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Montag, 8. Juni 2015

Ein Blick auf die letzten 5 Monate - Portfolio Rebalancing benötigt

“The Chinese use two brush strokes to write the word 'crisis.' One brush stroke stands for danger; the other for opportunity. In a crisis, be aware of the danger--but recognize the opportunity.”  ― John F. Kennedy

2015 war bis jetzt ein gutes Jahr für Aktienanleger. Die Rendite für die Aktienindizen im laufenden Jahr sind wie folgt (Stand 07.Juni, Rendite meiner ETFs):
  • DAX – 14,0%
  • S&P 500 – 10,6%
  • Nikkei 225 – 24,5%
  • FTSE 250 – 21,5%
  • EU STOXX – 13,9%
  • MSCI Emerging Markets – 11,9%
  • CSI 300 (China) – 54,5%

Mein Portfolio besteht aus einer Mischung von vielen ETFs, die hauptsächlich in globale Aktienindizen investieren („Mein ETF-Portfolio: Performance Details im Jahr 2014“). Meine persönliche Rendite im laufenden Jahr liegt bei 15,6%, was ich sehr positiv finde. Der größte Anstieg hat bei „x-trackers CSI 300 ETF“ stattgefunden, nämlich um 54,5%.

In meinem Artikel „Portfolio-Aktionsplan für 2015“ habe ich angekündigt, dass ich mein Portfolio mit Zukäufen von Schwellenländeraktien erweitern wollte. Das habe ich getan und die folgenden ETFs zugekauft:
  • iShares Core MSCI Emerging Markets (Kaufdatum 06.01.2015, Kaufkurs 19,19€)- heutiger Kurs 21,77€ (+13,4%).
  • db x-trackers MSCI Russia Capped 1C EUR (Kaufdatum 21.01.2015, Kaufkurs 14,30€) - heutiger Kurs 17,92 € (+25,3%).

Die Russland-ETF hatte ich bereits („Krimkrise, Ukraine-Konflikt und russische Aktien“). Ich habe nun die Gewichtung von Russland in meinem Portfolio erhöht. Dazu habe ich mir erlaubt ein Risiko einzugehen. Aber nein, ich habe mir keine einzelne Aktie gekauft („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“), sondern ich habe im April einen Aktien-ETF gekauft, der in Aktien aus Griechenland investiert.
  • Lyxor ETF FTSE Athex Large Cap A/I EUR (Kaufdatum 15.04.2015, Kaufkurs 1,11€) - heutiger Kurs 1,126 € (+1,4%).

Bei Griechenland-Aktien ist das Chancen-Risiko-Verhältnis meiner Meinung nach ziemlich gut. Das Risiko, dass Griechenland die Eurozone verlässt, ist weiterhin vorhanden. Ein Schuldenschnitt oder Zahlungsunfähigkeit bei den Staatsanleihen droht vielen Anlegern. Die neue griechische Regierung hat die Situation noch verschlechtert. Es sind sehr schlechte Zeiten für Griechenland und die Aktienkurse reflektieren die miese Stimmung. Der Markt hat das Risiko von Grexit schon eingepreist. Für mutige Anleger ist es jedoch die beste Zeit einzusteigen.

Wie ist der neue Aktionsplan?

Jetzt ist die Zeit, meine Asset-Allocation noch mal zu betrachten und einen Aktionsplan für die kommenden Monate zu erstellen. 

Die steigende Aktienkurse haben die Gewichtung meines Portfolios zugunsten von Aktien geändert. Die Aktien machen heute 90,4% meines Portfolios aus, wobei ich die restlichen 9,6 % in Anleihen habe. Meine Portfoliostrategie gibt 90% Aktien und 10% Anleihen vor.

Die logische Konsequenz ist, die Balance mit Anleihen-Zukäufen  wieder herzustellen. Ich weiß, dass es einen steigenden Aktientrend gibt und viele Leute überlegen, Aktien zu kaufen. Ich darf mich aber nicht in Versuchung führen lassen  und muss meinem Plan treu bleiben (Halte Dich an den Plan!).

Welche Anleihe soll ich kaufen?

Ich besitze bereits einen Anleihen-ETF, der in Schwellenländer investiert.
  • iShares JP Morgan $ Emerging Mkts Bd EUR

Dieser ETF hat seit dem Kauf eine sehr gute Performance hingelegt. Ich bekomme dazu monatliche Auszahlungen („Was ist Dividendenrendite?“) und habe ein Gefühl dafür, wie passives Einkommen sein sollte („Dividenden für langfristigen Vermögensaufbau“). Der gesunkene Euro/Dollar-Kurs hat dabei geholfen, dass man mit Dollar-basierten Anleihen Wertsteigerungen erreicht. Ich möchte aber mein Risiko etwas streuen. Daher kommt eine Euro-basierte Anleihe besser in Frage.

Hier sind meine Optionen:
  • Bundesobligationen
  • Staatsanleihen aus Länder mit guter Bonität (Frankreich, Niederlande, Belgien, usw..)
  • Staatsanleihen aus Länder mit schlechter Bonität (Portugal, Griechenland, Zypern, usw..)
  • Unternehmensanleihen mit guter Bonität
  • Unternehmensanleihen mit schlechter Bonität

Wie bei Aktien-ETFs möchte ich auch hier mein Risiko streuen, indem ich keine bestimmte Anleihe kaufe. Aus diesem Grund kommen deutsche Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen von Volkswagen nicht direkt in Frage. Es gibt die Möglichkeit Renten-ETFs zu kaufen, die in Anleihen aus verschiedenen Ländern oder Unternehmen investieren. Die Laufzeiten der Anleihen sind auch unterschiedlich.

In meinem nächsten Artikel werde ich versuchen, einen Renten-ETF zu finden, der meinen Erwartungen entspricht.

Dienstag, 6. Januar 2015

Ein Rückblick auf die Performance meines Portfolios im Jahr 2014

“Always invest for the long term.” – Warren Buffett
2014 ist zu Ende und diese Woche ist die beste Zeit, die Performance meines Portfolios im Jahr 2014 zu begutachten. Es wird ein kurzer Beitrag sein, weil ich meine Analyse noch nicht völlig abgeschlossen und noch keine weiteren Schritte daraus abgeleitet habe.

