Posts mit dem Label Glück werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Glück werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 9. Februar 2015

Warum fällt der Ölpreis?

“Oil creates the illusion of a completely changed life, life without work, life for free. Oil is a resource that anaesthetizes thought, blurs vision, corrupts.” ― Ryszard Kapuściński

Jeder Autofahrer hat es sicherlich bemerkt, dass Tanken in den letzten Monaten viel günstiger geworden ist. Aktuell liegt der Benzinpreis (Super) bei circa 1,35/l. Ich kann mich gut erinnern, dass ich vor zwei Jahren 1,65 € für einen Liter Benzin bezahlt habe. Damals hatte ich mich beschwert und angefangen mit der Bahn zur Arbeit zu fahren („Analysieren Sie Ihre Ausgaben“).


Der Grund für das günstigere Benzin ist der fallende Ölpreis. Der Brent-Öl-Preis schwankte von 2011 bis 2013 zwischen 100 und 120 $. Seit Mitte 2014 ist ein starker Abstieg von 100 $ bis zur 50-Dollar-Marke zu beobachten. 50% weniger innerhalb von sechs Monaten!

Keiner hatte es vorhergesehen. Das war sehr überraschend für viele Ökonomen und Anleger.


Der Ölpreis beeinflusst vieles in der Wirtschaft. Die Auswirkungen eines niedrigen Ölpreises bringen viele Gelegenheiten für Anleger mit sich ("Gelegenheiten Geld zu schaffen"). Wie bei jedem wirtschaftlichen Ereignis wird es in diesem Fall auch Gewinner und Verlierer geben: Volkswirtschaften, Firmen, Aktienmärkte und natürlich Anleger.

Ich möchte ersteinmal verstehen, warum der Ölpreis gefallen ist. Danach möchte ich mir Gedanken darüber machen, wer die Verlierer und Gewinner des niedrigen Ölpreises sein können. Es gibt sicherlich genügend Studien darüber, die man im Internet nachlesen kann. Mit den entsprechenden Informationen kann ich dann entscheiden, ob ich meine langfristige Anlagestrategie ändern bzw. anpassen muss („Portfolio-Aktionsplanfür 2015“).

Warum fällt der Ölpreis plötzlich?


Viele wissen, dass die Produktion von Schieferöl in den USA in den letzten Jahren ziemlich gewachsen ist. Wobei Fracking in Deutschland noch in der Debatte steht, investieren amerikanische Firmen in den USA weiterhin in Schieferölproduktion und neue Technologien. Wie es aussieht, werden die USA demnächst wieder der größte Ölhersteller der Welt.


Das heißt, dass wir ein wachsendes Ölangebot auf dem Markt haben. Normalerweise haben die OPEC-Länder das Gesamtangebot immer angepasst und leicht knapp gehalten, weil sie von einem hohen Ölpreis profitieren. Die Produktion von Schieferöl wächst seit 2012. Dieses Wachstum wurde durch die zurückgehenden Ölproduktionen im Iran und in Libyen ausgeglichen. 2014 war dies aber anders. Während die Produktion in den USA weiter gewachsen ist, haben auch die OPEC-Länder die Produktion erhöht. Daraus hat sich ein Überangebot ergeben.

Ein anderer Faktor ist das schwache Wirtschaftswachstum in Europa und den Schwellenländern. Die Nachfrage nach Öl ist nicht genauso schnell gewachsen wie das Ölangebot auf dem Markt. Effizientere Motoren für Autos, besonders in den USA, haben diesen Faktor weiter unterstützt.
Öl wird auf der Weltmarkt in Dollar gehandelt. Der starke Dollar im Vergleich zu anderen Währungen hat die Situation für den Ölpreis verschlechtert.

Dazu gibt es ein paar Verschwörungstheorien. Eine davon ist, dass die USA und ihre Allierten in den Golfstaaten Russland und Putin bestrafen möchten. Die Politik Russlands in der Ukraine und in Syrien hat den USA und Saudi-Arabien sicherlich nicht gut gefallen. Eine andere Theorie ist, dass die OPEC-Länder den Ölpreis niedrig halten möchten, damit das Schieferölgeschäft nicht mehr profitabel ist. Unter 70-80 $ lohnt sich die Schieferölförderung in vielen Ölfeldern nicht mehr. Die Saudis können einen niedrigen Ölpreis verkraften. Die Schieferöl-Unternehmen aber, die für das Geschäft Kredite aufgenommen haben, haben mit niedrigen Preisen eventuell Schwierigkeiten.

Eigentlich erklären Angebot und Nachfrage alleine nicht, weshalb der Preis plötzlich um 50% gefallen ist. Dabei spielen sicherlich auch Spekulatoren eine Rolle, die den Preis noch weiter runter treiben, als er eigentlich sein sollte.

All diese Gründe resultieren in dem heute günstigsten Ölpreis seit 2009. Ich sehe die Sitaution persönlich ziemlich positiv für die Weltwirtschaft. Die Ölproduktion ist eigentlich fast ein Monopol. Die OPEC-Länder sitzen auf 81% der Ölreserven und 45% der Ölproduktion der Welt. Sie haben in den letzten Jahrzehnten quasi bestimmt, wie hoch der Ölpreis sein soll. Billionen wurden von den Industrieländern, die keine Ölreserven haben, an die OPEC-Länder gezahlt. Der Ölpreis hat Einfluss auf das Leben von jedem Mensch auf der Welt. Die Produktionskosten von vielen Lebensmitteln, Transportkosten, Heizkosten, Herstellungskosten von vielen Waren korrelieren direkt mit dem Ölpreis.

Besonders die armen Menschen in den Schwellenländern und in Afrika leiden unter dem hohen Ölpreis. Das Essen wird teurer und die Lebensstandards sinken. Das Geld, das viele OPEC-Länder am Öl verdienen, wird leider nicht immer für Verbesserung der Lebensstandards der Bürger in diesen Ländern eingesetzt. Viele Diktaturen werden dadurch stärker. Während eine kleine Anzahl von Menschen ein Superluxusleben führen, haben viele Menschen ein Leben in Armut und Schwierigkeiten.

Dank der Technologie ist die Welt bald nicht mehr abhängig von Öl aus den OPEC-Länder. Die Schieferöltechnologie wird immer besser. Neue und günstigere Fördermethoden werden das Ölangebot weiterhin erhöhen. Effizientere Autos, energiesparende Heizungen, alternative Energiequellen wie Sonne, Wind, Biogas und Atomkraft werden helfen, dass die Ölnachfrage nicht so schnell steigen wird wie das Angebot.

