Montag, 26. August 2013

Generation Y und Geld

"Each generation imagines itself to be more intelligent than the one that went before it, and wiser than the one that comes after it." - George Orwell

In der Soziologie werden die Menschen, die in den 80ern und 90ern geboren sind, als „Generation Y“ bezeichnet. Ein anderer Name für sie ist „Millennials“. „Generation Y“ wird in den Medien oft verglichen  mit den „Baby Boomers“, die meistens die Eltern dieser Generation sind sind. Vor kurzem bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen, in dem die 10 Unterschiede zwischen „Generation Y“ und „Baby-Boomers“ bezüglich ihrem Umgang mit Geld aufgelistet sind.

Der Artikel richtet sich hauptsächlich an die amerikanische Bevölkerung. Ich möchte einige Punkte herausfiltern, die meiner Meinung nach auch für die Menschen in Deutschland gelten.

Generation Y trägt teurere Schuhe

Ich denke, das ist ein klares Phänomen, das in den Straßen zu sehen ist. Markensportschuhe von Adidas, Nike, Converse, usw. sind total „in“. Die Schuhmode ändert sich jede Saison und viele Leute haben mittlerweile keinen mehr Platz im Schuhregal. Eine ähnliche Beobachtung habe ich schon in meinem Artikel „Kinder in der Straßenbahn und deren Umgang mit Geld“ gemacht.

Generation Y ist unbefriedigter

Zu Hause sitzen und nichts tun ist für die Generation Y unvorstellbar. Sie suchen Befriedigung in allen Bereichen Ihres Lebens und geben dafür gerne Geld aus. Ein gemütliches Wochenende zu Hause ist für die Baby-boomers sehr entspannend, für die Generation Y währenddessen äußerst langweilig.

Generation Y ist verschwenderischer beim Shopping

Die Baby-boomers suchen Rabatte und Saisonschlussverkäufe, damit sie beim Shopping Geld sparen können. Für die Generation Y ist das kein Thema. Sie gehen shoppen, wenn Sie dazu Lust haben. Shopping ist eine Freizeitaktivität, die gegen Langeweile hilft. Viele möchten „Shopping-Queens“ werden und es danach auf Facebook posten.

Die Definition von einem coolen Wochenende ist bei Generation Y anders

Ein cooles Wochenende kann man mittlerweile nicht mehr in der Stadt verbringen, in der man wohnt. Billigflieger und Konzepte wie „Blind Booking“ haben es ermöglicht, einen Wochenendausflug innerhalb von Europa kurzfristig zu planen. Während die langweiligen Freunden zu dem gewohnten Kneipen gehen und den Stadtgarten geniessen, verbringt der „coole“ Gen-Yer sein Wochenende in Barcelona und postet gleich ein Foto aus der Cocktailbar. Natürlich bekommt er seine 20+ Likes. Natürlich werden die Girokonten schnell leer bei der Finanzierung dieser geilen Wochenenden. Der Jahresurlaub kommt noch.

Für Generation Y ist Geld nur ein Stück Papier

Die Mentalität ist folgende: Das Geld kommt und geht. Man muss ja sein Leben geniessen. Man lebt nur einmal.. Der Wert des Geldes wird von der Generation Y ignoriert. Viele haben richtige Schwierigkeiten nie erlebt. Geld ist immer verfügbar gewesen. Warum sparen? Man kriegt es irgendwie hin.

Ich gehöre auch zur Generation Y und beobachte leider in meinem Freundeskreis diese Eigenschaften der Generation Y. Viele meiner Bekannten haben überhaupt kein Interesse an persönlichen Finanzen. Geld sparen, Geldanlagen, Aktien, Anleihen, ETFs sind Fremdwörter für sie. Finanzielles Wissen ist bei vielen leider mangelhaft. Mit diesem Blog versuche ich, Aufmerksamkeit zu wecken und meine Botschaft anzubringen. Da die Generation Y eine Menge Zeit im Internet verbringt, sind sie die Hauptzielgruppe dieses Blogs.

Die Mitglieder der Generation Y, die diesen Artikel gelesen haben, können ja die Facebook-Seite dieses Blogs bei Gelegenheit Liken.

