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Montag, 22. September 2014

Rentenformel einfach erklärt

“As far as your personal goals are and what you actually want to do with your life, it should never have to do with the government. You should never depend on the government for your retirement, your financial security, for anything. If you do, you're screwed.“ - Drew Carey
Ich habe viele Freunde und Bekannte, die zwischen 25 und 50 Jahre alt sind. Sie sind körperlich fit, mögen ihren Beruf und sind für ihre Arbeit motiviert. Viele davon möchten bis zur Regelaltersgrenze von 67 arbeiten („Rentner mit 67 Jahren“).Ich kenne aber auch einige Leute über 45, die ihre Leidenschaft für ihren Job verloren haben. Diese Leute zählen die verbleibenden Tage bis zur Rente und versuchen irgendwie ein Angebot für Frührente zu bekommen.

Was mich wundert ist, dass die beiden Gruppen nich genau wissen, wie viel Rente sie bekommen werden. Das Wissen, das sie von Freunden und Bekannten haben, ist meistens inkorrekt und irreführend. Es ist in den meisten Fällen viel zu spät, wenn man die Rentenhöhe erst zwei Jahre vor dem Renteneinritt erfährt. Ich versuche in diesem Artikel, die Rentenformel so einfach wie möglich zu erklären. 

Die Rentenformel lautet mathematisch:


Rente (monatlich) = Entgeltpunkte  x (aktueller Rentenwert) x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor

Der Zugangsfaktor und der Rentenartfaktor werden für Frühverrentung und Sonderfälle wie Witwenrente benötigt. Sonst werden die in meisten Fällen mit dem Faktor 1,0 berechnet. Für meine vereinfachte Berechnung werde ich für diese beiden Faktoren 1,0 nehmen. Der vereinfachte Formel lautet dann:

Rente (monatlich) = Entgeltpunkte x (aktueller Rentenwert)

Um Ihre eigene Rente zu berechnen, brauchen Sie einen Taschenrechner und die folgenden drei Kennzahlen:
  1. Arbeitsjahre: Das ist einfach: 67 minus das Alter, in dem Sie angefangen haben zu arbeiten
  2. 34.071 EUR: Das ist das durschschnittliche Bruttoentgelt im Jahr 2013. Dividieren Sie Ihr Jahresbrutto durch diese Zahl.
  3. 28,61 EUR: Das ist der aktuelle Rentenwert im Jahr 2014 in Westdeutschland.

Kurz zusammengefasst bekommen Sie einen Punkt für jedes Jahr, wenn Sie durchschnittlich verdienen. 28,61 EUR mal Ihre Gesamtpunkte ergibt Ihre monatliche Rente.
  • Beispiel 1: Frauke, Bürokauffrau, Jahresbrutto 34.071 EUR, arbeitet, seitdem sie 20 Jahre alt ist. Rente = (34.071 € / 34.071 €) x (67 – 20) x 28,61 € = 1.345 EUR
  • Beispiel 2: Christian, Unternehmensberater, Jahresbrutto 68.142 EUR, arbeitet, seitdem er 28 Jahre alt ist. Rente = (68.142 € / 34.071 €) x (67 – 28) x 28,61 € = 2.232 EUR
  • Beispiel 3: Britta, Floristin, Jahresbrutto 22.800 EUR, arbeitet, seitdem sie 17 Jahre alt ist. Rente = (22.800 € / 34.071 €) x (67 – 17) x 28,61 €  = 957 EUR

Mit dieser einfacher Methode können Sie ungefähr berechnen, wie hoch Ihre eigene Rente sein wird (heutiger Wert). Natürlich läuft die exakte Berechnung anders. Ihre Gehaltsentwicklung und das historische und zukünftige Bruttoentgelt in Deutschland bestimmen Ihre Entgeltpunkte (Historische Werte können Sie auf Wikipedia nachlesen). Im späteren Berufsleben sammelt man aufgrund des mit Erfahrung und Tarifstufen steigenden Gehalts mehr Punkte als am Anfang.

In Ostdeutschland beträgt der Rentenwert 26,39 EUR statt 28,61 EUR. Laut Angela Merkel wird der Wert dem Westwert bis 2020 angeglichen. Für die Berechnung der Frührente müssen Sie den Zugangsfaktor in die Berechnung einbeziehen.

Diese Berechnung ist für Leute, die heute in die Rente eintreten. Extrem wichtig für jeden Arbeitnehmer ist, wie sich einerseits die Rentenhöhe in Zukunft entwickelt und wie teuer andererseits das Leben aufgrund von Inflation werden wird („Lebensmittelpreise und Inflation in Deutschland“). Die Renteninformation, die mittlerweile jährlich verschickt wird, enthält eine Berechnung Ihrer künftigen Rente ohne  Berücksichtigung von Rentenanpassungen. Aufgeführt werden lediglich Beispielsrechnungen mit einer jährlich Anpassungen des Rentenwerts von 1% und 2%, dass eine entsprechende Erhöhung tatsächlich stattfinden wird, ist unsicher.

In meinem nächsten Artikel werde ich die Höhe der Rentenanpassungen in de letzten Jahren in Vergleich zu Inflationsrate darstellen. Mit dieser Information können wir eine Prognose machen, wie hoch die Anpassungen in der Zukunft sein könnten.

