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Montag, 9. Juni 2014

Geld sparen in einer faulen Konsumgesellschaft Teil 1

„There is no substitute for hard work.“ – Thomas Edison

Harte Arbeit und Sparsamkeit sind Tugenden aus dem letzten Jahrhundert. Mit diesen zwei Eigenschaften haben die westlichen Länder, insbesondere Deutschland, trotz zweier Weltkriege eine wohlhabende Gesellschaft und eine starke Wirtschaft aufgebaut. 

Mit harter Arbeit wurden ein hoher Produktionsausstoß, technologische Entwicklung und Produktivität erreicht. Mit Sparsamkeit wurden diese zusätzlichen Wertschöpfungen in Kapital verwandelt, um neue Fabriken und Infrastrukturen aufzubauen, um wiederum in Innovation und Technik zu investieren. Japan und Deutschland, als zwei große Verlierer des zweiten Weltkrieges, haben es mit harter Arbeit und Sparsamkeit innerhalb von zwanzig Jahren geschafft, ein Wirtschaftswunder zu verwirklichen. Nach den USA und der UdSSR waren diese Länder weltweit auf dem dritten und vierten Platz, was das Bruttoinlandsprodukt angeht, obwohl sie vergleichweise geringe Einwohnerzahlen hatten. Das war eine außergewöhnliche Leistung dieser Völker.


Harte Arbeit und Sparsamkeit verlieren ihre Wichtigkeit und sind in unserer heutigen Gesellschaft fast keine Tugend mehr. Diese Denkweise birgt hohe finanzielle Risiken für die Zukunft unseres Landes und unserer Gesellschaft.

Harte Arbeit ist heutzutage in Deutschland uncool und idiotisch. Wer härter und mehr arbeitet, wird erst vom Staat bestraft. Mehr als die Hälfte des zusätzlichen Einkommens wird durch die kalte Progression als Einkommensteuer erstmal aufgefressen. Es gibt keine Motivation („Warum soll ich Geld anlegen? Finden Sie Ihre Motivation“) für die Menschen, mehr Leistung zu bringen und mehr Einkommen zu generieren. 

Mittelmäßigkeit und Faulheit werden belohnt. Die Fleißigen und die Sich-Nicht-Krankmelder werden als Idioten beschimpft. Für die Geringverdiener ist es viel klüger arbeitslos zu sein, als zu arbeiten. Um 200 € mehr zu haben, lohnt es sich nicht, in Vollzeit zu arbeiten. Sozialhilfe zu kassieren ist ziemlich bequem und mit ein bisschen Schwarzarbeit nebenbei kann man sehr schön leben.

Auch die Studenten wollen an den Universitäten harte Arbeit vermeiden. Studienplätze in Ingenieurwissenschaften und Medizin sind nicht mehr so populär. Sozialwissenschaften sind viel beliebter. Wer will bitte schön die ganze Zeit des Studiums in der Bibliothek und im Labor verbringen, statt auf der Uni-Wiese mit Kumpels Bier zu trinken. Es ist voll uncool und spießig, das Studium in der vorgegebenen Zeit abzuschließen. „Ich bin doch kein Streber“ ist die Erklärung. Nach etwas zu streben, nämlich „harter Arbeit“, wird als völlig blödsinnig angesehen.

Der Artikel wird fortgesesetzt in „Geld sparen in einer faulen Konsumgesellschaft Teil 2“.

Dienstag, 13. Mai 2014

Welche Kaffeemachine ist wirtschaftlicher?

“We want to do a lot of stuff; we're not in great shape. We didn't get a good night's sleep. We're a little depressed. Coffee solves all these problems in one delightful little cup.”- Jerry Seinfeld

Nachdem ich den Kaffeekonsum in verschiedenen Haushalten und die Preise pro Einheit in unterschiedlichen Produkte in meinem Artikel “Eine Wirtschaftliche Analyse von Kaffeekonsum im Haushalt“ beurteilt habe, setze ich nun meine Berechnung auf der Suche nach der wirschaftlichsten Kaffeemaschine für unseren Haushalt fort.

In unserem Haushalt werden täglich im Durchschnitt vier Tassen Kaffee getrunken. Das klingt auf den ersten Blick nicht viel und man denkt, dass die entsprechenden Kaffeekosten eigentlich unwichtig sind. Sie sind aber sich wiederholende Kosten („Analysieren Sie Ihre Ausgaben“) und es macht sicherlich Sinn, die Kosten über einen langen Zeitraum zu berechnen.

Wir sind ungefähr 300 Tage pro Jahr zu Hause. Wir trinken also 4x300 gleich ungefähr 1200 Tassen Kaffee pro Jahr, während wir zu Hause sind. Dazu kommen noch Gäste, die ich zu Vereinfachungszwecken hier ignorieren möchte.

Es ist ziemlich einfach, die zukünftigen Pad- oder Kapselkosten zu kalkulieren. Für die Kosten der Bohnen ist die Rechnung folgende: Eine Tasse Kaffee entspricht circa 7 Gramm Kaffeebohnen. 1200 Tassen Kaffee entsprechen 8,5 kg Kaffeebohnen pro Jahr. Die Grundlage meiner Berechnung sind die folgenden Einheitskosten:
  • Pads: 0,08 € pro Pad im Discounter bis 0,16 € pro Pad von Senseo
  • Kapseln: 0,19 € pro Kapsel im Discounter bis 0,40 € pro Kapsel von Nespresso (einige Sorten noch teurer)
  • Bohnen: 7 € pro Kilogramm im Discounter bis 12 € pro Kilogram bei Tchibo (kann im Fachgeschäft noch viel teurer werden)


Hier sind die entstehenden Kaffeekosten für unseren Haushalt (aufgerundet) :
  • Pads: 100 € - 200 €
  • Kapseln: 230 € - 480 €
  • Bohnen: 60 € - 100 €

Man sieht sofort, dass die mögliche Kostenersparnis für Kaffee doch nicht so gering ist, wie man anfänglich denkt. 480 € für Nespresso pro Jahr, weil George Clooney ihn trinkt. Hallo!?

Nur die Maschine und den Kaffee zu kaufen, reicht aber nicht, weil dazu noch die Wartungskosten hauptsächlich für die Entkalkung anfallen. Für die Pad-Maschine kann man vielleicht die Low-Cost-Variante „Essig“ nutzen. Für die anderen Maschinen würde ich lieber den empfohlenen Entkalker nehmen: 7 € für den BestsellerEntkalker Xavax, der wohl für fünf Entkalkungen reicht. Mindestens einmal pro Monat entkalken, was ich wohl in Köln öfters machen muss. Das ganze macht circa 20 € Kosten pro Jahr. Hier würde ich nicht versuchen, viel zu sparen.