Montag, 19. August 2013

Versuchungen Geld auszugeben, Eindrücke aus einem Sommerurlaub

“To be tested is good. The challenged life may be the best therapist.” -Gail Sheehy

Diesen Sommerurlaub habe ich mit meiner Freundin in Italien in verschiedenen Städten verbracht. In den zwei Wochen haben wir eine sehr schöne Zeit gehabt. Der Urlaub hat sich voll gelohnt. Wir haben natürlich einiges an Geld ausgegeben, da Italien kein günstiges Reiseziel ist. Wir waren jedoch weder sparsam noch verschwenderisch, was ich ganz in Ordnung finde.

Während des Urlaubs habe ich die folgende interessante Feststellung getroffen:

Es gibt sehr viele kluge Leute auf der Welt, die versuchen uns unser Geld aus der Tasche zu ziehen.

Und alles auf legalem Wege. Es fängt schon am Flughafen an, wo die Getränkepreise nach dem Sicherheitscheck plötzlich angehoben werden. Im Duty-Free werden alkoholische Getränke, Parfums und Markenklamotten glänzend angeboten. Wenn man es schafft, seinen Hunger ohne das 6 €-Sandwich vom Bistro zu stillen, steigt man endlich ins Flugzeug ein. Kurz nach dem Abflug kommt die Stewardess und fragt, ob man etwas aus dem Bordbistro haben möchte.

Nach der Landung ist der Autovermieter dran, zusätzlich lokale Gebühren zu erheben, weil „Busy Season“ ist. Dazu kommt warum auch immer auch Flughafensteuer und schnell kostet der Mietwagen mehr als geplant. Zu spät und zu müde einen neuen zu suchen, kommt man endlich im Hotel bzw. B&B an.


Zum Glück passieren in den vorgebuchten Hotels keine Überraschungen. Es ist sicherlich von Vorteil, wenn man die Ratings und Kommentare vorher im Internet, z.B. bei booking.com, liest. Man zahlt, was man gebucht hat und es ist meistens sein Geld wert. Ohne vorher nachzuforschen, buche ich seit langem keine Übernachtungen mehr.

Die Herausforderungen fangen erst richtig in den Städten an. Touristen haben viel Geld und die klugen Geschäftsleute wissen das sehr gut. Tausende Café- und Restaurantinhaber, Straßenhändler, Ladenbesitzer und Künstler wollen den Touristen das Geld wegnehmen. Es ist ein Wettbewerb und sie sind stark. Die Angebote werden so schön präsentiert, dass die Versuchung zu groß ist, im Vorbeigehen was zu kaufen. Bezüglich Gastronomie plane ich unsere Ziele fürs Essen immer vorher mit der App „Tripadvisor“, damit ich das Beste für mein Geld bekomme. Dadurch vermeidet man die Touristenfallen. In diesem Urlaub war ich völlig zufrieden mit den Restaurants, in denen wir gegessen haben. Das Essen immer sein Geld wert und wir wurden nicht ein einziges Mal abgezockt.

Dazu gibt es die Touristen-Attraktionen, bei denen man Eintrittskarten kauft und stundenlang in der Schlange steht, um einen Glockenturm zu besteigen. Den 5-€-Eintritt für das Geburtshaus des berühmten Michelangelo zu bezahlen habe ich mich geweigert und stattdessen die toskanische Natur und Ruhe genossen. Meine Freundin war drinnen und es war letztendlich ein gewöhnliches Haus.

Wie ich in dem Artikel „Sparsam leben erklärt, ein bewusster Ausgeber werden“ geschrieben habe, ist Genügsamkeit eine wichtige Lebenseinstellung für finanzielle Freiheit. Jedoch gibt es Versuchungen im Leben – besonders im Urlaub -, die den Menschen quasi dazu zwingen, mehr Geld auszugeben als nötig. Es gibt viele kluge Leute, die genau das versuchen und fördern. Die gesamte Marketingindustrie ist dafür da und die Unternehmen stellen kluge Köpfe für diesen Job ein.

