Posts mit dem Label Tagesgeld werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tagesgeld werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 5. Mai 2015

Geld auf dem Tagesgeldkonto für unerwartete Ausgaben

“Neither a borrower nor a lender be. For loan oft loses both itself and friend. And borrowing dulls the edge of husbandry.” Shakespeare, Hamlet Act 1
In meinem letzten Artikel habe ich über meine Erfahrungen mit dem Umzug berichtet. Aus finanzieller Sicht haben wir im Endeffekt circa 6.000 € mehr gebraucht als wir als Rücklagen gespart hatten.

Jeder Mensch kann in seinem Leben in so eine Situation geraten. Man braucht plötzlich eine Summe, die man nicht auf seinem Girokonto zur Verfügung hat. In so einem Fall gibt es zwei Möglichkeiten:
  • Geld leihen
  • Auf Ersparnisse oder Geldanlagen zugreifen

Geld leihen:

Sie können Geld von einer Bank als Dispokredit oder Verbraucherkredit bekommen. Sie müssen aber mit hohen Zinsen rechnen. Die Banken, die für Girokonten und Festgelder kaum Zinsen anbieten, verlangen für Dispokredite 7,5%  bis 12% Zinsen. Die Verbraucherkreditzinsen liegen heute je nach Laufzeit und Kredithöhe zwischen 4,5% und 11%. Ich würde auf jeden Fall versuchen, solche hohe Zinszahlungen zu vermeiden. Wenn Sie bereits Schulden haben, würde ich Ihnen stark empfehlen, diese zuerst zurückzuzahlen, bevor Sie Ihr Geld in Aktien oder Anleihen investieren („Die bösen Schulden“). 

Als Alternative können Sie sich aus Ihrem Verwandten-, Freundes- oder Bekanntenkreis Geld leihen. Das wird bei kleineren Summen oft praktiziert. Wenn Sie zu 100% sicher sind, dass Sie das Geld innerhalb von ein paar Monaten zurückzahlen können, ist es in Ordnung, diesen Weg zu gehen. Für große Summen und lange Rückzahlungsphasen würde ich es aber auf jeden Fall vermeiden. Wenn Sie Schulden bei einem Freund oder Familienmitglied haben, ändert sich Ihre persönliche Beziehung zu dieser Person. Sie werden Schuldner und Ihr Bruder oder Kumpel wird Gläubiger.  Es lohnt sich nicht, Ihre Beziehung zu dieser Person wegen Geld zu gefährden.


Auf Geldanlagen zurückgreifen:

Wenn Sie plötzlich eine große Summe Geld benötigen und kein Bargeld oder Geld auf dem Girokonto haben, hilft Ihnen Ihre Immobilie nicht („5 Gründe eine Immobilie zu kaufen und Gegenargumente“). Ein reines Immobilienvermögen ist deshalb keine gute Idee, weil Immobilien keine Liquidität ermöglichen. Sie haben aber die Möglichkeit, auf Ihre vorhandenen Geldanlagen für das benötigte Geld zurückgreifen. Die möglichen Arten von Geldanlagen für diesen Zweck sind folgende:
  • Tagesgeldkonto
  • Festgeldkonto
  • Wertpapiere (Anleihen, Aktien, Fonds, Zertifikate)

Auf das Geld auf dem Festgeldkonto zurückzugreifen ist keine gute Idee, weil Sie Ihr Geld für eine bestimmte Laufzeit dort angelegt haben. Eine vorzeitige Kündigung ist bei Termingeldern normalerweise nicht vorgesehen. Es ist im Notfall möglich. Sie müssen aber die Ertragsverluste ggf. akzeptieren.

Sie können Ihre Wertpapiere über die Börse verkaufen, wenn Sie Ihr Geld brauchen. Das ist der Vorteil bei Wertpapieren. Das Geld ist sehr liquide. Ein möglicher Nachteil ist natürlich, dass Sie eventuell Verluste bei Ihrer Aktie oder Ihrem Fonds haben. Diese Wertpapiere gehören in die Gruppe der langfristigen Geldanlage. Anleger sollten den vorzeitigen Verkauf möglichst vermeiden.

Die Lösung lautet daher: Tagesgeldkonto. Tagesgeldkonten bringen heutzutage kaum Rendite mehr. Sie haben aber zwei wichtige Eigenschaften: Liquidität und Sicherheit. Ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto können Sie innerhalb eines Tages abheben. Ihr Geld ist dank der Einlagesicherung bis 100.000 € gesichert. Es gibt dazu kein Verlustrisiko. Die niedrige Rendite ist der Preis für diese Sicherheit und Liquidität.

Es wird jedem empfohlen, drei bis sechs Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto zu parken. Dieses Geld ist für Notfallsituationen gedacht. Denken Sie bitte nicht, dass Ihnen nichts passieren kann. „Shit happens!“. Die Welt ist voll unerwarteter Ausgaben: Ein teurer Umzug wie in meinem Fall, Autoreparaturen, Zahnarztkosten, Geldbedarf in der Familie, Verlobungsring, usw..

Tagesgeldkonten bringen keine hohe Rendite. Das heißt aber nicht, dass Sie bei der Wahl Ihrer Bank gleichgültig handeln sollten. Bei MoneYou bekommen Sie heute 1,05% Zinsen auf dem Tagesgeldkonto. Bei Comdirect sind es 0,25%. 0,8% Prozent mehr auf 10.000 € machen 80 € im Jahr. Also, besser als nichts.

Mein Geld auf dem Tagesgeldkonto für unerwartete Ausgaben hat mir dabei geholfen, dass ich keinen Kredit bei einer Bank aufnehmen musste. Ich musste auch kein Geld von meinen Freunden ausleihen. Darauf bin ich stolz und sehr glücklich. Ein bisschen Sicherheit auf eigene Verantwortung muss jeder haben.

Samstag, 15. März 2014

Was ist eine Aktie?

"It's not how much money you make, but how much money you keep, how hard it works for you, and how many generations you keep it for." - Robert Kiyosaki

In meinen letzten zwei Artikeln ging es um Unternehmen und wie man ein Unternehmen besitzen kann. Die Antwort für Geldanleger hier ist natürlich „Aktien“. Was ist aber eine Aktie?

Aktien sind Wertpapiere, die Anteile an einem Unternehmen darstellen. Im Englischen heißen sie „equity, share, stock“.

Aktien sind Anteilscheine an einem Unternehmen. Eine Aktie ist wie eine Urkunde, die Ihnen schriftlich bestätigt, daß Sie Anteile an einem bestimmten Unternehmen besitzen, und zwar in der bezeichneten Höhe. Aktien existieren tatsächlich in Papierform. In der Vergangenheit haben die Aktionäre ihre Aktien als Papier bekommen und behalten. Mittlerweile sind Aktien meistens in elektronischer Form erhältlich.


Ich nehme als Beispiel das Unternehmen „Coca-Cola“. Diese Firma hat 4,41 Milliarden Aktien im Umlauf und hat einen Unternehmenswert von 168,17 Milliarden US-Dollar. Eine Aktie von Coca-Cola kostet circa 38$, also 27 € (Stand März 2014). Wenn Sie 4,41 Aktien von Coca-Cola für 120 € kaufen, gehört Ihnen folglich ein „Milliardstel“ dieses Unternehmens. Sie haben auch Anspruch  auf einen Teil der künftigen Gewinne. Sie dürfen in der Aktionärsversammlung über die Zukunft des Unternehmens mitentscheiden. Coca-Cola zahlt Ihnen jährlich oder jedes Quartal einen Teil Ihrer Gewinne als Dividenden aus. Das ist für Sie passives Einkommen („Wie erreiche ich finanzielle Freiheit?“). Sie können Ihre Aktien jederzeit an der Börse verkaufen. Das heißt, Aktien sind eine sehr liquide Form der Geldanlage. Eine Immobilie können Sie normalerweise nicht so schnell losbekommen („Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen?“).

Aktien werden an den Börsen gehandelt. Die Aktienmärkte sind mittlerweile in den entwickelten Ländern sehr gewachsen und  weit verbreitet. Nicht nur Aktien von sehr großen Unternehmen, sondern auch Aktien von Mittelständlern und kleinen Firmen werden an den Börsen gehandelt. Heutzutage haben Sie in Deutschland über die Banken und Brokerage-Unternehmen einfachen Zugriff auf die weltweiten Börsen. Online-Banking hat den Aktienhandel sehr vereinfacht und vergünstigt.