2014 war ein wichtiges Jahr für meine Geldanlage. In den Jahren davor hatte ich keine richtige Anlagestrategie. Ich besaß mehrere unterschiedliche individuelle Aktien („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Mein Portfolio hat eine positive reale Rendite gebracht („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Ich war jedoch nicht völlig zufrieden mit der Performance meines Portfolios. Dies war die Zeit, in denen die Aktienmärkte global gestiegen sind. Die Renditen von S&P 500 oder den DAX-Indexen waren ein paar Prozentpunkte höher als meine Geldanlage, die ich aktiv geführt habe.

Das war eine Enttäuschung für mich, weil ich viel Zeit mit der Analyse der Aktien verbracht hatte. Ich hatte auch jeden Tag die Aktienkurse beobachtet. Ich hatte sogar eine App auf meinem Smartphone, damit ich die Aktienkurse „live“ beobachten konnte.

Während dieser Zeit habe ich viele Bücher über Investieren, Aktien und Finanzmärkte geIesen. Die zwei Bücher, die mich ziemlich beeinflusst haben, waren „A Random Walk Down Wall Street“ von Burton Malkiel und „Common Sense on Mutual Funds“ von John C.Bogle.

Deshalb habe ich mich entschieden, meine Anlagestrategie von aktiv auf passiv umzustellen. Ich habe meine Aktien verkauft und mir ein diversifiziertes Portfolio gestaltet („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Ich habe alle Aktienfonds vermieden, weil sie einfach sehr hohe Kosten haben („Aktienfonds als Geldanlage“). Die Wahrscheinlichkeit, dass sie langfristig eine bessere Rendite als S&P 500 oder DAX bringen werden, ist laut Burton Malkiel ziemlich gering.

Mit meinem ersparten Geld habe ich 2014 nur ETFs gekauft („Aktien-ETFs als Geldanlage“). Diese ETFs werde ich in den nächsten Jahren behalten und gar nicht berühren.

2014 war ein positives Jahr für die Aktienmärkte. Das kann man in der Performance meines Portfolios auch sehen. Hier ist meine Renditehistorie der letzten Jahre.
  • 2009 : 3,9%
  • 2010 : 9,9%
  • 2011 : -3,0%
  • 2012 : 10,7%
  • 2013 : 8,7%
  • 2014 : 18,7%

Ich lege mein Geld seit circa fünf Jahren an. 2014 ist das Jahr gewesen, in dem ich am wenigsten Käufe und Verkäufe gemacht habe. Es war auch das Jahr, in dem ich die höchste Rendite erzielt und die wenigsten Steuern bezahlt habe. Wenn Sie Ihre Aktien oder ETFs nicht verkaufen, haben Sie aus Sicht des Finanzamts keinen Gewinn, müssen also keine Steuern zahlen („Steuererklärung, Steuerrückzahlungen und Vermögensaufbau“). Wenn Sie Ihre Gewinne nicht realisieren und die Kapitalertragsteuer hinauszögern, erreichen Sie ein paar Renditepunkte mehr durch Zinzeszins („DerZinseszinseffekt“).

18,7% Rendite mit einem ETF-Portfolio mag hoch klingen. Vielleicht glauben einige von meinen Lesern nicht, dass ich das geschafft habe. Deshalb werde ich meine Portfoliodetails zum ersten Mal auf meinem Blog veröffentlichen. Sie sollen aber dafür auf meinen nächsten Artikel warten. Bis zum nächsten Artikel!

Mittwoch, 30. April 2014

Krimkrise, Ukraine-Konflikt und russische Aktien

"The best thing that happens to us is when a great company gets into temporary trouble...We want to buy them when they're on the operating table." – Warren Buffett

Seit Februar 2014 läuft ein bewaffneter Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Dieser ist wohl vielen meiner Leser schon bekannt, weil in Deutschland in den Nachrichten täglich darüber berichtet wird. Die Krimkrise hat politische Gründe und wird uns höchst wahrscheinlich noch eine Weile beschäftigen. Ob Russland oder die Ukraine Recht hat und was für ein Diktator der russische Präsident Wladimir Putin sein mag, ist nicht Thema dieses Artikels und ist mir persönlich erstmal gleich. Was mich interessiert, sind die wirtschaftlichen Folgen der Krimkrise.

Die Reaktion der Aktienmärkte auf die Ereignisse war zunächst sehr negativ. Innerhalb von zwei Wochen fiel der DAX-Index um circa 700 Punkte, also ungefähr 7,2%. Einen sehr hohen Verlust hat der russische Aktienindex RTS erlitten, nämlich ungefähr 20% innerhalb von zwei Wochen ab Beginn der Krimkrise. Dies ist der niedrigste Stand seit 2010, und zwar 45% niedriger als der höchste Stand von 2123 Punkten im April 2011. In den Abbildungen unten können Sie die Chartvergleiche von DAX, Dow Jones und RTS in unterschiedlichen Zeiträumen sehen.

RTS, DAX, Dow Jones Aktienmärkte seit der Krimkrise
RTS, DAX, Dow Jones Aktienmärkte Historische Werter

Es gibt natürlich eine Erklärung für die Verluste im russischen Aktienmarkt: Ein möglicher Krieg, wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland, ein Stopp der Fremdinvestitionen, fallender Ölpreis, usw.. Eine Lösung der Krise ist noch nicht in Sicht. Die Anleger haben ihr Vertrauen verloren und große Angst vor Putin und schlimmeren Ereignissen.

Während andere Menschen Krisen und Kriegsschiffe sehen, sehe ich eher eine Gelegenheit („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Wie ich in meinem Artikel „Querdenker: Contrarian-Strategie, gegen den Markttrend investieren“ geschrieben habe, sind die Anleger manchmal sehr pessimistisch und reagieren übertrieben, wenn politische Unruhen entstehen. Politische Unruhen hat es vor ein paar Monaten auch in der Türkei gegeben und der türkische Aktienindex ISE 100 fiel um 20% innerhalb von ein paar Wochen. Nachdem die Unruhen vorbei waren, stieg der Index wieder auf das alte Niveau. Eine Menge Leute einschließlich der Pessimisten hat dadurch eine Menge Geld verloren. Und einige Querdenker haben Gewinne erzielt.

türkischer Aktienmarkt

Meiner Meinung nach befinden wir uns heute noch (Stand Ende April 2014) in einer Situation, in der russische Aktien überverkauft sind. Mit einem durschnittlichem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von knapp über 5 stehen die russiche Aktien sehr günstig. Ich denke, dass geduldige und mutige Anleger innerhalb von 3 bis 5 Jahren mit russischen Aktien eine gute Rendite erzielen können ("Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage"). Die Krise wird früher oder später enden und alles wird wieder gut. Die großen Wirtschafstmächte haben keine Interesse an einem Krieg wegen der Ost-Ukraine; nicht zuletzt, weil die europäischen Länder inklusive Deutschland abhängig vom russischen Erdgas sind.