Selbst wenn man die günstigste Discountervariante von Pads oder Kapseln zur Berechnungsgrundlage macht, sehe ich die Kaffeevollautomaten, die mit Bohnen arbeiten, wirtschaftlich weit vorne. Ich erwarte einen Mindestbetrieb der Maschinen von fünf Jahren. In dieser Zeit spart man mindestens 200 € im Vergleich zu Pads und sogar 650 € zu Kapseln. Das amortisiert den Preisunterschied von 200 € zwischen Kaffeevollautomaten und den anderen Maschinen bei der Anschaffung.

Meine Berechnungen zeigen, dass Kaffeevollautomaten sich für Vieltrinker und Kaffeeliebhaber sehr lohnen. Der Mehrpreis im Vergleich zu Kapseln, die ziemlich gut schmecken, wird im ersten Jahr ausgeglichen. Die Pads-Variante scheint nicht so teuer und ist preislich vergleichbar zu Bohnen, wenn man Discounter-Pads nutzt. Die Kapseln, besonders die jenigen von Nespresso, sind überteuer und machen für mich überhaupt keinen Sinn. Bei den Kaffeevollautomaten gibt es auch andere Vorteile wie persönliche Einstellungen, frischen Kaffee aus Bohnen und die Möglichkeit, Kenner-Kaffees zu probieren.

Ich habe vorletzte Woche den DeLonghi ESAM 3200 S Magnifica Kaffee-Vollautomat bestellt und wir sind bisher sehr zufrieden. Mit ein bisschen Glück habe ich die Maschine nach einem Vergleich bei idealo.de für 209 € bekommen („Sparen beim Kauf von Unterhaltungselektronik“).

Es gibt natürlich andere Optionen, über die jeder Kaffeegenießer selbst entscheiden sollen. Ich würde aber sagen, dass Kapselmaschinen keine gute Wahl sind, weil sie langfristig gesehen wirtschaftlich zu teuer werden. Für Studenten, Wenig-Trinker und kleine Budgets sind Espressokocher, zum Beispiel von Bialetti für 18 € oder als Thermo-/Filtermaschine vonPhilips für 49 €, gute Alternativen.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Eine Wirtschaftliche Analyse vom Kaffeekonsum im Haushalt

“If this is coffee, please bring me some tea; but if this is tea, please bring me some coffee.” - Abraham Lincoln

Kaffee ist in Deutschland noch vor Bier das beliebteste Getränk. Pro Kopf werden durchschnittlich jedes Jahr 6,9 kg Kaffee konsumiert. Dies entspricht pro Kopf circa 2,6 Tassen täglich. Rund um Kaffee gibt es ein großes Geschäft, bei dem Produzenten, Importeure, Händler, Supermärkte, Gastronomie und natürlich der Staat eine Menge Geld verdienen. 2315 Tassen Kaffee werden in Deutschland pro Sekunde getrunken (Quelle: Tchibo Kaffeereport 2013)

84,6% des Kaffeekonsums in Deutschland finden zu Hause statt. In unserem Haushalt werden auch circa 4 Tassen Kaffee pro Tag getrunken. Da unsere Kaffeepadmaschine nach acht Jahren Betrieb nicht mehr so toll funktioniert, haben wir uns entschieden, eine neue Maschine zu kaufen. Auf dem Markt gibt es mittlerweile verschiedenste Modelle: Von simplen Filtermaschinen,  Espressokochern, Pad- und Kapselmaschinen bis zu Kaffeevollautomaten mit integriertem Milchaufschäumer. Unser Kaffeekonsum ist nicht gering, deshalb wollte ich mich darüber schlau machen, wie viel Kosten beim Kauf der Kaffeemaschine und während unseres Kaffeegenusses in den nächsten Jahren enstehen werden.

Weil ich keinen Filterkaffee mag und genug löslichen Kaffee auf der Arbeit trinke, bleiben uns drei Optionen für unsere neue Kaffeemaschine. Ich habe diejenigen ausgesucht, die unseren Erwartungen entsprechen und auf Amazon in der Bestsellerliste sind.
  1. Philips HD 7810/60 Kaffeepadmaschine Senseo für 54 €
  2. Krups KP 1006 Nescafé Dolce Gusto Kaffeekapselmaschine für 58 €
  3. DeLonghi ECAM 22110B Kaffee-Vollautomat für 279 €

Wenn man sich nur die Kaufpreise anschaut, erscheinen die Padmaschine und die Kapselmaschine als gute Alternativen. Es macht aber keinen Sinn, nur die Anschaffungskosten zu betrachten. Es kommen noch die Wartungskosten, hauptsächlich für Entkalkung, und natürlich die dauerhaften Kosten für den Kaffee dazu. Diese beiden Faktoren sind die sich wiederholenden Kosten, die mich besonders interessieren ("Analysieren Sie Ihre Ausgaben").

Es gibt sicherlich auch andere Gründe als Preis und Kaffeekosten, die die Kaufentscheidung beinflussen. Der Geschmack, die Praktikabilität, Zusatzoptionen wie Milchaufschäumer, was für eine Maschine der Nachbar hat, usw.. Der Kaffee aus dem Vollautomat schmeckt wahrscheinlich am besten, aber Nespresso-Maschinen sind sehr praktisch. Lasst uns aber die finanzielle Seite betrachten ("Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden").

Ein Kilogramm Rohkaffee zu produzieren, kostet den Kleinbauern in Kenia 1,60 € und in Brasilien circa 2 € für die Sorte Arabica. Die kenianischen Produzenten verkaufen dann diesen Kaffee an den Händler für minimum 2,40 €, die Brasilianer für 3,60 €. Die Kaffeebauern bekommen also so viel Geld für ein Kilogramm Kaffee, wie wir in Deutschland für eine Tasse in einem Café zahlen. Eine Tasse wird übrigens aus 7 Gramm Kaffeebohnen gemacht.

