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Mittwoch, 7. Mai 2014

Eine Wirtschaftliche Analyse vom Kaffeekonsum im Haushalt

“If this is coffee, please bring me some tea; but if this is tea, please bring me some coffee.” - Abraham Lincoln

Kaffee ist in Deutschland noch vor Bier das beliebteste Getränk. Pro Kopf werden durchschnittlich jedes Jahr 6,9 kg Kaffee konsumiert. Dies entspricht pro Kopf circa 2,6 Tassen täglich. Rund um Kaffee gibt es ein großes Geschäft, bei dem Produzenten, Importeure, Händler, Supermärkte, Gastronomie und natürlich der Staat eine Menge Geld verdienen. 2315 Tassen Kaffee werden in Deutschland pro Sekunde getrunken (Quelle: Tchibo Kaffeereport 2013)

84,6% des Kaffeekonsums in Deutschland finden zu Hause statt. In unserem Haushalt werden auch circa 4 Tassen Kaffee pro Tag getrunken. Da unsere Kaffeepadmaschine nach acht Jahren Betrieb nicht mehr so toll funktioniert, haben wir uns entschieden, eine neue Maschine zu kaufen. Auf dem Markt gibt es mittlerweile verschiedenste Modelle: Von simplen Filtermaschinen,  Espressokochern, Pad- und Kapselmaschinen bis zu Kaffeevollautomaten mit integriertem Milchaufschäumer. Unser Kaffeekonsum ist nicht gering, deshalb wollte ich mich darüber schlau machen, wie viel Kosten beim Kauf der Kaffeemaschine und während unseres Kaffeegenusses in den nächsten Jahren enstehen werden.

Weil ich keinen Filterkaffee mag und genug löslichen Kaffee auf der Arbeit trinke, bleiben uns drei Optionen für unsere neue Kaffeemaschine. Ich habe diejenigen ausgesucht, die unseren Erwartungen entsprechen und auf Amazon in der Bestsellerliste sind.
  1. Philips HD 7810/60 Kaffeepadmaschine Senseo für 54 €
  2. Krups KP 1006 Nescafé Dolce Gusto Kaffeekapselmaschine für 58 €
  3. DeLonghi ECAM 22110B Kaffee-Vollautomat für 279 €

Wenn man sich nur die Kaufpreise anschaut, erscheinen die Padmaschine und die Kapselmaschine als gute Alternativen. Es macht aber keinen Sinn, nur die Anschaffungskosten zu betrachten. Es kommen noch die Wartungskosten, hauptsächlich für Entkalkung, und natürlich die dauerhaften Kosten für den Kaffee dazu. Diese beiden Faktoren sind die sich wiederholenden Kosten, die mich besonders interessieren ("Analysieren Sie Ihre Ausgaben").

Es gibt sicherlich auch andere Gründe als Preis und Kaffeekosten, die die Kaufentscheidung beinflussen. Der Geschmack, die Praktikabilität, Zusatzoptionen wie Milchaufschäumer, was für eine Maschine der Nachbar hat, usw.. Der Kaffee aus dem Vollautomat schmeckt wahrscheinlich am besten, aber Nespresso-Maschinen sind sehr praktisch. Lasst uns aber die finanzielle Seite betrachten ("Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden").

Ein Kilogramm Rohkaffee zu produzieren, kostet den Kleinbauern in Kenia 1,60 € und in Brasilien circa 2 € für die Sorte Arabica. Die kenianischen Produzenten verkaufen dann diesen Kaffee an den Händler für minimum 2,40 €, die Brasilianer für 3,60 €. Die Kaffeebauern bekommen also so viel Geld für ein Kilogramm Kaffee, wie wir in Deutschland für eine Tasse in einem Café zahlen. Eine Tasse wird übrigens aus 7 Gramm Kaffeebohnen gemacht.