Meine Leser wissen schon, dass ich in meinem Blog keine Kaufempfehlungen abgebe. Vielmehr rate ich eher davon ab, einzelne Aktien zu kaufen ("Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger"), wenn man kein Profi-Anleger ist. Ich bin der Meinung, dass ein Portfolio, das aus diversen ETFs besteht ("Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen"), langfristig bessere Rendite bringt als aktives Trading und als teure Aktien-Fonds ("Lege nicht alle Eier in einen Korb"). Dasselbe gilt für russische Aktien. Jeder muss sich selbst informieren, bevor er irgendeine Aktie oder einen ETF kauft ("Finanzielle Bildung"). Auf morningstar.de können Sie eine detaillierte Analyse des ETFs "db x-trackers MSCI Russia Capped Index" aus russischen Aktien lesen. Ich habe letzte Woche diesen ETF in mein Portfolio aufgenommen.

Russland ist ein Schwellenland und der Aktienmarkt ist dort noch nicht so verbreitet wie in den entwickelten Länder. Deshalb sind die Aktienpreise sehr volatil. Man kann in kurzer Zeit viel Geld verlieren oder gewinnen. Deshalb sehe ich meinen russischen ETF als eine Erweiterung meines Portfolios. Der Hauptbestandteil meines Portfolios sind immer noch amerikanische und europäische ETFs ("In europäische Aktien investieren, EURO STOXX 50").

Mittwoch, 23. April 2014

Querdenker: Contrarian-Strategie, gegen den Markttrend investieren

"It takes a strong fish to swim against the current. Even a dead one can float with it." - John Crowe

In meinem Artikel „Gelegenheiten Geld zu schaffen“ habe ich meinen Lesern empfohlen, in ihrem Leben finanzielle Gelegenheiten zu suchen, um schneller Vermögen aufzubauen. Diese Gelegenheit mag als ein Immobilienangebot kommen oder als eine Geschäftsidee von einem Freund. In den meisten Fällen kommt sie über die Finanzmärkte. Eine Gelegenheit an der Börse ist für mich, wenn ich eine Aktie oder einen ETF viel günstiger als zum tatsächlichen Wert kaufen kann ("Aktien als Geldanlage").

Diese Gelegenheiten sind selten, ermöglichen aber dem risikobereiten Anleger hohe Renditen und Gewinne ("Was ist Rendite und wie kann man Rendite rechnen"). In Zeiten von hoher Euphorie oder übertriebenem Pessimismus begegnet man solchen Gelegenheiten am häufigsten. Es gibt eine Börsenstrategie, bei der man versucht, diese Gelegenheiten zu finden. Diese Strategie heißt „Contrarian Investing“.


„Contrarian Investing“ ist eine der führenden Anlagestrategien. Die Contrarian-Anleger folgen dem allgemeinen Markttrend und der Masse der Kapitalanleger nicht. Sie machen genau das Gegenteil von dem, was die anderen Anleger machen. Ein Contrarian-Anleger versucht, unterbewertete Aktien zu erkennen und zu identifizieren. Er kauft sie und hält sie, bis die richtige Zeit kommt und die Aktie ihren richtigen Wert erreicht. Damit erzielt der Contrarian-Anleger Kapitalgewinne. In dieser Hinsicht ist die Strategie ähnlich wie „Value Investing“ („Value Investing und Ihre Anlagestrategie“).

Ein Contrarian-Anleger ist jemand, der an Gewinne glaubt, nicht an die öffentliche Meinung ("Wie funktioniert ein Unternehmen?"). Er denkt, dass die Mehrheit der Investoren in der Regel falsch liegt. Man muss dabei sehr mutig sein, weil es sehr schwierig ist, antizyklisch, also entgegen dem Markttrend, zu handeln.

Ein Contrarian-Anleger kauft Aktien, wenn die meisten Anleger pessimistisch sind und ihre Aktien verkaufen. Er kauft Aktien, die keiner haben will. Genauso verkauft er Aktien, wenn die meisten Anleger euphorisch sind und Aktien kaufen.

Die bekanntesten Anleger, die die Contrarian-Strategie verfolgt haben, sind Jim Rogers, Marc Faber, John Templeton, Sam Zell, Eduardo Elsztain, John Neff und der wohl bekannteste - George Soros.

Ich bin persönlich nicht der Meinung, dass ein Anleger seine komplette Strategie auf diese Aktien ausrichten sollte ("Lege nicht alle Eier in einen Korb"). Denn diese Strategie ist ziemlich riskant, wenn man nicht genau weiß, was man tut. Es besteht das Risiko, in ein fallendes Messer zu greifen oder einen positiven Trend zu verpassen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man zugreifen muss, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Haben Sie jemals solche Gelegenheiten gehabt? Was haben Sie getan oder was haben Sie nicht getan? Bereuen Sie Ihre Entscheidung?

Zum weiterlesen -> Risiko bei Geldanlagen
Zum weiterlesen -> Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite
Zum weiterlesen -> Ausreden um weiterhin kontinuierlich geringe Rendite zu erzielen

Dienstag, 3. Dezember 2013

Depotkosten und Tipps beim Eröffnen eines Depots

“Everyone has the brainpower to follow the stock market. If you made it through fifth-grade math, you can do it.” -Peter Lynch

Für die Gestaltung Ihres Portfolios mit Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs brauchen Sie ein Depot (“Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Ihr Depot können Sie bei der Bank eröffnen, bei der Sie Ihr Girokonto haben. Meine Empfehlung ist allerdings, das Depot nicht bei der gleichen Bank wie Ihr Girokonto zu eröffnen. Es ist viel besser, Tagesgeldkonto und Depot bei einer anderen Bank als das Girokonto zu halten. Sie können monatlich Ihre Ersparnisse („Zwei Methoden, die Ihnen Sparen garantieren“) auf diese Konten überweisen und während Ihrer Investment-Periode („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“) dort behalten.