Diese Vereinfachung hat aber auch Nachteile. Der Aktienhandel wird manchmal leider nicht für den Zweck des Vermögensaufbaus gebraucht. Die Gier der Menschen verwandelt einen Geldanleger in einen Zocker. Dieses Thema bietet allerdings Stoff für einen separaten Artikel.

Außerdem müssen Sie die Aktien der ausländischen und kleinen Unternehmen mit Vorsicht genießen. Die fallenden Handelsgebühren und Spreads können hohe Kosten verursachen. Auch diese beiden Themen werde ich in einem separaten Artikel erfassen.

Man legt sein Geld in einem Wertpapier an, weil man Rendite erzielen möchte ("Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen?"). Die Rendite z.B. einer Immobilie,  eines Festgeldkontos oder einer Anleihe ist relativ einfach zu berechnen („Populäre und sichere Geldanlagen“). Der Verhältnis von Miete zu Kaufpreis ergibt die Bruttorendite bei Immobilien. Der Zins ist bei Bankanlagen gleichbedeutend mit der Rendite. Bei Anleihen gibt es eine ähnliche Berechnungsmethode („Wie funktionieren Anleihen?“).

Man kauft auch Aktien, weil man Rendite erzielen möchte. Rendite wird bei Aktien durch Dividenden und Kursanstiege erreicht. Rendite existiert bei Aktien, weil Unternehmen Gewinne machen. Dadurch wird der Aktienkurs langfristig steigen und Dividenden werden ausgeschüttet. Die offene Frage für mich ist daher: „Woher kann ich wissen, on ein Unternehmen viel Gewinn macht?“. Die zweite Frage lautet: „Ist der Gewinn hoch genug bzw. die Aktie günstig genug, so dass ich diese Aktie erwerben möchte?“ Beides sind sehr gute Fragen, die jeder Anleger beantworten muss, bevor er sein Geld in irgendetwas investiert.  Das wird das Hauptthema von meinem nächsten Artikel sein.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Depotkosten und Tipps beim Eröffnen eines Depots

“Everyone has the brainpower to follow the stock market. If you made it through fifth-grade math, you can do it.” -Peter Lynch

Für die Gestaltung Ihres Portfolios mit Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs brauchen Sie ein Depot (“Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Ihr Depot können Sie bei der Bank eröffnen, bei der Sie Ihr Girokonto haben. Meine Empfehlung ist allerdings, das Depot nicht bei der gleichen Bank wie Ihr Girokonto zu eröffnen. Es ist viel besser, Tagesgeldkonto und Depot bei einer anderen Bank als das Girokonto zu halten. Sie können monatlich Ihre Ersparnisse („Zwei Methoden, die Ihnen Sparen garantieren“) auf diese Konten überweisen und während Ihrer Investment-Periode („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“) dort behalten.

Es gibt viele Banken und Brokerage-Firmen, die Ihnen ein Depot anbieten. Hier sind einige Tipps, was Sie vor der Eröffnung Ihres Depots beachten sollten.

Depotgebühren

Manche Banken erheben monatliche oder jährliche Kosten in Form von Depotführungsgebühren. Mittlerweile bieten aber viele Banken kostenlose Depots an. Vermeiden Sie diese Gebühren. Die Banken verdienen sowieso genug an Provisionen.

Online-Brokerage

Aktien oder ETFs per Telefon oder bei einer Filiale zu kaufen ist Geschichte. Wählen Sie einen Anbieter, bei dem Sie die Wertpapiere einfach Online via Internet-Brokerage mit niedrigen Gebühren handeln können.

Kapitalertragsteuer

Wählen Sie einen Anbieter, bei dem die Kapitalertragsteuer automatisch abgezogen wird, sobald sie anfällt. Bei machen Brokerage-Firmen wie Interactive Brokers, die ihren Sitz im Ausland haben, ist dies nicht der Fall. Sparen Sie sich die zusätzliche Arbeit bei der Steuererklärung. Vergessen Sie bitte nicht, Ihrer Bank den Freistellungauftrag einzureichen („Freistellungsauftrag von der Kapitalertragsteuer“), damit Sie für Ihre Kapitaleinkünfte bis 801 € keine Steuern zahlen.


Handelbare Börsen

Sie können über alle Depotanbieter in Deutschland bei den großen deutschen Börsen wie XETRA, Franfurt, Berlin, Stuttgart und München handeln. Eigentlich brauchen Sie nicht bei den ausländischen Börsen zu handeln. Erstens werden bei diesen Börsen zusätzliche Gebühren erhoben. Zweitens sind die meisten Aktien und ETFs, in die Sie Ihr Geld anlegen können, an den deutschen Börsen verfügbar. Wenn Sie Ihr Geld unbedingt in exotischen Märkten anlegen möchten („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“), achten Sie darauf, welche Börsen bei Ihrem Anbieter handelbar sind.  

Provisionen

Dies ist der wichtigste Faktor bei der Wahl Ihres Depotsanbieters. Diese Gebühren vermindern Ihre Rendite drastisch. Daher Vorsicht! Die Provision wird von den meisten Anbietern wie folgt berechnet:
  • Prozentual: Zum Beispiel 0,25% des Transaktionsvolumens
  • Mindestgebühr pro Transaktion: 7,90 €, 10 € , 15 € oder höher

Beispiel: Die Provision bei der Ing-Diba beträgt 0,25% des Kurswerts, mindestens jedoch 9,90 €
Bei einem ETF-Kauf im Wert von 2000 € wird die Bank 9,90 € an Provision erheben.  Bei einem Wert von 5000 € steigt die Provision auf 12,50 €.

Direkthandel

Außer Provision zahlen Sie bei jeder Transaktion Börsengebühren. Sie sind zwar nicht so hoch wie die Provision, stellen aber schon einen Kostenfaktor dar. Zum Beispiel fallen folgende Börsengebühren für ein Ordervolumen von 2500 € an:
  • XETRA 1,75 €
  • Frankfurt 5,25 €
  • Düsseldorf 2,69 €
  • Berlin und München 3,05 €
  • Stuttgart 7 €

Sie können bei manchen Banken über den Direkthandel (z.B Tradegate) ohne Börsengebühren handeln. Sie müssen aber daraf achten, dass Sie wegen eines ggf. hohen Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Wertpapiers) nicht mehr zahlen als bei den oben genannten Börsen! Nichtsdestotrotz sind Anbieter, die Direkthandel anbieten, attraktiver für die Anleger.

Sparpläne

Sparpläne klingen gut, sind aber meiner Meinung nach eine Abzocke durch höhere Provisionen. Außerdem werden oft teure Aktienfonds in den Sparplänen angeboten („Aktienfonds als Geldanlage“). Ich werde mich mit Sparplänen in einem separaten Artikel befassen.

Neukundenbonus

Wenn Sie noch kein Depot haben oder Ihr Depot wechseln möchten, bekommen Sie bei manchen Anbietern einen Neukundenbonus in Form einer Gutschrift oder kostenloser Orders (Free Trades). Free Trades sind eine sehr gute Möglichkeit für Neuanleger, die noch keine Aktien oder ETFs haben und ein Portfolio getalten möchten. Damit zahlen Sie für Ihre Orders eine Weile keine Provision.

Freunde werben Freunde

Genau wie bei der Eröffnung eines Girokontos („Kontogebühren, Tipps für Ihr Girokonto“) können Sie in Ihrem Freundeskreis nachfragen, ob jemand schon ein Depot beim dem Anbieter hat, an dem Sie interessiert sind. Ihr Bekannter kann Sie bei der Bank werben und bekommt entsprechend eine Prämie.

Ich habe mein Depot bei der Ing-Diba, was ich auch normalen Anlegern empfehlen würde. Diese Bank erfüllt meine Erwartungen, hat relativ niedrige Transaktionsgebühren und bietet Direkthandel an. Nehmen Sie als Neukundenbonus „Free Trades“ und sparen Sie eine Menge Geld, nämlich in Höhe der Provisionen für die ersten 20 Orders in den ersten 6 Monaten.