Ich finde es in Ordnung, dass man ab und zu zum Beispiel im Urlaub ein bisschen großzügiger mit seinem Geld umgeht. Es ist aber immer noch wichtig, seine Grenzen zu kennen und nicht zu übertreiben. Mit ein bisschen Planung können Sie die Abzocke im Restaurant am Platz vor dem Pantheon leicht vermeiden. Und ein bisschen Selbstkontrolle wird Ihnen die Mühe ersparen, für die Mitbringsel aus dem Urlaub einen Platz im Keller zu finden.

Sonntag, 11. August 2013

In europäische Aktien investieren, Value Stocks

“Price is what you pay; value is what you get.” – Ben Graham
In meinem Artikel “Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen“ habe ich als Beispiel die Verteilung eines Portfolios vorgestellt, in dem europäischen Aktien einen Anteil von 30% haben. Für den Anfang habe ich in dem Artikel „In europäische Aktien investieren - EUROSTOXX 50“ einen einfachen Weg geschildert, wie man in europäische Aktien investieren kann.

Es gibt Anleger, die nicht einen ETF kaufen wollen, der den gesamten Markt abbildet. Sie verfolgen oft eine bestimmte Anlagestrategie. Value Investing („Value Investing und Ihre Anlagestrategie“) ist eine dieser populären Anlagestrategien. In diesem Artikel möchte ich nun einige ETFs vorstellen, die ausschließlich „Value Aktien“ aus Europa im Fondsbestand haben.

Hier sind die passenden ETF’s, die den EURO STOXX 50 Index abbilden:
  • iShares EURO Total Market Value Large
  • ETFlab STOXX Europe Strong Value 20
  • db x-trackers MSCI Europe Value TRN Index UCITS ETF 1C EUR
  • UBS-ETF MSCI EMU Value A (EUR)

Wenn Sie die Positionen in diesen ETFs betrachten, werden Sie die folgende Gemeinsamkeiten sehen:
  • Die Aktien haben ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • Die Aktien haben ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis
  • Die Aktien sind meist aus dem Finanz- und Energiesektor.


Die Value-Aktien sind diejenigen, die aus irgendeinem Grund vom Markt „bestraft“ worden sind. Sie sind generell unpopulär und überverkauft, und deshalb günstiger als die restlichen Aktien. Die Finanzwerte in Europa sind zum Beispiel von der Eurokrise stark betroffen. Die Energiewerte haben ebenfalls durch die niedrigen Wachstumsraten und die Energiewende viel eingebüßt. Das heißt aber nicht, dass sie schlechte Aktien sind. Value Investors glauben, dass diese Aktien auf lange Sicht aufholen und den Markt schlagen werden. Diese Aktien sind tatsächlich meist solide Werte mit einer guten Dividendenhistorie. Es ist zu beachten, dass diese ETFs keine Wachstumsaktien im Bestand haben. Das nächste „Google“ oder „Apple“ werden Sie hier nicht finden.

Die jährlichen Kosten (TER) von diesen ETFs liegen bei 0,40%. Das ist mehr als bei den EUROSTOXX 50 ETFs, aber immer noch viel günstiger als bei Aktienfonds („Aktienfonds als Geldanlage“).


Wenn Sie den Preistrend von diesen ETFs betrachten, werden Sie meiner Meinung nach festellen, dass die ETFs noch günstig sind und Potenzial nach oben haben. 

iShares EURO STOXX Total Market Value Large (DE) – Quelle: ing-diba.de

In meinem Portfolio habe ich den ETF „iShares EURO STOXX Total Market Value Large (DE)“. Für die Anleger, die ihr Geld in europäische Aktien anlegen und eine „Value Investing“ Strategie verfolgen möchten, bieten diese ETFs eine gute Möglichkeit.

Sonntag, 4. August 2013

Halbjahresrückblick 2013, Besucherzahlen und Blogeinnahmen

“Where the Internet is about availability of information, blogging is about making information creation available to anyone.” – George Siemens

Es ist einen Monat her, dass die erste Jahreshälfte 2013 vorbei ist. In diesem Artikel möchte ich die Neuigkeiten aus meinem Blog „Der goldene Adler“ zusammenfassen und die meistgelesenen Artikel der letzten sieben Monate auflisten. Außerdem möchte ich meine Leser über die Besucherstatistiken und die Blogeinnahmen informieren. Zuletzt möchte ich meine Pläne in Bezug auf meinen Blog für die zweite Hälfte des Jahres mitteilen.