Neben dem Produzenten verdienen die lokalen Händler, die Importeure und die Verpacker in Deutschland Einiges. Die Kaffeeindustrie in Deutschland ist ein Oligopol: sechs Anbieter, darunter Tchibo und Aldi, teilen sich 85 Prozent des Marktes (Quelle: Wikipedia). Am Ende kommen noch die Supermärkte und die Läden dazu. Nicht zu vergessen ist der Staat mit einer Mehrwertsteuer von 19% und der Kaffeesteuer. Wussten Sie, dass in Deutschland auf Röstkaffee eine Steuer von 2,19 €/kg, auf löslichen Kaffee eine Steuer von 4,78 €/kg erhoben wird? Sie geht zurück auf ein Gesetz noch aus Preussen im  Jahre 1781, das immer noch gültig ist. Der Betrag wurde seitdem natürlich mehrmals angepasst. Diese Steuer gibt es in Europa sonst nur noch in Belgien und Dänemark. So viel zu Steuersenkungen.. ("Steuererklärung, Steuerrückzahlungen und Vermögensaufbau")

Ich wollte mal ausrechnen, wie viel ich in meinen drei Maschinenoptionen für den Kaffee zahlen würde, der vom armen Bauern aus Indien für circa 3,50 € pro Kilogram gekauft wurde. Hier sind die aktuellen Preise, die ich ausgesucht habe: 
  • Pads: 0,08 € pro Pad im Discounter bis 0,16 € pro Pad von Senseo
  • Kapseln: 0,19 € pro Kapsel im Discounter bis 0,40 € pro Kapsel von Nespresso (einige Sorten noch teurer)
  • Bohnen: 7 € pro Kilogramm im Discounter bis 12 € pro Kilogram bei Tchibo (kann im Fachgeschäft noch viel teurer werden)

Man muss natürlich Äpfel mit Äpfeln vergleichen. Man hat circa 7 Gramm Kaffee in einem Pad oder einer Kapsel. Die Preise pro Kilogramm sind folgende:
  • Pads:  zwischen 11 € - 22 €
  • Kapseln: zwischen 27 € - 57 €
  • Bohnen: zwischen 7 € - 12 €

Wenn ich diese Preise sehe, denke ich: „So wird Geld gemacht“. Einige Schlaue von Nestlé haben es geschafft, den Kaffee in Alukapseln zu packen, mit George Clooney zu werben und ihn uns 16-mal teurer zu verkaufen. Respekt!


In meinem nächsten Artikel werde ich weiter auf meine Kalkulation eingehen, wie ich entschieden habe, welche Kaffeemaschine gekauft wird.

Dienstag, 14. Januar 2014

Ein finanzieller Rückblick auf 2013 - Ausgaben

“I have learned to seek my happiness by limiting my desires, rather than in attempting to satisfy them.” ― John Stuart Mill

Ich möchte meinen Artikel “Ein finanzieller Rückblick auf 2013 – Einnahmen” fortsetzen und über meine Erfahrungen, wie ich meine Ausgaben im letzten Jahr reduziert habe, berichten. Ich hoffe, dass diese Tipps von meinen Lesern angewandt werden können. Das Ziel “Ausgaben reduzieren” ist genauso wichtig wie “Einnahmen erhöhen”. Es ist sogar viel einfacher und liegt mehr im eigenen Einflussbereich.


Ausgaben reduzieren


Wie gesagt liegen Ihre Ausgaben in Ihren Händen. Sie können Ihre Ausgaben in einigen Schritten reduzieren. Ich habe meinen Aktionsplan für 2013 durchgesetzt und konnte meine Ausgaben um 13,4% reduzieren. Dieses Geld wird direkt für meinen Vermögensaufbau verwendet.

Der Hauptfaktor für diese Reduzierung waren nämlich meine Barausgaben. Ich muss ehrlich sagen, dass ich früher meine Bargeldausgaben nicht richtig mit Disziplin nachverfolgt habe. Deswegen hatte ich eine Menge Ausgaben, die ich nicht zuordnen konnte. Vermutlich habe ich das Geld für Ausgehen (“Kosten von Getränken beim Feiern und Ausgehen”) oder Essen im Restaurant ausgegeben. Mittlerweile versuche ich, vieles mit EC-Karte zu bezahlen und trage meine Bargeldausgaben in einer Smartphone-App (Cashtrails) ein. Ob bewusst oder unbewusst, man gibt so weniger Geld aus.