Es gibt viele Banken und Brokerage-Firmen, die Ihnen ein Depot anbieten. Hier sind einige Tipps, was Sie vor der Eröffnung Ihres Depots beachten sollten.

Depotgebühren

Manche Banken erheben monatliche oder jährliche Kosten in Form von Depotführungsgebühren. Mittlerweile bieten aber viele Banken kostenlose Depots an. Vermeiden Sie diese Gebühren. Die Banken verdienen sowieso genug an Provisionen.

Online-Brokerage

Aktien oder ETFs per Telefon oder bei einer Filiale zu kaufen ist Geschichte. Wählen Sie einen Anbieter, bei dem Sie die Wertpapiere einfach Online via Internet-Brokerage mit niedrigen Gebühren handeln können.

Kapitalertragsteuer

Wählen Sie einen Anbieter, bei dem die Kapitalertragsteuer automatisch abgezogen wird, sobald sie anfällt. Bei machen Brokerage-Firmen wie Interactive Brokers, die ihren Sitz im Ausland haben, ist dies nicht der Fall. Sparen Sie sich die zusätzliche Arbeit bei der Steuererklärung. Vergessen Sie bitte nicht, Ihrer Bank den Freistellungauftrag einzureichen („Freistellungsauftrag von der Kapitalertragsteuer“), damit Sie für Ihre Kapitaleinkünfte bis 801 € keine Steuern zahlen.


Handelbare Börsen

Sie können über alle Depotanbieter in Deutschland bei den großen deutschen Börsen wie XETRA, Franfurt, Berlin, Stuttgart und München handeln. Eigentlich brauchen Sie nicht bei den ausländischen Börsen zu handeln. Erstens werden bei diesen Börsen zusätzliche Gebühren erhoben. Zweitens sind die meisten Aktien und ETFs, in die Sie Ihr Geld anlegen können, an den deutschen Börsen verfügbar. Wenn Sie Ihr Geld unbedingt in exotischen Märkten anlegen möchten („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“), achten Sie darauf, welche Börsen bei Ihrem Anbieter handelbar sind.  

Provisionen

Dies ist der wichtigste Faktor bei der Wahl Ihres Depotsanbieters. Diese Gebühren vermindern Ihre Rendite drastisch. Daher Vorsicht! Die Provision wird von den meisten Anbietern wie folgt berechnet:
  • Prozentual: Zum Beispiel 0,25% des Transaktionsvolumens
  • Mindestgebühr pro Transaktion: 7,90 €, 10 € , 15 € oder höher

Beispiel: Die Provision bei der Ing-Diba beträgt 0,25% des Kurswerts, mindestens jedoch 9,90 €
Bei einem ETF-Kauf im Wert von 2000 € wird die Bank 9,90 € an Provision erheben.  Bei einem Wert von 5000 € steigt die Provision auf 12,50 €.

Direkthandel

Außer Provision zahlen Sie bei jeder Transaktion Börsengebühren. Sie sind zwar nicht so hoch wie die Provision, stellen aber schon einen Kostenfaktor dar. Zum Beispiel fallen folgende Börsengebühren für ein Ordervolumen von 2500 € an:
  • XETRA 1,75 €
  • Frankfurt 5,25 €
  • Düsseldorf 2,69 €
  • Berlin und München 3,05 €
  • Stuttgart 7 €

Sie können bei manchen Banken über den Direkthandel (z.B Tradegate) ohne Börsengebühren handeln. Sie müssen aber daraf achten, dass Sie wegen eines ggf. hohen Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Wertpapiers) nicht mehr zahlen als bei den oben genannten Börsen! Nichtsdestotrotz sind Anbieter, die Direkthandel anbieten, attraktiver für die Anleger.

Sparpläne

Sparpläne klingen gut, sind aber meiner Meinung nach eine Abzocke durch höhere Provisionen. Außerdem werden oft teure Aktienfonds in den Sparplänen angeboten („Aktienfonds als Geldanlage“). Ich werde mich mit Sparplänen in einem separaten Artikel befassen.

Neukundenbonus

Wenn Sie noch kein Depot haben oder Ihr Depot wechseln möchten, bekommen Sie bei manchen Anbietern einen Neukundenbonus in Form einer Gutschrift oder kostenloser Orders (Free Trades). Free Trades sind eine sehr gute Möglichkeit für Neuanleger, die noch keine Aktien oder ETFs haben und ein Portfolio getalten möchten. Damit zahlen Sie für Ihre Orders eine Weile keine Provision.

Freunde werben Freunde

Genau wie bei der Eröffnung eines Girokontos („Kontogebühren, Tipps für Ihr Girokonto“) können Sie in Ihrem Freundeskreis nachfragen, ob jemand schon ein Depot beim dem Anbieter hat, an dem Sie interessiert sind. Ihr Bekannter kann Sie bei der Bank werben und bekommt entsprechend eine Prämie.

Ich habe mein Depot bei der Ing-Diba, was ich auch normalen Anlegern empfehlen würde. Diese Bank erfüllt meine Erwartungen, hat relativ niedrige Transaktionsgebühren und bietet Direkthandel an. Nehmen Sie als Neukundenbonus „Free Trades“ und sparen Sie eine Menge Geld, nämlich in Höhe der Provisionen für die ersten 20 Orders in den ersten 6 Monaten.

Montag, 30. September 2013

Staatsanleihen aus Schwellenländern

„ Open markets offer the only realistic hope of pulling billions of people in developing countries out of abject poverty, while sustaining prosperity in the industrialized world.” – Kofi Annan
Staatsanleihen werden normalerweise als sichere Geldanlagen betrachtet („Staatsanleihen als sichere Geldanlage“). Natürlich hat diese Sicherheit ihren Preis: Niedrige Rendite („Risiko bei Geldanlagen“).

Es gibt aber Staatsanleihen aus Schwellenländern, die mit mehr Risiko höhere Rendite bieten. Staatsanleihen aus der Türkei, Brasilien, Russland, Indonesien oder Peru bringen circa 3% bis 5% mehr Rendite als Bundesanleihen.


Was ist also der beste Weg, in Staatsanleihen aus Schwellenländern mit möglichst geringem Risiko zu investieren?

Genau wie Aktien bieten ETFs eine gute Antwort auf diese Frage („Aktien-ETFs als Geldanlage“). Bei Aktien-ETFs werden mehrere Aktien aus verschiedenen Aktienmärkten und Sektoren in einem Fond zusammengestellt. Bei Staatsanleihen-ETFs werden mehrere Anleihen aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Laufzeiten zusammengestellt.