Montag, 23. September 2013

Lebensmittelpreise und Inflation in Deutschland

„The way to crush the bourgeoisie is to grind them between the millstones of taxation and inflation.” – Vladimir Lenin

“Preise für Lebensmittel in Deutschland steigen an”. So stand es in einem Spiegel-Artikel im August. Butter kostet 30%, Kartoffeln 44% mehr, die Preise steigen auch für andere Lebensmittel. Dies sind die Schlagzeilen, die wir immer wieder in den Medien lesen. Ähnliche Artikel gibt es auch oft für Mietpreise.

Ich glaube, dass wir uns an das Thema Inflation langsam gewöhnen sollten. Die Niedrigzinspolitik von allen großen Notenbanken in Europa, den USA und Japan fördert die Inflation und das Wirtschaftswachstum. Billiges Geld flutet die Märkte und erzeugt hohe Nachfrage. Das sehen wir in Deutschland schon am Anstieg der Immobilienpreise in den letzten Jahren („Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen?“). Lebensmittelpreise werden zusätzlich vom Wachstum der Mittelklassen in den Schwellenländern beeinflusst und - abhängig  von den Trockenperioden - durch Klimawandel.


Wie ich in meinem Artikel „Inflation und die Effekte auf Rendite“ geschrieben habe, muss jeder Anleger die Inflation bei der Berechnung seiner realen Rendite im Betracht ziehen. Ich kenne viele Leute, die ihr Geld immer noch auf Spar- oder Tagesgeldkonten haben („Populäre und sichere Geldanlagen“). Sie denken, dass ihr Geld sicher ist und dazu Zinsen bringt. Was sie aber tatsächlich bekommen, ist eine negative reale Rendite!

Es gibt einen weiteren Nachteil von Inflation für die Arbeitnehmer: Negative reale Gehaltserhöhungen. Viele Arbeitnehmer bekommen nur einen Inflationsausgleich als Gehaltserhöhung (wenn überhaupt). Diese Gehaltserhöhung um die Inflationsrate wird auf das Bruttogehalt gerechnet. Durch kalte Progression bei der Einkommensteuer ist der Nettoanstieg des Gehalts geringer als die Inflationsrate! Damit haben Arbeitnehmer eine negative reale Gehaltserhöhung, besser gesagt „das Gehalt verliert die Kaufkraft“. Ihre Gehälter werden inflationsbereinigt geringer. Kein Wunder, dass die Leute überrascht sind, wenn am Ende des Monats vom Gehalt nicht mehr viel übrig ist.

Es ist für mich verwunderlich, dass kalte Progression und reale Löhne in den Wahlprogrammen der meisten Parteien kaum angesprochen werden. Der Staat hat die höchsten Steuereinnahmen der Geschichte und es wird immer noch über Steuererhöhungen gesprochen.

Was ich hiermit sagen möchte: Inflation und Steuer sind Fakten des Lebens. Die Inflationsrate ist nicht in unserem direkten Einflussbereich. Die regierenden Parteien und deren Steuerpolitik auch nicht. Ich würde mich deshalb überhaupt nicht ärgern. Selbst das aktive Einkommen können viele Arbeitnehmer nicht beeinflussen („Mindestlohn und Verantwortung für das Leben selber übernehmen“).

Was aber in unserem direkten Einflussbereich, ist folgendes:
  1. Ausgaben – wofür wir unser Geld ausgeben
  2. Reale Rendite – wo wir unser Geld anlegen

Ich sehe diese zwei Punkte als Hauptfokusbereiche für die Menschen, die finanzielle Freiheit erreichen möchten.

Dienstag, 17. September 2013

Mit einer guten Idee fängt alles an

„Everything begins with an idea“. –Earl Nightingale

Mein Blog, der goldene Adler, ist letzte Woche ein Jahr alt geworden.

In den letzten zwölf Monaten habe ich die Gelegenheit gehabt, 95 Artikel über persönliche Finanzen und finanzielle Freiheit in diesem Blog zu veröffentlichen. Für die Menschen, die sich für diese Themen interessieren, ist mein Blog eine gute Informationsquelle geworden. Die Gastartikel und Besucherkommentare haben dazu auch einen wichtigen Beitrag geleistet.


Laut Google Analytics Statistiken hatte mein Blog im letzten Jahr 22530 Besuche. Circa die Hälfte davon sind wiederkehrende Besucher. Die Seite wurde 43769 mal aufgerufen. Meine Besucher haben durchschnittlich circa 2 Minuten Zeit in meinem Blog verbracht und bei jedem Besuch circa 2 Seiten gelesen. Etwa 30% der Besucher sind direkte Besucher und 46% kommen aus auf meinem Blog verweisenden Webseiten. 24% der Besucher stammen von Google. Ich bin mit der Entwicklung der Besucherzahlen sehr zufrieden, weil ich fast kein Marketing oder SEO betreibe. Außerdem gibt es 54 Fans von der Facebook-Page des Blogs.

Ich möchte mich bei allen Besuchern bedanken, die sich Zeit genommen haben, meine Artikel zu lesen. Ich hoffe, meine Ideen und Vorschläge haben bei manchen Menschen einiges bewegt. Mit einer guten Idee fängt alles an. Es wäre mir eine große Freude, wenn nur einer meiner Leser von meinen Artikeln beeinflusst würde und seine persönlichen Finanzen unter Kontrolle bringen würde. Ich weiß zumindest, dass einige meiner Freunde sich schon darüber Gedanken gemacht haben.

