Tagesgeld und Festgeld sogar NEGATIV. Das ist vielen Sparern leider nicht bekannt.

Ich habe vor kurzem von einem Arbeitskollegen gehört, dass er sein Geld vor Inflation schützt, indem er alles ausgibt und nichts spart. Er ist der Meinung, dass sein Geld seinen Wert verliert, wenn er spart. Lieber sofort alles ausgeben! Es ist richtig, dass das Geld seinen Wert verliert, wenn man sein Geld nicht richtig anlegt. Mit 2% jährlichen Zinsen sollte kein Sparer zufrieden sein. Es gibt genug Möglichkeiten, wie man clever mit seinen Ersparnisse umgehen kann. Man braucht nur ein bisschen in seine finanzielle Bildung zu investieren („finanzielleBildung“).

Zurück zum Thema „Inflation“. Ich möchte nochmal betonen, dass Inflation bei der Berechnung der „finanziellen Freiheit“ berücksichtigt werden sollte. Wenn Sie heute 2000 € monatliche Ausgaben haben, werden Sie in 15 Jahren für die gleiche Lebensqualität 2700 € brauchen (laut IMF-Prognose). Um finanzielle Freiheit zu erreichen, muss Ihr passives Einkommen höher als 2700 € liegen, nicht 2000 €. Das erhöht natürlich das nötige Vermögen, um dieses passives Einkommen zu erzielen, auch um 35%!! („Wie viel Geld braucht man, um finanziell frei zu werden“).

Dieses Faktum betont die Wichtigkeit der Rendite Ihrer Geldanlagen noch mal. Sie müssen lernen, wie man höhere Rendite erzielen kann. Deswegen ist es essenziell wichtig, in finanzielle Bildung zu investieren. Sonst wird die Inflation Ihre Ersparnisse verschlingen.


Freitag, 4. Januar 2013

Kirchensteuer, großes Potenzial für Ersparnis


“Don't give your money to the church. They should be giving their money to you.” ― George Carlin

Kirchensteuer ist eine Steuer, die der Staat im Namen von Religionsgemeinschaften von deren Mitgliedern erhebt. Kirchensteuer dient der Finanzierung der Ausgaben der Kirchengemeinschaft. Wenn man ein Mitglied einer dieser Gemeinschaften ist, wird die Kirchensteuer automatisch vom Gehalt in Höhe von zwischen 8 und 9% der Lohnsteuer (je nach Bundesland) abgezogen. 

Ein Arbeitnehmer (Steuerklasse 1, ohne Kinder, NRW) mit 4000 € Bruttoeinkommen zum Beispiel zahlt 770 € Lohnsteuer und zusätzlich 69 € Kirchensteuer (9% Steuersatz). Kirchensteuer ist einkommensabhängig. Hochverdiener zahlen mehr und Geringverdiener weniger. Auf Kapitalertragsteuer fällt zusätzlich auch Kirchensteuer an.

Religion und Glauben ist eine persönliche Sache. Ich möchte in diesem Blog nicht etwas dagegen oder dafür schreiben. Meine politische Meinung dazu ist aber, dass die Mitgliedschaftsbeiträge der Religionsgemeinschaften nicht vom Staat als Steuer, die abhängig von Einkommen ist, geregelt werden sollten. Jeder sollte selbst entscheiden dürfen, wie viel er als Spende an seine Gemeinschaft geben möchte. Im Übrigen bekommen die einzelnen Gemeinden nicht nur Kirchensteuer und Spenden, sondern auch zahlreiche Zuschüsse von der öffentlichen Hand.

Karikatur: Jaques Tilly Kirchenaustrittsjahr

Ich kenne viele Leute, die mit Religion oder Kirche nichts zu tun haben. Sie sind aber Mitglied einer Religionsgemeinschaft und zahlen fleißig Ihre Kirchensteuer. Sie wissen leider nicht, wie schnell diese Summe sich zusammenaddiert. Als wir kürzlich ausgerechnet haben, wie viel Kirchensteuer ein 62-jähriger Arbeitskollege in 34 Jahren bezahlt hat, war er ziemlich überrascht und nachdenklich.

