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Montag, 26. Januar 2015

Portfolio-Aktionsplan für 2015

“A man who does not think and plan long ahead will find trouble right at his door.” - Confucius

In meinem letzten Artikel „Mein ETF-Portfolio: Performance Details im Jahr 2014“ habe ich sehr detailliert über mein Portfolio und dessen Analyse berichtet. 

Was fange ich nun mit dieser Information an? In meinem Fall entscheidet meine heutige Anlageaufteilung über meine ETF-Käufe für 2015. Was ich dieses Jahr vor habe, wird das Thema dieses Artikels sein.

Meine optimale Gasamtanlageaufteilung ist folgende:
  • Aktien: 90%
  • Anleihen: 10%

Der Aktienanteil besteht aus diversen Aktien aus verschiedenen Regionen und Sektoren („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Meine Zielanlageaufteilung für meine Aktien sieht wie folgt aus:
  • Aktien aus den USA: 30%
  • Aktien aus Europa: 30%
  • Aktien aus Schwellenländern: 30%
  • Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland: 10%

Ende 2014 waren meine Anlagen folgendermaßen aufgeteilt:
  • Aktien: 89,3%
  • Anleihen: 10,7%

Der Aktienanteil im Detail:
  • Aktien aus den USA: 30,2%
  • Aktien aus Europa: 31,1%
  • Aktien aus Schwellenländern: 26,2%
  • Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland: 12,4%

Wenn ich diese Zahlen analysiere, wird mein Aktionplan für 2015 ziemlich klar.

Erstens gibt es keinen Bedarf etwas zu verkaufen, um die gewünschte Anlageaufteilung zu erreichen. Das würde ich machen, wenn zum Beispiel mein Aktienanteil 95% und der Anleihenanteil 5% wären. Mein nächster Kauf wird auf jeden Fall ein Aktien-ETF sein („Aktien-ETFs als Geldanlage“).

Zweitens gibt es auch keine Notwendigkeit meine Aktien-ETFs neu zu struktrieren. Das würde ich tun, wenn einer der Anteile 5%-Punkte vom Sollwert abweichen würde. Die Anzahl der Aktien aus Schwellenländern liegt 3,8% unter dem Sollwert. Meine Ersparnisse aus 2015 werde daher ich dafür nutzen, den Anteil  meiner  Aktien aus Schwellenländern näher an 30% zu bringen.

Ich habe vor, meinem Portfolio zuerst die folgenden zwei ETFs hinzu zu fügen:
  • iShares Core MSCI Emerging Markets IMI
  • db x-trackers MSCI Russia Capped Index

“iShares Core MSCI Emerging Markets” ist ein ETF von Blackrock. Dieser ETF hat eine Gesamtkostenquote (TER) von 0,25%, was ich sehr vorteilhaft finde („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“). Für meine langfristige Anlagestrategie erwarte ich eine hohe Rendite von diesem ETF („Wirtschaftswachstum, Technologie und Aktien“).

„db x-trackers MSCI Russia Capped Index“ habe ich bereits in meinem Portfolio („Krimkrise, Ukraine-Konflikt und russische Aktien“). Dieser ETF hatte 2014 einen Verlust von 22,9%. Nun könnte man denken, dass ich diesen ETF eigentlich verkaufen sollte. Das ist aber meiner Meinung nach das falsche Vorgehen. Meine Strategie hier ist „Buy-and-Hold“. Die wirtschaftliche Situation Russlands ist zur Zeit tatsächlich sehr schlecht. Das heißt aber nicht, dass diese Situation die nächsten 10 Jahre schlecht bleibt. Die Aktienmärkte haben gute und schlechte Zeiten. Die schlechten Zeiten sind eine Gelegenheit für Anleger, günstig zu kaufen.

Sobald der Anteil der Schwellenländeraktien 30% beträgt, werde ich die Aktien aus den USA, Europa und Asien-Pazifik langsam aufstocken, damit die 30%-30%-30%-10% Aufteilung erhalten bleibt.

Meine restlichen ETFs werde ich bis Ende 2015 behalten. Mein Plan ist sogar, diese Aktien- und Anleihen-ETFs mindestens bis 2025 zu behalten. Diese langfristige Anlagestrategie wird der entscheidende Faktor sein, meine finanzielle Freiheit schneller zu erreichen („Finanzielle Freiheit ist ein realisierbarer Plan“).

Montag, 14. Juli 2014

Warum sind Aktien die beste Geldanlage?