Staatsanleihen-ETFs, die ausschließlich Schwellenländeranleihen im Bestand haben, decken die folgenden Länder ab: Türkei, Brasilien, Mexiko, Russland, Polen, Ukraine, Ungarn, Südafrika, Kroatien, Chile, Indonesien, Peru, usw..

Ich sehe zwei große Vorteile bei diesen ETFs:
  1. Risiko wird verteilt: Die Diversifikation („Lege nicht alle Eier in einen Korb“)  erlaubt dem Anleger das Risiko zu verteilen. Damit wird eine Staatspleite oder ein Schuldenschnitt nicht im Totalverlust enden.
  2. Passives Einkommen: Die Kupons („Wie funktionieren Anleihen“) werden wie Dividenden monatlich oder vierteljährlich ausgeschüttet. Das Konzept von passivem Einkommen („Wie erreiche ich finanzielle Freiheit“) ist für viele Menschen nicht sofort begreiflich. Monatliche Dividenden sind wunderbare Mittel, dem Anleger das Gespür dafür zu geben, wie passives Einkommen funktioniert.

Hier sind ein paar passende ETFs, wenn Sie in Staatsanleihen aus Schwellenländern investieren möchten:
  • iShares J.P. Morgan $ Emerging Markets Bond UCITS ETF (IUS7) 
  • db x-trackers II EM Liquid EuroBond ETF 
  • Amundi Global Emerging Bond Markit iBoxx ETF 
  • SPDR Barclays Capital EM Local Bond ETF

Die Kosten von diesen ETFs sind relativ niedrig, zwischen 0,30%-0,55%  („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“). Die Renditen betragen zwischen 5 und 6%, was in Anbetracht des geringen Risikos sehr viel finde. Die regelmäßigen Ausschüttungen machen sie für mich sehr attraktiv. Ich habe in meinem Portfolio den „iShares J.P. Morgan $ Emerging Markets Bond UCITS ETF (IUS7)“.

Diese Art von ETFs würde ich denjenigen Anlegern empfehlen, die in Staatsanleihen aus Schwellenländern investieren und ihr Risiko streuen möchten. Natürlich müssen Sie die Fondsprospekte selbst lesen und die Geldanlage verstehen, bevor Sie in irgendetwas Ihr Geld anlegen.

Montag, 3. Juni 2013

In europäische Aktien investieren, EURO STOXX 50

"The Chinese use two brush strokes to write the word 'crisis.' One brush stroke stands for danger; the other for opportunity. In a crisis, be aware of the danger - but recognize the opportunity." - John F. Kennedy

In meinem Artikel „Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen“ habe ich den Anlegern vorgeschlagen, dass sie ihr Portfolio auf verschiedene Regionen verteilen sollen. In einem vereinfachten Musterportfolio ist eine balancierte Verteilung wie folgt:
  • 30% Aktien aus den USA
  • 30% Aktien aus Europa
  • 30% Aktien aus Schwellenländern
  • 10% Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland
In diesem Artikel möchte ich mich auf die europäischen Aktien konzentrieren. Erstens möchte ich nochmal betonen, dass ich den unerfahrenen und passiven Anlegern vom Erwerb einzelner Aktien abrate („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Stattdessen bevorzuge ich den Kauf von ETF’s, die meiner Meinung nach für langfristige Anleger das beste Rendite-Risiko-Verhältnis bieten („Aktien-ETFs als Geldanlage“).

Was ist denn nun der beste Weg, mit ETF’s in europäische Aktien zu investieren? Welche ETF’s sind im Börsenhandel erhältlich? Welche ETF’s haben die niedrigsten Kosten? Die einfachste Lösung ist es, einen ETF zu finden, der den EURO STOXX 50 Index abbildet.


Dieser Index besteht aus den Aktein von 50 Unternehmen aus der Eurozone, die eine große Marktkapitalisierung haben. 13 davon sind deutsche Firmen, z.B. BASF, Siemens, Bayer, Volkswagen, usw. Die anderen Firmen stammen hauptsächlich aus Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden.

Hier sind die passenden ETF’s, die den EURO STOXX 50 Index abbilden:
  • Amundi ETF EURO STOXX 50
  • ComStage ETF EURO STOXX 50
  • db x-trackers EURO STOXX 50 UCITS ETF
  • EasyETF Euro Stoxx 50
  • iShares EURO STOXX 50
  • Lyxor ETF EURO STOXX 50
  • UBS-ETF EURO STOXX 50

Diese ETF’s unterscheiden sich bei den Fondspositionen kaum. Die Kosten (TER) liegen zwischen 0,00% und 0,25%, was ich sehr kostengünstig finde. Wenn Sie einen von diesen ETF’s kaufen möchten, würde ich Ihnen definitiv empfehlen, dass Sie auf der Webseite der Fondsanbieter den Verkaufsprospekt lesen. Sie müssen verstehen, worum es bei der Geldanlage geht, bevor Sie Ihr Geld dort anlegen. Zusätzlich können Sie bei www.morningstar.de einen Report für die oben gelisteten ETF’s lesen. Meistens gibt es eine Analyse für diese Produkte. Mit einer Anmeldung haben Sie Zugriff auf eine Analyse und können ein Musterportfolio erstellen. Ich finde es sehr hilfreich.

Ich denke, dieser ETF ist ein guter Start für Anleger, die in europäische Aktien investieren wollen. Einige Leute werden sicherlich denken: EURO STOXX 50 Index enthält viele Firmen aus Ländern wie Spanien und Italien. Die sind doch in der Krise. Warum sollte ich diese Aktien kaufen?

Ich sehe es eher als Chance („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Ich denke, dass europäische Aktien historisch gesehen günstig sind. Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) liegt bei 12,1 (Stand Ende Mai 2013). Auf der Onvista-Seite können Sie sich eine Liste der Aktien im EURO STOXX 50 Index und deren KGV’s anschauen.

Die europäischen Staaten sind wegen ihrer hohen Verschuldung in der Krise. Die meisten Firmen, die global wirtschaften, sind eigentlich in einer besseren Lage. Sie machen Gewinn und zahlen weiterhin Dividenden. Außerdem bin ich der Meinung, dass die Eurokrise mittelfristig enden wird. Es ist nicht die erste Wirtschaftskrise in der Geschichte und es wird nicht die letzte sein. Das Aufholen der Börsen und hohe Renditen sind kurz vor dem Ende der Krise zu erwarten.