Neben dem Produzenten verdienen die lokalen Händler, die Importeure und die Verpacker in Deutschland Einiges. Die Kaffeeindustrie in Deutschland ist ein Oligopol: sechs Anbieter, darunter Tchibo und Aldi, teilen sich 85 Prozent des Marktes (Quelle: Wikipedia). Am Ende kommen noch die Supermärkte und die Läden dazu. Nicht zu vergessen ist der Staat mit einer Mehrwertsteuer von 19% und der Kaffeesteuer. Wussten Sie, dass in Deutschland auf Röstkaffee eine Steuer von 2,19 €/kg, auf löslichen Kaffee eine Steuer von 4,78 €/kg erhoben wird? Sie geht zurück auf ein Gesetz noch aus Preussen im  Jahre 1781, das immer noch gültig ist. Der Betrag wurde seitdem natürlich mehrmals angepasst. Diese Steuer gibt es in Europa sonst nur noch in Belgien und Dänemark. So viel zu Steuersenkungen.. ("Steuererklärung, Steuerrückzahlungen und Vermögensaufbau")

Ich wollte mal ausrechnen, wie viel ich in meinen drei Maschinenoptionen für den Kaffee zahlen würde, der vom armen Bauern aus Indien für circa 3,50 € pro Kilogram gekauft wurde. Hier sind die aktuellen Preise, die ich ausgesucht habe: 
  • Pads: 0,08 € pro Pad im Discounter bis 0,16 € pro Pad von Senseo
  • Kapseln: 0,19 € pro Kapsel im Discounter bis 0,40 € pro Kapsel von Nespresso (einige Sorten noch teurer)
  • Bohnen: 7 € pro Kilogramm im Discounter bis 12 € pro Kilogram bei Tchibo (kann im Fachgeschäft noch viel teurer werden)

Man muss natürlich Äpfel mit Äpfeln vergleichen. Man hat circa 7 Gramm Kaffee in einem Pad oder einer Kapsel. Die Preise pro Kilogramm sind folgende:
  • Pads:  zwischen 11 € - 22 €
  • Kapseln: zwischen 27 € - 57 €
  • Bohnen: zwischen 7 € - 12 €

Wenn ich diese Preise sehe, denke ich: „So wird Geld gemacht“. Einige Schlaue von Nestlé haben es geschafft, den Kaffee in Alukapseln zu packen, mit George Clooney zu werben und ihn uns 16-mal teurer zu verkaufen. Respekt!


In meinem nächsten Artikel werde ich weiter auf meine Kalkulation eingehen, wie ich entschieden habe, welche Kaffeemaschine gekauft wird.

Mittwoch, 9. April 2014

Wie viel Geld ist genug?

“Capitalism rests precisely on this endless expansion of wants. That is why, for all its success, it remains so unloved. It has given us wealth beyond measure, but has taken away the chief benefit of wealth: the consciousness of having enough.”  - Robert Skidelsky

„Wenn ich dir bis zum Ende Deines Lebens jeden Monat 2000 € überweisen würde, würdest du deine Arbeit kündigen und machen was du willst im Leben?”

Das war meine Frage an einen sehr guten Freund von mir, der als Unternehmensberater in Istanbul arbeitet. Seine Antwort war für mich schockierend: „Nein“. Mein Freund, der zwischen 11 und 13 Stunden pro Tag arbeitet, und zwar auch an den Wochenenden, wollte seine Karriere weiterführen und ein bestimmtes Lebensniveau erreichen. 2000 € pro Monat wäre zu wenig für ihn („Was macht man mit viel Geld?“).

Obwohl Istanbul die teuerste Stadt in der Türkei ist, sind 2000 € im Monat eine Menge Geld („Auswandern, woanders wohnen, um die Ausgaben zu senken“). Man kann ein sehr schönes Leben haben, in dem aus meiner Sicht fast nichts fehlt. Sogar in Deutschland und Westeuropa leben sehr viele Menschen mit diesem Geldbetrag ein angemessenes Leben. Warum ist es nicht genug für ihn? Wie viel Geld ist denn genug?

Die Antwort meines Freundes hat mich zum Nachdenken gebracht. Er ist nicht der einzige, der so denkt. Menschen wollen immer mehr Geld haben, um ihr Lebensniveau zu erhöhen. Das Motto: Mehr Geld ausgeben bedeutet ein besseres Leben. Ich weiß nicht genau, wer dieses Motto in unser Leben gebracht hat; vielleicht die Werbeindustrie oder unser Freundeskreis oder Hollywood, Fernsehen mit Promisendungen, Shopping Queen.. Keine Ahnung. Das System!! Staatlich geförderter Konsumerismus!!  Kauf unser Produkt und fühl Dich besser. Trag unsere Klamotten und sei hübscher. Wähle dein Reiseziel noch exotischer und sei cooler („Teure Hobbies und Vermögensaufbau“).



Wie sagt man so schön: Jeder ist seines Glückes Schmied. Wenn man der Meinung ist, dass man Glück im Leben dadurch erreichen kann, dass man mehr Geld ausgibt, ist es in Ordnung. Meiner Meinung nach kann man das aber nicht.

Wie viel ist denn genug für Sie? Wie viel Geld würden Sie gerne jeden Monat haben, damit Sie Ihre Arbeitstelle kündigen würden?

Montag, 20. Januar 2014

Warum soll ich Geld anlegen? Finden Sie Ihre Motivation

“Ability is what you're capable of doing. Motivation determines what you do. Attitude determines how well you do it.” -Raymond Chandler

In diesem Blog finden Sie mehrere Artikel darüber, “WAS” Sie mit Ihrem Geld machen sollen und “WIE” Sie Ihre Ersparnisse anlegen können. Das ist der Teil Ihres Geldprojekts, der sich mit der Durchführung befasst (“Wie erreiche ich finanzielle Freiheit?”).

Bevor Sie sich mit den Maßnahmen und deren Einzelheiten bezüglich Ihres Geldprojekts beschäftigen, möchte ich einen weiteren notwendigen Schritt erwähnen: Finden Sie Ihre Motivation, “WARUM” Sie Ihre Geldziele erreichen wollen. Das ist der Beweggrund, warum Sie sich  irgendetwas vornehmen. Dies gilt nicht nur für Geldziele, sondern auch für alle anderen Ziele in Ihrem Leben wie Familienprojekte, Neujahrsvorsätze, Karriereziele, usw.

Meine Motivation für mein Geldprojekt ist sehr klar für mich: Ich möchte finanzielle Freiheit so schnell wie möglich erreichen, damit ich mehr Zeit für mich, meine Familie und Freunde habe (“Warum dieser Blog?”). Ich möchte unabhängig von meinem Arbeitgeber, vom Staat und den Sozialkassen werden (“Warum Geld sparen und anlegen statt Geld ausgeben und Spaß haben”).