"The American economy is going to do fine. But it won't do fine every year and every week and every month. I mean, if you don't believe that, forget about buying stocks anyway... It's a positive-sum game, long term. And the only way an investor can get killed is by high fees or by trying to outsmart the market." – Warren Buffett

Ich bin der Überzeugung, dass Aktien die beste Geldanlage für langfristig orientierte Anleger sind („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“). Dieses Argument basiert natürlich nicht nur auf meinem persönlichen Glauben und meiner Hoffnung, sondern auf historischen Daten. Historisch gesehen haben Aktien im Vergleich zu ihren Anlagealternativen die beste Rendite für die Anleger gebracht.

Historische Zahlen sind keine Garantie für die Rendite der Zukunft, oder für das, was wir in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren von unserem Aktienportfolio erwarten können („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Die Zahlen sind aber die einzige verlässliche Information, die wir haben, um eine geschätzte Rendite mit statistischen Tools berechnen zu können. Hier kommen statistische Konzepte wie „Mittelwert“ und „Standardabweichung“ ins Spiel. Bei der Verwendung der historischen Zahlen in einer Simulation unterschiedlicher Szenarien können wir zum Beispiel mit 95%iger Wahrscheinlichkeit berechnen, was für eine Spanne unsere in der Zukunft zu erwartende Rendite haben wird.

Wenn ich Aktien zur besten Geldanlage kröne, meine ich eigentlich „im Vergleich zu anderen Geldanlagen“. Was sind denn die Alternativen?

Ich möchte auch betonen, dass ich, wenn ich „Aktien“ schreibe, nicht das bestimmte Unternehmen „X“ meine, sondern eine Mischung verschiedener Aktien. Die USA haben den größten Aktienmarkt mit einem Anteil von circa 34% der weltweiten Aktien. Für den amerikanischen Aktienmarkt stehen auch weit zurückgehende historische Zahlen zur Verfügung. Deswegen nehme ich den S&P 500 Index als Basis für meinen Vergleich. Dieser Index umfasst die Aktien von Fünfhundert der größten börsennotierten amerikanischen Unternehmen. 

Unten sehen Sie die Performance des S&P 500 Index im Vergleich zu alternativen Geldanlagen seit 1926.

Quelle: bogleheads

„Corporate Bonds“ sind Unternehmensanleihen, „Government Bonds“ sind Staatsanleihen und die Inflation entspricht generell dem Preiswachstum von Immobilien.

Die jährliche Rendite von S&P 500 und amerikanischen Staatsanleihen im Einzelnen finden Sie hier.
Trotz der Jahren, in den Aktien eine negative Rendite gebracht haben, zeigen uns die historischen Zahlen, dass man mit Aktien im Vergleich zu anderen Geldanlagen langfristig eine wesentlich höhere Rendite erzielen kann.

Warum Rendite für den Vermögensaufbau sehr wichtig ist, können Sie in meinem Artikel „Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnisse und Rendite“ nachlesen. 1% mehr Rendite kann in 20 Jahren einige Hunderttausend Euro Unterschied im Vermögen ausmachen.

Montag, 3. Juni 2013

In europäische Aktien investieren, EURO STOXX 50

"The Chinese use two brush strokes to write the word 'crisis.' One brush stroke stands for danger; the other for opportunity. In a crisis, be aware of the danger - but recognize the opportunity." - John F. Kennedy

In meinem Artikel „Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen“ habe ich den Anlegern vorgeschlagen, dass sie ihr Portfolio auf verschiedene Regionen verteilen sollen. In einem vereinfachten Musterportfolio ist eine balancierte Verteilung wie folgt:
  • 30% Aktien aus den USA
  • 30% Aktien aus Europa
  • 30% Aktien aus Schwellenländern
  • 10% Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland
In diesem Artikel möchte ich mich auf die europäischen Aktien konzentrieren. Erstens möchte ich nochmal betonen, dass ich den unerfahrenen und passiven Anlegern vom Erwerb einzelner Aktien abrate („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Stattdessen bevorzuge ich den Kauf von ETF’s, die meiner Meinung nach für langfristige Anleger das beste Rendite-Risiko-Verhältnis bieten („Aktien-ETFs als Geldanlage“).

Was ist denn nun der beste Weg, mit ETF’s in europäische Aktien zu investieren? Welche ETF’s sind im Börsenhandel erhältlich? Welche ETF’s haben die niedrigsten Kosten? Die einfachste Lösung ist es, einen ETF zu finden, der den EURO STOXX 50 Index abbildet.