Quelle: onvista.de

Wie Sie in diesem Chart sehen, hat der EURO STOXX 50 Index noch viel Luft nach oben. Es ist wichtig zu beachten, dass Euro Stoxx 50 ein Kursindex ist. Das heißt, die Dividenden werden ausbezahlt und nicht reinvestiert. Der DAX Index ist im Gegensatz dazu ein Performanceindex. Deshalb müssen Sie aufpassen, wenn Sie die Charts miteinander vergleichen.

In meinem eigenen Aktienportfolio habe ich bereits iShares EURO STOXX 50 (WKN: 593395). Ich würde anderen Anlegern empfehlen, sich schlau über diese ETFs zu machen, wenn sie in europäischen Aktien investieren wollen. Natürlich müssen Sie vorher entscheiden, ob Sie ein langfristiger Anleger sind („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“) und ob Sie verstanden haben, wie Ihr Wunsch-ETF funktioniert („finanzielle Bildung“).

Ich den nächsten Artikeln werde ich einige alternative ETFs vorstellen.

Montag, 6. Mai 2013

Lege nicht alle Eier in einen Korb


”Don’t put all your eggs in one basket.” – Famous Proverb

Sie sparen monatlich eine gewisse Summe Geld und Sie konnten bis jetzt auf Ihrem Tagesgeldkonto ein kleines Vermögen aufbauen („Wie hoch ist Ihr Nettovermögen“). Sie sind überzeugt, dass Aktien langfristig die beste Geldanlage sind und möchten in Aktien investieren („Aktien als Geldanlage“). Wie sollten Sie dies nun anstellen, damit Sie langfristig eine hohe Rendite auf Ihr Vermögen bekommen?

Die Gestaltung des Portfolios ist eine der schwierigsten Herausforderungen, die ein Anleger hat. Diese Aufgabe wird oft ignoriert oder unterschätzt. Viele Menschen kaufen einfach willkürlich „Aktien“ und nennen sich selber Anleger („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Sie hoffen danach, dass der Kurs von diesen Aktien steigt und sie reich werden. Für mich ist dies keine rationale Anlagestrategie, sondern reine Spekulation („Gold als alternative Geldanlage“). Mit einer falschen Aktienauswahl bekommen die Spekulanten keine gute Performance ihres Portfolios und beschuldigen die Finanzmärkte und Weltwirtschaft. Wie Sie Ihr Portfolio gestalten, ist eine strategische Entscheidung, die Ihre Rendite direkt beeienflusst („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). 


Die Hauptregel, um über lange Zeit durchschnittlich gute Rendite zu erzielen, ist „Diversifikation“. Diversifikation ist die Verteilung Ihres Geldes auf verschiedenen Aktien mit dem Ziel Ihr Risiko zu streuen („Risiko bei Geldanlagen“). Diversifikation kann man mit dem Sprichwort „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ erklären. Das heißt, Sie sollten Aktien aus verschiedenen Märkten (Länder und Regionen) und Sektoren besitzen. Außerdem sollen Sie innerhalb eines bestimmten Marktes diverse Aktien besitzen (Large-Cap-, Small-Cap-, Value-, Growth-Aktien). Es ist empfehlenswert, Anteile von allen Aktien auf einem bestimmten Aktien-Index zu besitzen. Das eliminiert die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit Ihrem Portfolio wegen falscher Aktienauswahl hinter der Marktperformance zurückbleiben. Viele Anleger überschätzen Ihre Fähigkeiten, den Markt zu schlagen und sind oft hiermit nicht erfolgreich. Aus diesem Grund empfehle ich Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“), weil diese die Möglichkeit bieten, in den Gesamtmarkt zu investieren.

Ein vielfältiges Portfolio mit Aktien aus der ganzen Welt klingt attraktiv. In der Praxis ist es sehr aufwändig, jede einzelne Aktie zu analysieren und zu kaufen. Eigentlich übernehmen die Investmentfonds („Aktienfonds als Geldanlage“) diese Aufgabe für Sie und versuchen Ihr Geld auf verschiedenen Aktien zu verteilen. Natürlich ist der Preis dafür sehr hoch („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“). Ich empfehle deshalb die Aktienfonds nicht, weil die Gebühren die erwartete Rendite stark reduzieren. Was ist dann der beste Weg, ein diverses Portfolio aufzubauen?

Mein Vorschlag: Bauen Sie Ihr Portfolio selber durch Erwerb diverser Aktien-ETFs auf. Ich weiß, dass es für Anfänger nicht leicht ist. Sie müssen sich über die ETF-Angebote schlau machen („Finanzielle Bildung“) und sich überlegen, welche ETF Sie kaufen möchten. Außerdem müssen Sie kalkulieren, wie Sie die richtigen Gewichtungen für eine gesunde Mischung behalten.

Ich werde in den nächsten Artikeln meine Vorschläge veröffentlichen, wie Sie Ihr Portfolio mit ETF’s gestalten können. Außerdem werde ich einige passende ETF’s vorstellen, die Sie über Ihre Bank oder Broker wie Aktien einfach kaufen können. Trotzdem würde ich bei meinen Lesern definitiv anregen, dass sie die ETF-Welt selber erkunden und verstehen, wie ETF’s funktionieren. Gehen Sie einfach auf die Webseite der größten ETF-Anbieter Deutschlands, lesen Sie die Informationsmaterialien und schauen Sie sich die Angebote an.

Die fünf größten ETF-Anbieter Deutschlands sind die folgenden: iShares, DB X-trackers, Comstage, Lyxor und Amundi.

Ich befürworte die Idee, dass Menschen für ihr Leben und ihre Finanzen selber verantwortlich sein sollen. Im Thema Portfoliogestaltung sollten sie auch die Verantwortung selber übernehmen, wenn sie hohe Rendite erzielen möchten. Es ist nötig, dafür am Anfang Zeit zu investieren. Aber wenn Sie Ihr ideales Portfolio einmal erstellt haben, ist der erste wichtige Schritt getan. Der Rest besteht darin Geld zu sparen und dieses Geld laut Ihrem Plan anzulegen.

