Dienstag, 15. April 2014

Ist Rendite wichtiger als Sparquote?

"Save a part of your income and begin now, for the man with a surplus controls circumstances and the man without a surplus is controlled by circumstances." - Henry H. Buckley

Ihr Plan für finanzielle Freiheit steht auf zwei Beinen:
  • Sparquote
  • Rendite

Beide sind für Ihren Vermögensaufbau sehr wichtig. Ihr Weg zur finanzielle Freiheit ist wie eine lange Reise mit dem Auto („Wie erreiche ich finanzielle Freiheit?“). Sie sitzen bei dieser Reise auf dem Fahrersitz und möchten Ihr Ziel so schnell wie möglich erreichen. Das gesparte Geld ist wie die Geschwindigkeit Ihres Autos. Ihre Sparquote bestimmt, wie viel Geld Sie sparen, also wie viel Gas Sie geben. Je mehr Gas Sie geben, desto schneller beschleunigt Ihr Auto und desto schneller fahren Sie.


Geld sparen ist nötig, aber allein nicht genug. Nur Gas geben reicht alleine ebenfalls nicht aus für Ihr Auto. Sie müssen den Gang hochschalten. Die Rendite ist Ihr Gang auf dieser Reise. Sie müssen hohe Rendite erzielen, damit Sie Ihre Geschwindigkeit weiter steigern können („Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“).

Quelle: Stuart Miles

Was ist denn nun wichtiger? Sparquote oder Rendite?

Es kommt darauf an, in welcher Phase des Lebens Sie gerade sind und wie viel Vermögen Sie schon besitzen ("Wie hoch ist Ihr Vermögen?"). Für viele Menschen ist Sparquote wichtiger als die Rendite.

Am Anfang des Berufslebens hat man selbstverständlich wenig Vermögen. Deshalb sollte die erste Priorität für jüngere Leute das Erzielen einer „hohen Sparquote“ sein, wenn man finanzielle Freiheit erreichen möchte. Außerdem sollten alle zusätzlichen Einnahmen, zum Beispiel Erbe, Geldgeschenke, Weihnachtsgeld („Weihnachtsgeld ruft zum Vermögensaufbau“) oder auch Gehaltserhöhungen für den Vermögensaufbau eingesetzt werden („Mehr Netto von Brutto und die Sparquote“). Damit können Sie Ihr Vermögen schnell aufbauen und anfangen, mit Ihrem Vermögen passives Einkommen zu erzielen („Net Cashflow maximieren“).

Wie hoch ist Ihre Sparquote („Bezahle Dich selbst zuerst!“)? Die Sparquote in Deutschland war im September 2013 nur 8,5 Prozent. Das ist besser als in den USA, wo die Sparquote bei 3,9% liegt. 8,5% ist aber nicht genug, um finanzielle Freiheit zu erreichen.

Wenn Sie ein Bruttoeinkommen von 40.000 € haben und 8,5% davon sparen, bauen Sie 3400 € Vermögen pro Jahr auf. Wenn Sie Ihre Sparquote um 2% erhöhen, sparen Sie jährlich 800 € mehr.

Wenn Sie 10.000 € haben, werden Sie mit einer Rendite von 4% circa 400 € Gewinn erzielen. Mit einer besseren Anlagestrategie können Sie vielleicht 6% Rendite erzielen („Risiko bei Geldanlagen“). 2% zusätzliche Rendite erhöhen Ihren Gewinn nur um 200 €, dies ist also nicht ganz so bedeutend wie die Erhöhung der Sparquote. Das Ganze ändert sich, wenn Sie 100.000 € Vermögen haben. 2% zusätzliche Rendite entsprechen dann gleich 2000 € mehr Gewinn pro Jahr. Das macht einen großen Unterschied.

Mathematisch gesehen macht es eher Sinn, sich im jüngeren Alter auf die Erhöhung des Bruttoeinkommens und die Erhöhung der Sparquote zu konzentrieren („Setzen Sie finanzielle Ziele für das kommende Jahr“). Der größere Beitrag zum Vermögensaufbau wird dadurch geleistet. Das heißt aber nicht, dass Sie auf die Rendite gar nicht achten und Ihr Geld nur in sichere Geldanlagen („Populäre und sichere Geldanlagen“) investieren sollten.