Dieser Index besteht aus den Aktein von 50 Unternehmen aus der Eurozone, die eine große Marktkapitalisierung haben. 13 davon sind deutsche Firmen, z.B. BASF, Siemens, Bayer, Volkswagen, usw. Die anderen Firmen stammen hauptsächlich aus Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden.

Hier sind die passenden ETF’s, die den EURO STOXX 50 Index abbilden:
  • Amundi ETF EURO STOXX 50
  • ComStage ETF EURO STOXX 50
  • db x-trackers EURO STOXX 50 UCITS ETF
  • EasyETF Euro Stoxx 50
  • iShares EURO STOXX 50
  • Lyxor ETF EURO STOXX 50
  • UBS-ETF EURO STOXX 50

Diese ETF’s unterscheiden sich bei den Fondspositionen kaum. Die Kosten (TER) liegen zwischen 0,00% und 0,25%, was ich sehr kostengünstig finde. Wenn Sie einen von diesen ETF’s kaufen möchten, würde ich Ihnen definitiv empfehlen, dass Sie auf der Webseite der Fondsanbieter den Verkaufsprospekt lesen. Sie müssen verstehen, worum es bei der Geldanlage geht, bevor Sie Ihr Geld dort anlegen. Zusätzlich können Sie bei www.morningstar.de einen Report für die oben gelisteten ETF’s lesen. Meistens gibt es eine Analyse für diese Produkte. Mit einer Anmeldung haben Sie Zugriff auf eine Analyse und können ein Musterportfolio erstellen. Ich finde es sehr hilfreich.

Ich denke, dieser ETF ist ein guter Start für Anleger, die in europäische Aktien investieren wollen. Einige Leute werden sicherlich denken: EURO STOXX 50 Index enthält viele Firmen aus Ländern wie Spanien und Italien. Die sind doch in der Krise. Warum sollte ich diese Aktien kaufen?

Ich sehe es eher als Chance („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Ich denke, dass europäische Aktien historisch gesehen günstig sind. Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) liegt bei 12,1 (Stand Ende Mai 2013). Auf der Onvista-Seite können Sie sich eine Liste der Aktien im EURO STOXX 50 Index und deren KGV’s anschauen.

Die europäischen Staaten sind wegen ihrer hohen Verschuldung in der Krise. Die meisten Firmen, die global wirtschaften, sind eigentlich in einer besseren Lage. Sie machen Gewinn und zahlen weiterhin Dividenden. Außerdem bin ich der Meinung, dass die Eurokrise mittelfristig enden wird. Es ist nicht die erste Wirtschaftskrise in der Geschichte und es wird nicht die letzte sein. Das Aufholen der Börsen und hohe Renditen sind kurz vor dem Ende der Krise zu erwarten.

Quelle: onvista.de

Wie Sie in diesem Chart sehen, hat der EURO STOXX 50 Index noch viel Luft nach oben. Es ist wichtig zu beachten, dass Euro Stoxx 50 ein Kursindex ist. Das heißt, die Dividenden werden ausbezahlt und nicht reinvestiert. Der DAX Index ist im Gegensatz dazu ein Performanceindex. Deshalb müssen Sie aufpassen, wenn Sie die Charts miteinander vergleichen.

In meinem eigenen Aktienportfolio habe ich bereits iShares EURO STOXX 50 (WKN: 593395). Ich würde anderen Anlegern empfehlen, sich schlau über diese ETFs zu machen, wenn sie in europäischen Aktien investieren wollen. Natürlich müssen Sie vorher entscheiden, ob Sie ein langfristiger Anleger sind („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“) und ob Sie verstanden haben, wie Ihr Wunsch-ETF funktioniert („finanzielle Bildung“).

Ich den nächsten Artikeln werde ich einige alternative ETFs vorstellen.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Diversifikation Ihres Portfolios - Regionen

“Research shows that a stock portfolio with investments around the world is likely to yield, in the long run, higher return at a lower level of volatility than a simple, diversified, single nation portfolio. This is what we have always done, as the results of the Templeton Growth Fund, Ltd. have shown.” – John Templeton 

Diversifikation Ihres Aktienportfolios ist eine entscheidende Handlung, um langfristig hohe Renditen zu erzielen. Sie müssen diverse Aktien aus verschiedenen Regionen und Sektoren besitzen („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Welcher ist der optimale Weg, das Portfolio so zu gestalten, damit Sie mehrere Regionen und Sektoren in Ihrem Aktienportfolio abdecken können?