Donnerstag, 11. April 2013

Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen


“In this business, if you’re good, you’re right six times out of ten. You’re never going to be right nine times out of ten.” – Peter Lynch 

In dem Artikel “Aktienfonds als Geldanlage” habe ich meine Meinung über Aktienfonds geäußert. Einer der Hauptgründe, warum ich diese Fonds nicht empfehle, sind die jährlichen Managementgebühren von diesen Finanzprodukten. In diesem Artikel möchte ich die Effekte von Gebühren auf die Rendite darstellen.

Die meisten Fonds haben Gebühren von 1,5% bis 4% p.a. Das mag wenig aussehen, verursacht aber tatsächlich einen großen Wertverlust über die Jahre. Stellen Sie sich vor, dass sich innerhalb von zehn Jahren 2% jährlich Kosten auf satte 20% des gesamten Portfolios summieren! Wie ich in dem Artikel „Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“ erklärt habe, hat die Rendite eine äußerst wichtige Rolle beim Vermögensaufbau. Ihre möglichen 8% Rendite werden mit 2% Kosten auf 6% reduziert. Wenn Sie mit 10.000 € anfangen und jährlich 10.000 € sparen, wird Ihr Vermögen mit 8% Rendite in einem Zeitraum von zwanzig Jahren auf 504.229 € wachsen. Mit 6% Rendite aufgrund Fondsgebühren werden Sie stattdessen nur 399.927 € haben. Der Unterschied beträgt 104.302 €!!!

Leider sehen viele Anleger den kumulativen Effekt von diesen Kosten auf den ersten Blick nicht.

Ich persönlich würde ungern mein Vermögen dafür spenden, dass die Fondsmanager übertriebene Gehälter bekommen und die Investmenthäuser mit meinem Geld werben, um mehr unwissende Kunden zu locken. Die Finanzzeitschriften sind voll mit Werbungen für Investmentfonds. Die Kosten müssen ja irgendwoher kommen.

Quelle: www.justetf.com

Viele von meinen Lesern werden vielleicht denken: „Sie investieren aber mein Geld für mich, das hat natürlich seinen Preis“. Das ist richtig. Ich bin aber der Meinung, dass es sehr schwierig ist, diese Kosten  zu rechtfertigen. Was die Fondsmanager machen, ist meistens nichts anders als in Aktien, Staatsanleihen und Unternehmensanleihen zu investieren. Wenn Sie interessiert sind, schauen Sie einfach die Bestände an und vergleichen Sie sie mit den Aktienindexen. Sie sind identisch, nur mit jeweils unterschiedlichen Gewichtungen von Aktien. Sie werden sogar öfters mit einem Benchmark-Index verglichen.

Wozu muss ich denn die 2% jährliche Kosten übernehmen? Damit die Fondsmanager die Aktien von DAX, Dow Jones oder Euro STOXX ständig kaufen, verkaufen und Transaktionskosten verursachen? Wenn ich einen ähnlichen Fonds wie einen Aktienindex kaufen möchte, dann kaufe ich lieber einen Aktien-ETF („Aktien-ETFs als Geldanlage“). Langfristig gesehen hat ein Aktien-ETF mit seinen niedrigeren Kosten einen riesigen Vorteil gegenüber den klassischen Aktienfonds.

Die Höhe Ihrer Rendite ist ein wichtiger Faktor für den Vermögensaufbau („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Deswegen dürfen Sie die Fondsgebühren nicht ignorieren, weil Sie nämlich die Rendite fressen. Wenn Sie die Inflation betrachten, liegt Ihre reale Rendite mit Aktien langfristig bei circa 7% („Inflation und die Effekte auf Rendite“). Es gibt keine Garantie und eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass der Fondsmanager über mehrere Jahre eine bessere Marktperformance als die Aktienindexe haben wird. In vielen Fallen werden sie die Performance von Indexfonds sogar unterschreiten. Eine jährliche Gebühr wird Ihre Rendite noch weiter reduzieren und Ihren Vermögensaufbau verlangsamen.

Als bewusster und intelligenter Anleger ist es wichtig für Sie, Ihr finanzielles Wissen aufzubauen und keine Finanzprodukte zu kaufen, die mit hohen Kosten verbunden sind und keine zusätzliche reale Rendite bringen.

Mittwoch, 27. März 2013

Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger


”I’m only rich because I know when I’m wrong…I basically have survived by recognizing my mistakes.” - George Soros
In dem Artikel “Aktien als Geldanlage” habe ich unerfahrenen Anlegern vom direkten Kauf von individuellen Aktien abgeraten. Ich möchte meine Gründe in diesem Artikel zusammenfassen.

Volatilität:

Aktien werden als riskante Geldanlage eingestuft. Der Grund dafür ist, dass der Preis einer Aktie in kurzer Zeit stark steigen und sinken kann. Es ist damit möglich, schnell Geld zu verlieren. Als Volatilität einer Aktie bezeichnet man das Maß der Schwankung von Aktienkursen während einem bestimmten Zeitraum. Diejenigen Aktien mit einer hohen Marktkapitalisierung (Firmen wie Bayer, Siemens, General Electric, usw)  haben relativ gesehen eine niedrige Volatilität. Sie ist aber trotzdem vorhanden. Der Aktienanleger muss sich darüber bewusst sein, dass eine Aktie innerhalb eines Jahres einen großen Kursrutsch erleben kann. Viele neue Anleger sind psychologisch nicht bereit, dieses Risiko auf sich zu nehmen. Wenn sie Geld verlieren, werden Sie nervös und demotiviert. Sie verlieren ihr Vertrauen in den langfristigen Erfolg von Aktien und legen ihr Geld wieder auf Tagesgeldkonten an.


Aktienauswahl:

Es ist nicht einfach zu entscheiden, welche Aktie man kaufen soll. Das Ziel eines Aktienanlegers, der individuelle Aktien kauft, ist eigentlich, den Markt zu überlisten. Das heißt, dass die gekaufte Aktie eine höhere Rendite bringt als der Gesamtmarkt (der Kurs von Bayer zum Beispiel ist 2012 um 46% gestiegen, während der DAX um 29% gestiegen ist. Die Bayer-Aktie hat den DAX um 17% überragt und war damit ein erfolgreiches Investment für 2012).