Endlich sehen wir die Macht der freien Wirtschaft und des freien Wettbewerbs. Billige Energie hat dem Wachstum des Wohls der Menschheit in der Geschichte immens geholfen.

Wie kann man nun als Anleger von billigem Ölpreis profitieren? Einige Optionen sind folgende:
  • Investieren in Öl (mit der Annahme, dass der Ölpreis in der Zukunft weiter steigen wird)
  • Investieren gegen die Länder, die unter dem niedrigem Ölpreis leiden (mit Hebelprodukten)
  • Investieren gegen die Ölkonzerne (mit Hebelprodukten)
  • Investieren in Firmen, die von billigem Öl profitieren
  • Investieren in Länder, die von billigem Öl profitieren

In meinem nächsten Artikel werde ich die Optionen analysieren und schauen, ob ich meine Anlagestrategie für 2015 dementsprechend anpassen muss.

Mittwoch, 9. April 2014

Wie viel Geld ist genug?

“Capitalism rests precisely on this endless expansion of wants. That is why, for all its success, it remains so unloved. It has given us wealth beyond measure, but has taken away the chief benefit of wealth: the consciousness of having enough.”  - Robert Skidelsky

„Wenn ich dir bis zum Ende Deines Lebens jeden Monat 2000 € überweisen würde, würdest du deine Arbeit kündigen und machen was du willst im Leben?”

Das war meine Frage an einen sehr guten Freund von mir, der als Unternehmensberater in Istanbul arbeitet. Seine Antwort war für mich schockierend: „Nein“. Mein Freund, der zwischen 11 und 13 Stunden pro Tag arbeitet, und zwar auch an den Wochenenden, wollte seine Karriere weiterführen und ein bestimmtes Lebensniveau erreichen. 2000 € pro Monat wäre zu wenig für ihn („Was macht man mit viel Geld?“).

Obwohl Istanbul die teuerste Stadt in der Türkei ist, sind 2000 € im Monat eine Menge Geld („Auswandern, woanders wohnen, um die Ausgaben zu senken“). Man kann ein sehr schönes Leben haben, in dem aus meiner Sicht fast nichts fehlt. Sogar in Deutschland und Westeuropa leben sehr viele Menschen mit diesem Geldbetrag ein angemessenes Leben. Warum ist es nicht genug für ihn? Wie viel Geld ist denn genug?

Die Antwort meines Freundes hat mich zum Nachdenken gebracht. Er ist nicht der einzige, der so denkt. Menschen wollen immer mehr Geld haben, um ihr Lebensniveau zu erhöhen. Das Motto: Mehr Geld ausgeben bedeutet ein besseres Leben. Ich weiß nicht genau, wer dieses Motto in unser Leben gebracht hat; vielleicht die Werbeindustrie oder unser Freundeskreis oder Hollywood, Fernsehen mit Promisendungen, Shopping Queen.. Keine Ahnung. Das System!! Staatlich geförderter Konsumerismus!!  Kauf unser Produkt und fühl Dich besser. Trag unsere Klamotten und sei hübscher. Wähle dein Reiseziel noch exotischer und sei cooler („Teure Hobbies und Vermögensaufbau“).



Wie sagt man so schön: Jeder ist seines Glückes Schmied. Wenn man der Meinung ist, dass man Glück im Leben dadurch erreichen kann, dass man mehr Geld ausgibt, ist es in Ordnung. Meiner Meinung nach kann man das aber nicht.

Wie viel ist denn genug für Sie? Wie viel Geld würden Sie gerne jeden Monat haben, damit Sie Ihre Arbeitstelle kündigen würden?

Montag, 7. Oktober 2013

Teure Hobbies und Vermögensaufbau

“Making money is a hobby that will complement any other hobbies you have, beautifully.” - Scott Alexander

Ich habe viele Freunde und Bekannte, die überdurchschnittlich hohe Einkommen haben. Manche von ihnen haben das folgende Problem: „Geldüberfluss“

Ja, ihr Problem ist nicht, dass sie zu „wenig verdienen“. Sie verdienen gut genug, dass sie jeden Monat eine bestimme Summe Geld für ihren Vermögensaufbau anlegen können („Zwei Methoden, die Ihnen Sparen garantieren“). Sie wissen aber nicht, wie sie ihr Geld anlegen sollen. Tagesgeldkonto bringt ja fast nichts („Tagesgeldkonto eröffnen“). Was machen sie stattdessen? Sie geben ihr Geld für teure Hobbies aus. Diese Hobbies dienen als Ausgleich für die 45-50 Stunden pro Arbeitswoche; quasi eine Entschädigung, um Karriere und hohe Arbeitsstunden zu rechtfertigen. Ähnlich ist es bei manchen Leuten, die an den Wochenenden fürs Partymachen viel Geld ausgeben („Kosten von Getränken beim Feiern und Ausgehen“).


Hier sind ein paar teure Hobbies, um zu verdeutlichen, wovon ich spreche:
  • Skifahren – der Klassiker bei den Gutverdienern. Das ist mittlerweile wie ein Statussymbol.
  • Fernreisen – Urlaub in Fiji, Argentinien oder Australien. Je weiter weg, desto cooler.
  • Golf spielen – Importiert aus den USA? In Deutschland vergrößert man aber damit sein Netzwerk im Hinblick auf weitere Geschäfte nicht, wie man es in den USA beim Country Club tun würde.
  • Reiten – Nur die schönste Sportart für meine Tochter.
  • Motorradfahren – Der Besitz eines superschnellen Motorrads mit hohen Wartungskosten.
  • Tauchen – Das wäre nicht teuer, wenn man nicht 2000 km entfernt von den schönsten Tauchorten wohnen würde.
  • Segeln – Ich sehe kein blaues Meer mit herrlichem Wetter in NRW.
  • Luxusauto – Hobby oder Prestigeobjekt? Traum aller Männer. Ich arbeite an einem Produktionsstandort. Die teuren Autos am Firmenparkplatz bringen mich zum Nachdenken. Wie kann man sie sich mit Arbeitergehalt leisten?
  • Teure Elektronik – Populär bei Männern. Ultra-Superslim-3D Fernseher, Home-Cinema von Bose, Handy von Apple oder Samsung, dazu ein Macbook. Alle paar Jahre werden sie erneuert.
  • Shopping – Populär bei Frauen. Hobby oder Sucht?

Diese Liste können Sie einfach erweitern. Mein Punkt hier ist nicht, dass man keine Hobbies haben und ein langweiliges Leben führen soll.