Finanzielle Freiheit ist ein sehr starker Beweggrund, den viele Menschen auf der Welt haben. Sie ist aber nicht der einzige Grund, warum Menschen ihr Geld sparen und anlegen möchten. Jeder Mensch ist anders und hat unterschiedliche Ziele im Leben. Ich möchte ein paar der Motivationen der Menschen in meiner Umgebung für ihr Geldprojekt (“Was macht man mit viel Geld?”).

Altersvorsorge

Das Rentensystem in Deutschland ist meiner Meinung nach schlecht und ungerecht aufgebaut (“Rentner mit 67 Jahren”). Es gehört trotzdem zu einem der guten in der Welt, weil einige Länder überhaupt kein System haben oder ein System haben, das Altersarmut verursacht. Mit dem aktuellen Rentenplan wird die Rente für viele Menschen nicht hoch genug sein, um im Rentenalter ihre Ausgaben zu decken. Deshalb suchen viele Menschen eine Alternative, eine zusätzliche Altersvorsorge zu dem gesetzlichen Rentensystem. Betriebsrente, Rürup-Rente und Riester-Rente sind populäre Alternativen. Die Menschen, die finanziell bewusst und gebildet sind, kümmern sich um Ihre Altersvorsorge allerdings selber (“Finanzielle Freiheit ist die beste Altersvorsorge”).

Verbesserte Lebensqualität im Alter

Diese Menschen wollen eine luxuriöse Zeit haben, wenn Sie Rentner sind. Ständig reisen, Kreuzfahrten, bei Galeria-Kaufhof in der Lebensmittelabteilung einkaufen, Restaurantbesuche, usw. Dafür brauchen Sie viel mehr Geld als die staatliche Rente.

Existenzgründung

Eine Firma gründen, selbständig werden und die ideale Beschäftigung finden.. Das ist der Traum einiger Menschen und eine sehr starke Motivation. Finanzielle Sicherheit und Startkapital sind sehr wichtig für den Erfolg der Existenzgründung.

Den eigenen Kindern ein finanziell sichere Zukunft ermöglichen

Manche Leute wollen nur das Beste für ihre Kinder. Sie sind glücklich, wenn ihre Kinder die beste Ausbildung bekommen und eine Eliteuniversität besuchen. Ihren Kindern darf es an nichts fehlen. Verschiedene sportliche und Freizeitaktivitäten, die Welt bereisen, teure Klamotten und Unterhaltungselektronik, usw. (“Kinder in der Straßenbahn und deren Umgang mit Geld”). Das kostet eine Menge Geld, welches die Kinder natürlich selber nicht haben.

Lebenstraum erfüllen

Jeder Mensch hat Träume im Leben. Einige davon kosten richtig viel Geld. Ziele wie einen Porsche Carrera besitzen, ein Boot kaufen, Traumhochzeit organisieren, das Leben wohltätigen Zwecken widmen, die Welt umreisen, usw.

Jeder Plan, jedes Ziel und Vorhaben braucht einen starken Beweggrund, nämlich ein “WARUM”: Was ist Ihre Motivation für Ihre Geldziele im Leben?

Montag, 4. November 2013

Bischof Tebartz-van Elst, Kirche und Kirchensteuer

"For the big churches, transparency is very damaging to their business plan. Nobody wants to donate to a rich organization" – Carsten Frerk

Die Affäre um Prunk-Bischof Tebartz-van Elst und seinen 40-Millionen-Euro-Sitz in Limburg hat in Deutschland eine heftige Diskussion ausgelöst. Die Einnahmen und das Vermögen der Kirche in Deutschland waren bis jetzt ein Tabuthema, das weder in den Medien noch in der Politik offen diskutiert wurde. Die katholischen Bistümer haben laut „Welt“ und „Spiegel“ falsche Angaben zu ihrem Vermögen gemacht.


Die Kirchen sind scheinbar viel reicher als gedacht: Verschiedene Kassen, Vermögenswerte wie Immobilien, Rücklagen, Aktien, Teilhabe an Unternehmen, Klosterbetriebe, Wälder, Ackerland, usw.. 345 Milliarden Euro besitzen katholische und evangelische Kirche in Deutschland laut „Wirtschaftswoche“.

Zu den Einnahmen durch diese Vermögenswerte dazu kommen natürlich Einnahmen durch Kirchensteuer, Fördermittel und Zuschüsse, Staatsleistungen und Entgelte für kirchliche Leistungen. Trotz der sinkenden Zahl von Kirchenmitgliedern sind die Steuereinnahmen für die beiden Kirchen im Jahr 2013 auf einen Rekordwert von circa 10 Milliarden Euro gestiegen. Die hohen Steuereinnahmen des Staates aufgrund von Mehrbeschäftigung, höheren Lohnen und Kaltprogression wirken sich sofort auf die Kirchensteuer aus, weil diese an die Einkommensteuer gekoppelt ist.

Das Interessante ist, dass die Ausgaben der Kirchen nicht geprüft werden wie bei einem Unternehmen. Die Wirtschaftlichkeit der Ausgaben ist egal. Ich befürchte, dass der Prunk-Bischof Tebartz-van Elst nur der Spitze des Eisberges ist. 10 Billiarden Euro sind eine Menge Geld.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich den Einfluss der Kirchensteuer auf das Net Cashflow wieder erwähnen („Net Cashflow ist König“). 9% zusätzliche Steuer auf die normale Einkommensteuer ist meiner Meinung nach sehr viel. Die Einkommensteuer mit der Kaltprogression selbst ist schlimm genug. Mit einem jährlichen Einkommen von 50000 € zahlt ein Arbeitnehmer circa 840 € Kirchensteuer an die bereits reiche Kirche. Dieses Ersparnis kann die Sparquote stark erhöhen („Mehr Netto vom Brutto und die Sparquote“).

Wie ich in meinem Artikel „Kirchensteuer, großes Potenzial für Ersparnis“ geschrieben habe, möchte ich meinen Lesern nicht sagen, dass sie aus der Kirche austreten sollen. Es ist eine persönliche Entscheidung, die jeder für sich selber treffen muss.

Wie trete ich aus der Kirche aus?

Viele Menschen denken, dass ein Kirchenaustritt schwierig ist. Eigentlich ist er das nicht. In NRW zum Beispiel muss man einfach persönlich beim Amtsgericht vorbei gehen, Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung und 30 € mitbringen. Falls verheiratet, geschieden oder verwitwet, die Heiratsurkunde oder das Scheidungsurteil dazu mitbringen.