Anfangs können Sie Ihre Zeit nutzen, um die Finanzmärkte und Instrumente besser kennenzulernen und Ihr finanzielles Wissen zu erhöhen.

Mittwoch, 9. April 2014

Wie viel Geld ist genug?

“Capitalism rests precisely on this endless expansion of wants. That is why, for all its success, it remains so unloved. It has given us wealth beyond measure, but has taken away the chief benefit of wealth: the consciousness of having enough.”  - Robert Skidelsky

„Wenn ich dir bis zum Ende Deines Lebens jeden Monat 2000 € überweisen würde, würdest du deine Arbeit kündigen und machen was du willst im Leben?”

Das war meine Frage an einen sehr guten Freund von mir, der als Unternehmensberater in Istanbul arbeitet. Seine Antwort war für mich schockierend: „Nein“. Mein Freund, der zwischen 11 und 13 Stunden pro Tag arbeitet, und zwar auch an den Wochenenden, wollte seine Karriere weiterführen und ein bestimmtes Lebensniveau erreichen. 2000 € pro Monat wäre zu wenig für ihn („Was macht man mit viel Geld?“).

Obwohl Istanbul die teuerste Stadt in der Türkei ist, sind 2000 € im Monat eine Menge Geld („Auswandern, woanders wohnen, um die Ausgaben zu senken“). Man kann ein sehr schönes Leben haben, in dem aus meiner Sicht fast nichts fehlt. Sogar in Deutschland und Westeuropa leben sehr viele Menschen mit diesem Geldbetrag ein angemessenes Leben. Warum ist es nicht genug für ihn? Wie viel Geld ist denn genug?

Die Antwort meines Freundes hat mich zum Nachdenken gebracht. Er ist nicht der einzige, der so denkt. Menschen wollen immer mehr Geld haben, um ihr Lebensniveau zu erhöhen. Das Motto: Mehr Geld ausgeben bedeutet ein besseres Leben. Ich weiß nicht genau, wer dieses Motto in unser Leben gebracht hat; vielleicht die Werbeindustrie oder unser Freundeskreis oder Hollywood, Fernsehen mit Promisendungen, Shopping Queen.. Keine Ahnung. Das System!! Staatlich geförderter Konsumerismus!!  Kauf unser Produkt und fühl Dich besser. Trag unsere Klamotten und sei hübscher. Wähle dein Reiseziel noch exotischer und sei cooler („Teure Hobbies und Vermögensaufbau“).



Wie sagt man so schön: Jeder ist seines Glückes Schmied. Wenn man der Meinung ist, dass man Glück im Leben dadurch erreichen kann, dass man mehr Geld ausgibt, ist es in Ordnung. Meiner Meinung nach kann man das aber nicht.

Wie viel ist denn genug für Sie? Wie viel Geld würden Sie gerne jeden Monat haben, damit Sie Ihre Arbeitstelle kündigen würden?

Montag, 24. März 2014

Erfolgreiche Unternehmen, Geschäftszahlen und Fundamentalanalyse

"To achieve satisfactory investment results is easier than most people realize; to achieve superior results is harder than it looks." – Benjamin Graham

In meinen letzten drei Artikeln habe ich darüber geschrieben, wie Unternehmen funktionieren („Wie funktioniert ein Unternehmen“) und wie man als Kleinanleger Unternehmen besitzen kann. Die Antwort auf die zweite Frage ist „Aktien“.

Ich bin der Meinung, dass Aktien langfristig gesehen die beste Geldanlage sind („Aktien als Geldanlage“). Historische Daten („Historische Performance von DAX und Dow Jones) zeigen, dass die Aktienmärkte langfristig betrachtet eine hohe Rendite bringen („Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen“).