Außerdem möchte ich mich bei den Partnerblogs, die unter der Rubrik „Adlerblogs“ gelistet sind, für die gute Zusammenarbeit bedanken.

Die neuen Leser können die bereits veröffentlichten Artikel unter „Artikelübersicht“ finden.

Montag, 2. September 2013

Geld bedeutet eigentlich Lebensstunden

“Remember that time is money”. – Benjamin Franklin

Es klingt wie eine dumme Feststellung, ist dennoch traurig und wahr. Wir kaufen Dinge nicht mit Geld, sondern mit Stunden von unserem Leben.


Dieser Satz gilt natürlich nur für die meisten Menschen, nämlich für die, die ihr Leben mit aktivem Einkommen, also mit Gehalt oder Lohn, finanzieren. Für die bereits finanziell Freien, die Reichen durch Erbschaft, die meisten Studenten und Sozialhilfeempfänger ist es eine andere Sache.


Früher erhielten Arbeitnehmer wöchentlich oder täglich ihren Lohn als Bargeld sofort nach Feierabend. Es war wie eine Besoldung für die geleistete Arbeit, zum Beispiel 10 Taler für 10 Stunden Arbeit. Damals wussten die Menschen sehr genau, was eine Stunde Arbeit ihnen gebracht hat. Eine Stunde Arbeit ist ein Taler. Ein Brot kostete zwei Taler, was zwei Stunden Arbeit entspricht (Lohn und Brotpreis sind erfunden). Man wusste genau, wie viele Stunden man für sein Essen, seinen Wein oder seine Unterkunft arbeiten musste. Wer nicht arbeitete, bekam halt kein Geld.

Für die Handwerker und Künstler ist das mit dem Geldverdienen heutzutage immer noch so. Aber für die Mehrheit, die als Arbeitnehmer irgendwo angestellt ist, ist das Konzept Gehalt etwas anders. Das Gehalt wird fast immer monatlich bezahlt und auf das Konto überwiesen. Den Verdienst bekommen die Menschen nicht mehr unverzüglich nach der Arbeit als Schein oder Münze in die Hand. Sie fassen das Geld nicht an und haben meiner Meinung nach die Einstellung „Eine Stunde Arbeit gleich ein Stundenlohn“ verloren. Das Geld ist einfach am Ende des Monats in elektronischer Form auf dem Girokonto.

Deshalb stören viele Menschen Steuer und Sozialabgaben nicht sehr. Das wäre anders, wenn wir das Bruttogehalt erstmal komplett als Bargeld bekommen und danach alle Abzüge buchstäblich abgeben würden.
Was ich hier zu denken geben möchte, ist, dass Geld nicht gleich einem Blatt Papier ist, wie die Generation Y denkt ("Generation Y und Geld"). Geld entspricht eigentlich Stunden unseres Lebens. Ein zweistündiges Abendessen im Restaurant kostet nicht 35 €, sondern circa drei Arbeitsstunden (angenommen 2.000 € monatliches Nettogehalt, 40-Stunden-Woche). 

Einige ähnliche Beispiele:
  • Das neue Elektroauto BMW i3 -> 2.800 Arbeitsstunden (350 Arbeitstage)
  • 55-Zoll LED-Fernseher -> 160 Arbeitsstunden
  • Warmmiete für 60 qm Wohnung in der Köln Innenstadt -> 64 Arbeitsstunden
  • Pauschalurlaub auf Mallorca -> 40 Arbeitsstunden
  • 2 Cocktails am Freitagabend -> 1,5 Arbeitsstunden
  • 30 km Autofahrt zur Arbeit -> 43 Arbeitsminuten
  • Eine Packung Zigaretten -> 24 Arbeitsminuten
  • Ein Espresso -> 10 Arbeitsminuten

Die Arbeitsstunden variieren natürlich je nachdem, was für einen Beruf Sie haben. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass Sie Dinge nicht mit Geld, sondern mit Stunden Ihres Lebens kaufen. Das ist eine ganz andere Denkweise als die, die viele Menschen haben. Diese Denkweise verändert sicherlich die Gewohnheiten von Menschen, wenn es um ihr Geld geht.

Montag, 26. August 2013

Generation Y und Geld

"Each generation imagines itself to be more intelligent than the one that went before it, and wiser than the one that comes after it." - George Orwell

In der Soziologie werden die Menschen, die in den 80ern und 90ern geboren sind, als „Generation Y“ bezeichnet. Ein anderer Name für sie ist „Millennials“. „Generation Y“ wird in den Medien oft verglichen  mit den „Baby Boomers“, die meistens die Eltern dieser Generation sind sind. Vor kurzem bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen, in dem die 10 Unterschiede zwischen „Generation Y“ und „Baby-Boomers“ bezüglich ihrem Umgang mit Geld aufgelistet sind.

Der Artikel richtet sich hauptsächlich an die amerikanische Bevölkerung. Ich möchte einige Punkte herausfiltern, die meiner Meinung nach auch für die Menschen in Deutschland gelten.

Generation Y trägt teurere Schuhe

Ich denke, das ist ein klares Phänomen, das in den Straßen zu sehen ist. Markensportschuhe von Adidas, Nike, Converse, usw. sind total „in“. Die Schuhmode ändert sich jede Saison und viele Leute haben mittlerweile keinen mehr Platz im Schuhregal. Eine ähnliche Beobachtung habe ich schon in meinem Artikel „Kinder in der Straßenbahn und deren Umgang mit Geld“ gemacht.