Ganz im Gegenteil. Aber weniger ist besser. Man kann natürlich auch mehrere Hobbies haben. Einige davon können teure Hobbies sein, wenn es Spaß macht. Aber nicht alle!! Ein Freund von mir fährt Motorrad, isst gerne in Restaurants, will eine große Wohnung mit HiFi-Anlage haben und reist gerne. Am Ende des Monats hat er kein Geld übrig. Wenn es so weiter geht, muss er wohl arbeiten, bis er 70 ist („Rentner mit 67 Jahren“).

Am Ende des Monats ist es wichtig, wie viel Geld von Ihrem Einkommen übrig bleibt („Net Cashflow maximieren“). Die Ausgaben sind der entscheidende Faktor, wie groß der Net Cashflow ist. Wenn Sie viel Geld übrig haben, bitte versuchen Sie es nicht mit neuen, teuren Hobbies irgendwie auszugeben.

Montag, 27. Mai 2013

Papa, ich mag, wenn du zu Hause bleibst

Heute möchte den zweiten Gastbeitrag meinem guten Freund von Barthelemy Piat veröffentlichen. Barth schreibt dieses mal in Deutsch und erklärt, warum er finanzielle frei werden möchte.

Manchmal sind Kinder da, um die Fragen zu stellen, die wir Erwachsenen uns aus Gewöhnung nicht mehr stellen. Vor 2 Wochen hat meine 3 Jahre alte Tochter mir gesagt „Papa, ich mag, wenn du zu Hause bleibst, warum gehst du arbeiten?“

Ja, gute Frage! Ich habe ihr erklärt, dass mir wegen meiner Leistung ein paar Münzen gegeben würden, damit ich Abends Brot nach Hause mitbringen kann. „Wir haben aber noch Brot, und wir können was anderes essen…“, ich hatte leider keine Zeit mehr, um weiter zu antworten, ich musste einfach zur Arbeit fahren.


Sie hatte mich unbewusst für meinen Weg zur finanziellen Freiheit noch mehr motiviert; meine Tochter ist sehr neugierig, ich würde so gern mehr Zeit mit Ihr verbringen, um ihr alles durch kleine Experimente zu erklären. Zwei Wochen danach saß ich bei einer Zwangsversteigerung, um meine erste Immobilie als Kapitalanalage zu kaufen; es hat leider nicht geklappt, ich war aber meiner Tochter sehr dankbar, mich so schnell auf diesen Weg gebracht zu haben.

Meine Tochter steht jeden Tag um 7 Uhr voller Energie auf; sie kommt in unser Schlafzimmer und schreit, „Aufstehen ,es ist draußen hell, der Tag fängt an, lass un schnell runter (Wohnzimmer)!“ Ich dachte „Sie muss nicht arbeiten, sie steht aber so gern früh auf… wie kann das sein“.

Genau weil sie nicht arbeiten muss, steht sie gern früher auf… das heißt für uns Erwachsene, wenn wir nicht arbeiten müssten, würden wir noch früher aufstehen, um unseren Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen , wir würden an einem Tag noch mehr schaffen,  weil wir dann machen würden, was mir mögen, und was wir per se am besten machen.

Danke Juliette!

Donnerstag, 16. Mai 2013

Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen

“Research shows that a stock portfolio with investments around the world is likely to yield, in the long run, higher return at a lower level of volatility than a simple, diversified, single nation portfolio. This is what we have always done, as the results of the Templeton Growth Fund, Ltd. have shown.” – John Templeton 

Diversifikation Ihres Aktienportfolios ist eine entscheidende Handlung, um langfristig hohe Renditen zu erzielen. Sie müssen diverse Aktien aus verschiedenen Regionen und Sektoren besitzen („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Welcher ist der optimale Weg, das Portfolio so zu gestalten, damit Sie mehrere Regionen und Sektoren in Ihrem Aktienportfolio abdecken können?

Auf der Welt gibt es zahlreiche Börsen. Fast in jeder Volkswirtschaft gibt es mindestens eine Börse, in der die Anleger investieren können. Die wichtigsten Börsen, die eine sehr große Marktkapitalisierung haben, bilden jedoch die große Mehrheit der Weltwirtschaft ab. Diese Börsen werden in geographischen Regionen gebündelt und meistens unter dem Namen der Regions zusammengefasst.

Für meine Anlagestrategie verteile ich mein Portfolio auf drei Regionen aus entwickelten Ländern: USA, Europa und Japan/Pazifik.

Dazu gibt es die Börsen, die über Jahre stark wachsen und immer wichtiger werden. Diese Börsen werden unter dem Begriff „Emerging Markets“ gebündelt. Diese Börsen haben geographisch nicht viel miteinander zu tun, haben aber gemeinsam, dass sie von Schwellenländern sind, deren Wirtschaft jeweils stärker wächst als die der entwickelten Länder.

Für eine bessere Vorstellung können Sie bei Wikipedia eine Liste der Wertpapierbörsen und der Top 20 Börsen mit der besten Marktkapitalisierung abrufen (http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_stock_exchanges).

Die Börsen in dieser Liste werden in den nächsten zehn Jahren eine ganz unterschiedliche Performance haben. Einige werden vielleicht über 200% Rendite bringen. Ein großer Teil wird zwischen 50% und 150%, einige zwischen 0%-50%, einige sogar eine negative Rendite haben. Es ist unmöglich zu prophezeien, welche Börse die beste Rendite bringen wird. Es wäre ein Zufall, den Bestperformer kontinuierlich auswählen zu können („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Wenn jemand Ihnen dies verspricht, glauben Sie ihm nicht. Er ist ein Lügner und Betrüger („Aktienfonds als Geldanlage“).


Diversifikation nach Regionen erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Bestperformer zu erwischen. Aktienkurse generell haben seit langer Zeit einen Trend nach oben („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Die Unternehmen machen Gewinn, erhöhen ihren Umsatz und geben Dividenden an die Aktionäre ab. Aktienkurse sind aber volatil, weil sie von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Mit dem Besitz diverser Aktien aus verschiedenen Regionen werden die Gesamtvolatilität und das Risiko Ihres Portfolios reduziert. Das läuft auf ein gesundes Portfoliowachstum hinaus.

Wenn Sie in Ihrem Portfolio nur Aktien aus einer bestimmten Region oder einem bestimmten Land besitzen (z.B. nur aus Europa oder Deutschland), ist die Performance Ihres Portfolios abhängig von der Performance dieser Wirtschaftsregion. Politische Faktoren, geringes Wirtschaftswachstum oder regionale Krisen können diese Performance stark beeinflussen. Meiner Meinung nach ist es dann kein gesundes Portfolio und es gefährdet die Rendite (hohes Risiko).

Wie Sie Ihr Geld am besten zwischen Regionen diversifizieren können, ist ein sehr umstrittenes Thema. Jeder Experte hat eine andere Meinung. Es ist Ihre Verantwortung, sich ein paar Gedanken darüber zu machen und Ihr Portfolio zu gestalten.