Montag, 21. Oktober 2013

Sparbuch und Tagesgeldkonto vs. Aktien-ETFs

"Take risks: if you win, you will be happy; if you lose, you will be wise." – Anonymous

Ich bekomme von meiner Bank Ing-Diba ab und zu interessante Artikel über Geldanlagen. Im letzten Artikel ging es um einen Zinsvergleich zwischen Sparbuch und Tagesgeldkonto. Laut diesem Artikel verschenkt ein Sparbuch-inhaber über den Zeitraum von zehn Jahren mehr als 1000 € an Zinsen und Zinseszinzen für ein Vermögen von 10.000 € („Populäre und sichere Geldanlagen“).


Ich würde normalerweise denken, dass rationale Menschen alle Sparbücher schließen würden, weil sie mittlerweile keinen Sinn mehr machen. Vielleicht bleibt höchstens noch die Mietkautionen oder Ähnliches. Was denken Sie, wie viel Geld in Deutschland auf Sparkonten geparkt ist? Einstellige, zweistellige oder dreistellige Milliardenbeträge?

Kaum zu glauben, aber aktuell (September 2013) gibt es 115 Milliarden Euro auf Sparkonten („Festgeldkonten als sichere Anlage“). Es wundert mich tatsächlich, wer die Inhaber dieser Konten sind? Die Oma aus dem Supermarkt oder der junge Arbeitskollege von nebenan? Ich habe Freunde, die sogar eine Menge Geld auf dem Girokonto haben.

Es wird noch krasser, wenn man Sparbuch und Tagesgeldkonto mit Aktien vergleicht („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Der Sparbuch-Liebhaber mit seinen 10.000 € verschenkt in 10 Jahren eigentlich nicht nur 1000 €, sondern mehr als 7000 € (gerechnet mit einer konservativen Nettorendite von 6%). Die Angst vor Risiken („Risiko bei Geldanlagen“) macht viele Menschen in der Realität ärmer als vorher! Sparbücher und Tagesgeldkonten bringen mittlerweile eine negative reale Rendite („Lebensmittelpreise und Inflation in Deutschland“).

Meine Empfehlung für das Anlegen von Geld ist daher folgende:
  1. Tagesgeldkonto eröffnen („Tagesgeldkonto eröffnen“) 
  2. Jeden Monat einen bestimmten Geldbetrag auf dieses Konto überweisen („Bezahle Dich selbst zuerst“) 
  3. Nutzen Sie das Tagesgeldkonto als Depot für Geld für Notfälle und als Zwischenstopp, bevor Sie Ihr Geld in renditebringende Geldanlagen investieren 
  4. Eröffnen Sie ein Depot, um Aktien und ETFs zu kaufen 
  5. Gestalten Sie sich ein diversifiziertes Portfolio („Lege nicht alle Eier in einen Korb“) 
  6. Legen Sie Ihr Geld regelmäßig in Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“) und Anleihen-ETFs an („Staatsanleihen aus Schwellenländern“)
Detaillerte Informationen über Geldanlagen und ETFs können Sie in anderen Artikel in diesem Blog „Der goldene Adler“ unter „Geld Anlegen“ lesen.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Kleine Centmünzen und Bargeldzahlung

“A penny is a lot of money if you have not got a penny.” - Yiddish Proverb

Während die EU-Kommission diskutiert, ob die kleinen Cent-Münzen abgeschafft werden sollen, habe ich etwas erledigt, was ich mir vor einiger Zeit vorgenommen habe: Meine Münzen loszuwerden.

In den letzten sieben Jahren habe ich es geschafft, zwei große Nescafe-Behälter voll Münzen zu sammeln. Diese Sammlung bestand aus Cent-Münzen von 1-Cent bis 20-Cent. Die meisten davon waren 1-Cent, 2-Cent und 5-Cent-Stücke. Während seines letzten Besuchs hat mein Vater alle Münzen über 20-Cent aussortiert (er ist Rentner). Deshalb habe ich ausschließlich Münzen mit geringen Werten.

Endlich habe ich einen Bankautomat bei der Commerzbank gefunden, bei dem man die Münzen zwecks Einzahlung einwerfen darf. Man kann praktisch alle Münzen in einen Behälter füllen und die Maschine erledigt den Rest. Genial! Die alternative wäre, alle Münzen selber zu sortieren, in bestimmten Mengen in eine Papierfolie zu rollen und bei der Filiale einzuzahlen. Dazu hatte ich überhaupt keine Lust. 

Hier ist die Bilanz meiner Einzahlung:
  • 35 x 0,20 € 
  • 231 x 0,10 €
  • 398 x 0,05 €
  • 621 x 0,02 €
  • 512 x 0,01 €
Insgesamt macht das 67,54 € !!!


Es ist sehr verwunderlich für mich, dass ich es geschafft habe, 1797 Münzen zu sammeln. Ich muss zugeben: Ich hasse 1-Cent und 2-Cent-Münzen, obwohl ich der Meinung bin, dass man sich über jeden Cent freuen sollte („Geld verdienen mit meinem Blog“). Es ist eine Grundeinstellung zum Thema „Geld“. Grundsätzlich vermeide ich Bargeldzahlungen, wenn es möglich ist („EC-Karte statt Bargeld“). Ein Vorteil davon ist, dass ich am Ende des Monats meine Ausgaben viel einfacher nachverfolgen kann („Buchhaltung für Anfänger“). Ein anderer Vorteil ist, dass ich es vermeide, übermäßige Münzen anzusammeln.

Ich zahle in Supermärkten, Läden, Restaurants, Cafes (wenn möglich) und Automaten (wenn möglich) ausschließlich mit der EC-Karte oder Kreditkarte. Ich bin keine Person, die ihren Überblick verliert, wenn sie alles mit der Karte zahlt („Zwei Methoden, die Ihnen Sparen garantieren“). Deshalb gibt es für mich dabei kein Risiko, dass ich viel ausgebe. Die Menschen, die die Kontrolle mit einer Kreditkarte verlieren, sollten die Karte lieber weglassen, für ihre Ausgaben ein Bargeldbudget haben und alles mit Bargeld zahlen. Am besten sollten sie beim Ausgehen nicht viel Bargeld mitnehmen.

Leider ist es nicht überall möglich, mit Karte zu zahlen. In Kiosks, Bäckereien, Cafes und Kneipen zahlt man nur bar. Wie kann man diese Ausgaben nachverfolgen? Meine Lösung hierfür ist die Nutzung einer App auf meinem Smartphone. Es gibt viele Apps unter der Rubrik „Finanzen“, mit denen man die Kontrolle über seine Ausgaben behalten kann. Einige davon sind kostenlos. Ich benutze die App „CashTrails“, um meine Barausgaben nachzuverfolgen. Den monatlichen Haushalt mache ich „Old School“ mit Papier, Stift und Taschenrechner. Die Ergebnisse trage ich nachher in einer Excel-Tabelle ein, so dass ich den Überblick über mehrere Monate behalte.

Münzen sind überall bei uns und in unseren Wohnungen. In den Hosentaschen, Jackentaschen, im Portmonee, auf dem Tisch, in der Küche und oft auf dem Boden zu Hause (wie kommen sie eigentlich dahin?). Wenn Sie die Menge dieser Münzen reduzieren möchten, vermeiden Sie Bargeld bei Ihren Einkäufen. Das hilft auch für das Nachverfolgen Ihrer Ausgaben. Falls Sie ein Konto bei der Commerzbank haben (oder jemanden kennen, der eins hat), bringen Sie alle Ihre Münzen zu einem Automat, bei dem Sie sie einzahlen können. Ich bin mir sicher, dass jeder ein paar Dutzend Euro zusammenbekommt.

Zum weiterlesen -> Wie Starbucks Reichtum verhindern kann
Zum weiterlesen -> Sparen beim Lebensmitteleinkauf
Zum weiterlesen -> Kosten von Getränken beim Feiern und Ausgehen

Montag, 6. Mai 2013

Lege nicht alle Eier in einen Korb


”Don’t put all your eggs in one basket.” – Famous Proverb

Sie sparen monatlich eine gewisse Summe Geld und Sie konnten bis jetzt auf Ihrem Tagesgeldkonto ein kleines Vermögen aufbauen („Wie hoch ist Ihr Nettovermögen“). Sie sind überzeugt, dass Aktien langfristig die beste Geldanlage sind und möchten in Aktien investieren („Aktien als Geldanlage“). Wie sollten Sie dies nun anstellen, damit Sie langfristig eine hohe Rendite auf Ihr Vermögen bekommen?