Generation Y ist unbefriedigter

Zu Hause sitzen und nichts tun ist für die Generation Y unvorstellbar. Sie suchen Befriedigung in allen Bereichen Ihres Lebens und geben dafür gerne Geld aus. Ein gemütliches Wochenende zu Hause ist für die Baby-boomers sehr entspannend, für die Generation Y währenddessen äußerst langweilig.

Generation Y ist verschwenderischer beim Shopping

Die Baby-boomers suchen Rabatte und Saisonschlussverkäufe, damit sie beim Shopping Geld sparen können. Für die Generation Y ist das kein Thema. Sie gehen shoppen, wenn Sie dazu Lust haben. Shopping ist eine Freizeitaktivität, die gegen Langeweile hilft. Viele möchten „Shopping-Queens“ werden und es danach auf Facebook posten.

Die Definition von einem coolen Wochenende ist bei Generation Y anders

Ein cooles Wochenende kann man mittlerweile nicht mehr in der Stadt verbringen, in der man wohnt. Billigflieger und Konzepte wie „Blind Booking“ haben es ermöglicht, einen Wochenendausflug innerhalb von Europa kurzfristig zu planen. Während die langweiligen Freunden zu dem gewohnten Kneipen gehen und den Stadtgarten geniessen, verbringt der „coole“ Gen-Yer sein Wochenende in Barcelona und postet gleich ein Foto aus der Cocktailbar. Natürlich bekommt er seine 20+ Likes. Natürlich werden die Girokonten schnell leer bei der Finanzierung dieser geilen Wochenenden. Der Jahresurlaub kommt noch.

Für Generation Y ist Geld nur ein Stück Papier

Die Mentalität ist folgende: Das Geld kommt und geht. Man muss ja sein Leben geniessen. Man lebt nur einmal.. Der Wert des Geldes wird von der Generation Y ignoriert. Viele haben richtige Schwierigkeiten nie erlebt. Geld ist immer verfügbar gewesen. Warum sparen? Man kriegt es irgendwie hin.

Ich gehöre auch zur Generation Y und beobachte leider in meinem Freundeskreis diese Eigenschaften der Generation Y. Viele meiner Bekannten haben überhaupt kein Interesse an persönlichen Finanzen. Geld sparen, Geldanlagen, Aktien, Anleihen, ETFs sind Fremdwörter für sie. Finanzielles Wissen ist bei vielen leider mangelhaft. Mit diesem Blog versuche ich, Aufmerksamkeit zu wecken und meine Botschaft anzubringen. Da die Generation Y eine Menge Zeit im Internet verbringt, sind sie die Hauptzielgruppe dieses Blogs.

Die Mitglieder der Generation Y, die diesen Artikel gelesen haben, können ja die Facebook-Seite dieses Blogs bei Gelegenheit Liken.

Montag, 13. Mai 2013

Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen


“You ought to be able to explain why you’re taking the job you’re taking, why you’re making the investment you’re making, or whatever it may be. And if it can’t stand applying pencil to paper, you’d better think it through some more. And if you can’t write an intelligent answer to those questions, don’t do it.” – Warren Buffett

Die EZB hat am 2.Mai den Leitzins nochmals gesenkt - auf das niedrige Niveau von 0,5%. Die niedrigen Zinsen machen Immobilien als Geldanlage immer attraktiver, weil die Kosten von Immobilienkrediten dementsprechend geringer werden. Ich höre in meinem Bekanntenkreis immer öfter, dass junge Leute sich überlegen, eine Immobilie als Geldanlage zu kaufen. Ich möchte aus dem Blick eines Anlegers analysieren, ob es jetzt sinnvoll und die richtige Zeit ist, eine Immobilie zu kaufen.

Viele Menschen haben romantische Gefühle, wenn es um eine Immobilie geht. „Ich möchte in meinem eigenen Haus wohnen“ oder „Ich möchte mein Geld in etwas Konkretes investieren“ (Betongold statt Wertpapiere) sind die bekannten Aussagen. Wenn es um eine Geldanlage geht, müssen Sie alle Gefühle beiseite legen und rational denken. Eine Immobilie kostet eine Menge Geld, welches Sie eventuell jahrelang gespart haben und für das Sie ggf. ein Kredit aufnehmen müssten, den Sie jahrelang abbezahlen. Sie haben den Luxus nicht, Ihr Geld wie bei einem Klamottenkauf laut Ihrer Wünsche und Gefühle anzulegen. Es ist dann keine Investition, sondern ein Einkauf.

Es gibt einen sehr wichtigen Faktor, den ein Anleger für seine Entscheidungen im Betracht ziehen sollte: Rendite („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Genauso wie Aktien und Anleihen hat auch eine Immobilie eine Rendite. Die Mieteinnahmen und der Kaufpreis bestimmen die Rendite einer Immobilie. Dazu kommen die Kosten wie Instandhaltung, Versicherungen, usw., die von Mieteinnahmen abgezogen werden müssen, um die Nettorendite zu berechnen.

Ich persönlich würde erstens das Verhältnis von Kaufpreis zu jährlichen Nettomieteinnahmen berechnen, um beurteilen zu können, ob ich eine Immobilie überhaupt kaufen will. Dieses Verhältnis ist Vergleichbar zum KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) bei Aktien.