Auf der Welt gibt es zahlreiche Börsen. Fast in jeder Volkswirtschaft gibt es mindestens eine Börse, in der die Anleger investieren können. Die wichtigsten Börsen, die eine sehr große Marktkapitalisierung haben, bilden jedoch die große Mehrheit der Weltwirtschaft ab. Diese Börsen werden in geographischen Regionen gebündelt und meistens unter dem Namen der Regions zusammengefasst.

Für meine Anlagestrategie verteile ich mein Portfolio auf drei Regionen aus entwickelten Ländern: USA, Europa und Japan/Pazifik.

Dazu gibt es die Börsen, die über Jahre stark wachsen und immer wichtiger werden. Diese Börsen werden unter dem Begriff „Emerging Markets“ gebündelt. Diese Börsen haben geographisch nicht viel miteinander zu tun, haben aber gemeinsam, dass sie von Schwellenländern sind, deren Wirtschaft jeweils stärker wächst als die der entwickelten Länder.

Für eine bessere Vorstellung können Sie bei Wikipedia eine Liste der Wertpapierbörsen und der Top 20 Börsen mit der besten Marktkapitalisierung abrufen (http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_stock_exchanges).

Die Börsen in dieser Liste werden in den nächsten zehn Jahren eine ganz unterschiedliche Performance haben. Einige werden vielleicht über 200% Rendite bringen. Ein großer Teil wird zwischen 50% und 150%, einige zwischen 0%-50%, einige sogar eine negative Rendite haben. Es ist unmöglich zu prophezeien, welche Börse die beste Rendite bringen wird. Es wäre ein Zufall, den Bestperformer kontinuierlich auswählen zu können („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Wenn jemand Ihnen dies verspricht, glauben Sie ihm nicht. Er ist ein Lügner und Betrüger („Aktienfonds als Geldanlage“).


Diversifikation nach Regionen erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Bestperformer zu erwischen. Aktienkurse generell haben seit langer Zeit einen Trend nach oben („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Die Unternehmen machen Gewinn, erhöhen ihren Umsatz und geben Dividenden an die Aktionäre ab. Aktienkurse sind aber volatil, weil sie von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Mit dem Besitz diverser Aktien aus verschiedenen Regionen werden die Gesamtvolatilität und das Risiko Ihres Portfolios reduziert. Das läuft auf ein gesundes Portfoliowachstum hinaus.

Wenn Sie in Ihrem Portfolio nur Aktien aus einer bestimmten Region oder einem bestimmten Land besitzen (z.B. nur aus Europa oder Deutschland), ist die Performance Ihres Portfolios abhängig von der Performance dieser Wirtschaftsregion. Politische Faktoren, geringes Wirtschaftswachstum oder regionale Krisen können diese Performance stark beeinflussen. Meiner Meinung nach ist es dann kein gesundes Portfolio und es gefährdet die Rendite (hohes Risiko).

Wie Sie Ihr Geld am besten zwischen Regionen diversifizieren können, ist ein sehr umstrittenes Thema. Jeder Experte hat eine andere Meinung. Es ist Ihre Verantwortung, sich ein paar Gedanken darüber zu machen und Ihr Portfolio zu gestalten.

Die folgende Verteilung ist ganz simpel und kann als Beispiel dienen, wie Sie Ihr Portfolio zwischen verschiedenen Regionen verteilen können.
  • 30% Aktien aus den USA 
  • 30% Aktien aus Europa 
  • 30% Aktien aus Schwellenländern 
  • 10% Aktien aus Japan/Pazifik
Im nächsten Artikel werde ich die verschiedenen Regionen näher beleuchten und die passenden ETFs für diese Regionen vorstellen.

Montag, 6. Mai 2013

Lege nicht alle Eier in einen Korb


”Don’t put all your eggs in one basket.” – Famous Proverb

Sie sparen monatlich eine gewisse Summe Geld und Sie konnten bis jetzt auf Ihrem Tagesgeldkonto ein kleines Vermögen aufbauen („Wie hoch ist Ihr Nettovermögen“). Sie sind überzeugt, dass Aktien langfristig die beste Geldanlage sind und möchten in Aktien investieren („Aktien als Geldanlage“). Wie sollten Sie dies nun anstellen, damit Sie langfristig eine hohe Rendite auf Ihr Vermögen bekommen?