Montag, 7. Oktober 2013

Teure Hobbies und Vermögensaufbau

“Making money is a hobby that will complement any other hobbies you have, beautifully.” - Scott Alexander

Ich habe viele Freunde und Bekannte, die überdurchschnittlich hohe Einkommen haben. Manche von ihnen haben das folgende Problem: „Geldüberfluss“

Ja, ihr Problem ist nicht, dass sie zu „wenig verdienen“. Sie verdienen gut genug, dass sie jeden Monat eine bestimme Summe Geld für ihren Vermögensaufbau anlegen können („Zwei Methoden, die Ihnen Sparen garantieren“). Sie wissen aber nicht, wie sie ihr Geld anlegen sollen. Tagesgeldkonto bringt ja fast nichts („Tagesgeldkonto eröffnen“). Was machen sie stattdessen? Sie geben ihr Geld für teure Hobbies aus. Diese Hobbies dienen als Ausgleich für die 45-50 Stunden pro Arbeitswoche; quasi eine Entschädigung, um Karriere und hohe Arbeitsstunden zu rechtfertigen. Ähnlich ist es bei manchen Leuten, die an den Wochenenden fürs Partymachen viel Geld ausgeben („Kosten von Getränken beim Feiern und Ausgehen“).


Hier sind ein paar teure Hobbies, um zu verdeutlichen, wovon ich spreche:
  • Skifahren – der Klassiker bei den Gutverdienern. Das ist mittlerweile wie ein Statussymbol.
  • Fernreisen – Urlaub in Fiji, Argentinien oder Australien. Je weiter weg, desto cooler.
  • Golf spielen – Importiert aus den USA? In Deutschland vergrößert man aber damit sein Netzwerk im Hinblick auf weitere Geschäfte nicht, wie man es in den USA beim Country Club tun würde.
  • Reiten – Nur die schönste Sportart für meine Tochter.
  • Motorradfahren – Der Besitz eines superschnellen Motorrads mit hohen Wartungskosten.
  • Tauchen – Das wäre nicht teuer, wenn man nicht 2000 km entfernt von den schönsten Tauchorten wohnen würde.
  • Segeln – Ich sehe kein blaues Meer mit herrlichem Wetter in NRW.
  • Luxusauto – Hobby oder Prestigeobjekt? Traum aller Männer. Ich arbeite an einem Produktionsstandort. Die teuren Autos am Firmenparkplatz bringen mich zum Nachdenken. Wie kann man sie sich mit Arbeitergehalt leisten?
  • Teure Elektronik – Populär bei Männern. Ultra-Superslim-3D Fernseher, Home-Cinema von Bose, Handy von Apple oder Samsung, dazu ein Macbook. Alle paar Jahre werden sie erneuert.
  • Shopping – Populär bei Frauen. Hobby oder Sucht?

Diese Liste können Sie einfach erweitern. Mein Punkt hier ist nicht, dass man keine Hobbies haben und ein langweiliges Leben führen soll.

Ganz im Gegenteil. Aber weniger ist besser. Man kann natürlich auch mehrere Hobbies haben. Einige davon können teure Hobbies sein, wenn es Spaß macht. Aber nicht alle!! Ein Freund von mir fährt Motorrad, isst gerne in Restaurants, will eine große Wohnung mit HiFi-Anlage haben und reist gerne. Am Ende des Monats hat er kein Geld übrig. Wenn es so weiter geht, muss er wohl arbeiten, bis er 70 ist („Rentner mit 67 Jahren“).

Am Ende des Monats ist es wichtig, wie viel Geld von Ihrem Einkommen übrig bleibt („Net Cashflow maximieren“). Die Ausgaben sind der entscheidende Faktor, wie groß der Net Cashflow ist. Wenn Sie viel Geld übrig haben, bitte versuchen Sie es nicht mit neuen, teuren Hobbies irgendwie auszugeben.

Montag, 19. August 2013

Versuchungen Geld auszugeben, Eindrücke aus einem Sommerurlaub

“To be tested is good. The challenged life may be the best therapist.” -Gail Sheehy

Diesen Sommerurlaub habe ich mit meiner Freundin in Italien in verschiedenen Städten verbracht. In den zwei Wochen haben wir eine sehr schöne Zeit gehabt. Der Urlaub hat sich voll gelohnt. Wir haben natürlich einiges an Geld ausgegeben, da Italien kein günstiges Reiseziel ist. Wir waren jedoch weder sparsam noch verschwenderisch, was ich ganz in Ordnung finde.

Während des Urlaubs habe ich die folgende interessante Feststellung getroffen:

Es gibt sehr viele kluge Leute auf der Welt, die versuchen uns unser Geld aus der Tasche zu ziehen.

Und alles auf legalem Wege. Es fängt schon am Flughafen an, wo die Getränkepreise nach dem Sicherheitscheck plötzlich angehoben werden. Im Duty-Free werden alkoholische Getränke, Parfums und Markenklamotten glänzend angeboten. Wenn man es schafft, seinen Hunger ohne das 6 €-Sandwich vom Bistro zu stillen, steigt man endlich ins Flugzeug ein. Kurz nach dem Abflug kommt die Stewardess und fragt, ob man etwas aus dem Bordbistro haben möchte.

Nach der Landung ist der Autovermieter dran, zusätzlich lokale Gebühren zu erheben, weil „Busy Season“ ist. Dazu kommt warum auch immer auch Flughafensteuer und schnell kostet der Mietwagen mehr als geplant. Zu spät und zu müde einen neuen zu suchen, kommt man endlich im Hotel bzw. B&B an.


Zum Glück passieren in den vorgebuchten Hotels keine Überraschungen. Es ist sicherlich von Vorteil, wenn man die Ratings und Kommentare vorher im Internet, z.B. bei booking.com, liest. Man zahlt, was man gebucht hat und es ist meistens sein Geld wert. Ohne vorher nachzuforschen, buche ich seit langem keine Übernachtungen mehr.

Die Herausforderungen fangen erst richtig in den Städten an. Touristen haben viel Geld und die klugen Geschäftsleute wissen das sehr gut. Tausende Café- und Restaurantinhaber, Straßenhändler, Ladenbesitzer und Künstler wollen den Touristen das Geld wegnehmen. Es ist ein Wettbewerb und sie sind stark. Die Angebote werden so schön präsentiert, dass die Versuchung zu groß ist, im Vorbeigehen was zu kaufen. Bezüglich Gastronomie plane ich unsere Ziele fürs Essen immer vorher mit der App „Tripadvisor“, damit ich das Beste für mein Geld bekomme. Dadurch vermeidet man die Touristenfallen. In diesem Urlaub war ich völlig zufrieden mit den Restaurants, in denen wir gegessen haben. Das Essen immer sein Geld wert und wir wurden nicht ein einziges Mal abgezockt.