Die Gestaltung des Portfolios ist eine der schwierigsten Herausforderungen, die ein Anleger hat. Diese Aufgabe wird oft ignoriert oder unterschätzt. Viele Menschen kaufen einfach willkürlich „Aktien“ und nennen sich selber Anleger („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Sie hoffen danach, dass der Kurs von diesen Aktien steigt und sie reich werden. Für mich ist dies keine rationale Anlagestrategie, sondern reine Spekulation („Gold als alternative Geldanlage“). Mit einer falschen Aktienauswahl bekommen die Spekulanten keine gute Performance ihres Portfolios und beschuldigen die Finanzmärkte und Weltwirtschaft. Wie Sie Ihr Portfolio gestalten, ist eine strategische Entscheidung, die Ihre Rendite direkt beeienflusst („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). 


Die Hauptregel, um über lange Zeit durchschnittlich gute Rendite zu erzielen, ist „Diversifikation“. Diversifikation ist die Verteilung Ihres Geldes auf verschiedenen Aktien mit dem Ziel Ihr Risiko zu streuen („Risiko bei Geldanlagen“). Diversifikation kann man mit dem Sprichwort „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ erklären. Das heißt, Sie sollten Aktien aus verschiedenen Märkten (Länder und Regionen) und Sektoren besitzen. Außerdem sollen Sie innerhalb eines bestimmten Marktes diverse Aktien besitzen (Large-Cap-, Small-Cap-, Value-, Growth-Aktien). Es ist empfehlenswert, Anteile von allen Aktien auf einem bestimmten Aktien-Index zu besitzen. Das eliminiert die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit Ihrem Portfolio wegen falscher Aktienauswahl hinter der Marktperformance zurückbleiben. Viele Anleger überschätzen Ihre Fähigkeiten, den Markt zu schlagen und sind oft hiermit nicht erfolgreich. Aus diesem Grund empfehle ich Aktien-ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“), weil diese die Möglichkeit bieten, in den Gesamtmarkt zu investieren.

Ein vielfältiges Portfolio mit Aktien aus der ganzen Welt klingt attraktiv. In der Praxis ist es sehr aufwändig, jede einzelne Aktie zu analysieren und zu kaufen. Eigentlich übernehmen die Investmentfonds („Aktienfonds als Geldanlage“) diese Aufgabe für Sie und versuchen Ihr Geld auf verschiedenen Aktien zu verteilen. Natürlich ist der Preis dafür sehr hoch („Wie die Fondsgebühren die Rendite fressen“). Ich empfehle deshalb die Aktienfonds nicht, weil die Gebühren die erwartete Rendite stark reduzieren. Was ist dann der beste Weg, ein diverses Portfolio aufzubauen?

Mein Vorschlag: Bauen Sie Ihr Portfolio selber durch Erwerb diverser Aktien-ETFs auf. Ich weiß, dass es für Anfänger nicht leicht ist. Sie müssen sich über die ETF-Angebote schlau machen („Finanzielle Bildung“) und sich überlegen, welche ETF Sie kaufen möchten. Außerdem müssen Sie kalkulieren, wie Sie die richtigen Gewichtungen für eine gesunde Mischung behalten.

Ich werde in den nächsten Artikeln meine Vorschläge veröffentlichen, wie Sie Ihr Portfolio mit ETF’s gestalten können. Außerdem werde ich einige passende ETF’s vorstellen, die Sie über Ihre Bank oder Broker wie Aktien einfach kaufen können. Trotzdem würde ich bei meinen Lesern definitiv anregen, dass sie die ETF-Welt selber erkunden und verstehen, wie ETF’s funktionieren. Gehen Sie einfach auf die Webseite der größten ETF-Anbieter Deutschlands, lesen Sie die Informationsmaterialien und schauen Sie sich die Angebote an.

Die fünf größten ETF-Anbieter Deutschlands sind die folgenden: iShares, DB X-trackers, Comstage, Lyxor und Amundi.

Ich befürworte die Idee, dass Menschen für ihr Leben und ihre Finanzen selber verantwortlich sein sollen. Im Thema Portfoliogestaltung sollten sie auch die Verantwortung selber übernehmen, wenn sie hohe Rendite erzielen möchten. Es ist nötig, dafür am Anfang Zeit zu investieren. Aber wenn Sie Ihr ideales Portfolio einmal erstellt haben, ist der erste wichtige Schritt getan. Der Rest besteht darin Geld zu sparen und dieses Geld laut Ihrem Plan anzulegen.

Donnerstag, 25. April 2013

Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage?


"Over the long term, the stock market news will be good. In the 20th century, the United States endured two world wars and other traumatic and expensive military conflicts; the Depression; a dozen or so recessions and financial panics; oil shocks; a flu epidemic; and the resignation of a disgraced president. Yet the Dow rose from 66 to 11,497.” –Warren Buffett

Die historische Performance von Aktien zeigen, dass Aktien langfristig gesehen die beste Geldanlage sind („Historische Performance von DAX und Dow Jones“). Was bedeutet aber langfristig? Ab welchem Zeitraum kann man von langfristig sprechen? Wie viele Jahre sind das? Wann ist es also sinnvoll in Aktien zu investieren?

Ein Grund, warum Aktien die beste Rendite bringen, ist, dass sie eine Risikoprämie haben. Hohe Rendite und hohes Risiko gehen Hand im Hand („Risiko bei Geldanlagen“). Das heißt, es ist möglich, dass die Aktienkurse fallen und Wertverluste entstehen. Statistisch gesehen steigen die Aktienkurse circa in zwei Dritteln der Jahre und sinken in einem Drittel. Es gibt also eine 33%ige Wahrscheinlichkeit, dass die Aktienindexe (DAX, Dow Jones, usw..) im kommenden Jahr eine negative Performance haben werden. Weiter gerechnet gibt es eine 11%ige (1/3 x 1/3) Wahrscheinlichkeit, dass die Aktienkurse in den nächsten zwei Jahren in Folge sinken werden. 

Die Risikobereitschaft, in Aktien zu investieren wird belohnt: Hohe Rendite („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Die Jahre, in denen Aktienkurse steigen (Bull-Jahre) kompensieren den Verlust der Jahre, in denen die Aktienkurse sinken (Bär-Jahre). Weil Bull-Jahre langfristig häufiger vorkommen als Bärjahren, nämlich ungefähr doppelt so oft, hat man über einen langfristigen Zeitraum eine positive Performance.

Aus diesem Grund macht es völligen Sinn in Aktien zu investieren, wenn Sie Ihr Geld langfristig anlegen möchten. Der Zeitraum sollte mindestens fünf Jahre betragen, um die Verlustwahrscheinlichkeit zu minimieren. Es gibt einen Unterschied zwischen einen Anleger und einem Spekulanten. Der Anleger denkt langfristig und legt sein Geld für die nächsten 5-10-15 Jahren an. Er kennt und vertraut auf die langfristige Performance von Aktien und bastelt dementsprechend seine Anlagestrategie. Der Spekulant kauft eine Anlage und hofft, dass die Kurse in den nächsten Monaten steigen („Gold als alternative Geldanlage“). Wenn Sie die erfolgreichen Investoren der Geschichte betrachten, werden Sie feststellen, dass fast alle langfristige Anleger und keine Spekulanten sind.

Wie gesagt, wenn Sie Ihr Geld in Aktien investieren möchten, sollten Sie über die nächten fünf Jahre  oder länger planen. Wenn Sie gerade für ein Auto, eine Anzahlung für eine Immobilie oder für Ihre Hochzeit sparen und das Geld in den nächsten fünf Jahren brauchen werden, sind Aktien für Sie nicht die passende Geldanlage. Mein Vorschlag ist, für kurzfristiges Sparen die folgenden Geldanlagen in Betracht zu ziehen: 

0-1 Jahr – Tagesgeldkonto („Tagesgeldkonto eröffnen“)
1-2 Jahre – Festgeldkonto („Festgeldkonten als sichere Anlage“)
2-5 Jahren – Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen mit passender Laufzeit („Wie funktionieren Anleihen“)

Ein Investment in Aktien machen erst Sinn, wenn Sie dieses Geld in den nächsten 5-10 Jahren nicht brauchen. Es ist meistens das Geld für Ihre private Altersvorsorge oder für Ihre finanzielle Freiheit. Kaufen und abwarten ist die bevorzugte Strategie für unerfahrene Anleger. Wenn Sie langfristig denken und geduldig sind, werden Sie hohe Renditen mit Ihren Aktiengeldanlagen erleben.