Die folgende Verteilung ist ganz simpel und kann als Beispiel dienen, wie Sie Ihr Portfolio zwischen verschiedenen Regionen verteilen können.
  • 30% Aktien aus den USA 
  • 30% Aktien aus Europa 
  • 30% Aktien aus Schwellenländern 
  • 10% Aktien aus Japan/Pazifik
Im nächsten Artikel werde ich die verschiedenen Regionen näher beleuchten und die passenden ETFs für diese Regionen vorstellen.

Donnerstag, 9. Mai 2013

Die große Nahrungsschere der Welt


“To keep the body in good health is a duty, for otherwise we shall not be able to trim the lamp of wisdom, and keep our mind strong and clear. Water surrounds the lotus flower, but does not wet its petals.”  -Buddha

Ich bin letzte Woche auf einen interessanten Artikel bei Dailymail gestoßen, den ich meinen Lesern zur Kenntnis bringen möchte. In dem Artikel „Die große Nahrungsschere der Welt“ wird eine Studie über die wöchtentlichen Einkaufslisten von dreißig Familien aus der ganzen Welt gezeigt. Ihre Einkäufe werden fotografiert  und die Kosten dieser Einkäufe dargestellt. Dieser Artikel hat bei mir zu ein paar Denkanstößen über die Essensgewohnheiten in entwickelten Ländern und die Lebensmittelkosten in Schwellenländern geführt.

Der Unterschied der Einkaufslisten zwischen reichen und armen Ländern ist sehr bemerkenswert. Die Anzahl der Industrieprodukte dominiert die Essenstische der reichen Ländern. Besonders in den USA und England ist die Situation ganz schlimm. Ich denke, es ist mittlerweile vielen klar, dass diese Produkte für die Gesundheit sehr schädlich sind und in manchen Fällen Übergewicht und Adipositas verursachen. Herz- und Kreislaufkrankheiten werden meistens durch ungesunde Ernährung verursacht. In Bezug auf die persönlichen Finanzen darf man die langfristigen Kosten von ungesunder Ernährung nicht unterschätzen. Erhöhte medizinische Ausgaben und Arbeitsausfälle sind die direkten Konsequenzen von ungesundem Leben. Außerdem essen übergewichtige Personen mehr als der Durchschnitt, was das Haushaltbudget zusätzlich belastet.

Aus dem Buch Mahlzeit: Auf 80 Tellern um die Welt


Im Vergleich zu anderen reichen Ländern ernährt sich die deutsche Familie relativ gesund. Trotzdem wurde über den hohen Konsum von Süßigkeiten, Fertiggerichten, alkoholischen und gesüßten Getränken schon oft berichtet und der Konsum nimmt weiter zu. Seit einigen Jahren habe ich eine neue Gewohnheit. An der Kasse im Supermarkt zähle ich die Anzahl der ungesunden Sachen, die ich und andere Kunden gekauft haben. Es hilft gegen die Langeweile beim Warten an der Kasse und erhöht das Bewusstsein für Gesundheit. Es ist manchmal schockierend, was manche Leute in den Einkaufswagen legen. Ein zu 100% ungesunder Einkauf ist nicht unüblich. Ich versuche immer, die Anzahl von ungesunden Lebensmitteln  bei maximal 1-2 zu halten. Ein Trick, fast nur gesunde Sachen zu essen, ist, die ungesunden Sachen erst gar nicht nach Hause zu bringen.

Ein anderer interessanter Punkt in diesem Artikel ist, wie viel die Menschen in anderen Länder für ihre Einkäufe ausgegeben haben. Die deutsche Familie hat für ihren Einkauf £320 bezahlt, während die Italienische £167, die mexikanische £115, die chinesische £99, die türkische £93, die ägyptische £43 und die equadorianische nur £20. Ich denke, die deutsche Familie in dieser Studie hat ein bisschen übertrieben (sie trinkt nur Wein, Bier und Saft). Wir leben eigentlich in Deutschland in der glücklichen Lage, dass die Lebensmittel im Vergleich zu anderen westeuropäsichen Ländern günstig sind. Nichtsdestotrotz ist es interessant zu sehen, was die Lebensmittel in Schwellenländern kosten.

In meinem Artikel „Auswandern, woanders wohnen um Ausgaben zu senken“ habe ich in einem anderen Land zu leben als Alternative vorgestellt, wenn man finanzielle Freiheit schneller erreichen möchte. Der Hauptgrund dafür sind die niedrigeren Lebenshaltungskosten, von denen die Kosten für Lebensmittel in Deutschland elf Prozent des Haushaltseinkommens ausmachen. 

Wenn Ihr passives Einkommen Ihre Ausgaben decken kann, sind Sie finanziell frei („Wie viel Geld braucht man um finanziell frei zu werden“). In einem Land mit niedrigen Lebenshaltungskosten sind Ihre Ausgaben stark reduziert. Dann brauchen Sie weniger Nettovermögen, um von Ihrem passiven Einkommen leben zu können.

Es ist natürlich eine persönliche Entscheidung, wie man sich ernährt und was man im Supermarkt kauft. Süe müssen aber die gesundheitlichen und finanziellen Konsequenzen von Ihrem Lebensstil akzeptieren. Langfristiges Denken statt kurzgelebte Genussmomente ist der Schlüsselfaktor für ein glückliches und erfolgreiches Leben.


Montag, 15. April 2013

Zwei Methoden, die Ihnen Sparen garantieren


“A penny here, and a dollar there, placed at interest, goes on accumulating, and in this way the desired result is attained. It requires some training, perhaps, to accomplish this economy, but when once used to it, you will find there is more satisfaction in rational saving than in irrational spending.” - P. T. Barnum

In mehreren Artikeln in diesem Blog betone ich die Wichtigkeit des Sparens für den Vermögensaufbau („Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“). Wenn ich meine Freunde und Bekannten frage, ob sie überhaupt sparen und was ihre Sparquote ist, bekomme ich manchmal eine betrübende Antwort.

Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen in Ihrem Innersten eigentlich wirklich Geld sparen und anlegen möchten. Sie wissen nur leider nicht, wie sie das genau tun sollen oder sie versagen bei der Ausführung. Ich möchte zwei Methoden für das Sparen vorstellen, die Ihnen - wenn richtig ausgeführt - das Sparen garantieren. Hoffentlich sind diese Tipps geeignet, künftigen Sparern zu helfen.

Die zwei Methoden sind folgende: Nachträglich sparen und Proaktiv sparen.