Die Gestaltung des Portfolios ist eine der schwierigsten Herausforderungen, die ein Anleger hat. Diese Aufgabe wird oft ignoriert oder unterschätzt. Viele Menschen kaufen einfach willkürlich „Aktien“ und nennen sich selber Anleger („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Sie hoffen danach, dass der Kurs von diesen Aktien steigt und sie reich werden. Für mich ist dies keine rationale Anlagestrategie, sondern reine Spekulation („Gold als alternative Geldanlage“). Mit einer falschen Aktienauswahl bekommen die Spekulanten keine gute Performance ihres Portfolios und beschuldigen die Finanzmärkte und Weltwirtschaft. Wie Sie Ihr Portfolio gestalten, ist eine strategische Entscheidung, die Ihre Rendite direkt beeienflusst („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). 


Die Hauptregel, um über lange Zeit durchschnittlich gute Rendite zu erzielen, ist „Diversifikation“. Diversifikation ist die Verteilung Ihres Geldes auf verschiedenen Aktien mit dem Ziel Ihr Risiko zu streuen („Risiko bei Geldanlagen“). Diversifikation kann man mit dem Sprichwort „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ erklären. Das heißt, Sie sollten Aktien aus verschiedenen Märkten (Länder und Regionen) und Sektoren besitzen. Außerdem sollen Sie innerhalb eines bestimmten Marktes diverse Aktien besitzen (Large-Cap-, Small-Cap-, Value-, Growth-Aktien). Es ist empfehlenswert, Anteile von allen Aktien auf einem bestimmten Aktien-Index zu besitzen. Das eliminiert die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit Ihrem Portfolio wegen falscher Aktienauswahl hinter der Marktperformance zurückbleiben. Viele Anleger überschätzen Ihre Fähigkeiten, den Markt zu schlagen und sind oft hiermit nicht erfolgreich. Aus diesem Grund empfehle ich Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“), weil diese die Möglichkeit bieten, in den Gesamtmarkt zu investieren.

Ein vielfältiges Portfolio mit Aktien aus der ganzen Welt klingt attraktiv. In der Praxis ist es sehr aufwändig, jede einzelne Aktie zu analysieren und zu kaufen. Eigentlich übernehmen die Investmentfonds („Aktienfonds als Geldanlage“) diese Aufgabe für Sie und versuchen Ihr Geld auf verschiedenen Aktien zu verteilen. Natürlich ist der Preis dafür sehr hoch („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“). Ich empfehle deshalb die Aktienfonds nicht, weil die Gebühren die erwartete Rendite stark reduzieren. Was ist dann der beste Weg, ein diverses Portfolio aufzubauen?

Mein Vorschlag: Bauen Sie Ihr Portfolio selber durch Erwerb diverser Aktien-ETFs auf. Ich weiß, dass es für Anfänger nicht leicht ist. Sie müssen sich über die ETF-Angebote schlau machen („Finanzielle Bildung“) und sich überlegen, welche ETF Sie kaufen möchten. Außerdem müssen Sie kalkulieren, wie Sie die richtigen Gewichtungen für eine gesunde Mischung behalten.

Ich werde in den nächsten Artikeln meine Vorschläge veröffentlichen, wie Sie Ihr Portfolio mit ETF’s gestalten können. Außerdem werde ich einige passende ETF’s vorstellen, die Sie über Ihre Bank oder Broker wie Aktien einfach kaufen können. Trotzdem würde ich bei meinen Lesern definitiv anregen, dass sie die ETF-Welt selber erkunden und verstehen, wie ETF’s funktionieren. Gehen Sie einfach auf die Webseite der größten ETF-Anbieter Deutschlands, lesen Sie die Informationsmaterialien und schauen Sie sich die Angebote an.

Die fünf größten ETF-Anbieter Deutschlands sind die folgenden: iShares, DB X-trackers, Comstage, Lyxor und Amundi.

Ich befürworte die Idee, dass Menschen für ihr Leben und ihre Finanzen selber verantwortlich sein sollen. Im Thema Portfoliogestaltung sollten sie auch die Verantwortung selber übernehmen, wenn sie hohe Rendite erzielen möchten. Es ist nötig, dafür am Anfang Zeit zu investieren. Aber wenn Sie Ihr ideales Portfolio einmal erstellt haben, ist der erste wichtige Schritt getan. Der Rest besteht darin Geld zu sparen und dieses Geld laut Ihrem Plan anzulegen.