Der zweitgrößte Beitrag kommt durch geringere Kosten für Urlaub (“Versuchungen Geld auszugeben, Eindrücke aus einem Sommerurlaub”). Rechtzeitige Planung und bewussteres Reisen haben mir sehr geholfen (“Flugpreise als Bestandteil von Reisekosten”). Die Reiseziele spielen auch eine wichtige Rolle.

Die drittgrößte Reduzierung meiner Ausgaben ergab sich aus meiner Kündigung der Mitgliedschaft im Fitnessstudio (“Fitnessstudio, Konten abbauen um Muskeln aufzubauen”). 588 € sind in meiner Tasche geblieben!!

Außerdem gibt es die folgenden kleineren Posten, die sich zusammen addieren:


Die jährliche Analyse der Ausgaben ist eine sehr interessante Übung. Mit dieser Übung können Sie Ihre Gewohnheiten erkennen und sehen, wo das ganze Geld hingeht. Diese Übung würde ich jedem definitiv empfehlen. Man sieht Ausgaben, die man normalerweise einfach ignorieren würde. Ein Vergleich mit Freunden und Bekannten kann sehr interessante Einblicke erwecken.

Sonntag, 27. Oktober 2013

KFZ-Versicherung, Vergleich und Wechsel

“There are worse things in life than death. Have you ever spent an evening with an insurance salesman?” - Woody Allen

In der letzten jährlichen Analyse meiner Ausgaben („Setzen Sie sich finanzielle Ziele für das kommende Jahr“) habe ich festgestellt, dass ich die Ausgaben für mein Auto reduzieren sollte. Die KFZ-Steuer, Benzinkosten, Wartung, Öl- und Reifenwechsel und die Kfz-Versicherung addieren sich schnell zu einer relativ hohen Summe. Die Kfz-Versicherung macht einen großen Teil dieser Ausgaben aus. Diese Ausgabe möchte ich nächstes Jahr wesentlich reduzieren.


Ehrlich gesagt habe ich beim Kauf meines Autos über die Kfz-Versicherung nicht viel nachgedacht. Ich hatte Null Fahrerfahrung in Deutschland, die ich beweisen konnte. Um 240% Schadenfreiheitsklasse (SF 0) zu vermeiden, habe ich über einen Bekannten einen Versicherer gefunden, mit dem ich 140% (SF 1) vereinbaren konnte. Seit drei Jahren bin ich bei diesem Versicherer und zahle halbjährlich fleißig gutes Geld. Die Beiträge waren dieses Jahr insgesamt 616 € für die Haftpflichtversicherung.

Wie mein Freund Barthelemy Piat in seinem Gastartikel „Warum Treue sich nicht immer lohnt“ empfohlen hat, habe ich im Internet die Angebote verglichen. Ich habe dafür mehrere Vergleichsportale wie www.check24.de, www.verivox.de und www.transparo.de benutzt. Die Ergebnisse haben mich sehr schockiert. Ich hatte schon was Günstigeres für meine SF-Klasse erwartet, so vielleicht 100-150 € günstiger. Das günstigste Angebot von einem seriösen Versicherer liegt bei 255 €!! Also 361 € günstiger, was fast 60% entspricht.

Ich habe sofort eine Kündigung an meinen Versicherer geschrieben. Innerhalb von 2 Wochen war die Kündigung bestätigt. Danach habe ich online einen neuen Versicherungsvertrag abgeschlossen. Fertig! Für circa 1,5 Stunden Arbeit werde ich nächstes Jahr einfach 361 € sparen („Wie man sich ohne Nebenjob einen Stundenlohn schafft“).

Ich denke, es gibt viel mehr Sparpotenzial, wenn man dazu noch eine Kaskoversicherung hat.