Als Beispiel nehme ich eine 60-qm Wohnung in der Kölner Innenstadt und kalkuliere das KGV für diese Investition. Der durchschnittliche Kaufpreis bei Wohnungen in Köln liegt bei 3000 €/qm. Daraus ergibt sich einen Marktpreis von 180.000 € für unsere Beispielwohnung. Die durchschnittliche Kaltmiete liegt derzeit monatlich bei circa 10 €/qm. Das ergibt Jahresmieteinnahmen von 7200 €. Fürs Erste möchte ich die eventuell anfallende Instandhaltungskosten und die Finanzierung für Vereinfachungszwecke ignorieren. Das KGV für diese Wohnung ist -> Kaufpreis/Mieteinnahmen = 180.000 / 7200 = 25. Die jährliche Rendite beträgt also 4%.

Ein erfahrener Anleger würde sofort merken, dass ein KGV von 25 eine sehr hohe Zahl ist. Die Wohnung amortisiert sich in 25 Jahren! Zum Vergleich sind hier die KGV’s von einigen bekannten Unternehmen (Stand Mai 2013):
  • Coca-Cola -> 22,22
  • Shell -> 8,42
  • Deutsche Bank -> 5,65
  • Siemens -> 10,27
  • Volkswagen -> 5,47
  • Apple -> 11,07

Ich würde direkt sagen, dass Immobilien in Köln heute überpreist sind. Die niedrigen Zinsen nach der Eurokrise haben die Immobilienpreis in den Großstädten in Deutschland hochgeschoben. Die Mieteinnahmen sind aber noch nicht angepasst worden. In diesem Zustand würde ich keine Immobilie zum Marktpreis kaufen. Weiterhin mieten und das Geld in Aktien anlegen ist für mich eine bessere und sinnvolle Alternative.

Natürlich ist es eine andere Geschichte, wenn Sie die Immobilie viel günstiger über Zwangsversteigerung oder ein ähnliches Angebot bekommen („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Jeder Preisnachlass auf den Marktpreis senkt das KGV und macht die Immobilie attraktiver.

Die Befürworter von Immobilien als Geldanlage haben andere Argumente wie Fremdfinanzierung, den künftigen Preisanstieg und Tilgung statt Miete. Diese werde ich in einem anderen Artikel analysieren.


Donnerstag, 2. Mai 2013

Werden Sie kein Sofa-Shopper


“Buying things is only sometimes about owning the things. Buying often is simply about what 50 Cent observed: being ABLE to buy. Having less means hearing "No, you cannot have that," and we loathe being told what we can and cannot do.” ― Harry Beckwith
Die Rolle des Sparens für den Vermögensaufbau und die finanzielle Freiheit habe ich bereits mehrmals erwähnt („Wie erreiche ich finanzielle Freiheit?“). Um Ihre Sparquote zu erhöhen, müssen Sie Ihre Ausgaben reduzieren. Ihre Ausgaben nachzuverfolgen („Buchhaltung für Anfänger“), zu analysieren und zu verstehen („Analysieren Sie Ihre Ausgaben“) sind hierfür die notwendigen Schritte.

Es gibt einen großen Feind, der Ihre monatlichen regulären Ersparnisse gefährdet. Dieser Feind sind die unnötigen, einmaligen Einkäufe. Einmalige Einkäufe sind die Ausgaben, die ab und zu unregelmäßig stattfinden und in Ihrem Ausgabenplan keinen vorgesehenen Platz haben. Das sind meistens die Einkäufe für Klamotten („Durch Fasten ein Bewusstsein für Einkaufsverhalten schaffen“), Elektronikartikel, Bücher und Zeitschriften („Ausgaben minimieren bei der Freizeitlektüre“), DVD’s und Blu-rays („Ausleihen statt kaufen, Filme zu Hause“) oder Freizeitaktivitäten („Kosten von Getränken beim Feiern und Ausgehen“). Auch wenn diese Einkäufe manchmal Sinn machen und wichtig für Ihre Lebensqualität sind, sind sie meistens aber unnötig und verursachen zusätzliche Kosten („Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden“).


In den letzten Jahren haben die Ausgaben des deutschen Durchschnittshaushalts für die obengenannten Kategorien zugenommen. Ich vermute, dass ein unterstützender Faktor dabei das Online-Shopping ist. Online-Shopping ist bequem und spart Ihnen die Zeit und Aufwand, in Läden shoppen zu gehen. Sie können die Preise vergleichen und bei Ihren Einkauf Geld sparen, was ich definitiv unterstützen würde („Wie man sich ohne Nebenjob einen Stundenlohn schafft“). Diese Bequemlichkeit kann aber zu einer sehr gefährlichen Gewohnheit führen: zu hohe Ausgaben (Overspending).

Wenn Sie mit ein paar Clicks schnell einkaufen können, verlieren Sie das Gefühl für verfügbares Geld und die Einkaufsmenge. Die limitierenden Faktoren beim normalen Einkauf wie „Geld in der Tasche“ oder „Tragkapazität des Käufers“ greifen online nicht. Sie können einfach mit der Kreditkarte bezahlen und Ihre Einkäufe werden nach Hause geliefert. Zusätzlich nutzen die Webseiten die CRM-Technologie, die Ihre bisherigen Einkäufe und Ihr Surfverhalten analysiert und Ihnen Produkte anbietet, die Sie eher kaufen würden. Das ist ein sehr gefährliches Spiel und eine Freizeitaktivität, die für Ihren Haushalt schwere Folgen haben kann.