Neuigkeiten

Die größte Veränderung ist die Einführung der Unterseiten, wo ich meine bisher geschriebenen Artikel unter Hauptthemen wie Artikelübersicht, Finanzielle Freiheit, Vermögensaufbau, Geld sparen, Geld anlegen, Über den goldenen Adler, Den Adler unterstützen! sortiert habe. Der Grund dafür ist, meinen neuen Besucher den Zugriff auf ältere Artikel zu erleichtern. Der Verlauf der Blog-Artikel bildet eine logische Abfolge. Anfänglich habe ich eher über „Finanzielle Freiheit“ geschrieben. Danach befassten meine Artikel sich mehr mit Themen wie Geld sparen und Spartipps, was denn wiederrum das Anlegen von Geld ermöglicht. Die neuesten Artikel sind über Portfoliogestaltung und ETFs.

Seit der Einführung der Unterseiten sind die Seitenaufrufe pro Besucher um 17% und die durchschnittliche Besuchsdauer um 22% gestiegen. Ich denke, die Arbeit hat sich gelohnt. Ich finde es sehr wichtig, dass meine alten Artikel auch gelesen werden, weil eine Menge wichtige Informationen und nützlichen Tipps darin zu finden sind.


Meistgelesene Artikel Januar-Juli 2013

Besucherzahlen

Bis Juni 2013 hatten meine Besucherzahlen eine leicht steigende Tendenz. Circa die Hälfte meiner Leser sind Stammleser, die meinen Blog regelmäßig lesen. Die Besucher aus Google schwanken monatlich und machen ein Viertel aller Besucher aus. Mein Google PageRank ist immer noch 3, was ich sehr toll finde. Die Facebook Fanseite hat 52 Likes, wovon aber ein großer Teil aus meinem Freundeskreis kommt. Es freut mich aber sehr, dass ich auch einige unbekannte Besucher als Fans habe.

Blogeinnahmen

Die Google Adsense-Einnahmen sind leider in den letzten 3 Monaten aufgrund niedriger Seiten-CTR (Click Through Rate) gesunken. Diese ist viel niedriger als das übliche eine Prozent. Ich habe keine logische Erklärung dafür, finde es aber gleichzeitig auch nicht so schlimm. Ich schreibe ja nicht, um Geld zu verdienen. Trotzdem sammeln sich jeden Monat ein paar Euro.

Meine Amazon-Partnerschaft ist auch kein großer Erfolg gewesen. Die Unterseite „den Adler unterstützen!“ hat die geringste Besucheranzahl unter allen Seiten. Dies könnte an der Kultur und den Gewohnheiten der Internetnutzer von heute liegen. Ich weiß zumindest, dass viele meiner Freunde ständig Dinge bei Amazon bestellen. Sie machen es aber nicht über den Banner auf meinem Blog, obwohl sie davon wissen. Ich denke, sie vergessen es einfach.

Meine Pläne für „Der goldene Adler“

Ich habe im Juni-Juli wenig Zeit gehabt, qualitativ hochwertige neue Artikel zu schreiben. Daher sehe ich einen Rückgang bei den Besucherzahlen. Ich habe in den nächsten Monaten vor, regelmäßiger zu posten, etwas 1 bis 2 mal die Woche.

Die Offlinewerbung für meinen Blog durch Businesskarten, die ich an meine Bekannten verteile, möchte ich verstärken.

Natürlich möchte jeder Blogger eines Tages eine eigene Domain haben. Das habe ich auch vor. Es ist leider für Blogger nicht so einfach, mit dem Blog umzuziehen. Es besteht auch die Gefahr, dass die Besucher aus Google anfänglich verschwinden und man das PageRank verliert. Ich möchte mich über das Thema schlau machen und es einfach ausprobieren.

Letztes Wort

Bei der Gelegenheit möchte ich mich bei allen bedanken, die meinen Blog verfolgen, die mit Gastartikeln den Content bereichert haben, die die Artikel kommentieren und in eigenen Webseiten meinen Blog verlinken. Ich hoffe, dass meine Ideen und Vorschläge bis jetzt einen positiven Einfluss in den Leben einiger Menschen haben.