Hier sind die 4 einfachen Schritte für Kfz-Versicherungs-Vergleich und -Wechsel:

  • Halten Sie Ihren Fahrzeugbrief bereit
  • Nutzen Sie die obengenannten Vergleichsportale für einen Kfz-Versicherungs-Vergleich
  • Kündigen Sie Ihrem jetzigen Versicherer bis zum 30.November (Stichtag) per Post
  • Schließen Sie den neuen Versicherungsvertrag ab
Um den Rest kümmert sich der Versicherer und Sie bekommen eine Bestätigung per Post.

Hier zu beachten:
  • Bitte verpassen Sie die Kündigungsfrist nicht. 
  • Nicht unbedingt den günstigsten Versicherer nehmen. Schauen Sie sich die Kundenbewertungen für die Versicherer an.

Montag, 7. Oktober 2013

Teure Hobbies und Vermögensaufbau

“Making money is a hobby that will complement any other hobbies you have, beautifully.” - Scott Alexander

Ich habe viele Freunde und Bekannte, die überdurchschnittlich hohe Einkommen haben. Manche von ihnen haben das folgende Problem: „Geldüberfluss“

Ja, ihr Problem ist nicht, dass sie zu „wenig verdienen“. Sie verdienen gut genug, dass sie jeden Monat eine bestimme Summe Geld für ihren Vermögensaufbau anlegen können („Zwei Methoden, die Ihnen Sparen garantieren“). Sie wissen aber nicht, wie sie ihr Geld anlegen sollen. Tagesgeldkonto bringt ja fast nichts („Tagesgeldkonto eröffnen“). Was machen sie stattdessen? Sie geben ihr Geld für teure Hobbies aus. Diese Hobbies dienen als Ausgleich für die 45-50 Stunden pro Arbeitswoche; quasi eine Entschädigung, um Karriere und hohe Arbeitsstunden zu rechtfertigen. Ähnlich ist es bei manchen Leuten, die an den Wochenenden fürs Partymachen viel Geld ausgeben („Kosten von Getränken beim Feiern und Ausgehen“).


Hier sind ein paar teure Hobbies, um zu verdeutlichen, wovon ich spreche:
  • Skifahren – der Klassiker bei den Gutverdienern. Das ist mittlerweile wie ein Statussymbol.
  • Fernreisen – Urlaub in Fiji, Argentinien oder Australien. Je weiter weg, desto cooler.
  • Golf spielen – Importiert aus den USA? In Deutschland vergrößert man aber damit sein Netzwerk im Hinblick auf weitere Geschäfte nicht, wie man es in den USA beim Country Club tun würde.
  • Reiten – Nur die schönste Sportart für meine Tochter.
  • Motorradfahren – Der Besitz eines superschnellen Motorrads mit hohen Wartungskosten.
  • Tauchen – Das wäre nicht teuer, wenn man nicht 2000 km entfernt von den schönsten Tauchorten wohnen würde.
  • Segeln – Ich sehe kein blaues Meer mit herrlichem Wetter in NRW.
  • Luxusauto – Hobby oder Prestigeobjekt? Traum aller Männer. Ich arbeite an einem Produktionsstandort. Die teuren Autos am Firmenparkplatz bringen mich zum Nachdenken. Wie kann man sie sich mit Arbeitergehalt leisten?
  • Teure Elektronik – Populär bei Männern. Ultra-Superslim-3D Fernseher, Home-Cinema von Bose, Handy von Apple oder Samsung, dazu ein Macbook. Alle paar Jahre werden sie erneuert.
  • Shopping – Populär bei Frauen. Hobby oder Sucht?

Diese Liste können Sie einfach erweitern. Mein Punkt hier ist nicht, dass man keine Hobbies haben und ein langweiliges Leben führen soll.

Ganz im Gegenteil. Aber weniger ist besser. Man kann natürlich auch mehrere Hobbies haben. Einige davon können teure Hobbies sein, wenn es Spaß macht. Aber nicht alle!! Ein Freund von mir fährt Motorrad, isst gerne in Restaurants, will eine große Wohnung mit HiFi-Anlage haben und reist gerne. Am Ende des Monats hat er kein Geld übrig. Wenn es so weiter geht, muss er wohl arbeiten, bis er 70 ist („Rentner mit 67 Jahren“).