Es gibt aber einen wichtigen Punkt. Nicht alle Aktien oder Unternehmen sind gleich. Es gibt erfolgreiche Unternehmen, die hohe Gewinne erzielen . Diese Unternehmen können auch ihren Umsatz und Gewinn jedes Jahr erhöhen. Aber nicht alle Unternehmen sind erfolgreich und viele schaffen es nicht, überhaupt Gewinne zu erzielen. Wenn Sie sich überlegen, wie viele Geschäfte in ihrer Wohngegend in den letzten Jahren zugemacht haben, wissen Sie, was ich meine. 

Wie kann man herausfinden, ob ein Unternehmen erfolgreich ist oder nicht? Wie kann man sagen, ob der Preis für eine Aktie günstig oder teuer ist? Die Antwort liegt in der „Fundamentalanalyse“.


Das Ziel bei der Fundamentalanalyse ist, einen fairen Preis für eine Aktie zu ermitteln. Dieser Preis wird auch „innerer Wert“ genannt. Dafür werden die Fundamentaldaten analysiert. Diese Daten bestehen aus den betriebswirtschaftlichen Daten und dem ökonomischen Umfeld eines Unternehmens.

Die Unternehmen, deren Aktien in den Börsen gehandelt werden, müssen ihre Geschäftszahlen veröffentlichen. Geschäftsberichte, die quartalsweise und jährlich veröffentlich werden, enthalten zahlreiche wichtige Informationen über ein Unternehmen. Diese Berichte sind voll mit betriebswirtschaftlichen Daten, die für ein unerfahrenes Auge kaum zu verstehen sind. Sie sind nämlich vom Buchhalter aufbereitet.

Aber wer zwischen den Zahlen lesen kann, findet hier sehr nützliche Daten über ein Unternehmen. Außerdem wird in dem Geschäftsbericht einen Brief von dem Geschäftsführer veröffentlicht und die Prognose bezüglich der Zukunft des Unternehmens mitgeteilt.

Die wichtigsten Zahlen für die fundamentale Analyse sind folgende:
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis
  • Kurs-Umsatz-Verhältnis
  • Kurs-Cashflow-Verhältnis
  • Gesamtkapitalrendite
  • Eigenkapitalquote

Wenn Sie an fundamentaler Analyse interessiert sind und Ihr Geld in individuelle Aktien anlegen möchten („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“), würde ich das Buch „Intelligent Investieren: Der Bestseller über die richtige Anlagstrategie“ von Benjamin Graham empfehlen.

Samstag, 15. März 2014

Was ist eine Aktie?

"It's not how much money you make, but how much money you keep, how hard it works for you, and how many generations you keep it for." - Robert Kiyosaki

In meinen letzten zwei Artikeln ging es um Unternehmen und wie man ein Unternehmen besitzen kann. Die Antwort für Geldanleger hier ist natürlich „Aktien“. Was ist aber eine Aktie?

Aktien sind Wertpapiere, die Anteile an einem Unternehmen darstellen. Im Englischen heißen sie „equity, share, stock“.

Aktien sind Anteilscheine an einem Unternehmen. Eine Aktie ist wie eine Urkunde, die Ihnen schriftlich bestätigt, daß Sie Anteile an einem bestimmten Unternehmen besitzen, und zwar in der bezeichneten Höhe. Aktien existieren tatsächlich in Papierform. In der Vergangenheit haben die Aktionäre ihre Aktien als Papier bekommen und behalten. Mittlerweile sind Aktien meistens in elektronischer Form erhältlich.


Ich nehme als Beispiel das Unternehmen „Coca-Cola“. Diese Firma hat 4,41 Milliarden Aktien im Umlauf und hat einen Unternehmenswert von 168,17 Milliarden US-Dollar. Eine Aktie von Coca-Cola kostet circa 38$, also 27 € (Stand März 2014). Wenn Sie 4,41 Aktien von Coca-Cola für 120 € kaufen, gehört Ihnen folglich ein „Milliardstel“ dieses Unternehmens. Sie haben auch Anspruch  auf einen Teil der künftigen Gewinne. Sie dürfen in der Aktionärsversammlung über die Zukunft des Unternehmens mitentscheiden. Coca-Cola zahlt Ihnen jährlich oder jedes Quartal einen Teil Ihrer Gewinne als Dividenden aus. Das ist für Sie passives Einkommen („Wie erreiche ich finanzielle Freiheit?“). Sie können Ihre Aktien jederzeit an der Börse verkaufen. Das heißt, Aktien sind eine sehr liquide Form der Geldanlage. Eine Immobilie können Sie normalerweise nicht so schnell losbekommen („Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen?“).