Vor kurzem habe ich ein riesiges Plakat gesehen mit der Aufschrift: „Werden Sie Sofa-Shopper!“. Wenn ich die Menschen sehe, die mit Amazon- oder Zalando-Paketen rumlaufen, denke ich, dass dieser Slogan bei manchen zur Realität geworden ist. Zum Teil aus Langeweile kaufen die Menschen vom Sofa aus mit kostenloser Lieferung und Rücknahmegarantie Sachen, die Sie vielleicht nicht benötigen („Brauche ich das wirklich?“). Die Umsatzzahlen dieser Unternehmen verdoppeln sich alle paar Jahren. Was in Form von Teleshopping in vielen amerikanischen Haushalten passiert ist, passiert gerade in deutschen Haushalten mit Onlineshopping.

Mein Werbeslogan ist: „Werden Sie kein Sofa-Shopper!“. Der Schnickschnack, den Sie gerade kaufen, nicht brauchen und irgendwann wegschmeißen, ist ein Rückschlag für Ihren Sparplan und Ihren Weg zur finanziellen Freiheit. Ich würde jedem empfehlen, die Vorteile des Onlineshoppings wie die Möglichkeit des direkten Preisvergleichs auszunutzen, aber sehr vorsichtig beim Einkaufen zu sein. Werden Sie kein Einkaufsüchtiger, sondern ein bewusster Sparer!

Montag, 8. April 2013

Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden


“Being frugal does not mean being cheap! It means being economical and avoiding waste.” - Catherine Pulsifer

In einigen Artikeln in diesem Blog führe ich folgende Idee weiter aus: „Sparsam leben als eine Voraussetzung, um Geld zu sparen, Vermögen aufzubauen und finanziell frei zu sein“. In den Gesprächen mit meinen Freunden und Kollegen habe ich den Eindruck bekommen, dass viele „sparsam leben“ als „geizig leben“ verstanden haben. Ich möchte in diesem Artikel versuchen, diese Philosophie ausführlicher zu erklären.

Sparsam leben oder genügsam leben, was im Englischen „frugal living oder frugality“ heißt, ist ein wichtiges Konzept in der persönlichen Finanzliteratur. In einer Studie in den USA, wo viele Millionäre interviewed und ihr Leben analysiert wurde, haben die Forscher folgendes festgestellt:
  • Viele Reiche stammen nicht von reichen Eltern ab, sie sind Self-Made-Millionaires
  • Im Gegenteil zum populären Glauben leben die meisten Reichen sparsam.
  • Die meisten Reichen wohnen nicht in riesigen Häusern, haben keine Rolexuhren und teuren Autos.

Das ist schwer zu glauben, weil das Bild von Reichen bei uns ist durch Fernsehen und politische Propaganda bestimmt wird. Viele Reiche haben eine normale Wohnung, Mittelklasseautos und tragen keine Designerklamotten. Die im Luxus lebenden Reichen, die wir als „prominent“ im Fernsehen sehen, sind nur ein winziger Teil der Millionäre. Viele leben in der Realität nicht wie die prunkvollen Prominenten, sondern wie eine Mittelklassefamilie.

Sparsam leben oder genügsam leben ist für mich nicht „überall“ sparen, wo es geht. Es ist nicht zu Hause sitzen und nur Nudeln essen, kein Urlaub, keine Hobbies, kein Ausgehen und kein Spaß, usw. Sparsam leben ist, Geld auszugeben, wo es Sinn macht und kein Geld auszugeben, wo es keinen Wert für mich hat. Sparsam leben ist Prioritäten setzen, den Wert der Dinge erkennen und das Geld dafür ausgeben.

Sie können gerne Ihr Geld für Sachen ausgeben, die sie für wichtig halten. Wenn Urlaub und Reisen für Sie wichtig sind, geben Sie Ihr Geld großzügig für Urlaub aus („Flugpreise als Anteil von Reisekosten“). Wenn Motorrad fahren oder Tennis spielen Ihre Leidenschaft ist, geben Sie Ihr Geld für Ihre Hobbies aus. Das gleiche gilt für Restaurantbesuche, für Parties („Kosten von Getränken beim Feiern und Ausgehen“), für eine große Innenstadt-Wohnung mit Balkon oder für teure Klamotten („Durch Fasten ein Bewusstsein für Einkaufsverhalten schaffen“). Wenn etwas für Sie wirklick wichtig und wertvoll ist, würde ich auf keinen Fall sagen, dass Sie dafür kein Geld ausgeben sollen.


Meiner Meinung nach müssen zwei Bedingungen erfüllt sein, bevor Sie Ihr Geld für etwas Besonderes großzügig ausgeben können. Erstens muss ein Teil von Ihrem monatlichen Einkommen in Ihr Tagesgeldkonto fließen („Bezahle Dich selbst zuerst“). Je mehr, desto besser. Ich denke, ohne die Fähigkeit einen Teil seines Einkommens zu sparen, ist man nicht in der Position, seine Luxuswünsche zu erfüllen. Kurzfristiges Denken für schnelle Befriedigung Ihrer Wünsche beim Geld ausgeben verhindert Ihren langfristigen finanziellen Erfolg. Wenn Sie eine Sparquote von 10% bis 20% erreicht haben („Net Cashflow ist König“), können Sie mit dem Rest des Geldes machen, was Sie wollen.