Montag, 15. April 2013

Zwei Methoden, die Ihnen Sparen garantieren


“A penny here, and a dollar there, placed at interest, goes on accumulating, and in this way the desired result is attained. It requires some training, perhaps, to accomplish this economy, but when once used to it, you will find there is more satisfaction in rational saving than in irrational spending.” - P. T. Barnum

In mehreren Artikeln in diesem Blog betone ich die Wichtigkeit des Sparens für den Vermögensaufbau („Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“). Wenn ich meine Freunde und Bekannten frage, ob sie überhaupt sparen und was ihre Sparquote ist, bekomme ich manchmal eine betrübende Antwort.

Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen in Ihrem Innersten eigentlich wirklich Geld sparen und anlegen möchten. Sie wissen nur leider nicht, wie sie das genau tun sollen oder sie versagen bei der Ausführung. Ich möchte zwei Methoden für das Sparen vorstellen, die Ihnen - wenn richtig ausgeführt - das Sparen garantieren. Hoffentlich sind diese Tipps geeignet, künftigen Sparern zu helfen.

Die zwei Methoden sind folgende: Nachträglich sparen und Proaktiv sparen.


Nachträglich sparen

Ein großer Teil von Menschen mit festem Einkommen benutzt diese Methode. Sie bekommen ihr Gehalt, zahlen die Fixkosten (Miete, Strom, Versicherungen, Telefon, usw.), geben ein Teil des restlichen Gehalts aus und warten bis zum nächsten Gehaltseingang. Was übrig ist, bleibt auf dem Girokonto. Es wird quasi hier „gespart“. Für die einmaligen Ausgaben wie Urlaub und Großeinkäufe (Möbel, Elektroartikel, usw.) wird dieses Geld benutzt. Ich denke, das kann man auch „Leben von Gehalt zu Gehalt“ nennen.

Eigentlich ist diese Methode nicht verkehrt, solange man seine Ausgaben unter Kontrolle hat. Sie braucht aber eine kleine Änderung. Das Geld, das am Ende des Monats auf dem Girokonto übrig bleibt, darf nicht auf dem Girokonto bleiben! Sie müssen als Erstes Ihre Ersparnisse auf ein separates Tagesgeldkonto überweisen („Tagesgeldkonto eröffnen“) und als Zweites dort lassen (also nicht ausgeben). Dieses Geld soll hier bleiben, um danach in renditebringende Geldanlagen wie Aktien und Anleihen angelegt zu werden.

Wenn Sie für künftige, große Geldausgaben (Möbel, Hochzeit, Auto, usw.) temporär Geld sparen bzw. parken, legen Sie Ihr Geld trotzdem auf das Tagesgeldkonto. Obwohl die Zinsen zur Zeit sehr niedrig sind, werden Sie immer noch eine kleine Rendite bekommen, bis Sie den geplanten Einkauf tätigen.

Wenn Sie Ihre Ersparnisse auf einem separaten Konto halten, gibt es einen anderen wichtigen Vorteil. Das Geld ist erstmal außer Reichweite. Sie werden nicht das Gefühl haben, dass Ihr Geld auf dem Girokonto darauf wartet ausgegeben zu werden. Es ist ein bisschen mühsam, das Geld zu überweisen und zu warten. Sie werden vielleicht Zeit haben zu überlegen, ob Sie den Einkauf tatsächlich machen möchten („Brauche ich das wirklich?“).

Diese Methode ist nur passend für Leute, die Ihre Ausgaben unter Kontrolle haben. Diese Leute sind leider selten zu finden. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, mit viel Geld im Portmonee oder auf dem Girokonto herumzulaufen, ohne das Geld auszugeben, ist diese Methode nichts für Sie. Sie werden Wege finden, das Geld irgendwie für unbrauchbare Dinge auszugeben („Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden“). Deswegen würde ich vorschlagen, dass Sie die andere Methode für Sparer nutzen: „proaktives sparen“.

Proaktives sparen

Diese Methode ist in vielen Büchern und Blogs sehr beliebt und wird unter dem Motto „Pay yourself first“ erklärt. In meinem Artikel „Bezahle Dich selbst zuerst“ habe ich sie bereits erwähnt.

Proaktives sparen ist, eine gewünschte Sparquote festzusetzen und die entsprechende Summe sofort nach dem Gehaltseingang auf das separate Tagesgeldkonto zu überweisen. Dann müssen Sie dieses Geld vergessen und mit dem übrigen Geld auf dem Girokonto bis Ende des Monats leben und die Ausgaben decken. Der Vorteil, dass das Geld außer Reichweite ist, gilt in dieser Methode auch. Das Ersparte kann danach in ähnlicher Weise in andere Geldanlagen wie Aktien („Aktien als Geldanlage“) oder Anleihen („Staatsanleihen als sichere Geldanlage“) angelegt werden.

Wenn das Geld während des Monats knapp wird, werden Sie mit den Ausgaben vorsichtiger. Sie können Ihre Sparsumme anpassen, falls Sie mit der gewünschten Sparquote nicht klarkommen oder immer noch Geld am Ende des Monats übrig bleibt.

Das beste was Sie machen können ist, einen Dauerauftrag bei Ihrem Bank einzurichten (das geht super einfach im Internetbanking). Damit wird das Geld „automatisch“ ohne Aufwand gespart. Ich bin der Meinung, dass das der ultimative Weg zum Geld sparen ist, wenn man dabei Schwierigkeiten hat. Es ist wie ein „Zwangssparen“ und funktioniert wunderbar, wenn das Ersparte nicht zurückgeholt und ausgegeben wird. Daher kommt die Spar-Garantie dieser Methode.

Nächster Schritt

Was für ein Spartyp sind Sie? Ein nachträglicher Sparer, ein proaktiver Sparer oder ein Null-Sparer? Wählen Sie das passende System für sich. Egal welche Methode Sie nutzen, das Wichtige ist, eine gewisse monatliche Sparsumme zu erreichen um Ihren Vermögensaufbau kontinuierlich zu unterstützen. Das Wesentliche dabei ist natürlich, das Leben zu geniessen und Ihr Geld für wertvolle Sachen statt für unwichtige auszugeben.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Risiko bei Geldanlagen


"How many millionaires do you know who have become wealthy by investing in savings accounts? I rest my case." -Robert G. Allen

Ich bekomme ab und zu die Frage gestellt: “Wie kann ich in kurzer Zeit hohe Rendite ohne Risiko bekommen?“. Meine Antwort auf diese Frage ist ganz klar: „Kannst du nicht“.

Es gibt eine Regel, die jeder Anleger kennen sollte:
„Hohe Rendite ist verbunden mit hohem Risiko“
Es gibt also keine Anlagenart, die Ihnen hohe Renditen ohne Risiko sichern kann. Die Idee dahinter ist sehr simpel. Wenn es eine Anlage gäbe, die hohe Rendite ohne Risiko verspricht, würde jeder in diese Anlage investieren wollen. Die Nachfrage steigt, damit wird die Anlage teurer und die Rendite sinkt.

Wenn jemand versucht, Ihnen ein Produkt zu verkaufen, das ohne Risiko hohe Rendite verspricht, schicken Sie ihn sofort weg. Er ist ein unehrlicher Berater oder Verkäufer und sagt nicht die Wahrheit über sein Produkt.

Tages- und Festgeldkonten, Anleihen von den USA, Norwegen oder der Schweiz und Bundesschatzbriefe bieten sehr geringe Renditen, weil sie sehr sicher sind. Mit den griechischen Staatsanleihen oder Junk-Bonds können Sie vielleicht hohe Rendite bekommen, weil Sie das Risiko mitkaufen. Dieses Risiko besteht nämlich darin, dass Sie Ihr Geld eventuell nicht zurückbekommen. Bei einem Aktienkauf haben Sie das Risiko, dass der Aktienkurs sinkt, Dividenden gekürzt werden oder die Firma nicht mehr viel Gewinn macht.  