Montag, 1. Juli 2013

5 Gründe eine Immobilie zu kaufen und die Gegenargumente

"It is a comfortable feeling to know that you stand on your own ground. Land is about the only thing that can't fly away."- Anthony Trollope

In meinem Artikel “Ist es jetzt die richtige Zeit eine Immobilie zu kaufen?“ habe ich über den Kauf von Immobilien als Kapitalanlage geschrieben. Kurz zusammengefasst finde ich die meisten Immobilien in Deutschland mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 25 bereits zu teuer. Meiner Meinung nach lohnt es sich nicht, für eine Bruttorendite von 4% eine große Summe Geld in Immobilien anzulegen.

Es gibt aber viele Befürworter von Immobilien als Geldanlage. In diesem Artikel werde ich ihre Argumente darstellen und meine Gegenargumente nennen.

Immobilienpreise steigen und werden weiterhin steigen:

Es ist richtig, dass die Immobilienpreise in den letztem Jahren stark gestiegen sind. Das ist der Hauptgrund, warum ich Immobilien sehr teuer finde. Das heißt aber nicht, dass die Preise weiterhin steigen werden. Erstens ist es eine Prophezeiung und ein Verkaufsargument der Makler und Banken. Historisch gesehen ist der Anstieg der Immobilienpreise nicht höher gewesen als die Inflationsrate ("Inflation und die Effekte auf Rendite"). Zweitens sollten Immobilienbesitzer langfristig denken und auch über die versteckten Kosten nachdenken. Sie können nicht von einem kurzfristigen Preisanstieg profitieren, weil durch den Kauf und Verkauf zusätzliche Kosten entstehen.


Man kann einen Kredit aufnehmen und die Immobilie wie eine Mietzahlung abbezahlen:

Die Immobilienkredite liegen zur Zeit bei circa 2,4-2,7% (10 Jahre Sollzinsverbindung mit 2% Tilgung).  Für 2,5% Geld ausleihen und 4% Rendite bekommen klingt super. Mit Vollfinanzierung kann man sogar ohne Eigenkapital eine Immobilie kaufen. Wenn die Immobilienpreise steigen, kann man mit dieser Methode ohne großen Aufwand ein passives Einkommen generieren, sogar Kapitalgewinne erzielen. Diese Methode ist in Robert Kiyosaki’s bekanntem Buch „Rich Dad, Poor Dad“ als eine mögliche Vorgehensweise beschrieben, um reich zu werden. Und genau diese Methode hat die Immobilienblase in den USA verursacht. Wenn die Blase platzt, sitzt man auf einem Schuldenberg, den man nicht zurückzahlen kann. Viele Menschen überschätzen ihre eigene Verdienstkraft und ignorieren die möglichen Risiken wie Jobverlust oder Finanzkrise.

Außerdem ist es sehr schwierig, ohne Eigenkapital einen Kredit zu bekommen. Die Banken erwarten einen Eigenkapitaleinsatz von 20% bis 40%. Lesen Sie bitte das Kleingedruckte bei den Werbungen. Dieses Kapital wird nur dann die Rendite der Immobilie (4%) bringen, wobei man woanders eine höhere Rendite erzielen kann. Das nennt man Opportunitätskosten, was viele Leute nicht wissen und nicht berücksichtigen.

Die bezahlten Zinsen für Immobilienkredite sind steuerlich absetzbar:

Ja, wenn Sie Ihre Immobilie vermieten, sind die Zinsen steuerlich absetzbar. Genauso müssen aber die Mieteinnahmen besteuert werden. Sogar mit dem Einkommensteuersatz. Für Vielverdiener bedeutet dies eine große zusätzliche Steuerlast.

Wenn Sie in Ihrer eigenen Immobilie wohnen, dürfen Sie die Zinsen gar nicht von der Steuer absetzen. Der einzige Vorteil ist, dass Sie keine Miete zahlen (abgesehen davon, dass Sie Zinsen zahlen).

Eine Immobilie hat eine sehr sichere Rendite:

Das ist auch ein Punkt, bei dem viele Leute sehr optimistisch sind. Wenn Sie Ihre Immobilie vermieten, sind Ihre Mieteinnahmen abhängig von Ihrem Mieter. Es gibt ein gewisses Risiko, dass der Mieter die Miete nicht regelmäßig zahlt oder zahlungsunfähig wird. Die Gesetze in Deutschland sind sehr mieterfreundlich. Man darf den Mieter nicht einfach ohne Weiteres wie in anderen Ländern kündigen.