Aktien werden an den Börsen gehandelt. Die Aktienmärkte sind mittlerweile in den entwickelten Ländern sehr gewachsen und  weit verbreitet. Nicht nur Aktien von sehr großen Unternehmen, sondern auch Aktien von Mittelständlern und kleinen Firmen werden an den Börsen gehandelt. Heutzutage haben Sie in Deutschland über die Banken und Brokerage-Unternehmen einfachen Zugriff auf die weltweiten Börsen. Online-Banking hat den Aktienhandel sehr vereinfacht und vergünstigt.

Diese Vereinfachung hat aber auch Nachteile. Der Aktienhandel wird manchmal leider nicht für den Zweck des Vermögensaufbaus gebraucht. Die Gier der Menschen verwandelt einen Geldanleger in einen Zocker. Dieses Thema bietet allerdings Stoff für einen separaten Artikel.

Außerdem müssen Sie die Aktien der ausländischen und kleinen Unternehmen mit Vorsicht genießen. Die fallenden Handelsgebühren und Spreads können hohe Kosten verursachen. Auch diese beiden Themen werde ich in einem separaten Artikel erfassen.

Man legt sein Geld in einem Wertpapier an, weil man Rendite erzielen möchte ("Was ist Rendite und wie kann man Rendite berechnen?"). Die Rendite z.B. einer Immobilie,  eines Festgeldkontos oder einer Anleihe ist relativ einfach zu berechnen („Populäre und sichere Geldanlagen“). Der Verhältnis von Miete zu Kaufpreis ergibt die Bruttorendite bei Immobilien. Der Zins ist bei Bankanlagen gleichbedeutend mit der Rendite. Bei Anleihen gibt es eine ähnliche Berechnungsmethode („Wie funktionieren Anleihen?“).

Man kauft auch Aktien, weil man Rendite erzielen möchte. Rendite wird bei Aktien durch Dividenden und Kursanstiege erreicht. Rendite existiert bei Aktien, weil Unternehmen Gewinne machen. Dadurch wird der Aktienkurs langfristig steigen und Dividenden werden ausgeschüttet. Die offene Frage für mich ist daher: „Woher kann ich wissen, on ein Unternehmen viel Gewinn macht?“. Die zweite Frage lautet: „Ist der Gewinn hoch genug bzw. die Aktie günstig genug, so dass ich diese Aktie erwerben möchte?“ Beides sind sehr gute Fragen, die jeder Anleger beantworten muss, bevor er sein Geld in irgendetwas investiert.  Das wird das Hauptthema von meinem nächsten Artikel sein.

Montag, 24. Februar 2014

Wie kann ich ein Unternehmen besitzen?

I think you have to learn that there's a company behind every stock, and that there's only one real reason why stocks go up. Companies go from doing poorly to doing well or small companies grow to large companies. - Peter Lynch

In meinem letzten Artikel “Wie funktioniert ein Unternehmen” habe ich erklärt, warum Unternehmen existieren und was sie tun, um Gewinne zu erzielen. Was hat das mit Ihrem Geld und Ihren Ersparnissen zu tun? Was hat man als einzelne Person davon, dass irgendwelche Firmen Gewinne erzielen und Ihre Gewinne kontinuierlich erhöhen? Die Antwort ist, dass man sich als einzelne Person an diesen Unternehmen als Aktionär beteiligen und von dem Erfolg der Unternehmen profitieren kann.