Am Ende des Monats ist es wichtig, wie viel Geld von Ihrem Einkommen übrig bleibt („Net Cashflow maximieren“). Die Ausgaben sind der entscheidende Faktor, wie groß der Net Cashflow ist. Wenn Sie viel Geld übrig haben, bitte versuchen Sie es nicht mit neuen, teuren Hobbies irgendwie auszugeben.

Montag, 2. September 2013

Geld bedeutet eigentlich Lebensstunden

“Remember that time is money”. – Benjamin Franklin

Es klingt wie eine dumme Feststellung, ist dennoch traurig und wahr. Wir kaufen Dinge nicht mit Geld, sondern mit Stunden von unserem Leben.


Dieser Satz gilt natürlich nur für die meisten Menschen, nämlich für die, die ihr Leben mit aktivem Einkommen, also mit Gehalt oder Lohn, finanzieren. Für die bereits finanziell Freien, die Reichen durch Erbschaft, die meisten Studenten und Sozialhilfeempfänger ist es eine andere Sache.


Früher erhielten Arbeitnehmer wöchentlich oder täglich ihren Lohn als Bargeld sofort nach Feierabend. Es war wie eine Besoldung für die geleistete Arbeit, zum Beispiel 10 Taler für 10 Stunden Arbeit. Damals wussten die Menschen sehr genau, was eine Stunde Arbeit ihnen gebracht hat. Eine Stunde Arbeit ist ein Taler. Ein Brot kostete zwei Taler, was zwei Stunden Arbeit entspricht (Lohn und Brotpreis sind erfunden). Man wusste genau, wie viele Stunden man für sein Essen, seinen Wein oder seine Unterkunft arbeiten musste. Wer nicht arbeitete, bekam halt kein Geld.

Für die Handwerker und Künstler ist das mit dem Geldverdienen heutzutage immer noch so. Aber für die Mehrheit, die als Arbeitnehmer irgendwo angestellt ist, ist das Konzept Gehalt etwas anders. Das Gehalt wird fast immer monatlich bezahlt und auf das Konto überwiesen. Den Verdienst bekommen die Menschen nicht mehr unverzüglich nach der Arbeit als Schein oder Münze in die Hand. Sie fassen das Geld nicht an und haben meiner Meinung nach die Einstellung „Eine Stunde Arbeit gleich ein Stundenlohn“ verloren. Das Geld ist einfach am Ende des Monats in elektronischer Form auf dem Girokonto.

Deshalb stören viele Menschen Steuer und Sozialabgaben nicht sehr. Das wäre anders, wenn wir das Bruttogehalt erstmal komplett als Bargeld bekommen und danach alle Abzüge buchstäblich abgeben würden.
Was ich hier zu denken geben möchte, ist, dass Geld nicht gleich einem Blatt Papier ist, wie die Generation Y denkt ("Generation Y und Geld"). Geld entspricht eigentlich Stunden unseres Lebens. Ein zweistündiges Abendessen im Restaurant kostet nicht 35 €, sondern circa drei Arbeitsstunden (angenommen 2.000 € monatliches Nettogehalt, 40-Stunden-Woche). 

Einige ähnliche Beispiele:
  • Das neue Elektroauto BMW i3 -> 2.800 Arbeitsstunden (350 Arbeitstage)
  • 55-Zoll LED-Fernseher -> 160 Arbeitsstunden
  • Warmmiete für 60 qm Wohnung in der Köln Innenstadt -> 64 Arbeitsstunden
  • Pauschalurlaub auf Mallorca -> 40 Arbeitsstunden
  • 2 Cocktails am Freitagabend -> 1,5 Arbeitsstunden
  • 30 km Autofahrt zur Arbeit -> 43 Arbeitsminuten
  • Eine Packung Zigaretten -> 24 Arbeitsminuten
  • Ein Espresso -> 10 Arbeitsminuten

Die Arbeitsstunden variieren natürlich je nachdem, was für einen Beruf Sie haben. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass Sie Dinge nicht mit Geld, sondern mit Stunden Ihres Lebens kaufen. Das ist eine ganz andere Denkweise als die, die viele Menschen haben. Diese Denkweise verändert sicherlich die Gewohnheiten von Menschen, wenn es um ihr Geld geht.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Werden Sie kein Sofa-Shopper