Bei Geldanlagen ist das Risiko der Preis, den Sie für hohe Rendite bezahlen. Wenn Sie nicht bereit sind, diesen Preis zu zahlen, investieren Sie lieber nicht in riskante Geldanlagen und bleiben Sie bei sicheren Geldanlagen („Populäre und sichere Geldanlagen“).



Portfoliomanagement ist eigentlich Risikomanagement. Man versucht, das Geld möglichst mit kalkulierbarem Risiko und vernünftiger Rendite anzulegen. Der Anleger nutzt hier die Informationen, die zur Verfügung stehen. Diese Informationen sind historische Daten, fundamentale Analyse der Aktien, der Trend und die Nachrichten.

Es gibt viele Methoden und Theorien, mit denen Sie das Risiko verteilen, Ihr Portfolio gegen Schwankungen in den Finanzmärkten schützen und trotzdem einigermaßen gute Rendite bekommen können. Das ist aber nicht so einfach, wie es klingt. Es erfordert finanzielles Wissen über Geldanlagen und deren Risiken („finanzielle Bildung“). In diesem Blog versuche ich, meinne Lesern mögliche Anlagenarten vorzustellen, mit denen man unterschiedliche Renditen mit unterschiedlichem Risiko erzielen kann.

Es ist höchstwahrscheinlich nicht möglich, jedes Jahr über 10-15% Rendite mit überschaubarem Risiko zu bekommen. Es ist aber möglich, mit richtigem Vorgehen und Risikomanagement zwischen 6 und 10% durchschnittliche Bruttorendite über mehrere Jahre zu erzielen. Viele Menschen kennen sich mit Geldanlagen nicht aus und wollen überhaupt kein Risiko eingehen. Deshalb sind die Tagesgeldzinsen kein Schicksal, sondern eine Wahl. Es ist in Ihrer Hand, die Verantwortung für Ihre Altersvorsorge und Ihre Finanzen zu übernehmen.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Mehr Netto vom Brutto und die Sparquote


“The surest way to ruin a man who doesn’t know how to handle money is to give him some.” - George Bernard Shaw

Ich hatte es nicht geglaubt, aber die Schwarz-Gelbe Regierung hat es geschafft. Ab Januar 2013 bekommen die Arbeitnehmer tatsächlich mehr Netto vom Brutto. Die Hauptgründe dafür sind die Senkung des Rentenversicherungsbeitrags und die Erhöhung des steuerlichen Freibetrags.

Im Endeffekt haben Sie von Ihrem Bruttogehalt mehr zur Verfügung als letztes Jahr. Jetzt liegt die Entscheidung bei Ihnen. Sie können entweder Ihre Ausgaben erhöhen und das Geld ausgeben, oder dieses Geld sparen und anlegen.


Wenn Sie in Zukunft finanziell frei sein möchten, würde ich vorschlagen, dass Sie dieses Geld nutzen, um Ihre Sparquote zu erhöhen. Es ist wie ein Geldgeschenk. Es ist viel einfacher dieses Geld direkt zu sparen, als Ihre bestehende Kosten zu senken. Vor einem Monat haben Sie dieses Geld nicht gehabt. Also können Sie die Tatsache ignorieren, dass Sie jetzt mehr Geld haben.

Der einfachste Weg hier ist, einen Dauerauftrag einzurichten, damit das Geld monatlich auf Ihr Tagesgeldkonto überwiesen wird („Bezahle Dich selbst zuerst!“). Wenn Sie bereits einen Dauerauftrag haben, können Sie den Betrag erhöhen. Ihre Ersparnisse werden auf Ihrem Tagesgeldkonto gesammelt, damit Sie das Geld in verschiedene Geldanlagen investieren und von Ihrem Vermögen passives Einkommen bekommen.

Sie sind verantwortlich für Ihre Finanzen und Ihre Altersvorsorge („Rentner mit 67 Jahren“). Die Entscheidung liegt bei Ihnen, was Sie mit Ihrem Einkommen machen. Wenn Sie plötzlich dank der Politik (nicht alles was die machen ist schlecht für die Bürger) mehr Netto von Brutto bekommen, liegt die Entscheidung bei Ihnen, dieses Geld für Schnick-schnacks auszugeben oder stattdessen anzulegen.


Montag, 28. Januar 2013

Ausreden um weiterhin kontinuierlich geringe Rendite zu erzielen


“People spend too much time finding other people to blame, too much energy finding excuses for not being what they are capable of being, and not enough energy putting themselves on the line, growing out of the past, and getting on with their lives.” - J. Michael Straczynski

Ich unterhalte mich oft mit unterschiedlichen Leuten über Finanzen. Ich frage sie immer, ob sie Geld sparen und was sie mit ihren Ersparnissen machen.

Ein Teil dieser Leute spart einen geringen Teil des Einkommens oder gar nichts. Diese Leute sind meiner Meinung nach in der schlimmsten Situation. Sie müssen sich langsam Gedanken machen, wie Sie überhaupt eine höhere Sparquote erreichen („Net Cashflow maximieren“).

Da Deutschland für seine Sparer bekannt ist, sparen die meisten Leute, mit denen ich mich über Finanzen unterhalte, einen großen Teil ihres Einkommens. Sie legen aber Ihre Ersparnisse in Tagesgeld- und Festgeldkonten an, in denen man keine hohe Renditen bekommen kann. Zusätzlich haben sie natürlich eine Riesterrente, Lebensversicherung oder ähnliche kostenintensive Altersvorsorgeprodukte. Sie planen dazu oft noch, eine Immobilie zu kaufen.

Nach meiner Erfahrung mit diesen kleinen „Umfragen“ kann ich die Leute in vier Kategorien unterteilen, was die Frage „Warum investierst du dein Geld nicht in Geldanlagen mit höherer Rendite?“ angeht:
  • Skeptiker
  • Unwissende
  • Beschäftigte
  • Ängstliche

Der Skeptiker
Die Skeptiker glauben nicht, dass man in den Finanzmärkten hohe Renditen bekommen kann. Sie sind öfters von pessimistischen Nachrichten in den Medien oder linken politischen Ideologien beeinflusst. Sie haben ihr Vertrauen an die Banken verloren, weil einige Bankmanager vor kurzem ein paar Skandale verursacht haben. Wegen eines Bärjahres aufgrund einer Finanzkrise (verursacht von hoch verschuldeten Staaten, nicht von Unternehmen) denken sie,dass Aktien eine schlechte Art von Geldanlage sind.

Wie ich in dem Artikel „Historisches Performance von DAX und Dow Jones“ vorgestellt habe, bringen Aktien langfristig gesehen die beste Rendite. Und ich denke, dass man seine politischen Ideologien unabhängig von seinen persönlichen Finanzen halten sollte. Es geht schließlich um Ihre Altersvorsorge. Zusätzlich muss man vielleicht nicht alles glauben, was in der Zeitung steht. Die Medien müssen alles übertrieben darstellen, um das Interesse der Leser zu bekommen. Nicht alle Banken sind böse und nicht alle Unternehmen sind sozial unverantwortlich.

Der Unwissende

Die Unwissenden sind diejenigen, die im Leben bis jetzt keine finanzielle Bildung bekommen haben („Finanzielle Bildung“). Sie machen eigentlich im Prinzip das Richtige: Man soll sein Geld nicht in etwas anlegen, was man nicht versteht. Deswegen lassen Sie Ihr Geld auf den Giro- und Tagesgeldkonten. Sie haben oft ein zusätzliches Altersvorsorgeprodukt (Riester, Rürup oder Lebensversicherung), von dem sie auch nicht viel verstehen.

Ich finde es bei diesen Leute positiv, dass viele davon zumindest wissen, dass höhere Renditen möglich sind. Nun fehlt das Wissen, was man genau tun muss und wie. Ohne finanzielles Wissen ist es reine Glücksache, hohe Gewinne aus Finanzmärkten zu erzielen. Die gute Nachricht ist, dass die Wissensquellen da sind und auf sie warten. Sie müssen einfach die Initiative ergreifen und ihre Zeit in das Basiswissen investieren.