Zweitens müssen Sie Ihre Prioritäten bezüglich Ihre Ausgaben setzen. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie für Ihre Leidenschaft und für die wichtigeren Dinge in Ihrem Leben mehr Geld als nötig ausgeben. Aber nicht gleichzeitig für die große Wohnung und das Luxusauto und den exotischen Urlaub und die Parties und die Hobbies und die Unterhaltungselektronik, usw.. Sie können nicht alles haben und Sie brauchen nicht alles zu haben. Ich denke, Sie werden nicht die gleiche Befriedigung bei der Erfüllung aller Ihrer Wünsche verspüren. Deshalb setzen Sie Ihre Prioritäten und geben Sie Ihr Geld für das aus, bei dem Sie den größten Nutzwert haben („Brauche ich das wirklich?“). Seien Sie großzügig bei Ihren Prioritätausgaben und bleiben Sie sparsam mit den restlichen Ausgaben, die Ihnen nicht so wichtig sind.

Es ist wichtig, das Konzept von „sparsam leben oder genügsam leben“ zu verstehen und in Ihr Leben zu integrieren. Ich möchte noch mal betonen, dass „sparsam leben“ nicht gleich „geizig leben“ ist. Es bedeutet, den Wert der Dinge zu erkennen und Ihr Geld dafür auszugeben, wo es wertvoll für Sie ist. Mit einem sinnvollen Ausgabenplan, monatlichen Ersparnissen und Vermögenswachstum sind die nötigen Bedingungen für finanzielle Freiheit schon erfüllt. Der Rest besteht darin, den Plan fortzusetzen und zu beobachten, wie Ihr Vermögen wächst und wie Sie sich der finanziellen Freiheit nähern.

Montag, 18. März 2013

Mindestlohn und Verantwortung für das Leben selber übernehmen


“A sign of wisdom and maturity is when you come to terms with the realization that your decisions cause your rewards and consequences. You are responsible for your life, and your ultimate success depends on the choices you make.” - Denis Waitley

Die Bundestagswahlen nähern sich. Es gibt ein populäres Thema in der Politik, das die Wahlpropaganda der kommenden Wahlen beherrschen wird: „Mindestlohn“. Ich möchte in diesem Artikel meine Gedanken zu diesem Thema in Bezug auf das Individuum und die finanzielle Freiheit darstellen.

Mindestlohn ist eine politische Diskussion, die gerne für populistische Zwecken missbraucht wird, um die Stimmen der Geringverdiener zu bekommen. Es ist eigentlich eine Frage der Volkswirtschaftlehre. Keiner würde im VWL-Studium die Klausuren bestehen können, wenn er denken würde, dass Mindestlohn gut für die Wirtschaft sei.

In einer Marktwirtschaft werden die Produktpreise vom Markt nach Angebot und Nachfrage bestimmt. Keiner würde einen Mindestpreis für Brötchen festsetzen, weil 25 cent für ein Brötchen nicht genug ist. Im Prinzip werden die Löhne ähnlich bestimmt, obwohl in manchen Länder wie Deutschland die Tarifverhandlungen in einigen Berufen die Löhne regulieren. Ärzte verdienen mehr, weil es eine hohe Nachfrage gibt (wir brauchen immer mehr Ärzte) und das Angebot (qualifizierte Fachkraft) nicht groß genug ist.

Also, die Friseurin in Buxtehude verdient 5€/Stunde, nicht weil der böse Salonbesitzer ihr keinen höheren Lohn zahlen will, sondern weil ein Preis für einen Haarschnitt vom Markt bestimmt wird. Um in dem Salon lukrativ zu wirtschaften, werden die Löhne entsprechend dem Markt (Anzahl von Friseuren in Buxtehude) bestimmt.

Was passiert denn, wenn wir für Friseure 8€/Stunde Mindestlohn festsetzen? Manche Salons werden schließen, weil sie nicht mehr genug Geld verdienen. Die Preise für einen Haarschnitt werden steigen (Verbraucher werden unglücklich. Siehe Beispiel: Strompreise), viele Friseure werden jetzt arbeitslos (hochgestuft auf Hartz 4) und die Schwarzarbeit steigt (viele von uns kennen jemanden, der zu Hause günstig Haare schneidet, oder?). Dasselbe wird in anderen Industrien auch passieren. Fabriken werden nach Polen oder China verlagert, Jobs gehen verloren, die Arbeitslosigkeit steigt. Das ist nicht meine Meinung, sondern das, was die Professoren in der VWL lehren.

Quelle: http://www.bvb-forum.de/index.php?id=54726

Eigentlich ist mein Hauptpunkt in Bezug auf finanzielle Freiheit aber etwas anderes. Warum muss ich als gesunder und fähiger Mensch hoffen, dass die Politiker mein Einkommen erhöhen? Essen für sich und seine Familie zu besorgen (im Kurze Geld zu verdienen), ist eine Hauptaufgabe eines Menschen. Warum gebe ich hier, als gesunder und fähiger Mensch, meine Verantwortung an jemand anderen ab? Warum kann ich mein Einkommen nicht selber erhöhen?

Wir befinden uns in Deutschland glücklicherweise wirtschaftlich in einem der besten Länder der Welt. Die Unternehmen schreien nach Fachkräften. Die Arbeitsplätze sind da, die Schulen für Ausbildung und die Universitäten sind vorhanden, sogar Studienplätze mancher Fachrichtungen sind nicht besetzt! Warum muss ich mich in so einer glücklichen Lage mit 5€/Stunde Lohn beglücken? Es gibt z.B. die Möglichkeit, dass die Geringverdiener neue Fähigkeiten erwerben, um ihr Einkommen zu erhöhen. Der Staat bietet jegliche Hilfe an!