Donnerstag, 25. April 2013

Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage?


"Over the long term, the stock market news will be good. In the 20th century, the United States endured two world wars and other traumatic and expensive military conflicts; the Depression; a dozen or so recessions and financial panics; oil shocks; a flu epidemic; and the resignation of a disgraced president. Yet the Dow rose from 66 to 11,497.” –Warren Buffett

Die historische Performance von Aktien zeigen, dass Aktien langfristig gesehen die beste Geldanlage sind („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Was bedeutet aber langfristig? Ab welchem Zeitraum kann man von langfristig sprechen? Wie viele Jahre sind das? Wann ist es also sinnvoll in Aktien zu investieren?

Ein Grund, warum Aktien die beste Rendite bringen, ist, dass sie eine Risikoprämie haben. Hohe Rendite und hohes Risiko gehen Hand im Hand („Risiko bei Geldanlagen“). Das heißt, es ist möglich, dass die Aktienkurse fallen und Wertverluste entstehen. Statistisch gesehen steigen die Aktienkurse circa in zwei Dritteln der Jahre und sinken in einem Drittel. Es gibt also eine 33%ige Wahrscheinlichkeit, dass die Aktienindexe (DAX, Dow Jones, usw..) im kommenden Jahr eine negative Performance haben werden. Weiter gerechnet gibt es eine 11%ige (1/3 x 1/3) Wahrscheinlichkeit, dass die Aktienkurse in den nächsten zwei Jahren in Folge sinken werden. 

Die Risikobereitschaft, in Aktien zu investieren wird belohnt: Hohe Rendite („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Die Jahre, in denen Aktienkurse steigen (Bull-Jahre) kompensieren den Verlust der Jahre, in denen die Aktienkurse sinken (Bär-Jahre). Weil Bull-Jahre langfristig häufiger vorkommen als Bärjahren, nämlich ungefähr doppelt so oft, hat man über einen langfristigen Zeitraum eine positive Performance.

Aus diesem Grund macht es völligen Sinn in Aktien zu investieren, wenn Sie Ihr Geld langfristig anlegen möchten. Der Zeitraum sollte mindestens fünf Jahre betragen, um die Verlustwahrscheinlichkeit zu minimieren. Es gibt einen Unterschied zwischen einen Anleger und einem Spekulanten. Der Anleger denkt langfristig und legt sein Geld für die nächsten 5-10-15 Jahren an. Er kennt und vertraut auf die langfristige Performance von Aktien und bastelt dementsprechend seine Anlagestrategie. Der Spekulant kauft eine Anlage und hofft, dass die Kurse in den nächsten Monaten steigen („Gold als alternative Geldanlage“). Wenn Sie die erfolgreichen Investoren der Geschichte betrachten, werden Sie feststellen, dass fast alle langfristige Anleger und keine Spekulanten sind.

Wie gesagt, wenn Sie Ihr Geld in Aktien investieren möchten, sollten Sie über die nächten fünf Jahre  oder länger planen. Wenn Sie gerade für ein Auto, eine Anzahlung für eine Immobilie oder für Ihre Hochzeit sparen und das Geld in den nächsten fünf Jahren brauchen werden, sind Aktien für Sie nicht die passende Geldanlage. Mein Vorschlag ist, für kurzfristiges Sparen die folgenden Geldanlagen in Betracht zu ziehen: 

0-1 Jahr – Tagesgeldkonto („Tagesgeldkonto eröffnen“)
1-2 Jahre – Festgeldkonto („Festgeldkonten als sichere Anlage“)
2-5 Jahren – Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen mit passender Laufzeit („Wie funktionieren Anleihen“)

Ein Investment in Aktien machen erst Sinn, wenn Sie dieses Geld in den nächsten 5-10 Jahren nicht brauchen. Es ist meistens das Geld für Ihre private Altersvorsorge oder für Ihre finanzielle Freiheit. Kaufen und abwarten ist die bevorzugte Strategie für unerfahrene Anleger. Wenn Sie langfristig denken und geduldig sind, werden Sie hohe Renditen mit Ihren Aktiengeldanlagen erleben.



Donnerstag, 4. April 2013

Aktien-ETFs als Geldanlage


"A very low-cost index is going to beat a majority of the amateur-managed money or professionally-managed money." – Warren Buffett

In den Artikeln “Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger” und “Aktienfonds als Geldanlage“ habe ich geschrieben, dass ich unerfahrenen Anlegern diese zwei Arten von Aktieninvestments nicht empfehlen würde. Aber wie sollen diese denn am besten in Aktien investieren? Die Antwort liegt hier bei den Aktien-ETFs.