Dazu gibt es die Touristen-Attraktionen, bei denen man Eintrittskarten kauft und stundenlang in der Schlange steht, um einen Glockenturm zu besteigen. Den 5-€-Eintritt für das Geburtshaus des berühmten Michelangelo zu bezahlen habe ich mich geweigert und stattdessen die toskanische Natur und Ruhe genossen. Meine Freundin war drinnen und es war letztendlich ein gewöhnliches Haus.

Wie ich in dem Artikel „Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden“ geschrieben habe, ist Genügsamkeit eine wichtige Lebenseinstellung für finanzielle Freiheit. Jedoch gibt es Versuchungen im Leben – besonders im Urlaub -, die den Menschen quasi dazu zwingen, mehr Geld auszugeben als nötig. Es gibt viele kluge Leute, die genau das versuchen und fördern. Die gesamte Marketingindustrie ist dafür da und die Unternehmen stellen kluge Köpfe für diesen Job ein.

Ich finde es in Ordnung, dass man ab und zu zum Beispiel im Urlaub ein bisschen großzügiger mit seinem Geld umgeht. Es ist aber immer noch wichtig, seine Grenzen zu kennen und nicht zu übertreiben. Mit ein bisschen Planung können Sie die Abzocke im Restaurant am Platz vor dem Pantheon leicht vermeiden. Und ein bisschen Selbstkontrolle wird Ihnen die Mühe ersparen, für die Mitbringsel aus dem Urlaub einen Platz im Keller zu finden.

Montag, 13. Mai 2013

Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen


“You ought to be able to explain why you’re taking the job you’re taking, why you’re making the investment you’re making, or whatever it may be. And if it can’t stand applying pencil to paper, you’d better think it through some more. And if you can’t write an intelligent answer to those questions, don’t do it.” – Warren Buffett

Die EZB hat am 2.Mai den Leitzins nochmals gesenkt - auf das niedrige Niveau von 0,5%. Die niedrigen Zinsen machen Immobilien als Geldanlage immer attraktiver, weil die Kosten von Immobilienkrediten dementsprechend geringer werden. Ich höre in meinem Bekanntenkreis immer öfter, dass junge Leute sich überlegen, eine Immobilie als Geldanlage zu kaufen. Ich möchte aus dem Blick eines Anlegers analysieren, ob es jetzt sinnvoll und die richtige Zeit ist, eine Immobilie zu kaufen.

Viele Menschen haben romantische Gefühle, wenn es um eine Immobilie geht. „Ich möchte in meinem eigenen Haus wohnen“ oder „Ich möchte mein Geld in etwas Konkretes investieren“ (Betongold statt Wertpapiere) sind die bekannten Aussagen. Wenn es um eine Geldanlage geht, müssen Sie alle Gefühle beiseite legen und rational denken. Eine Immobilie kostet eine Menge Geld, welches Sie eventuell jahrelang gespart haben und für das Sie ggf. ein Kredit aufnehmen müssten, den Sie jahrelang abbezahlen. Sie haben den Luxus nicht, Ihr Geld wie bei einem Klamottenkauf laut Ihrer Wünsche und Gefühle anzulegen. Es ist dann keine Investition, sondern ein Einkauf.

Es gibt einen sehr wichtigen Faktor, den ein Anleger für seine Entscheidungen im Betracht ziehen sollte: Rendite („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“). Genauso wie Aktien und Anleihen hat auch eine Immobilie eine Rendite. Die Mieteinnahmen und der Kaufpreis bestimmen die Rendite einer Immobilie. Dazu kommen die Kosten wie Instandhaltung, Versicherungen, usw., die von Mieteinnahmen abgezogen werden müssen, um die Nettorendite zu berechnen.

Ich persönlich würde erstens das Verhältnis von Kaufpreis zu jährlichen Nettomieteinnahmen berechnen, um beurteilen zu können, ob ich eine Immobilie überhaupt kaufen will. Dieses Verhältnis ist Vergleichbar zum KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) bei Aktien.

Als Beispiel nehme ich eine 60-qm Wohnung in der Kölner Innenstadt und kalkuliere das KGV für diese Investition. Der durchschnittliche Kaufpreis bei Wohnungen in Köln liegt bei 3000 €/qm. Daraus ergibt sich einen Marktpreis von 180.000 € für unsere Beispielwohnung. Die durchschnittliche Kaltmiete liegt derzeit monatlich bei circa 10 €/qm. Das ergibt Jahresmieteinnahmen von 7200 €. Fürs Erste möchte ich die eventuell anfallende Instandhaltungskosten und die Finanzierung für Vereinfachungszwecke ignorieren. Das KGV für diese Wohnung ist -> Kaufpreis/Mieteinnahmen = 180.000 / 7200 = 25. Die jährliche Rendite beträgt also 4%.

Ein erfahrener Anleger würde sofort merken, dass ein KGV von 25 eine sehr hohe Zahl ist. Die Wohnung amortisiert sich in 25 Jahren! Zum Vergleich sind hier die KGV’s von einigen bekannten Unternehmen (Stand Mai 2013):
  • Coca-Cola -> 22,22
  • Shell -> 8,42
  • Deutsche Bank -> 5,65
  • Siemens -> 10,27
  • Volkswagen -> 5,47
  • Apple -> 11,07

Ich würde direkt sagen, dass Immobilien in Köln heute überpreist sind. Die niedrigen Zinsen nach der Eurokrise haben die Immobilienpreis in den Großstädten in Deutschland hochgeschoben. Die Mieteinnahmen sind aber noch nicht angepasst worden. In diesem Zustand würde ich keine Immobilie zum Marktpreis kaufen. Weiterhin mieten und das Geld in Aktien anlegen ist für mich eine bessere und sinnvolle Alternative.

Natürlich ist es eine andere Geschichte, wenn Sie die Immobilie viel günstiger über Zwangsversteigerung oder ein ähnliches Angebot bekommen („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Jeder Preisnachlass auf den Marktpreis senkt das KGV und macht die Immobilie attraktiver.

Die Befürworter von Immobilien als Geldanlage haben andere Argumente wie Fremdfinanzierung, den künftigen Preisanstieg und Tilgung statt Miete. Diese werde ich in einem anderen Artikel analysieren.