Der Beschäftigte

Die Beschäftigten haben immer dieselbe Ausrede: „Ich habe keine Zeit für meine Finanzen“. Diese Leute sind hauptsächlich immer mit ihrer Arbeit beschäftigt. Nach der Arbeit sind sie sehr beschäftigt mit ihren Freizeitterminen. Sie ruhen sich wenig aus und sind oft müde und gestresst. Sie arbeiten sehr viel für Geld. Sie lassen aber ihr Vermögen nicht wachsen, weil sie keine Zeit dafür haben. Es gibt eine Zitat: „Manche Leute sind so beschäftigt mit Arbeit, dass sie keine Zeit haben Geld zu verdienen“.   

Weil diese Leute wenig Zeit für sich haben, versuchen Sie diese wenige Zeit wegzufeiern und dabei viel Geld auszugeben um den Frust der Arbeit loszuwerden. Das Interessante ist, dass viele davon überzeugt sind, dass hohe Renditen möglich sind. Sie wissen sogar, wie es geht. Sie haben nur keine Zeit dafür. Das Problem hier ist die Prioritätensetzung. Es ist ein Dilemma, viel  zu arbeiten um Karriere zu machen und dabei für das Endziel, nämlich mehr Geld zu verdienen, keine Zeit zu haben, indem man das Geld für sich arbeiten lässt.

Der Ängstliche

Die Ängstlichen sind generell sehr gut beim Geld sparen. Sie sind aber sehr schlecht beim Geld anlegen. Ihr hart verdientes Geld hat einen sehr hohen Wert für sie und sie wollen nichts davon verlieren. Sie vermeiden jede Art von Risiko und legen ihr Geld nur in sicheren Geldanlagen an („Populäre und sichere Geldanlagen“). Ihre Begründung ist, dass einige Bekannte von ihnen schlechte Erfahrungen mit manchen Geldanlagen gemacht haben. Unterstützt wird ihre Ansicht von der Lehmannpleite 2008 und den Bärjahren wegen der Schuldenkrise der Eurostaaten. Ihr Plan ist, so schnell wie möglich eine Immobilie zu kaufen, am besten mit hoher Anzahlung (dafür haben sie ja gespart) und sehr hoher Tilgung (das Haus muss schnell abbezahlt werden).

Was ich hier traurig finde, ist, dass die Ängstlichen nicht wissen, dass ihr Geld tatsächlich seinen Wert verliert, wenn sie die Inflation einbeziehen („Inflation und die Effekte auf Rendite“). Eine Immobilie als einzige Geldanlage zu haben, ist auch ein hohes Risiko. Man darf nicht davon ausgehen, dass die Immobilienpreise weiter steigen werden.

Fragen an Leser

  • Stecken Sie auch Ihr Geld nur in sichere Geldanlagen?
  • Sind Sie glücklich mit Ihrer Rendite?
  • Was ist Ihre Ausrede, kontinuierlich geringe Rendite zu erzielen?
  • Gehören Sie eine der oben genannten Kategorien?

Montag, 21. Januar 2013

Inflation und die Effekte auf Rendite


“Inflation is when you pay fifteen dollars for the ten-dollar haircut you used to get for five dollars when you had hair.” - Sam Ewing

Inflation ist ein Faktor, auf den ich meine Leser aufmerksam machen möchte. Das Ignorieren der Inflation kann bei der Berechnung künftige Ausgaben und Vermögen falsche Ergebnisse ergeben.

Inflation, die auch Teuerung genannt wird, ist der Anstieg der allgemeinen Güterpreise. Dieser Anstieg verursacht eine Abwertung des Geldes und das Absinken der Kaufkraft von Privatpersonen.
Das heißt also, dass Ihr Geld in der Zukunft nicht so viel Wert sein wird wie heute. Zusätzlich werden Ihre Ausgaben höher sein als heute. Ihr Vermögen nimmt ab und Ihre Ausgaben nehmen zu.

Quelle: IMF Prognose & eigene Rechnung

In dieser Tabelle sehen Sie, wie hoch der Wert von 1000 € in 20 Jahren sein wird. Die Zahlen für die Inflationsrate in Deutschland sind die Prognosen des IMF. Diese Raten können natürlich variieren und zwar wahrscheinlich nach oben, wenn man die Geldpolitik der Notenbanken heutzutage in Betracht nimmt. Selbst in den entwickelten Länder sind hohe Inflationen nicht unüblich (z.B. in den USA von 1973 bis 1982).

Die Inflationsrate ist nötig, um die reale Rendite Ihrer Geldanlagen zu kalkulieren. Die reale Rendite ist die Nettorendite, die bereinigt von Inflationseffekten ist. Zum Beispiel: Sie haben von Ihren BMW-Aktien in 2012 3,4% Dividenden bekommen. Nach Kapitalertragsteuer ist Ihre Nettorendite 2,55%. Bereinigt um die Inflation in 2012 (1,15%) ergibt sich eine reale Rendite von 1,40%. Traurig, aber wahr.

In der heutigen Niedrigzinssituation ist die reale Rendite von einigen sicheren Geldanlagen („Populäre und sichere Geldanlagen“) wie Tagesgeld und Festgeld sogar NEGATIV. Das ist vielen Sparern leider nicht bekannt.

Ich habe vor kurzem von einem Arbeitskollegen gehört, dass er sein Geld vor Inflation schützt, indem er alles ausgibt und nichts spart. Er ist der Meinung, dass sein Geld seinen Wert verliert, wenn er spart. Lieber sofort alles ausgeben! Es ist richtig, dass das Geld seinen Wert verliert, wenn man sein Geld nicht richtig anlegt. Mit 2% jährlichen Zinsen sollte kein Sparer zufrieden sein. Es gibt genug Möglichkeiten, wie man clever mit seinen Ersparnisse umgehen kann. Man braucht nur ein bisschen in seine finanzielle Bildung zu investieren („finanzielleBildung“).

Zurück zum Thema „Inflation“. Ich möchte nochmal betonen, dass Inflation bei der Berechnung der „finanziellen Freiheit“ berücksichtigt werden sollte. Wenn Sie heute 2000 € monatliche Ausgaben haben, werden Sie in 15 Jahren für die gleiche Lebensqualität 2700 € brauchen (laut IMF-Prognose). Um finanzielle Freiheit zu erreichen, muss Ihr passives Einkommen höher als 2700 € liegen, nicht 2000 €. Das erhöht natürlich das nötige Vermögen, um dieses passives Einkommen zu erzielen, auch um 35%!! („Wie viel Geld braucht man, um finanziell frei zu werden“).

Dieses Faktum betont die Wichtigkeit der Rendite Ihrer Geldanlagen noch mal. Sie müssen lernen, wie man höhere Rendite erzielen kann. Deswegen ist es essenziell wichtig, in finanzielle Bildung zu investieren. Sonst wird die Inflation Ihre Ersparnisse verschlingen.


Sonntag, 23. Dezember 2012

Was ist Rendite und wie kann man Rendite rechnen?


"Wealth depends chiefly on two words, industry and frugality; that is, waste neither time nor money, but make the best use of both."               – Benjamin Franklin
Um finanzielle Freiheit zu erreichen, muss Ihr Vermögen wachsen. Sie können Ihr Vermögen durch Ihre Ersparnisse und durch die Rendite von Ihren Investments weiter aufbauen. Über das Thema sparen habe ich bis jetzt mehrere Artikel geschrieben („NetCashflow ist König“). Ich möchte in diesem Artikel das zweite Standbein des Vermögenaufbaus, das Erzielen von „Rendite“, beleuchten.



Rendite ist das Verhältnis von Einzahlungen zu Auszahlungen bei einer Geldanlage. Die Rendite wird meistens jährlich und prozentual gemessen. Kurz erklärt ist Rendite das, was Sie von Ihrem Geld innerhalb eines Jahres als Gewinn zurückbekommen.





Beispiele für Rendite:

  • Sie haben eine Aktie, die 4% jährliche Dividende erzielt, und der Kurs steigt innerhalb eines Jahres um 3%. Ihre Rendite ist hier 7%.
  • Sie haben ein Haus für 100.00 € gekauft und Sie bekommen im Jahr 4800 € an Mieteinnahmen. Die Immobilienpreise sind unverändert. Ihre Rendite ist 4,8%.
  • Sie haben Bundesschatzbriefe im Wert von 30.000 € mit einem Kupon von 2,4%. Der Kurs liegt bei 100. Ihre Rendite ist 2,4%.
  • Sie haben Ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto mit 1,7% Zinsen. Ihre Rendite ist 1,7%.
  • Sie haben Ihr Geld auf dem Girokonto. Ihre Rendite ist 0%.
  • Sie starten ein Restaurant mit einer Investitionszahlung von 200.000 €. Das Restaurant erzielt 30.000 € Nettogewinne nach Steuern. Ihre Rendite ist 15%.