Exchange Traded Funds (ETFs) sind eine Art von Investmentfonds, die an den Börsen notiert sind und wie Wertpapiere - zum Beispiel Aktien - gehandelt werden. Die meisten ETFs sind sogenannte Indexfonds, die einen Aktien- oder Anleihenindex nachbilden. Einige ETFs bilden außerdem andere Indexe wie Rohstoffe oder Gold nach. Aktien-ETFs sind diejenigen ETFs, mit denen Sie ausschließlich in Aktien investieren können.

ETFs sind ähnlich wie Aktienfonds, aber mit einem kleinen und wichtigen Unterschied. Sie werden nicht von einem Fondsmanager verwaltet.  Da ETFs die wichtigen Aktienindexe nachbilden, wird der Bestand von einem ETF „passiv“ über ein Computeralgorithmus verwaltet. Die Aktienauswahl, nämlich die Nachbildung von einem Aktienindex, geschieht durch die Replikation der weltweiten Indexe. Es gibt hunderte Indexe, die von ETF’s repräsentiert werden und in die Sie Ihr Geld anlegen können. Die bekannteste davon sind DAX, Dow Jones, S&P 500, FTSE, Nikkei, MSCI World, usw.. In diesem Zusammenhang ist es wichtig für den Anleger diese Indexe kennenzulernen.

Quelle: emagazine.com

Vorteile von ETFs

Kosten: Kosten sind einer der Hauptgründe, warum ich ETFs dem unerfahrenen Anleger empfehlen würde. Aufgrund der fehlenden Verwaltungsgebühren und der niedrigen Vermarktungskosten von diesen Produkten sind die jährlichen Gebühren von ETFs im Vergleich zu Aktienfonds viel niedriger. Sie können die meisten ETFs zu Gebühren zwischen 0,16% und 0,50% jährlich erwerben. Einige exotischere ETF’s, zum Beispiel diejenigen, die in die Türkei oder Vietnam investieren, haben jährliche Gebühren von bis zu 0,85%. Diese Kosten werden Ihre Rendite immernoch leicht reduzieren. Es ist aber nicht so dramatisch wie bei den Aktienfonds, die zwischen Kosten in Höhe von 1%-4% haben.

Passive Geldanlage: Eine Investment in ETFs macht Sinn für den unerfahrenen und passiven Anleger, der langfristig denkt und nicht wöchentlich die Aktienkurse nachverfolgen möchte. Die ETF-Anleger brauchen die Geschäftsberichte von Unternehmen nicht zu lesen und zu verstehen. Meiner Erfahrung nach passt diese Beschreibung auf einen großen Teil der deutschen Anleger. ETFs sind passive Geldanlagen. Die Anleger brauchen nicht mehrmals pro Jahr durch Verkäufe und Zukäufe zu versuchen, den höchsten Gewinn zu erzielen. Natürlich sollten Sie einen Überblick über Ihr Portfolio haben. Sie brauchen aber nicht jede einzelne Aktie im Bestand von Ihrem ETF zu analysieren.

Rendite: Die Aktien-ETFs bringen Ihnen dieselbe durchschnittliche Rendite, die die Aktienmärkte bringen werden. Nicht mehr und nicht weniger (die Gebühren müssen Sie natürlich abziehen). Hiermit wird die Gefahr eliminiert, dass der Anleger sein Geld in die falsche Aktie anlegt. Der Fakt, dass Aktien langfristig gesehen die beste Geldanlage sind, ist vielen klar und ist in der Finanzliteratur leicht zu finden („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Was nicht klar ist, ist das Risiko von einzelnen Aktien und die kurzfristige Bewegung von Aktienkursen. Wenn Sie langfristig denken und Ihr Geld in Aktien-ETFs investieren, werden Sie die kurzfristigen Schwankungen der Aktienkursen ignorieren und von der Rendite von Aktien profitieren können.

Aus diesen Gründen halte ich ETFs  für eine der besten Anlagearten für den unerfahrenen Anleger. Niedrige Kosten, gute Rendite und der geringe Aufwand von ETFs sind die Hauptvorteile für den passiven Anleger. Ein gutgemischtes Portfolio mit diversen ETFs aus den Weltindexen ist ein starker Baustein für Ihren Vermögensaufbau und Ihre finanzielle Freiheit.