Donnerstag, 9. Mai 2013

Die große Nahrungsschere der Welt


“To keep the body in good health is a duty, for otherwise we shall not be able to trim the lamp of wisdom, and keep our mind strong and clear. Water surrounds the lotus flower, but does not wet its petals.”  -Buddha

Ich bin letzte Woche auf einen interessanten Artikel bei Dailymail gestoßen, den ich meinen Lesern zur Kenntnis bringen möchte. In dem Artikel „Die große Nahrungsschere der Welt“ wird eine Studie über die wöchtentlichen Einkaufslisten von dreißig Familien aus der ganzen Welt gezeigt. Ihre Einkäufe werden fotografiert  und die Kosten dieser Einkäufe dargestellt. Dieser Artikel hat bei mir zu ein paar Denkanstößen über die Essensgewohnheiten in entwickelten Ländern und die Lebensmittelkosten in Schwellenländern geführt.

Der Unterschied der Einkaufslisten zwischen reichen und armen Ländern ist sehr bemerkenswert. Die Anzahl der Industrieprodukte dominiert die Essenstische der reichen Ländern. Besonders in den USA und England ist die Situation ganz schlimm. Ich denke, es ist mittlerweile vielen klar, dass diese Produkte für die Gesundheit sehr schädlich sind und in manchen Fällen Übergewicht und Adipositas verursachen. Herz- und Kreislaufkrankheiten werden meistens durch ungesunde Ernährung verursacht. In Bezug auf die persönlichen Finanzen darf man die langfristigen Kosten von ungesunder Ernährung nicht unterschätzen. Erhöhte medizinische Ausgaben und Arbeitsausfälle sind die direkten Konsequenzen von ungesundem Leben. Außerdem essen übergewichtige Personen mehr als der Durchschnitt, was das Haushaltbudget zusätzlich belastet.

Aus dem Buch Mahlzeit: Auf 80 Tellern um die Welt


Im Vergleich zu anderen reichen Ländern ernährt sich die deutsche Familie relativ gesund. Trotzdem wurde über den hohen Konsum von Süßigkeiten, Fertiggerichten, alkoholischen und gesüßten Getränken schon oft berichtet und der Konsum nimmt weiter zu. Seit einigen Jahren habe ich eine neue Gewohnheit. An der Kasse im Supermarkt zähle ich die Anzahl der ungesunden Sachen, die ich und andere Kunden gekauft haben. Es hilft gegen die Langeweile beim Warten an der Kasse und erhöht das Bewusstsein für Gesundheit. Es ist manchmal schockierend, was manche Leute in den Einkaufswagen legen. Ein zu 100% ungesunder Einkauf ist nicht unüblich. Ich versuche immer, die Anzahl von ungesunden Lebensmitteln  bei maximal 1-2 zu halten. Ein Trick, fast nur gesunde Sachen zu essen, ist, die ungesunden Sachen erst gar nicht nach Hause zu bringen.

Ein anderer interessanter Punkt in diesem Artikel ist, wie viel die Menschen in anderen Länder für ihre Einkäufe ausgegeben haben. Die deutsche Familie hat für ihren Einkauf £320 bezahlt, während die Italienische £167, die mexikanische £115, die chinesische £99, die türkische £93, die ägyptische £43 und die equadorianische nur £20. Ich denke, die deutsche Familie in dieser Studie hat ein bisschen übertrieben (sie trinkt nur Wein, Bier und Saft). Wir leben eigentlich in Deutschland in der glücklichen Lage, dass die Lebensmittel im Vergleich zu anderen westeuropäsichen Ländern günstig sind. Nichtsdestotrotz ist es interessant zu sehen, was die Lebensmittel in Schwellenländern kosten.

In meinem Artikel „Auswandern, woanders wohnen um Ausgaben zu senken“ habe ich in einem anderen Land zu leben als Alternative vorgestellt, wenn man finanzielle Freiheit schneller erreichen möchte. Der Hauptgrund dafür sind die niedrigeren Lebenshaltungskosten, von denen die Kosten für Lebensmittel in Deutschland elf Prozent des Haushaltseinkommens ausmachen. 

Wenn Ihr passives Einkommen Ihre Ausgaben decken kann, sind Sie finanziell frei („Wie viel Geld braucht man um finanziell frei zu werden“). In einem Land mit niedrigen Lebenshaltungskosten sind Ihre Ausgaben stark reduziert. Dann brauchen Sie weniger Nettovermögen, um von Ihrem passiven Einkommen leben zu können.

Es ist natürlich eine persönliche Entscheidung, wie man sich ernährt und was man im Supermarkt kauft. Süe müssen aber die gesundheitlichen und finanziellen Konsequenzen von Ihrem Lebensstil akzeptieren. Langfristiges Denken statt kurzgelebte Genussmomente ist der Schlüsselfaktor für ein glückliches und erfolgreiches Leben.


Donnerstag, 2. Mai 2013

Werden Sie kein Sofa-Shopper


“Buying things is only sometimes about owning the things. Buying often is simply about what 50 Cent observed: being ABLE to buy. Having less means hearing "No, you cannot have that," and we loathe being told what we can and cannot do.” ― Harry Beckwith
Die Rolle des Sparens für den Vermögensaufbau und die finanzielle Freiheit habe ich bereits mehrmals erwähnt („Wie erreiche ich finanzielle Freiheit?“). Um Ihre Sparquote zu erhöhen, müssen Sie Ihre Ausgaben reduzieren. Ihre Ausgaben nachzuverfolgen („Buchhaltung für Anfänger“), zu analysieren und zu verstehen („Analysieren Sie Ihre Ausgaben“) sind hierfür die notwendigen Schritte.

Es gibt einen großen Feind, der Ihre monatlichen regulären Ersparnisse gefährdet. Dieser Feind sind die unnötigen, einmaligen Einkäufe. Einmalige Einkäufe sind die Ausgaben, die ab und zu unregelmäßig stattfinden und in Ihrem Ausgabenplan keinen vorgesehenen Platz haben. Das sind meistens die Einkäufe für Klamotten („Durch Fasten ein Bewusstsein für Einkaufsverhalten schaffen“), Elektronikartikel, Bücher und Zeitschriften („Ausgaben minimieren bei der Freizeitlektüre“), DVD’s und Blu-rays („Ausleihen statt kaufen, Filme zu Hause“) oder Freizeitaktivitäten („Kosten von Getränken beim Feiern und Ausgehen“). Auch wenn diese Einkäufe manchmal Sinn machen und wichtig für Ihre Lebensqualität sind, sind sie meistens aber unnötig und verursachen zusätzliche Kosten („Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden“).