Nachträglich sparen

Ein großer Teil von Menschen mit festem Einkommen benutzt diese Methode. Sie bekommen ihr Gehalt, zahlen die Fixkosten (Miete, Strom, Versicherungen, Telefon, usw.), geben ein Teil des restlichen Gehalts aus und warten bis zum nächsten Gehaltseingang. Was übrig ist, bleibt auf dem Girokonto. Es wird quasi hier „gespart“. Für die einmaligen Ausgaben wie Urlaub und Großeinkäufe (Möbel, Elektroartikel, usw.) wird dieses Geld benutzt. Ich denke, das kann man auch „Leben von Gehalt zu Gehalt“ nennen.

Eigentlich ist diese Methode nicht verkehrt, solange man seine Ausgaben unter Kontrolle hat. Sie braucht aber eine kleine Änderung. Das Geld, das am Ende des Monats auf dem Girokonto übrig bleibt, darf nicht auf dem Girokonto bleiben! Sie müssen als Erstes Ihre Ersparnisse auf ein separates Tagesgeldkonto überweisen („Tagesgeldkonto eröffnen“) und als Zweites dort lassen (also nicht ausgeben). Dieses Geld soll hier bleiben, um danach in renditebringende Geldanlagen wie Aktien und Anleihen angelegt zu werden.

Wenn Sie für künftige, große Geldausgaben (Möbel, Hochzeit, Auto, usw.) temporär Geld sparen bzw. parken, legen Sie Ihr Geld trotzdem auf das Tagesgeldkonto. Obwohl die Zinsen zur Zeit sehr niedrig sind, werden Sie immer noch eine kleine Rendite bekommen, bis Sie den geplanten Einkauf tätigen.

Wenn Sie Ihre Ersparnisse auf einem separaten Konto halten, gibt es einen anderen wichtigen Vorteil. Das Geld ist erstmal außer Reichweite. Sie werden nicht das Gefühl haben, dass Ihr Geld auf dem Girokonto darauf wartet ausgegeben zu werden. Es ist ein bisschen mühsam, das Geld zu überweisen und zu warten. Sie werden vielleicht Zeit haben zu überlegen, ob Sie den Einkauf tatsächlich machen möchten („Brauche ich das wirklich?“).

Diese Methode ist nur passend für Leute, die Ihre Ausgaben unter Kontrolle haben. Diese Leute sind leider selten zu finden. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, mit viel Geld im Portmonee oder auf dem Girokonto herumzulaufen, ohne das Geld auszugeben, ist diese Methode nichts für Sie. Sie werden Wege finden, das Geld irgendwie für unbrauchbare Dinge auszugeben („Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden“). Deswegen würde ich vorschlagen, dass Sie die andere Methode für Sparer nutzen: „proaktives sparen“.

Proaktives sparen

Diese Methode ist in vielen Büchern und Blogs sehr beliebt und wird unter dem Motto „Pay yourself first“ erklärt. In meinem Artikel „Bezahle Dich selbst zuerst“ habe ich sie bereits erwähnt.

Proaktives sparen ist, eine gewünschte Sparquote festzusetzen und die entsprechende Summe sofort nach dem Gehaltseingang auf das separate Tagesgeldkonto zu überweisen. Dann müssen Sie dieses Geld vergessen und mit dem übrigen Geld auf dem Girokonto bis Ende des Monats leben und die Ausgaben decken. Der Vorteil, dass das Geld außer Reichweite ist, gilt in dieser Methode auch. Das Ersparte kann danach in ähnlicher Weise in andere Geldanlagen wie Aktien („Aktien als Geldanlage“) oder Anleihen („Staatsanleihen als sichere Geldanlage“) angelegt werden.

Wenn das Geld während des Monats knapp wird, werden Sie mit den Ausgaben vorsichtiger. Sie können Ihre Sparsumme anpassen, falls Sie mit der gewünschten Sparquote nicht klarkommen oder immer noch Geld am Ende des Monats übrig bleibt.

Das beste was Sie machen können ist, einen Dauerauftrag bei Ihrem Bank einzurichten (das geht super einfach im Internetbanking). Damit wird das Geld „automatisch“ ohne Aufwand gespart. Ich bin der Meinung, dass das der ultimative Weg zum Geld sparen ist, wenn man dabei Schwierigkeiten hat. Es ist wie ein „Zwangssparen“ und funktioniert wunderbar, wenn das Ersparte nicht zurückgeholt und ausgegeben wird. Daher kommt die Spar-Garantie dieser Methode.

Nächster Schritt

Was für ein Spartyp sind Sie? Ein nachträglicher Sparer, ein proaktiver Sparer oder ein Null-Sparer? Wählen Sie das passende System für sich. Egal welche Methode Sie nutzen, das Wichtige ist, eine gewisse monatliche Sparsumme zu erreichen um Ihren Vermögensaufbau kontinuierlich zu unterstützen. Das Wesentliche dabei ist natürlich, das Leben zu geniessen und Ihr Geld für wertvolle Sachen statt für unwichtige auszugeben.

Montag, 8. April 2013

Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden


“Being frugal does not mean being cheap! It means being economical and avoiding waste.” - Catherine Pulsifer

In einigen Artikeln in diesem Blog führe ich folgende Idee weiter aus: „Sparsam leben als eine Voraussetzung, um Geld zu sparen, Vermögen aufzubauen und finanziell frei zu sein“. In den Gesprächen mit meinen Freunden und Kollegen habe ich den Eindruck bekommen, dass viele „sparsam leben“ als „geizig leben“ verstanden haben. Ich möchte in diesem Artikel versuchen, diese Philosophie ausführlicher zu erklären.

Sparsam leben oder genügsam leben, was im Englischen „frugal living oder frugality“ heißt, ist ein wichtiges Konzept in der persönlichen Finanzliteratur. In einer Studie in den USA, wo viele Millionäre interviewed und ihr Leben analysiert wurde, haben die Forscher folgendes festgestellt:
  • Viele Reiche stammen nicht von reichen Eltern ab, sie sind Self-Made-Millionaires
  • Im Gegenteil zum populären Glauben leben die meisten Reichen sparsam.
  • Die meisten Reichen wohnen nicht in riesigen Häusern, haben keine Rolexuhren und teuren Autos.

Das ist schwer zu glauben, weil das Bild von Reichen bei uns ist durch Fernsehen und politische Propaganda bestimmt wird. Viele Reiche haben eine normale Wohnung, Mittelklasseautos und tragen keine Designerklamotten. Die im Luxus lebenden Reichen, die wir als „prominent“ im Fernsehen sehen, sind nur ein winziger Teil der Millionäre. Viele leben in der Realität nicht wie die prunkvollen Prominenten, sondern wie eine Mittelklassefamilie.