Bei den Wohnungen gibt es ein weiteres Risiko: Unerwartete Wartungskosten. Wenn die Eigentümerversammlung die Entscheidung trifft, das Dach neu zu decken oder den Keller zu renovieren, müssen alle Eigentümer mitzahlen. Falls Sie sich mit Bauarbeiten beschäftigt haben, wissen Sie, über welche Summen ich spreche: einige Tausende können sich schnell aufaddieren. Es gibt noch andere unerwartete Kosten wie Wasserrohrbruch, kaputte Heizung oder Fenster, usw. Alle diese Kosten reduzieren die erwartete Rendite und müssen berücksichtigt werden.

Mein Kapital ist mit einer Immobilie gesichert:

Im Vergleich zu Aktien ist das Kapital bei Immobilien sicherer. Es ist übrigens genauso sicher bei Bankeinlagen und Staatsanleihen. Der Immobilienmarkt ist nicht liquide und die Preise steigen und sinken nicht kurzfristig wie Aktienkurse. Weil der Immobilienwert nicht jederzeit vorhanden ist, geht man davon aus, dass die Immobilie einen bestimmten Wert hat. Kann man aber seine Immobilie für dieser Preis sofort verkaufen? Nein. Der Immobilieneigentümer braucht einen Käufer, mehrere Interessierten und ggf. einen Makler.

Immobilieneigentümer glauben, dass ihr Kapital zumindest sicher ist, selbst wenn die Rendite durch Mieteinnahmen gering ist. Das ist nicht immer der Fall, wenn man den Immobilien-crash in den USA, Spanien oder Irland betrachtet. Viele Menschen haben Privatinsolvenz angemeldet, weil die Immobilienblase plötzlich geplatzt ist.

Fazit: 

Eine Immobilie ist sicherlich eine gute Geldanlage, wenn die Rendite hoch ist und die Immobilienpreise steigen. Die Voraussetzungen dafür sind, dass die Immobilie billig gekauft wird und hohe und sichere Mieteinnahmen hat. Solche Angebote sind aber schwer zu finden („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Ich würde den Anlegern empfehlen, sich richtig über Immobilien zu informieren und die obengenannten fünf Argumente für den Kauf einer Immobilie kritischer zu betrachten.

Es ist vielleicht der größte Kauf eines Anlegers in seinem Leben und eine wichtige Entscheidung. Man darf nicht auf die sogenannten Bankberater, die nur an ihre Provisionen denken, hören und beim ersten Immobilienangebot zugreifen. Ich würde persönlich heute keine Immobilie kaufen, weil ich die Preise zu hoch finde und weil ich mein Kapital nicht in einer einzigen großen Geldanlage verbinden möchte.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Value Investing und Ihre Anlagestrategie

"All intelligent investing is value investing -- acquiring more that you are paying for. You must value the business in order to value the stock." - Charlie Munger

Value Investing ist eine der Lieblingsanlagestrategien vieler Anleger auf der ganzen Welt. Diese Strategie ist besonders durch den Erfolg von Warren Buffett berühmt geworden. Warren Buffett, auch das „Orakel von Omaha“ genannt, ist der erfolgreichste Anleger der 20. Jahrhunderts und der viertreichste Mensch der Welt (Stand 2013).


Ich habe mich vor einem Jahr mit dem Thema „Value Investing“ sehr intensiv beschäftigt. Kurz zusammengefasst: Value Investing ist, langfristig in Aktien zu investieren, die sehr gute fundamentale Kennzahlen (Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buchwertverhältnis, Cashflow, usw) haben und „unterbewertet“ sind. Es ist wie „Schnäppchenjagd“ bei Aktien. Es gibt strenge Kriterien dafür, ob eine Aktie ein „Kauf“ ist oder nicht. Ich würde jedem Anleger, der sich für Value Investing und Aktienanalyse interessiert, das Buch „Intelligent Investieren“ von Benjamin Graham empfehlen.