Eine Firma, die kontinuierlich einen guten Gewinn macht, ist wie eine Gelddruckmaschine, die immer schnell läuft. Wenn Sie eine Wohnung besitzen und diese Wohnung vermietet haben, macht Ihre Immobilie Geld für Sie („Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen?“). Die Miete, die Sie bekommen, ist passives Einkommen („Wieerreiche ich finanzielle Freiheit?“). Wenn Sie Geld in einem Festgeldkonto („Festgeldkonten als sichere Geldanlage“) oder Anleihen („Staatsanleihen als sichere Geldanlage“) angelegt haben, zahlt die Bank oder der Anleihenermittler Ihnen Zinsen als Miete für Ihr Geld („Wie funktionieren Anleihen?“). Das ist auch passives Einkommen.

Aktionäre - Courtyard of the Amsterdam Stock Exchange by Emanuel de Witte

Wenn Sie Inhaber einer Firma sind, macht Ihre Firma Geld für Sie. Das ist auch passives Einkommen. Ein Unterschied ist, dass die Firmen nicht alle Gewinne direkt an die Inhaber verteilen. Ein Teil der Gewinne wird als Dividenden ausgeschüttet („finanzielle Freiheit-Beispiele“). Der Rest wird in der Firma behalten. Dieses Geld erhöht den Buchwert des Unternehmens. Und es wird benutzt, um künftig noch mehr Gewinne zu erzielen, wie eine Gelddruckmaschine, deren Geschwindigkeit stetig steigt. Das ist einer der Gründe, warum Reiche immer reicher werden.

Vielleicht denken Sie gerade: ich möchte auch eine Firmen besitzen, aber ich habe weder Eltern, die schon eine Firma besitzen, noch genug Geld, um eine Firma zu kaufen oder gründen. Die gute Nachricht ist: Unser Wirtschaftssystem ermöglicht Ihnen, über die Börse Firmenanteile zu besitzen. Sie müssen nicht das Kind von Ferdinand Porsche sein, um Anteile von Porsche zu erwerben. Sie können die Anteile über die Frankfurter Börse in bezahlbaren Mengen kaufen. Diese Einheiten nennt man Aktien.

In meinem nächsten Artikel geht es darum, was eine Aktie ist und wie Sie passives Einkommen durch Aktienbesitz schaffen können.

Montag, 17. Februar 2014

Wie funktioniert ein Unternehmen?

“Some people regard private enterprise as a predatory tiger to be shot. Others look on it as a cow they can milk. Not enough people see it as a healthy horse, pulling a sturdy wagon.” -Winston Churchill

Die Aktienkurse fallen und steigen. Die langfristige Richtung der Aktienkurse ist aus einer historischen Sicht allerdings stets positiv gewesen ("Historische Performance von DAX und Dow Jones"). Die Hauptgründe für den Kursanstieg sind die Gewinne der Unternehmen und das Wirtschaftswachstum.

Der Existenzgrund jedes Unternehmens ist “Gewinnerzielung”. Vom Kiosk-Besitzer bis zum weltweiten Smartphone-Hersteller - alle Unternehmer wollen im Prinzip “Geld verdienen”. Dieser Beweggrund ist der Hauptmotor des Kapitalismus. Was Ihre politische Einstellung auch sein mag, Kapitalismus war seit hunderten von Jahren die Realität unserer Wirtschaftswelt. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Die staatlichen Unternehmen, Stadtwerke,  nichtstaatliche Organisationen und Stiftungen sind Ausnahmen und gelten nicht als klassiches Unternehmen. 


Unternehmen wollen Gewinne erzielen. Sie wollen auch ihre Gewinne kontinuierlich erhöhen. Dafür gibt es zwei Wege: den Umsatz erhöhen und die Kosten senken. Am besten ist es für die Unternehmen, an beidem gleichzeitig zu arbeiten. Ich denke, viele Arbeitnehmer im nichtöffentlichen Bereich erleben das alltäglich. Es werden neue Produkte entwickelt, Marketing- und Vertriebsorganisationen gegründet, neue Fabriken und Gebäuden gebaut, andere Firmen gekauft, neue Mitarbeiter eingestellt, Maschinen erneuert, usw. Dies geschieht nicht zum Spaß, sondern mit dem Ziel, “mehr Umsatz” und “mehr Gewinne” zu erzielen.