Sparsam leben oder genügsam leben ist für mich nicht „überall“ sparen, wo es geht. Es ist nicht zu Hause sitzen und nur Nudeln essen, kein Urlaub, keine Hobbies, kein Ausgehen und kein Spaß, usw. Sparsam leben ist, Geld auszugeben, wo es Sinn macht und kein Geld auszugeben, wo es keinen Wert für mich hat. Sparsam leben ist Prioritäten setzen, den Wert der Dinge erkennen und das Geld dafür ausgeben.

Sie können gerne Ihr Geld für Sachen ausgeben, die sie für wichtig halten. Wenn Urlaub und Reisen für Sie wichtig sind, geben Sie Ihr Geld großzügig für Urlaub aus („Flugpreise als Anteil von Reisekosten“). Wenn Motorrad fahren oder Tennis spielen Ihre Leidenschaft ist, geben Sie Ihr Geld für Ihre Hobbies aus. Das gleiche gilt für Restaurantbesuche, für Parties („Kosten von Getränken beim Feiern und Ausgehen“), für eine große Innenstadt-Wohnung mit Balkon oder für teure Klamotten („Durch Fasten ein Bewusstsein für Einkaufsverhalten schaffen“). Wenn etwas für Sie wirklick wichtig und wertvoll ist, würde ich auf keinen Fall sagen, dass Sie dafür kein Geld ausgeben sollen.


Meiner Meinung nach müssen zwei Bedingungen erfüllt sein, bevor Sie Ihr Geld für etwas Besonderes großzügig ausgeben können. Erstens muss ein Teil von Ihrem monatlichen Einkommen in Ihr Tagesgeldkonto fließen („Bezahle Dich selbst zuerst“). Je mehr, desto besser. Ich denke, ohne die Fähigkeit einen Teil seines Einkommens zu sparen, ist man nicht in der Position, seine Luxuswünsche zu erfüllen. Kurzfristiges Denken für schnelle Befriedigung Ihrer Wünsche beim Geld ausgeben verhindert Ihren langfristigen finanziellen Erfolg. Wenn Sie eine Sparquote von 10% bis 20% erreicht haben („Net Cashflow ist König“), können Sie mit dem Rest des Geldes machen, was Sie wollen.

Zweitens müssen Sie Ihre Prioritäten bezüglich Ihre Ausgaben setzen. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie für Ihre Leidenschaft und für die wichtigeren Dinge in Ihrem Leben mehr Geld als nötig ausgeben. Aber nicht gleichzeitig für die große Wohnung und das Luxusauto und den exotischen Urlaub und die Parties und die Hobbies und die Unterhaltungselektronik, usw.. Sie können nicht alles haben und Sie brauchen nicht alles zu haben. Ich denke, Sie werden nicht die gleiche Befriedigung bei der Erfüllung aller Ihrer Wünsche verspüren. Deshalb setzen Sie Ihre Prioritäten und geben Sie Ihr Geld für das aus, bei dem Sie den größten Nutzwert haben („Brauche ich das wirklich?“). Seien Sie großzügig bei Ihren Prioritätausgaben und bleiben Sie sparsam mit den restlichen Ausgaben, die Ihnen nicht so wichtig sind.

Es ist wichtig, das Konzept von „sparsam leben oder genügsam leben“ zu verstehen und in Ihr Leben zu integrieren. Ich möchte noch mal betonen, dass „sparsam leben“ nicht gleich „geizig leben“ ist. Es bedeutet, den Wert der Dinge zu erkennen und Ihr Geld dafür auszugeben, wo es wertvoll für Sie ist. Mit einem sinnvollen Ausgabenplan, monatlichen Ersparnissen und Vermögenswachstum sind die nötigen Bedingungen für finanzielle Freiheit schon erfüllt. Der Rest besteht darin, den Plan fortzusetzen und zu beobachten, wie Ihr Vermögen wächst und wie Sie sich der finanziellen Freiheit nähern.

Donnerstag, 14. März 2013

Kinder in der Straßenbahn und deren Umgang mit Geld


“Three groups spend other people's money: children, thieves, politicians. All three need supervision.“ – Dick Armey

Ich fahre jeden morgen ein paar Haltestellen mit der Straßenbahn. Viele Schüler nehmen dieselbe Bahn wie ich, die auf ihrem Weg zur Schule sind. Diese Schulkinder scheinen mir aus wohlhabende Familien zu stammen. Ich habe zwei interessante Beobachtungen über diese Kinder:
  • Viele haben Smartphones, einige sogar das neueste IPhone 5.
  • Sie tragen ausschließlich Markenklamotten, teure Schuhen und Jacken von Jack Wolfskin.
Ich frage mich immer: Wieso kauft man seinem Kind Markenklamotten und teure Elektroartikel? Sind die Kinder damit glücklicher? Wozu hat ein Zehnjähriger eine 150 € teure Outdoorjacke für den Weg zur Schule, die ihm in einem Jahr nicht mehr passen wird? Geht er durch Schnee und Urwald? Ist es wohl gut oder schlecht für ein Kind, wenn es teure Objekte einfach von seinen Eltern zur Verfügung gestellt bekommt?

Ich vermute, dass die Eltern es machen, damit sie sich als „gute Eltern“ fühlen können. Oder sie machen vielleicht einen kleinen Wettkampf mit anderen Eltern: „Wer gibt das meiste Geld für seine Kinder aus?“ Als ich ein Kind war, hatte ich keine teuren Markenklamotten. Mir fehlte eigentlich diesbezüglich nichts. Viele Spielzeuge hatte ich auch nicht. Ich lernte deswegen den Wert von jedem einzelnen Spielzeug, das ich hatte, zu schätzen. Ich habe mich über neue Spielzeuge sehr gefreut, weil sie selten waren, und habe mich um sie sehr gekümmert. Wenn ich jetzt die Kinder bei Saturn mit ihren Eltern sehe, die ein Playstation-Spiel nach dem anderen (sie kosten über 60€) in den Warenkorb legen, schüttele ich den Kopf.


Ich bin kein Erziehungsexperte und habe selber noch keine Kinder. Hierfür braucht man aber nur einen gesunden Menschenverstand. Ich bin der Meinung, dass es für die Kinder und für den Haushalt nicht gut ist, so viel unnötiges Geld für die Kinder auszugeben. Es ist vielleicht gut gemeint, bringt aber das erwartete Ergebnis nicht. Die Kinder werden damit nicht glücklicher. Sie lernen sogar den falschen Umgang mit Geld aus erster Hand direkt von ihren eigenen Eltern. Sie lernen den Wert des verdienten Geldes nicht zu schätzen. Diese Kinder, die so erzogen werden, geben später ihr ganzes Einkommen aus und sparen nicht, wenn sie selber erwachsen sind. Es gibt Menschen, die Ende zwanzig sind und immer noch finanzielle Unterstützung von ihren Eltern bekommen. Wenn man für seine Kinder zusätzlich Geld ausgeben möchte, soll man lieber in die Ausbildung des Kindes investieren. 