“Buying things is only sometimes about owning the things. Buying often is simply about what 50 Cent observed: being ABLE to buy. Having less means hearing "No, you cannot have that," and we loathe being told what we can and cannot do.” ― Harry Beckwith
Die Rolle des Sparens für den Vermögensaufbau und die finanzielle Freiheit habe ich bereits mehrmals erwähnt („Wie erreiche ich finanzielle Freiheit?“). Um Ihre Sparquote zu erhöhen, müssen Sie Ihre Ausgaben reduzieren. Ihre Ausgaben nachzuverfolgen („Buchhaltung für Anfänger“), zu analysieren und zu verstehen („Analysieren Sie Ihre Ausgaben“) sind hierfür die notwendigen Schritte.

Es gibt einen großen Feind, der Ihre monatlichen regulären Ersparnisse gefährdet. Dieser Feind sind die unnötigen, einmaligen Einkäufe. Einmalige Einkäufe sind die Ausgaben, die ab und zu unregelmäßig stattfinden und in Ihrem Ausgabenplan keinen vorgesehenen Platz haben. Das sind meistens die Einkäufe für Klamotten („Durch Fasten ein Bewusstsein für Einkaufsverhalten schaffen“), Elektronikartikel, Bücher und Zeitschriften („Ausgaben minimieren bei der Freizeitlektüre“), DVD’s und Blu-rays („Ausleihen statt kaufen, Filme zu Hause“) oder Freizeitaktivitäten („Kosten von Getränken beim Feiern und Ausgehen“). Auch wenn diese Einkäufe manchmal Sinn machen und wichtig für Ihre Lebensqualität sind, sind sie meistens aber unnötig und verursachen zusätzliche Kosten („Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden“).


In den letzten Jahren haben die Ausgaben des deutschen Durchschnittshaushalts für die obengenannten Kategorien zugenommen. Ich vermute, dass ein unterstützender Faktor dabei das Online-Shopping ist. Online-Shopping ist bequem und spart Ihnen die Zeit und Aufwand, in Läden shoppen zu gehen. Sie können die Preise vergleichen und bei Ihren Einkauf Geld sparen, was ich definitiv unterstützen würde („Wie man sich ohne Nebenjob einen Stundenlohn schafft“). Diese Bequemlichkeit kann aber zu einer sehr gefährlichen Gewohnheit führen: zu hohe Ausgaben (Overspending).

Wenn Sie mit ein paar Clicks schnell einkaufen können, verlieren Sie das Gefühl für verfügbares Geld und die Einkaufsmenge. Die limitierenden Faktoren beim normalen Einkauf wie „Geld in der Tasche“ oder „Tragkapazität des Käufers“ greifen online nicht. Sie können einfach mit der Kreditkarte bezahlen und Ihre Einkäufe werden nach Hause geliefert. Zusätzlich nutzen die Webseiten die CRM-Technologie, die Ihre bisherigen Einkäufe und Ihr Surfverhalten analysiert und Ihnen Produkte anbietet, die Sie eher kaufen würden. Das ist ein sehr gefährliches Spiel und eine Freizeitaktivität, die für Ihren Haushalt schwere Folgen haben kann.

Vor kurzem habe ich ein riesiges Plakat gesehen mit der Aufschrift: „Werden Sie Sofa-Shopper!“. Wenn ich die Menschen sehe, die mit Amazon- oder Zalando-Paketen rumlaufen, denke ich, dass dieser Slogan bei manchen zur Realität geworden ist. Zum Teil aus Langeweile kaufen die Menschen vom Sofa aus mit kostenloser Lieferung und Rücknahmegarantie Sachen, die Sie vielleicht nicht benötigen („Brauche ich das wirklich?“). Die Umsatzzahlen dieser Unternehmen verdoppeln sich alle paar Jahren. Was in Form von Teleshopping in vielen amerikanischen Haushalten passiert ist, passiert gerade in deutschen Haushalten mit Onlineshopping.