Ich verstehe es manchmal nicht. Warum wollen so viele Leute immer noch eine Friseurausbildung machen, wenn sie wissen, dass sie hier keine gute Zukunft haben werden? Warum machen sie keine Elektrikerausbildung? Warum studiert ein Elektriker nach ein paar Berufsjahren zusätzlich Elektrotechnik nicht? Warum lernt ein Staplerfahrer nicht, wie man Stapler repariert oder entwickelt? Es mag sein, dass Fähigkeiten limitiert sind und nicht jeder die gleichen Gelegenheiten im Leben bekommt. Es gibt aber in diesem Land genug Freiheiten und Möglichkeiten, wie man sein Einkommen erhöhen kann. Das kann ich definitiv sagen.

Die Arbeitnehmer werden in der Marktwirtschaft nicht nach ihrem Einkommensbedarf, sondern nach ihrer Wertschöpfung bezahlt. Der Weg zum „höheren Einkommen“ ist deshalb nicht, Mindestlöhne durch Politiker festzusetzen, sondern mehr Wertschöpfung zu schaffen und damit mehr zu verdienen.

Ich betone oft, dass die Menschen die Verantwortung selber übernehmen müssen, wenn sie finanzielle Freiheit erreichen möchten („Finanzielle Freiheit ist die beste Altersvorsorge“). Das aktive Einkommen ist eine der Hauptquellen für den Vermögensaufbau („Net Cashflow maximieren“). Hier müssen Sie auch die Verantwortung selber übernehmen und Wege suchen, wie Sie Ihr aktives Einkommen erhöhen können.

Donnerstag, 7. März 2013

Was macht man mit viel Geld?


“Retirement is the ugliest word in the language.” - Ernest Hemingway

Wenn Ihr passives Einkommen Ihre Ausgaben decken kann, sind Sie finanziell frei („Was ist finanzielle Freiheit?“). Was würden Sie mit Ihrem Leben machen, wenn Sie finanzielle Freiheit erreicht haben? Zu Hause sitzen und nichts tun?

Finanzielle Freiheit heißt für mich nicht „früher Rentner werden“. Viele reiche Menschen arbeiten immer noch, weil Sie es mögen. Sie machen entweder Ihren Job weiter, weil er für sie eine Leidenschaft ist. Oder sie verwenden ihre Zeit und ihr Geld für Philanthropie oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Wie gesagt, man muss nicht unbedingt wie ein Rentner leben, wenn man finanziell frei ist. Die finanzielle Freiheit gibt Ihnen aber die Wahl, dies zu tun.

Sie müssen nicht unbedingt aufhören zu arbeiten. Sie können tun, was Sie wollen. Es wird dann möglich, weniger zu arbeiten, zum Beispiel drei oder vier Tage in der Woche. Sie können nur halbtags arbeiten und den Rest der Zeit mit Ihrer Familie verbringen. Eine andere Option ist, gar nicht zu arbeiten und sich Ihrer Leidenschaft wie zum Beispiel Ihres Hobbys oder wohltätigen Tätigkeiten zu widmen. Ggf. können Sie ein Sabbatjahr nehmen und die Welt bereisen.


Genug Geld durch passives Einkommen für Ihre Ausgaben zu haben, gibt Ihnen die Wahl, die Option und die Freiheit, mit Ihrer Zeit zu machen, was Sie wollen. Der Konzept von Arbeit ändert sich in jeder Hinsicht. Sie werden nicht mehr verpflichtet sein zu arbeiten, um Ihre Ausgaben zu decken. Eine Definition von Arbeit ist: „Die Tätigkeiten, die man machen muss, ohne daran Vergnügen zu haben“. Wäsche waschen ist laut dieser Definition auch “Arbeit“. Wenn die Arbeit Ihnen Spaß macht und Sie Ihre Aufgaben öfter mit Leidenschaft erledigen, können Sie ruhig weiter arbeiten. Das gute daran ist für finanziell freie Menschen, dass Sie sich darüber bewusst sind, diese Freiheit zu haben.

Meiner Meinung nach ist das ein starkes Lebensziel, das einige Menschen erstreben. Ich habe großen Respekt vor diesen Menschen, den anderen goldenen Adlern.

Wenn Ihnen die Motivation fehlt, finanziell frei zu werden, lassen Sie uns eine Gedankenübung machen.

Übung: Lassen Sie uns annehmen, dass Sie ab morgen jeden Monat 5.000 € Netto auf das Konto überwiesen bekommen, ohne dass Sie arbeiten müssen. Dieses Geld wird jährlich um die Inflationsrate erhöht und bis zum Ende Ihres Lebens bezahlt. Nennen Sie fünf Dinge, die Sie machen würden.

Fertig? Jetzt zum zweiten Teil der Übung: Was sind die Gründe, aus denen Sie diese fünf Dinge in Ihrer heutigen Situation nicht machen?

Ich vermute, die Antwort auf die zweite Frage ist in den meisten Fällen fehlendes Geld und fehlende Zeit. Finanzielle Freiheit ermöglicht Ihnen die nötige Zeit und das nötige Geld, um Ihre Träume zu verwirklichen. Ist das nicht eine gute Motivation für finanzielle Freiheit?