In den letzten Jahren haben die Ausgaben des deutschen Durchschnittshaushalts für die obengenannten Kategorien zugenommen. Ich vermute, dass ein unterstützender Faktor dabei das Online-Shopping ist. Online-Shopping ist bequem und spart Ihnen die Zeit und Aufwand, in Läden shoppen zu gehen. Sie können die Preise vergleichen und bei Ihren Einkauf Geld sparen, was ich definitiv unterstützen würde („Wie man sich ohne Nebenjob einen Stundenlohn schafft“). Diese Bequemlichkeit kann aber zu einer sehr gefährlichen Gewohnheit führen: zu hohe Ausgaben (Overspending).

Wenn Sie mit ein paar Clicks schnell einkaufen können, verlieren Sie das Gefühl für verfügbares Geld und die Einkaufsmenge. Die limitierenden Faktoren beim normalen Einkauf wie „Geld in der Tasche“ oder „Tragkapazität des Käufers“ greifen online nicht. Sie können einfach mit der Kreditkarte bezahlen und Ihre Einkäufe werden nach Hause geliefert. Zusätzlich nutzen die Webseiten die CRM-Technologie, die Ihre bisherigen Einkäufe und Ihr Surfverhalten analysiert und Ihnen Produkte anbietet, die Sie eher kaufen würden. Das ist ein sehr gefährliches Spiel und eine Freizeitaktivität, die für Ihren Haushalt schwere Folgen haben kann.

Vor kurzem habe ich ein riesiges Plakat gesehen mit der Aufschrift: „Werden Sie Sofa-Shopper!“. Wenn ich die Menschen sehe, die mit Amazon- oder Zalando-Paketen rumlaufen, denke ich, dass dieser Slogan bei manchen zur Realität geworden ist. Zum Teil aus Langeweile kaufen die Menschen vom Sofa aus mit kostenloser Lieferung und Rücknahmegarantie Sachen, die Sie vielleicht nicht benötigen („Brauche ich das wirklich?“). Die Umsatzzahlen dieser Unternehmen verdoppeln sich alle paar Jahren. Was in Form von Teleshopping in vielen amerikanischen Haushalten passiert ist, passiert gerade in deutschen Haushalten mit Onlineshopping.

Mein Werbeslogan ist: „Werden Sie kein Sofa-Shopper!“. Der Schnickschnack, den Sie gerade kaufen, nicht brauchen und irgendwann wegschmeißen, ist ein Rückschlag für Ihren Sparplan und Ihren Weg zur finanziellen Freiheit. Ich würde jedem empfehlen, die Vorteile des Onlineshoppings wie die Möglichkeit des direkten Preisvergleichs auszunutzen, aber sehr vorsichtig beim Einkaufen zu sein. Werden Sie kein Einkaufsüchtiger, sondern ein bewusster Sparer!

Montag, 4. März 2013

Schmeckt der teure Wein wirklich besser?


“Drinking good wine with good food in good company is one of life’s most civilized pleasures.” -Michael Broadbent

Kürzlich war ich in der Lebensmittelabteilung von Galeria Kaufhof. Ich finde, eine Stunde hier spazieren zu gehen und die Käufer zu beobachten, ergibt genug Material für einen Artikel über das Sparen. Eine interessante Beobachtung habe ich in der Weinabteilung gemacht:

Wie Sie auf dem Foto unten sehen, gab es in der Werbung eine Flasche Wein für 59,99 €, also sogar 10 € günstiger als der alte Preis. Ich dachte: „Wer kauft denn eine Flasche Wein für 60 €?“ Innerhalb weniger Minuten hat ein älterer Herr eine Flasche von diesem Wein gekauft (Ich hoffe, er hat hierzu nicht meine Beiträge zur Rentenversicherung benutzt).



Schmeckt eigentlich der 60 €-Wein besser als Wein für 5 €, 10 € oder 20 €? Was rechtfertigt diesen Preisunterschied? Wenn ich ein Glas von einem 60€-Wein trinke, bin ich dann 6-mal so betrunken oder 6-mal so glücklich wie mit 10 €-Wein?

Ich würde nie eine Flasche Wein für 60 € kaufen. Ich habe auch keinen so feinen Gaumen und merke den Unterschied zwischen 6 €- und 15 €-Wein nicht. Den Unterschied zwischen 3 €- und 6 €-Wein merke ich aber schon. Deshalb habe ich zu dem Thema ein bisschen recherchiert.

Richard Wiseman, ein britischer Psychologe, hat ein Experiment mit 578 Besuchern der Edinburgh Science Fair gemacht. Er hat diese Tester unterschiedliche Paare von Weinen je nach Herkunft probieren lassen, zum Beispiel einen günstigen (für weniger als 10 £) und einen teuren (für mehr als 10 £) Burgunder. Alle Weine, die in diesem Experiment getrunken wurden, kosteten zwischen 3,50 £ und 10 £. Die Tester sollten sagen, welcher Wein ihnen besser schmeckt und teurer ist. Die 578 Tester konnten nur zu 50% richtig beantworten, welcher Wein der Teurere ist. Also purer Zufall!!

In einer anderen Studie in den USA mit 6000 Blindtestern hat der Forscher Evan Goldstein folgendes festgestellt: „Unsere Erkenntnis ist, dass die Personen, die den Preis des Weins nicht kennen, den teuren Wein nicht mehr genossen haben als den günstigen“.

Diese wissenschaftlichen Studien haben meine Vermutung bestätigt. Der 60 €-Wein ist vermutlich nicht besser als der 10 €-Wein. Wenn die Menschen aber wissen, dass ein Wein teuer ist, denken Sie, dass er besser schmecken muss. Ich denke, dass ich ein bewusster Käufer bin und diesen Verkaufsfallen der Supermärkte nicht zum Opfer fallen werde.

Geld sparen ist wichtig für den Vermögensaufbau. Ebenso ist es auch wichtig, das Leben zu geniessen. Ich sage immer wieder, dass für mich sparsam sein nicht ist, sich tot zu sparen, sondern clever zu sparen. Ich empfehle nicht, dass Sie keinen Wein trinken oder den sauren 3 €-Wein kaufen sollen. Ich würde aber vorschlagen, dass Sie Ihren Wein mit finanziellem Bewusstsein kaufen, Ihren Wein schön geniessen und damit Geld sparen.