Der DAX-Index wird laut Marktkapitalisierung aus 30 wichtigen Deutschen Aktien berechnet. Deswegen haben einige Aktien eine größere Gewichtung als andere. Nichtsdestotrotz möchte ich eine vereinfachte Theorie vorstellen. Theoretisch wird die Hälfte der Aktien im DAX-Index eine höhere Rendite erzielen als der Gesamtmarkt, indem sie eine bessere Performance haben als der Index selbst. Und die andere Hälfte der Aktien werden eine schlechtere Performance haben. Wie kann man also in der oberen Hälfte investieren? Vielleicht mit purem Glück? Einige Studien zeigen, dass es reiner Zufall ist, welche die Aktien mit der besseren Performance sind. Viele unerfahrene Anleger investieren  in die untere Hälfte, weil sie von den Medien und Marktmanipulationen fehlgeleitet werden.

Psychologie:

Die Psychologie eines Anlegers ist ein entscheidender Faktor für seinen Erfolg. Manche sagen, dass der größte Feind eines Anlegers er selbst ist. Die Volatilitäten bei den Aktienkursen können die Stimmung und Laune eines Anlegers ändern. Man wird mit Kursanstiegen glücklich, mit Kursrutschen nervös und unglücklich. Der Anleger wird ein Trader und Spekulant, handelt sehr oft und studiert die Kurse mehrmals täglich. Durch dieses aktives Handeln fallen höhere Transaktionskosten an, was die Rendite senkt. Für den direkten Kauf von individuellen Aktien sind starke Nerven bezüglich Kursschwankungen ein Muss, die viele unerfahrene Anleger noch nicht besitzen.

Meiner Meinung nach sprechen die obengenannten Gründe dafür, dass unerfahrene Anleger den direkten Kauf von individuellen Aktion vermeiden sollten. Investieren in Aktien ist kein Zocken. Es wird aber dazu, wenn man nicht weiß, was man tut. Das heißt aber nicht, dass Sie nie direkt individuelle Aktien kaufen sollen.

Wenn Sie Ihr finanzielles Wissen erhöht haben („Finanzielle Bildung“), können Sie Ihre Fähigkeiten anhand eines Musterdepots prüfen. Erst dann, wenn Sie überzeugt sind, dass Sie in einem absehbaren Zeitraum im Vergleich zu den Indexen Dow Jones und DAX bei Ihrer Aktienauswahl eine bessere Performance erreichen, fangen Sie klein an, mit echtem Geld Aktien zu kaufen.


Donnerstag, 7. Februar 2013

Wie funktionieren Anleihen?


"Risk comes from not knowing what you are doing." -Warren Buffett

In den Artikeln „Unternehmensanleihenals sichere Geldanlage“ und „Staatsanleihen als sichere Geldanlage“ habe ich zwei wichtige Arten von sicheren Geldanlagen vorgestellt. Die nächste Frage ist jetzt, wie diese Anleihen funktionieren und wie man sie kaufen kann?

Wie funktionieren Anleihen?

Im Prinzip funktionieren Anleihen wie Festgeldkonten. Sie kaufen eine beliebige Anleihe in Höhe einer  bestimmten Summe (Anlagesumme); diese Anleihe hat einen festgelegten Zinssatz (Kupon). Die Anleihe hat eine Laufzeit (Fälligkeit) und ein Datum, in dem die Zinsen ausgezahlt werden (Kupondatum).

Ein großer Unterschied zu Festgeldkonten ist, dass der Preis der Anleihe nach Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Am Ausgabedatum haben Anleihen im Prinzip einen Preis von 100. Die Anleger können eine Anleihe während der Laufzeit am Sekundärmarkt (Börsen) kaufen oder verkaufen. Wenn mehrere Anleger eine Anleihe kaufen möchten, geht der Preis hoch. Und wenn die Anleger ihre Anleihen verkaufen, geht der Preis runter. Hier ähnelt die Anleihe der Aktie. Der Kupon bleibt aber gleich; das heißt, die Rendite ist nicht immer gleich Kupon, sondern basiert auf Kurs, Kupon und Restlaufzeit. Die Rechnung ist ziemlich kompliziert, aber die Börse Stuttgart bietet ein sehr nützliches Tool, die Rendite der Anleihen zu kalkulieren.


Der Vorteil bei Anleihen im Vergleich zu Festgeld ist, dass Sie die Anleihe während der Laufzeit verkaufen können. Beim Festgeld gibt es hohe Kosten für die Kündigung, während bei Anleihen nur der Spread (Unterschied zwischen Bidpreis und Askpreis) Kosten verursacht. Natürlich entstehen im Falle eines Kursverlusts auch Kapitalverluste.


Die Anleihen können Sie ganz normal über Ihr Bankdepot oder über Broker kaufen und verkaufen.

Beim Kaufen von Anleihen ist es wichtig zu beachten, dass jede Anleihe einen „Dirty Price“ und einen „Clean Price“ hat. Beim Erwerb zahlen Sie den „Dirty Price“, der höher als der „Clean Price“ ist. Denn seit der letzten Kuponzahlung (das Kupondatum ist ja jährlich festgelegt) ist normalerweise einige Zeit vergangen und die Zinsen, die sich bis zu Ihrem Kaufdatum angesammelt haben, müssen beim Anleihenkauf bezahlt werden. Diese Zusatzkosten bekommen Sie bei der nächsten Kuponzahlung komplett zurück.

Wie ich im Artikel „Staatsanleihen als sichere Geldanlage“ beschrieben habe, ist das Rating einer Anleihe bei der Anleihenauswahl sehr wichtig. Zusätzlich müssen Sie das Risiko, die Restlaufzeit, die Rendite und Ihre persönliche Anlagestrategie im Betracht ziehen, bevor Sie irgendeine Anleihe kaufen.

Anleihen sind eine wichtige Art von Geldanlagen, mit denen Sie sich sehr gut auskennen sollten. Eigentlich machen viele Banken, Institutionen, Unternehmen, Investmentbonds, Rentenversicherungen und Lebensversicherungen nichts anderes, als Ihr Kapital in unterschiedliche Anleihen zu investieren. Wenn dies jedoch eine Bank oder Rentenversicherung für Sie macht, kassiert sie ganz brav einen guten Ausgabeaufschlag (2 bis 5%) und eine jährliche Managementgebühr (0,3 bis 3%). Diese Kosten reduzieren Ihre Rendite drastisch.

Wenn Sie finanzielle Freiheit erreichen möchten, müssen Sie die Verantwortung übernehmen und sich selber um Ihre Geldanlage kümmern. Staats- und Unternehmensanleihen sind gute Instrumente für diesen Zweck, besonders wenn Sie älter werden und weniger risikobereit sind.