Außerdem wird versucht, Kosten zu reduzieren: Maschinenproduktivität wird erhöht, die Anzahl der Mitarbeiter reduziert, die verbleibenden Arbeitnehmer werden weitergebildet, Arbeitsprozesse werden vereinfacht,  Sparprogramme werden gestartet, in Technik wird investiert, günstigere Rohstoffe und Lieferanten werden gesucht, usw.

Technologie und Innovationen leisten den Unternehmen dabei eine große Hilfe. Denken Sie daran, wie der Rechner das Arbeitsleben vereinfacht und die Produktivität erhöht hat. Neue Fördermethoden für Öl und Rohstoffe senken die Materialkosten. Mit schnelleren, fähigeren und präziseren Maschinen erzielen Unternehmen bessere Qualität bei geringeren Herstellungskosten. Ich persönlich sehe die Zukunft noch besser als heute.

Entgegen dem verbreiteten Glauben machen die Unternehmen ihre Aufgaben sehr gut. Sie machen unser Leben jeden Tag besser und erzielen gleichzeitig Gewinne. Die unsichtbare Hand von Adam Smith ist längst im Betrieb. Millionen von kleinen und großen Unternehmen schaffen es, dass das Wirtschaftssystem läuft. Die Rolle des Staats ist es, dieses System zu regulieren. In manchen Ländern mischt sich der Staat in die Wirtschaft mehr ein und übernimmt zusätzliche Rollen.

Leider läuft das ganze Geschäft nicht immer rund, was wir als Wirtschaftskrise oder Rezession kennen. Krise in Kürze: weniger Umsatz, weniger Geschäfte, weniger Gewinne, negatives Wachstum, Arbeitslosigkeit, miese Laune der Bürger, usw.

Das Wirtschaftswachstum ist die Veränderung im Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes. Positives Wachstum bedeutet mehr Umsatz der Summe der Unternehmen in diesem Land. Mehr Umsatz heißt, mehr Produkte werden hergestellt (z.B. mehr Autos) und mehr Dienstleistungen werden genutzt (z.B. mehr Friseurbesuche). Hohes Wirtschaftswachstum schafft Arbeitsplätze und höhere Gewinne. Dadurch verdienen Meschen mehr Geld und geben mehr Geld aus. Die Gewinne der Unternehmen werden in Maschinen, Gebäuden und Technik reinvestiert. Das wiederum schafft weiteres Wirtschaftswachtum.  Es ist wie ein perpetuum mobile.

Sie fragen wahrscheinlich :“Was hat das alles denn mit Aktienkursen und meinem Geld zu tun?“. Diese Fragen werde ich im nächsten Artikel beantworten.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Offene Fragen bei der Rückholung der deutschen Goldreserven

Heute möchte ich einen neuen Gastbeitrag über Münzensammeln und Münzen als alternative Anlageobjekte veröffentlichen.

Deutschland verfügt als wichtige Industrienation derzeit über Goldreserven von 3.391 Tonnen. Ein Großteil des Goldes lagert allerdings nicht in Deutschland, sondern nach Aussagen der Bundesbank in London, New York und Paris. Ob und in welcher Höhe die Goldbarren dort lagern, kann allerdings nicht belegt werden und sorgt damit immer wieder für Spekulationen. Jetzt hat die Bundesbank angekündigt, einen Großteil der Goldreserven nach Deutschland zurückzuholen, um das Vertrauen der Menschen zu stärken. Doch auch bei der Rückholung gibt es offensichtlich Probleme.

Die Gründe für die Lagerung im Ausland

Das Gold der Bundesbank dient in erster Linie als Währungsreserve und muss damit kurzfristig in Fremdwährungen getauscht werden können. Aus diesem Grund lagern die Goldbestände nicht nur in Frankfurt, sondern auch in wichtigen anderen Industrienationen, darunter den USA und Großbritannien. Doch auch in Paris werden nach wie vor 374 Tonnen Gold gelagert, die hier nicht mehr benötigt werden. Schließlich ist Frankreich ebenso wie Deutschland im Jahr 2001 der Euro-Zone beigetreten, sodass die Währungssicherung hier keine Priorität mehr hat. Aus diesem Grund wurde immer wieder gefordert, das deutsche Gold nach Hause zurück zu holen und dabei auch einen Großteil der in den USA gelagerten Bestände einzubeziehen. 2012 stimmte die Bundesbank endlich einer solchen Rückholaktion zu und wird bis 2020 das Lager in Paris vollständig auflösen, aus New York sollen 300 Tonnen Gold in deutsche Tresore zurückfließen.