Nettorendite:

Gewinne aus Finanzgeschäften sind steuerpflichtig (Kapitalertragsteuer). Mieteinnahmen aus Immobilien sind es auch (Einkommensteuer). Sie müssen die Steuern von Ihrer Rendite abziehen. Daraus ergibt sich die Nettorendite.

Wenn Sie zum Beispiel Fonds im Wert von 100.000 € mit 4% jährliche Ausschüttungen haben, bekommen Sie während des Jahres 4.000 € Dividende. Circa 800 € davon sind steuerfrei („Freistellungsauftragvon der Kapitalertragsteuer“) und Sie zahlen 25% Steuern auf den restlichen Gewinn, also circa 800 €. Ihr Nettogewinn sinkt auf 3.200 € und Ihre Nettorendite sinkt um 0,8 Punkte auf 3,2%.

Das ist der Grund, warum manche Reichen Ihre Portfolios in den Steuerparadiesen wie den Jerseyinseln, Liechtenstein oder den Seychellen haben. Sie wollen lediglich keine Kapitalertragsteuer zahlen und Ihre Rendite hoch behalten.

WICHTIG: In diesem Blog, wie auch bei den meisten anderen Finanzressourcen, ist das, was mit „Rendite“ gemeint ist, eigentlich die „Nettorendite“. Sie müssen bei der Berechnung Ihrer finanziellen Freiheit die „Nettorendite“ als Faktor nutzen. Ihre Buchungen werden falsch sein, wenn Sie für die Kalkulation die Bruttorendite benutzen. Mit dem Zinseszinsfaktor wird die Abweichung drastisch höher.


Montag, 19. November 2012

Populäre und sichere Geldanlagen


"One investor’s two rules of investing: 1. Never Lose Money 2. Never forget rule No. 1." - Warren Buffett
Der Weg des goldenen Adlers, der Weg zur finanziellen Freiheit, beginnt mit folgenden Schritten:
  • Einnahmen und Ausgaben nachverfolgen, Ausgaben analysieren
  • Ausgaben reduzieren und Sparquote erhöhen
  • Tagesgeldkonto eröffnen und jeden Monat Ersparnisse auf dieses Konto überweisen

Es gibt einige Alternativen zum Tagesgeldkonto, bei denen Sie Ihre Ersparnisse mit Garantieverzinsung anlegen können. Diese gelten als sichere Geldanlagen, die kaum Risiken haben. Dementsprechend aber können auch geringere Renditen erzielt werden.


Die populärsten der sicheren Anlagentypen sind:
  • Festgeldkonten
  • Bundesanleihen
  • Andere Staatsanleihen
  • Unternehmensanleihen


Wenn Sie Ihr Geld auf diese Art sicher anlegen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr gering, dass Sie Verluste machen. Wenn eine Bank, ein Staat oder ein Unternehmen pleite geht, dann besteht die Gefahr, dass Sie Ihr Geld komplett oder teilweise verlieren. Diese Sicherheit hat natürlich ihren Preis, nämlich dass die Renditen im Vergleich zu riskanteren Anlagen niedriger sind. In manchen Fällen sind die Renditen sogar geringer als die Inflationsrate. Obwohl die Anleger glauben sogar Gewinne zu machen,  haben sie in der Realität Verluste durch Inflation, weil ihr Geld nicht mehr den gleichen Wert hat wie vorher. Das Geld verliert nämlich seine Kaufkraft.

Es wird jedoch in der Finanzliteratur immer empfohlen, einen Teil des gesamten Portfolios in sichere Anlagen zu investieren.

Es gibt also eine Faustregel für Geldanlagen:
  • Ihr Alter in Prozent auf sichere Anlagentypen, wie oben aufgelistet
  • 100 abzüglich Ihr Alter in Prozent auf riskante Anlagen (Aktien, Fonds, ETF’s, usw.)

Zum Beispiel sollten Sie im Alter von 30 Jahren 30% Ihres Geldes auf sichere Anlagen und 70% auf riskantere Anlagen aufteilen. Je älter Sie werden, desto weniger sollten Sie risikobereit investieren.

Sichere Anlagen gehören in jedes Portfolio, besonders in Zeiten, wenn die Notenbankzinsen hoch sind. Obwohl diese Anlagen geringe Renditen bieten, ist es besser als nichts. Auf Geld auf dem Girokonto oder Barvermögen bekommt man 0% Zinsen.


Sonntag, 11. November 2012

Weihnachtsgeld ruft zum Vermögensaufbau


“Probably the reason we all go so haywire at Christmas time with the endless unrestrained and often silly buying of gifts is that we don't quite know how to put our love into words.” - Harlan Miller
Fast jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland wird diesen Monat Weihnachtsgeld bekommen. Das bietet für einige eine gute Gelegenheit zum Vermögensaufbau, und für die meisten die jährliche Pflicht grenzenlos einzukaufen.

Wussten Sie, dass einige Unternehmen den meisten Umsatz und Gewinn während der Weihnachtszeit machen? Das habe ich vor einiger Zeit gelesen und es persönlich bei der Aktienanalyse von Metro Group (Saturn und Mediamarkt gehören dieser Gruppe) festgestellt. Der meiste Gewinn wird jedes Jahr im Quartal 4 (Oktober, November, Dezember) erwirtschaftet. Das Weihnachtsgeschäft beflügelt die Unternehmen. Beobachten Sie die Werbespots oder die Anzahl der Menschen auf der Einkaufstraße Ihrer Stadt im Laufe des Novembers und Dezembers.
Eigentlich ist Weihnachtsgeld kein Geschenk von den Unternehmen an ihre Arbeitnehmer. Es ist nur eine Hinauszögerung der Zahlung über mehrere Monate. Die Lohnkosten für die Unternehmen bleiben für das gesamte Jahr betrachtet unverändert. Man verschiebt aber die anteilige Zahlung einfach ein bis zehn Monate lang. Finanztechnisch ist es ein Trick, den „Free Cashflow“, also verfügbares Geld, für Monate zu erhöhen.

Ein Nachteil für den Arbeitnehmer sind natürlich die höhere Steuern, die wegen der Kaltprogression anfallen. Verdoppelt sich das Bruttoeinkommen, erhöht sich der Steuersatz und das Nettogehalt wird entsprechend nicht verdoppelt. Die zusätzlichen Steuern kann man erst nach der Steuererklärung zurückbekommen, also nach sechs Monaten im Mai des folgenden Jahres. Das Finanzamt genießt die höheren Steuereinnahmen für einige Monate als ausgeliehenes Geld ohne Zinsen.

Es liegt jedoch nicht in unserem Einflussbereich, das Bezahlsystem des Weihnachtsgeldes zu ändern. Deswegen sollten wir lieber schauen, wie wir Weihnachtsgeld als Gelegenheit nutzen zu können. Das fast doppelte Gehalt bietet Ihnen die Chance, eine große Summe auf einen Schlag anzulegen. Hier gilt die übliche Sparquote nicht („NetCashflow ist König“), weil man viel Geld zur Verfügung hat. Die ehrgeizigen Sparer  können die ganze zusätzliche Summe direkt auf das Tagesgeldkonto überweisen.

Natürlich ist Weihnachten die Zeit, in der man etwas  an seine Liebten verschenken und eine frohe und gelassene Zeit mit weniger Sorgen erleben möchte. Man kann sogar sich selber etwas schenken (z.B als Belohnung für die Erfüllung der Sparziele in den letzten Monaten). Und es ist okay so!

Was hier zu beachten ist, und was ich betonen möchte, ist, im Verhältnis zu bleiben und eine Balance zwischen Ausgaben und Gespartem zu behalten. Sie können ruhig das Hälfte des Weihnachtsgeldes für Geschenke und persönliche Wünsche ausgeben. Legen Sie aber die andere Hälfte an. Dieser Beitrag ist immens wichtig für Ihren Vermögensaufbau. Er wird sich in den nächsten Jahren auszahlen, wenn Ihr Vermögen weiterwächst und die Rendite der Ersparnisse als passives Einkommen in Ihr Haushaltsbudget einfließt.