Zurück zu meinen Mitfahrern in der Straßenbahn; es tut mir wirklich leid für diese Kinder. Ihre Eltern wissen nicht, was sie falsch machen. Diese Kinder werden es schwer haben, ein Bewusstsein für Finanzen zu entwickeln. Den Wert des Geldes zu verstehen und das Wissen für finanzielle Freiheit aufzubauen wird nicht einfach, wenn man jahrelang von seinen Eltern das Falsche gelernt hat. Die falschen Denkweisen werden in den Köpfen einprogrammiert. Diese Denkstruktur muss die Person nachher aufbrechen und ein Bewusstsein selber entwickeln.

Ich bin der Meinung, dass es eine wichtige Aufgabe für die Eltern ist, den Kindern den richtigen Umgang mit Geld zu beizubringen. Der beste Weg hier ist, selber ein Vorbild zu sein. Das geschieht nicht dadurch, dass man den Kinder teure Klamotten  und Smartphones schenkt, sondern dadurch, dass man als Vorbild zeigt, wie man mit Geld umgehen soll. Das ist das beste Geschenk für das Kind.


Mittwoch, 7. November 2012

Wie Starbucks Reichtum verhindern kann


“Success is nothing more than a few simple disciplines, practiced every day, while failure is simply a few errors in judgment, repeated every day. It is the accumulative weight of our disciplines and our judgments that leads us to either fortune or failure.” – Jim Rohn

Starbucks kann tatsächlich Reichtum und die Möglichkeit der finanziellen Freiheit verhindern.

Ich fahre jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit und beobachte manchmal die Menschen am Bahnhof Süd in Köln, wo morgens sehr viel Pendlerverkehr herrscht. Hier findet man jeden Morgen Menschen in den verschiedensten Stimmungen. Manche sind in Eile, manche müde, andere motiviert, viele unglücklich.. 

Bei vielen sehe ich, dass sie ihr Frühstück und auch ihren Kaffee in einem Laden gekauft haben. Zum Beispiel sehe ich jeden Tag zwei meiner Kollegen mit einem Becher Kaffee von Starbucks. Ich habe nachgefragt, was genau sie trinken. Es ist die Sorte „Caffe Americano“ in der Variante „Grande“. Da ich neugierig war, habe ich beim Vorbeigehen die Preisliste von Starbucks fotografiert (siehe unten).


Ja, praktisch geben meine Kollegen für einen Becher Kaffee 2,95 € aus. Das ist zwar nicht schlimm, Starbucks hat ja den besten Kaffee und wir sehen mit dem Becher cool aus. Erschreckend ist aber, dass sie jeden Morgen so einen Kaffee kaufen. Mit ein bisschen Grundschulmathematik habe ich ausgerechnet, wie viel Geld meine Kollegen für Starbucks-Kaffee ausgeben:

Wöchentlich -> 5 x 2,95 € = 14,75 €
Monatlich -> 4 x 14,75 € = 59,00 €
Jährlich -> 645,00 € (bezogen auf 220 Arbeitstage)

Also geben meine Kollegen sage und schreibe 645 € im Jahr bei Starbucks aus. Wenn meine Kollegen diesen Kaffee zu Hause selber kochen würden, wären die Kosten maximal 45 €! Also geben sie 600 € extra im Jahr für Ihren schnellen und bequemen Kaffeegenuß aus. Sie müssen sogar froh sein, dass ihre Lieblingssorte nicht Caramel Macchiato ist!

Wie Starbucks nun möglichen Reichtum verhindert, erklärt sich folgendermaßen: Wenn man den regelmäßigen Morgenkaffee bei Starbucks kauft anstatt ihn selber zu kochen, verpasst man die Chance 600 € pro Jahr zu sparen. Angenommen man macht das 30 Jahre lang (viele haben solche Gewohnheiten, die sich seit Jahren etabliert haben), werden in dieser Zeit insgesamt 18.000 € bei Starbucks für Kaffeegenuss ausgegeben. Das sind aber eigentlich nicht 18.000 €, sondern 47.435 € verlorenes Kapital, wenn man die verpasste Rendite hinzurechnet (6% pro Jahr Rendite mit Zinsenzinseffekt)... Also:

„Guten morgen! Einen Caffe Americano zum mitnehmen bitte!“
„Gerne. Tall, Grande oder Venti?“
„Grande.“
„Das macht siebenundvierzigtausendvierhunderfünfunddreißig Euro. Auf welchen Namen?“
„.........“

Ich möchte nochmal betonen, dass ich nichts dagegen einzuwenden habe, mal einen Latte Macchiato bei Starbucks mit kostenlosem W-LAN an einem Nachmittag mit Freunden auf einem gemütlichen Sofa zu trinken. Ich möchte nur dieses Beispiel nutzen um zu erklären, wie unsere tägliche Gewohnheiten beim Geld ausgeben unsere finanzielle Zukunft beeinflussen können.

Wenn Sie Starbucks so gerne haben, würde ich vorschlagen, dass sie lieber Starbucks-Aktien kaufen. Hier ist ein interessanter Artikel über Starbucks und Kaffeegewohnheiten in Europa. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/kaffeehauskette-europa-wird-fuer-starbucks-zum-problem/7334402.html


Montag, 5. November 2012

Brauche ich das wirklich?


“Too many people spend money they earned... to buy things they don't want... to impress people that they don't like.”  - Will Rogers
Die einmaligen Einkäufe, die in Ihrem Einflußbereich liegen, machen einen wesentlichen Teil Ihrer Ausgaben aus. Möbel, Kleidung, Unterhaltungselektronik, Wohnungseinrichtung, Konzerte, Wochenendausflüge, Geburtstagsfeiern, andere Freizeitaktivitäten usw. gehören in diese Gruppe. Diese werden von mir in Anlehnung an Robert Kiyosaki auch „Schnick-Schnack“ genannt.

Natürlich kann man nicht zu 100% auf solchen Ausgaben verzichten. Muss man auch nicht! Jeder möchte eine bestimmte Lebensqualität haben, seine Hobbys weiter praktizieren, ab und zu etwas feiern oder Luxus erleben. Aber bitte immer im Verhältnis. Die Balance zwischen Einnahmen, Ausgaben und die Sparquote sollte bestehen bleiben („Net Cashflow ist König“).