Rückholaktion wurde kein Erfolg

Obwohl die Bundesbank bereits in den Jahren 2001 und 2002 große Mengen Gold nach Deutschland zurückholte, gab es jetzt wohl Probleme bei der logistischen Koordination. Selbst mit Hilfe der Bank für internationalen Zahlungsausgleich BIZ konnten lediglich 37 Tonnen Gold in Deutschland in Empfang genommen werden. Ursprünglich sollten bereits 2013 insgesamt 80 Tonnen angeliefert werden, jeweils zur Hälfte aus Paris und New York. Zwar wurde das Ziel aus Paris mit etwa 32 Tonnen Gold fast erreicht, aus New York jedoch konnten gerade einmal fünf Tonnen zurück geholt werden. Jetzt steht natürlich die Frage nach dem Warum im Raum, die auch von der Bundesbank nicht beantwortet werden kann. Die Logistik allein ist als Grund kaum ausreichend, denn schon Anfang des neuen Jahrtausends wurde bewiesen, dass hunderte Tonnen Gold binnen kurzer Zeit transportiert werden können. Vielmehr muss bezweifelt werden, ob das deutsche Gold tatsächlich noch vorhanden ist und ob es wirklich nach Deutschland ausgeliefert werden kann.

Kritiker werden immer skeptischer

Die gescheiterte Rückholung nach Deutschland sorgt natürlich dafür, dass die Skepsis über die vorhandenen Goldreserven weiter steigt. Vermutlich sind gar keine Goldbarren aus Deutschland mehr vorhanden, sodass jetzt eine Neubeschaffung erfolgen muss. Diese Befürchtungen können von der Bundesbank nicht einmal widerlegt werden, denn Inventarlisten mit Barrennummern gibt es nicht. Auch hat kein Mitarbeiter der Bundesbank in den vergangenen Jahrzehnten einen Überblick über die deutschen Goldreserven erhalten und kann somit bestätigen, dass die angegebenen Goldmengen tatsächlich vorhanden sind. Diese Tatsachen sowie die Ankündigung, dass die Goldbarren aus New York umgeschmolzen werden müssen, da sie nicht dem LGD-Standard entsprechen, sorgen für weiteren Zündstoff. Schließlich wäre es im Zuge der Einschmelzung ohne Weiteres möglich, die Herkunft der Barren zu verschleiern und damit auch die Tatsache, dass es sich nicht mehr um die ursprünglichen Goldreserven handelt, zu widerlegen. Die Bundesbank versichert zwar immer wieder, dass die ausgehenden und eingehenden Barren überprüft werden, Belege hierzu bleibt sie aber wiederum schuldig.

Deutsche Anleger können für Klarheit sorgen

Einzelne Anfragen an die Bundesbank, die das Vorhandensein der Goldreserven bestätigen, wurden in der Vergangenheit immer wieder abgewiesen. Aus diesem Grund haben sich bereits zahlreiche Bürger zusammengeschlossen und im Rahmen der Petition „Holt unser Gold heim – für die Rückführung des Goldes der Bundesbank“ Auskünfte gefordert. Wenn sich viele Menschen zusammentun, hat die Bundesbank wohl keine Wahl mehr und muss die Fragen der Bürger beantworten. Beteiligen Sie sich gemeinsam mit uns daher jetzt an der Petition und helfen Sie mit, die Frage nach dem deutschen Gold zu klären. Über die Petition soll zusätzlich geklärt werden, was es mit der Rückführung der deutschen Goldreserven auf sich hat und ob es sich hierbei tatsächlich um das Gold des deutschen Volkes handelt. Auch hierbei können Sie tatkräftig mithelfen und sich an der Petition beteiligen.