Es gibt viele Kleinanleger, dis sich „Value Investors“ nennen und selber ein Aktienportfolio mit ausgesuchten Aktien gestalten. Das ist eine sehr spannende Aufgabe, die ich auch selber einige Zeit lang praktiziert habe. Die Hauptaufgaben sind folgende: Die fundamentalen Kennzahlen der Aktien analysieren, Jahresend- und Quartalsberichte lesen und die geheimen Botschaften herausfiltern, Sektoren analysieren und Aktien miteinander vergleichen usw. Es ist eine analytische Herausforderung und die Befriedigung ist enorm, wenn die ausgewählte Aktie den Markt schlägt und eine hohe Rendite bringt.

Ich sehe aber einen Nachteil: Die obengenannten Aufgaben nehmen verdammt viel Zeit in Anspruch. Ein normaler Arbeitnehmer hat kaum die Zeit, diese Aufgaben vernünftig und mit Qualität durchzuführen. Bei der Aktienauswahl darf der Anleger keinen Fehler machen, weil mit Value Investing nur in ein paar Aktien investiert werden („Lege nicht alle Eier in einen Korb“). Damit ist das Risiko relativ hoch.

Die Freizeit, die man zur Verfügung hat (abends und an Wochenenden), mit ausführlichen Aktienanalysen zu verbringen, ist meiner Meinung nach ein schlechter Weg für ein ausgeglichenes Leben. Das Leben besteht durchaus nicht nur aus Arbeit und Geld. Eine Balance zwischen Arbeit, Familie, Freunden, Unterhaltung, Sport, Spaß und Ausruhen istd für das Glück eines Menschens extrem wichtig. Wenn man „Value Investing“ halbherzig macht, sollte man das lieber ganz lassen. Die guten „Value Aktien“ sind selten zu finden und es braucht tatsächlich viel Zeit und Mühe.

Also, wie kann ein durchschnittlicher Anleger in „Value Aktien“ investieren?

Es gibt Aktienfonds, die diese Aufgabe für Sie übernehmen. Die Fondsmanager suchen diese Aktien für Sie aus und kaufen diejenigen, die vom Manager als unterbewertet empfunden werden. Meiner Meinung nach ist der Erfolg dieser Fondsmanager fraglich („Aktienfonds als Geldanlage“). Die zusätzlichen Kosten reduzieren Ihre Rendite und verlangsamen Ihren Vermögensaufbau („Vermögenswachstum, Darstellung der Effekte von Ersparnissen und Rendite“).

Glücklicherweise können Sie eine günstigere Alternative finden. Es gibt einige ETFs („Aktien-ETFs als Geldanlage“), die auf „Value Stocks“ fokussiert sind. Oft gemischt mit einem regionalen Fokus („Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen“), ermöglichen diese ETFs den Erwerb von „Value Stocks“ in Ihrem Portfolio.

In den nächsten Artikeln, in denen ich ETFs für Regionen vorstellen möchte, werde ich auch die ETF’s als Option darstellen, die „Value Investing“ als Anlagestrategie nutzen.

Montag, 3. Juni 2013

In europäische Aktien investieren, EURO STOXX 50

"The Chinese use two brush strokes to write the word 'crisis.' One brush stroke stands for danger; the other for opportunity. In a crisis, be aware of the danger - but recognize the opportunity." - John F. Kennedy

In meinem Artikel „Diversifikation Ihres Portfolios – Regionen“ habe ich den Anlegern vorgeschlagen, dass sie ihr Portfolio auf verschiedene Regionen verteilen sollen. In einem vereinfachten Musterportfolio ist eine balancierte Verteilung wie folgt:
  • 30% Aktien aus den USA
  • 30% Aktien aus Europa
  • 30% Aktien aus Schwellenländern
  • 10% Aktien aus Japan/Australien/Neuseeland
In diesem Artikel möchte ich mich auf die europäischen Aktien konzentrieren. Erstens möchte ich nochmal betonen, dass ich den unerfahrenen und passiven Anlegern vom Erwerb einzelner Aktien abrate („Der Kauf von individuellen Aktien für unerfahrene Anleger“). Stattdessen bevorzuge ich den Kauf von ETF’s, die meiner Meinung nach für langfristige Anleger das beste Rendite-Risiko-Verhältnis bieten („Aktien-ETFs als Geldanlage“).