Auch für ambitionierte Anleger, die in individuelle Aktien investieren wollen, sind ETFs empfehlenswert für eine gesunde Auffächerung des Portfolios.


Montag, 1. April 2013

Aktienfonds als Geldanlage


“The best financial advisors do not have to work as a financial advisor.” - Anonymous
Sie möchten in Aktien investieren, aber haben wenig Erfahrung damit. Sie haben wenig Zeit und Motivation, in Ihre finanzielle Bildung zu investieren. Sie haben auch nicht die psychologische Bereitschaft, in individuelle Aktien zu investieren. Was sollen Sie tun?

Die Antwort Ihres Bankberaters auf diese Frage wird sein: „Kaufen Sie Aktienfonds von unserer Bank! (oder von einem großen Investmenthaus)“. Dieser Fonds hat ein niedriges Risiko und einen Star-Fondsmanager. Die historische Performance (meistens bis zu maximal 3 Jahren in die Vergangenheit) ist phänomenal. Und Bla-Bla.. Weitere Verkaufsargumente.

Es ist eigentlich dem Bankberater egal in was Sie investieren, solange er seine Verkaufsprovision bekommt und seine Verkaufsquoten erfüllt. Hiermit werden Bankberater zu Verkäufern gemacht. Sie werden versuchen die Produkte zu verkaufen, bei denen sie die höchste Provision bekommen. Das liegt in der Natur des Menschens.


Es gibt viele Aktienfonds, die gute Rendite gebracht haben. Viele sind langfristig gesehen auf jeden Fall eine bessere Geldanlage als Tagesgeldkonten. Morningstar (www.morningstar.de) ist ein Finanzanalyseunternehmen und bietet sehr ausführliche Informationen über Aktienfonds, wenn Sie interessiert sind und mehr über einzelne Fonds erfahren möchten. Trotzdem bin ich nicht der beste Freund von Aktienfonds, und zwar aus folgenden Gründen:

Kosten:

Der Bankmanager und die Bank investieren Ihr Geld für Sie nicht als Gefallen, sondern gegen eine Gebühr. Ich finde diese Gebühren extrem hoch. 1% bis 4% jährliche Kosten fallen für solche Fonds an. Diese Kosten fressen Ihre Rendite auf wie eine Steuer. Über Jahren summieren sich diese Gebühren zu hohen Summen und reduzieren den Zinseszinseffekt Ihrer Geldanlage („Der Zinseszinseffekt“). Eine Rendite von 10% sinkt mit einer Gebühr von 3% auf 7%. Diese 3% können Ihre finanzielle Freiheit um mehrere Jahre verzögern („Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“).

Auswahl:

Wie können Sie sicher sein, dass Ihr Fondsmanager eine bessere Rendite erzielt als andere Fondsmanager und der Marktdurchschnitt? Ist er klüger und hat geheime Tipps oder Insiderinformationen? Die Fondsbetreiber müssen die Inhalte ihres Fondsbestands veröffentlichen. Das heißt, jeder weiß was sie tun. Die Handlungen von sogenannten Starmanagern werden nachverfolgt und von anderen wiederholt, so dass die Rendite letztendlich sinkt. Viele Investmentfonds sind so groß, dass es mittlerweile fast unmöglich ist, dass sie eine überdurchschnittliche Marktperformance haben, weil sie den Markt selber bestimmen.

Historische Performance:

Wie können Sie sicher sein, dass die historische Performance von einem Fonds weiter fortgeht? Es gibt keine Garantie, dass ein Fonds, der drei Jahre in Folge eine überdurchschnittliche Marktperformance hatte, diese auch im vierten Jahr haben wird. Die historische Performance könnte reiner Zufall sein (eigentlich sind die Chancen hoch. In 1/8 der Fälle klappt das). Die Banken und die Investmenthäuser vermarkten nur ihre erfolgreichen Produkte. Die „Low-Performer“ werden geschlossen und in einen „High-Performer“ integriert, damit die Bilanzen sauber bleiben.

Aus diesen Gründen unterstütze ich den Kauf von Aktienfonds ungern. Trotzdem möchte ich sagen, dass es besser ist, in Aktienfonds zu investieren als gar nichts oder in Tagesgeldkonten. Einige von diesen Fonds mit niedrigeren Gebühren sind gute Alternativen zu direktem Kauf von individuellen Aktien, wenn Sie sich mit dem Thema nicht gut auskennen.