Ich bin mir sicher, dass jeder gelegentlich für Schnick-Schnack, den man nicht unbedingt braucht, Geld ausgibt. Man merkt das kurz nach dem Kauf oder nach einer gewissen Zeit. „Warum habe ich das bloß gekauft?“ ist für jeden eine bekannte Frage. Und seien Sie bitte ehrlich. Wie oft stellen Sie sich selbst diese Frage?

Deshalb ist die erste wichtige Frage vor jeder Kaufentscheidung:

„Brauche ich das wirklich?“

Und ergänzend: 

„Was werde ich mit diesem Artikel machen (jetzt, nach einer Woche, nach einem Monat, nach einem Jahr)?“
  • „Brauche ich das iPhone 5 wirklich, wenn ich ein funktionierendes iPhone 4 habe?“
  • „Brauche ich das zehnte Paar Winterstiefel wirklich?“
  • „Brauche ich den neuen LED-Fernseher mit noch schärferem Display wirklich?“
  • „Brauche ich diese Lederlaptoptasche wirklich?“
  • „Brauche ich wirklich noch den vierten 10€-Cocktail in der Bar?“
  • „Brauche ich wirklich den Wagen mit 2,0-l-Motor statt meinen alten mit 1,6 l?“
Nach kurzer Überlegung werden Sie diese Fragen zu 90% mit „NEIN“ beantworten. Mein Tipp wäre folgender:  Bevor Sie sich entscheiden, etwas trotzdem zu kaufen (besonders bei einem teuren Artikel), lassen Sie sich 1-2 Tage Zeit zu überlegen. Unterhalten Sie sich mit Freunden darüber. Fragen Sie sie, ob Sie das Produkt wirklich brauchen.

Glück-Kosten-Faktor
Ein anderes Konzept  ist der Glück-Kosten-Faktor. Wenn Sie „Schnick-Schnack“ kaufen, wie viel glücklicher werden Sie dadurch? Wie lange hält das Glück an? Eine Woche, einen Monat, ein Jahr oder bleibt es nur für den Moment? Jeder möchte glücklich sein, oder? Was kostet mich dann dieses Glück?
Mit dem Glück-Kosten-Faktor können Sie rechnen, ob sich der Kauf lohnt. Ein LED-Fernseher wird Ihr Glück oder Ihre Lebensqualität auf unterschiedliche Weise beinflussen, je nachdem, ob Sie schon einen ähnlichen Fernseher besitzen oder einen alten CRT-Fernseher haben.

Bei den einmaligen Kosten ist es relativ gesehen schwieriger, die Kontrolle zu behalten. Viele ignorieren sie (weil sie einmalig sind, man lebt ja nur einmal) und die Kosten sammeln sich. Diese Aussage ist sicherlich auch bekannt: „Es ist noch nicht Mitte des Monats und ich habe mein ganzes Gehalt ausgegeben“.

Als Alternative können Sie für solche Ausgaben ein Spaß- oder „Schnickschnackkonto“ errichten (bitte als Tagesgeldkonto). Sie können monatlich eine bestimmte Summe (z.B. 10% Ihres Gehaltes) auf dieses Konto überweisen. Dieses Geld wird nicht gespart, sondern für die Erfüllung Ihrer Wünsche, Hobbys und Schnickschnack gedacht. Hier zu beachten ist, dass Sie Ihr Limit nicht überschreiten. Bei teuren Objekten sollten Sie einige Monate warten, bevor sie sie kaufen.

Damit bleibt Ihr Haushaltsbudget unter Kontrolle.

Freitag, 19. Oktober 2012

Dankbarkeit


“Let us rise up and be thankful; for if we didn't learn a lot today, at least we learned a little, and if we didn't learn a little, at least we didn't get sick, and if we got sick, at least we didn't die; so, let us all be thankful.” - Buddha
Vor ein paar Tagen hatte ich unerträgliche Zahnschmerzen wegen einer Wurzelentzündung. Nach zwei Tagen, mehreren Zahnartzbesuchen und -behandlungen waren die Schmerzen zum Glück weg. Während einer schlaflosen Nacht mit tödlichen Zahnschmerzen hatte ich die Gelegenheit über mein Leben, Glück, Gesundheit, Liebe und ähnliche Themen nachzudenken.

In dem Moment auf dem Zahnartzstuhl, während der Arzt bohrte, habe ich mich entschieden, eine Liste zu machen, wofür ich dankbar bin. Diese Liste habe ich ausgedruckt und sie hängt jetzt an der Wand.

Die Liste möchte ich meinen Leser mitteilen:

Heute bin ich dankbar dafür, dass
  • Ich gesund und schmerzfrei bin
  • Ich meine Liebe Verena bei mir habe
  • Ich meine Familie habe, die mich immer unterstützt hat
  • Ich meine Freunde habe, die mein Leben bereichern
  • Ich in einem Land lebe, wo ich sicher bin und die Freiheit habe, die Dinge zu tun, die ich tun möchte
  • Ich einen sinnvollen Beruf haben, in dem ich meine Fähigkeiten ausbauen kann
  • Ich meine Kollegen habe, mit denen ich zusammenarbeiten und von denen ich lernen kann
  • Ich ein monatliches festes Einkommen habe, das meine Ausgaben deckt und bei dem noch ein Überschuss für Vermögensaufbau bleibt
  • Ich die finanziellen Mittel und die Bildung habe, um meine Zukunft zu planen
  • Ich Zugang zu Wissensquellen für eine lebenslange Weiterbildung habe
  • Ich in der Lage gewesen bin Vermögen aufzubauen und meinen Weg zur finanziellen Freiheit weiterzugehen
  • Ich ein Leben ohne Zahnschmerzen leben darf.

Ich lese diese Liste täglich und werde versuchen mich immer daran zu erinnern, wenn ich mich unglücklich fühle oder wenn ich negative Gedanken habe.

Und das tut gut! Ich bin der Meinung, dass ich die Liste noch erweitern kann. Ich denke, jede Person hat Dinge im Leben, für die sie dankbar ist. Versuchen Sie es einmal aufzuschreiben.

P.S. Ich habe einmal in einem Artikel gelesen, dass es die beste Medizin gegen Depression sei, über die Dinge nachzudenken, für die man dankbar ist. Mein Ansatz ist da ganz ähnlich...

P.P.S. In Bezug auf das eigentliche Thema meines Blogs... Ich bin privat krankenversichert und die Kosten des Arztes muss ich erst selber bezahlen (natürlich ist Geld in dem Moment, in dem man Schmerzen hat, völlig egal). Dafür werde ich auf mein „Geld für Notfälle“ zurückgreifen. Für solche Tage habe ich das Geld ja bereitgehalten.