Mein Werbeslogan ist: „Werden Sie kein Sofa-Shopper!“. Der Schnickschnack, den Sie gerade kaufen, nicht brauchen und irgendwann wegschmeißen, ist ein Rückschlag für Ihren Sparplan und Ihren Weg zur finanziellen Freiheit. Ich würde jedem empfehlen, die Vorteile des Onlineshoppings wie die Möglichkeit des direkten Preisvergleichs auszunutzen, aber sehr vorsichtig beim Einkaufen zu sein. Werden Sie kein Einkaufsüchtiger, sondern ein bewusster Sparer!

Donnerstag, 28. Februar 2013

Handykosten senken und Geld sparen


“An iPod, a phone, an internet mobile communicator... these are NOT three separate devices! And we are calling it iPhone! Today Apple is going to reinvent the phone. And here it is.”  - Steve Jobs

Anfang Januar habe ich meine Ausgaben in 2012 analysiert und das folgende festgestellt: 613 € Handykosten!! Das sind mehr als 50 € pro Monat!

Der Hauptgrund dafür ist ein alter Vertrag mit Handyoption. Dabei muss ich meinen Fehler zugeben, dass ich es versäumt habe, rechtzeitig zu kündigen. Deshalb wurde der Vertrag automatisch um 12 Monate verlängert. Eine wichtige Lehre für mich: Verträge immer rechtzeitig kündigen (und das Kleingedruckte lesen, bevor man irgendetwas unterschreibt).

Eigentlich hat es vor zweiundhalb Jahren Sinn gemacht, einen Vertrag mit Handyoption abzuschließen. Ich wollte einen Smartphone haben und hatte über Mitarbeiterangebote meiner Firma ein gutes Angebot gemessen an den damaligen Preisen. Jetzt ist es aber Zeit, auf einen günstigeren Tarif umzusteigen.  


Mein alter Vertrag hatte eine Menge Inklusivminuten, SMS und Internetflatrate. Außer Internet benutze ich mein Handy eigentlich nicht mit 100% Auslastung. Die Freiminuten und die SMS waren zwar bezahlt, wurden aber nicht genutzt. Also werde ich bei meinem neuen Vertrag diese Freiminuten nicht nehmen und so meine monatlichen Kosten senken. Ich habe letztes Jahr zum Juli 2013 gekündigt, damit ich endlich auf einen günstigeren Tarif umsteigen kann. Bei dem herrschenden verschärften Preiswettbewerb werde ich sicherlich was besseres finden. Glücklicherweise bekam ich einen Anruf von T-Mobile, die es mir ermöglicht, meine Pläne vorzuziehen.

Ich habe kürzlich mit der Kundenservice von T-Mobile telefoniert und von denen ein Angebot bekommen. Ab nächstem Monat habe ich einen neuen Vertrag, der monatlich 17 € Kosten wird, jedoch ohne Handy und nicht mit so vielen Freiminuten. Ich kann jetzt theoretisch einen neuen Vertrag mit einem besseren Smartphone abschließen. Aber brauche ich das wirklich? Mein Handy funktioniert einwandfrei. Und ich denke, dass ich nicht mehr in dem Alter bin, mit einem Handy anzugeben. Ich bin auch nicht der Typ, der eine bestimmte Marke bevorzugt (Die Applefans sind ein Thema für sich).

Die Handykosten gehören zu den wiederkehrenden Ausgaben, die in einem Jahr eine große Summe zusammenbringen. In meinem Fall werde ich mit einem Tarifwechsel über 360€/Jahr sparen. Ich bin mir sicher, dass es viele Leute gibt, die hier auch Sparpotenzial haben.

Also, rufen Sie Ihren Netzanbieter an und fragen Sie, ob Sie auf einen günstigeren Tarif umsteigen können. Die Anbieter wollen Ihre Kunden nicht verlieren. Sie werden wahrscheinlich einen günstigeren Tarif bekommen, wenn Sie auch ein bisschen am Telefon handeln müssen. Mit einem Telefonat können Sie Ihre Ausgaben senken und die Sparquote erhöhen.