Was ist denn nun der beste Weg, mit ETF’s in europäische Aktien zu investieren? Welche ETF’s sind im Börsenhandel erhältlich? Welche ETF’s haben die niedrigsten Kosten? Die einfachste Lösung ist es, einen ETF zu finden, der den EURO STOXX 50 Index abbildet.


Dieser Index besteht aus den Aktein von 50 Unternehmen aus der Eurozone, die eine große Marktkapitalisierung haben. 13 davon sind deutsche Firmen, z.B. BASF, Siemens, Bayer, Volkswagen, usw. Die anderen Firmen stammen hauptsächlich aus Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden.

Hier sind die passenden ETF’s, die den EURO STOXX 50 Index abbilden:
  • Amundi ETF EURO STOXX 50
  • ComStage ETF EURO STOXX 50
  • db x-trackers EURO STOXX 50 UCITS ETF
  • EasyETF Euro Stoxx 50
  • iShares EURO STOXX 50
  • Lyxor ETF EURO STOXX 50
  • UBS-ETF EURO STOXX 50

Diese ETF’s unterscheiden sich bei den Fondspositionen kaum. Die Kosten (TER) liegen zwischen 0,00% und 0,25%, was ich sehr kostengünstig finde. Wenn Sie einen von diesen ETF’s kaufen möchten, würde ich Ihnen definitiv empfehlen, dass Sie auf der Webseite der Fondsanbieter den Verkaufsprospekt lesen. Sie müssen verstehen, worum es bei der Geldanlage geht, bevor Sie Ihr Geld dort anlegen. Zusätzlich können Sie bei www.morningstar.de einen Report für die oben gelisteten ETF’s lesen. Meistens gibt es eine Analyse für diese Produkte. Mit einer Anmeldung haben Sie Zugriff auf eine Analyse und können ein Musterportfolio erstellen. Ich finde es sehr hilfreich.

Ich denke, dieser ETF ist ein guter Start für Anleger, die in europäische Aktien investieren wollen. Einige Leute werden sicherlich denken: EURO STOXX 50 Index enthält viele Firmen aus Ländern wie Spanien und Italien. Die sind doch in der Krise. Warum sollte ich diese Aktien kaufen?

Ich sehe es eher als Chance („Gelegenheiten Geld zu schaffen“). Ich denke, dass europäische Aktien historisch gesehen günstig sind. Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) liegt bei 12,1 (Stand Ende Mai 2013). Auf der Onvista-Seite können Sie sich eine Liste der Aktien im EURO STOXX 50 Index und deren KGV’s anschauen.

Die europäischen Staaten sind wegen ihrer hohen Verschuldung in der Krise. Die meisten Firmen, die global wirtschaften, sind eigentlich in einer besseren Lage. Sie machen Gewinn und zahlen weiterhin Dividenden. Außerdem bin ich der Meinung, dass die Eurokrise mittelfristig enden wird. Es ist nicht die erste Wirtschaftskrise in der Geschichte und es wird nicht die letzte sein. Das Aufholen der Börsen und hohe Renditen sind kurz vor dem Ende der Krise zu erwarten.

Quelle: onvista.de

Wie Sie in diesem Chart sehen, hat der EURO STOXX 50 Index noch viel Luft nach oben. Es ist wichtig zu beachten, dass Euro Stoxx 50 ein Kursindex ist. Das heißt, die Dividenden werden ausbezahlt und nicht reinvestiert. Der DAX Index ist im Gegensatz dazu ein Performanceindex. Deshalb müssen Sie aufpassen, wenn Sie die Charts miteinander vergleichen.

In meinem eigenen Aktienportfolio habe ich bereits iShares EURO STOXX 50 (WKN: 593395). Ich würde anderen Anlegern empfehlen, sich schlau über diese ETFs zu machen, wenn sie in europäischen Aktien investieren wollen. Natürlich müssen Sie vorher entscheiden, ob Sie ein langfristiger Anleger sind („Ab wann sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage“) und ob Sie verstanden haben, wie Ihr Wunsch-ETF funktioniert („finanzielle Bildung“).

Ich den nächsten Artikeln werde ich einige alternative ETFs vorstellen.