Wie gesagt, Religion ist Privatsache. Ich möchte dennoch die Möglichkeiten aufzeigen, wie auch man sein Vermögen noch weiter aufbauen kann. Wenn Sie genug Vermögen aufgebaut haben, können Sie einen Teil Ihres Vermögens an die Kirchengemeinden oder direkt spenden, was eventuell viel mehr bringen könnte als die Kirchensteuer selber.

Die Menschen, die der Meinung sind, dass die Kirchensteuer Sinn macht, können gerne die Kirchensteuer weiterzahlen. Für die anderen ist ein Kirchenaustritt aus finanziellen Gründen überlegenswert. Sie können mehr dazu unter http://www.kirchenaustritt.de/ lesen. Nach einer Umfrage von BILD im Jahr 2010 macht sich fast ein Drittel der Katholiken Gedanken über einen Kirchenaustritt.

Ein Kirchenaustritt erhöht den Net Cashflow und dementsprechend die Sparquote. Mit 60.000 € jährlichem Bruttoeinkommen (ledig, ohne Kinder, NRW) ergibt sich eine zusätzliche Ersparnis von 1228 €.

Wenn Sie keine persönlichen Gründe haben, weiterhin einer Religionsgemeinschaft anzugehören, können Sie mit dem Kirchenaustritt sehr einfach Ihre Sparquote wesentlich erhöhen und einen wichtigen Schritt in Richtung finanzielle Freiheit machen.

Sonntag, 11. November 2012

Weihnachtsgeld ruft zum Vermögensaufbau


“Probably the reason we all go so haywire at Christmas time with the endless unrestrained and often silly buying of gifts is that we don't quite know how to put our love into words.” - Harlan Miller
Fast jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland wird diesen Monat Weihnachtsgeld bekommen. Das bietet für einige eine gute Gelegenheit zum Vermögensaufbau, und für die meisten die jährliche Pflicht grenzenlos einzukaufen.

Wussten Sie, dass einige Unternehmen den meisten Umsatz und Gewinn während der Weihnachtszeit machen? Das habe ich vor einiger Zeit gelesen und es persönlich bei der Aktienanalyse von Metro Group (Saturn und Mediamarkt gehören dieser Gruppe) festgestellt. Der meiste Gewinn wird jedes Jahr im Quartal 4 (Oktober, November, Dezember) erwirtschaftet. Das Weihnachtsgeschäft beflügelt die Unternehmen. Beobachten Sie die Werbespots oder die Anzahl der Menschen auf der Einkaufstraße Ihrer Stadt im Laufe des Novembers und Dezembers.
Eigentlich ist Weihnachtsgeld kein Geschenk von den Unternehmen an ihre Arbeitnehmer. Es ist nur eine Hinauszögerung der Zahlung über mehrere Monate. Die Lohnkosten für die Unternehmen bleiben für das gesamte Jahr betrachtet unverändert. Man verschiebt aber die anteilige Zahlung einfach ein bis zehn Monate lang. Finanztechnisch ist es ein Trick, den „Free Cashflow“, also verfügbares Geld, für Monate zu erhöhen.

Ein Nachteil für den Arbeitnehmer sind natürlich die höhere Steuern, die wegen der Kaltprogression anfallen. Verdoppelt sich das Bruttoeinkommen, erhöht sich der Steuersatz und das Nettogehalt wird entsprechend nicht verdoppelt. Die zusätzlichen Steuern kann man erst nach der Steuererklärung zurückbekommen, also nach sechs Monaten im Mai des folgenden Jahres. Das Finanzamt genießt die höheren Steuereinnahmen für einige Monate als ausgeliehenes Geld ohne Zinsen.

Es liegt jedoch nicht in unserem Einflussbereich, das Bezahlsystem des Weihnachtsgeldes zu ändern. Deswegen sollten wir lieber schauen, wie wir Weihnachtsgeld als Gelegenheit nutzen zu können. Das fast doppelte Gehalt bietet Ihnen die Chance, eine große Summe auf einen Schlag anzulegen. Hier gilt die übliche Sparquote nicht („NetCashflow ist König“), weil man viel Geld zur Verfügung hat. Die ehrgeizigen Sparer  können die ganze zusätzliche Summe direkt auf das Tagesgeldkonto überweisen.

Natürlich ist Weihnachten die Zeit, in der man etwas  an seine Liebten verschenken und eine frohe und gelassene Zeit mit weniger Sorgen erleben möchte. Man kann sogar sich selber etwas schenken (z.B als Belohnung für die Erfüllung der Sparziele in den letzten Monaten). Und es ist okay so!

Was hier zu beachten ist, und was ich betonen möchte, ist, im Verhältnis zu bleiben und eine Balance zwischen Ausgaben und Gespartem zu behalten. Sie können ruhig das Hälfte des Weihnachtsgeldes für Geschenke und persönliche Wünsche ausgeben. Legen Sie aber die andere Hälfte an. Dieser Beitrag ist immens wichtig für Ihren Vermögensaufbau. Er wird sich in den nächsten Jahren auszahlen, wenn Ihr Vermögen weiterwächst und die Rendite der Ersparnisse als passives Einkommen in Ihr Haushaltsbudget einfließt.


Freitag, 2. November 2012

Freistellungsauftrag von Kapitalertragsteuer


“In this world nothing can be said to be certain, except death and taxes.” - Benjamin Franklin
Sie wollen finanziell frei werden (“Wie erreiche ich finanzielle Freiheit?”) und Sie haben dafür mit den ersten Schritten angefangen:
  1. Sie verfolgen Ihre Einnahmen und Ausgaben nach („Buchhaltung für Anfänger“).
  2. Ein Tagesgeldkonto steht für Ihre Ersparnisse zur Verfügung  („Tagesgeldkonto eröffnen“).
  3. Sie überweisen monatlich eine gewisse Summe auf dieses Konto („Bezahle Dich selbstzuerst“).

Der nächste Schritt wird sein, dass Sie Ihr Geld in Investitionen anlegen, die höhere Rendite bringen (Aktien, Fonds, Anleihen, usw.).

Bevor Sie damit anfangen können, müssen Sie aber einen bürokratischen Zwischenschritt machen, um mögliche Renditeverluste zu vermeiden. Dieser Schritt heißt „Freistellungsauftrag für Kapitalerträge“.

Leider gibt es in Deutschland für Kapitalerträge (Dividenden, Tagesgeld- und Festgeldzinsen, Kursgewinne aus dem Verkauf von Finanzprodukten, usw.) eine Abgeltungsteuer von 25% (plus 5,5% Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer). Ihre Bank führt diese Steuer automatisch an den Staat ab, wenn Kapitaleinkünfte fällig sind. Einzige gute Nachricht hier ist, dass ein Sparer-Pauschbetrag existiert, bei dem die Einkünfte bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei sind.

Folgende Kapitaleinkünfte für Anleger sind jährlich steuerfrei:
Ledige: 801 Euro
Ehepaare: 1.602 Euro

Wenn Sie z.B. (ledig, ohne Kirchensteuer) im Jahr 2012 an Dividenden 2001 € aus Ihren Aktien bekommen haben, sind davon 801 € steuerfrei. Von den verbleibenden 1200 € werden 300 € als Abgeltungssteuer plus 16,50 € Solidaritätszuschlag abgezogen.

Wenn kein Freistellungsauftrag bei Ihren Banken oder Finanzinstituten eingereicht ist, wird diese Steuer automatisch auf den gesamten Betrag abgezogen, ohne dass eine Freistellung erfolgt. Deswegen müssen Sie den Freistellungsauftrag ihrer Bank zukommen lassen. Diesen Auftrag können Sie auf der Webseite Ihrer Bank finden. Einige Banken bieten an, die Übermittlung der Daten mit dem PIN/TAN-Verfahren durchzuführen.

Wichtig zu wissen ist, dass Summe aller erteilten Freistellungsaufträge Ihren Steuerfreibetrag nicht überschreiten darf, wenn Sie mehrere Aufträge bei verschiedenen Banken eingereicht haben. In diesem Fall müssen Sie bei der Steuererklärung entsprechende Kapitalerträge eintragen.

Unter dieser Adresse finden Sie einen Online-Rechner um Ihre Abgeltunsteuer zu kalkulieren: http://www.zinsen-berechnen.de/abgeltungssteuerrechner.php